Sarcophyton öffnet nicht (2-3 Monate)

  • Moin,

    auch in funktionierenden Becken :grinning_squinting_face: tauchen anscheinend mal Probleme auf. Bei mir ist es mein "Blickfang", eine ca. 30cm Durchmesser Große Sarcophyton glaucum. Die Koralle ist fast von Beginn an (~3 Jahre) im Becken und war damals ein kleiner Ableger. Die Koralle öffnet nicht mehr, inzwischen seit ca. Anfang April. Längere Schmoll-Zeiten kenne ich von dem Tier, aber meist war nach 2-3 Wochen wieder alles beim Alten. Nun ist die Koralle aber schon von einer dunklen Algenschicht überzogen, selbst meine nervigen (invasiven) Mini-Seeastern besiedeln sie schon.

    Große Änderungen an Technik, Wasserwerten etc. habe ich nicht bewusst vorgenommen. Anbei eine kurze Auflistung der für mich augenscheinlich wichtigsten Dinge:

    - KH und Ca sind mir im April kurz aus dem Idealbereich geschlüpft und lagen bei ca. 5 und 500. Die Ca Abweichung lag an einem nicht bemerkten sich verändernden Korrekturwert meines Salifert Tests und kann durchaus ein paar Wochen zu hoch gewesen sein. KH war nur kurz so niedrig, beide Werte liegen nun auch schon lange wieder im Normbereich (7-8 und 400). Neue Wassertests + Referenz (Gilbers) bestätigen die Werte.

    - Ich verwende seit ca. August 2012 Tropic Marin Bacto Balance zur Steuerung des NO3 Wertes, der seitdem im leicht nachweisbaren Bereich liegt (1 oder so, je nachdem ob man den Tests vertraut).

    - PO4 ist bei mir immer zu hoch, so bei 0,2-0,3. Ich arbeite immer mit geringen Mengen Adsorber um den Wert auf 0,2 und knapp drunter zu drücken. Hier ist auch die einzige Änderung, die ich wissentlich im Becken vorgenommen habe: seit April nutze ich Alu-basierten Adsorber anstelle von Diakat B. Ich habe das Gefühl PO4 damit effektiver/nachhaltiger zu entfernen (Korallen teilweise etwas heller). Der messbare Wert lag dennoch nie unter 0,1 (Gilbers), im Schnitt weiterhin sogar bei 0,2. Besteht trotzdem ein Zusammenhang?

    - Spurenelemente habe ich die A- und K-Elemente von Tropic Marin genutzt und jetzt mal auf die Color Elements von Fauna Marin umgestellt um zu sehen, ob es da möglicherweise einen Mangel gab.

    - Seit 3-4 Wochen habe ich einzelne kleine Cyano-Felder auf einigen Steinen. Ich messe dem nicht soviel Bedeutung bei, aber es zeigt doch möglicherweise dass sich irgendwas verändert hat? Solche "Ausbrüche" gab es allerdings auch vorher schon. Meist gehen sie auch wieder weg.

    Vielleicht hat ja jemand einen Tipp. Anbei noch ein Bild des Tieres.

    Gruß

    Malte

  • Hallo Malte,

    Wie sieht es denn mit der Strömung aus? Mit zunehmender Größe reicht möglicherweise die vorhandene Strömung nicht aus. Wenn die Sacrophyton sich dann häuten will, kann es sein, dass sie es Grund mangelnder Strömung nicht schafft. In diesem Zustand wird sie es auch nicht mehr alleine schaffen :(.

    Versuche doch mal mit Hilfe einer weichen Zahnbürste etwas von dem Algenbelag abzubürsten. Das mache ich bei meiner immer, wenn ich merke, dass sie sich nicht komplett häutet.

    Sollte sich allerdings beim Abbürsten bereits das Gewebe auflösen, sieht es leider nicht gut für das Tier aus.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Hallo Malte,

    ich finde auch, dass deine Sarcophyton nicht besonders gut aussieht. Ich glaube nicht, dass die wieder wird.

    Meine eine Lobophytum ist manchmal auch etwas länger geschlossen (3-4 Wochen). Danach öffnet sie sich ohne Probleme. Aber so wie deine Koralle sah sie noch nie aus.

    Viele Grüße,
    Ina

  • Danke für die Meldungen.

