Ersetzt ein Miracle Mud Filter den Abschäumer

  • Hallo!

    Bin dabei mich mit Miracle Mud zu beschäftigen. Kann mir jemand von den MMud Inhaber sagen ob Sie auch einen Abschäumer im Betrieb haben?
    Wegen der Sauerstoffzufuhr könnte ich einen Luftschlauch in die Klarwasserkammer mit der Rückförderpumpe legen.

    Freue mich auf Infos. Besten Dank!

    Paul

  • Das klingt gut.
    Ich weiß eh noch nicht, was ich mit meiner freien Kammer machen soll und hatte ohnehin nen Algenfilter im Visier.
    Frage:
    Was sollen die Filterigel NACH der Algenkammer?

    MfG
    Björn

    -------------------------------------------------------------
    Wisst ihr, was das tragische an Kanada ist?

    Die hätten französisches Essen, britische Kultur und amerikanische
    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Ich habe gelesen, dass das Miracle Mud nichts besonderes ist. Bzw. keine besonderen Inhaltsstoffe hat.
    Was kann man als Alternative für das Material nehmen? Live Sand oder Korallenbruch??

    Die "Igel" sind Siedlungsfläche für Bakterien, die Nährstoffe abbauen sollen.

  • Ich habe bis letzte Woche eine mein Aquarium mit Miracle Mud betrieben. Langfristig gesehen wäre ein Abschäumer schon sinnvoll. Es geht auch nur mit den Schlammfilter. Der Durchfluss muß hoch sein, die Algen 24/7 Licht haben. Ich sehe die ganze Schlammfiltergeschichte nun mehr als Refugium an. Dieses Substrat würde ich mischen mit normalen Sand, (je nach dem wieviel du brauchst ) im Verhältnis 1 zu 3.

    Gruß Gerald

    Mein Becken

    Duh dich net ab..................des wird scho wieder ................

  • Die Filterigel sollten bei einem abschäumer gar nicht mehr eingesetzt werden. Also in der ersten Kammer entweder filterigel oder ein abschäumer, in der zweiten das Substrat mit Algen und dann in der dritten wieder die rückförderpumpe.
    Die durchflussmenge sollte mit filterigeln das 10fache des beckenvolumens sein, mit abschäumer reicht das 5fache. Eine 24h Beleuchtung sehe ich nicht als notwendig an, ich hatte mein Refugium immer nur Nachts beleuchtet. Ich habe das System nur mit drahtalgen und den originalen Substrat betrieben, zu einem anderen Substrat kann ich nichts sagen.
    Es gibt aber einen schönen Test auf youtube, dort werden 3 Becken mit gleicher Technik und Besatz, nur mit unterschiedlichen Substrat, betrieben und über mehrere Wochen beobachtet. http://www.ecosystemaquarium.com/research-devel…e/mudsubstrate/

  • Danke für den Link!

    Interessantes Video. Sehr informativ.

    Ich sehe bei dem Schlammfilter folgende Vorteile:

    1. Kosteneinsparung durch Wegfall von Absorberkauf
    2. Kosteneinsparung und Lärmreduzierung durch Wegfall von Abschäumer (Stromkosten)
    3. evtl. leuchtendere Farben (offenere Polypen)

    Könnt ihr mir den Grund für einen Abschäumer nennen? Denn wenn ich den weiterhin brauche. Fällt der 2. Punkt und damit gleich 2 Vorteile weg.
    Punkt 1 wird vermutlich durch den Austausch des Mud-Materials alle 1-2 Jahre wieder relativiert!?

    Wie klappt die Umstellung von Abschäumer + Absorber auf den Schlammfilter? Kannes zu einer kleinen Einfahrphase und evtl. Korallensterben kommen? Hat da jemand Erfahrungen?

    Viele Grüße!

  • Das mit der Kostenerspaarung kannst Du vergessen. Du brauchst viel stärkere Pumpen um den Flow herzubekommen , bei mir waren es 2 RD´s mit 12 & 14m³ . Das Licht waren 2 x 80 Watt T5. Bau Dir ein Schönes Refugium und gut ist. Wegen den Farben, in einen gesunden Becken hast Du immer schöne Farben, da kommt es nicht auf die Filtermethode an .............

    Gruß Gerald

    Mein Becken

    Duh dich net ab..................des wird scho wieder ................

