Folgen des Wildfanges - Interesse eines Neulings

  • Hallo an alle Forum-User!

    seit nun einigen Wochen informiere ich mich über die Meerwasseraquaristik und nähre damit meinen Wunsch auch ein Aquarianer zu werden.

    Ich bin bei meiner Recherche auf dieses tolle Forum gestoßen und möchte meinen ersten Thread gleich dazu nutzen ein Thema zu erötern, dass mich und meine Freundin derzeit beschäftigt aber leider auch nicht ganz "einfach" ist, wie ich denke.

    Meine Freundin hat durchaus nachvollziehbare Bedenken, da es sich bei den meisten Tieren um Wildfänge handelt. Wir fragen uns nun, ob die Wildfänge die euer (und hoffentlich auch bald mein =)) Hobby zur Folge hat, eine Bedrohung für den Lebensraum dieser und natürlich auch vieler anderer Tiere darstellt.

    Für passionierte Aquarianer, die sich in diesem Forum ja zu Hauf tummeln, ist dies sicherlich ein kritisches Thema, daher möchte ich auch keine Grundsatzdiskussion vom Zaun brechen. Da ich bisher keine Informationen bezüglich der Folgen für den Lebensraum an sich, sondern nur über die Folgen für die Arten und deren Vielfalt gefunden habe, würde ich mich über ein Feedback von erfahrenen Aquarianern freuen.

    Sollte mein Anliegen nicht 100%ig verständlich sein (es ist eigentlich das erste Forum das ich nutze) gehe ich auf Rückfragen gern noch weiter ein.


    Ich danke euch schon jetzt für aufschlussreiche Antworten!

    Grüße aus der schönen Hansestadt Hamburg


    P.S.: Mein nächster Thread wird hoffentlich "erfreulicher" mit Themen wie Aquarientechnik und Fischbesatz... =)

  • Hallo Pat ,

    deine Frage lässt sich jetzt nicht so einfach mit ja oder nein beantworten , es ist kein schwarz/weiss thema...
    ...es gibt schon beispiele , die traurige beweise dafür sind , das nicht alle marinen lebensformen auch automatisch vom interesse der aquarianer profitieren .
    Auf der anderen seite sorgt genau dieses interesse wieder dafür , das der zustand der riffe (und anderer mariner biotope) nicht nur für die anliegenden bewohner des jeweiligen strandes als wichtig empfunden wird.
    Der fang und handel mariner lebewesen wird zunehmend strenger und geregelter , zucht und vermehrung von fischen und korallen nimmt zu und wird ständig weiter zunehmen.
    Es ist gut , das du dir schon solche gedanken machst , bevor du loslegst , dann kannst du dein becken genau mit diesen hintergedanken planen und einrichten und richtest somit garantiert keinen schaden an :winking_face:
    ...aber die praxis wird dir auch deutlich machen , das es nicht unbedingt so einfach ist , immer nach den guten tugenden zu leben , auch was unser hobby betrifft...

    mfg
    Thomas

  • Hallo,

    nun wir sind sicher aller keine Naturschützer, sondern Verbraucher das ist klar. Dennoch sehe ich keine Gefahr das unser Hobby Fisch- und Korallenarten ausrottet. Der einzige Fall bei dem es kritisch werden könnte ist Pterapogon kauderni und da sind Nachzuchten kein Problem.

    Wenn ihr euch auf Fische einigt, welche wirklich für das entsprechende Becken geeignet sind (wäre übrigens schon hilfreich zu Wissen, was ungefähr geplant ist 200 Liter oder 2000 Liter ?) sehe ich da eigentlich wenig Probleme. Allerdings ind nur sehr wenige Arten aus den Gruppen der Anemonenfische, Riffbarsche, Kardinalbarsche Grundeln, Leierfische und Zwergbarsche als NZ verfügbar. Das größte Problem dürfte sein diese auch lokal zu bekommen.

