Abschäumer schäumen Bakterien ab

  • Hallo zusammen,

    nach diversen +/- aktuellen Artikeln schäumen Abschäumer nur ca. 20-30% des im Aquarium gelösten organischen Kohlenstoffes ab, nämlich die Verbindungen, die auf Grund ihrer amphiphilen (sowohl wasser- als auch fettlöslich) Eigenschaften zur Abschäumung geeignet sind, wie hier nachzulesen ist.
    Dafür werden aber Bakterien sehr effektiv abgeschäumt, wie in einem Artikel für die Aquakultur nachzulesen ist. Das bestätigt meine Annahme, dass weniger gelöste Organik als vor allem Bakterien und einzellige Algen im Abschäumer landen. Trübung wird besonders gut nach dem Zusatz von abschäumungs-fördernden Stoffen von der Abschäumung erfasst.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Trübung wird besonders gut nach dem Zusatz von abschäumungs-fördernden Stoffen von der Abschäumung erfasst.

    moin,

    ich weiß, du bist nicht derjenige, der hier ständig reklame macht, aber könntest du trotzdem mal einige effektive produkte nennen?

    ansonsten hieße das ja, das der abschäumer bei wodka ober anderen, das bac-wachstum fördernden mitteln besonders effektiv arbeitet, wenn ich dich richtig verstehe?

    mfg
    michael

  • Hallo Michael,

    wenn Du so direkt aufforderst, REEF ACTIF zum Beispiel. Es verstärkt die Abschäumung anhaltend und in einem vertretbaren Maß und das Wasser ist nach der Anwendung extrem klar.

    Horst-J.,

    eigentlich ist der Ursprung der Annahme, dass da vor allem Bakterien und einzellige Algen abgeschäumt werden, einfach. Ein Abschäumer trägt für sich alleine kaum Nährstoffe aus. Wenn im Becken die Nährstoffe nicht irgendwie von einzelligen Algen oder Bakterien gebunden werden, findet durch den Abschäumer eben kein Austrag von Nährstoffen statt. Dass immer wieder das Gegenteil behauptet wird, halte ich für einen der vielen Meerwasser-Mythen. Es ist auch extrem schwer und energieaufwändig, unter nährstoffreichen Bedingungen die Korallen zu einer Überschussproduktion von organischem Kohlenstoff zu bewegen, die sie an das Wasser abgeben, was das Bakterienwachstum und somit die Abschäumung von Nährstoffen befördert. Wesentlich einfacher ist es, wenn man durch die Zugabe von organischem Kohlenstoff das Bakterienwachstum fördert. Haben sich erst einmal nährstoffarme Bedingungen eingestellt, können diese auch viel leichter von den Korallen weiter unterhalten werden.
    Die Zugabe von Spurenelementen fördert m. E. das Wachstum von Mikroalgen einschl. Zooxanthellen oder aber die Abgabe von organischem Kohlenstoff durch die Korallen. Egal, jedenfalls glaube ich beobachtet zu haben, dass die Zugabe von Spurenelementen nährstoffarme Bedingungen fördert. Ich halte es für Unsinn, wenn aus theoretischen Überlegungen die Anwendung von Spurenelementen abgelehnt wird, ohne dass die Schädlichkeit der Spurenelemente-Zugabe durch Versuche belegt wird. Wenn man etwas behauptet, reicht in einem komplexen System die Theorie nicht als Beweis, man muss den praktischen Beweis führen.
    Gegenteilige Meinungen sind gefragt :D!

    Grüße

    Hans-Werner

  • Moin,
    als Abschäumungsfördernd fallen mir spontan noch zwei Dinge ein:
    1. Zugabe von Ozon
    2. Tetra Auqa Safe Marin

    Bei 2. muss man allerdings vorsichtig vorgehen. Ich habe damit bei der empfohlenen Dosis meinen Abschäumer mehrere Stunden zum überkochen gebracht. Wenn man nur wenig dosiert funktioniert es aber ganz gut.

