Zebrasoma flavescens

  • Hallo,

    mein Doktor frisst nun seit 2 tagen nicht mehr, hat eine schnelle Atmung und ist nicht mehr Aktiv, ich habe mir schon Krankheitsbilder im Internet angeschaut aber leider bin ich zu keinem Ergebnis gekommen.
    Äusserlich kann ich an dem Fisch nichts feststellen Pünktchen, Schleim, abstehende Kiemen etc.
    Der Fisch ist nun seit 6 Jahren in meinem Besitz, und war immer kerngesund und ferfressen.
    Gefüttert wird 2x täglich, Flocken und Artemia manchmal zusätzlich mit Vitaminen.
    In dem letzten halben Jahr sind keine neuen Fische hinzugekommen, an den Wasserparametern wurde nichts geändert.

    Wasserwerte heute gemessen

    PH 8,2
    KH 8
    NO3 1mg
    NO2 n.n.
    Amm 0,01-0,05mg
    Po4 0,01mg
    Dichte 1.023
    Temp 25,6
    Mag 1240
    CA 440

    Alle Tests wurden mit Tropic Marin durchgeführt, bis auf Mag mit RedSea

    Würde mich über Hilfe sehr freuen,

    Gruss Thorsten

  • Moin.Vielleicht O² mangel oder Innenparasieten? :face_with_rolling_eyes: Ich habe meine neue Dori durch eine Quarantänebehandlung mit Oodinol wieder flott bekommen.Die hatte auch nicht mehr fressen wollen,starke Atmung und schwamm schon Kopf über. :confused_face: Nach 3 Tagen behandlung schwamm sie wieder richtig rum und hat angefangen zu fressen.Vielleicht klappt da bei deinem ja auch?

  • Hallo Thorsten,

    da bereits längere Zeit keine Neuzugänge in das Becken gekommen sind, könnte man Kiemenparasiten erst einmal vorsichtig ausschließen. Zur weiteren Eingrenzung ein paar Fragen:

    - zeigt nur der gelbe Doc diese Symptome ?
    - weniger aktiv - wie äußert sich das ? Liegt er irgendwo herum oder schwimmt er noch ?
    - manchmal wirken die Frontscheiben wie Spiegel, die gelben Docs schwimmen dann auffällig oft und agressiv in Richtung Frontscheibe und wirken extrem aufgeregt. Hat er dieses Verhalten vorher gezeigt ?
    - läuft der Abschäumer am Tag und bei Nacht ?
    - hast Du ihn als Jungtier erworben ?
    - auch wenn Du schreibst, dass man von außen nichts erkennt, wäre ein Foto evtl. doch hilfreich

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Vielen Dank für die Antworten

    @ Isabell

    bis vor kurzer Zeit war der Fisch immer schön "rund" aber langsam sieht man das er etwas abmagert

    @ Torsten

    - zeigt nur der gelbe Doc diese Symptome ?
    Ja

    - weniger aktiv - wie äußert sich das ? Liegt er irgendwo herum oder schwimmt er noch ?
    der Fisch schwimmt, hält sich aber ziemlich an einer Stelle auf

    - manchmal wirken die Frontscheiben wie Spiegel, die gelben Docs schwimmen dann auffällig oft und agressiv in Richtung Frontscheibe und wirken extrem aufgeregt. Hat er dieses Verhalten vorher gezeigt ?
    nein

    - läuft der Abschäumer am Tag und bei Nacht ?
    ja 24h

    - hast Du ihn als Jungtier erworben ?
    ca. 1 Jahr würde ich sagen

    - auch wenn Du schreibst, dass man von außen nichts erkennt, wäre ein Foto evtl. doch hilfreich
    habe leider keins

  • Also Alterungserscheinungen würde ich ausschließen,ich habe meinen gelben Doc schon über 9 Jahre und der war ca 6cm groß,als ich ihn gekauft habe.

  • Da ich hier im Forum schon oft gelesen habe, wie Torsten Sause sich mit Fischkrankheiten auskennt, versuche doch an eine Kamera zu kommen für ein Foto. In der Nachbarschaft kurz ausleihen wäre eine Möglichkeit.

