Riffverträglichkeit von Centropyge heraldi

  • Es hängt von zu vielen Faktoren ab und die Individualität der Tiere ist sicherlich nicht gering. Prognose = Null.

    LG Burkhard

  • Riffverträglichkeit bedeutet nicht riffsicher!

    Dieser Fisch ist zwar etwas zurückhaltender ob der Begehrlichkeiten im Riffaquarium, aber absolut fehlendes Interesse an gewissen Riffobjekten kann nicht bescheinigt werden. Auch können sich manche Neigungen erst später entwickeln.

    Gruss

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Wenn jemand nach der "Riffverträglichkeit" eines Tieres fragt denke ich oft, dass es die falsche Frage ist. Statt nach der Wahrscheinlichkeit zu fragen, dass ein Fisch an Korallen geht würde ich eher die Frage stellen "Was mache ich als Aquarienpfleger, wenn der Fisch an Korallen geht?".

    Ist die Antwort "Dann muss der Fisch sofort raus" würde ich klar raten, keinen Fisch aus der Gruppe Zwergkaiser ins Becken zu setzen. Nur wenn die Antwort ist "Dann muss die entsprechende Koralle raus" oder "Ich kann mit etwas Verbiss leben" gibt es eine Chance für längerfristige Pflege.

    Das Problem ist also nicht der Fisch, sondern der Pfleger vor dem Becken. (^-^)

    Viele Grüße

    Sandy

  • Vielleicht auch hinweiswert:

    Wir haben seit Jahren ein Pärchen Centropyge acanthops. Gehen nie direkt an Korallen, zupfen Algen und sind muntere, verträgliche Schwimmer.

    Neuzugänge werden allerdings derb verjagt, familiengleiche sehr kräftig attackiert und verfolgt.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

    Reefer 425, 2 x Hydra 32 + 40 Watt umlaufende LED-Leisten 13.000 K.+ 5 Spots
    6 Turbellen, Rundströmung mit Wellen im 1-Sekundentakt, "Ebbe - Flut" alle 3,5 h
    Deltec 600i, Fe-Adsorber (Ramsch-Perlen), Biopellets, Balling light
    15 % Wasserwechsel/Woche

    Täglich lebende Artemianauplien + 120 cm³ frisch gezapftes Phytoplankton

  • Ist ja wohl sowas wie ein Evergreen dieses Thema. Und Sandy hat einen Volltreffer mit der alternativen Fragestellung. Tatsächlich stelle ich mir diese Frage gerade auch mal wieder. Ich habe ein Acropora-lastiges Becken und mir ist die Polypenexpansion bei einigen Acros sehr wichtig. Am besten wäre es daher wohl für mich, einfach keine Zwergkaiser einzusetzen (von großen ganz zu schweigen).

    Ich würde allerdings eigentlich sehr gerne ein Paar Flammen-Zwergkaiser haben. Und ich wäre bereit, einen Versuch zu wagen. An den Stylophoras, Euphyllias, Zoas oder der Gorgonie dürften sie ruhig naschen. Nur falls es nicht klappt und meine Acros keine Polypen mehr zeigen/haben, dann würde es ja eher wieder sehr schwierig werden, die Zwergkaiser überhaupt wieder einzufangen.

    Ich lese also jeden Erfahrungsbericht, nerve Joe und andere alte Hasen mit Fragen zu Einschätzungen, und versuche mir bestmöglich ein Bild zu machen. Was natürlich alles nichts heißen muss. Kein Tier und Becken ist wie das andere. Neulich schreibt mir ein Aquarianer sogar, dass bei ihm selbst die allgemein als eher reefsafe eingestuften C.bispinosa seine Acros malträtiert haben. Auch wenn das vielleicht eine Ausnahme ist, es zeigt: alles ist möglich... 😅

    Gruß, Kai

  • Quote

    Wenn jemand nach der "Riffverträglichkeit" eines Tieres fragt denke ich oft, dass es die falsche Frage ist. Statt nach der Wahrscheinlichkeit zu fragen, dass ein Fisch an Korallen geht würde ich eher die Frage stellen "Was mache ich als Aquarienpfleger, wenn der Fisch an Korallen geht?".

    Ist die Antwort "Dann muss der Fisch sofort raus" würde ich klar raten, keinen Fisch aus der Gruppe Zwergkaiser ins Becken zu setzen. Nur wenn die Antwort ist "Dann muss die entsprechende Koralle raus" oder "Ich kann mit etwas Verbiss leben" gibt es eine Chance für längerfristige Pflege.

