Spurenelemente in einer Lösung oder besser in 3 ?

  • Hallo zusammen,

    Es gibt ja schon seid einiger zeit die All in One Produkte bei den Spurenelementen, diese müssten Theoretisch durch stärkere Chelatoren fester gebunden werden um ein Ausfällen zu verhindern (Ich hoffe ich reime mir es richtig zusammen ;). Ist es dadurch besser lieber separate Produkte zu dosieren um, oder ist der Effekt der stärkeren Chelatoren vernachlässigbar?

    Gruß Andy

  • Hallo Andy,

    Chelatoren sind nichts böses (ich würde gerne mal wissen, wie dieses blöde Gerücht entstanden ist.)
    Sie haben eine Art Pufferwirkung auf Spurenelemente, schwächen zu hohe Dosierungen ab
    und verhindern gleichzeitig, dass die Spuris unwirksam werden.

    Allerdings befürchte ich, dass in "all in one"-Lösungen nicht alle Spurenelmente in verfügbarer Form
    enthalten sein können. Ob sich das in irgendeiner Weise negativ auswirkt, sei mal dahin gestellt...

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    Das die Chelatoren generell schlecht sind habe ich nicht behauptet, diese werden von Algen und Cyanobakterien ja selbst gebildet.
    Mein Gedanke ist nur das durch das mischen die Elemente ja stärker gebunden werden müssen um nicht mit den anderen Stoffen zu reagieren. Der Umkehrschluss daraus ist für mich, das die Tiere die die Elemente wieder verfügbar machen mehr Energie (wen soweit möglich) aufwenden müssen um die Elemente wieder aus den Chelatoren zu lösen.

    Mit deinem zweiten Satz hast du die Antwort mir mehr oder weniger aber gegeben, da ich genau das meinte mit nicht mehr verfügbar durch die starken Chelatoren in solch einer Lösung.

    Gruß Andy

  • Chelatoren sind nichts böses (ich würde gerne mal wissen, wie dieses blöde Gerücht entstanden ist.)
    Sie haben eine Art Pufferwirkung auf Spurenelemente, schwächen zu hohe Dosierungen ab
    und verhindern gleichzeitig, dass die Spuris unwirksam werden.

    Hallo Armin,

    vor vielen Jahren wurde hier im Forum mal darüber diskutiert, ob EDTA mit den komplexierten Spurenmetallen abgeschäumt wird, oder ohne, d.h. bringt ein EDTA-Metall-Komplex überhaupt etwas oder ist es nur Geld im Abschäumer versenken.

    Jörg

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    da man auch im hohen Alter noch "Jugend forscht" spielen kann,
    habe ich einfach mal eine EDTA-Lösung angesetzt und versucht,
    sie zum schäumen zu bringen. Ohne Erfolg.
    Danach habe ich die Lösung direkt in den Ansaugbereich des Abschäumers gegeben:
    keine Veränderung der Schaumbildung.

    Warum werden in der Meerwasseraquaristik immer wieder jahrelang Hypothesen konserviert,
    die sich in 5 Minuten widerlegen lassen?

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    Warum werden in der Meerwasseraquaristik immer wieder jahrelang Hypothesen konserviert,
    die sich in 5 Minuten widerlegen lassen?


    Weil die Auflösung einer solchen Hypothese eben nur beiläufig erfolgt und dieses Ergebnis in diesem Thread einfach untergeht
    und nächste Woche nicht mehr gelesen wird.

    Grüße
    Andre

  • Hallo

    Vielleicht weil viele Anwender zu gutgläubig sind was ständig neues betrifft ?
    Oder weil es tatsächlich belegbare Verbesserungen bei neuen Produkten giebt ?
    Und ja die Zweifel, die lieben Zweifel der Anwender werden es Regulieren.....
    ob in ein paar jahren aus 20 Flaschen 2 bis 3 mal täglich,
    oder aus ein bis zwei wöchentlich dosiert wird.
    Denke die Mehrheit wird immer den Trend bestimmen.

    Scheint es ja auch niemanden wirklich zu Interresieren,
    wenn zB. alte Hasen im MW Behaupten das bei Ihnen alles gut mit
    NUR Balling und Wasserwechsel läuft.........oder ????

    LG. Erich

    Einmal editiert, zuletzt von Subsub (11. Oktober 2013 um 10:44)

  • Ja und wäre auch interresant,
    wer Aktuell eine Einfachlösung
    anwendet, und warum?

