Wie hoch ist die Lebenserwartung von Baggergrundeln?

  • Hallo Zusammen,

    evtl. könnt ihr mir weiterhelfen! =) Wie hoch ist eurer Erfahrung nach die Lebenserwartung von Baggergrundeln (speziell Valenciennea) im Aquarium wenn alle Bedingungen stimmen? Ich glaube in der Koralle habe ich schon mal gelesen, dass Baggergrundeln in der Natur keine so hohe Lebenserwartung haben. Aber wie sieht es damit im Aquarium aus?

    Hintergrund ist der, dass wir ein harmonierendes Pärchen V. wardii seit über zwei Jahren in unserem 650 Liter Becken halten, die auch regelmäßig ablaichen. Wir haben sie schon in vermutlich ausgewachsenem Zustand erworben. Seit über einem 3/4 Jahr stellen sie ihr Baggerverhalten fast komplett ein und magern bei nicht gezielter Fütterung innerhalb von 2-3 Tagen ab.

    Erst hatten wir unseren C. strigosus im Verdacht, der die Grundeln gerne ärgerte. Doch auch nach Umsetzen des Strigosus in ein neues Zuhause änderte sich das Verhalten nicht.

    Seit ein paar Tagen verlassen sie die Höhle kaum noch und man muss wirklich gezielt vor der Höhle füttern, damit sie zu ihrem Anteil kommen.

    Der restliche Besatz besteht aus einem Z. flavescens, einem Chelmon rostratus, Lippfischpärchen, Leierfischpärchen, einer Gruppe Torpedozebragrundeln, einem E. bicolor und vier A. leptacanthus.

    Wir haben schon die böse Vermutung, dass die V. wardiis altersschwach werden, da sie ansonsten keinerlei äußere Anzeichen einer Erkrankung zeigen. :frowning_face:

    Gefüttert werden sie mit hochwertigem Granulat (diverse Sorten) sowie mit Mysis und Artemia, was ich regelmäßig mit Vitaminen anreichere.

    LG Corinna

    LIFE IS BETTER IN FLIP FLOPS ❤️

    Einmal editiert, zuletzt von Corinna S. (9. Dezember 2012 um 17:15)

  • ein ähnliches Verhalten haben meine beiden Amblygobius phalaena auch nacheinander gezeigt...
    keine Ahnung ob es Altersschwäche oder etwas anderes war.

    Gruß aus dem Bergischen
    Adi

    "the sum of human intelligence is constant"

  • Nina,

    war bei meinem ersten Wardi Paar damals auch so - auch bei Ambligobius habe ich das nun. Ich hallte ca 3 Jahre für den normalen Lebenszyklus. Wenn die Tiere zu schwach werden, habe ich sie erlöst. Beim langsamen sterben zusehen war kein Spaß.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hi,
    hatten am Anfang ein Amblygobius phalaena Pärchen, wobei eine nach 3 Jahren an einer Verletzung verstorben ist.
    Haben wieder nachgesetzt, und dann Mitte letzten Jahres abgegeben. Das eine Tier ( ausgewachsen gekauft ) war also von Mitte 2006 bis Mitte 2010 bei uns.
    Lebt jetzt in einem anderen Aqua, muß mal nachfragen wie es ihnen geht.

    LG,
    Wolfgang

  • Hallo Zusammen

    Bei unserem A. phalaena Päärchen (zwar nicht Valenciennea-Art) hat die eine die andere nach gut 3 Jahren Hamonie von einem zum anderen Tag in eine Ecke des Aquariums verbannt und regelrecht ausgehungert. Als ich sie dann endlich fangen konnte war sie schon dermassen geschwächt, dass sie kurz darauf verstorben ist. Nun ca ein halbes bis drei viertel Jahre später ist die verbliebene nur noch ein Häufchen Elend und sieht sehr alt aus, ein richtiger Greis. Sie baggert praktisch nicht mehr nur noch ganz oberflächlich nimmt sie einige Steinchen auf. Auf der Flucht ist sie noch sehr schnell, also mit rausfangen ist nichts. Soll sie noch ungestört ihren Lebensabend geniessen!

    Ich denke, dass sie dann alles in allem so ca 4,5 Jahre alt sein wird.

    Gruss Ruedi

    Seit 23.2.2007 / Seit August 2017 stillgelegt
    AQ: L300,B150,H80 / CL Abyzz 4xA400 / Rückförderung A200 / LED AI HYDRA 52/ Genisis Bandfilter / Diakat B+ / JNS Abschäumer

  • Hallo Zusammen,

    vielen Dank für Eure Erfahrungen.
    Es sieht dann wohl wirklich so aus, als ob sie einfach alt werden. So lange sie nicht leiden, dürfen sie natürlich auch bei uns ihr Rentnerdasein genießen.

