Traubenzucker vs Cyanos

  • Hallo

    Ich hatte eine Cyano-Blüte (Standzeit 2 Monate)

    es wurden auch nochmal totes Riffgestein(Riff-struktur-Optimierung->mehr Höhlen) und Keramik (Anemonenhöhle)
    eingebracht.

    Meine Cyanos waren vorher an 2 Stellen (auf der Atollriffdeko) und danch an vielen
    jetzt wollte ich eingreifen da es mir langsam mulmig wurde.

    Ich habe mich für die Traubenzucker-variante entschieden. (99ct im Netto)
    Mein Becken + Technikbecken 500l.
    Ich habe 1 Teelöffel am 1. Tag und noch einen am 2.Tag und das wars.
    Cyanos haben sich ausgelöst ohne absaugen. Vollständig und überall !!

    an meinen Problemstellen dosiere ich per Spritze noch das Spezial Blend im angegebenen Wartungsintervall.

    Desweiteren konnte ich einen logischen starken Nitratabfall beobachten von 5 auf n.n.
    Po4 war 0,05 und ist n.n. innerhalb von 3 Tagen!

    So jetzt noch meine Fragen.
    1.

    Wie groß ist das Risiko: das die Bakterien die heterotrophe Denitrifizierer (denitrifizierende Bakterien) im anoxischen (sauerstofffreien) Milieu (lebenden Steine) sich durch die neue Kohlenstoff ja stark vermehren dann das Nitrat abbauen und dannach dass reichlich im Wasser vorhandene Sulfat (SO42-) zu reduzieren. Es entsteht giftiges Sulfit (SO2-), wasr zu einem verheerenden Fischsterben führen kann. Quelle http://www.meeresaquaristik.de/ -> artikel -> Wodakartikel2

    2.
    Wer dosiert noch Traubenzucker und wie regelmäßig?
    Habe schon von einem Händler gelesen der ebenfalls bei Cyanos dosiert und jemanden der reglmäßig dosiert.
    Habe aber noch keine schlechten Erfahrungen im Netz gefunden. Hatt jemand schlechte Erfahrungen gemacht?
    Max. eine Bakterienblüte bei Überdosierung was aber angeblich auch ohne Folgen blieb.

    Was zu beachten ist es soll der Abschäumer anbleiben bzw. muss vorhanden sein!
    In Nanos mit Minnitechnik würde ich es nicht probieren.
    Sauerstoff und KH wird sinken!

    Die ganze Aktion ist jetzt 1 Woche her.. Zwergkeiser leichen neuerdings wie wild ins Wasser ab.

    Mein Fazit bisher: Wundermittel :grinning_face_with_smiling_eyes: -> 2 Teelöffel ca. 6g -> 500g kosten 99ct -> 1,2 ct Verbrauch..


    Gruß Ric

  • Interessanter Versuch, kannte ich noch nicht.
    Wie schnell der Traubenzucker den (Meerwasser - ) Bakterien zur Verfügung steht, habe ich noch nicht gefunden, jedoch sollte es aufgrund des Fruktoserings nicht so schnell gehen, wie bei Alkohol oder Essig, denn dieser muß erstmal aufgebrochen werden.
    Insofern sehe ich keine kurzfristige Sulfitanreicherung im größeren Maßstab.

    Warum willst Du es auf Dauer einsetzen?

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • In einem ältereren Thread im Forum steht das es jemand erfolgreich gegen Gelbstoffe anwendet...

    Aber werde wohl verstärkt Wasserwechsel machen .. mache im Moment 20l die Woche ..

    Networker macht 50 und hatt wenig.

    Kohle,Ozon und UV will ich nicht.

