Hilfe Fische verschwinden

  • Guten Morgen liebe Forengemeinde,

    seit einigen Tagen verschwinden Fische in meinem Becken und ich weiß nicht wohin. Vielleicht hat von euch jemand eine Idee.
    Kurz die Daten von heute morgen:

    Becken 200x60x60cm
    NO3 - 0
    NO2 - 0
    PO4 0,03
    Mg 1330
    Ca 425
    KH 8
    PH 8,1
    WW zweimal die Woche 35L
    zur Zeit verwendetes Salz Tropic Marine

    Zugaben nur Balling Voll Methode

    Kurz zur Sachlage, ich war eine Woche nicht zu Hause, in der Zeit hat sich mein Vater um das Becken gekümmert, als ich nach hause kam fiel mir auf das das Pärchen Zwerkkaiser verschwunden war das war vor 5 Tagen, ich habe mir erst nichts dabei gedacht, da ich nur kurz in das Becken geschaut habe und mir dachte, das sie irgenwo im Riff sind. Als dann allerdings immer mehr Fische verschwunden sind habe ich mir langsam sorgen gemacht. Verschwunden in den letzten fünf Tagen sind:

    1x Pärchen Centropyge argi - Blauer Zwergkaiserfisch
    1x Aspidontus taeniatus - Falscher Putzerlippfisch
    1x Algenblenny
    1x Pterosynchiropus splendidus - Mandarinfisch Leierfisch

    was nun noch an Bestaz drin ist ist:

    1x Zebrasoma scopas - Brauner Segelflossen-Doktor
    1x Hemicoris chloroptera - Grüner Junker
    1x Paracanthurus hepatus - Paletten Doktorfisch
    1x Pärchen Amphiprion ocellaris - Falscher Clown
    1x Schwertgrundel
    1x Amblygobius rainfordi - Rainfords Grundel
    1x Valenciennea puellaris - Maiden Schläfergrundel

    An wirbellosen habe ich Weiche, SPS und LPS drin.

    Das Becken steht seit 7 Monaten bei mir und ist aus drei einzelnen kleinen Becken zusammengestzt.

    Nun die alles entscheidende Frage, hat jemand von euch eine Idee was mit den Tieren passiert ist?

    Ums Becken verteilt sind sie nicht das habe ich schon abgesucht.

    Vielen Dank für eure Antworten und liebe Grüße

    Christian

  • Guten Morgen liebe Forengemeinde,

    kleines nicht erfreuliches Update, :loudly_crying_face: die Valenciennea puellaris - Maiden Schläfergrundel ist nun auch verschwunden, war gestern noch mal bei meinem Händler um die Werte überprüfen zu lassen er hat genau das gleiche wie ich gemessen, Amoniak haben wir vorsichtshalber auch gemessen Ergebniss 0,0.

    Bin langsam am verzweifeln

    Hat vielleicht jemand eine Idee?

    Liebe Grüße

    Christian

  • Hallo Christian,

    leider ist eine Ferndiagnose in so einem Fall kaum möglich, es gibt zu viele Möglichkeiten. Es könnte ein Fressfeind im Becken sein (vielleicht schon mit dem LS ins Becken gekommen?), es könnte ein Gift im oder am Becken sein oder eine Krankheit. Hast du irgendetwas in der letzten Zeit geändert, z.B. in unmittelbarer Nähe neue Möbel oder neu gestrichen, neue Technik im Becken, den Bodengrund stärker bewegt usw.?

    Gruß
    Benjamin

  • Guten Morgen Benjamin,

    danke für die Antwort. Habe mir schon gedacht, das es sehr schwer ist. Nee ich habe nichts in der Umgebung geändert. Habe jetzt mal die UV und Aktivkohle zugeschaltet um eventuelle Gifte rauszukriegen. Bin mal gespannt ob wieder einer fehlt heute morgen. was könnte es den für ein Fressfeind sein? Müsste der nicht schon ziemlich groß sein? denn die verschwunden Fische waren ja auch nicht die kleinsten.

    Liebe Grüße

    Christian

  • Guten Abend liebe Forengemeinde,

    so nun der nächste Hammer ich könnt einfach nur noch :loudly_crying_face: nachdem jetz einige Fische verschwunden sind, fangen an die anderen zu sterben. Sie Atmen ganz hecktisch und liegen auf dem Boden. Ein Amphiprion ocellaris und ein Aspidontus taeniatus - Falscher Putzerlippfisch hat es jetzt schon erwischt. Kann ich irgendetwas machen außer untätig zuschauen. Die Wasserwerte sind immer noch unverändert!