    Ich finde ja auch, dass sie nicht besonders gut aussieht. Bisher war das Häuten allerdings nie ein Problem, Strömung herrscht auch, aber ob es reicht ist für mich schwer zu beurteilen. Die Korallen rechts und links daneben wogen aber schon ein wenig. Die Pumpen habe ich auch schon gereinigt, um das als Faktor auszuschließen.
    Die helle Stelle in der Mitte links habe ich mit der Zahnbürste bearbeitet vor 3 Tagen. Der Belag ist sehr fest und geht mühsam ab. Die ganze Koralle derart zu "putzen" ist nicht so einfach, zumindest wenn man sehen will was man da im Becken macht ;). Zur Not muss ich das aber mal versuchen.

  • Hmh...ich bin jetzt nicht so der Experte, da ich solch einen Fall noch nicht hatte, aber solange sie noch nicht weich wird und sich auflöst gibt es vielleicht noch Hoffnung.

    Mal abwarten, ob noch andere etwas dazu schreiben. Würde mich aber interessieren, wie sich der Zustand ändert (oder auch nicht). Berichte bitte weiter.

    Ina

  • Moin Malte,

    Du sagst, dass die einzige wirkliche Änderung seit der Zustandsänderung der Wechsel auf einen anderen Adsorber war.
    Dieser soll nach Deiner Aussage keine wesentliche Änderung gebracht haben. Hast Du denn mal wieder den alten Adsorber benutzt?

  • Moin,

    nein, den Adsorber habe ich noch nicht wieder gewechselt. Hat etwas gedauert, bis ich diese Änderung überhaupt zeitlich mit dem Verändern der Koralle in Verbindung gebracht habe. Vielleicht sollte ich beim nächsten Tausch wieder das Diakat nehmen.

    Ich habe schon vermutet, dass es möglicherweise etwas mit Eisenmangel zu tun hat? Das Diakat wird ja vermutlich immer etwas Eisen ins Becken liefern, Alu-Adsorber logischerweise nicht. Alles Spekulation...

    Gruß

    Malte

  • Hi
    Ist das in der Mitte ziemlich unten schon ein Kalkalgenansatz ?(Am Lappen Äusseren )
    Kannst Strömung mal auf die Koralle stärker stellen ?
    Würde auch wie Corinna M meint mit ner weichen Zahnbürste der Koralle beim Häuten mal helfen.
    Gruss

  • hi,

    passiert auch bei uns ab und an.

    da allerdings nur eine von einem dutzend, sind wir noch nicht dahinter gekommen, warum das so ist.

    momentan öffnet sich solch kandidat wieder oben, polypen kommen raus aber die seitenflächen haben den durchbruch noch nicht geschafft.

    schaun mer mal.

    starke strömung ist allerdings nie verkehrt.

  • Rehi
    Malte ,die weissen Polypen am Stamm und an der Krone (habse jetzt erst richtig gesehen ,kann se aber edd bestimmen) würde ich als erstes wegbürsten.Die könntender Koralle stören !

    Gruss i

  • hi malte,

    wir machen da nichts, da es nichts nützt.

    ausser ggfls. mal umsetzen.

    aufgrund ihrer verschrumpelung und der verfestigten oberfläche lässt sich auch nicht wirklich etwas abbürsten.

    meist kommen sie wieder, aber halt nicht immer....

  • Hallo Malte,

    meiner Ansichts nach gab es solche Reaktionen häufiger, wenn zu viel Phosphatadsorber auf Aluminiumbasis eingesetzt wurde. Ich möchte Joe nicht widersprechen. Wenn er diese Reaktion auch in anderem Zusammenhang beobachtet hat, wird das richtig sein. Vielleicht kann er noch etwas dazu schreiben.

    Ich denke, dass durch die Verwendung von eisenbasiertem Phosphatadsorber speziell solche Schäden an Sarcophyton zurückgegangen sind. Ich bin mir nicht sicher, dass alubasierter Phosphatadsorber zu viele Aluminium-Ionen abgibt. Es könnte auch sein, dass er das Phosphat schneller adsorbiert oder bestimmte organische Stoffe, z. B. organische Phosphate, stärker adsorbiert und dadurch die Anpassung von den massiven Sarcophyton-Arten überfordert. Immerhin dauert es eine Weile, bis solche dicken Gewebe gleichmäßig mit einem Stoff versorgt oder "entsorgt" sind, ohne Blutbahnen und gut entwickeltes Gefäßsystem.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    danke für deine Einschätzung. Meine Beobachtungen würden deine Meinung bestätigen, dass der Alu-Adsorber irgendwie effektiver arbeitet, obwohl die messbaren PO4 Werte nicht wirklich tief sinken. Meine Korallen sind allgemein etwas heller geworden, die paar Cyano-Felder deuten auch auf rückgängiges Phosphat. Zumindest war das in der Vergangenheit in meinem Becken immer so zu beobachten.
    Was denkst du, wird sich die Koralle nach der Umstellung erholen?