    Gruß

    P.S. Zwergkaiser laichen natürlich (siehe oben)

    Einmal editiert, zuletzt von RicStar (31. Oktober 2012 um 16:04)

  • Hallo Thorsten

    Der Versuch mit "Zuckern" gegen Cyanos vorzugehen ist schon älter bzw. das was in manchem neuen Wundermittel grade für mehr als teuer Geld verkauft wird :-D. Kurzfristig geht das , langfristig erhöht es das Problem deutlich da es keinerlei Abhilfe gegen die Ursachen des CyanoWachstums bringt. Sollten die Dextrose/Glucose/Fructose etc Dosierung auf dem Niveau weitergehen ist es eine Frage der Zeit bis es zu Briopsis Wachstum oder anderer Probleme kommt.

    Gruss

  • Hallo

    dachte immer Briopsis muss man sich einschleppen?

    Vollständigerhalber: Ich hatte rote Cyanos und ich habe einen halben Liter raus und einen Teelöffel rein und wieder ins Technikbecken gegeben.

    Gruß

  • Mein Problem ist die Atoll-Riffdeko. diese wird nur sehr langsam biologisch besiedelt.
    Es wachsen auch verstärkt Algen auf dieser was wiederum bei absterben der Algen Cyanos fördert.
    Genau bei Silikat-> Kieselalgen->Kieselalgen sterben-> aus den Resten werden bei mir -> Cyanos -> Harzfilter UOA-> Roger

    Also hilft mir das schon bis die Biologie auch in der Atolldeko vollständig da ist .. auf lebenden Steinen hatte ich keine Probs

    Wenn Cyanos in nem alten Becken auftreten dann geb ich dir recht.


    Also ich Gewinne Zeit bei der Aktion.

  • Zitat

    Original von RicStar
    Mein Problem ist die Atoll-Riffdeko. diese wird nur sehr langsam biologisch besiedelt.

    Dein Problem ist, das Du zu wenig Nährstoff-Verbraucher für zu viel Nährstoff-Erzeuger hast.

    Mehr nicht.

    Bzw. Das Algenbild habe ich nicht in den Ersten 5 Wochen und denke auch nicht das dies eintreten wird.


    MfG Philipp

  • Ob Zucker oder etwas anderes um kurzfristig einen Wasserwert zu senken wirklich Sinn macht, ausser beim Einfahren, wage ich mal als Neuling zu bezweifeln. Ich denke, es ist wichtig die richtige Balance zwischen Nitrat und Phosphat zu finden. Nicht umsonst gibt es ja das Redfield Verhältnis.
    Man kann das ja auch schon schön im Süßwasser sehen, zu hoher Phosphatwert und zu geringer Nitratwert läßt Fadenalgen wachsen und umgekehrt die süßwasser Variante von Cyanos.
    Cyanos hatte ich nur beim Start und als sich unser Leutingswasser 'verschlechterte'. Ob da die Cyanos wegen mehr Stickstoffen wuchsen oder wegen den Kieselalgen (ich versuch immer noch den Artikel zu finden Kieselalgenwuchs fördert Cyanos), weiß ich nicht. Nachdem ich wieder Osmosewasser benutze waren sie innerhalb kurzer Zeit wieder weg. Ohne Zucker, ohne Spurenelemente/Vitamine zu reduzieren oder ähnliches.
    Seitdem ich mit Pellets filtere habe ich sehr konstant um die No3 1 mg und Po4 0,08 mg was dem Redfield Verhältnis sehr nahe kommt bei mir und seitdem eigentlich keine Probleme. Das einzige in meinem Filterbecken zusätzlich sind 2 kg LS und immer gute 2 handvoll Drahtlagen. Und die auch nur wegen dem Ph-Wert für die Nacht und erst seit 3-4 Monaten. Die No3 und Po4 Werte waren auch vor den Algen so niedrig mit den Pellets.
    Daher denke ich, dass es nicht wirklich Sinn macht, nur an einer Seite zu schrauben, wie mit Zucker nur einen Wert zu senken. Die Ursache wird damit nicht beseitigt und wird sich im Laufe der Zeit nur zu einem anderem Problem entwickeln. Man sollte schon versuchen, irgendwie an Werte des natürlichen Meerwassers ranzukommen gerade was die Verhältnisse von Nitrat und Phosphat angeht. Ist nur meine Erfahrung nach 2 Jahren bis jetzt.