  • Paul, dieser "Miracle Mud" Unfug ist genau das, was der Name schon sagt und wie das Meiste, was hier - und nicht nur im Bereich der Aquaristik - kritiklos aus Amiland übernommen wird.
    Ein Abschäumer ist das wichtigste Gerät in der Meeresaquaristik, neben Strömungspumpen und Licht, ohne die es freilich gar nicht ginge.

    Wenn Du keinen Abschäumer hast und nicht endlos Adsorber kaufen willst, wird sich der Nährstoff Phosphat unendlich in Deinem Schlammfilter (Nennen wir es lieber so, denn genau das ist es nämlich nur!) anreichern und irgendwann Dein Becken kippen.

    Nun gibt es zwar ein paar wenige, erfolgreiche Betreiber, aber die haben in der Regel auch viel Erfahrung auf meeresaquaristischem Gebiet und kriegen Ihr System irgendwie ausbalanciert. Aber das löst auch nicht obiges Problem.
    Der Abschäumer sorgt nicht nur für einen gesättigten Sauerstoffpegel, sondern entfernt nicht benötigte Biomasse, wie Algen, Bakterien und andere Mikroben oder deren Rückstände. Auf diese Weise werden die Hauptnährstoffe Stickstoff, Kohlenstoff und Phosphor genau in dem Verhältnis entfernt, wie es im (Frost-!) Futter zugegeben wird.
    Da Kohlenstoff oxidiert und Stickstoff reduziert wird und zwar beides zu flüchtigen, gasförmigen Substanzen, bleibt das Phosphat übrig und lagert sich im Bodengrund ab.

    Wenn Du jetzt so eine Schlammfalle einbaust, wird genau dort fast das gesamte Phosphat gesammelt, welches im Becken übrig ist und nicht in Biomasse eingebaut wird. Natürlich hat man dort eine große Anzahl Bakterien, die diesen Phosphor zunächst in Ihrem Gewebe einbauen, aber dieser Prozeß ist endlich, irgendwann, und das dauert nicht so lange, ist kein Platz mehr für neue Bakterien und das Phosphat liegt sozusagen "lose" im Schlamm. Und wehe, wenn daran gerührt wird oder es durch chemische Umstände zur Freisetzung kommt.

    Zusammenfassend:

    1. Kosteneinsparung durch Wegfall von Absorberkauf

    Würde ich das so nicht unterschreiben, ein Wegfall des Adsorbers beschleunigt die Sache nur und hat auch nichts mit Abschäumung zu tun!

    2. Kosteneinsparung und Lärmreduzierung durch Wegfall von Abschäumer (Stromkosten)

    Das kannst Du bei den heutigen Abschäumern mit 20-30W als marginal betrachten.

    3. evtl. leuchtendere Farben (offenere Polypen)


    Ersteres müßte erst noch bewiesen werden, Letzteres kann man einfach durch Kohlenstoffzugabe erreichen.


    Wenn es Dich mehr interressiert kannst Du in unserem Herstellerboard eine Einfahranleitung zu Riffkeramikbecken finden, in der ich das Thema Phosphat und seine Folgen ausführlicher beschreibe.


    Und nochmals: Hüte Dich vor allem, was man Dir, mit wundersamen Namen, aus "Amerika" verkaufen will, die glauben dort jeden Mist und kaufen einmal im Jahr Ihr gesamtes Becken neu.
    Hier kann man das auch ohne Englischkenntnisse gut nachvollziehen:


    http://reefbuilders.com

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

    Einmal editiert, zuletzt von Korallenwelt (27. August 2013 um 10:59)

  • Also mein Becken läuft nun nach einigen Startproblemen seit 2 Jahren Tippi Toppi.

    Hab den Original Miracle Mud drin und 24/7 da ne Lampe drüber. Habe keinen Abschäumer bei einem 450l Becken.

    mache jede Woche einen kleinen Wasserwechsel ~ 20l. Beleuchtung hab ich nun umgestellt seit 1 Woche auf eine neue

    Vertex. (Zuvor ne Pacific Sun Metis 3x100W) Becken läuft sehr Stabil. Aber es dauert sehr lange beim Einfahren des Beckens.

    Ich war ungeduldig und dafür hatte ich dann anfangs viele Probleme. Nun aber schon lang nichts mehr.