    LG. Erich

  • Hallo,

    Das Problem mit dem schlechten ruf der Chelatoren liegt unter anderem auch daran das so bald das Wort "Chelatoren" fällt kräftig darüber diskutiert wird, und wie viele lesen einen Thread komplett durch? Vor allem wen er jede Menge Antworten hat. Viele denken sich dann einfach ah darüber wird viel diskutiert, also Vorsicht und lieber mal schlecht reden (man weis ja immer alles besser).
    Wer sich etwas mit dem Thema Spurenelemente beschäftigt merkt schnell das es ganz ohne Chelatoren nicht geht (Ausfällung / Oxidaion) und Chelatoren im Aquarium (und im Meer) durch Algen (Tiere auch?) Biologisch hergestellt werden.
    Wie würden die Tiere in unseren Becken reagieren wenn das ganze Kupfer das durch Chelatoren gebunden ist auf einmal frei vorliegt? Unsere lieben Tiere würden sich vermutlich mit ableben bedanken.

    Mir ging es bei diesem Thread nur darum ob die Spurenelemente in den all in one Lösungen auch wirklich Bioverfügbar sind oder durch zu starke Chelatoren gebunden sind, um Ausfällungen oder Chemische Reaktionen zu verhindern. Dies hatte Armin durch seine "Vermutung" jedoch für "mich" bestätigt. Ob Spurenelemente nötig sind oder überhaupt etwas bringen sei mal dahin gestellt, darüber gibt es schon tausende Thread´s wo am Ende keine klare Antwort heraus kommt. Ob jemand Spurenelemente Dosiert oder nicht muss jeder für sich selber entscheiden.
    Ich für mich Dosiere welche, jedoch nicht die käuflichen Lösungen wo weis Gott was alles drin ist und in welcher Menge. Ich setze meine Lösungen die ich meine Dosieren zu müssen alle selber an, so weis ich was ich Dosiere und auch wie viel.

    Gruß Andy

  • Mir ging es bei diesem Thread nur darum ob die Spurenelemente in den all in one Lösungen auch wirklich Bioverfügbar sind oder durch zu starke Chelatoren gebunden sind, um Ausfällungen oder Chemische Reaktionen zu verhindern


    Das Thema "Bioverfügbarkeit von Spurenelementen" wurde auch schon hier im August 2013 diskutiert. Hans-Werner Balling meinte, dass viele Metall-Chelate nach derzeitigem Stand definitiv nicht bioverfügbar sind.

    Gruß Dieter

  • Hallo,

    aber bitte im Link weiterlesen. Viele Chelate setzten Spurenelemente in Ionenform frei, z. B. wenn EDTA mit Licht bestrahlt wird. Wenn ich mich nicht täusche, wird dadurch das Eisen(III) zu Eisen(II) reduziert und der Komplex zerfällt. Die Frage ist, ob synthetische Chelatoren im Riffaquarium etwas verloren haben und ob sie nicht auch negative Auswirkungen haben. Das dürfte die Frage sein, die nicht in 10 Minuten zu beantworten ist, sondern eher in Monaten. Na-EDTA wird z. B. eingesetzt, um das Kalkskelett der Korallen von der organischen Matrix zu trennen.
    Da es scheinbar auch ohne EDTA geht, werde ich diese Frage selbst vorerst nicht klären. Vielleicht kann ja jemand etwas über eigene Erfahrungen mit EDTA schreiben. Hat es überhaupt Vorteile gegenüber einer Dosierung von nicht-komplexierten Spurenelementen? Ein bisschen Bleichen ist ja recht beliebt und teilweise sogar Ziel und Absicht der Dosierung einzelner Spurenmetalle.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Klar, Armin,

    es ist aber andersrum als Du schreibst, der Kalk wird bei schwach alkalischem pH-Wert durch EDTA aufgelöst, die Organik bleibt übrig, hier und hier und hier .

    Gruß

    Hans-Werner

  • moin,

    nun, auch bei nutzung dieser allesineinemspuris wird der aquarianer positive auswirkungen feststellen - meistens.

    sei es am besseren polypenbild oder an der intensiveren farbgebung.

    nur mal am rande bemerkt....

  • Hallo Armin,

    und Chelatoren lösen nicht nur im alkalischen Bereich Kalk, indem sie das Calcium komplexieren, sie machen auch Spurenelemente unwirksam, wenn die gebildeten Komplexe stabil genug sind. EDTA gehört nicht dazu, aber auf andere Chelatoren kann das zutreffen. Deswegen werden Chelatoren sogar in der biochemischen Forschung eingesetzt, um Enzyme zu inaktivieren. Das ist das Gegenteil von dem, was man mit einer Spurenelemente-Zugabe erreichen will. Insofern ist vielleicht eine gewisse Skepsis doch nicht so unangebracht. :winking_face:

    Gruß

    Hans-Werner

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