  • So ein Glecihgewicht zu finden und vorallem Dauerhaft zu halten ist ja das schwere.

    Und wenn es mal nicht so läuft (Einfahrphase,Phosphatfilterwechsel verschlafen,Silikatfilter down etc.) kann man so auch eingreifen.

    Ich mußte von heut auf morgen 8 Mäuler stopfen.. da kommen halt auch Algen und jetzt beim verschwinden holen sich die Cynaos den Rest. -> Mein Händler drückt da ganzschön aufs Gas.. Wenn ich in seinem Laden stehe ist es schwer Nein zu sagen wer er dich auch noch pusht .

    meine Atoll-Säule ist wieder Algen und Cynaofrei. Meine Schachtverkleidung hatt im oberen drittel noch Algenreste da dort keine Docs hinwollen. Haben wohl Angst vor der Wasseroberfläche.

    Habe auch wenig Einsiedler. Drahtalge hab ich auch (schon schön Kohle in der Bucht verdient mit ^^)

  • solange du nicht zuviele Fische mit einmal einsetzt wird das schon entspannt bleiben.

    viele Algen lieben das Ammonium (vorstufe Ammoniak)was nunmal von Fischen(Stoffwechsel und Atmung) und bestimmten Baks bei der Sersetzung das Futters entsteht.
    Andre Bakterien die das Ammonium verarbeiten gibt noch net genug (regeln sich ja nach dem Angebot) ->Algen sind leider schneller :smiling_face:

    Bei 6 Fischen (2 skelettartige Docs vom Großhändler dabei ) und 2 Garnelen und meiner Futterfreude kannst ja sehen in in meiner Beckenvorstellung was da raus kommt.

    Ich mache am WE neue Bilder sieht immo besser aus

    Den Traubenzucker seh ich da als booster für die guten Backs

    Einmal editiert, zuletzt von RicStar (2. November 2012 um 19:46)

  • Und das Mladen keine Probs mehr hatt weil sein Fische-Baks Verhältniss durch keinen Bestandsaufbau mehr gestört wird weil ja alle Fische schon da sind..

    Einfahrphase ist erst beendet wenn alle Fische da sind.

    Da Mladen auch schreibt die Ursache sei nicht beseitigt .. Sie ist beseitigt .. Die Baks wurden erfolgreich vermehrt auf das Level der Fische-Baks Balance

    Einmal editiert, zuletzt von RicStar (2. November 2012 um 20:08)

  • Daher denke ich, dass es nicht wirklich Sinn macht, nur an einer Seite zu schrauben, wie mit Zucker nur einen Wert zu senken.

    Nein mit Zucker oder jeder anderen Kohlenstoffquelle (Essig, Alkohol, Pellets), stellst Du nur Kohlenstoff zur Verfügung, so das N/P immer in dem Verhältnis abgebaut werden, wie es die Bakterien einbauen.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hallo Torsten,

    stimmt nicht ganz. Wenn der Kohlenstoff nicht vor Denitrifizierern verwendet wird, dann wird P + N im festen Verhältnis
    von 1: 10 abgebaut. Bei Denitrifizierern ist dieses Verhältnis 1 : x, wobei x SEHR hohe Werte annehmen kann. Und
    meistens holen sich die Denitrifizierer einen ordentlichen Anteil des Kohlenstoffs aus dem Wasser.

    Gruß Armin

  • Hallo,

    man kann immer nur wiederholen, dass es kein aquarientaugliches Allheilmittel gegen Cyanobakterien schlechthin gibt, denn hierbei handelt es sich um eine Unzahl unterschiedlicher Stämme mit genauso verschiedenen Eigenschaften und Ansprüchen!

