• Hallo,

    hätte da mal eine Frage bezüglich der Schwankungen von dem PH-Wert in meinem Aquarium.
    Habe mir, da mein letztes PH-Messgerät defekt wurde ein neues gekauft. Dieses hat eine Datenlogger Funktion und habe über 2 Tage mal meine PH-Wert Schwankungen aufzeichnen lassen.

    Mal zu den üblichen verdächtigen:
    1.) Lüftung des Raumes wo das Aquarium steht: Dauerlüftung, im Zimmer war wärend der Messung immer das Fenster offen.
    2.) Eiweißabschäumer läuft im Dauerbetrieb
    3.) Oberfläche des Aquarium wird mittels einen großen Ventilatos beströmt, daher großer Luftaustausch an der Wasseroberfläche

    Was mir aufgefallen ist:
    Die PH-Wertschwankungen sind komplett ident mit der Beleuchtungsdauer. Soll heißen: Beleuchtung schaltet sich ein, ein paar Minuten darauf steigt der PH-Wert. Beleuchtung schaltet sich aus, ein paar Minuten darauf fällt der PH-Wert.

    Habe sehr viele Steinkorallen im Aquarium und gutes Wachstum. Ich werde jetzt zwar nicht besonders in Panik verfallen, da eigentlich alles sehr gut wächst. Aber da ich mit dem PH-Wert in der Früh schon am untersten Limit fahre, wo die meisten sagen, da könnte es bald kritisch werden, würde mich interressieren, was man gegen den starken Abfall machen könnte ?

    Anbei ein Bild meiner Datenloggeraufzeichnung von meinem PH-Messgerät. Maximalwert ca. 8,1 (22.00 Uhr) und Minimalwert ca. 7,5 (11.00 Uhr) !

    Lg
    Didi

    Bilder

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

    4 Mal editiert, zuletzt von Dietmar W. (15. August 2011 um 11:59)

  • Hallo Didi,

    unterschiedliche PH-Werte morgens und abends sind völlig normal.
    Nachts wird Sauerstoff verbraucht und Kohlendioxyd produziert.
    Tagsüber wird durch die Tiere und Pflanzen CO2 verbraucht und
    damit steigt auch der PH-Wert. Die Höhe des PH-Werts und seine Stabilität
    hängt aber von der Alkalinität des Wassers ab. Eine niedrige Karbonathärte
    ist oft für solche PH-Sprünge verantwortlich. Da aber die Angaben über die
    KH-Härte fehlen, würde ich erst einmal auf einen zu niedrigen Wert tippen. Falls durch die Erhöhung keine
    Verbesserung eintritt, überlege auch einmal in Richtung Gammelecken und/oder Bodengrund.
    Erhöhung erfolgt mit Natriumhydogenkarbonat oder Natriumkarbonat. Für alle Probleme rund
    um die Meerwasserchemie möchte ich Dir das ausgezeichnete Buch "Ratgeber Meerwasserchemie"
    von Armin Glaser aus dem Rüdiger Latka-Verlag ans Herz legen. Mehr geht nicht. :thup
    Das CO2 muss ja irgendwo herkommen. Wenn nicht durch die Luft, dann im Wasser.
    Die Salinität würde ich zuerst überprüfen. Zu geringe Dichte ist auch ein Grund!
    Last but not least sollte man auch einmal seine PH-Messeinheit infrage stellen.
    Wie alt ist die Sonde? Ist sie qualitativ hochwertig? Wie alt sind die Flüssigkeiten für das Kalibrieren? Wird die Temperatur (25 Grad) beim Kalibrieren eingehalten?
    Bei mir war es ein Billigprodukt, was dann zu ähnlichen Irritationen führte. Nach Tausch der
    Sonde gegen ein hochwertiges Produkt war der Spuk vorbei.
    Mit einem PH-Tropftest (Meerwasser geeignet) kann man die Tendenz überprüfen.

    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hajo,

    vorerst Danke für deine rasche Antwort.