    In der Hinsicht würde mich aber noch interessieren wie ihr diese Übergangszeit überbrückt. Soll ich zusätzliche "Helfer" für den Bodengrund einsetzen und wenn ja, welche?

    Babylonia Schnecken sind leider keine Alternative, da wir C. elegans Einsiedler beherbergen ...
    Ein Archaster angulatus ist vorhanden.
    Ein weiteres Grundelpärchen auf 650 Liter dürfte wohl Mord und Totschlag geben, oder?

    LG Corinna

    LIFE IS BETTER IN FLIP FLOPS ❤️

  • auch bei mir wurde die A.phalaena vier Jahre alt. Hab sie ausgewachsen bekommen.
    In den letzten Monaten sah man die Alterserscheinungen schon stark, die Farbe bleichte aus, der Fisch schnappte beim Futter oft daneben (er bekam aber trotzdem genügend), irgendwann verstarb er dann still und heimlich.


    Bodengrund - eventuell eine Seegurke - holothuria edulis

  • Ich habe in den letzten 9 Jahren eigentlich immer V. puellaris gepflegt und meine Beobachtungen decken sich stark mit Euren.
    Ich habe immer ein Paar gekauft und hatte auch schon drei Paare, die dann regelmäßig Laich in der Höhle hatten. Nach etwa zwei Jahren fing immer eines der Tiere an abzumagern und war dann innerhalb von einigen Wochen nur noch ein Haut und Knochen, fraß aber ganz normal weiter und baggerte auch fleißig. Es hat immer nur ein Tier betroffen und dieses hat dann auch (bis kurz vor seinem Tod) keine Verhaltensauffälligkeiten gezeigt. Nach 2,5 Jahren war dann immer nur noch eine Grundel über, die dann noch bis zu zwei weitere Jahre durchgehalten hat, bis auch sie abgemagert und verstorben ist.

  • Hallo Corinna,

    ich kann dir die Holothuria atra - Schwarze Seegurke empfehlen. Sehr gefräßig, fleißig und effektiv. Und hübsch ist sie auch noch...

    Salzige Grüße
    Dirk

    Der frühe Vogel fängt den Wurm.
    Aber die zweite Maus bekommt den Käse!

  • Hallo Corinna!

    Ich kann Maretia planulata empfehlen. Meine 2 haben immer getreulich den Boden umgegraben (einfach beim Rein- und Rausbuddeln und sind Jahre alt geworden (ob sie noch leben, weiß ich aufgrund der Abgabe nicht mehr).

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Zusammen,

    die Seegurken haben mich immer eher wegen der Giftabgabe im Todesfall abgeschreckt. Wie sichert ihr euch dagegen ab?

    Wolfgang, danke für den Tipp. Du hattest zwei. Wieviele würdest Du bei unserer Beckengröße (650 l) einsetzen?
    Haben sie auch die Oberfläche des Sandes sauber gehalten?

    Kleines Update zu meinen V. wardis:
    Eine der beiden (vermutlich das Männchen) sieht heute wieder besser aus, das Weibchen ist weiterhin etwas eingefallen. Habe heute etwas größeres Granulat verfüttert, da sie Schwierigkeiten haben, das feine Granulat anzuvisieren und zu fressen, außerdem Mysis. Tut mir wirklich leid mit den beiden. Sind wunderschöne Fische, die mir durch ihr interessantes Sozial- und Brutverhalten immer viel Freude bereitet haben.

    LG Corinna

    LIFE IS BETTER IN FLIP FLOPS ❤️

  • Hallo Corinna!

    Zitat

    Wolfgang, danke für den Tipp. Du hattest zwei. Wieviele würdest Du bei unserer Beckengröße (650 l) einsetzen? Haben sie auch die Oberfläche des Sandes sauber gehalten?

    Auch 2. Die Igel kauen die Oberfläche nicht so durch, wie die Grundeln. Der Effekt beruht eher auf einer Umwälzung des Bodengrundes durch Grabtätigkeit. Aber ich hatte keine größeren Baggergrundeln und als ich das Becken leerte, war der Boden trotzdem bis unten "frisch", obwohl der Knallkrebs z. T. hohe Berge auftürmte.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Corinna,

    Zitat

    Original von Nina

    ....die Seegurken haben mich immer eher wegen der Giftabgabe im Todesfall abgeschreckt...

    LG Corinna

    davon habe ich noch nichts gehört. Kannst du was dazu sagen, im Lex hab ich nichts dazu gefunden.
    Danke im Voraus!

    Ansonsten bleibe ich bei meiner Meinung, zumindest meine Seegurke befördert täglich große Mengen Sand durch ihren mächtigen Körper. Gut zu sehen, wenn sie ihre Häufchen hinterläßt. :winking_face:

    Vorher hatte ich Grabende Seesterne, würde ich nicht wieder nehmen.