    MfG.: Thorben

    AQ-Daten: 100x70x60 ; Technikbecken 80x35x40 ; Seaqualux F6x39W mit Coral Light ; Eheim 1250 Förderpumpe ; H&S Abschäumer150-F2001 ; 3x Tunze 6055 ; Tunze 7096 USB Controller; Osmoseanlage 900Ltr/Tag mit Entmineralisierungsfilter ; Heizer 200Watt von Jäger; 45KG Lebendgestein; Rising-Sun mit dimmbarem Mondlicht; Notstromsystem; Multifilter von Schuran als Phosphatfilter

  • Moin.Das schaut mir ja nicht gut aus,so schnell baut ein Tier nach paar Tagen ab? :winking_face_with_tongue:
    Mein Gelber sieht dagegen wie ein Kugelfisch aus. Ich hatte bei der Quarantänebehandlung meiner Palette auch mit Traubenzuckervitamintabletten versuche gemacht.Ich würde es auf alle Fälle mal mit dem Oodinol versuchen,eventuelle Innenparasiten abzutöten,wenn der Fisch nicht mal Banane oder mango fressen will. :face_with_rolling_eyes:
    Wichtig,das Mittel nur in reinen Quarantänebecken anwenden.Ich habe bei der Behandlung so 3 bis 4 mal am Tag nen 50% Wasserwechsel gemacht.

  • HI Thorsten

    Das Tier ist extrem abgemagert. das wird schwer

    eine Behandlung mit oodinex oder solchen Mitteln ist hierbei nonsens denn das Tier hat eher
    Kiemen und Darmwürmer bzw es kann auch sein das seine "Salzdrüsen" aufgrund von Kiemenwürmern und oder Schwächezustand nicht mehr arbeiten.

    Das einzige das da noch hilft ist

    1. kurzes Süsswasserbad
    2. Anreichern von Futter mit dem Kot gesunder Fische und Preis Coly

    Das alles sollte aber so früh wie möglich passieren

    Gruss

  • Hi,

    also mit Odinol zu behandeln wäre hier wohl völlig falsch, da offensichtlich keine Form von Oodinium vorliegt. Und wenn diese Behandlung gemacht werden sollte, ist es klar das es in einem quarantäne Becken gemacht werden muss, wegen des anteilgen Kupfers. Ansonsten sind alles anderen niederen Tiere nähmlich auch Geschichte.

    Da Thorsten dieses Fisch nun einige Jahre Pflegt kann es sein das es das Alter ist. Mal sehen was Torsten Sause dazu sagt. Ich könnte mir vorstellen das auch Darmparasiten mit im Spiel sind. Mit Traubenzuckervitamintabletten würde ich es nicht gerade versuchen. Aber vielleicht erst mal das Futter mit Knoblauch (Knoblauchessenz) anreichern zur Desinfektion des Darmes. Und das Futter mit den bekannten Vitaminpräperaten oder als günstige alternative mit Lebertran oder Sanostol anreichern. Daran denken das er normalerweise ein Algenfresser ist. Daher die Kost vielleicht einwenig auf Spiroluna umstellen.

    Das was mir auf den Bilder auffällt ist zum einem ganz klar das er sehr Dürr ist und zweitens das er die Flossen klemmt. Ansonsten kann ich keine äusserlichen Merkmale einer Kranheit erkennen. Eventuell spreizt er ziehmlich die Kiemen ab. Aber das kann auch nur auf dem Foto so aussehen. Er zeigt auch keine Schreckfärbung.

    Mal sehen was Chefarzt Sause dazu meint.

    Gruß Micha

  • Meine Palette lid auch nicht ausschließlich an Oodenium,sie war völlig orientierungslos und schwamm Kopf über.
    Denke mal,das da auch irgend ein Innenparasit auf welche Nerven gedrückt hat.
    Jedenfalls hat sie sich nach 3 Tagen erholt und dann auch angefangen wieder zu fressen.

  • Hi Joe
    das mit dem Alter hab ich überlesen aber wenn man die Augengrösse betrachtet auf jedenfall ein altes Tier.
    naja lang wird es nicht mehr gehen

    Gruss

  • hi claude,

    jep, das haben tiere dem menschen voraus.

    wenn uralte unserer species nicht mehr wollen und die nahrungsaufnahme verweigern, werden sie mit
    zwangsernährung auch noch in ihren letzen sterbetagen unmenschlich gequält.