    Vielen Dank und liebe Grüße

    Christian

  • Hey Christian,
    Verfolge deinen Thread jetzt schon von Anfang an, wollte bisher nocht ncihts schreiben da ich dir Fachlich Leider wenig helfen kann.
    Aber kann echt mitfühlen wie es dir dabei geht :frowning_face: hoffe es kommt alles wieder in Ordnung und dir kann wer helfen.
    Gruß Kevin

  • Hi Christian,
    est mal mein Beileid, sowas tut echt weh....
    Wie siehts mit Strömung und Sauerstoffeintrag aus?
    Abschäumer im Becken und läuft auch, Pumpen.....
    Seegurke im Becken?
    Ist leider einfach blind geraten.

    LG,
    Wolfgang

  • Hallo Christian,

    und wie ist das zu verstehen:

    Zitat

    Das Becken steht seit 7 Monaten bei mir und ist aus drei einzelnen kleinen Becken zusammengestzt

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hi

    Danke für eure Antworten!

    Kurz ein paar mehr Infos zum Becken, das Becken steht in meinem Arbeitszimmer, in dem fast 24std das Fenster auf ist. Das Becken wird mit einem TB betrieben, in dem TB hab ich ca. 20Kg Lebensgestein, einen Bubbelking 200 der 24std läuft, zusätzlich habe ich Momentan die UV 25W mit einem durchlauf von ca. 600L/h und einen Außenfilder, in dem ich Aktivekohle habe.

    Für die Strömung habe ich zwei Tunze 6060 drin, die im wechsel laufen.

    Die Rückförderpumpe läuft momentan mit 2700L

    Beleuchtet wird mit 4x 80W und 2x54W T5.

    Das Becken steht seit 7 Monaten und in ihm ist der Besatz aus drei anderen zusammengekommen, zwei von den Becken standen bei mir das eine 3 und das andere 1 Jahr , das dritte hatte auch ca. eine Standzeit von gut einem Jahr in allen drei Becken gab es keine auffälligen Werte oder auffälliges Verhalten der Fische, alle Korallen hatten und haben ein sehr gutes Wachstum.

    Bis zu dem verschwinden der Fische hat sich alles super entwickelt, keine Krankheiten bei den Fischen, die UV konnte ich nach den ersten 2 Monaten ausstellen und brauchte sie zum Glück auch bis jetzt nicht wieder.

    Ich glaub viel mehr gibt es nicht mehr zu berichten.

    Hab vielen Dank für eure Hilfe und eurer Mitgefühl.

    Liebe Grüße

    Christian

  • Hallo Christian,

    ah jetzt verstehe ich, Du hast den Inhalt aus den früheren in das Große getan (irgendwie hat es sich gelesen als ob es ein Konstrukt aus drei kleineren Becken die zusammengebaut wurden ist).

    Zitat

    die UV konnte ich nach den ersten 2 Monaten ausstellen


    das sollte man nicht tun; wenn man eine UV hat und betreiben will, dann muss sie immer laufen und nicht erst, wenn schon mal eine Krankheit ausgebrochen ist.

    Ist unlängst ein neuer Fisch dazugekommen?

    Grüße

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Guten Morgen Markus,

    nee der letzte Neuzugang war im Dezember in Form von der Schwertgrundel, ich hatte sie vorher 10 Tage im Karantenebecken, da Sie dort keine Pünktchen oder ähnliches bekommen hat habe ich Sie in das große Becken gesetzt.

    Liebe Grüße

    Christian

  • Hallo!

    Durch die nicht dauernd laufende UVC , und dadurch dass diese zu spät zugeschalten wurde, kann hier eine Oodinium Infektion in Frage kommen.
    Fische die im Riff verschwinden
    Fische die nach den Verschwundenen sterben
    deutet auf eine Infektion und Besiedelung der Kiemen hin, welche die Fische über Nacht ersticken lässt.
    Über Nacht sterben die Fische fast immer bei eine solchen Infektion, in 90 % aller Fälle, da sie dann am schlimmsten von den Erregern befallen werden.
    Die Erreger schwimmen die Fische Nachts an, wenn diese in der Ruhephase sind.

    Wie sehen die Fische aus, die jetzt sterben?
    Haben sie abgespreizte Kiemen und/oder ein offenes Maul nachdem sie sterben?
    Wie sieht die Haut aus, hat sie erkennbare Schäden??

