Seepferdchen mit entzündetem Brustbeutel inkl. einer Diskussion über Krankheiten bei Seepferdchen

  • Hallo Zusammen,

    seit ein paar Wochen habe ich Probleme mit meinem Barbouri-Männchen. Es hat Luft im Brustbeutel und vermutlich ist dieser auch entzündet.

    Ich habe es nun schon einige Male geschafft, die Luft aus dem Beutel zu entfernen, indem ich die Öffnung sehr vorsichtig auseinander gedrückt habe. So konnte die Luft entweichen. Leider hat es nicht lang angehalten und bereits wenige Tage später konnte sich das Tier schon wieder nicht aufrecht halten. Entferne ich die Luft wieder, geht es wieder einige Tage gut...

    Was mir zusätzlich aufgefallen ist, ist, dass die Öffnung etwas gerötet ist - deshalb meine Vermutung der Entzündung. Da ist auch der Grund, warum ich aktuell die Luft nicht entferne, da ich
    a) dem Tier nicht weh tun möchte
    b) die Entzündung nicht verschlimmern möchte

    Deshalb meine Frage:
    Kann die Entzündung irgendwie zusätzlich behandelt werden?

    Vielen Dank und viele Grüße,
    Sabine

    Hobby zum Beruf gemacht - daher keine Privatbecken mehr :smiling_face:
    http://www.seaspirits.de
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    Nur was Menschen lieben, werden sie schützen.

  • Hi

    Ja kannste
    das Gel heisst Kamistad Gel N ist rezeptfrei und das kannst mit einem
    Wattestäbchen vorsichtig anbringen ( Ja unter Wasser ! )
    Gruss

  • Hallo nochmal,

    es wird nicht besser...Ich entferne die Luft jeden Tag, aber am nächsten Tag ist er wieder voll Luft. Das Pferdchen kann sich nicht mehr aufrecht halten und treibt nur noch mehr oder weniger waagerecht an der Wasseroberfläche.

    Er frisst mittlerweile auch nicht mehr (vielleicht auch, weil er an das Futter nicht mehr rankommt - ich versuche schon Mysis einzeln mit der Pinzette zu füttern, was bis vor wenigen Tagen noch geklappt hat) und ist total entkräftet.

    Das Schlimmste ist, 'sein' Weibchen scheint sich irgendwie solidarisch zu zeigen, denn es hängt ebenso fast immer bei ihm im gleichen Eck an einer ins Wasser hängenden Sonde direkt unter der Wasseroberfläche und frisst auch nicht mehr mit dem Appetit wie früher.
    Sie zeigt aber keinerlei Krankheitsanzeichen, kann also ganz normal schwimmen und auch fressen...

    Gibt es denn irgendwas, was man noch tun könnte? (Gel wird regelmäßig aufgetragen, wenn es auch nicht sooo toll funktioniert.) - Ich hab Angst, dass ich beide Tiere verliere, wenn das Männchen stirbt.


    Viele Grüße,
    Sabine

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  • Hallo Sabine,

    ich bin bestimmt kein Seepferdchen-Spezialist und kann Dir daher hierzu nur begrenzt einen Rat geben.

    Zur bisherigen Behandlung:
    Das Kamistad Gel N enthält Benzalkoniumchlorid als "Desinfektionsmittel" und wirkt lokal gegen Bakterien. Es íst aber auch sehr gut wasserlöslich und je nachdem wie gút das Gel den Wirkstoff lokal bindet wirkt es oder auch nicht. Der weitere Wirkstoff ist Lidocain ein Betäubungsmittel, welches hier für den Behandlungserfolg keine Rolle spielt.

    Es wäre zu überlegen, in dem geschilderten Fall evtl. auch Antibiotika anzuwenden (Tierarzt). Als geeignetes Mittel wäre hier Kanamycinsulfat gegen die geschilderte Rötung (bakterielle Infektion) zu nennen. Es hat den Vorteil, dass es als Breitspektrumantibiotika wirkt und sich zudem sehr gut in Salzwasser auflöst und über die Haut des Fisches (Seepeferdchen) aufgenommen werden kann. Sofern es noch nicht zu spät ist für eine Behandlung, muss das Antibiotikabad mind. über 10 Tage fortgesetzt werden. Eine Behandlung könnte aber nur im Quarantänebecken erfolgen. Die Dosierung würde ich in Absprache mit einem Tierarzt so hoch wie möglich ansetzen.