    Wie schon in meinem ersten Beitrag geschrieben, ist das PH-Messgerät NEU (auch kein Billiggerät, gut alles ist Relativ, es gibt natürlich immer etwas besseres) und habe mir auch gleich neue Kalibrierflüssigkeiten (PH 4 und PH 7) dazubestellt. Das PH-Gerät hat auch einen Temperaturfühler der eine automatische Temperaturkompensation beim Kalibrievorgang vornimmt.

    Meine KH ist ca. bei 5 und wird am Abend wenn der PH-Wert am höchsten Stand ist, durch Zugabe von Natriumhydrogencarbonat auf 7-8 wieder angehoben. Das wird jeden Tag so gemacht, da ich ansonsten einen viel zu geringe Karbonathärte hätte. Die Karbonathärte verbraucht sich sehr schnell bzw. sinkt auch sehr schnell. Innerhalb eines Tages von ca. 7-8 auf 4-5 !!

    Dichte wir mit Refraktometer gemessen und ergibt einen Wert von 35, also OK

    Gammelecken im Becken könnte natürlich (Standzeit vom Becken ca. 8 Jahre) sein, aber nur müsste ich zum Entfernen den Aufbau entfernen, oder mit einer starken Pumpe hinter die Dekoration blasen. Aber das möchte ich eigentlich vermeiden.

    Lg
    Didi

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

    3 Mal editiert, zuletzt von Dietmar W. (15. August 2011 um 15:22)

  • Moin Didi
    Eigentlich ist das eine pH Kurve wie aus dem Biologie Lehrbuch.
    Hajo hats ja schon einwandfrei erklärt. Da ist wohl jede Menge los in Deiner Beckenbiologie. ( Bleibt wieder die Frage nach sog "Gammelecken" - :face_with_rolling_eyes: ich mag das Wort nicht
    Das du die kH im Auge hast ist natürlich wichtig, machst du richtig. Die sollte nicht weggeknabbert werden.
    Hast du schonmal daran gedacht mit Natriumcarbonat statt Natriumhydrogencarbonat zu arbeiten? Würde deinen pH Wert stützen.
    Vielleicht solltest du dein Nachfüllwasser durch Kalkwasser ersetzen.

    Lars

  • Hallo Didi

    Zitat

    habe mir auch gleich neue Kalibrierflüssigkeiten (PH 4 und PH 7) dazubestellt

    Du solltest besser mit Ph 7 und Ph 9 kalibrieren.
    Das passt eher zu dem Bereich, den wir im Meerwasser messen wollen.

    mfg Gerhard

  • Didi:
    "Gammelecken im Becken könnte natürlich (Standzeit vom Becken ca. 8 Jahre) sein, aber nur müsste ich zum Entfernen den Aufbau entfernen, oder mit einer starken Pumpe hinter die Dekoration blasen. Aber das möchte ich eigentlich vermeiden."

    Das Du bei einer Standzeit von 8 Jahren "Gammelecken" (entschuldige, Lars) :grinning_squinting_face: nicht ausschließen kannst, lässt die Vermutung zu, daß dem gesamten Bodengrund möglicherweise ebenso die nötige Pflege abhanden gekommen ist.
    Ist der Grund schon einmal (oder mehrmals) im Laufe der Zeit ausgetauscht worden?
    Falls nicht, liegt hier die Ursache, im wahrsten Sinne des Wortes, begraben. Es entsteht zuviel an CO2 (Zersetzungsprozesse).
    In diesem Falle wäre es zweckmässiger den Bodengrund zu tauschen, als täglich dem Wasser Karbonate zuführen zu müssen.

    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
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    aber aufhören zu leben.
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  • Hallo Dietmar,

    ein wirkungsvoller Weg den beleuchtungsabhängigen pH-Schwankungen entgegen zu wirken ist ein gegensätzlich (also nachts) beleuchtetes Algenrefugium. Hinzu kommen ja noch weitere positive Effekte.

    Gruß

    Bernd

  • Zitat

    Original von hajo

    Tagsüber wird durch die Tiere und Pflanzen CO2 verbraucht und
    damit steigt auch der PH-Wert.