    Gruß,
    christian

  • Hallo,

    gibt es hierzu eigentlich auch deutschsprachige Artikel?
    Mein Englisch ist zwar ganz brauchbar, aber aufgrund etlicher Fachbegriffe und der Länge des Artikels ist das doch recht umständlich.

    Im ersten Artikel wurden ja auch verschiedene AS verglichen und unterschiedliche Luft- und Durchflussraten untersucht.


    Klaus

  • Hallo Klaus,

    im nächsten Meerwasseraquarianer kommt von Armin Glaser ein Artikel zur Abschäumung.

    Im Internet darf man eher nicht nach deutschen Artikeln fragen, denke ich. Ich gebe selten deutsche Suchbegriffe ein, wenn ich wirklich nach etwas suche.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    nach diversen +/- aktuellen Artikeln schäumen Abschäumer nur ca. 20-30% des im Aquarium gelösten organischen Kohlenstoffes ab, nämlich die Verbindungen, die auf Grund ihrer amphiphilen (sowohl wasser- als auch fettlöslich) Eigenschaften zur Abschäumung geeignet sind, wie hier nachzulesen ist.
    Dafür werden aber Bakterien sehr effektiv abgeschäumt, wie in einem Artikel für die Aquakultur nachzulesen ist. Das bestätigt meine Annahme, dass weniger gelöste Organik als vor allem Bakterien und einzellige Algen im Abschäumer landen. Trübung wird besonders gut nach dem Zusatz von abschäumungs-fördernden Stoffen von der Abschäumung erfasst.

    Nur mal so.... das würde doch auch bedeuten, das ein Abschäumer auch Krankeitserreger, eben die schädlichen Bakterien, abschäumt oder ?

    In Verbindung mit Ozon müsste das doch eine effektive Möglichkeit ergeben diese Erreger und schädliche Bakterien aus einem Becken zu entfernen bzw. eine effektive Entkeimung bringen.

    Ich frage das deshalb, weill es immer hieß Ozon ist für eine Entkeimung nicht so geeignet als UV.... die o.g. These sollte aber genau das Gegenteil beweisen können oder ?

    Und noch was wie sieht es mit der Abschäumung von Spurenelemente aus.... liegt die vieleicht auch wesentlich niedriger als gedacht bzw. als immer so behauptet wird ?

    4 Mal editiert, zuletzt von Pinuccio (27. Januar 2009 um 11:29)

  • Hallo Giuseppe,

    die japanischen Artikel-Schreiber nutzen in der Tat die Abschäumung um die Keimzahl im Wasser zu reduzieren. Insofern denkst Du da schon in die richtige Richtung. Ozon hat eine zusätzliche keimtötende Wirkung, genau wie UV.

    Ja, mit der Abschäumung von Spurenelementen und anderen Nährstoffen ist es so eine Sache. Armin Glaser hat einen Vortrag in Sindelfingen gehalten, dass er insbesondere Eisen in der Abschäumerbrühe angereichert gefunden hat. Vermutlich wird das auch in seinem Artikel im nächsten MA stehen. Nach den beiden hier verlinkten Artikeln sollten Spurenelemente dann abgeschäumt werden, wenn sie entweder Verbindungen mit amphiphilen organischen Substanzen eingehen oder von Bakterien oder Algen angereichert werden. Letzteres dürfte auf eine Reihe Spurenelemente zutreffen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    würde das dann zum Beispiel darauf hindeuten, das auch Phytoplankton in größeren Mengen mit abgeschäumt wird? Eigentlich läge der Gedanke daran ja nahe, denn Eisen wird ja in Phytoplankton vielfach eingelagert. Auch ist die Brühe im AS oft auch grünlich, was ebenfalls darauf hindeuten könnte. Es gibt auch Kieselalgen, die braun/grün sind. Aber ich wäre nicht so vermessen die Farbe des Floats mit der Menge der abgeschäumten Kieselalgen gleich zu setzen.

    Ciao sagt Nico.

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    die japanischen Artikel-Schreiber nutzen in der Tat die Abschäumung um die Keimzahl im Wasser zu reduzieren. Insofern denkst Du da schon in die richtige Richtung. Ozon hat eine zusätzliche keimtötende Wirkung, genau wie UV.


