KH-lastige Kalki-Füllung

  • hallo !
    mein Name ist Rüdiger ,bin 38 und seit 2 Jahren Meerwasseraquarianer.
    ich wende mich mit einer Frage an Euch:
    kennt jemand ein Kalkreaktor-Substrat, welches ein wenig kh-lastig ist.
    habe aktuell das "problem" dass mein ca um die 500 ist
    wenn ich die kh bei knapp über 7 halte.
    aktuell verwende ich korallenbruch und das substrat von ams. vielleicht weiss jemand rat.
    achso. kalki ist ein dastaco, also alles vollautomatisch.
    Vielen Dank und Gruss
    Rüdiger

    Gruß von Rüdiger

  • Hallo Rüdiger,

    würd die Ursache für den enormen KH-Verbrauch suchen, denn normal ist die KH bei Verwendung eines Kali ja eher hoch! Kurzfristig könntest du auch NaHCO3 (Natriumhydrogencarbonat) zur Erhöhung der KH einsetzten. Die andere Frage ist, wie weit fällt die KH, wenn du Ca bei 400-450 einstellst!? Solange der Wert nicht unter 6 fällt, haben die Tiere damit kein Problem! Und ganz wichtig deine Tests hast du mit einer Referenz überprüft!?

    Gruß Michael

  • die CO2 zufuhr wird vom kalki automatisch geregelt. die leistung wird lediglich mittels potentiometer eingestellt. es ist mir darüberhinaus schon klar, dass ich mit balling meine wunschwerte hinbekomme und auch wie dieses durchzuführen ist. aber balling war mir irgendwann zu nervig mit dem ständigen herstellen der lösungen, deswegen bin ich auf kalki umgestiegen.
    leider ist es seitdem so wie oben beschrieben. bei kh 7 hab ich ein calzium um die 500.
    deshalb interessiere ich mich für eure erfahrungenmit verschiedenen substraten für kalkreaktoren, wie zum beispiel aquacare turbogranulat, oder das von aqua medic etc... hat jemand bei einem dieser synthetischen(?) granulate mal die erfahrung gemacht , dass bei dessen verwendung calzium nicht so stark steigt.
    gruß von Rü

    Gruß von Rüdiger

  • Hallo Rüdiger,

    es gibt kein Substrat das mehr Alkalinität "produziert". Da wirst Du vergeblich suchen. Ich kenne Dein Kalkreaktormodell nicht, aber normalerweise lässt sich der Kalkreaktor sowohl hinsichtlich der CO2-Zufuhr als auch hinsichtlich der Rücklaufmenge regulieren. Sollte sich die CO2 Menge tatsächlich nicht erhöhen lassen (was ein seltsames Modell wäre), bliebe imer noch die Möglichkeit der Reduzierung des Abflusses.

    Gruß

    Bernd

  • @Herbert:
    klingt als ob dein kalkreaktor unterdimensioniert ist.

    mein dastaco läuft momentan bei ca 30% leistung inkl. nachtabschaltung. wenn ich den voll aufdrehe , hab ich in 24std ne kh von 12.
    die co2 zufuhr wird automatisch geregelt.ähnlich wie beim aquacare turbo. daran sollte man auch nicht drehen um den arbeitsdruck nicht in falsche bereiche zu verschieben.
    der zulauf wird auch vom dastaco geregelt, indem dieser eine iks vario blue ansteuert.
    geregelt wird also nur die leistung an sich.
    ein händler meinte ich soll mal das aquamedic
    granulat versuchen.hat jemand erfahrung damit?
    gruss von Rü

    Gruß von Rüdiger

  • Hallo,

    eigentlich sind weitere Antworten mangels Überzeugbarkeit wohl eher sinnlos, da gibt es ja "sachkundige" Händlerempfehlungen. Der Kalkreaktor löst Calciumcarbonat; Calciumcarbonat bleibt Calciumcarbonat, egal woher dieses stammt und welche Firma dies in ihrem Produkt vertreibt. Im Calciumcarbonat sind Carbonat- und Calciumionen immer im Verhältnis 1 : 1 vorhanden, egal in welcher Form ( Aragonit oder Calcit) das Calciumcarbonat vorliegt (diese unterscheiden sich nur in ihrer Kristallstruktur).
    Möglicherweise ist in manchen angebotenen Produkten Natriumhydrogencarbonat zusätzlich enthalten (???). Dafür benötigt man aber keinen Kalkreaktor, dies kann man zur Erhöhung der Alkalinität direkt zugeben.