    Leider stimmt mich deine Schilderung über dengegenwärtigen Zustand nicht sehr optimistisch, aber evtl. kann man doch noch was machen ?

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Sabine,

    dass das Männchen schon entkräftet ist, ist ein schlechtes Zeichen. :frowning_face:
    Dass das Weibchen auch mit stirbt, kommt bei einer starken Paarbindung vor.

    Ich habe schon mit Protomarin Coral direkt im Aquarium und anschließendem Aufbau mit Vitaminen gute Erfahrung gemacht.
    Vielleicht hilft es ja noch.

    Viele Grüße
    Elena

    Elena Theys , 27374 Visselhövede, Bremer Straße 91 Meerwasseraquaristik mit Herz Seepferdchen24.de

  • Hi

    Wenn das dann soweit schon ist ist das wirklich kein gutes Zeichen
    Kamistad hat ein Haftmittel dran und hält jedenfalls an Fisch recht gut
    da es für Schleimhäute gemacht ist und da halten soll

    Was helfen kann wäre wie schon gesagt die Bäder mit Antibiotika / Nitrofurantoin
    Ich würde diese aber nie komplett im Becken anwenden

    Wie alt ist es denn eigentlich ?
    Gruss

  • Hallo nochmal,

    Quarantänebecken ist kein Problem - im Becken irgendwelche Antibiotika anwenden käme für mich sowieso nicht in Frage.

    Er ist jetzt vielleicht 14 Monate :frowning_face:

    Ich weiß auch nicht, womit ich ihn im Moment mehr stresse oder was besser ist - die Luft jeden Tag rausmachen (tut ihm bestimmt auch nicht gut) oder ihn da oben hängen lassen...

    Zum Verzweifeln.

    Liebe Grüße,
    Sabine

    Hobby zum Beruf gemacht - daher keine Privatbecken mehr :smiling_face:
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  • Hi Sabine,

    steig mal um auf Lebendfutter für das Kranke sonst infiziert sich das immer wieder frisch. Setz es in ein Quarantänebecken mit 80% 3 Tage alten, frischem Meerwasser. Übrigends kranke Seepferde nie alleine in ein Quarantänebecken setzen. Dann fressen die erst recht nicht mehr. Dann Beutel aussaugen und wenn er leer ist spritzt Du 0,5ml Refobacin ( das sind antibiotische Augentropfen ) in den Beutel. Nach 2 Tagen eventuell wiederholen wenn sich der Beutel noch einmal aufbläst.

    mfg Uwe

  • Hallo Uwe,

    das mit dem Lebendfutter ist eine gute Idee. Mal schauen wo ich auf die Schnelle hier in der Nähe Mysis auftreiben kann - sonst muss ich nach München zum Wildenauer fahren - der könnte welches haben.
    Ansonsten krieg ich frühestens am Mittwoch welches her.

    Das Pferd sitzt seit heute abend in einem Quarantänebecken mit Chloramphenicol. Kann ich das Weibchen da einfach dazu setzen?

    Augentropfen?...
    Ich hätte antibiotische Augentropfen mit dem Wirkstoff Gentamicinsulfat hier.
    Oder ist beides zuviel des Guten? (Das Antibiotika im Wasser und die Direktanwendung im Beutel)


    Viele Grüße,
    Sabine

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  • Hi,

    Gentamicin ist richtig. Mit Chloramphenicol kenne ich mich nicht aus. Das Zeug ist mir auch zu heiß. Außerdem macht es die Darmbakterien platt und dann kann das Pferd nicht mehr gescheit das Futter verdauen. Ins Chloramphenicol würde ich das Weibchen nicht dazusetzen. Erst wenn das wieder raus ist.