    Hallo Hans-Werner,

    das finde ich sehr interessant... ich nutze nur Ozon zum klären des Wassers und auch zur Entkeimung und bisher hatte ich auch nie Probleme... ich behaupte mal das dies unter Berücksichtigung des o.g. Artikel ausreicht um unser Becken zu Entkeimen.... eine UV-Anlage sollte somit nicht unbedingt benötigt werden, sehe mich in meiner vor Jahren gemachten These damit etwas gestärkt !

    Zitat

    Original von Hans-Werner
    Ja, mit der Abschäumung von Spurenelementen und anderen Nährstoffen ist es so eine Sache. Armin Glaser hat einen Vortrag in Sindelfingen gehalten, dass er insbesondere Eisen in der Abschäumerbrühe angereichert gefunden hat. Vermutlich wird das auch in seinem Artikel im nächsten MA stehen. Nach den beiden hier verlinkten Artikeln sollten Spurenelemente dann abgeschäumt werden, wenn sie entweder Verbindungen mit amphiphilen organischen Substanzen eingehen oder von Bakterien oder Algen angereichert werden. Letzteres dürfte auf eine Reihe Spurenelemente zutreffen.

    Wenn Spurenelemente von Bakterien oder Algen aufgebraucht werden stehen sie ohnehin den Korallen nicht mehr zur Verfügung, somit stimmt die pauschale Aussage, dass der Abschäumer Spurenelemente entfernt im eigentlich Sinn nicht, denn er entfernt ein Großteil der Spurenelemente die ohnehin nicht mehr zur Verfügung stehen.

    Stimmt das ? In zeiten von DSB und Co. ist manchmal der Abschäumer in Verruf geraten.... diese Aussage sehe ich so nicht bzw. der negative Einfluss des Abschäumers ist nicht so stark wie angenommen.

    Viel negativer sollte da der Einfluss des Abschäumers auf das nützliche Phtyoplankton sein wie Nico (nhauke) das gefragt hat.

    2 Mal editiert, zuletzt von Pinuccio (27. Januar 2009 um 13:15)

  • Hallo,

    ich denke, dass die Kohlenhydrate und Proteine auf der Zelloberfläche bei Algen und Bakterien (sogenannte Exopolymere Substanzen EPS) sehr ähnlich sind und deshalb beide in ähnlichem Ausmaß von der Abschäumung erfasst werden. Die mitunter grüne Farbe des Flotats spricht auch dafür.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Wizard
    Hallo,

    gibt es hierzu eigentlich auch deutschsprachige Artikel?
    Mein Englisch ist zwar ganz brauchbar, aber aufgrund etlicher Fachbegriffe und der Länge des Artikels ist das doch recht umständlich.

    ich habs da gelich wie du, aber papa google übersetzt das doch gern für dich ...
    weiß zwar nicht obs funzt aber ich setz mal die links
    text 1
    text 2

    fachbegriffe muss man eben entsprechend selber einfügen ...

    gruß
    gerd
    :wink

    Einmal editiert, zuletzt von happyday (27. Januar 2009 um 17:59)

  • Moin,

    bei mir im AS sieht man immer sehr genau, wieviel Wodka ich dosiert habe! Viel Wodka, viel im Schaumtopf!
    Christoph Klose hat mir mal gegenüber erwähnt, dass er Jod dosiert hat und kurze Zeit später hatte er eine Flüssigkeit im Schumtopf, die dem Jodpräparat sehr ähnlich war....eine Joderhöhung war auch mit entsprechenden Test nicht nachweisbar!
    Seit dieser Zeit rät er jedem, den AS beim dosieren von Spurenelementen auszustellen, weil diese sonst abgeschäumt werden.....
    Es führt bei Christoph auch dazu, dass er sein Becken komplett ohne AS betreibt!

