Geschäumter Boden anstelle von Sand

  • Hallo,

    wie in einem andern Thread 'Sand raus' schon geschrieben wollen einige keinen Sand mehr im Becher. Anstelle der nackten Bodenscheibe wird dabei geschäumt.

    Wer hat den das schon mal gemacht bzw. kann mal ein paar Fotos einstellen wie sowas aussieht. Wie sowas entsteht. Was sind die Vorteile / Nachteile.

    Gruß Michael

  • Hi
    wie im Thread .. Jens Kallmeyer hat das schon mal gemacht ( http://www.meerwasserforum.com/index.php?page…&threadID=33293 ) ..und Klaus Janssen :winking_face:

    Ich denke der größte Vorteil ist halt das sich kein Geschmadder mehr im Bodengrund absetzten kann..der größte Nachteil ist sicher die mörderische Arbeit und die Verarbeitungsprobleme wenn man es selber machen will! Evtl. noch die Beschaffung von den Grundzutaten!

  • In großanlagen wird eigentlich alles mit polyurethan geschäumt, dieser darf jedoch keine Giftstoffe enthalten. Vorsicht Baumarkt polyurethan enthällt stoffe die verhindern das ungeziever wie Mäuse und ameisen sich einnisten und durchfressen. Sollten zwar ungiftig sein da es ja in wohnräumen verwendet wird aber bei großen Anlagen wäre ich vorsichtig.
    Selbst in diesen Großanlagen sind meist keine Steinkorallen zumindest keine lebenden somit ist die Langzeitwirkung auch nicht getestet. Selbst habe ich es mal in einem kleine becken probiert hat geklappt schaut auch immernoch gut aus aber ob es ans wasser was abgiebt kann ich nicht unbedingt ausschließen. Festgestellt habe ich z.b. das bestimmte höhere Algen den schaum meiden bis auf kalkrotalgen die wachsen ja fast überall.
    Zudem hat man das auftriebsproblem bei dieser Methode denn die CO2 einschlüsse die bei der aufspaltung entstehen sind enorm, ich denke wässern sollte man das zeug bei größeren Mengen auch wie jedes material. Wichtig ist das sich die Isocyanate restlos aufspalten was nur bei guten Schaum gewährleistet ist, dies ist vom Hersteller auf jedenfall durch Sicherheitsdatenblätter sicherzustellen.
    Der Vorteil ist wie bereits erwähnt die Reinigung und Pflege, jedoch sollte man bedenken das man dem System eine wichtige anerobe zone vorenthällt bei dieser Methode.
    In Großen Anlagen wird dies meist ohnehin durch riesige Technik kompensiert, doch meist sind es eh Fischbecken oder Haibecken somit ist der Nährstoffgehalt nicht so wichtig.

  • Hallo Marcus,

    die Bilder vom Jens sind doch nicht fertig oder ?!. Das sieht mir in diesem Zustand eher aus wie ein Lagerhallenboden. Vielleicht kann Jens ja mal aktuelle Bilder einstellen.

    Auf Klaus seiner Webseite. Sieht man diese Steinbodenähnlichkeit. In diesem L-Becken zumindest. Halt irgendwer sowas schon mit Sand probiert. Auf reefcentral hat das mal jemand in einem Nano gemacht mit Epoxykleber oder so ähnlich. Da mag das gehen aber in richtig großen Becken ?

    Das kein Schmodder mehr im Becken ist. ist schon eine feine Sache. Einfach die Pumpe voll draufhalten. Nur wie realistisch wird das ?? Wie sind die Langzeiterfahrung. Kalkalgen unterwanderung usw.

    So das für und wieder würde mich interessieren ? Nur wer setzt sowas tatsächlich ein ? Ich habe bis jetzt auch 'nur ' den Bericht von Jens und die Becken von Klaus gesehen.