    Hallo, kleine Korrektur: Tiere verbrauchen kein CO2, sondern produzieren dies.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Jungs,

    vielen Dank für die Anregungen. Ihr habt mich teilweise in meinem Verdacht, dass eventuell der Bodengrund mal zumindest teilweise durch neuen ausgetauscht werden sollte , bestätigt. Ich kann mir nämlich auch sehr gut vorstellen, dass der CO2 Anstieg und die damit verbundene PH-Absenkung in der Nacht, teilweise aus dem Bodengrund kommen könnte. Der Bodengrund ist nämlich seit Anfang an unverändert im Becken und hab ihn auch kein besonderes Augenmerk geschenkt. Nun wird es wohl Zeit, das Ganze nachzuholen.
    Eigentlich müsste ich ja, wenn ich eine Wasserprobe aus dem Bodengrund ziehe und anschließend den PH-Wert davon messe, erkennen können ob hier das Problem liegen könnte, oder nicht ?

    Nur mal so zur Info, ein paar Fotos von meinem Aquarium, damit ihr auch wisst über welches Becken wir reden. Ich weis, ich hätte schon viel früher einige Korallen fragmentieren sollen. Das Ganze geht schon fast über vor Korallen :frowning_face:

    Lg
    Didi

    Bilder

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

    2 Mal editiert, zuletzt von Dietmar W. (15. August 2011 um 16:55)

  • Hi,


    so ich habe jetzt den PH-Wert von meinem Bodenrund ermittelt, er beträgt 7,34. Ist das jetzt ein besonders geringer Wert,oder vollkommen Normal. Wenn dieser Wert zu gering ist wüsste ich wenigstens, dass es tatsächlich der Bodengrund ist, der mir den PH-Wert in der Nacht soweit nach unten drückt.

    Lg
    Dietmar

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

  • Zitat

    Original von Dietmar W.
    Meine KH ist ca. bei 5 und wird am Abend wenn der PH-Wert am höchsten Stand ist, durch Zugabe von Natriumhydrogencarbonat auf 7-8 wieder angehoben. Das wird jeden Tag so gemacht, da ich ansonsten einen viel zu geringe Karbonathärte hätte. Die Karbonathärte verbraucht sich sehr schnell bzw. sinkt auch sehr schnell. Innerhalb eines Tages von ca. 7-8 auf 4-5 !!

    Hi Dietmar,

    ich kenne das mit diesem riesigen Verbrauch, wenn man sich dein Becken ansieht, weiss man warum :winking_face:

    Steht insgesamt ja super da und über fehlendes Wachstum kannst du dich scheinbar nicht beklagen.

    Um aber zukünftigen Problemen vorzubeugen, solltest du aber ectl. auch was machen.

    Erstens würde ich dir auch raten, den Bodengrund zu tauschen. Hatte nach 6 Jahren auch langsam das PRoblem mit dem über nacht zu stark absackenden PH-Wert. Bei mir wars auch der bis dato niemals getauschte Bodengrund.

    Ich pers. würde dir ausserdem zu einer Dosierpumpe raten, die die KH kosntant hält. Jeden Tag eine Schwankung von 3-4 KH ist sicher auch nicht unbedingt das Beste für die Tiere, du hättest so auch nachts bei den starken PH-Wert Abstürzen mehr Pufferung.

    Viel Glück, berichte mal, falls du den Bodengrund tauscht.

    Gruß
    Sven

  • Sensay
    Ich pers. würde dir ausserdem zu einer Dosierpumpe raten, die die KH kosntant hält. Jeden Tag eine Schwankung von 3-4 KH ist sicher auch nicht unbedingt das Beste für die Tiere, du hättest so auch nachts bei den starken PH-Wert Abstürzen mehr Pufferung.
    Dieser Empfehlung kann man allein so nicht folgen. Nachfolgend möchte ich auch erklären, warum.
    Erstens ist es nicht ratsam, eine Dosierung von Karbonaten mittels Pumpe ohne eine PH-Regeleinheit durchzuführen, welche durch ihre individuelle Einstellung den Anstieg in einen gefährlichen PH-Bereich verhindern kann.
    Zweitens ist bei einer Dosierung nicht nur die tägliche Dosierungsmenge zu beachten sondern auch die Art des Karbonates spielt zusätzlich eine gewichtige Rolle. In Lösung gebrachtes Natriumhydrogenkarbonat verhält sich bei gleicher Menge anders als Natriumkarbonat.
    Außerdem spielt der Verbrauch im Becken auch eine Rolle. Es wird aus unterschiedlichen Gründen an manchen Tagen mehr an Karbonat verbraucht, als an anderen.
    Man kann natürlich auch das verdunstete Wasser per Karbonatlösung auffüllen. Mit oder ohne PH-Regelung. Nur muss man vorher genau austarieren, welche Konzentration die Lösung gemessen an der Verdunstungsrate für eine tägliche Zugabe haben muss. Aber auch bei dieser Methode ist der Blick auf den PH-Wert unabdingbar.
    Bei starken Schwankungen im Verdunstungsbereich ist diese Methode aber ungeeignet.
    Gruß
    Hajo