    M.f.G

    Markus

  • Hi,

    womit wir wieder bei Thesen und Beweisen wären, was so ein Abschäumer denn nun wirklich abschäumt. Hat nicht mal irgendjemand (Hans-Werner?) die Möglichkeit einen Abschäumer in ein Becken zu stellen, wo er nichts zum abschäumen hat (frisches Salzwasser) und dann jeweils bestimmte Substanzen täglich zuzugeben? Freilich müsste man zwischendurch immer wieder frisches Wasser nehmen. So müsste sich doch genauer erforschen lassen, ob er das rausholt oder? Schade das ich meinen kleinen DOC Skimmer nicht mehr habe, sonst hätte ich mir mal einen Eimer genommen und das probiert... mögliche "Substanzen" wären dann wohl:

    - Spurenelemente (Jod, Strontium, welche noch?)
    - Phosphat (für alle die glauben das das abgeschäumt wird...)
    - Nitrat (für alle die glauben das das abgeschäumt wird...)
    - lebende Bakterien (hier müsste man eine Flasche ZEOBak o.ä. opfern)
    - tote Bakterien (einmal 15min auf 121 Grad erhitzen... :smiling_face: )
    - lebendes Phytoplankton
    - totes Phytoplankton (Pro-Coral Phyton o.ä.)
    - Reef Actif
    - Zeolithpulver (TIMOClear, EasyLife, o.ä.)
    - usw.

    Das ist schonmal das Projekt für einen Monat Arbeit. :smiling_face: Es lässt sich sicher aber noch mehr finden. Verschiedenes Futter (CyclopsEeze, Frostfutter, Flocken. etc.)

    So könnte man so manchem Mythos mal ein Ende bereiten oder andere Sachen endlich "beweisen". Was haltet Ihr davon? Oder hat das jemand schon mal gemacht und veröffentlicht?

    Ciao sagt Nico.

  • Hallo Markus,

    das mit dem Jod ist sehr einfach: Christoph Klose hat PVP-Jod verwendet (kann ich Dir aus dem Verhalten des Abschäumers sicher sagen) und es ist der Polymer, der die Abschäumung zum überlaufen bringt, nicht das Jod, das von diesem Polymer eingeschlossen wird. Das kann man weder für Jod noch für Spurenelemente verallgemeinern.

    Nico,

    die Idee stammt nicht von mir. Es gibt aber tatsächlich Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften, die sich mit Abschäumung außerhalb der Meeresaquaristik beschäftigen. Ich glaube der Advanced Aquarist Artikel nennt einige. "Abschäumung" wird z. B. verwendet, um Proteine aus Lösungen zu gewinnen, wie verlinkt, um Bakterien abzuschäumen und ich kenne auch einen, der sich mit der Entstehung von organischen Bläschen durch Blasenadsorption von EPS beschäftigt.

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (28. Januar 2009 um 08:30)

  • Hallo Hans-Werner,

    ich wollte mit dem Vorschlag auch niemandem auf die Füße treten. Nicht Dir und auch nicht Markus oder auch Christoph. Ich wollte lediglich mal dazu anregen eigene Experimente zu machen, Indizien festzuhalten und mit den "Mythen" aufzuräumen. :O

    Ciao sagt Nico.

  • Hallo Nico,

    habe nichts verspürt, nicht so übervorsichtig ;)! War nur eine Klarstellung, dass nicht alles interessante von mir stammt :D.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    sieht schon komisch aus das Teil. Leider hab ich nicht die Muße mir den Artikel komplett zu Gemüte zu führen. Die paar Zeilen die ich gelesen habe besagen aber doch das das TEP in im Wasser gelöster Form und in Algenculturen vorliegt. Und auch das sie das abgeschäumt haben... das wäre ja ein weiteres Indiz dafür, das auch Phytoplankton abgeschäumt wird.

    Ciao sagt Nico.

  • Hallo Nico,

    eine Reihe von Artikeln beschäftigen sich mit der Entstehung von TEP und Macroaggregaten aus EPS.