  • Hallo Dijks,

    wie groß ist dein Durchfluss ? Was für einen Besatz hast du in deinem Becken ? Danke

    Grüße

    Jan

  • Hallo!

    Danke für die Antwort. Du meinst also ich bekomme das PO4 nur mit einem Absorber raus? Bis auf einen PO4-Wert von ca. 0,1-0,15 läuft das Becken ja auch gut.
    Ich merke nur, dass die LPS vor allem Nachts aufmachen und Tags wenig offen sind. Vor allem die Cycloseris.
    Wenn ich gezielt füttere gehen die Korallen auf. Könnte das auch an dem Nitrat fast n.n. liegen? Sollte ich evtl. Nitrat zudosieren als Futter? Oder doch mit Cyclops etc. manuell füttern?

    Der Filter scheint bei manchen ja zu funktionieren, ich habe gelesen, dass teilweise 40W LEDs ausreichen. Meine Abschäumerpumpe braucht 65W. Welche Pumpe für 800L kann ich nehmen, die auch gut ist und weniger verbraucht??

    Ich frage viel bevor ich mir was anschaffe vor allem wenn es so teuer ist und ich dann nicht mal weiß obs mein Aquarium nicht völlig durcheinander bringt.
    Bei manchen scheint es trotzdem zu funktionieren, vielleicht ja auch nur eine Weile!
    Ich hatte es so verstanden, dass die Algen das PO4 rausholen und man das PO4 durch ernten der Algen entfernt!?

    Gruß. Paul

  • "Du meinst also ich bekomme das PO4 nur mit einem Absorber raus? "

    Wenn Du regelmäßig Algen erntest, und das müßte dann schon wöchentlich sein, bekommt man damit einen Teil heraus. Der Großteil liegt aber Sedimentiert im Sand, manche dieser Sandbeutel enthalten schon mehr Phosphat, als das Becken verkraften kann!

    " Bis auf einen PO4-Wert von ca. 0,1-0,15 läuft das Becken ja auch gut. "

    Dann hast Du meine Zeilen nicht verstanden - eine zeitlang laufen die alle gut, aber das Phosphat im freien Wasser zu messen, bringt nicht viel, Du mußt den Gehalt im Lückenwasser des Sandes messen.

    Es gibt eine Aquabee 2000 als Nadelradpumpe mit 18W, jeder vernünftige Aquabee Großhändler hat die auf Lager. Du solltest aber nicht vergessen, daß Abschäumerpumpen nur etwa die Hälfte des aufgedruckten Wertes verbrauchen, da sie ja ein hochviskoses Wasser/Luft Gemisch bewegen und kein reines Wasser!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hi @All,

    Zitat

    Paul, dieser "Miracle Mud" Unfug ist genau das, was der Name schon sagt und wie das Meiste, was hier - und nicht nur im Bereich der Aquaristik - kritiklos aus Amiland übernommen wird.

    Also Torsten, das kann ich so nicht im Raum stehen lassen. Du weißt das ich ein großer Fan von den Schlammfiltern bin und alle Becken, welche ich bisher mit einem Schlammfilter betrieben habe, sind besser gelaufen als die ohne.

    Grundsätzlich sollte man aber trotz Schlammfilter nicht auf den Abschäumer verzichten, dafür aber auf die Nitratschleudern (Filterigel). Gerade in der heutigen Zeit, wo viele System mit künstlichen Dekomaterialien laufen, ist ein Refugium oder auch Schlammfilter eine gute Alternative, um ein System zu stabilisieren.
    In meinem vorherigen Aquarium, wo ich eigentlich nur Riffkeramik und Atoll Riffdeko verwendet habe, konnte ich nach 3 Monaten schon SPS einsetzen, welche sehr gut wuchsen und tolle Farben zeigten. In meinem jetzigen System ist nach 4 Monaten nicht mal ansatzweise an schwierige SPS zu denken, da diese innerhalb weniger Tage weiß werden. Was mache ich jetzt anders, eigentlich nichts. Der Unterschied ist eigentlich nur die Filterung, damals mit Schlammfilter und jetzt ohne.
    Meine Filterkammer (90x25cm) war voll mit Drahtalgen und ich hatte ca. 40LBS MM Substrat in der Kammer. Beleuchtet wurde das ganze nur mit 25W LED von AquaStyleOnline, die Algen sind mir regelrecht aus der Kammer gewachsen. Ich hatte einen Durchfluss von tatsächlichen 8000l/H durch diese Kammer bei einem Netto Beckenvolumen von 850L. In der ersten Kammer verrrichtete ein Zinn Cyclon AS1500 seine Arbeit sehr gut und mehr war nicht an Technik im Einsatz.