    Das Problem ist also nicht der Fisch, sondern der Pfleger vor dem Becken. (^-^)

    Jupp, deshalb habe ich nach "Riffverträglichkeit" gefragt, da man "riffsicher" bei Zwergkaisern wohl nie garantieren kann. Ich habe n einfaches Mischbecken und könnte mit einem gewissen Verbiss leben. Ich habe halt nur keine Erfahrung damit. Ich probier's.

    Gruß Fabi

  • Kai,

    da ich unbedingt Flammenkaiser haben wollte, habe ich reichlich Mißerfolg kassiert.

    Sie sind etwas transportempfindlicher als vergleichbare Fische. Und äußerst empfindlich auf Rammstöße und Eckentreiben; sie geben schnell auf.

    Somit ist die Einführung, je nach Beckenbesatz, besonders schwierig.

    Ansonsten ein friedlicher, mobiler Fisch, der alles Gebotene frisst und die Korallen in Ruhe lässt.

    Grüße vom Nordeifelrand,
    Werner

    Reefer 425, 2 x Hydra 32 + 40 Watt umlaufende LED-Leisten 13.000 K.+ 5 Spots
    6 Turbellen, Rundströmung mit Wellen im 1-Sekundentakt, "Ebbe - Flut" alle 3,5 h
    Deltec 600i, Fe-Adsorber (Ramsch-Perlen), Biopellets, Balling light
    15 % Wasserwechsel/Woche

    Täglich lebende Artemianauplien + 120 cm³ frisch gezapftes Phytoplankton

  • Die Frage ist auch, auf welchen Zeitraum sich die Erfahrung mit der Pflege des Fisches bezieht. Ich habe einige Berichte im Internet gefunden, bei denen der Fisch über längere zeit, teilweise sogar Jahre, unauffällig verhalten, und dann plötzlich Aggressionen oder Appetit auf Korallen entwickelt hat. Den Flammenkaiser finde ich auch klasse. Der stand bei mir auch zu Wahl. Nun werde ich den gelben Kollegen bekommen. Ich bin gespannt :hopfire::geil:

  • Dann viel Spaß mit den schönen Tieren. Und berichte mal von deinen Erfahrungen. Den Flammenkaiser habe ich jetzt bei einigen Händler Showbecken etwas länger und intensiver beobachtet. Da konnte ich reichlich Pickerei an verschiedensten Korallen beobachten. Ich werde mich wohl für den C. bispinosa entscheiden.

    Gruß, Kai

  • Ja, also der bispinosa ist wohl wirklich reef safe. ich habe auf youtube ein aufschlussreiches video gesehen, welches sich mit der riffsicherheit von C. argi, acanthops, loriculus und bispinosa bschäftigt.

    External Content www.youtube.com
    Content embedded from external sources will not be displayed without your consent.
    Through the activation of external content, you agree that personal data may be transferred to third party platforms. We have provided more information on this in our privacy policy.

    Der Zwergkaiser meiner Wahl kommt leider nicht drin vor. Aber zumindest kommt er Vergleich der Zwergkaiser zu dem Schluss, dass loriculus auf jeden fall an korallen geht, jedoch in tolerierbarem rahmen.

  • Grundsätzlich würde ich in Frage stellen, dass eine ganze Zwergkaiser-Art reef-safe ist. Eher gibt es Exemplare aus einer Art, die eher nicht an Korallen gehen und andere, die deutlich wahrscheinlicher an Korallen gehen. Es hängt auch viel mit dem Futter zu sammen, ob und wie sehr sie an Korallen gehen.

    In meinem alten Becken hatte ich zum Glück eine "Opferkoralle" an der alle genascht haben, auch die beiden C. bispinosa. Das Keniabäumchen zeigte dies auch sehr deutlich durch Zusammenziehen und Farbwechsel an, dass einer der Fische genippt hatte. Daher konnte ich es gut zuordnen, auch wenn der harmlos vorbeischwimmende Kaiser ganz unschuldig in die Gegend schaute.