    Gruß

    Bernd

  • hallo!
    ist ja gut. ich habs kapiert mit dem calziumcarbonat. trotzdem waere es interessant zu erfahren, ob jemand mit unterschiedlichen granulaten auch unterschiedliche erfahrungen gemacht hat. gleich welcher art.
    vermutlich ist es aber völlig wurscht welches synthetische granulat man verwendet.
    dass es aber durch das "drehen" an co2/durchfluss zu verschiebungen im verhältnis der calzium- bzw. karbonatfreisetzung kommt will mir nicht ganz einleuchten.
    wenn beides im verhältnis 1:1 vorliegt, dann muss es doch auch 1:1 freigesetzt werden.
    gruss von rü

    Gruß von Rüdiger

  • Hallo Rüdiger,

    siehe einmal hier:http://www.gorgonien-lexikon.com/der-kalkreaktor.html

    Dies ist ein Erfahrungswert, der schon oft geschrieben wurde. Ich gebe aber zu, dass mir hierfür die theoretische Grundlage auch nicht ganz klar ist. Vielleicht kann da Armin Glaser weiterhelfen.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Rüdiger,
    ich habe den Aqua Care Turbo-Kalkreaktor 2 mit Steuerung Basi Tech 3.Er ist täglich ca. 1Std in Betrieb. Beim wöchendlichen Wasserwechsel werden die KH werte durch Natriumhydrogencarbonat
    und die Ca werte durch Calciumchlorid Dihydrat auf den gewünschten Wert gebracht.
    MfG
    Herbert

  • hi !
    wäre toll, wenn jemand hier im stande wäre , das von bernd bescnriebene phänomen zu erklären. ich habe es beim dastaco auch schon mal versucht indem ich die vario blue etwas gedrosselt habe. hat aber in meinem fall nicht geklappt.
    @Herbert : warum lässt du deinen reaktor denn nicht länger laufen, bzw. regelst ihn etwas hoch anstatt 1x wöchentlich zusätzlich balling? oder hab ich was missverstanden ?
    gruss von rüdiger

    Gruß von Rüdiger

  • Hi,

    ich zitiere mal etwas:

    "Wenn KH zu hoch ist verwendet weniger Co2 - setz die PH Wert von der Steuerung etwas hoeher.

    Evtl den Abgleich von Co2 zu Durchflussmenge regulieren.

    Steigt KH zu sehr und der Calciumeintrag reicht nicht, dann muss man lediglich die Menge des ins Becken zurück tropfenden Reaktorwassers erhöhen.

    Reicht dann die Calciummenge, sinkt aber gleichzeitig KH zu stark, ist zusätzlich der CO2-Eintrag zu erhöhen."

    warum das so ist, mag dir armin wohl erläutern können.

  • Hallo zusammen,

    nein, ich kann es nicht erklären, weil es falsch ist!

    Wie Bernd schon schrieb, ein Kalkreaktor gibt Calcium und Carbonat
    immer in einem festen Verhältnis ab, egal wie man ihn betreibt.
    Nur die Menge des abgegebenen Calciums und gleichzeitig die des Carbonats
    kann man verändern. Durch die Erhöhung der CO2-Zugabe wird der pH gesenkt,
    die KH (= Alkalinität) wird durch CO2 nicht beeinflusst.

    Die anders lautenden Aussagen beruhen einfach nur auf ungenauen Messungen.
    Der Hintergrund ist, dass eine geringe Calciumänderung von 20 mg/l einer KH-Änderung
    von 2,8 °dH entspricht. Während die Calciumschwankung oft im "Rauschen"
    der Messungenauigkeit untergeht, fällt die KH-Schwankung deutlich auf (und lässt,
    wie man z.B. auf der verlinkten Seite sieht, die Phantasie blühen).

    Deshalb auch mein Tipp für Rüdiger: Überprüfe zuerst deine Messungen!
    Führe sie mehrmals durch. Und erst wenn du dir ganz sicher bist, dass du zu viel KH
    bei richtiger Ca-Konzentration hast, dann fahre deinen Kalki etwas zurück und dosiere Calciumchlorid.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    danke für die wichtige Klarstellung. Auch ich war da offensichtlich Fehlinterpretationen meiner Messergebnisse unterlegen, die ich dann allerdings theoretisch nicht nachvollziehen konnte. Die falsche Theorie wird häufig verbreitet (siehe auch hier:http://www.zeovit.com/forums/showthread.php?t=20616). Deshalb war die Korrektur sicher wertvoll.