    Gruß

    Bernd

  • Naja Bernd,

    eigentlich ist das jetzt etwas pauschal. Wenn ich mich mal auf Arten beschränke, dann tauchen die fädigen Arten Lyngbia sp. und Schizothrix sp. auf sowie die Beläge der kräftig roten Cyanos, vermutlich Osciallatoria sp., eine eher schokoladenbraune bis dunkelbraune Art, die wie Filz aussieht und ein grüne Art oder Farbform (vielleicht der roten Oscillatoria?), sowie eine rote, einzellige, kugelrunde Art, deren Name mir entfallen ist.
    Wenn von Cyanos die Rede ist, meinen 90% die rote Oscillatoria sp., wenige die blaugrüne Art oder Farbform und dass Lyngbia und Schizothrix zu den Cyanobakterien gehören, erkennen die Wenigsten. Die einzellige Art findet man ohnehin nur vereinzelt unter dem Mikroskop.

    Dass wir kaum wissen, was zum Auftreten oder Verschwinden der Cyanos führt, und das die Gründe jeweils vielfältig zu sein scheinen, heißt nicht automatisch, dass es sich um verschieden Stämme handelt oder gibt es dafür einen sicheren Nachweis?

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    wenn Du Dir etwas Zeit nehmen kannst, dann recherchiere zu dem Thema mit dem Stichwort Cynobakterien einmal nach Veröffentlichungen zu Untersuchungen der Universität Bremen (habe die Autoren momentan leider nicht parat). Da gibt es einige gute Beiträge zur Vielzahl der relevanten Stämme und Formen und deren stark abweichenden Eigenschaften.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    die Frage ist, was besagen die Untersuchungen der Universität Bremen an Cyanobakterien für die Aquaristik. Schau Dir mal beispielsweise folgenden Link an. Was ist das Ergebnis dieser Dissertation? Hier ein Diplomarbeit. Was besagt sie für die Praxis?

    Man kann vielleicht festhalten, dass wenn in der Meeresaquaristik von Cyanobakterien die Rede ist, es sich bei >95% der Beiträge um Oscillatoriales handelt, was schon eine gewaltige Einengung ist.

    Im Grunde kann man die Frage nach dem Allheilmittel derzeit nicht beantworten, egal ob es sich wirklich um eine große Anzahl unterschiedlicher Stämme handelt. Wodurch unterscheiden die sich eigentlich?

    Frage an Ric,

    was ist denn sonst noch in dem Traubenzucker-Präparat? Ist das ohne Vitamin-Zusätze?

    Grüße

    Hans-Werner

  • ??? :confused_face:

    Du meinst von dem Traubenzucker, Philipp?

    Gruß

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (4. November 2012 um 13:29)

  • Hallo

    Auf der Verpackung steht nichts mit Vitamine. Nur Traubenzucker,kristallwasserhaltig

    Nitrosomonas Baks (Nite-Out II - oxidieren Ammonium/Ammoniak zu Nitrit) + Traubenzucker scheint mir die Beste Kombi

    wenn nach dem Einsetzen neuer Fische die Algen + Cynaos wachsen


    Gruß

  • Anwendung:

    1g - 5g auf 100Liter Meerwasser.

    Bei Anemonen im Becken nur halbe Dosierung.

    Am besten in etwas Wasser auflösen lassen und in die Strömung geben.

    Täglich anwenden.

    Bei Wassertrübung 2-4 Tage aussetzen,

    bis Wasser wieder klar.

    Als Vorbeuge:

    1g auf 100Liter Meerwasser in der Woche.


    300 Gramm 29,90€ / 99,66€ pro Kilo


    Abschäumer muss vorhanden sein !!!

    Nicht überdosieren!!!

    Die Dosierrichtlinie eines teuren Produktes mit gleichem Hauptbestandteil

    Die Frage dazu warum bei Anemonen nur halbe Dosierung? wegen der Nährstofflimitierung?