    Selbst wenn sich im Substrat PO4 anreichern sollte, man tauscht nach 2 Jahren einen Teil wieder aus, wo soll da das Problem sein? Es wird für alle Systeme immer wieder Vor- und Nachteile geben, aber ein so einfaches Filtersystem kann eigentlich jeder betreiben, wenn man sich in der Planung an die Vorgaben hält.
    - erste Kammer Abschäumer
    - zweite Kammer Substrat (3-6cm Schichthöhe) und Algen (12h Beleuchtung Nachts reichen aus)
    - dritte Kammer Förderpumpe mit einem Durchsatz von dem tatsächlichen 5-10fachen Nettobeckenvolumen

    - Nach meiner Erfahrung fährt man mit 10LBS MM pro 200L Netto Wassermenge ganz gut. Je schmaler und länger die Algenkammer ist, je höher die Fließgeschwindigkeit.


    @ Paulie

    Wenn du eine nicht so kräftige Pumpe hast, mache die Algenkammer einfach recht schmal und lang.

    Gruß Kevin

  • Hallo Paul,

    sehe das genauso wie Kevin. Miracle Mud ist ein wunderbares Filtermedium für Refugien, wenn man sich an die Vorgaben hält. Einzig, ich wäre vorsichtig ein solches Filtersystem in ein laufendes Becken nachträglich zu integrieren. Das hat schon oft zu Problemen geführt und ist nicht so gelaufen wie es hätte sein sollen.
    Die von Torsten angesprochene übermäßige Anreicherung an Phosphaten speziell im Miracle Mud kann ich nicht bestätigen. Auch bei Analysen des Wassers direkt aus dem Mud (samt Mud herausnehmen und abtropfen lassen) ist der PO4 Gehalt, gemessen mit handelsüblichen Aquarientests, nicht merklich höher als im Freiwasser!

    Was Dein Nitrat n. n. angeht, so würde ich schon trachten, diesen Wert auf z. B. 1 mg/L langsam anzuheben. Ohne im Wasser befindliches freies Nitrat wird der Phosphatabbau zumindest bakteriell schwierig werden.

    Lg, Berny

  • Hi,

    und da gehts auch schon los...wenn man sich an die Vorgaben hält.

    Die Vorgaben scheinen ja zu sein, wenn man nach dem Original geht:
    * Biobälle im 1. Abteil...Nitratschleuder absichtlich rein für die nachkommenden Algen
    * Abteile mit Miracle Mud, die schnell laminar überströmt werden, deshalb die kleinen Löcher+ Querscheiben + hohe Strömung
    * 3 deren schlamm + Algen und Licht.

    Ich hatte anfangs auch viel recherchiert, es gibt nicht wenige Leute wo das super läuft. Und es gibt Leute...wie immer bei jedem System (!)...wo es angeblich wegen dem Mud crashte. Wer weiss das schon genau.

    Viele Leute haben alles mögliche, was irgendwie als normales Algenbecken durchgeht, aber kein original Miracle Mud System. Das geht schon mit Abschäumern im 1. Abteil los.
    Und viele Aquarien crashen wegen alles möglichem, nur selten ausschließlich an genau der behaupteten Ursache.

    Viele Grüße,
    André

  • Hallo Andre,

    ich habe mich da vielleicht etwas ungeschickt ausgedrückt. Das mit den Vorgaben habe ich eigentlich auf die Durchströmung bezogen. Auch ich habe bei meinen Einrichtungen für Miracle Mud Systeme nie die Biobälle verwendet und zumeist wurde auch ein Abschäumer im System integriert. Für wichtig halte ich aber, dass die Durchström-Geschwindigkeit oder besser die Wassermenge die man damit bewegen will eingehalten wird, dass die nötige Schichthöhe verwendet wird und dass es schon original Miracle Mud ist. Die Beleuchtung 24/7 wie es AMA empfiehlt oder gegengleich zum Aquarienlicht wie es zumeist gemacht wird, sollte jedem selber überlassen bleiben und richtet sich nach der Belastung im Becken, also wieviel die Algen aufnehmen und wachsen sollen.