    Solltest Dir langsam mal eine Garnelenzucht als Futterreserve zulegen :winking_face: Babygarnelen sind besser als ausgelutschte Mysis aus dem Laden :winking_face:

    mfg Uwe

  • Hi Uwe,

    danke dir. - Heute passiert eh nichts mehr. - Das Pferd treibt nach wie vor waagerecht an der Wasseroberfläche.
    Morgen früh seh ich dann weiter.


    Jaja....das mit der Futterzucht :frowning_face:
    Ich bin ja schon mal froh, dass sich meine Pods anständig vermehren... und jetzt kommst du schon mit Garnelen :grinning_squinting_face:


    Viele Grüße,
    Sabine

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  • Hallo Sabine,
    so auf die schnelle kann ich dir leider auch keinen Rat geben. Aber vielleicht kann ich dir bzw. deinem Pferde-Männchen doch helfen. Ich hatte mal ein Problem mit einem meiner Reidis wegen einer Entzündung am Schwanz und da hab ich einfach hier bei uns in der Tierklinik angerufen und um Hilfe gebeten. Die haben mir dann die Tel.-Nr. vom ,, Institut für Zoologie und Fischkrankheiten,, in München gegeben. Ich geb sie dir mal, es ist ja von dir nicht so weit weg, vielleicht können die dir helfen.

    Es ist folgende Nr.: 089-21802283 und die 089-21802687.

    Es wäre einen Versuch wert. Ich hoffe, das ich dir weiter helfen konnte.

    Gruß und viiiiiel Glück, Franz-Josef

    Gruß, Franz-Josef

  • Hallo Sabine,

    wenn es Dir etwas nützt, kann ich Dir mit DHL-Express heute noch kleine Futtergarnelen schicken.
    Wenn ich bis etwa Mittag weiß, dann sind sie morgen bei Dir.

    Ich habe welche von etwa 1 cm bis zu etwa 3 cm vorrätig.

    Liebe Grüße
    Elena

    Elena Theys , 27374 Visselhövede, Bremer Straße 91 Meerwasseraquaristik mit Herz Seepferdchen24.de

  • Hallo Elena,

    das ist ein tolles Angebot. Danke :smiling_face:
    Ich habe eben eine Mail an einen Händler in der Nähe geschrieben. Wenn das nichts wird komme ich gern darauf zurück.

    Reicht dir eine EMail bis 11 Uhr?


    Viele Grüße,
    Sabine

    Hobby zum Beruf gemacht - daher keine Privatbecken mehr :smiling_face:
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  • Hallo Sabine,

    ja, das reicht mir. :thup
    Ich habe keine Ahnung, wie wir dann direkten Kontakt aufnehmen können. Ich glaube PN ist bei mir nicht möglich.
    Aber das kannst Du ja sicherlich klären und lösen.

    Viele liebe Grüße
    Elena

    Elena Theys , 27374 Visselhövede, Bremer Straße 91 Meerwasseraquaristik mit Herz Seepferdchen24.de

  • Hallo Zusammen,

    leider ist bei dem kranken Männchen immer noch keine Besserung eingetreten. Der Beutel ist und bleibt total aufgeschwollen, auch wenn ich die Luft entfernt habe. Das Tier kommt nicht mehr unter Wasser und treibt ständig an der Oberfläche. Ich glaub nicht, dass er noch eine Chance hat, zudem er auch durch nichts zum Fressen zu bewegen ist.

    Seine Partnerin ist leider heute gestorben...hatte wie bereits geschrieben, einfach aufgehört zu Fressen. :frowning_face:

    Trotzdem nochmal lieben Dank an alle für die Hilfen und Ratschläge.

    Viele Grüße,
    Sabine

    Hobby zum Beruf gemacht - daher keine Privatbecken mehr :smiling_face:
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  • Hi Daniela,

    Da sprichst Du ein ganz wichtiges Thema an:

    Bei der allgemeinen Seepferdchen-Begeisterung wird allzu oft vergessen, dass die Krankheitsanfälligkeit von Seepferdchen auch alte Hasen und Profis vor unüberwindbare Hürden stellt.

    Eigentlich kein Seepferdchen-Halter übersteht mehrere Jahre ohne mindestens einen Teil- oder Totalverlust seines Bestands.