    Viele Grüße

    Bernd

  • nein, ich kann es nicht erklären, weil es falsch ist!

    moin armin,

    doch - haste ja dadurch schon gemacht.

    diese kalkieinstellungsvorgaben existieren schon so lange, wie es kalkis gibt und wurde von generation zu generation so weiter gegeben. :O

    hat aber nix mit geduldigem internet zu tun, sondern mangels aufklärung durch wissende bzw. durch kalkihersteller.

    und da bist du m. e. der erste oder sogar der einzigste?! :face_with_open_mouth:

  • hallo nochmal!
    erstmal vielen dank an armin , dass er mit diesen "ammenmärchen" von der kalki-einstellung aufgeräumt hat.
    nun habe ich wie es aussieht 2 möglichkeiten:
    1. den kalkreaktor soweit runterregeln, dass calzium im (hoch)normalen bereich liegt und carbonat wieder via dosierpumpe ausgleichen,
    wobei ich ja ursprünglich vom ballinggepansche wegwollte.
    oder2. meine kh auf 7 geregelt halten und mit nem calzium von 500 leben. diesbezüglich hab ich mal gelesen (fossa/nielsen oder armins buch ?) dass die kalzifizierung ab calzium 480 gehemmt wird. daniel knop meinte dazu , als ich ihn in sindelfingen mal danach gefragt habe , dass der wert noch nicht so dramatisch sei.
    5 aquarianer 7 meinungen mal wieder.
    liebe grüsse
    Rüdiger

    Gruß von Rüdiger

  • Hallo Rüdiger,

    Calcium um 500 ml ist tatsächlich ungefährlich, lediglich die Pumpen könnten schneller verkalken. Da aber Calcium und Carbonate - wie nun klar ist - im gleichen Verhältnis eingebracht, von den Korallen bei der Calcifikation aber auch so verbraucht werden, müsste bei einer "Grundeinstellung" auf die angestrebten Werte und einer dann an den tatsächlichen Verbrauch angepassten Mengenregulierung des Kalkreaktors das Problem gelöst sein. Da die Verbrauchswerte allerdings nicht auf Dauer konstant sind, bleiben gelegentliche Nachregulierungsnotwendigkeiten natürlich nicht aus.
    Ich orientiere mich immer an den Werten der Alkalinität, die ich gleichzuhalten versuche. Etwas mehr oder weniger Calcium - es schwankt meist um 440 ml - interessieren mich weniger.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo,

    ich bin auch der Meinung das man die KH und CA Werte nicht Unterschiedlich einstellen kann.
    ich möchte mal von meinen Erfahrungen über den Einsatz von Kalkreaktoren berichten.
    Ich baute mir nach erscheinen der DATZ 8/94 mein ersten Kalkreaktor nach dem LÖbbeke-Prinzip,später erfolgten noch einige Nachbauten nach Knop und anderen Herstellern.Nunmehr läuft bei mir ein Eigenbau mit 10L Fassungsvermögen nach Schuran-Prinzip über 10 Jahre.
    Problemlos konnte ich jeden gewünschten KH-Wert einstellen.Calcium konnte ich nicht messen weil es noch keine gängigen Calcium-Schnelltest gab ,außer teure Test von Merck,den hatte ich nicht.Als mir die Calcium Messung möglich war ermittelte ich immer Werte zwischen 360-380 bis knapp 400 bei einer heute nicht mehr üblichen hohen KH von 12.
    Jetzt betreibe ich mein Becken mit einer KH von 7 bis 8.Calcium liegt bei ca.360-380.Jeder Versuch den Ca Wert auf 420 zu erhöhen ohne auch die KH zu erhöhen ist gescheitert.Egal welche Einstellung ich vorgenommen habe.
    Meine Meinung ist,der KH Wert ist viel wichtiger als der Ca Wert,wenn KH passt ,dann passt auch der Ca Wert bei einem Kalkreaktor und es ist schnuppe ob ich Ca 360 oder 420 habe.

    Gruß
    Thomas

  • Hallo Thomas,

    schön, dass du mit deiner langjährigen Praxis die Theorie bestätigen kannst.
    Und du hast vollkommen recht, solange der Calciumwert nicht unter 360-380 sinkt,
    ist er für die Korallen unkritisch. Nach oben hin ist er das eigentlich auch,
    aber zu hohe Werte würde ich meinen Pumpen nicht zumuten.

    Gruß Armin

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