Mithrax-Krabben verschwinden immer wieder

  • Hallo,

    in meinem seit vielen Jahren stehenden und stark zugewachsenem Riffbecken habe ich Kugelalgen, die ich aufgrund vieler unzugänglicher Bereiche nie völlig loswerde. Ein Fuchsgesicht hält sie im beschränkten Maß in Grenzen, zur stärkeren Unterstützung habe ich es mehrfach mit Mithraculus sculptus versucht. Egal ob Einzeltiere oder gleichzeitig mehrere, trotz absolut umsichtigem Eingewöhnen, zwei bis drei Tage waren die Krabben zu beobachten, dann verschwunden. Nun gibt es im Becken unzählige nicht einsehbare Bereiche - vor einigen Jahren war ein längst tot geglaubte Kardinalsgarnele nach Monaten plötzlich wieder aufgetaucht -, aber die Mithrax bleiben auch bei nächtlicher Suche verschwunden. Bekannte Fressfeinde unter den Fischen sind keine im Becken; Borstenwürmer schon, aber dass diese an Krabben gehen, wäre mir nicht bekannt. An Futtermangel kann es nicht liegen, stets vorgeschädigte Tiere schließe ich aufgrund der größeren Zahl und unterschiedlichen Herkunft aus. Wasserwerte etc. sind natürlich gut und stabil, alles wächst und gedeiht. Problematische Chemikalien werden selbstverständlich auch nicht eingesetzt; Jod fehlt auch nicht (was bei dem kurzen Zeitraum auch nicht erheblich wäre).

    Mir bleibt dies ein Rätsel.

    Gruß

    Bernd

  • Ich würde trotz Kugelalgen auf Futtermangel tippen. Nach meiner Beobachtung haben die Mitraxkrabben in Becken mit viel Fadenalgen/Algenaufwuchs wunderbar über längere Zeit geklappt. Auch in Becken mit wenig Aufwuchs aber mit Fütterung von Norialgen sehr gut geklappt. Nur ohne Algenaufwuchs und ohne Fütterung haben die Mitraxkrabben nur kurze Zeit überlebt, obwohl Kugelalgen vorhanden waren. Kugelalgen ist eher Beifang, nicht die primäre Kost, würde ich behaupten.

    VG

    Chris

  • Hallo Bernd,

    den Berichten und den Beobachtungen im Becken zufolge ist Mithrax ein opportunistischer Fresser. Daher schliesse ich ein Ernährungsdefizit aus. Wenn's an Algen fehlt, dann wird sich halt woanders bedient. Sogar Korallen sind als Opfer bekannt. Es käme noch die relativ kurze Lebensdauer von 2-4 Jahren in die Betrachtung. Da aber ausnahmslos alle Krabben zu unterschiedlichen Zeiten nur eine sehr kurze Zeit aufzufinden waren, kommt diese Möglichkeit weniger infrage. Ist nicht doch ein Element (Metall, Jod zu hoch, etc.) der Übeltäter? Eine ICP könnte das evtl. ausschliessen.

    Gruss

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Moin,

    Ich habe, ebenfalls wegen Kugelalgen, mehr als ein Dutzend Mitrax zu verschiedenen Zeiten in den Cube gesetzt. Übrig geblieben sind drei wohl adulte Exemplare, die sich auch gelegentlich in die Flicken kriegen. Trotz reichhaltigem Fadenalgenbewuchs sind sie bei jeder Fütterung immer vorne mit dabei. Kugelalgen habe ich tatsächlich nur noch an zwei streams, der Rest ist verschwunden. Allerdings glaube ich nicht, dass das ausschließlich die Mitrax waren.

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

  • Hallo,

    danke für die Rückmeldungen. Ernährungsdefizite schließe ich aus den von Hajo angeführten Gründen auch aus, zumal außer den Kugelalgen auch diverse andere Algenarten im Becken reichlich vorhanden sind. Eher hätte ich auch an Kannibalismus gedacht, allerdings hätte dann eigentlich der "Oberkannibale" übrig bleiben sollen. Seit einiger Zeit habe ich es außerdem immer nur mit einem Einzeltier versucht. Denkbar wäre theoretisch vielleicht auch eine andere räuberische Krabbe, aber seit Jahren ist nichts neu ins Becken gekommen, mit dem ich sie mir hätte einschleppen können. Irgendwann hätte ich sie in dem langen Zeitraum wohl auch sehen müssen. Ein schädliches Element kann ich letztlich nicht völlig ausschließen, sehe aber nur eine geringen Wahrscheinlichkeit. Mir kommen seit langen Zeiten keinerlei derartige Präparate mehr ins Becken und andere empfindliche Tiere wie z.B. Seeigel sind auch schon lange im Becken und gesund und munter. Die Anregung einer ICP werde ich aber trotzdem aufnehmen.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    ich habe die einschlägigen Informationen ( zumeist in Foren) zu Mithrax-Krabben quer gelesen. Was mich erstaunt, ist die doch erschreckende Vielzahl von Klagen über ein kurzfristiges Ableben dieser Krabben. Einige vermuten oder bestätigen Häutungsschwierigkeiten. Auch bei jenen, die nicht mehr auffindbar waren. Einige Kommentare verbinden eine mögliche schlechte Qualität (Schwäche durch Erkrankung, mangelhafte Transportkette) mit dem Ableben. Alle anderen stochern im Nebel.....

    Gruss

    Hajo

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    (Mark Twain)

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  • Hallo Hajo,

    danke für deine Nachforschungen. Das Ergebnis wundert mich auch ein bisschen, denn negativere Erfahrungsberichte sind mir auch noch nicht aufgefallen. Mein - unbewiesener - Verdacht liegt auch beim Handel oder Transport. Beim hiesigen Händler befinden sich die Krabben in recht sterilen Becken. Wie lange schon? Sie würden zwar angeblich regelmäßig nachgeliefert, aber wie lange waren sie beim Großhändler?

    Ich habe heute ein größeres neues Tier gekauft und zunächst separat - im gleichen Wasserkreislauf - untergebracht. Dort werde ich es ein paar Tage beobachten.

    Gruß

    Bernd

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