    Die EPS sind Schleime oder Gele, die von Algen und Bakterien abgesondert werden und diese zunächst umhüllen oder bei bodenlebenden Diatomeen möglicherweise auch der Fortbewegung dienen. Diese EPS finden sich offenbar auch im Wasser entsprechender Kulturen. Es liegt also nahe, dass diese EPS von den Luftblasen erfasst werden, mit oder ohne den Erzeuger.
    Es besteht aber die Möglichkeit, dass nicht alle Planktonalgen in gleichem Maße abgeschäumt werden, je nach Art und Vorhandensein von EPS. Bei den Bakterien wurden die choliformen von der Abschäumung nicht erfasst.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner

    Also ih muss sagen das der Thread mehr als interessant ist!!

    Du nanntest eines eurer Produkte am Anfang des Threads
    Reef- Aktiv, inwievern kann es in dem Zusammenhang mit dem AS hilfreich sein,
    Bindet es die Stoffe die abgeschäumt werden sollen?

    Verzeih die villeicht blöde Anfängerfrage.

    Grüe Daniel

  • Hallo Daniel,

    ja offenbar entfernt REEF ACTIF Trübestoffe aus dem Wasser, so dass es brilliant klar wirkt.

    Nach einer mikrobiologischen Untersuchung scheint das sogar auf Bakterien zuzutreffen. Zumindest war die Keimzahl im Wasser der so gepflegten Aquarien ungewöhnlich gering und die Bakterien waren sehr klein. Letzteres ist ein Anzeiger für nährstoffarme Verhältnisse.
    Insgesamt ein äußerst interessantes Ergebnis, das wir einem in der Meerwasserszene gut bekannten Mikrobiologen zu verdanken haben und dem wir für diese Untersuchung sehr dankbar sind.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von nhauke
    Hallo Hans-Werner,

    sieht schon komisch aus das Teil. .

    Hi Nico,
    das ist doch der klassische Gegenstromabschäumer . Natürlich ein bisschen verrückt aufgebaut.
    Aber solche sind doch immer noch im Einsatz und gar nicht so schlecht. Der Vorteil dieses Gerätes ist die Höhe 200cm und der kleine Querschnitt 10cm. Da ist das Wasser ja sehr lange in den Luftblasen unterwegs und da bleibt ja dann einiges hängen an den Luftblasen.
    GRuß Jim

  • @Hans-Werner,
    Dann muß man also die Aussage mit der Keimabschäumung relativieren, wenn die coliformen Baks nicht mit erfasst werden oder? Denn genau diese möchte man ja doch gern erfernen. Es nützt uns ja nichts die gerade dosierten Nitrifikationsbakterien abzuschäumen. Hier wird ja sowieso oft geraten den AS abzustellen. Die Frage ist: wie lange?

    @Jim
    Das mit dem Abschäumer ist mir schon klar. Ich meinte das eher bezogen auf die Zeichnung.

    Ciao sagt Nico.

  • Naja, Nico,

    eigentlich haben Abwässer nichts im Riffbecken zu suchen! :grinning_squinting_face:

    Lies doch noch mal oben nach, Vibrio spp. und andere werden schon abgeschäumt und hier finden sich die Krankheitskeime. Choliforme sind vor allem Anzeiger für Abwasserbelastung. Wir haben sie im Darm und da kommen sie auch her, wenn sie sich im Wasser finden. :winking_face:

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    naja stimmt wohl. Mir ist auch klar, das dies Fäkalkeime sind. Aber wenn ich so die Mikrobiellen Stichproben bei uns in der Arbeit betrachten gehe (BIOTECH Firma)... Die Keime sind komischer weise manchmal überall vorhanden. Und ausschließen kann man das wohl nie. Ich weiss ja zum Beispiel auch nicht, was auf so einem Import so alles passiert und wie hygienisch die Tiere (besonders Korallen) von den Händen des Personals da sind. Das ist aber eine reine Spekulation! Können coliforme Baks denn in Meerwasser überhaupt überleben? Ich muß wohl dazu mal unseren "Dr." konsultieren. Das interessiert mich jetzt. Der kann mir bei der Gelegenheit dann auch erklären, was es mit TEP und EPS auf sich hat. Schließlich befasst er sich mit nichts anderem als Bakterien (besonders Darmbakterien)... :winking_face:

    Ciao sagt Nico.