    :frowning_face:

  • Hallo zusammen,

    nun - das Foto ist doch einigermaßen aufschlußreich und sagt viel über den Allgemeinzustand des gelben Docs.
    Er sieht aus wie Methusalem und in die gleiche Richtung haben sich Claude und Joe geäußert. Man erkennt deutlich den massiv eingefallenen Oberkörperbereich, in dem normalerweise die Muskeln für die Fortbewegung sitzen und wenn man ganz genau hinsieht, fällt das stark eingefallene Auge auf. Hinter dem Auge befindet sich Fett, welches erst abgeschmolzen wird, wenn die Substanz des Fisches bereits massiv abgebaut wurde. Wenn er vorher noch gut gefressen hat und trotzdem so magersüchtig ausschaut wie auf den Bildern, dann liegt wahrscheinlich eine massive Stoffwechselstörung vor und das könnte auch altersbedingt sein. Der auf dem Foto sichtbare Kiemendeckel ist seitlich etwas "angefressen", das kann aber auch aus einer früheren Erkrankung sein. Darmparasiten könnten mit im Spiel sein. Da er die Nahrung verweigert, ist er wohl nicht mehr zu retten. Er wird langsam verhungern. Sorry.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Thorsten!

    Hältst Du einen 6 Jahre alten Zebrasoma wirklich für einen Methusalem?

    Für die sollten 10-15 Jahre doch kein Problem sein oder kenne ich nur Ausnahmetiere.

    Bei uns im Verein schwimmt ein Hepatus mit 23 Jahren. Und der sieht kein bisschen alt aus.

  • Zitat

    Original von Torsten Sause
    Hallo zusammen,

    nun - das Foto ist doch einigermaßen aufschlußreich und sagt viel über den Allgemeinzustand des gelben Docs.
    Er sieht aus wie Methusalem und in die gleiche Richtung haben sich Claude und Joe geäußert. Man erkennt deutlich den massiv eingefallenen Oberkörperbereich, in dem normalerweise die Muskeln für die Fortbewegung sitzen und wenn man ganz genau hinsieht, fällt das stark eingefallene Auge auf. Hinter dem Auge befindet sich Fett, welches erst abgeschmolzen wird, wenn die Substanz des Fisches bereits massiv abgebaut wurde. Wenn er vorher noch gut gefressen hat und trotzdem so magersüchtig ausschaut wie auf den Bildern, dann liegt wahrscheinlich eine massive Stoffwechselstörung vor und das könnte auch altersbedingt sein. Der auf dem Foto sichtbare Kiemendeckel ist seitlich etwas "angefressen", das kann aber auch aus einer früheren Erkrankung sein. Darmparasiten könnten mit im Spiel sein. Da er die Nahrung verweigert, ist er wohl nicht mehr zu retten. Er wird langsam verhungern. Sorry.

    Hi Thorsten,

    dann bin ich auch nicht schlecht gelegen mit meiner Prognose. Was mir neu ist das man an den eingefallenen Augen erkennen kann das die Substanz langsam aufgebraucht ist. Ist es bei fas allen Arten so? Das finde ich aufschlussreich und da durch lässt si hso manches bestimmt recht früh erkennen.

    Gruß Micha

  • Hallo Zusammen und erstmal vielen Dank für Eure Antworten,

    der Fisch ist jetzt über 6 Jahre bei mir, beim kauf hatte er schon fast die jetzige grösse.

    Ich hoffe mal er wird sich wieder aufrappeln, währe sehr schade um das Tier, hat mir sehr viel freude bereitet :baby:

  • MoinWie alt werden diese Tiere nun eigentlich?Meiner war ca 6cm groß,als ich ihn gekauft habe und ich habe meinen nun schon über 9 Jahre. :O

  • Hi

    den ältesten den ich kenne ist ca 23 Jahre alt

    *** Wie Thorsten sagt kann es auch am Darm liegen , die kann auch durch ungeeignetes Futter ausgelöst werden

    gruss

  • Möglich wäre so was,vielleicht ja auch Darmwürmer oder ein Krebsgeschwür?
    Ich frage mich nur,warum der so schnell abgemagert ist? Meinen konnte ich auch mal im Urlaub paarTage lang ohne Futter lassen,der pickt sich ja den ganzen Tag Futter von den Riffsteinen? :confused_face:

  • Zitat

    Original von Torsten Sause
    Hallo zusammen,

    nun - das Foto ist doch einigermaßen aufschlußreich und sagt viel über den Allgemeinzustand des gelben Docs.
    Er sieht aus wie Methusalem und in die gleiche Richtung haben sich Claude und Joe geäußert. Man erkennt deutlich den massiv eingefallenen Oberkörperbereich, in dem normalerweise die Muskeln für die Fortbewegung sitzen und wenn man ganz genau hinsieht, fällt das stark eingefallene Auge auf. Hinter dem Auge befindet sich Fett, welches erst abgeschmolzen wird, wenn die Substanz des Fisches bereits massiv abgebaut wurde. Wenn er vorher noch gut gefressen hat und trotzdem so magersüchtig ausschaut wie auf den Bildern, dann liegt wahrscheinlich eine massive Stoffwechselstörung vor und das könnte auch altersbedingt sein. Der auf dem Foto sichtbare Kiemendeckel ist seitlich etwas "angefressen", das kann aber auch aus einer früheren Erkrankung sein. Darmparasiten könnten mit im Spiel sein. Da er die Nahrung verweigert, ist er wohl nicht mehr zu retten. Er wird langsam verhungern. Sorry.

    Guten Morgen Torsten.

    Hätte es Sinn, wenn man bei diesem doch sichtlich mitgenommenem Tier auf Kiemenwürmer oder Darmparasiten tippen würde und diese bei dem sich darstellenden Zustand noch mit Preis Coly behandelt ?

  • Zitat

    Original von Micha W.: Hi Thorsten, dann bin ich auch nicht schlecht gelegen mit meiner Prognose. Was mir neu ist das man an den eingefallenen Augen erkennen kann das die Substanz langsam aufgebraucht ist. Ist es bei fas allen Arten so? Das finde ich aufschlussreich und da durch lässt si hso manches bestimmt recht früh erkennen.

    Hi Micha,

    bei größeren Fische kann man anhand der eingefallenen Augen sehr gut erkennen, dass hier bereits die letzten Reserven verbraucht werden. Das ist besonders dann hilfreich, wenn Fische sonst eher eine "rundliche" Figur haben und nicht so einen Messerrücken ausbilden wie der gelbe Doc. Besonders oft sieht man diesen Zustand bei Goldfischen und Kois für den Gartenteich. Bei Meerwasserfischen wirklich nur nach sehr langen Hungerperioden. Wenn der Fisch trotzdem noch frißt oder zumindest bis vor ein paar Tagen noch "normal" gefressen hat, liegt seit längerer Zeit irgend eine schwerwiegende Störung des Verdauungssystems vor. Wenn die falsche Nahrung angeboten wird, wie z.B. ausschließlich tierisches Protein bei einem Doc, dann magert der Fisch meistens nicht gleich ab, sondern bekommt irgendwann Organschäden oder beim gelben Doc ganz typisch diese blut-rot-unterlaufenden Flossen und Hautstellen, die wir hier im Forum schon öfter hatten.


    Zitat

    Original von trefferversenkt: Guten Morgen Torsten. Hätte es Sinn, wenn man bei diesem doch sichtlich mitgenommenem Tier auf Kiemenwürmer oder Darmparasiten tippen würde und diese bei dem sich darstellenden Zustand noch mit Preis Coly behandelt ?

    Hi Bert,

    ich glaube nicht, dass hier eine Behandlung noch eine Verbesserung bringt - dazu hat er zuviel Substanz verloren. Wenn ein Fisch die Fettpolster hinter den Augen abgebaut hat, dann ist kaum noch zu retten - aber es mag Ausnahmen geben ?

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hi Torsten

    Ne die gibts kaum , bei den Meerwasserfischen gibt es wegen der besonderen Situation
    der Salzabscheidung das Problem das dieses nicht mehr durchgeführt werden kann, was ein schnelles und massives
    einfallen der sichtbaren Körperstruktur bewirkt.
    Wenn soweit ist haste eh gar keine Chance mehr
    Ich kenn solche Symptome durch das füttern von Artemia und Importe wo die Tiere zu lange
    "gelagert wurden"

    Grus Claude

  • Guten Abend Torsten.

    Deine Diagnosen, Aussagen und Beobachtungsgaben beeindrucken mich schon über einen längeren Zeitraum.

    Meine zuvor gestellte Frage möchte ich nun in einer etwas anderen Form "wiederholen".

    Wenn der gesundheitliche Abbau des Tieres früher aufgefallen, demnach die Problematik rechtzeitiger in Form des Startberichtes in das Forum geschrieben und ggf. bebildert worden wäre ....

    ... hätte dann eine Behandlung mit dem Preis noch eher ein Ergenis herbeiführen können ?