    Alle Korallen kann man als lokale Nachzuchten kaufen und daher völlig auf Importe verzichten.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    nun wir sind sicher aller keine Naturschützer, sondern Verbraucher das ist klar.

    moin,

    sorry,

    aber von einigen wenigen ausnahmen abgesehen bin ich da anderer meinung, zumindest was die fische betrifft!

    für uns aquarianer werden primär jungtiere gefangen, von denen nur wenige das vermehrungsfähige alter erreichen würden, auch viele fische, die als menschliche nahrung keine rolle spielen. dadurch wird in den entsprechenden exportländern einkommen erzeugt, welches zum kauf von nahrung etc genutzt werden kann.

    würde dieses einkommen den dortigen fischern fehlen, müßten zur ernährung der familie große, in der regel vermehrungsfähige fische in weit größerer zahl entnommen werden. die konsequenzen wären meiner meinung nach deutlich schlimmer!

    mfg
    michael

  • Moin Moin und schon einmal vielen Dank für die raschen und aufschlussreichen Antworten!

    Um das Meinungsbild etwas zu erweitern, hier mal die Antwort von Greenpeace auf die selbige Frage:

    Zitat

    Antwortmail von Greenpeace
    vielen Dank für Ihre E-Mail. Die Meere sind derzeit in einem desolaten Zustand- viele Fischbestände sind überfischt. Grund dafür ist der der industrielle Fischfang mit seinen verheerenden Fangmethoden. Unter dem folgendem Link finden Sie eine Übersicht der Fischbestände und welche Fische man meiden sollte. Grundsätzlich sind aber nicht Aquarien oder Fischfang für den Eigenbedarf Grund für die Misere.

    Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    Wenn ihr euch auf Fische einigt, welche wirklich für das entsprechende Becken geeignet sind (wäre übrigens schon hilfreich zu Wissen, was ungefähr geplant ist 200 Liter oder 2000 Liter ?)

    Wir wollten zu erst einige grundsätzliche Fragen klären. Ich hoffe aber, dass ich bald eine erste Besatzliste mit euch diskutieren kann.

    Zitat

    Original von Peter Schmiedel
    Das größte Problem dürfte sein diese auch lokal zu bekommen.

    Ich mag mich irren, aber ich habe durch meine bisherigen Recherchen das Gefühl, dass Hamburg nicht allzu viele Adressen für den Bereich Meeraquaristik bietet. Dabei liegt uns hier in der Hansestadt das salzige Nass doch nun wirklich nah :confused_face:


    Würde mich freuen, wenn noch weitere Meinungen zu diesem Thema abgegeben werden.

  • Dafür habt Ihr in HH ja ein schönes Schauaquarium....

    Diese Diskussion, welche Du da anregst, wird ja immer mal wieder gern geführt, zeigt aber symptomatisch, den Zustand dieser Gesellschaft und vor allem der Medien:

    Da wird auf jeden ordentlich draufgehauen, der sich nicht energisch genug wehrt.

    Stell´ Dir doch einfach mal vor, was ein einziger 60 minütiger Grundschleppnetzfang, in welchem Meer auch immer am Bodengrund anrichtet...
    Das passiert jeden Tag tausendfach überall auf dem Planeten!
    Von Treibnetzfischerei gar nicht zu sprechen! Das geht schon seit Jahrhunderten so, aber besonders in den letzten 50 Jahren ist der Raubbau an den Meeren in einem Maß eskaliert, daß man sich wundern muß, daß da überhaupt noch was schwimmt.
    Die Fischer haben nur eine gute Lobby, klar, wird ja alles für die menschliche Ernährung gebraucht, ist also unfehlbar!
    JETZT im Jahr 2009 fangen sie mal an, über das nachzudenken, was so lapidar mit "Beifang" abgetan wird. Dagegen sind alle Aquarienfische der letzten 20 Jahre Peanuts.