    Meist bemerkt man nach einiger Zeit, wenn der Zwergkaiser im Becken ist, dass die Polypen vieler Korallen "unerklärlich" deutlich schlechter aussehen, obwohl niemand den Kaiser je dort zupfen sieht. Und wenn der (Zwerg-)Kaiser aus dem Becken entfernt wird, erholen sich die Korallen ebenso "unerklärlich".

    Daher sollte jeder, der mit dem Gedanken spielt, einen Zwergkaiser anzuschaffen, vorher klären, was nun Priorität hat, Fisch oder Koralle. Diese Saubatzen sind teils wirklich schön, aber wenn so ein Kaiser dann ganz lässig die Ancantho annippt und genüßlich zur Catalaphyllia weiterschwebt für den nächsten Snack im großen Buffet, dann können echt die Tränen kullern. Es sind alles Individuen, und nur weil jemand Glück hatte bedeutet dies nicht, dass alle Fische gleiche Vorlieben oder Abneigungen haben. Und selbst wenn es ein paar Jahre gut geht geht kann es dann urplötzlich umschlagen und ein Kaiser vernichtet eine Koralle, weil er meint, dass er das braucht. Im Laufe des Lebens verändert sich nicht nur bei Menschen der Geschmack, auch bei Tieren ist das so.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Kann ich nur unterschreiben was Sandy da schreibt.. Unser Dok hat auch nur eine Weile die Gonios und Acans gepflückt. Aktuell ist wieder Ruhe. Aber : Fische suchen nunmal Nahrung und dabei kann schonmal was mitprobiert werden. Egal welche Art Fisch, es reicht das einer es vormacht

  • Ja, also der bispinosa ist wohl wirklich reef safe. ich habe auf youtube ein aufschlussreiches video gesehen, welches sich mit der riffsicherheit von C. argi, acanthops, loriculus und bispinosa bschäftigt.

    Das Video würde ich nicht überbewerten. Es sagt letztlich das aus, was viele sagen. Ich bin ansonsten vollkommen bei Sandy. Alles kann, nichts muss... 😊

    Gruß, Kai

  • Hallo zusammen!


    Es geht selten gut, sich über das angeborene Verhalten von Tieren hinwegzusetzen.

    Verhalten ist individuell.

    Tiere einer Art verhalten sich nicht alle gleich.

    Es gibt z. B. spezifische Fressgewohnheiten sowie spezielle Nahrung, welche die verschiedenen Arten regelmässig konsumieren.

    Fische sind Opportunisten, die auch manchmal artuntypische Nahrung annehmen. Damit sollte man rechnen.

    Polypen können Fressreize auslösen, selbst wenn die Fische sie nicht direkt auf ihrem Speisenzettel haben.

    Um sich zu orientieren, verlassen sich Fische auf ihren Geschmacks- und Geruchssinn.

    Leider ist in der Aquarienhaltung der natürliche Verhaltenskomplex rund um die Nahrungssuche, auf die Aufnahme von Nahrung reduziert.

    Der aufwendige Teil der Futtersuche entfällt, weil das Futter leicht zugänglich ist.

    Das Resultat ist, dass die Fische unterfordert sind und ihr arttypisches Verhalten zur Futtersuche nicht ausleben können. Das führt zur Langeweile oder sogar zu psychischen Störungen. Was wiederum zum unkontrollierten Verhalten und den bekannten Auswüchsen führen kann.

    Auch das ist nicht in Stein gemeisselt.

    Ob nun die Verhaltensauffälligkeiten nur vorübergehend oder permanent auftreten, Kaiserfische sind, bis auf wenige Ausnahmen, Generalisten, die eine breit gefächerte Nahrungspalette haben. Hauptsächlich werden neben Schwämmen, kleinen Krebsen etc., diverse Algen in den Mägen gefunden. Wenn im Aquarium nicht genügend davon vorhanden oder sogar abgebaut sind, werden Übergriffe auf die symbiotischen Algen der Korallen oder den Mantellappen der Tridacna möglich werden.
    Ob sie sich nun von Detritus, Plankton (Genicanthus) oder benthischer Flora und Fauna ernähren, diese Fische sind, bis auf wenige Ausnahmen Allesfresser. Sie ernähren sich in freier Wildbahn tatsächlich auch vom Kot anderer Fische (Baensch). Wird auch in der Aquarienhaltung beobachtet.
    Zusammenfassend ist zu sagen, dass mir bekannte Aussagen zur Riffverträglichkeit mehr subjektive als objektive Züge haben.

    Gruß

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!