    Es wäre nicht der erste Fall, in dem durch eine nicht eigeschaltene UVC die Fische sterben.

  • Zitat

    Original von Michael Kuhn
    Es wäre nicht der erste Fall, in dem durch eine nicht eigeschaltene UVC die Fische sterben.

    hi,

    nun, eine uv-anlage im eingeschalteten zustand garantiert ja nicht automatisch eine fischgesundheit und hilft bei akutem oodiniumbefall nicht wirklich.

    sie hält - je nach stärke der anlage - die erreger im freien wasser in schach und verbessert dadurch das
    allgemeine aquarienmilieu zur vermeidung von infektionen.

    kurz gesagt: kein allheilmittel.

  • Hallo!

    Zitat

    nun, eine uv-anlage im eingeschalteten zustand garantiert ja nicht automatisch eine fischgesundheit und hilft bei akutem oodiniumbefall nicht wirklich.

    Nun, eine UV-Anlage sorgt meiner Meinung nach, für ein fischgerechtes Wasser in dem Fische einem deutlich geringeren Infektionsdruck ausgesetzt sind.
    Und sind Erreger wie Oodinium im Spiel, und ist keine UV-Anlage im Dauerbetrieb, dann kommt es sehr schnell zu einer Sekundärinfektion mit Cryptocarion, welches dauerhaft im Aquarium lebt, und die Fische ersticken recht schnell.
    UVC im Dauerbetrieb= niedriger Infektonsdruck
    UVC erst im Krankheitsfall zugeschaltet= bringt oft gar nichts mehr, ausser den Tod für die Fische

  • Zitat

    Original von Michael Kuhn
    Nun, eine UV-Anlage sorgt meiner Meinung nach, für ein fischgerechtes Wasser in dem Fische einem deutlich geringeren Infektionsdruck ausgesetzt sind.

    ...was ich sage...

  • Hallo zusammen,

    ich kann die Einschätzung zur UV-Anlage nur durch eine Erfahrung aus dem Vivarium bestätigen:
    Hier hatte jemand aus Versehen den Stecker einer UV herausgezogen. Heraus kam dieses Versehen erst,
    als nach einiger Zeit in dem über Jahre stabilen Becken ohne Neubesatz plötzlich Oodinium ausbrach.

    Gruß Armin

  • Hallo Christian,

    Zitat

    nee der letzte Neuzugang war im Dezember

    na das ist aber noch nicht so lange her....

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hallo liebes Forum,

    danke für die Antworten, entschudligt, das ich mich heute erst wieder melde, gestern ging alles ein wenig drunter und drüber.
    Nachdem wie ihr oodinium beschreibt, gehe ich mal stark davon aus das es das ist. Den anderen Fischen geht es mittlerweile besser. Hoffe das es jetzt wieder aufwerts geht, habe heute morgen noch schnell eine zweite UV drangehängt. Kann ich sonst noch etwas machen außer warten? Und hoffen das meine Doofheit mit dem Ausschalten nicht alle meine lieben umbringt.

    Vielen Dank nochmal für eure Hilfe!

    Liebe Grüße

    Christian

  • Hallo Michael,

    danke für den Link. Ein sehr guter Artikel!

    Nur bei der Aussage am Anfang, dass Oodinium nicht latent im Aquarium vorhanden sein kann, muss ich dir
    nach unserer oben erwähnten Erfahrung widersprechen.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin!

    Danke für die Blumen! :grinning_squinting_face:

    Es ist schwierig, nachzuweisen, dass Oodinium auch über einen langen Zeitraum in einem geschlossenen System überlebt, das liegt auch daran, dass die Fische eine Immunität nach einer gewissen Zeit entwickeln, durch die Sie einem erneuten Ausbruch gewachsen sind.
    Cryptocarion tritt in vielen Becken immer wieder vereinzelt auf Fischen auf, und lebt und parasitiert auf seinem Wirt, den Fischen.
    Oodinium Ausbrüche , wie du sie beschreibst, ohne einen Neubesatz , halte ich dadurch möglich, dass die Oodinium Errerger auf Fischen parasitieren, die gerne dafür anfällig sind, wie z.B. der Weisskehl Doc.
    Solche Fische tragen die Erreger permanent und bei Stress oder anderen Erkrankungen bricht dann die Oodinium Erkrankung erneut aus.