    Ich will uns Aquarianer hier nicht freisprechen und sehe unsere Verbrauchsmentalität, besonders bei Großkaisern und Doktorfischen durchaus kritisch. Aber im Großen und Ganzen spielen wir überhaupt keine Rolle, vom P. kauderni vielleicht mal abgesehen!

    Falls es Dein Gewissen beruhigt: In öffentlichen Schauaquarien wurde und wird überhaupt nie nachgefragt, was und wieviel die verbrauchen, ganz im Gegenteil: Wenn Tiere beschlagnahmt werden, gehen die automatisch dorthin, ohne daß sich jemand Gedanken macht, ob sie diese überhaupt halten können. Der große und weltberühmte Dr. Lange hat ja selbst Anfang der 90er Jahre noch öffentlich erzählt, Korallen könne man in Aquarien nicht am Leben halten.

    Wenigstens für seinen Verantwortungsbereich hatte er damals recht!

    Also betreibe Dein Hobby so, daß Du selbst mit Dir im Reinen bist. Vielleicht wird ja bald ein berühmter Züchter aus Dir...

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hallo Torsten,

    vielen Dank für deine Meinung, schön auch mal eine etwas kritischere Betrachtung zu lesen, die ich, insbesondere im Bereich der industriellen Fischerei, voll und ganz unterstütze.

    Es ist jetzt auch nicht so, dass ich ein aktiver Umweltaktivist bin, nur bin ich der Überzeugung, dass man sich über die Folgen des eigenen Handels bewusst sein sollte (und das am besten schon vorher ;)). Deshalb halt diese anfängliche Frage...

    In der Tat ist das Tropen-Aquarium im Tierpark Hagenbeck wirklich schön geworden. In der nächsten Woche steht auch mal wieder ein Besuch an, den ich definitiv nutzen werde um auch dort die ein oder andere Frage loszuwerden.

  • Genau!

    Ich sehe einen Züchter der Zukunft....

    Gibt eine Menge engagierter Leute , bist genau richtig hier!
    Viel Erfolg!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hallo Pat,

    ich finde es super das Du Dir bereits im Vorfeld Gedanken machst.

    Bei unserem Hobby gibt es auch bei diesem Thema “ schwarze Löcher “ soll heißen - ich glaube nicht das die Frage verbindlich beantwortet werden kann.

    24 Jahre betreibe ich Seewasser. Viele Fehler aber auch Erfahrungen sind der Weg. Als Ergebnis bleiben auch Verluste von Fischen und Niederen Tiere. Das ist der Schatten! Mein Gewissen war und ist präsent.
    “ Schön geht anders “ !

    Heute sind die Möglichkeiten durch reiche Erkenntnisse deutlich besser zum Schutze der Pfleglinge. Die Vorrausetzungen kannst Du nur selbst schaffen. Beschäftige Dich so gut Du kannst mit dem Thema “ Seewasser “ durch Fachliteratur und auch hier in diesem wertvollen “ Korallenriff.de “.


    Ich wünsche mir das es ganz viele “ Einsteiger “ Deiner Art gibt.

    Viele Grüße

    Andreas

  • Hallo !
    Ich finde es auch gut wenn man sich mal mit diesem Thema beschäftigt...

    Dazu fällt mir im ersten Moment diese Frage ein, die ich auch wirklich erst meine:

    Womit schadet man der Umwelt mehr, durch z.B. zwei Riffbarschen die als Wildfänge importiert werden, oder durch einen lebenslangen mehr oder weniger regelmäßigen Konsum von Thunfisch ? Ich meine es ist ja weltbekannt das beim Thunfischfang sehr viele Fische und auch Delphine sterben...

    Gruß Oliver

  • Hi Oliver,

    ich denke, die Antwort deiner Frage erhält unter anderem durch die bereits erwähnten Argumente von Torsten die richtige Form.

    Der industrielle Fischfang ist mit Sicherheit das bei weitem größere Problem für das Ökosystem der Meere. Dies wurde ja auch schon durch eine Antwortmail von Greenpeace bestätigt, die ich etwas weiter oben gepostet habe.