    Natürlich ist die Haltung im allgemeinen durch die gute Verfügbarkeit frostfutterfester Nachzuchten sehr viel einfacher geworden, aber vor Krankheiten bewahrt das eben nicht.

    Einige Seepferdchen-Experten haben in den vergangenen Jahren die Seepferdchenhaltung irgendwann frustriert "an den Nagel" gehängt. Ich denke da z.B. an Altmeister Ralf Ernet oder auch Christine Ehrhardt - und die hatten schon ihre Gründe.

    Zweifelsohne kann man diese Probleme nur in den Griff bekommen, in dem man hartnäckig weiter "forscht". Daher würde ich von der Seepferdchenhaltung im allgemeinen nicht abraten.

    Die zahllosen Aquarianer, die sich in letzter Zeit blindlings ins Abenteuer-Seepferdchenhaltung stürzen (mittlerweile hat ja fast jeder ein "Zweitbecken" mit Gäulen), sollten jedoch verstärkt darauf hingewiesen werden, worauf sie sich einlassen...

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo Zusammen,

    traurige, aber wie ich finde wichtige Abschlussinfo:

    Der Barbouri-Mann ist letzten Sonntag gestorben. Trotz aller Bemühungen war es nicht zu schaffen, seinen Brutbeutel von der vermutlichen Infektion zu heilen und ihn wieder zum Fressen zu bewegen.

    Ebenso sind mittlerweile auch alle anderen Seepferdchen im Becken erkrankt und haben ihren Schluckreflex verloren, so dass auch diese Tiere nicht mehr Fressen können und vermutlich verhungern werden.

    Insofern kann ich Inken's Posting nur unterschreiben. Dies ist nun das zweite Mal innerhalb von 3 Jahren, dass ich meinen Besatz an Seepferdchen aufgrund einer Krankheit, die ich nicht wirksam behandeln kann, verlieren werde.

    Den Tieren zuliebe werde ich wohl bis auf Weiteres auf die Haltung von Seepferdchen verzichten.


    Viele Grüße,
    Sabine

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  • Zitat

    Original von Inken Krause
    Einige Seepferdchen-Experten haben in den vergangenen Jahren die Seepferdchenhaltung irgendwann frustriert "an den Nagel" gehängt.

    moin,

    war da zwar nie experte, aber ansonsten gebe ich dir völlig recht :frowning_face:

    ich hab es auch aufgegeben :yrf

    mfg
    michael

  • Zitat

    Original von Inken Krause

    Zweifelsohne kann man diese Probleme nur in den Griff bekommen, in dem man hartnäckig weiter "forscht". Daher würde ich von der Seepferdchenhaltung im allgemeinen nicht abraten.

    Viele Grüße
    Inken

    Zitat

    Original von Sabine Sax

    Insofern kann ich Inken's Posting nur unterschreiben. Dies ist nun das zweite Mal innerhalb von 3 Jahren, dass ich meinen Besatz an Seepferdchen aufgrund einer Krankheit, die ich nicht wirksam behandeln kann, verlieren werde.

    Hallo Sabine,

    es ist sehr schade, wenn man seine wertvollen Tiere verliert.
    Ich habe ein bißchen recherchiert und wüßte gerne, ob das Krankheitsbild des gestorbenen Seepferdchen-Mannes von der Symptomatik ungefähr dieser Beschreibung (siehe link) bzw. der Abbildung ähnelt (entzündeter Brustbeutel in Verbindung mit Luftblasen ?)

    http://www.syngnathid.org/articles/diseaseGuide.html

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Torsten,

    danke für den Link.
    Ja, es war genau dieses Krankheitsbild und ich habe neben dem Antibiotika-Quarantänebad auch mit Genatmycin, wie dort beschrieben behandelt. - Angewandt direkt im Brutbeutel.

    Vielleicht wäre dies auch damit heilbar gewesen, wenn das Tier durch die Tatsache, dass es nicht mehr Fressen konnte, nicht schon so geschwächt gewesen wäre.