    Gruß

  • Hallo Hans-Werner,

    danke für den Link über die Diplomarbeit von Schrübbers. Ich kannte sie bisher noch nicht. Sie bestätigt aber meine Grundaussage über die große Diversität der Cynobakterien und damit verbunden die Unwahrscheinlichkeit für die aquaristische Praxis, ein akzeptables (von Antibiotikas abgesehen) "Allheilmittel" gegen Cyanobakterien zu finden.
    Bei den mehrfach revidierten toxonomischen Einteilungen der Oscillatoriaceae kam man ja lt. dieser Dipl.Arbeit ursprünglich auf bis zu 1500 Spezies. Zwar wurde diese Einteilung später gestrafft, da verschiedene Kriterien der Zuordnung von Variabilitäten und wechselnden Umweltbedingungen bestimmt waren, aber dies ist ja für die aquaristische Praxis genau das Problem. Ob die unterschiedlichen Reaktionen auftretender Cyanoplagen von der Zugehörigkeit zu bestimmten Spezies, variablen Formen oder ihren breiten Anpassungsmöglichkeiten an unterschiedliche Umweltbedingungen wie Stickstoffverfügbarkeit, Lichtstärke, Lichtqualität oder physikalische Bedingungen abhängen, bleibt letztlich egal, ist für den Anwender so gut wie nicht zuordenbar und verhindert eben einen einheitlichen Bekämpfungsansatz.

    Viele Grüße

    Bernd

  • Hallo Armin und Torsten,

    Zitat

    stimmt nicht ganz. Wenn der Kohlenstoff nicht vor Denitrifizierern verwendet wird, dann wird P + N im festen Verhältnis von 1: 10 abgebaut. Bei Denitrifizierern ist dieses Verhältnis 1 : x, wobei x SEHR hohe Werte annehmen kann. Und meistens holen sich die Denitrifizierer einen ordentlichen Anteil des Kohlenstoffs aus dem Wasser.

    So hatte ich es auch verstanden aus diverser Lektüre und daher auch gemeint, dass man mit z. B. Traubenzucker u. U. nur an einer Seite schraubt.

  • Ich habe mal etwas versucht und kann das ganze nur bestätigen.

    Ich habe auf ca. 280 Liter Wasservolumen, 3g Traubenzucker gegeben, und 30 ml NiteOut.

    Binnen 24 Stunden sank der N0[t]3[/t]-Wert von > 20 mg/l auf < 5 mg/l.

    Begleiterscheinung war eine kräftige Bakterienblüte, die der Abschäumer in 12 Stunden aufnahm.


    Fazit 1: Ich hätte nie gedacht das Tranbeuzucker so schnell verfügbar ist für die Mikroorganismen.

    Fazit 2: Ich halte eine Dosierung von 1g/100l, für eine sehr hohe Gabe. 0,5g/100l sollten vollkommen reichen.

    Beobachtung: Die LPS und Krusten, sowie Scheibenannemonen mögen diesen starken Abfall von Nährstoffen überhaupt nicht.
    Aber alle Braunalgen und Schmieralgen waren binnen 4 Stunden WEG! Nur die Grünalgen blieben resident.

    Die SPS hingegen störte es gar nicht.