  • Hallo Nico,

    ja, nach den coliformen (richtig ohne "ch") Keimen wird überall gesucht, weil sie anzeigen, wo durch Abwasser auch Krankheitskeime übertragen werden könnten.
    Ich denke schon, dass die in Küstengebieten vorkommen und dort auch eine Zeit lang überleben, aber frag mal den Fachmann.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo,

    leider hatte ich nur ein kurzes Gespräch zwischen Tür und Angel, aber trotzdem...

    Der "Fachmann" verwies auf hohe Keimbelastungen z.B. im Mittelmeerraum durch die Einleitung von Abwässern. Er meinte das die gram-negativen Bakterien sehr wohl in Meerwasser überleben können. Um nicht zu sagen besteht auch die Gefahr, das sie sich da anpassen und vermehren. Soweit zu den coliformen...
    Was er auch meinte, ist das es einen Zusammenhang zwischen proteinhaltigen Zelllayern und der Adhäsion der Bakterien im allgemeinen gibt. Diese Layer werden, so mutmaßt man, unter anderem gebildet um die Adhäsion zu vergrößern. Welche es dem Bakterium erlaubt an anderen Strukturen zu haften. Da wir im Meerwasser ja auch immer von substratgebundenen Bakterien sprechen, ergibt sich hier für mich ein völlig neues Bild. Ich spekuliere jetzt mal, das freitreibende Keime (auch Schwärmer?) keine oder wenige solcher Layer besitzen und deshalb eben nicht oder nur schlecht abgeschäumt werden. Bakterien aber, welche normalerweise Substratgebunden leben, sehr gut vom Abschäumer erfasst werden können. Hierfür würden auch die Anleitungen für die Wodka-Methode sprechen, wo Bakterienfilme abreissen (ausreichende Strömung) und über den Abschäumer entfernt werden. Das wird mit Mitteln wie ReefAktiv sehr ähnlich sein.

    Was meinst Du dazu Hans-Werner?

    Ciao sagt Nico.

  • Hallo Nico,

    das sind die EPS, ein gemisch aus Proteinen und Kohlenhydraten, wobei meines Wissens die Kohlenhydrate räumlich den größeren Platz einnehmen. Mit dem "normalerweise Substratgebunden" hast Du schon etwas interessantes Gesagt, da man heute davon ausgeht, dass die Biofilme die normale Lebensform der Mehrzahl der Bakterienarten sind und freie planktonische Stadien bei diesen Arten nur zur Gründung neuer Biofilme dienen.
    Ob diese freien planktonischen Stadien jetzt nicht von den Abschäumern erfasst werden, kann ich nicht sicher sagen, ich denke aber schon. Mit Sicherheit besiedeln viele Biofilmbildner im Wasser schwebende Partikel, insbesondere wenn diese Nährstoffe bieten, und bilden eine Art "Pseudoplankton", wie den Marine Snow.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hi,
    um auch mal was beizutragen:
    @Nico
    was das Phosphat betrifft wird es schon auch abgeschäumt.
    Haben ein 300l Becken mit nur kleinen Fischen und auch Algen und Ablegern im TB.

    Nachdem der AS vom großen Riffbecken eingegangen war, habe ich den Tunze Nano vom 300er reingehängt damit zumindest ein bißchen abgeschäumt wird, bis die neue Pumpe da ist.

    Im 300er war vorher weder Nitrat noch Phosphat nachweisbar.

    Nach 3 Wochen ohne den Nano AS allerdings schon.
    Jetzt wo der Nano wieder seinen Dienst dort versieht, sind die Werte wieder dort wo sie vorher waren.

    Möglicherweise wird das Phosphat von Bakterien aufgenommen und diese abgeschäumt?