    Und ist bei Befall von Kiemenwürmer nicht zu beobachten wie die betroffenen Fische sich am Bodengrund "reiben" ?

  • Am Boden reiben sich Fische zu 99% nur wenn sie Ektoparasiten auf der Schleimhaut haben,
    Kiemenwürmer fallen immer leichter auf, wenn der Fisch eine verstärkte Atembewegung hat.

    Aber eine Mikroskopie von der Fischschleimhaut, wei ein Kiemenabstrich sagt immer genaueres,
    das Problem das meist auftritt auch bei Großfischen wie KOI, wenn der Fisch geschädigt ist,
    belaste ich das Tier mit der Untersuchung zusätzlich, in diesem Fall würde ich nicht mehr untersuchen,
    wenn das Tier noch irgendeine Chance haben soll, denn bei dem Stress eines AUsfanges,
    werden mit Sicherheit die letzten Kraftreserven aufgebraucht, hin und wieder klappt es
    mit Makialgen aus der hand, aber das liegt halt daran wie scheu der Fisch ist, meine sind halt alle
    Handzahm und lassen sich anfassen, "medical trainig light" :ylol .

    Viel Glück dem Tier und Dir viel Erfolg.

  • Hallo Bert,

    zunächst mal vielen Dank für die Blumen :winking_face:
    Wenn man jahrelang nur kranke Fische beobachtet, diagnostiziert und therapiert hat man ein geschultes Auge, mit dem ich so manchen MW-Verkäufer auch heute noch auf die Nerven gehe :grinning_squinting_face:

    Bei einer frühzeitigen Diagnose kann man mit einem Gegenmittel in den meisten Fällen noch etwas erreichen. Aber leider entdeckt man die meisten Krankheiten erst dann, wenn die Fische sehr auffällige Symptome zeigen. Erkrankungen in einer früher Phase brauchen ein sehr geübtes Auge und dann bekommt man meistens auch nur den Eindruck "Irgend etwas stimmt nicht" und eine exakte Diagnose ist kaum möglich. Eine mikroskopische Diagnose ist für den Hobbyaquarianer auch kaum möglich und wird zudem den betroffenen Fisch schädigen oder verletzen, sofern man ihn überhaupt aus dem Becken bekommt.

    Hier im Forum findet man leider sehr oft Anfragen zu Fischen im finalen Krankheitsstadium. Aber das ist kein Vorwurf an die ratsuchenden Aquarianer. Oft bemerkt man Krankheiten erst sehr spät und wenn man sich nicht sicher ist oder die Symptome noch nicht sehr dramatisch sind, warten viele erst einmal ab, ob sich die Geschichte nicht von selbst erledigt. Außerdem fehlt vielen Aquarianer die Vergleichsmöglichkeit bzw. haben sie lange Zeit nur gesunde Fische vor Augen - zum Glück muss man sagen.

    Bei dem Einsatz der Gegenmittel muss man ebenfalls abwägen, ist es eine leichte Infektion oder kämpft der Fisch um sein Leben - es gibt leichte Gegenmittel und "Hammermedikamente", bei denen es dann um "Alles oder Nichts" geht. Preis Coly halte ich eher für ein "leichtes" Gegenmittel für geringen Befall - dafür ist es verträglicher als andere Mittel.

    In einem früheren Thread habe ich das Thema Kiemenwürmer schon einmal behandelt. Ein schwacher Befall mit Kiemenwürmern bleibt meistens unentdeckt. Auffälligstes Zeichen sind dabei wiederholte Würgebewegungen mit dem Maul, ohne dass der Fisch gerade Futter aufgenommen hat. Das ist immer ein Alarmzeichen. Später sind die Kiemen ganz blaß (siehe Link - Bilder). Aber das kann man nur schlecht von außen mit dem Auge erkennen.

    Link

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hi Thorsten,

    danke für die gute, ausführliche und fachliche Erklärung. Schön des es so Leute wie dich hier gibt.

    Gruß Micha

  • hi,

    ein kranker fisch versucht nach aussen hin, trotzt krankheit fit und fidel zu wirken.

    macht er auch nur kleine anzeichen von schwäche, wird er leicht zum spielball seiner artgenossen
    oder fressfeinde.

    daher ist beim auffallen der krankheit für den ungeübten, oft der zeitpunkt für rechtzeitige hilfe
    überschritten.

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