    Meine Aussage im Bericht soll also heissen:

    Cryptocarion lebt dauerhaft im Becken und parasitiert auf den Fischen
    Oodinium hingegen behällt sich vor, auf besonders dafür empfindlichen Fischen zu parasitieren

    Ohne diese dafür anfälligen Fische hält sich und parasitiert Oodinium nicht auf dem restlichen Fischbesatz nach meiner Erfahrung.

    Ohne UVC Anlagen im Dauerbetrieb lässt man diesen Erregern natürlich die freie und volle Entfaltung und Vermehrung zu. Die Folge ist: Massiver Befall und im Fall von Oodinium ein sehr schnelles Sterben, meist über Nacht.


    :wink

    Einmal editiert, zuletzt von Michael Kuhn (22. Januar 2011 um 15:47)

  • Hallo Michael,

    vielen Dank für den Artikel! Die mir noch geblieben Fische erholen sich langsam. Gegen abend wird es immer noch ein wenig schlimmer aber ich hoffe mal das das noch wird.
    Habe mir bei Mrutzek vorsichtshalber nochmal "Easy Life Halt Parasites" habt ihr damit Erfahrung?

    Liebe Grüße

    Christian

  • Hallo Christian!

    Zitat

    Original von ctemme
    Hallo Michael,

    vielen Dank für den Artikel! Die mir noch geblieben Fische erholen sich langsam. Gegen abend wird es immer noch ein wenig schlimmer aber ich hoffe mal das das noch wird.
    Habe mir bei Mrutzek vorsichtshalber nochmal "Easy Life Halt Parasites" habt ihr damit Erfahrung?

    Liebe Grüße

    Christian

    Habe mit dem Mittel keine Erfahrung, da ich es nicht verwende.
    Mann muss bei diesem Mittel bei Anwendung die UV Anlage ausschalten, was hier wieder eine starke Vermehrung der Erreger begünstigen würde.

    Versuche es meiner Meinung nach lieber mit einer Dosierung von Ektozon am Abend, das nimmt die Erreger auch vom Fisch , und dann werden die freien Schwärmer von der UVC abgetötet.
    Zusätzlich spendet das Ektozon viel Sauerstoff für die Fischkiemen.

    Malachitgrün übers Futter dosiert ( Sera Costapur F) über 3-6 Tage hilft hier auch gut.
    Zusätzlich sollte eine Vitaminisierung des Futters, am besten mit Korvimin ZVT Pulver erfolgen ( gibts bei Ebay zu ca. 14 Euro eine Dose, reicht ca. 1 Jahr lang).

    Beleuchtung, insbesondere HQI reduzieren, und zusätzlich die Dichte auf 1,021-1,018 bei 25 Grad C. Ausgangstemp. reduzieren.

    Auf jeden Fall, die UV Anlage im Dauerbetrieb weiter laufen lassen.
    ZUsätzlich hilft meiner Meinung nach auch Ozon sehr gut, über den Abschäumer dosiert, da es viele Gifte entfernt ( Nitrit wird oxidiert, Nesselgifte entfernt bzw. stark reduziert).

    Auch die Wasserraufbereitung mit Tetra Aqua Safe tut den Fischkiemen und der Haut mehr als gut, und wirkt in vielen Fällen mit Ektoparasiten sehr gut unterstützend.
    Mit dem Aqua Safe gesunden die Fische deutlich schneller.
    Habe damit in der Vergangenheit sehr gute Erfahrungen gemacht,

  • Hallo Christian,

    da es bisher leider keine Fotos von befallenen Fischen gibt, ist die Diagnose "Oodinium" (Amyloodinium ocellatum) nur ein Verdacht. Es kann genauso gut ein anderer Ektoparasit sein. Das Zusetzen eines neu gekauften Fisches nach nur 10 Tagen Quarantäne ist ein großes Risiko, da 10 Tage nicht ausreichen, um eine Fisch sicher parasitenfrei zu bekommen.

    Direkt im Forum unter "Fischkrankheiten" und auf der MARUBIS-Homepage gibt es einige Fachartikel, in denen die Krankheiten ausführlich beschrieben werden. Dort steht auch wie man sie erkennt und vermeiden bzw. bekämpfen kann.

    Weiterhin kannst Du die äußerliche erkennbaren Symptome deiner erkrankten Fische auch sehr gut mit den Fotos vom Fisch-Hospital vergleichen. Evtl. findest Du dort das richtige Krankheitsbild und kannst dann gezielt behandeln. Bei einer ausgebrochenen Infektion mit Amyloodinium ocellatum (falls es dieser Erreger ist ???), ist es aber bereits zu spät und die Krankheit führt meistens zum Totalverlust. Daher ist es wichtig, bei Anfragen möglichst auch gute Fotos mit hoch zu laden, damit die Diagnose möglichst genau gestellt werden kann.