    MfG Philipp

  • Hallo Philipp,

    da relativ viele andere Aquarianer mit dem wohl auf Traubenzucker basierenden AntiCyano-Mittel (Diskussionsergebnis im RAF) keine sichtbaren Erfolge hatten, kann man davon ausgehen, dass Kohlenstoffgaben keinesfalls generell gegen alle Cyanoplagen helfen. Anderseits ist es ein alter Erfahrungswert, dass verschiedene Milieuveränderungen - und die erfolgen durch Traubenzuckergaben natürlich auch - oftmals Effekte zeigen.
    Nun stellt sich aber vor allem die Frage wie es weitergeht! Bleiben die Cyanos auf Dauer weg oder kommen sie nach Absetzen der Traubenzuckergaben wieder? Beim fraglichen Mittel war dies meistens der Fall. Die weitere Frage ist, wie reagieren die Beckeninsassen längerfristig darauf. Hier gab es die meisten Probleme, so dass am Ende erhebliche Schäden festgestellt wurden (und dann die Cyanos doch wieder kamen, weil die eigentliche Ursache nicht abgestellt war). Damit war die Zugabe letztlich in den meisten (nicht allen berichteten) Fällen eine völlig untaugliche Maßnahme.
    Insofern wären also auch weitere Berichte zu einem späteren Zeitpunkt interessant. Leider werden diese bei späteren Misserfolgen leider oftmals unterlassen

    Noch eine Frage: Was bezeichnest Du als Braunalgen? Kieselalgen dürften ja eher weniger auf Kohlenstoffdüngung reagieren.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo zusammen,

    ich habe die von Hans-Werner in seinem Link gepostete Dipl.Arbeit nun nochmals in Ruhe durchgelesen. Neben der schon angeführten Feststellung zur problematischen Taxonomie der Vielzahl der unterschiedlichen Cyanostämme/-formen erscheinen mir die Ergebnisse zum untersuchten Wachstum beim Stamm Flo 1 (Oscillatoria limnetica) recht aufschlussreich:

    1. Stickstoffverhältnisse in ihren verschiedenen Formen spielen für das Wachstum so gut wie keine Rolle! Zusätzliche Stickstoffgaben führten im Vergleich zu fehlenden Stickstoffquellen nur zu äußerst geringen Steigerungen der Biomasse; hohe Konzentrationen teilweise sogar zu einer Abnahme; NaNO2 wirkte ab einer Konzentration von 5 mM sogar toxisch auf die Zellen.

    (Die in der Aquaristik immer wieder auftauchende Theorie von einem Missverhältnis P : N als Ursache für die Cyanoproblematik dürfte damit nicht bestätigt sein. Grund für die Bedeutungslosigkeit der Stickstoffverhältnisse ist die Möglichkeit der starken Verwertung von Reservestoffen wie Cyanophycin).

    2.Bezüglich der Salinität besteht eine hohe Toleranz, das höchste Wachstum erfolgt aber bei Salinität 15 - 18.

    3. Höhere pH-Werte fördern das Wachstum.

    4. Tendenziell erfolgt ein stärkers Wachstum bei niedrigerer[U] Lichtintensität. Sie können mit starken Schwankungen lichtsammelnder Pigmente um des 4 - 5 fache auf unterschiedliche Lichtstärken reagieren. Die Lichtqualität (Spektralbereiche) hat dagegen kaum signifikante Auswirkungen.

    Gruß

    Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (12. November 2012 um 01:13)

  • Mit den Scheiben das kann ich bestätigen aber gewöhnen sich schnell daran.
    Konnte schonwieder eine Teilung verzeichnen.

    Ich hatte jetzt das Problem das ich Nitrat n.n. hatte und Phosphat so 0,04 - 0,06 (2 x Frostfutter pro Tag)
    habe jetzt schon seit 2 Woche keinen Traubenzucker mehr dosiert..

    Keine Cyanos und Algen -> nun meinte mein Händler paar Spurenelemente könne ich schon dosieren...

    gesagt getan auch wenn ich schon gelesen hab das erst nach 6 Monaten damit begonnen werden sollte...

    Microbe All in One dosiert -> Das Eisen in der Lösung hatt meine Drahtalge explodieren lassen - leider meine Cyanos auch !!

    Eisen soll den Cyanos auch ermöglichen Luftstickstoff zu fixieren und in Ammonium umzuwandeln -> dann noch kein Nitrat und Phosphat im Überschuss -> Die Drahtalge hatt da noch schlimmeres verhindert aber war schon krass wo aufeinmal alles Cyanos wuchsen..