    Lg, Berny

  • Also mit PO4 hatte ich nie Probleme, im Gegenteil es war nicht nachweisbar( Die übliche Wassertest Debatte lassen wir nun mal außen vor)
    Ich werde in meinen Aqua wieder mit MiracleMud arbeiten jedoch als Refugium.
    Wie das Mircle Mud jeder im einzelne umsetzten will ist jeden selbst überlassen, jedoch nichts schlechtes über dies Methode sagen ..............

    Gruß Gerald

    Mein Becken

    Duh dich net ab..................des wird scho wieder ................

  • Hallo.

    Nachdem mein Becken ganz gut läuft werde ich nichts riskieren.
    Wäre es sinnvoll den miracle mud als kleines refugium zu nutzen? Oder muss dass refugium dann auch so groß sein wie empfohlen?
    Wie bekomme ich Nitrat ins Becken bzw. kann es etwas erhöhen? ?

    Gruß Paul

  • Hallo Paul,

    Den Nitratwert würde ich erstmal versuchen mit etwas mehr füttern zu erhöhen. Falls das nicht klappt evtl. mal nen Filterschwamm mit ins TB packen. Und wenn alles nicht hilft gibt's Mittel um den Nitrat zu erhöhen.
    Zu MiracleMud habe ich keine eigenen Erfahrungen.

    Grüße

    Jan

  • "Also Torsten, das kann ich so nicht im Raum stehen lassen. Du weißt das ich ein großer Fan von den Schlammfiltern bin und alle Becken, welche ich bisher mit einem Schlammfilter betrieben habe, sind besser gelaufen als die ohne.
    "

    Kevin, es ist aber auch ein Riesenunterschied, ob DU mit Deinem riesigen Erfahrungsschatz und Anspruch soetwas betreibst oder ob ein Anfänger das hier liest und meint, ich kauf´mir mal ´ne Tüte Schlamm aus Amiland und alles wird gut.

    Wie das endet, kannst Du in unzähligen Fred´s in allen Foren dieser Welt nachlesen. Ich habe deshalb den Unterschied nochmals versucht, so simpel wie möglich darzustellen.
    Wer ein wie auch immer geartetes DSP oder Schlammfilter so gewissenhaft pflegt, wie einen hochwertigen Abschäumer und sich klar macht, was da passiert, der kann es versuchen.

    Einem Anfänger würde ich sowas aber niemals raten!

    Paul: Warum sollte ausgerechnet Schlamm mit all seinen Nachteilen ein gutes material sein, man kann doch einfach Korallengestein, sehr groben Korallenbruch oder ausschließlich Algen verwenden - das macht Sinn!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

    Einmal editiert, zuletzt von Korallenwelt (2. September 2013 um 15:16)

  • Hallo!

    Ich habe vielleicht nicht so viel Erfahrung und Becken wie einige hier, aber ein Anfänger bin ich gerade auch nicht. Nur mal so als Nebensatz.
    Bei Meerwasser ist mir schon seit einigen Jahren bewusst, dass es nicht das "Allerweltsmittel" gibt oder dass man einfach was reinkippt und alles wird gut!
    Mir ging es bei dem Thread nur darum zu sehen ob es positive Auswirkungen auf ein Becken gibt wenn man das MMud nutzt. Und neben negativen gibt es auch positive Auswirkungen/Berichte.
    Da ich jedoch soweit bin, dass das Becken bis auf etwas zu viel PO4 was vielleicht auch meiner Besatzdichte zu verschulden ist, sehr gut läuft werde ich jegliche Experimente mit Mud sein lassen.

    Das Anheben der Fütterung würde bei mir u.a. nach sich ziehen, dass der PO4 wieder mehr steigt als der NO3 daher war meine Frage, mit welchen Mitteln ich NO3 am besten etwas erhöhen kann.
    Gibt es da was zu empfehlen? Bestimmter Hersteller etc.
    Filterschwämme liegen schon im TB und in der Ablaufkammer, aber ohne messbaren Erfolg.
    Habe mich da etwas missverständlich ausgedrückt.