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    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

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  • Hallo Hajo,

    "Dieser Empfehlung kann man allein so nicht folgen. Nachfolgend möchte ich auch erklären, warum.
    Erstens ist es nicht ratsam, eine Dosierung von Karbonaten mittels Pumpe ohne eine PH-Regeleinheit durchzuführen, welche durch ihre individuelle Einstellung den Anstieg in einen gefährlichen PH-Bereich verhindern kann.
    Zweitens ist bei einer Dosierung nicht nur die tägliche Dosierungsmenge zu beachten sondern auch die Art des Karbonates spielt zusätzlich eine gewichtige Rolle. In Lösung gebrachtes Natriumhydrogenkarbonat verhält sich bei gleicher Menge anders als Natriumkarbonat."

    Glaube mir, kaum einer kontrolliert den PH-Wert, während er Karbonate per Ballinglösung zudosiert. Eine von mir vorgeschlagene gleichmäßige, dem Verbrauch angepasste Zudosierung von gelöstem Natriumhydrogencarbonat wird unter regulären Bedingungen keine Probleme machen und ist die schonenste Möglichkeit die KH kosntant zu halten, neben einem genau eingestelltem Kalkreaktor natürlich. Natriumkarbonat werden die wenigsten dosieren, da es nicht zum Standard-Ballingprogramm gehört.

    "Außerdem spielt der Verbrauch im Becken auch eine Rolle. Es wird aus unterschiedlichen Gründen an manchen Tagen mehr an Karbonat verbraucht, als an anderen."

    Diese Schwankungen sind völlig irrelevant und marginal, wer kontrolliert bitte täglich seine KH und dosiert entsprechende angepasste Mengen. Sowas ist realitätsfern und auch unnötig. Eine wöchentliche Anpassung, falls nötig, reicht völlig aus.

    "Man kann natürlich auch das verdunstete Wasser per Karbonatlösung auffüllen. Mit oder ohne PH-Regelung. Nur muss man vorher genau austarieren, welche Konzentration die Lösung gemessen an der Verdunstungsrate für eine tägliche Zugabe haben muss. Aber auch bei dieser Methode ist der Blick auf den PH-Wert unabdingbar. Bei starken Schwankungen im Verdunstungsbereich ist diese Methode aber ungeeignet."

    Es ist völlig egal, ob ich eine austarierte Menge per Verdunstungswasser nachfülle, oder ob ich es mit austarierten Ballinglösungen mache. Wegen der von dir besagten unterschiedlichen Verdunstungsmengen, wie sie gerade im Sommer vorkommen, halte ich diese Methode aber auch für am wenigsten geeignet.

    Gruß
    Sven

  • Hi,

    ich wende ja die Ballingmethode an und meine Vorgehensweise dekt sich im wesentlichen eigentlich mit der von Sven geschriebenen. PH-Wert messe ich mittels digitalem Messgerät im Dauerbetrieb und kann sogar die Tagesveränderungen über mehrer Tage (siehe obige Balkengrafik) auf einer SD-Card abspeichern und kann daher nachvollziehen, wie sich die konstante Zugabe von Natriumhydrogencarbonat auswirkt. Ansonsten messe ich die Karbonathärte ca. alle 1-2 Wochen, da ich über die Jahre ziemlich genau über den Verbrauch Erfahrung gesammelt habe. Selbiges gilt für den Verbrauch von Calcium und Magnesium.
    Ausser mein Blick ins Aquarium stellt fest, dass irgendetwas nicht so läuft wie Normal, dann verringere ich die Messzyklen und versuche die Ursache für die Veränderung zu finden.
    Daher stehe ich dem Vorschlag von Sensay durchaus Positiv gegenüber, da mir eine gleichmäßige Zugabe von Natriumhydrogenkarbonat, oder wahrscheinlich besser Natriumkarbonat durchaus sinnvoller erscheint, als die Tagesmenge auf einmal zuzugeben. Ich werde es zumindest mal versuchen.