    Der Spuck dauerte so 5 Tage .. wiedermal eine beeinflußender Faktor.. Meerwasseraquaristik ist einfach Komplex .. man muss einfach alle Zusammenhänge verstehen wie die alten Hasen ..

    wieso gibts das Problem bei anderen Becken nicht? Nitratwert schuld? Eisen dosieren ja viele über Balling und Spuries...
    Oder liegts am Phosphatwert? Absorber ist eigtl. neu ... (2 Wochen)

    Gruß

    2 Mal editiert, zuletzt von RicStar (12. November 2012 um 05:03)

  • Hallo Ric,

    die Beobachtung mit dem Eisen finde ich interessant und sie entspricht auch meinen Beobachtungen.

    Von den Nährstoffen Stickstoff und Phosphat, bin ich mir nicht sicher, welche Rolle Stickstoff selbst spielt. Ich habe aber den Eindruck, dass niedrige Phosphatkonzentrationen die Cyanos fördern. Man kann aber, wenn man das Verhalten und die Rolle der Cyanos im Aquarium beurteilen will, weder die Cyanos alleine noch einen Nährstoff alleine betrachten. Ich denke, das zeigen auch die Versuche mit Traubenzycker und Cyano Control.

    Grüße

    Hans-Werner

    P. S.: Ric, ich glaube nicht, dass jemand alle Zusammenhänge versteht. Ich weiß, dass manche so tun als ob ...

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (12. November 2012 um 10:05)

  • Hallo,

    interessante Diskussion hier. :smiling_face:

    Ric
    Wenn Du über Eisendosierung sprichst und gleichzeitig über neuen Phosphatadsorber, denke bitte daran, das aus dem Adsorber ebenfalls eine größere Menge Eisen ins Wasser abgegeben wird. Insofern hätte man mit dem Versuch PO4 zu reduzieren nach Deiner Schlussfolgerung mit Fe-basierendem Adsorber immer mit einem vermehrten Wachstum zu rechnen. Das sollte man vielleicht mal in einem Test nachzuweisen versuchen.

    Was ich aber sehr seltsam finde, ist die Tatsache das bei Dir die Drahtalgen wachsen, wenn NO3 n.n. ist? Das diese auf Fe-Zugaben schnell mit Wachstum reagieren kann ich nachvollziehen/bestätigen, aber ohne NO3? Glaub ich eigentlich nicht. Meine hier wachsen gar nicht mehr - es sei denn ich gebe Aminos oder direkt No3 zu. Und das egal ob ich neuen Adsorber einsetze oder Fe per Balling-Ca-Lösung mit dosiere.

    Ciao sagt Nico.