    Salzige Grüße
    Dirk

    Der frühe Vogel fängt den Wurm.
    Aber die zweite Maus bekommt den Käse!

  • Hallo Wolfgang,
    hallo Dirk,

    werde wohl wegen der Herzseeigel die Augen offen halten.

    Dirk, das steht u.a. in den Kommentaren im Meerwasserlexikon. Ich hab keine Erfahrung damit, aber mich haben die Kommentare bisher abgeschreckt. Ansonsten wäre es eine Überlegung gewesen.

    LG Corinna

    LIFE IS BETTER IN FLIP FLOPS ❤️

  • Hallo Corinna, hallo Wolfgang!

    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Hatte im Lex nur in den Artenbeschreibungen gestöbert. Wenn man in der Allgemeinen Beschreibung den gesamten Text aufklappt, wird man fündig. Wie peinlich. Tja, wer lesen kann...

    Bin nun aber schon etwas unsicher geworden. Meine Seegurke ist ja ein ganz schöner Klopper, nicht vorstellbar, was der in einem 300er Becken alles himmeln könnte.

    Aber: Gibts bei den Lesern hier im Forum jemanden, der die Aussagen aus dem Lex bestätigen kann? Würde mich schon interessieren.

    Hallo Philipp
    Ich hatte mal zwei Archaster angulatus - Grabender Seestern, sehe sie aber bzgl. Bodengrundreinigung als nicht sehr effektiv an. Sie verweilen lange am selben Ort und sind hauptsächlich nachts unterwegs. Dagegen ist meine Holothuria atra - Schwarze Seegurke eine wahre Fressmaschine. Das aktuelle Foto im Lex zeigt, wie sie mit ihren Mundwerkzeugen den Boden abgreift und zur Mundöffnung befördert.

    Salzige Grüße
    Dirk

    Der frühe Vogel fängt den Wurm.
    Aber die zweite Maus bekommt den Käse!

  • Hallo Zusammen,

    möchte einen kurzen Zwischenbericht zu unseren V. wardii Grundeln abgeben. Nachdem mir ein befreundeter erfahrener Aquarianer Tipps gegeben hat und den Hinweis, dass die Abmagerung bei unseren Grundeln sehr wahrscheinlich nicht durch Altersschwäche sondern durch einen Mangel bei der Ernährung auftritt, haben wir folgendes ausprobiert:

    - Verlängerung der Futterpause
    - gezielte Fütterung mit hochwertigem Granulat verschiedener Sorten im Wechsel

    Nach einigen Wochen kann man sagen, dass unser V. wardii Männchen kugelrund und das Weibchen wieder fast "normal" aussieht. Das Weibchen hat keinen eingefallenen Bauch mehr, man sieht aber noch ganz leicht hinterm Kopf die Seitenlinie. In den nächsten Tagen bekomme ich nochmal anderes Futter über J. Großkopf und ich hoffe, dass wir damit das Weibchen endgültig wieder aufpäppeln können.
    Ich denke, dass Weibchen hat es wegen der regelmäßigen Laichabgabe und der Brutpflege schwerer, genügend Reserven aufzubauen und auch zu erhalten.

    Das Grundelmännchen ertappen wir wieder öfters beim Baggern, das Weibchen sahen wir heute zum ersten Mal seit langer Zeit auf offener Sandfläche. =)

    In ein paar Wochen werde ich nochmal berichten.

    Liebe Grüße
    Corinna

    PS: Die Granulatsorten haben wir umgestellt. Sah gerade, dass ich bei Threaderöffnung auch schon von "verschiedenen Sorten" geschrieben habe.

    LIFE IS BETTER IN FLIP FLOPS ❤️

    Einmal editiert, zuletzt von Corinna S. (9. Dezember 2012 um 17:16)

  • Hallo Reinhard,

    den Grundeln gehts gut, sie laichen seid der Futterumstellung jedes Wochenende ab. Nach dem Ablaichen hat das Weibchen immer einen leicht eingefallenen Bauch, was sich aber jedes Mal nach gezielter Fütterung bessert.
    Wir reichern das Frostfutter nun regelmäßig (Vitamin u. Mineralienmischung) an und verfüttern im Wechsel verschiedene Granulatsorten.

    von Joachim hab ich
    - Soft Perls Größe 1,8 (Aquakultur Genzel)
    - Söll Colour Pellets
    - und Shrimp Sticks von Söll (die muss ich allerdings zerkleinern und ca. 3/4 Stunde einweichen)

    und außerdem verfüttern wir ganz oft
    - Omega One Marine Pellets

    Letztere und die Soft-Perls werden am liebsten angenommen.

    Viele Grüße
    Corinna

    LIFE IS BETTER IN FLIP FLOPS ❤️

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!