    lg
    Dietmar

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

    4 Mal editiert, zuletzt von Dietmar W. (21. August 2011 um 20:22)

  • Sensay

    Glaube mir, kaum einer kontrolliert den PH-Wert, während er Karbonate per Ballinglösung zudosiert. Eine von mir vorgeschlagene gleichmäßige, dem Verbrauch angepasste Zudosierung von gelöstem Natriumhydrogencarbonat wird unter regulären Bedingungen keine Probleme machen und ist die schonenste Möglichkeit die KH kosntant zu halten, neben einem genau eingestelltem Kalkreaktor natürlich. Natriumkarbonat werden die wenigsten dosieren, da es nicht zum Standard-Ballingprogramm gehört.

    Von "Balling" war hier bislang nicht die Rede, oder habe ich etwas verpennt?
    Bei dem angegebenen PH-Wert von 7,5 am Morgen würde ich nicht auf Natriumhydrogenkarbonat zurückgreifen wollen sondern ausschließlich auf Natriumkarbonat. In diesem Zusammenhang ist es nicht ungefährlich auf eine PH-Kontrolle zu verzichten. Ich weiss von was ich rede. Seit Jahren fahre ich solch ein "Problembecken" genau auf diesem Wege. Mit Dosierpumpe und Nachfüllautomatik und PH-Kontrolle.

    Diese Schwankungen sind völlig irrelevant und marginal, wer kontrolliert bitte täglich seine KH und dosiert entsprechende angepasste Mengen. Sowas ist realitätsfern und auch unnötig. Eine wöchentliche Anpassung, falls nötig, reicht völlig aus.

    Es ging dem Themenstarter nicht an erster Stelle um die Höhe der KH, sondern so wie ich es verstanden habe, um einen stabilen PH-Wert. Das das eine das andere nach sich ziehen kann, ist ja wohl bekannt.

    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Jungs,

    Danke schon mal für Eure vielen Vorschläge. Bisher hat sich für mich folgendes herauskritallisiert:

    1. Ich werde den mehrere Jahre alten Bodengrund bei zukünftigen Wasserwechsel immer mal wieder in kleinen Schritten gegen neuen austauschen.
    2. Ich werde wahrscheinlich von Natriumhydrogenkarbonat auf Natriumkarbonat umsteigen.
    3.) Ich werde dann das Natriumkarbonat über einen längeren Zeitraum am Tag zugeben.
    4.) Um das Ganze zu kontrollieren, werde ich die erste Zeit den Datenlogger von meinem PH-Wertmessgerät mitaufen lassen um die Veränderungen verfolgen zu können.

    Was haltet ihr von dieser Vorgehensweise ? Ich glaube das wäre ein guter Ansatz.....

    Lg
    Dietmar

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

    3 Mal editiert, zuletzt von Dietmar W. (21. August 2011 um 20:35)

  • Hallo Dietmar,

    an deiner Vorgehensweise ist nur eines zu beanstanden:
    - das Natriumcarbonat solltest du nur während der Niedrig-pH-Phasen zugeben, um Calciumcarbonatausfällungen zu vermeiden.
    - Der Austausch des Bodengrunds schadet nichts, solange er in kleinen Schritten durchgeführt wird.
    - Natriumcarbonat erhöht deinen pH, eine Alternative wäre auch Kalkwasser.
    - die Kontrolle des pH ist auf jeden Fall sinnvoll