    Es ging mir bei meiner Frage aber auch nicht ausschließlich darum, nur den gesamten Lebensraum "Meer" zu betrachten sondern auch einmal bewusst den Fokus auf einen Teil dieses Lebensraums zu setzen, da es mich interessierte ob evtl. auch schon die Entnahmen durch die Wildfänge die Lebensräume vieler Arten stark beeinträchtigt.

    Freut mich aber sehr, immer wieder neue Ansätze zu diesem Thema zu lesen - wie z.B. deine Frage.


    Gruß aus Hamburg

    Patrick

  • Hallo zusammen ,

    ich weiss jetzt nicht , ob der kauderni das einzige beispiel ist , das die meerwasseraquaristik nicht allen arten gut bekommt.Ich finde aber es dokumentiert auf erschreckende weise die verbrauchsmentalität von unserem hyobby.Es ist vollkommen unnötig und unbegreifbar , und wäre dazu noch äusserst einfach zu beheben...diese art ist akut direkt vom aussterben bedroht und zwar einzig und alleine wegen der bedürfnisse und wünsche von meerwasseraquarianern.Und diese art ist einer der wenigen , die sich in gefangenschaft einfacher und effektiver vermehren lässt(bzw. liesse) als in der natur...und da hat der kauderni eben pech gehabt.
    Bei den meisten anderen arten ist es umgekehrt... deswegen ist dieser fisch ein geradezu erschreckendes beispiel für die angeführte fragestellung , und wenn die meisten anderen arten nicht davon in gleicher weise betroffen sind , ist es jedenfalls nicht wegen der verantwortungkeit der mehrheit der aquarianer.
    Was fangmetoden wie den gebrauch von cyankali in der natur verursachen , wäre ja auch noch beachtenswert (aber das kommt ja heutzutage nicht mehr vor :winking_face:

  • Zitat

    Original von OliverL
    Womit schadet man der Umwelt mehr, durch z.B. zwei Riffbarschen die als Wildfänge importiert werden, oder durch einen lebenslangen mehr oder weniger regelmäßigen Konsum von Thunfisch ? Ich meine es ist ja weltbekannt das beim Thunfischfang sehr viele Fische und auch Delphine sterben...

    Der eine mag eben gerne tunfisch , der andere hat's mit riffbarschen ;)...ich denke mal das auch beim einsammeln für unser hobby einiges an "beifang" auf der strecke bleiben kann...

  • Hallo Leute
    auch wie man selber mit den Tieren umgeht ist wichtig. Wenn man Z.B. einen Händler sieht der einen abgemagerten Doktorfisch lebend in den Mülleimer wirft könnte man sagen..... die Tierart wird dadurch nicht ausgerottet werden. Vielleicht sagt der Händler auch auf Nachfrage:"Soviele Doktoren kann ich gar nicht mehr quälen in meinem Leben dass ich damit an die bisher gegessenen Thunfischbrötchen rankommen würde". Das sind doch keine guten Argumente.

    verstehst was ich meine?

    Gruß Haeckel

  • Hallo Patrick,

    dem schon gesagten ist kaum etwas hinzuzufügen. Konzentriert würde ich sagen:

    Ob es ein Verbrauch von "Zierrat" oder eine verantwortungsvolle Tierhaltung ist, entscheiden nicht die ökologischen Auswirkungen sondern Dein Respekt vor den leidensfähigen Lebewesen, als welche man m. E. auch Krabben, Borstenwürmer etc. betrachten sollte und man sollte sich bei jedem Lebewesen überlegen, ob man es entsorgen muss. Ich bin ein Gegner der Betrachtung eines Lebewesens als Schädling, auch wenn man manchmal gegen Tiere, die im Becken überhand nehmen, vorgehen muss.