    Gruß Michael

  • Hallo,

    ich würde kein Becken mehr ohne Sandboden einrichten. Meiner Ansicht ist der Boden ein wichtiges Substrat für viele bakterielle Ab- und Umbauvorgänge und Lebensraum für viele Lebewesen, die die Korallen mit Nahrung versorgen (Wurmeier und Würmer, verschieden Larven und Krebse). Darauf würde ich keinesfalls mehr verzichten und lieber in die von Rüdiger Latka im MW Aquarianer ("Life Sand") vorgeschlagene Richtung mit hoher Artenvielfalt und artenreicher Mikrobiologie gehen.
    Ich habe Erfahrungen mit Becken ohne Sand gemacht, die biologisch nie richtig in Fahrt kamen und immer instabil blieben, die Korallen wollten nicht richtig, meiner Meinung nach ein Irrweg.
    Ich dachte, man könnte dann chemische Vorgänge besser beobachten, ohne dass der Bodengrund immer alles auffängt und abpuffert, z. B. Phosphate. Tatsächlich konnte man gar nix beobachten, weil alles nur schlecht lief. Was nützt mir dann, dass ich Phosphate unbeeinflusst messen kann, wenn sich nix tut. Ebensogut kann ich ein Einmachglas hernehmen und Wasser rein tun, da tut sich genauso viel.

    Grüße

    Hans-Werner

  • So sieht das aus (In dem Falle ein Aqua - Terrarium)!

    Ich weiß nicht, wie die Meinung von Jens ist, aber ich denke, sowas sollte kein Laie machen! Der Zweikomponentenschaum auf Polyurethanbasis kann bei unsachgemäßer Anwendung Cyanide (Salze der Blausäure) freisetzen, was für keinen der Beteiligten wünschenswert wäre.

    Nach langen Erfahrungen, bei Royal Exclusiv hat man diese ja schon seit Jahrzehnten, sind beide Firmen zu dem Schluß gekommen, daß es wirklich nur einen Schaumhersteller gibt, der ein aquarienverträgliches Produkt herstellt.
    Da dieser aber toxische Gefahrstoffe enthält, kann man sowas leider nicht an Endkunden verkaufen.

    Vielleicht macht Jens Dir das :smiling_face:

  • Hallo,

    es geht mir nicht darum ob ich das selber machen kann oder machen lassen werde. Ich wollte eigentlich mal verschiedene Meinungen hören. Ich werde mich hüten mit dem Zeug zu hantieren.

    Das sowas in Großaquarien gemacht wird konnte ich mir schon vorstellen. Hab sowas aber noch nicht Live gesehen. Sowas im Rohzustand zu sehen ist.... Ich sach mal gewöhnungsbedürftig.

    Bei uns in der Nähe gibt es den Luisenpark mit Schauaquarien auch so gemacht. Sehr schön mit Xenien bewachsen nicht anderes drin.. Toll.

    Die Meinungen von s.besler und Hans-Werner finde ich sehr interessant und Aufschlußreich. Bitte 'meer'

    Gruß und hoffentlich Bilder und Erfahrungen
    Michael

  • hallo

    es gibt doch epoxitharz und einen zusatztstoff damit dieser aufschäumt, warum man dieser nicht nimmt?????

    Zitat

    Da dieser aber toxische Gefahrstoffe enthält, kann man sowas leider nicht an Endkunden verkaufen.


    ja ja, hab verstanden :winking_face:

  • Hast Du glaube ich nicht Jose:

    Wenn ich Dir nachweislich Cyanid (Also Cyankali!) verkaufe und Deine halbe Familie tod am Boden liegt, ist ein Smilie das letzte woran Du denkst....

    Ist wirklich nicht spaßig mit dem Zeug, sonst würden es wohl alle machen!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • hallo

    wen jeder sowieso chlorgass aus dem supermarkt selber zuhause herstellen kann, ob unbewusst oder nicht, wieso soll ich sonst wo noch bevormunden lassen?
    :wink

  • Wissen ist Macht!

    Man muß aber als Verkäufer schon vorsichtig sein, was man den Leuten in die Hand gibt. Nicht auszumahlen, was passieren könnte, wenn das in Kinderhände gerät und darauf hast Du als Verkäufer nun mal keinen Einfluß.

    Abgesehen davon ist es technisch auch nicht so einfach, eine wirklich dekorative Schäumung hinzubekommen. Also ein dreistelliger Betrag kommt pro Quadratmeter schon zusammen.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • hallo torsten

    Zitat

    Wissen ist Macht!


    jetzt verstehen wir uns doch :winking_face:

    mal abgesehen das ich kein geschäumtes bodengrund haben möchte
    aber wen ich es machen sollte, dan aber mit epoxitharz und den schäumer und evtl. noch etwas feinen korallenbruch drüber kleben
    aber da kommt man auch je nach beckengrösse, in richtung € 100.- grenze

    das wird aber sicher ne schöne sauerei geben :grinning_squinting_face:

  • Know How ist immer das eine und das läßt man sich eben mehr oder weniger viel Kosten.