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    warum schließt Du Dich nicht der plausiblen Empfehlung von Sven an, wegen der schonenderen Wirkung Natriumhydrogencarbonat anstatt Nariumcarbonat zu verwenden? Damit sind doch stärkere pH-Wertsprünge zu erwarten und Du hälst Dich nicht an Deine eigenen Empfehlungen in Deinem Buch.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Bernd,

    bei einem pH, der auf 7,5 absinkt, ist Natriumhydrogencarbonat normalerweise nicht ausreichend. Hier würde sich
    die Alkalinität möglicherweise zu sehr erhöhen bis der pH in den Normalbereich steigt. Daher ist in diesem Fall
    die Verwendung von Natriumcarbonat oder Calciumhydroxid sinnvoll.

    Gruß Armin

  • Danke Armin,

    nur zur Veranschaulichung was ich an Natriumhydrogenkarbonat in den letzten Jahren täglich zugeben muss. Bei einem Beckenvolumen von 900 Liter Brutto (Nettovolumen ?) gebe ich derzeit ca. 600ml am Tag zu, um die KH (Alkalinität) um ca. 3 Härtegrade anzuheben.

    Hätte zum Natriumcarbonat noch einige Fragen. (In deinem Buch steht leider nichts darüber, oder vielleicht habe ich es überlesen )

    Wie ist die Löslichkeit in 1 Liter Osmosewasser. (Wieviel g/Liter kann ich auflösen)
    Und kann man sagen, um welchen Faktor dieses Natriumcarbonat stärker den KH-Wert oder Salinität anhebt, als das Natriumhydrogencarbonat ?
    Somit mit welcher Menge wäre es sinnvoll zu beginnen ?

    Lg
    Dietmar

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

    Einmal editiert, zuletzt von Dietmar W. (22. August 2011 um 08:17)

  • Hallo Dietmar,

    es lösen sich etwa 200 Gramm Natriumcarbonat in 1 Liter Wasser.
    1 Gramm Natriumcarbonat erhöht die Alkalinität so wie 1,6 Gramm Natriumhydrogencarbonat.

    Und ich verspreche dir: in der nächsten Auflage wird das erwähnt!

    Gruß Armin

  • Danke Armin

    für die Info und schön zu hören, dass es in Deiner nächsten Ausgabe stehen wird, bin dann sicher wieder ein Käufer des Buches :winking_face:

    Jetzt muss ich mir nur noch das Natriumcarbonat besorgen und werde Euch dann berichten wie sich das Ganze bewährt hat.

    Lg
    Dietmar

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

    Einmal editiert, zuletzt von Dietmar W. (23. August 2011 um 09:12)

  • Hallo,

    hab da noch eine Frage zu dem Preis,war gerade in meiner Heimatstadt in einer Apotheke und da würde 1 Kg Natriumcarbonat Euro 53,-- !!!!! kosten. Der selbe Preis wurde mir auch in einer Drogerie genannt. Ist das Zeug wirklich so teuer, oder weis jemand eine günstigere Internetbezugsquelle.
    Natriumhydrogencarbonat bekomme ich bei einem österr. Aquaristikversandhandel das Kg um Euro 3,30 !!!! ist da wirklich ein so großer Unterschied.

    Lg
    Dietmar

    Nachtrag:
    Habe soeben bei einer Wiener Gross-Drogerie angefragt und folgende Antwort erhalten. 1 Kg Natriumcarbonat kostet Euro 2,75 !!!!! Also manchmal frage ich mich, wie Preise zustande kommen ?!?!

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

    7 Mal editiert, zuletzt von Dietmar W. (23. August 2011 um 15:11)

  • Hallo Dietmar,

    In Ermangelung von Natriumcarbonat soll man Natriumhydrogencarbonat im Backofen (Backblech) erhitzen können.
    Das Resultat wäre dann das Natriumcarbonat.
    Diesen Versuch habe ich selbst noch nicht durchgeführt.
    Soll aber funktionieren.

    Gruß

    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

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  • Danke Hajo,

    als ich das gelesen hab, dachte ich erst: watt nen Urt.
    Aber geht tatsächlich bei ca 200°C. Man sollte dann aber probieren ob das Produkt bei ca 217 g/ l ausfällt,
    sonst man ein undefiniertes Gemisch erzeugt.