    Ich würde ja zu Eisenadsrober zurückkehren, leider ist dieser Adsorber in meinem Innenfilter sehr ineffektiv (du hattest mal Biofilme aufgrund der Nutzung des BB vermutet). Mit Eisenadsorber messe ich meist nur 1-2 Tage einen Rückgang des PO4, danach geht es wieder hoch. Den Alu-Adsorber kann ich 14 Tage im Filter belassen, ohne dass das messbare PO4 wieder nach oben schnellt.

    Ich nutze übrigens nur die auf meinem Adsorber als Start-Menge angegebenen 25g/100l. Angefangen habe ich mit ca. 20% weniger.

    Gruß

    Malte

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    meiner Ansichts nach gab es solche Reaktionen häufiger, wenn zu viel Phosphatadsorber auf Aluminiumbasis eingesetzt wurde. Ich möchte Joe nicht widersprechen. Wenn er diese Reaktion auch in anderem Zusammenhang beobachtet hat, wird das richtig sein. Vielleicht kann er noch etwas dazu schreiben.
    r

    hallo hans-werner,

    wir setzen keinerlei adsorber ein.

    ansonsten können wir - wie schon gesagt - nicht nachvollziehen, warum das einzelne machen, obwohl etliche kumpel drumherum im becken fein geöffnete polypen zeigen.

    auch kann das im gleichen wasserkreislauf von becken zu becken variieren, obwohl vermeintlich das selbe wasser alles durchfliesst.

  • Hallo,

    ich hatte das schon häufiger bei Ablegern. Die Mutterkoralle ist 12Jahre. Ich würde den Absorber nicht wechseln, sonder ne Zeit komplett rausnehmen, WW und die Koralle in die Strömung stellen. Es haben sich schon Tiere mit partieller Gewebeauflösung erholt.

    Gruß Bi

  • Hallo,

    mal ein kleines Update. Ich habe als Maßnahmen die Strömung etwas verstärkt (Pumpen aufgemotzt, im Becken ist sichtlich mehr los) und den Adsorber mal wieder auf Eisenbasis gewechselt. Resultat ist, dass ich den PO4 Wert jetzt nicht mehr so recht im Griff habe, der ist auf 0,5 nach oben "entwischt". Die Koralle hat sich partiell etwas erholt, auf dem großen Schirm lassen sich ein paar Polypen blicken (siehe schlechtes Foto). Allerdings hat sich der Teil der Koralle, der am Stein festsitzt stark ausgehöhlt, dort befindet sich ein richtige Loch aus dem ich beim Wasserwechsel viel Schmodder absaugen kann. Ich warte mal ab, wie es sich weiterentwickelt.

    Für mich stellt sich momentan die Frage, wie ich mit dem PO4 Wert umgehe. Der Eisenadsorber funktioniert nicht so recht oder ich muss anscheinend größere Mengen einsetzen (derzeit nur ca. 25g/100l). Der Aluadsorber funktioniert besser, allerdings für diese eine Koralle evtl. zu gut? Auch vom Alu-Adsorber habe ich ca. 25g/100l eingesetzt. Jetzt habe ich entweder die Möglichkeit, größere Mengen Eisenadsorber zu testen (müsste ich wieder kaufen) oder es mit geringeren Mengen Alu-Adsorber zu versuchen (noch vorhanden). Tipps?

    Danke und Gruß

    Malte

  • Hallo Malte,

    ich kann mich nur wundern, dass hier in dem fall nicht schon längst nach einer fundierten und gründlicheren Analyse Deines gesamten Aquariensystems gefragt wurde. Hast Du eigentlich noch sowas wie einen Biofilter laufen, Korallenbruch oder Siporax als Filtermedien?

    Und mal ehrlich, da wachsen majanos auf Deiner Lederkoralle, ich will ich wissen, wo die noch überall wachsen... das ganze sieht für mich nach Neustart aus! Deine majano Plage wirst Du garantiert nicht mehr in den Griff bekommen, bei dem Ausmaß!

    Dein Adsorber funktioniert vermutlich nicht, weil das Beckenwasser Gelbstoffe hat? Kann das sein?
    Hast Du mal ein Foto vom gesamten Becken und auch von Deinem Technikbecken?