    Das ist eigentlich mein Hauptproblem. Auch mit dem noch vorhandenen Restbesatz. Plötzlich verlieren die Tiere die Fähigkeit zu schlucken.
    Man kann deutlich erkennen, dass sie nach dem Futter schnappen, also fressen wollen, es klappt aber nicht mehr.
    Im Anfangsstadium hatte ich schon gute Erfolge mit regelmäßigen Süßwasserbädern und habe die Krankheit bei einem Tier damit sogar schon einmal ganz wegbekommen. Aber derzeit ist es immer nur ein Teilerfolg für ein paar Tage, danach tritt das gleiche Problem wieder auf.

    Viele Grüße,
    Sabine

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  • Zitat

    Original von Sabine Sax
    Hallo Torsten,

    danke für den Link.
    Ja, es war genau dieses Krankheitsbild und ich habe neben dem Antibiotika-Quarantänebad auch mit Genatmycin, wie dort beschrieben behandelt. - Angewandt direkt im Brutbeutel.

    Vielleicht wäre dies auch damit heilbar gewesen, wenn das Tier durch die Tatsache, dass es nicht mehr Fressen konnte, nicht schon so geschwächt gewesen wäre.

    Das ist eigentlich mein Hauptproblem. Auch mit dem noch vorhandenen Restbesatz. Plötzlich verlieren die Tiere die Fähigkeit zu schlucken.
    Man kann deutlich erkennen, dass sie nach dem Futter schnappen, also fressen wollen, es klappt aber nicht mehr.
    Im Anfangsstadium hatte ich schon gute Erfolge mit regelmäßigen Süßwasserbädern und habe die Krankheit bei einem Tier damit sogar schon einmal ganz wegbekommen. Aber derzeit ist es immer nur ein Teilerfolg für ein paar Tage, danach tritt das gleiche Problem wieder auf.

    Viele Grüße,
    Sabine


    Hallo Sabine,

    ich habe Dein wunderschönes Becken immer bewundert. Schade, dass Du aufgeben willst.

    Ich hatte vor mehr als einem Jahr die gleichen Probleme bei einem Großteil meiner Seepferdchen.
    Sie konnten nicht mehr fressen und ich war erstaunt, wie lange Seepferdchen im Notfall ohne Futter auskommen.

    Ein Drittel der Tiere verstarb und die anderen erholten sich nach der Behandlung mit ProtoMarin Coral gemäß Vorschrift.
    Da Esha kurzfristig nicht greifbar war, bin ich auf dieses Produkt gekommen. Bei mir war die Gegebenheit, dass die Quarantäne-Möglichkeit zu klein war. Somit brauchte ich ein Produkt, das wenig / keinen Schaden bei den anderen Beckenbewohnern hinterlassen durfte. Der Erfolg stellte sich bei vielen Seepferdchen ein und sie konnten wieder fressen.
    Danach waren natürlich Vitamine in Mengen angesagt.

    Viele Grüße
    Elena

    Elena Theys , 27374 Visselhövede, Bremer Straße 91 Meerwasseraquaristik mit Herz Seepferdchen24.de

  • Hallo Sabine,

    auch ich möchte mein Bedauern zum Verlust Deiner Tiere ausdrücken!

    Versteh mich bitte nicht falsch, aber im Interesse der Ursachenergründung möchte ich Dich fragen:
    -Benutzt Du UV?
    -Benutzt Du Ozon?
    -Gab es in der letzten Zeit irgendwelche "größeren Störungen"?

    Vielen Dank, und Gruß vom Eulenspiegel

  • Hallo Elena,

    das Becken (danke für die Blumen :] ) bleibt ja bestehen. Ich pflege darin ja noch eine Gruppe Messerfische, ein Pärchen C. maxweberi und ein Pärchen S. splendidus.
    Evtl. kommt dann ein anderer passender Besatz dazu, nur vorerst eben keine Seepferdchen mehr.

    Vielen Dank für den Tipp mit ProtoMarin Coral. Ich werde das ganz sicher versuchen und die Tiere damit behandeln.