    Easy Life Halt Parasites ist ein Breitspektrummittel, welches div. Parasiten bekämpfen soll. Leider gibt der Hersteller keine Inhaltsstoffe an und betont nur, dass es für niedere Tiere verträglich sein soll. Eigene Erfahrungen habe ich mit dem Mittel noch nicht gemacht. Aufgrund fehlender Zusammensetzungsangaben kann man es leider auch nicht über die chemische Zusammensetzung beurteilen.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Christian,

    danke für das Einstellen der Bilder. Nun, beide Aufnahmen zeigen nicht die typischen Merkmale für eine tödlich verlaufende Ektoparasiteninfektion.

    Zitat

    Sie Atmen ganz hektisch und liegen auf dem Boden.


    Wie ist der Zustand heute ? Haben die Fische immer noch Probleme mit der Atmung ? Gibt es weitere Verluste ?

    Die Standzeit ist mit 7 Monaten noch nicht so lange, dass man unbedingt mit schwarzen Flecken usw. rechnen müsste ? Wie hoch ist der Bodengrund eingebracht ? Wir hatten bereits Fälle im Forum, wo die Fische nach und nach an hohen Schwefelwasserstoffwerten gestorben sind, die durch anaerobe Fäulnisherde im Bodengrund verursacht wurden oder schlecht aufbereitetes Riffgestein.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Guten Morgen Torsten,

    gestern war zum Glück mal ein Tag ohne Totesfälle, ich denke jedoch das es heute wieder so weit sein wird. Der Bodengrund ist ca. 5cm. im gesammten Becken, wird allerding ständig in Bewegung gehalten durch einen ausgewachsenen Sanddollar, die Grundel und mir, gehe einmal im Monat mit nem Mulmsauger an den großen freistellen durch. Das Riffgestein stammt zum Teil aus meinen alten Becken, wo es nie Probleme gab und zum anedern Teil aus dem dazugekauften, dort stand das Becken auch schon 1 Jahr.
    Wenn es am Schwefelwasserstoff liegt kann ich etwas machen? Durch irgendwelche Absorber oder zusätzliche Luft im TB oder gar im Becken?

    Vielen vielen Dank für die Hilfe!

    Liebe Grüße

    Christian

  • Hallo Christian,

    so wie Du die Bodenstruktur beschreibst und die Boden-Bewohner und Maßnahmen, halte ich die Schwefelwasserstofftheorie hier eher für unwahrscheinlich. In dem Fall hilft nur noch, die Quelle der Fäulnis zu beseitigen, aber das heißt dann Becken ausräumen. Das Herausfiltrieren über Aktivkohle hilft nur bedingt, da immer weiter Schwefelwasserstoff gebildet und nachgespeist wird. Ich hatte diese Möglichkeit nur erwähnt, weil wir bereits einige Fälle von schleichenden Verlusten hatten, die über Tage und Wochen anhielten und alle verbliebenden Fische eine permanent hohe Atmungfrequenz aufwiesen, ohne direkte Krankheitsmerkmale einer Parasitose zu zeigen. Man sucht dann nach Parasiten wo gar keine sind und auf schwarze Flecken im Sand oder TB kommt man zunächst nicht sofort.

    Die verbliebenden Fische in deinem Becken zeigen wahrscheinlich auf der Schleimhaut gar keine Veränderungen (Pünktchen, graue Schleier, Ablösungen von Hautfetzen, rote, entzündliche Stellen, etc.). Wenn dann nur noch die Atmung massiv erhöht ist, liegt immer der Verdacht nahe, dass es sich um eine Vergiftung handeln könnte. Wodurch auch immer sie verursacht wurde oder wird.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Torsten,

    danke für die Antwort, ich habe heute morgen den PalettenDoc rausfangen können, da er kaum noch kraft hatte sich zu wehren, und habe ihn in ein zweites Becken gesetzt. Wenn es Schwefelwasserstoff wäre solltes es ihm doch morgen wieder ein wenig besser gehen, oder?

    Gibt es eine Möglichkeit Schwefelwasserstoff im Wasser nachzuweisen? Vielleicht mit einem Indikator aus der Chemie?

    Liebe Grüße

    Christian

  • Hallo Gerhard,

    danke für die Antwort, dann kann ich das auch ausschließen, mein Wasser riecht nach nicht, und das TB auch nicht.

