Mit Ozon Bakterienrasen auf Phosphatadsorber verhindern?

  • Hallo zusammen,

    Ozon hat ja bekanntermaßen eine Entkeimende Wirkung, und da ich das Problem habe das mein Diakat ständig verklumpt durch den wachsenden Bakterienrasen, bin ich auf die Idee gekommen die Bakterien mit Hilfe von Ozon ab zu töten.

    Dazu habe ich folgendes verwendet:
    Filtersäule mit einer 1500 - 2000 L/h Pumpe und an dem Ansaugstutzen eine Venturidüse angebracht. Die angesaugte Luft wird mit einem kleinen Lufthahn reguliert und durch ein Ozongerät mit max. 500mg/h angesaugt. Die angesaugte Luftmenge wird so reguliert, das in der Filtersäule sehr viele feine Luftblasen das ganze Diakat durchströmen, dabei bleibt das Diakat leicht in Bewegung. Die Filtersäule ist mit Diakat und Aktivkohle gefüllt (die Aktivkohle ist leichter und liegt über dem Diakat). Die Aktivkohle im Filter zerstört das komplette restliche Ozon (kein Geruch am Filterausgang mehr wahrnehmbar).

    Nochmals der Aufbau:
    Filtersäule mit Diakat und Aktivkohle (Aktivkohleschicht liegt über dem Diakat).
    1500 - 2000L Pumpe mit Venturidüse.
    Angesaugte Luft wird mit einem Lufthahn reguliert, so das viele feine Luftblasen das Diakat durchströmen (wird täglich für ca. eine Stunde geöffnet).
    500mg/h Ozon.
    Das ganze steht in dem Filterbecken.

    Jetzt meine Gedanken dazu:
    Das Ozon tötet die wachsenden Bakterienbeläge auf dem Diakat ab, dadurch das das Diakat ständig in leichter Bewegung ist werden die abgetöteten Bakterienbeläge herausgespült. Die Aktivkohle die über dem Diakat sich befindet zerstört das restliche Ozon. Durch den hohen Ozongehalt im Wasser zwischen Venturidüse und der Aktivkohle wird der Gelbstich gleich noch mit verringert (eventuelle Nesselgifte im Wasser wie teilweise behauptet würden dies meiner Meinung nach auch nicht aushalten).

    Und nun meine Fragen:
    1. Reicht die Ozonmenge um die Bakterienbeläge ab zu töten?
    2. Habe ich ein eventuelles Problehm übersehen?

    Gruß Andy

  • Hi,

    eigentlich ein gute Idee. Aber ich denke du hast was übersehen. Wenn du das Diakat in bewegung hälst, reibt dieses aneinander und somit werden auch alle Belege abgerieben. Also auch kein Bewuchs mehr mit einem Bakterienrasen. Dafür viel Abrieb in Filterbecken.....

    Allerdings wenn das Diakat ruhig in der Filtersäule ist, so habe ich es, könnte ich mir das gut vorstellen und wäre ein versuch wert. Ich bewege mein Diakat alle 12 Stunden mit einer Pumpe und mit kräftiger Luftzufuhr für 1 Minute. Nach dem Prinzip des selbst reinigen Zeolithfilters von Fauna Marin.

    Gruß Micha

  • Hallo Micha,

    So wie du es machst habe ich es auch schon versucht, jedoch verklumpt mir dennoch immer das Diakat. Die Bewegung ist nicht sehr groß, es bewegt sihc auch nicht alles im Filter. Was ich auch noch vergessen habe zu schreiben ist das oben am Filter noch ein feiner Blauer Filterschwam sitz, der den abrieb etwas auffängt. Wassertrübung bzw. sedimente habe ich keine im Filterbecken vom abrieb, obwohl ich dort kaum wasserbewegung habe.

    Gruß Andy

  • Hallo,

    @Maik,
    Kann ich machen. Die Düse war eine fertige die bei einem Zeolithfilter glaub mal dabei war.

    Joe,
    Was will das Ozon (O3) noch beim Eisen angreifen? Es ist schon komplett oxidiert.
    Das mit dem PO4 anstieg durch die abgetöteten Bakterien dürfte nicht eintreten, da die Bakterien ja nur so viel PO4 wieder ins Wasser abgeben wie sie zuvor aufgenommen haben als sie auf dem Diakat wuchsen.