    Hallo Eulenspiegel (Vorname zum Anreden wäre schön :smiling_face: ),

    ja, am Becken hängen sowohl UV als auch Ozon im Dauereinsatz.
    Es gab keinerlei Veränderungen am Becken, keine Störungen, keine Neuzugänge - nichts. :frowning_face:


    Viele Grüße,
    Sabine

    Hobby zum Beruf gemacht - daher keine Privatbecken mehr :smiling_face:
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  • Zitat

    Original von Inken Krause
    Bei der allgemeinen Seepferdchen-Begeisterung wird allzu oft vergessen, dass die Krankheitsanfälligkeit von Seepferdchen auch alte Hasen und Profis vor unüberwindbare Hürden stellt.

    Eigentlich kein Seepferdchen-Halter übersteht mehrere Jahre ohne mindestens einen Teil- oder Totalverlust seines Bestands.

    Viele Grüße
    Inken


    Hallo Inken,
    das kann ich nur "unterschreiben". Ein zusätzliches Problem ist nach meiner Erfahrung, dass bei Seepferdchen die "gängigen" Medikamente mehr schaden, als dass sie nichts nützen....
    Grüße, Rainer

  • Hallo Sabine,


    jetzt sind ja fast drei Wochen ins Land gezogen.

    Was ist aus Deinen restlichen Seepferdchen geworden?
    Hast Du sie durchbekommen?

    Viele Grüße
    Elena


    PS: Irgendwie hast Du Dich auf Deinem Foto verändert.

    Elena Theys , 27374 Visselhövede, Bremer Straße 91 Meerwasseraquaristik mit Herz Seepferdchen24.de

    Einmal editiert, zuletzt von SeepferdchenDr (17. Juni 2008 um 09:54)

  • Hallo Elena,

    leider hat kein Behandlungsversuch etwas geholfen.
    Derzeit lebt nur noch ein Barbouri-Männchen. Aber auch dieses ist zum gleichen Zeitpunkt wie die anderen erkrankt und frisst seit damals nichts mehr. - Es ist anscheinend nur 'zäher' als die anderen Tiere.

    Viele Grüße,
    Sabine

    P.S.
    Um es mit den Worten eines Freundes zu sagen:
    Ich hab mein 'Jugendbildnis' gegen ein Aktuelles ausgetauscht :winking_face:

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  • Hallo Sabine,

    schade. Ich kann das gut nachempfinden. Mehr dazu zu sagen, fällt mir schwer.

    Auf jeden Fall:

    Liebe Grüße :smiling_face:
    Elena

    Elena Theys , 27374 Visselhövede, Bremer Straße 91 Meerwasseraquaristik mit Herz Seepferdchen24.de

  • Hallo Sabine,

    es tut mir leid diesen Thread zu lesen. Eine Zeitlang war ich nicht mehr im Forum am lesen....
    Es erging mir damls mit meinen erectus genau wie beschrieben . Ich konnte am Schluß nicht mehr mit ansehen ...alles was ich unternahm brachte keine Besserung.Ich verlor meine Tiere.

    Dennoch wollte und konnte ich nicht aufgeben......bis diesen Samstag . Mein Becken haben wir, nach sehr guter Unterbringung der restl. Tiere, aufgegeben.
    Es tat weh in der Zeit diverse Pferde zu verlieren ...immer wieder und so sank der Mut den tieren gerecht zu werden.

    Wir haben noch zwei Becken im Haus ein Süßwasser( meines Sohnes) und mein Nano....ein zweites Nano schwirrt mir im Kopfe herum mit dem Gedanken das dies im Moment alles ist was wir uns wünschen........wer weiß was die Zeit bringt. :winking_face:

  • Hallo Sabine,
    leider habe ich erst jetzt den Thread gelesen. Ich habe selber auf die selbe Art meinen Bastand verloren. Das Männchen das als erstes beroffen war, hatte ich damals einem spezialisierten Tierarzt vorgestellt, und der hat einen Befall mit Peritrichia und Trichodina sp. diagnostiziert. Leider brachte eine Behandliung mit täglich 5 ml Baytril (2,5%) im 200 Liter Becken keine Besserung und alle starben wie bei dir jetzt auch.