    Viele Grüße und danke für die Tipps Hinweise und Warnungen.
    Paul

  • Hallo zusammen,

    Warum Torsten so stark dagegen ist, versteh ich nicht. Miracle Mud hat nichts mit Sand oder Korallenbruch zu tun, bitte keine Vergleiche anstellen, wenn man's nicht selbst probiert hat. Es bilden sich richtige Schichten, wie bei einem DSB, und das bei geringer Höhe. Ich habe seit April MM (also seit 4 Monaten). Wenn man das Substrat anfängt zu mischen, wird dieser Effekt wahrscheinlich nicht mehr zustandekommen. Würde ich nicht tun.

    Ich halte mich exakt nach dem Originalvorgaben (Socke, Bioballs, Caulerpas, 24/7h Licht, Beleuchtung 10W Led, Durchfluss 3000l/h bei Nettowassermenge von 300l. Algen schneiden min. alle zwei Wochen), Abschäumer läuft nur mehr sporadisch (Wenn ich mal großen Putz im Aquarium mache zB.). UV hab ich auch permanent laufen.
    PO4 kaum nachweisbar, Nitrat bei 2.5 mg (Weiss, ist etwas wenig). Ich füttere 2-3 kleine gespülte Frofu Würfel am Tag + Lebendfutter. Hab 6 Fische.

    Ich würde JEDEM Anfänger ein MM Becken empfehlen. Warum? Die Werte sind extrem leicht stabil zu halten, da die Algen (Vielleicht auch der Schlamm) das wirklich gut puffern. Mehr Nährstoffe -> schneller wachsen, weniger Nährstoffe -> weniger wachsen. Idiotensicher. Abschäumer bei hohem Besatz an Fischen macht sicher Sinn, beobachten, messen, testen. Mein MM Dealer hat mir auch gesagt, dass ich sicher trotzdem einen AS brauchen werde. Getestet, kann ich weglassen bei momentanen Besatz und Fütterung.

    PO4 Depots im Schlamm? Wen juckt's? Wenn man sich an die originale Anleitung hält, wechselt man 1/3 nach zwei Jahren (natürlich bei ausgeschaltener Rückförderpumpe :smiling_face_with_sunglasses: ), wartet bis sich das Schlammgewitter im Refugium gelegt hat. Glaubt ihr, dass sich in Riffkeramik, LG, Bodengrundsand nichts ablagert? Und das tauscht man aber nicht alle zwei Jahre.

    Hab mal ein paar Bilder von meinen "Nitratschleudern", dem Schlamm und meinem Becken gemacht, falls das wen interessiert.

  • "PO4 Depots im Schlamm? Wen juckt's? Wenn man sich an die originale Anleitung hält, wechselt man 1/3 nach zwei Jahren"

    Na Du bist ja ein Spaßvogel! Phosphat kann durch verschiedene Prozesse freigesetzt werden, es juckt spätestens dann, wenn das Becken voller Cyanobakterien ist.
    Die halten sich nämlich so gar nicht an die "originale Anleitung" denen ist nur eine bestimmte Menge Phosphat wichtig und die bestimmt derjenige, der Futter in das Becken gibt. Wieviel und mit welchem Phosphatgehalt das im einzelnen ist, bestimmt doch keine Anleitung, sondern der Pfleger oder schlimmer: die Oma, während des Urlaubs, wenn die Trockenfutterdose in einer Woche aufgebraucht ist....

    Es lohnt sich schon, ab und zu etwas über den Tellerrand hinaus zu denken.

    Was soll denn der Wunderschlamm anderes sein als feiner Sand?

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • ......is zwar schon bisserl älter aber hier is die Analyse des Wunderschlamms . Was erwartet hier den ? Außer einen Marketing geschickt gewälten Namen ? Im Prinzip is ein Schalmmfilter nichts andres als eine Biokläranlage ........ Ca &Mg muß nach dosiert werden, Wasserwechsel wie bei jeden anderen Verfahren, Spuris macht e jeder was er für richtig hält. Anders gesagt gibt es bestimmt auch genügend PO4 lästige Becken die mit " Normalen" Filterzeug arbeiten. Fragen wir doch mal Peter der wird es ja wissen bei den ganzen Wasseranalysen-die er macht, wer das meiste PO 4 hat......

    Gruß Gerald

    Mein Becken

    Duh dich net ab..................des wird scho wieder ................