    Im Grunde ist das Einkommen, das durch die kleinen Fische und die Korallen aus dem Riff erzielt wird, sogar ein Ansporn, dass die Bevölkerung ein Interesse an einem halbwegs intakten Riff hat. Solange mit dem intakten Riff mehr Einkommen erzielt werden kann als mit einem zerstörten (Baumaßnahmen, Materialentnahme, Aquakultur, Landwirtschaft) gibt es ein Interesse an der Erhaltung des Riffes.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo,
    ich bin selbst ein begeisterter Aquarianer und habe nun seit einem Jahr ein kleines 130L Becken und bald eine weitere 240L Pfütze. Außerdem habe ich schon lange Süßwasserbecken.

    Durch den heutigen Zusammenschluss vieler Meerwasseraquarianer können einwandfrei Korallen und eventuell Fischnachzuchten ausgetauscht werden. Eigentlich, so denke ich, sind Korallenimporte nicht zwangsweise nötig, denn was dem langjährigen Aquarianer wächst, wie Unkraut z.B. Xenien und andere Weichkorallen, liegen doch genau im Interessenbereich des Anfängers.
    Mein Becken ist nur mit Korallenablegern von anderen Aquarianern besetzt.

    Bei dem Fischbesatz sollte wie gesagt, jeder darauf achten nur zu kaufen, was er auch pflegen kann. Hatte da schon eigene Erfahrungen mit einem Pinzettfisch, der das gereichte Futter nicht fressen wollte.
    Außerdem sollte man darauf achten, dass Kaudneris und Clownfische, besonders Occelaris, die ja beide zu den leicht züchtbaren Fischen zählen auch nur als Nachzucht erworben werden.

    Als Contrapunkt möchte ich nun mal den Wasser und Stromverbrauch der Aquaristik ansprechen.

    Wenn man überlegt, wie viel Abwasser z.B. bei einer Osmoseanlage meist ungenutzt in den Abfluss läuft ! Außerdem verbrauchen Pumpen, Heizer, Kühlgeräte und Beleuchtung einiges an Strom !

    Doch viele Hobbys verbrauchen "unnütze" Ressourcen.

    Grüße
    Jens

  • servus @ all

    man kann bei diesem thema wohl nur an die verantwortung von jedem von uns appelieren.
    schließlich ist es an jedem selbst, ob er zuchtfische kauft die es natürlich nie mal eben um die ecke gibt, :winking_face: oder ob er das kauft, was bei´m baumarkt auf den tisch kommt!
    ich bin ganz thorstens ansicht, was die haltung von größeren fischen im aq angeht.
    jeder der schon mal beim tauchen war, der weiß das z.b. doc´s ein enormes schwimmpensum haben und vorallem weitaus größer werden als wie sie in den läden beschrieben werden.
    ich hab schon ZWERGkaiser gesehen die mehr als 20cm hatten.

    ich hab´s schon mal gesagt: das ist die wichtigste und gleichzeitig die schwerste lektion die wir alle lernen müssen!
    :thup :thup :thup


    grüße

  • Zitat

    Original von matze83
    ich hab schon ZWERGkaiser gesehen die mehr als 20cm hatten.


    Hi,
    welche?

  • Hi zusammen,

    wo ich noch kritisch bin, ist bei Lebendgestein. Mir ist bekannt, dass das quasi eine "nachwachsende" Ressource ist, aber wird dadurch nicht massiv das Riff geschädigt? Wird nicht mehr rausgebrochen, als "nachwächst"? Oder wird evtl sogar das Gestein von Korallen "abgeräumt" damit mans raushauen kann? Hab da noch nicht soviel gelesen, geschweige denn mal Fotos von der Gewinnung des LS gesehen. Quasi eine vorher/nacher-Aufnahme.