    Gruss
    Rainer

  • Hallo allerseits, ich nehme Wasch Soda von der Firma Holste, 500g = 1€, gibt es bei Famila.
    Der Herstteller versicherte mir per Mail das es reines Natriumcarbonat ist.
    Ich nutzes es seit ca. 6 Monaten in meinem reinem SPS Becken...

    Beste Grüße

  • Hi,

    Danke für den Tipp, habs auch gerade gelesen. Na dann könnte ich einen Teil von meinem Restbestand vom Natriumhydrogencarbonat ins Backrohr verfrachten und kurz auf 200 Grad erhitzen. Mal schaun was meine Frau dazu sagt :winking_face:

    lg
    Dietmar

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

    Einmal editiert, zuletzt von Dietmar W. (24. August 2011 um 08:51)

  • Also ich würde auch von Backofenexperimenten Abstand nehmen.
    Bei Chemikalien gibt es eben verschiedene Reinheitsgrade. In der Apotheke wird dir mit Sicherheit die reinste Form ( p.A. pro analysis)
    verkauft, deshalb sicher der astronomische Preis (neben dem üblichen apothekenaufschlag :face_with_rolling_eyes:)
    Dies ist für unsere Zwecke aber unnötig. Finger weg von der sogenannte "technischen Qualität" das kann dann zu stark verunreinigt sein.
    Lars

  • Hallöchen,

    also ich bin dem Rat vom Armin gefolgt und hab mir eine Pizza ins Backrohr geschoben und nicht Natriumcarbonat gebacken :ylol hat auch sehr gut geschmeckt, aber dass nur so nebenbei...........

    Ok, dass mit dem Reinheitsgrad und Apothekenaufschlag verstehe ich als Leihe auch noch, nur jetzt wird es kompliziert. Lars Du schreibst sinngemäß, dass die reinste Form (p.A.pro amalysis) für aquaristische Zwecke nicht benötigt wird, aber gleichzeitig Hände Weg von der "techn.Qualität". Grübel, Grübel, :confused_face: und welche Qualität oder Reinheitsgrad soll ich dann nehmen ?
    Sorry für die in euren Augen blöden Fragen, aber Chemie war noch nie mein Lieblingsfach :face_with_rolling_eyes:

    Lg
    Dietmar

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

  • Hi Dietmar,
    zwischen techn. und pA gibt es noch rein und reinst. Kannst du beides verwenden, da du ja nur geringe Mengen
    davon benötigst.
    Ich persönlich würde den pH-Wert aber mit CaO oder Ca(OH)2 anheben, da hier kein Na zusätzlich ins Becken
    kommt. Die geringen Mengen machen zwar praktisch nichts, aber wenn man die Wahl hat....

    ciao Frank

  • Danke Frank :]

    Zitat

    zwischen techn. und pA gibt es noch rein und reinst. Kannst du beides verwenden, da du ja nur geringe Mengen
    davon benötigst.


    Ja, Dietmar, das habe ich wirklich blöde ausgedrückt, sorry
    CaO (gebrannter Kalk) halte ich für gefährlich, CaOH - da sind wir wieder beim Kalkwasser :]
    Lars

  • Hi,

    so kleiner Zwischenbericht:

    Hab mir eine Grotech Dosieranlage gekauft und gebe nunmehr in der Nacht 30 mg Natriumcarbonat verteilt auf 6 Portionen in der Zeit von 01.00 Uhr Nachts bis 11.00 Uhr Vormittag zu. Das ist genau jener Zeitraum wo mir normalerweise der PH-Wert in den Keller fällt.
    Wahrscheinlich muss ich die Zugabemenge noch geringfügig erhöhen. Komme derzeit auf einen Höchstwert von 8,3 am Abend und einen Tiefstwert von 7,7 um die Mittagszeit, also bin schon ganz zufrieden damit.

    Sobald ich die richtige Dosiermenge gefunden habe, werde ich wieder die gespeicherten PH-Daten von meinem PH-Messgerät auslesen und eine kleine Grafik posten, damit man den Verlauf des PH-Wertes unter Zugabe von Natriumcarbonat sehen und mit der alten Grafik vergleichen kann.