    Liebe Grüße

    Christian

  • Zitat

    Original von Gerhard Richter
    Hallo Christian

    Nimm deine Nase, das Zeug riecht wie faule Eier.

    Mfg Gerhard

    Hi,wenn du den Schwefelwasserstoff richen kannst ist die Dosis eh schon tödlich für alle Lebewesen.

    Einen Nachweis der Konzentrazion des Schwefelwasserstoffes ist sicherlich möglich. Dazu kann sicherlich Armin mehr sagen. Tesrt sind auf dem Markt nicht vorhanden.
    Was macht dein Paletti ?

    Gruß Micha

    Einmal editiert, zuletzt von Micha W. (27. Januar 2011 um 07:48)

  • Hi Micha,

    beim Schwefelwasserstoff suchen kann ich mich nur Gerhard anschließen: das beste Messgerät sitzt mitten im Gesicht!
    Wenn du eine verdächtige Bodenprobe mit einer Pipette entnimmst, unter die Nase hältst und nichts riechst,
    dann hast du kein Schwefelwasserstoffproblem.

    Gruß Armin

  • Guten Morgen,

    unten folgen einige Bilder vom Feilen Fisch, der heute nacht gestorben ist, ich habe mich dazu durchgerungen ihn aufzuschneiden und Bilder zu machen.

    @ Micha: er ist gestern leider verstorben trotzdessen, das er im zweiten Becken war

    @ Michael: nein, da meine Freundin eher zu Hause war als ich und den Anblick nicht ertragen konnte, hat sie ihn bereits entsorgt gehabt als ich nach hause gekommen bin.

    Habe gersten Abend noch an den unterschiedlichsten stellen im Becken Bodenproben genommen auch unter den rändern der Steine und darunter, keine auffälligen Stellen ofer Gerüche.

    eine gute Nachricht gibt es dann allerdings doch noch die Maidenschläfergrundel ist seit gestern wieder top fit und gräbt im Sand was das Zeug hält.

    Nun die Bilder nichts für einen leeren Magen, aber ich hoffe das vielleicht einer von euch etwas darauf erkennt.

    Vielen Dank nochmals für eure Hilfe, ohne euch hätte ich warscheinlich schon den Kopf in den Sand gesteckt.

    Liebe Grüße

    Christian

  • Hallo Christian,

    da Du die Kiemen sehr gut freigelegt hast, kann ich was dazu sagen. Fische, die an Vergiftungen sterben oder an Sauerstoffarmut im Wasser, zeigen direkt nach dem Sterben sehr blasse, manchmal fast weiße Kiemen. Fische, die eine massive Parasitose auf den Kiemen haben, zeigen dort beschädigte, ausgefranste Kiemenlamellen, die teilweise sich blass-rosa bis schwarz-rot darstellen. Das ist hier nicht zu sehen. Die Kiemen, die ich hier auf dem Bild sehe, zeigen den Normalzustand nach dem zeitnahen Tod eines Fisches an. Die Kiemen sind blutrot dunkel gefärbt und zeigen bis auf einige Schleimreste vom Sezieren des Kiemendeckels keinen ungewöhnlichen Befund an.

    Das Auge ist trüb, das kann aber eine Folge von Austrocknung und Tod sein - kann ich weiter nichts dazu sagen.

    Nun die inneren Organe kann man so nicht beurteilen, da man sie einzeln und sehr vorsichtig sezieren muss und dann den äußeren Zustand beurteilen und eine Gewebeprobe im Mikroskop anschauen müsste. Vom Darminhalt ebenfalls. Aber bei den großen Verlusten ist eine innere Erkrankung einer ganzen Fischgesellschaft in einem Becken sowieso extrem unwahrscheinlich.

    Leider haben wir wieder keinen Hinweis auf irgend etwas, was die Fische getötet haben könnte ?

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Guten Morgen Torsten,

    vielen Dank für deine Antwort, ich war auch sehr erstaunt, über die "schöne" Rotfärbung der Kiemen.
    Ich habe mich heute an dem nächsten Todesfall versucht, und das Ergebnis war völlig wiedersprüchlich zu dem von gestern.

    Ich bekomme heute von meinem Bruder mein Mikroskop zurück, worauf muss ich achten, wenn ich mir dünne scheiben, von den auf den unten gezeigten Organen, anschaue?

    Die folgenden Bilder sind nicht für schwache Gemüter und haben mich sehr viel Überwindung gekostet.

    Liebe Grüße

    Christian

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