    LG, WOlfgang

  • Hallo Wolfgang,

    Phosphat wird meines Wissens von Bakterien schon verbraucht, nur nicht in dem Maße wie Nitrat. Der Schluß den Du da ziehst scheint nahe zu liegen, aber ich kann mir das nicht vorstellen. Eher das der Sauerstoffeintrag sich in dem Becken verringert hat und dadurch der Verbrauch verändert wurde. Ich kenne die Rahmenbedingungen bei der Aussage nicht. Arbeitest Du da z.B. mit Kalkwasser oder einem Kalkreaktor? Durch den geänderten Redox-Wert kann sich auch hier ne Menge tun.

    Ciao sagt Nico.

  • Hallo Wolfgang,

    etwas Phosphat kann durchaus abgeschäumt werden, sei es in Form von Bakterien, deren Abbauprodukten oder
    durch die direkte Anlagerung von Phosphat an schaumbildende Stoffe.

    Der Redoxwert hat hingegen keinen Einfluss auf Phosphat.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin,

    schön das Du hier mitliest. Das mit dem Redox-Wert bzw. eingebrachten Sauerstoff war auch - wie schon gesagt - eher eine Vermutung.

    Ciao sagt Nico.

  • Hi,
    das Becken läuft nur mit Wasserwechsel.
    Kein Kalkeintrag, keine Spuris.
    Sauerstoffeintrag wäre natürlich eine Möglichkeit.
    Allerdings vermute ich das durch den Ablauf ins Technikbecken genug O² ins Wasser kommt.
    Kann ihn leider nicht genau einstellen, und am Ausgang immer reichlich Luftblasen beobachten.

    Da die Werte eh zu gut sind, läuft auf gesamt 300l auch nur der Nano.
    Im LPS Becken mit ~ 125l bei starker Fütterung wegen Tubsis und Co hat der Nano keine Chance.
    Nitrat und Phosphat bewegten sich im gerade nicht mehr grünen Bereich, dann sind die Caulerpas ausgeblüht und jetzt Werte wie im Fischbecken.
    Kommt aber demnächst ein TB mit Algenteil um das auch zu verbessern.
    Allerdings wollen wir dort auch durchaus Nährstoffe.

    LG, Wolfgang

  • Hallo Wolfgang,

    hmm, da kann man nur Rätselraten warum die Werte hochgehen.

    [OT on]
    BTW: nimm Rotalgen fürs Algenbecken, dann sparst Du dir das "ausblühen".
    [OT off]

    Ciao sagt Nico.

  • Hallo Nico,
    die Rotalgen sind im 300er auch drinnen.
    Im LPS haben wir auch welche, aber die wachsen nicht so stark. Möglicherweise wird das jetzt nach dem Ausblühen besser.
    Haben schon einige Algen ausprobiert, die reagieren sehr unterschiedlich auf die Beckenverhältnisse.
    Manche brauchen / vertragen extreme Nährstoffbedingungen, andere nicht.

    Das nur der AS ein Becken phosphatfrei hält glaube ich nicht.
    Ist halt eine Kombination aus allen Einwirkungen.

    Für mich aber ein Denkanstoß.
    War immer ein Verfechter der eher schwachen Abschäumung, da ja auch viele wünschenswerte Stoffe entfernt werden.
    Es sollte also scheinbar ein Mittelweg sein.
    Es spricht nichts gegen einen großen AS im Fischbecken, da wird er auch gebraucht.
    Aber im Riffbecken bei gemischtem Besatz...
    Zu sauberes Wasser ist auch nicht immer gut.

    LG, Wolfgang

  • Zitat

    Original von Wolfgang_Suchy
    Aber im Riffbecken bei gemischtem Besatz...
    Zu sauberes Wasser ist auch nicht immer gut.

    Also an zu sauberes Wasser glaube ich nicht. Wenn das der Fall ist, dann fehlt es meistens noch an anderer Stelle, z.B. mangelnde WW, mangelnde Spurenelemene (evtl. Bedingt durch fehlende WW) oder zu wenig Futtereintrag bzw. zu wenig futter für Korallen.

    Wenn man wirklich sehr Nährstoffarm fährt, dann muss man eben für Ausgleich sorgen... so ist das ja auch bei der Zeovit-Methode.

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