    Gruß Andy

  • hi
    Andy das Ozon is wie benzin das du ins feuer schüttes das Eisen rostet dann noch schneller denk das mein Joe ( Salz Wasser Sauerstoff Reibung )
    Andy warum nimmst keine 2 pumpen eine normale für Dauerbetrieb wie jetzt hast und eine starke mit der starken Bläst du den Absorber durch
    würde das bei jedem wasser wechsel so machen Schlau an Filter Starke pumpe anschalten oder anschließen hast dann 2 fliegen mit 1ner klappe geschlagen A: wasserwechsel B : Filter durchgeblasen dreck is drausen im abwasser und net im Becken
    es gibt ja so 3 wege Ventile oder halt so steck lösung wo du pumpen schnell wechselst

    Gruß
    Helmut[color=green]

    :gesalzt2:

  • Hallo Helmut,

    Welches Eisen soll denn noch rosten? Das Diakat ist "Rost" der kann nicht mehr weiter Oxidieren / Rosten.

    Das mit den zwei Pumpen habe ich schon durch, hat aber auch nicht wirklich funktioniert. War aber an einer kleineren Säule und nur mit einer Pumpe, jedoch wurde der Durchfluss mit einem Kugelhahn geregelt.

    Gruß Andy

  • Hallo Andy,

    ich halte Deine Überlegungen für richtig. Das Ozon hilft aber nur, wenn es tatsächlich ein Bakterienrasen ist, der Deinen Adsorber verklumpen lässt. Wenn es Kalkfällungen durch den Phosphatentzug sind, hilft das Ozon nicht, eher im Gegenteil, dadurch, dass der Adsorber offen gehalten wird, kommt es noch schneller zu Kalkausfällungen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Andy
    Also ich halte die Verklumpungen eher für Kalkausfällungen, die treten gerne mal auf wenn die Adsorber nur schwach bewegt werden, hatte ich auch mal eine Zeit lang. Ich würde das mal testen in dem Du den Adsorber mit Zitronensäure spülst. Wenn die Verklumpungen dann auseinanderfallen dann hast Du ja die Ursache. Ich habe inzwischen zwei Säulen mit Adsorber, die werden jede Woche gewechselt. Eine Säule steht in einem Eimer mit 0.1 molarer NaOH und wird von einer kleinen Pumpe langsam durchströmt, eine läuft im Filter, Feinfilter und Aktivkohle sind davor geschaltet. Durch die wöchentliche NaOH Behandlung mache ich mir über Bakterienrasen keine Gedanken mehr. Vor und nach jeder Regenerierung wird die Säule mit Leitungswasser gespült, fertig ist der frische Adsorber. Ich habe keine Ahnung wie Du mit Chemie klarkommst, NaOH ist ein übles Zeug, ein Spritzer ins Auge ist das Letzte was Du sehen wirst. Bitte hantiere mit solchen Chemikalien nur rum wenn Du verstehst was Du tust. Zitronensäure ist nicht so das Problem, das nimmt man ja auch zum Entkalken der Kaffeemaschine.

    Grüße
    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Andy,

    du hast einen interessanten Ansatz entwickelt, der allerdings einen wichtigen Punkt nicht berücksichtigt: Phosphatadsorber besteht nicht aus maximal oxidiertem Eisen,
    sondern ist ein Eisenoxyhydrat. Die reaktive Oberfläche besteht aus Sauerstoffatomen, an denen je nach pH unterschiedlich viele Protonen angelagert sind. Je mehr
    Protonen vorhanden sind, desto mehr Phosphat kann adsorbiert werden. Ozon kann wiederum leicht mit den Protonen reagieren und damit den Adsorber unwirksam machen.

    Wie sich deine Konstruktion quantitativ auswirkt, d.h. wie sehr die Adsorberwirkung eingeschränkt wird, kannst du am besten mit Phosphatmessungen am Ausgang ermitteln.
    Vergleiche einfach die Werte mit und ohne Ozoneinsatz.

    Bei Einsatz eines Fließbettfilters hast du das Bakterienproblem übrigens nicht.

    Gruß Armin

  • Hallo,

    Das es Kalkausfällungen sind glaube ich nicht, da wen der Adsorber verklumpt ist und ich ihn aus der Säule entferne jede menge Schmoder mit raus kommt.

    @jens,
    Ich sag mal so, ich habe besseres Grundwissen in Chemie.
    Die Säule könnte man dann auch alle drei Tage, oder je nachdem Tauschen. Werde ich versuchen wenn der Versuch mit dem Ozon nicht gelingt. Danke.

    Armin,
    Am Sonntag wird wieder gemessen, mal schauen ob der Wert gesunken / stagniert oder gestiegen ist. Bin schon gespannt.
    Fließbettfilter hatte ich früher, dort ist mir aber der Druchfluß innerhalb 4 Tagen auf nahezu null abgefallen.