    liebe Grüße
    Benjamin

  • Hallo Benjamin,

    vielen Dank für die Informationen. Berichte mit abgesicherten Befunden bekommt man leider viel zu selten und noch seltener erfährt man das Ende einer Erkrankungsgeschichte. Das ist natürlich auch nachvollziehbar, denn jeder Tierhalter spricht nicht gerne über Verluste und Probleme. Die beiden vom Tierarzt festgestellten Protozoen (ich nehme mal an, dass er den Befund mikroskopisch ermittelt hat) sind relativ häufig auf Fischen anzutreffen und werden überwiegend als relativ harmlos angesehen. Andererseits gibt es Berichte über starke Verluste bei Massenvermehrung infolge ungünstiger Bedingungen in Aquakulturanlagen. Evtl. begünstigt die Morphologie und Verhaltensweise der Seepferdchen bestimmte Parasiten bei der Haltung in Aquarien. Die Therapie mit Baytril® (Enrofloxacin), einem Antibiotikum aus der Veternärmedizin, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Damit würde nur eine evtl. bakterielle Sekundarinfektion bekämpft, nicht aber die Protozoen. Aber hier muss natürlich die damals vorliegende Befundsituation berücksichtigt werden.

    Als ich mich vor einigen Wochen für die Haltung von Seepferdchen interessierte, bekam ich den Tipp nur Nachzuchten zu kaufen und diese niemals mit wild gefangenen Begleit-Fischen wie Grundeln oder Seenadeln zu vergesellschaften, da hier bereits eine Infektion eingetragen werden kann, die sich u.U. erst Wochen und Monate später darstellt. Ebenso wurde mir von einem erfahrenen Seepferdchenhalter gesagt, wenn einmal ein Krankheitsbild vorliegt und sich die ersten Symptome zeigen, ist meistens eine Rettung schon nicht mehr möglich. Alle Behandlungsversuche auch bei mehrfach abgesicherter Diagnose sind fehlgeschlagen und auch hier war es so, dass die Haltung dieser Tiere nach Totalverlust erst einmal ausgesetzt wurde. Das hat mich bisher ebenfalls davon abgehalten in die Seepferdchenhaltung einzusteigen.

    Zitat

    Original von Inken Krause
    Zweifelsohne kann man diese Probleme nur in den Griff bekommen, in dem man hartnäckig weiter "forscht". Daher würde ich von der Seepferdchenhaltung im allgemeinen nicht abraten.
    Die zahllosen Aquarianer, die sich in letzter Zeit blindlings ins Abenteuer-Seepferdchenhaltung stürzen (mittlerweile hat ja fast jeder ein "Zweitbecken" mit Gäulen), sollten jedoch verstärkt darauf hingewiesen werden, worauf sie sich einlassen...
    Viele Grüße
    Inken


    Da ich z.Zt. nicht genau weiß, worauf ich mich einlasse, werde ich weiterhin die "Seahorse"-Literatur auswerten und die Seepferdchen beim Händler lassen.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hi

    Jo Baytril is im Seewasser nicht geeignet, man kann zwar den Wirkstoff verabreichen aber nicht das Baytril da es sofort ausflockt wenn es ins Wasser gegeben wird.

    Gruss Claude

  • Hi Claude,

    danke für den Hinweis. :thup

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
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  • Claude schrieb:

    Zitat

    Jo Baytril is im Seewasser nicht geeignet, man kann zwar den Wirkstoff verabreichen aber nicht das Baytril da es sofort ausflockt wenn es ins Wasser gegeben wird.

    Danke, das erklärt warum es nicht angeschlagen hatte. Ich habe vergessen zu schreiben, dass bei einem Tier, das ich nach dessen Tot zuletzt habe untersuchen lassen, auch noch Tuberkuloseerreger nachgewiesen wurden. Evtl. waren diese schon von Beginn an der Auslöser waren aber nicht am Lebenden Tier nachzuweisen.
    Gibt es eigendlich schon Ansätze einer Tuberkulosebehandlung bei Fischen? soweit ich weiß ist die ja noch unheilbar.