    @pat: wenn ihr soweit seit sucht im Internet und in Kleinanzeigen nach Aquarianern, die Korallenableger anbieten. In ner Stadt wie Hamburg müsstet ihr gut fündig werden. Ich habe meine 240er Pfütze fast nur mit Ablegern anderer Aquarianer eingerichtet. Sind allesamt sehr schöne Tiere, billiger und aus Nachzucht.

    Beleuchtung: ATI Sunpower 8x80 Watt T5,Strömung: 2x Tunze 6105, Abschäumer: RE Double Cone 180 mit RD3 speedy, Balling Zeo und blaue Flaschen nach Gusto
    Extra bavariam non est vita et si est vita non es ita


    Viele Grüße
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan_Servus (5. Februar 2009 um 10:12)

  • Zitat

    Original von Stefan_Servus
    Wird nicht mehr rausgebrochen, als "nachwächst"?

    moin,

    normalerweise wird ls nicht aus dem riff gebrochen, das haben stürme schon lange vorher erledigt.

    das mir bekannte ls wird im wahrsten sinne des wortes einfach aufgesammelt, und liegt an vielen stellen einfach rum.

    hab vor jahren mal auf sri lanka eine vorgelagerte insel nach einem sturm betaucht, unglaublich, was da rumlag! nicht nur unmengen ls, sondern über riesige flächen verteilt korallenfragnente, fast alles acros.

    mfg
    michael

  • hi zusammen,
    ich hab jetzt nicht jeden einzelnen treat durchgelesen, gebe hier aber trotzdem mal meine gedanken dazu.

    ich finde es auch gut, dass sich leute über dieses thema gedanken machen und über gewisse sachen im vorfeld studieren. eins ist aber bei der ganzen sache nicht zu vergessen. sehen wir mal 15 jahre zurück, was damals alles importiert werden hat dürfen, was heutzutage wenn überhaupt nur noch beschränkt gemacht werden darf. weiters war es vor einigen jahren kaum möglich verschiedenste fische und korallen zu halten bzw zu züchten. der stand des wissens geht immer weiter und bis in ein paar jahren werden einige weiter fischarten auf den nachzuchtlisten erscheinen.
    ich bin der meinung, dass in einigen jahren der größte teil der wildfänge von den stocklisten verschwinden werden, wenn schon rein aus kostengründen sein wird, weil viele arten nur noch bedingt gefangen werden dürfen oder schonzeiten erhalten. bei der süsswasserquaristik kennt man das ja von verschiedensten l-welsen.
    meine meinung geht in diese richtung, dass irgendwann reine korallenbecken in unseren wohnzimmern stehen werden. docs und verschiedene kaiserfische - welche nciht nachgezüchtet werden können, könnten komplett aus den becken verschwinden. klar, das wird noch nciht heute oder morgen passieren, aber ich denke es wird soweit kommen.

    weiters sehe das auch gleich wie thorsten, diese wenigen millionen fische die weltweit für unsere plantschbecken gefangen werden, diese hinterlassen normalerweise keine lücke im ökosystem. wenn der erhalt deren lebensräume umweltbedingt gefördert wird, sollte es in absehbarer keine wirklichen probleme geben.

    gruß
    gerd
    :wink

  • Hallo zusammen,

    ich verstehe nicht ganz, weshalb man die Fischer in Indonesien oder auf den Philippinen unbedingt um diesen Teil des Einkommens bringen will. Für die ist das Riff ein ganz normaler Teil ihres Einkommens. Weshalb sind viele der Meinung, man müsste ausschließlich von Nachzuchten leben?
    Nachzuchten haben gewisse Vorteile bezüglich Parasiten und durch die Nachzuchten erfährt man mehr über die Bedürfnisse der Fische, aber ich sehe keinen Grund, die Pflege künstlich auf Nachzuchten zu beschränken.
    Für mich ist es z. B. noch nicht ausgemacht, dass die Ökobilanz von Korallen, die unter Kunstlicht herangezüchtet wurden, besser ist, als die von Importen.