    Bilder werde ich noch machen, ich kann nur nicht versprechen das es heute noch reicht.

    Gruß Andy

  • moin,

    nunja, alles was nicht fliesst, lagert detritus in sich ab - wird sozusagen zum filter mit dem ergebnis des verstopfens.

    hilfreich wäre ein vorfilter miottels watte, um die schwebstoffe vorher rauszuholen.

  • Hallo,
    weil Adsorber kornübereifende Verbindungen eingehen können, empfehle ich seit längerem die Intervallmethode.
    Dafür gibt es Filtersäulen mit einem Kugelhahn im Auslauf.
    Im Dauerbetrieb wird der Adsorber mit einer geringen Filtergeschwindigkeit beströmt, so dass sich kein Granulatkorn bewegt. 2-3 x pro Woche wird das Granulat mit einer höheren Filtergeschwindigkeit
    beströmt, so dass das Granulat 4-5 cm ansteigen und für 30-60 Minuten verwirbeln kann. Der Abrieb ist minimal.
    Mit dieser Methode kann man die Standzeit deutlich erhöhen.

    Mal zum Vergleich, welche Belastung Aquarienwasser für Adsorber ist:
    Im Grundwasser halten sehr große Filterbehälter mit Adsorber (5-10 m3) je nach Belastung 6-18 Monate. Ich habe im Moment eine Anlage mit 10 m3 DIAKAT laufen, die wohl in ca. drei Wochen einen neuen Standzeitrekord mit 19 Monaten aufstellen wird.
    Im Aquarium mit "Biologie" und höherem pH-Wert sieht es schon nach 10-14 Tagen schlecht aus, wenn man nicht z.B. die Intervallmethode anwendet. Dann kann es schon mal sein, dass Adsorber "bergmännisch" abgebaut werden müssen. :smiling_face:

    Gruß,
    Peter

  • Hallo,

    Früher hatte ich die Filtersäule und dieser hat unten und oben einen blauen Filterschwamm, der sich schnell zusetzte und den Durchfluss weiter reduzierte. Den oberen konnte ich alle zwei / drei Tage waschen, den unteren jedoch erst beim entleeren der Säule. Ohne die Schwämme ging es besser als mit.

    Peter,
    Bei der Filtersäule habe ich jeden Tag den Hahn für ca. 1h aufgedreht, an Tag 1 und 2 ging es auch noch gut, jedoch an Tag drei ging es schon los das es nicht mehr alles verwirbelte, die Säule wahr auch nur zu ca. 1/3 voll. Als Pumpe wurde eine mit 1.800L/h verwendet.

    Mit abrieb des Adsorber habe ich keine Probleme, zumindest ist nichts davon zu sehen (Filterschwamm / Abschäumer / etc...)

    Das das Diakat klasse ist weis ich, mich nerven nur die doofen Beläge die das Diakat ständig zusetzen und verstopfen.

    Gruß Andy

  • Hallo Andy,
    die Filterschwämme hatte ich gar nicht mehr drin. Die sind dann doch sehr hinderlich.
    Den Dreifuß habe ich mit Sekundenkleber am Boden verankert.
    Das bisschen Granulat, was durchgefallen ist, wurde beim Spülen wieder hochgedrückt.
    Alles in allem hat das aber gut funktioniert.
    Gruß,
    Peter

  • Moin,

    mein Diakat verklumpt auch recht schnell und zuverlässig.

    Ich hatte von Peter dann ebenso den Tip mit der Intervallspühlung bekommen.

    Das funktioniert recht ordentlich seit ich gewissenhaft alle 48h den Kuhelhahn voll aufdrehe und den Adsorber quirle.

    Sollten sich grössere Stücke nicht von alleine lösen rüttel ich ganz pragmatisch einfach etwas an der Filtersäule rum - dann gehts wieder :winking_face:

    Wenn ich die 48h doch mal verpennen sollte muss ich aber auch etwas ackern bis alles wieder tanzt.

    Bei mir habe ich allerdings auch eine andere Erfahrung gemacht - älteres Diakat verklumpt hier deutlich weniger als frisches.

    400ml normales Diakat B reichen bei mir bei 600l (netto) inzwischen ca 2 Monate bis Po4 von gerade so noch nachweisbar wieder langsam ansteigt - wobei ich ohne Diakat auch bei <0,1 liege - es also keine riesen Massen anlagern muss.

    Gruß, Pit

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