    Übrigens ich habe derzeit ein Mischungsverhältnis von 200 mg Natriumcarbonat auf 1 Liter Osmosewasser von wo aus die Zugabe erfolgt. Bei der ersten Zugabe ins Technikbecken bildeten sich weiße Flocken, vermutlich Carbonatausfällungen. Habe daraufhin die Zugabe in einem Teil des Technikbeckens mit starke Wasserströmung verlegt und es bildete sich nur mehr ein weißer Schleier, der sich auf Grund der starken Strömung gleich aufklärte. Könnte ich das zusätzlich unterstützen, in dem ich das Mischungsverhältnis auf 100 mg pro 1 Liter Wasser verdünne, um das Risiko von Carbonatausfällungen nochmals zu senken ?

    Lg
    Dietmar

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

    3 Mal editiert, zuletzt von Dietmar W. (29. August 2011 um 14:52)

  • Hallo Dietmar,
    nun mal langsam. Eine pH-Wertdifferenz von 0,2 besagt eine Veränderung der Konzentration der Wasserstoffionen von 60%.
    Eine pH-Wertdifferenz von 0,3 wären eine Konzentrationsänderung um den Faktor 2!!
    Dein Becken sieht hammergeil aus, du hast was zu verlieren. Nicht zuviel ändern in so kurzer Zeit. Mach erstmal so weiter.
    Da pH-Änderungen auch Auswirkungen auf den Calziumgehalt/Alkanität haben bitte diese Werte nicht aus dem Auge verlieren.
    Verdünnen kannst du natürlich, oder mit T-Stück an 2 Stellen ins Wasser geben.

    Gruss
    Rainer

  • Hallo Rainer,

    hast natürlich Recht, ich hätte sowieso vorgehabt jetzt mal für eine Zeit bei der Zugabemenge zu bleiben, bin auch laufend am messen wie sich die anderen Parameter entwickeln. Karbonathärte, Calziumwert usw. Möchte dem System Zeit geben sich auf den gestiegenen PH-Wert einzustellen und dann schaun ob ich überhaupt noch was ändern werde.
    Aber das wichtigste dabei nicht aus den Augen verlieren, einfach mal an den Korallen und Fischen feststellen ob alles passt.

    Lg
    Dietmar

    Aquarium 250 x 60 x 60 cm, Technikbecken, Beleuchtung 3x250 Watt HQI & 4x54W T5, Abschäumer, Inneneinrichtung komplett mit Lebendgestein, Wasserströmung das 20-fache des Beckenvolumens.

  • Hallo Dietmar,

    ich hatte eingangs schon vermeldet, daß ich auch so ein "Problembecken" besitze.
    Genau wie Du reguliere ich den PH-Wert über eine Dosieranlage. Diese wird allerdings
    nicht über eine Zeitschaltuhr gesteuert sondern über eine Niveauregulierung per Schwimmschalter.
    Das verdunstete Wasser wird also permanent durch eine Natriumkarbonatlösung ersetzt, die aus
    einem 20l Kanister gefördert wird. Die dafür benötigte Menge an Karbonat beträgt für meine Verhältnisse
    (sprich Verdunstungsgrad des Beckens) 60g/20l. Mit 40g/l bin ich gestartet und habe dann bereits nach kurzer
    Zeit die Idealmischung von 60g/20l gefunden. Umgerechnet bedeutet das für mein Becken einen
    PH-Wert morgens von PH 7,95-8,0 und einen Abendwert von PH 8,3-8,35. Der Kanister passt bequem unter das
    Becken und reicht für 14 Tage.
    Dieser Bericht soll hier nur als Beispiel dienen, andere Becken können eine andere Verdunstungsrate haben.
    Hier muss jeder für sich experimentieren um seinen gewünschten "Idealfall" zu erreichen.
    Obwohl hier über 24 Stunden nur ein sporadischer Eintrag passiert, ist der CA-Wert öfter zu
    kontrollieren. Er neigt zu fallen.
    Übrigens wird das Becken seit 3 Jahren ohne jegliche Probleme mit dieser Steuerung versorgt.
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

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