    Sorry für die vielleicht auf den ersten Blick für Dich nicht konstruktive Meinung zu Deinem Becken, aber ich finde, Du solltest Dein gesamtes Aquariensystem hier einmal im Detail vorstellen, damit man Dir weiter hilfreich zur Seite stehen kann!

    Liebe Grüße
    Jörg

    H Hersteller

  • Hi Jörg,

    danke für deine Meldung. Anbei ein Bild von vor zwei Wochen (mit dem Handy). Da war schon ein Teil der Beleuchtung aus, aber eigentlich sollte man erkennen, dass sonst alles ganz gut aussieht. Ungefähr dort, wo der große Zebrasoma schwimmt, befindet sich die Problemkoralle.
    Bei den kleinen Anemomen handelt es sich übrigens um kleine Seeastern. Deren Ausmaß im Becken ist in der Tat beachtlich, aber sie sie schaden niemandem. Manjanos und Glasrosen hat mein Wimpelfisch im Griff. Das einzige was sonst noch "plagt" sind die Gelben Krusten an der Rückscheibe.
    Gelbstoffe mag sein, allerdings wäre das doch eher ein Problem mit Alu-Adsorber? Ich schätze, das Problem des Eisenadsorbers ist die zu geringe Menge, da ich derzeit nur die große Korngröße (2-4mm) da habe. Ich habe übrigens kein Technikbecken, sondern sämtliche Technik im Becken: ein Tunze Innenfilter für Adsorber (und etwas Watte, sonst nix) und einen Cyclon AS 1500 Abschäumer. Als Wasserzusätze gibt es Balling light mit Fauna Marin Spurenelementen und 2ml Bacto Balance von TM täglich (auf ca. 700 netto Liter) sowie einmal wöchentlich einen Messlöffel TM Reef Actif. Damit habe ich einen nachweisbaren NO3 Wert (~1), nur den PO4 kriege ich damit nicht kontrolliert. Das ist schon seit jeher ein Problem bei mir, dass ich PO4 im Verhältnis zu NO3 immer zu hoch habe. Ansonsten habe ich momentan ein paar Cyanos, allerdings nur in der linken Beckenhälfte und momentan mit 1x Woche absaugen recht gut im Griff. Wasserwechsel mache ich auch 1x pro Woche 40l.
    Mehr fällt mir auf die Schnelle nicht ein, wenn du Ideen hast, immer her damit.

    Gute Nacht erstmal

    Malte

  • Hi, super, danke für die Infos. Da haust Du aber ordentlich Licht drüber! Steht die Sarcophyton dort, wo der desjardinii schwimmt oder welchen Zebrasoma meinst Du? Auf dem anderen Foto sah das aus, als wäre die Sarcophyton ein riesen Teil? Auf der Gesamtansicht sehe ich die jetzt gar nicht... Oder ich bin blind... :winking_face:

    Kann das sein, das Du da einfach zu viel Licht drüber hast? Das würde Dein Problem erkälren, ein ständiges Abschleimen durch Strahlungsstress zusammen mit einer schlechten Beströmung kann den Schleim stark verdichten und daraus entwickelt sich dann ein entsprechend dicker Biofilm, der immer weiter wächst und dann eben auch verkalkt! Ich würde hier einfach mal weniger stark beleuchten!

    Was hast Du für eine Beleuchtung?

    Jörg

    H Hersteller

  • Moin,

    Hauptbeleuchtung sind 3 x Ecotech Radion G1. Dazu für den Hintergrund eine blaue T5 80W und links in der Ecke 2 x Suna Eco 500. Durch das starke Korallenwachstum und die zentrale Platzierung des Riffaufbaus werfen die 3 Radion allein zuviele Schatten. Das Gesamtbild zeigt die Beleuchtung nur mit den Radions bei max 60%. Ich glaube der Starklicht-Eindruck wird hier von der Handy-Kamera hervorgerufen.

    Die Sarcophyton ist genau vor der Nasenspitze des C.desjardinii :grinning_squinting_face: . In dem veralgten/verkalkten Zustand ist sie kaum vom Hintergrund zu unterscheiden. Geöffnet ist bzw. war sie in der Tat ein Riesenteil von ca. 30cm Durchmesser. Das interessante ist ja, dass die Probleme mit der Koralle in der Tat mit dem Wechsel des PO4 Adsorbers begonnen haben. Andere Veränderungen gab es in der Zeit nicht. Die Beleuchtung ist in dieser Form nun mehr als ein Jahr über dem Becken.

    Gruß

    Malte

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