    Was hier betrieben wird, ist Naturromantizismus. Man kann es mit kaum etwas bei uns vergleichen, aber weshalb soll man die Entnahme von etwas vermeiden, was sowieso ständig nachwächst? Ich denke, es kommt eher auf das "wie" an.
    Nochmal: Wenn die Indonesier und Philippinos ein Interesse an intakten Riffen haben, weil sie damit Einkommen generieren können, hilft das den Riffen!

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Stefan_Servus
    wo ich noch kritisch bin, ist bei Lebendgestein.

    hi sefan,

    gerade solch "schutz" bei miliarden von vorhandenen tonnen, die auch noch jährlichdurch milionen tonnen nachwachsens, ist ein schutzgedanke m.e. ohne realen hintergrund.

    zumindest solange, wie unsere riffe noch ls produzieren :frowning_face:

    sehe das eher als beruhigung des bürgers, zu zeigen, dass in sachen naturschutz was getan wird.

    man erinnere sich an die 90er jahre, als hierzulande tropische speisefische unter schutz gestellt wurden.....

    wichtig ist m. e. das sorgfältige umgehen eines jeden einzelnen mit lebewesen schlechthin.

  • Nur ists nicht gerade auf den Philipinen immer noch so, dass aufgrund totaler Überbevölkerung der einzelnen Inseln Fische für die tägliche Nahrung Fisch mit Dynamit gefangen wird und somit die Riffe weggeblasen werden? In Indonesien dürfts tw. nicht besser sein.

    Joe und mbb: gut das war mir so nicht bewusst, LS ist also als eher als unproblematisch einzustufen.

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    Viele Grüße
    Stefan

    Einmal editiert, zuletzt von Stefan_Servus (5. Februar 2009 um 14:27)

  • moin,

    Zitat

    Original von Stefan_Servus
    Nur ists nicht gerade auf den Philipinen immer noch so, dass aufgrund totaler Überbevölkerung der einzelnen Inseln Fische für die tägliche Nahrung Fisch mit Dynamit gefangen wird und somit die Riffe weggeblasen werden? In Indonesien dürfts tw. nicht besser sein.

    Zitat

    Original von Hans-Werner
    ich verstehe nicht ganz, weshalb man die Fischer in Indonesien oder auf den Philippinen unbedingt um diesen Teil des Einkommens bringen will. Für die ist das Riff ein ganz normaler Teil ihres Einkommens.

    genau diesen punkt hatte ich ja schon ganz zu anfang eingebracht, und leider ging keiner drauf ein!!!

    ist es nicht sogar im sinne des riffschutzes POSITIV, jungtiere, von denen sowieso nur ein geringer prozentsatz das vermehrungsfähige erwachsenenalter erreicht, zu entnehmen, und dadurch mittel zum überleben zu erwirtschaften, als mit dynamit etc adulte, vermehrungsfähige tiere als nahrung zu nutzen und den ganzen rest plattzumachen!

    mfg
    michael

  • Hallo Michael,

    stand nicht im neuen Meerwasseraquarianer was von einem neuen Fangprogramm oder Fangmethode? Da gabs schon ne bestimmte Abkürzung dafür habs jetzt leider nicht zur Hand. Es geht darum, dass nur sehr junge Fische (frisch geschlüpft soweit ich weiß) gefangen werden, im Fangland "gemästet" und aufgezogen und dann mit verkaufsfähiger Größe in den Handel gelangen.

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    Viele Grüße
    Stefan

  • moin,

    ja, da war ein bericht über larvenfang und aufzucht, aber der erschien mir wie "obelix auf dem mond"

    zur zeit kämpfen wir doch noch damit, fängern überhaupt den vorteil ihres handelns zu erklären, und aufgrund unseres wirtschaftssystems werden die massiv abgezockt.

    fair traid wäre in unserem bereich eine echte alternative, etwas annäherndes gibt es schon, aber leider gewinnt meist die "geiz ist geil" mentalität :winking_face_with_tongue:

    mfg
    michael

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