    Gruß
    Benjamin

    PS: Freut mich wenn meine Erfahrungen diesbezüglich jemanden weiterhelfen können :smiling_face:

  • Hallo Benjamin,

    auch wenn es im Handel auf div. Mitteln manchmal angegeben ist, gegen Fischtuberkulose gibt es für Aquarienfische eigentlich keine wirksame und sinnvolle Therapie. Die Krankheit verläuft meistens sehr langsam und schleichend und ist manchmal anhand von offenen Geschwüren oder Hautveränderungen evtl. auch von außen erkennbar. Häufig sind aber auch innere Organe befallen. Solche Tiere magern dann zusehends über viele Wochen immer mehr ab und sterben irgendwann. In Kombination mit den Außenparasiten kann es sein, dass man diese erfolgreich bekämpft und die Tiere dann doch an die Tuberkulose-Erkrankung verliert. Als Folge der latenten Tbc-Erkrankung ist das geschwächte Tier zwar über einige Monate noch lebensfähig, aber in diesem Zustand dann auch bevorzugtes Opfer von Ektoparasiten. Bei großen und wertvollen Einzeltieren kann evtl. über den Tierarzt ein Antibiotikum gespritzt werden, ob das dann aber zum Heilerfolg führt, ist mehr als fraglich.

    Infizierte Tiere sollte man sofort isolieren, da sie die Tuberkulose-Bakterien manchmal ausscheiden bzw. wenn sie tot im Becken liegen von anderen Bewohner angefressen werden und sich auf diese Weise dann auch infizieren. Fischtuberkulose kann auf den Menschen übertragen werden und schwer heilende Hautgeschwüre verursachen. Allerdings wird die Krankheit wahrscheinlich in den meisten Fällen unerkannt bleiben, so wie in deinem Fall, wo sie erst post mortem identifiziert werden konnte.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hi

    Fischtuberkulose Erreger sind praktisch überall nachweissbar
    unter anderem auch bei den Leuten die viel mit Fischen zu tun haben
    Der Nachweis einer Bakterenart heisst ja nicht das auch sofort eine Erkrankung vorliegt.
    Tuberkulose lässt sich übrigens behandeln.

    Ich mag solche Diskussionen nicht da sie immer aufs gleiche Rauslaufen

    Bei einer Erkrankung gibt es nur einen richtigen Weg

    1 . Die korrekte Diagnose durch jemanden der das kann
    Man muss unterscheiden können zwischen Primär und Sekundärinfektionen und man muss technisch
    in der Lage sein eine Diagnose klar zu stellen , und ggf. ein Antibiogramm zu machen
    2. Er muss die Besonderheiten des Seewassers kennen , weswegen nur die allerwenigsten Tierärtze dafür in
    Frage kommen.
    3. Ursachengforschung Es hat immer Gründe warum ein Tier krank wird und gerade Seepferdchen z.B.
    können mit einer erhöhte Keimbelastung im Meerwasser kaum umgehen. Es sind oft Mangelsituationen ,
    Stress und eben zu hohe Keimlast die Grüne für eine Infektion sind.

    Das ist auch oft der Grund warum eine Behandlung nicht oder nur schlecht anschlägt , da sich an den
    Gegebenheiten selber kaum oder nichts ändert und die Behandlung letztlich nur noch mehr Stress ist.

    Manchmal traut man sich aber schon fast nichts mehr zu sagen da solche Hinweise sehr oft so ausgelegt werden das der Besitzer des Tieres geschlampt hätte , und das lässt sich kaum einer sagen :winking_face:

    Den Tieren gehts wie uns je mehr Stress und schlechtes Essen umso schneller krank ...

    Gruss

    Gruss Claude

  • Hallo Claude,

    ich stimme dir bezüglich der Problematik von allgemein Behandlungen zu, aber ich wollte ja auch nur wissen ob es überhaupt eine Chance gibt Tuberkulose bei Seepferdchen zu behandeln. Natürlich muss jeder Einzelfall speziell bertachtet werden um über den besten Weg der Behandlung zu entscheiden. Und das Seepferdchenbecken häufig höhere Schadstoffkonzentrationen aufweisen als uns lieb ist, lässt sich nicht bestreiten. Aber sollte sich ein Muster aus solchen Beiträgen ergeben das uns auf die Spur bringt, was häufig besonders krankheitsfördernd wirkt, wäre das doch ein großer Fortschritt.

    Gruß
    Benjamin

    Einmal editiert, zuletzt von Benjaminb (18. Juni 2008 um 21:45)

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