  • Hallo,

    das mit dem Nitrat und Drahtalge sehe ich genauso wie Nico. Generell wollen diese dunkelgrünen Grünalgen mit großer Vakuole Nitrat, egal ob Drahtalge, Blasenalge oder Kugelalge. Sie reichern das Nitrat stark in der Vakuole an, vermutlich auch als Osmotikum, um den Innendruck aufzubauen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    auf welchen Umstand beziehen sich Deine Beobachtungen mit dem Eisen, die Du genauso wie Nico siehst? Nico schreibt hierzu, dass Eisen den Cyanos ermöglichen soll Luftstickstoff zu fixieren.
    Die von Schruebers untersuchten Cyanos sind aber nicht zur Luftstickstofffixierung in der Lage (Ziffer 3.4.7 der Dipl.Arbeit). Eine Wirkung von Eisen wurde m.W. hier auch nirgends festgestellt.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    Ric hat das mit dem Eisen geschrieben. Bei ihm, ebenso wie bei mir, ist es einfach eine Beobachtung, eine praktische Erfahrung. Die Sache mit der Stickstoffreduktion ist eine Erklärungsmöglichkeit, vielleicht sind Cyanos bezüglich Eisen einfach etwas ineffizient oder Eisen bildet mit Phosphat Ausfällungen, die von den Cyanos genutzt werden. Es ist ja auffällig, dass Cyanos immer an bestimmten Stellen wachsen und dort nach dem Entfernen wieder wachsen, an anderen Stellen aber nicht. Es gibt also mehrere Erklärungsmöglichkeiten für die Beobachtung. Ich halte die Erklärung mit den Phosphatfällungen nicht für die Unwahrscheinlichste. Das würde auch mit dem Auftreten der Cyanos bei niedrigen Phosphatkonzentrationen im freien Wasser gut zusammenpassen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    wenn man über längere Zeit die Erfahrungsberichte der Aquarianer über das Auftreten von Cyanoplagen, entsprechende Erklärungsansätze hierzu, aber auch die große Zahl wissenschaftlicher Untersuchungen zur Gewässerqualität verfolgt, dann stößt man auf ein unglaubliches Wirrwarr widersprüchlicher Ergebnisse. Einerseits ist Phosphor ein essentilelles Element, dessen Limitierung die Bakterienproduktion begrenzt, andererseits habe auch ich sehr häufig festgestellt, dass gerade bei niedrigen Phosphatwerten Cyanoplagen auftreten. Auch bei den publizierten Gewässeruntersuchungen fällt schon auf, dass Massenvermehrungen bei ganz unterschiedlichen Konzentrationen von Gesamt-Phosphat auftreten ( was vermutlich auch am Phosphatspeichervermögen div. Cyanobakterien liegen mag).
    Ähnlich sieht es mit dem Stickstoff aus. Verschiedene Stämme Cyanos können Luftstickstoff fixieren, was als Gründe für Massenvermehrungen bei hohen Phosphat- und gleichzeitig niedrigen Stickstoffkonzentrationen gewertet wird. Dann gibt es wieder Untersuchungen relevanter Stämme, wonach Stickstofffixierung nicht möglich ist und das Stickstoffangebot auch keinen Einfluss auf die Vermehrungsrate hat
    .
    Ob Eisenzugaben hier eine signifikante Wirkung haben, sehe ich eher als Randproblem. Zwar könnte Eisen unter aeroben Bedingungen mit Phosphat Eisen-III-Phosphat bilden, was aber ein schwer lösliches Salz wäre. Wie dies die Cyanos fördern könnte, erschließt sich mir nicht.

    Insgesamt teile ich aber absolut Deinen - wenig tröstlichen - Glauben, dass niemand alle Zusammenhänge versteht. Ich führe dies, wie schon oft geschrieben, auf die Vielzahl unterschiedlicher Formen der auftretenden Cyanobakterien und deren unterschiedlichen Eigenschaften zurück, aber eigentlich ist es egal, warum wir nichts genaues wissen. Dessen sollte man sich aber bewusst sein, was auch das Misstrauen gegen viele angepriesene Allheilmittel begründet. Da sind wir uns sicher einig.

    Viele Grüße

    Bernd

    Einmal editiert, zuletzt von Koberstaedt (12. November 2012 um 12:38)

  • Hallo Bernd,

    ich unterstelle den Cyanobakterien, dass sie besser als die meisten Algen oder Bakterien die Eisen(III)-Phosphat-Ausfällungen nutzen können. Cyanobakterien haben die Fähigkeit, mittels Photosynthese aus CO2 organische Verbindungen aufzubauen und als Siderophore oder organische Säuren wieder auszuscheiden. Diese Siderophore oder organischen Säuren bringen das Eisen(III)-Phosphat in Lösung und die Cyanobakterien nehmen die Nährstoffe auf.

    Auch das Verhalten, dass sich die rote Oscillatoria unter Phosphatmangel am Nachmittag in den Bodengrund zurückzieht, spricht für diese Art der Phosphataufnahme.

    Grüße

    Hans-Werner

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