  • Hallo Zusammen,

    ja richtig, MMud gibt´s ja auch noch :smiling_face:

    Ich kann mich den Schilderungen von Leola hinsichtlich der Handhabung 100% anschliessen. Hatte auch zwei Becken mit MMud betrieben. Wenn die Becken erst mal eingelaufen sind (dauert gefühlt ewig :winking_face: ) ist die Handhabung absolut Narrensicher. Aus meiner Erfahrung heraus ist wichtig, dass die Größe des Filters sowie der Durchfluss passen muß. Ich hatte keine Biobälle im Einsatz. Ein Abschäumer lief bei mir immer (zumindest nachts) wegen O2 Versorgung mit. Hatte im übrigen nie Probleme mit Cyanos.

    Wie ich auch schon öfters geschrieben habe kommen die Cyanos (zumindest in meinen Becken) immer dann, wenn sich die Parameter schnell ändern. Ich konnte bislang fast immer feststellen, dass ich immer dann mit der Plage zutun bekam, wenn ich über Adsorber oder sonstige Mittelchen aktiv gegen PO4 und/oder NO3 vorgegangen bin. Auch ein Nachsetzen mehrerer größerer Fische mit entsprechend vermehrtem Futtereintrag brachte die rote Pest hervor.

    Allein ein hoher oder niederer Phosphat und/oder Nitratwert sind kein "Garant" für eine Cyanoplage. Wenn meine Nährstoffeinträge in kurzer Zeit stark zunehmen (ohne Systemanpassung) oder die Werte schnell sinken, dann kommt es fast immer zu einem mehr oder minder starkem Befall an Cyanos.

    Daher sehe ich das "Risiko" aufgrund sich recht schnell veränderter PO4 Werte bei Einsatz eines Adsorbers als größer an als durch ein recht träges Filtermedium wie MMud.

    Ich bleibe dabei. WER SEIN BECKEN IN RUHE EINFAHREN LÄSST UND ERST DANN DIE BECKENBIOLOGIE BELASTET WENN DIESE SICH STABLISIERT HAT, WIRD KAUM PROBLEME BEKOMMEN. Ein stabil laufendes Becken aus dem Gleichgewicht zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Ein instabiles Becken wird man dagegen in den meisten Fällen nie wirklich stabil ins Laufen bekommen......

    Der heutige Einstieg in die MW Aquaristik erinnert mich manchmal stark an die Süsswasserfraktion. Mit der einzigen Ausnahme "Es gibt kein AquaSafe", sonst würden manche zusammen mit dem Becken gleichzeitig die Fische und Anemonen nach Hause tragen.

    Grüße Ralf


    marubisanigif.gif

  • Das mit der Biokläranlage triffts genau würde ich sagen. Klar ist das kein Wunderschlamm, einfach ein weiteres System das auch funktioniert. Ich hatte vor MM 1.5 Jahre lang Dinos im Becken, jetzt hab ich kaum noch welche (mit ALgen endlich höherer PH konstant). Korallen standen auch sofort besser da, Wachstum um 100% besser. Paar Cyanos, wenn die Nährwerte wieder ganz unten sind, aber seit ich den Abschäumer aus hab, gehen die auch zurück. Das Verschwinden der Dinos hat aber auch mit dem Sangokai System zu tun haben, das dosiere ich seit 1,5 Monaten.

    Ich glaube die Zusammensetzung der Körnung ist schon sehr wichtig für ein perfekt funktionierendes System. Sieht man vielleicht schlecht, aber die Schichten, wie sich das angeordnet hat im Filter sind doch sehr interessant. Phosphatdepots züchtet man sich glaub ich woanders leichter. Gibt schon Konkurrenzprodukte, die wahrscheinlich ebenso gut sind (siehe "MineralMud"). Da ich keine Experimente mehr machen wollte, hab ich mich damals fürs Original entschieden, dass am besten dokumentiert ist und wo's schon reichlich Erfahrungsberichte gibt zum Nachlesen.

    Aber interessant: Wer's noch nicht probiert hat, schimpft darüber. Diejenigen, dies probiert haben berichten Positives (in diesem Thread). Gibts in diesem Forum (EX) MM Besitzer mit negativen Erfahrungen? Das wär mal interessant!

    LG Bettina

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