    Ich würde aber niemandem, den ich nicht kenne, Cyanid verkaufen, da hört der Spaß auf!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Laut meinem wissen bekommt man einen polyurethan schaum 1k der in der Lebensmittelindustrie als isolator und füller eingesetzt wird. Dies ist lebensmittelecht somit unbedenklich, auch muss man nichts mischen da er 1k ist. Jedoch das Prinziep ist wieder gleich, durch aufspalltung entstandenes co gas wird eingeschlossen. Somit hat das ganze einen gewissen auftrieb. Jetzt ehrlich ich finde es absolut hässlich, zudem giebt es viele bewohner die den Bodengrund benötigen Lippfische seesterne und viele mehr.

  • Zitat

    Original von s.besler
    .... Jetzt ehrlich ich finde es absolut hässlich...


    ..so ? ..aha : ... dann versuch das mal zu toppen... :grinning_squinting_face:


    Preisfrage : .. das Gestein im Hintergrund : ( Standzeit des Beckens bei Aunahme : 13 Monate ), ist das jetzt LS, Riffkeramik, Atoll-Riffdeko oder PU-Felsenschaum ?..

    .... mal ganz nebenbei erwähnt : ... ich habe noch keine Steinkorallen im Meer im Sand wachsen gesehen....

    Ist aber letztendlich reine Geschmackssache. Die Meerwasseraquaristik ist ein weites Feld. Das ist für jeden was dabei...

    Grüße ... Klaus :wink

    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

    2 Mal editiert, zuletzt von klaus Jansen (28. Januar 2008 um 21:46)

  • Hallo,

    Das sieht doch schon mal gut aus. Den Kalkrotalgen ist das wahrscheinlich ziemlich egal wo Sie wachsen. Die Felslandschaften sehen schon schön aus. Auch wenn ich persönlich die Einseitenbecken nicht so mag.

    Das sowas mit Wänden funktioniert ist mir schon klar. Um eine Steinoptik hinzubekommen.

    Zitat

    ich habe noch keine Steinkorallen im Meer im Sand wachsen gesehen....


    Du hast aber sicherlich schon mal ein Riff gesehen. Wo Steinkorallen drauf wachsen. Wo vorne drann Sandflächen waren =)

    Ich meinte wie im Threadtitel 'geschäumter BODEN'.

    Nochmal es geht mir nicht ums selbermachen. Dafür habe ich nicht die Kreativität. Sowas überlasse ich Leuten die Ihr Fach beherrschen. Mein Respekt.


    Gruß Michael

  • HI

    Was die Verarbeitung von dem Zeug angeht muss ich Torsten und Klaus größtenteils Recht geben. Das Zeug ist wirklich nicht ohne. Die beiden Komponenten müssen +/- 2 % genau abgewogen und zusammengemischt werden.
    Wenn man dann mal bedenkt, dass ich bei den beiden Becken, die ich bisher geschäumt habe (in meinem nur den Boden, im Malawi Becken für meine Eltern Boden und Rückwand) maximal 50 Gramm pro Komponente anrühre, dann ergibt sich damit eine Toleranz von 1 g. Das lässt sich zwar mit einer guten Haushaltswaage einigermaßen bewerkstelligen, aber auch beim 10. Mal anrühren muss man noch so genau bleiben. Die Verarbeitungszeit beträgt ca. 30 Sekunden, man sollte also wissen was man verschäumen will und wirklich ALLES perfekt vorbereitet haben.

    Auch wenn der Schaum ratzfatz geschäumt hat, die ganzen Vorbereitungen dauern ewig. Erst kommt das Fertigen der Halteanker: kleine und größere Glasstückchen zuschneiden, dann mit Silikon aufeinander kleben, wenn das hart ist, dann die Anker im Becken einkleben.
    Dann kommen evtl. die Rohre, die man mit einschäumen will oder irgendwelche Verkleidungen etc. Die müssen auch entsprechend vorbereitet werden. Beim Malawi Becken hat mich das schon mal 3 Abende im Keller gekostet.
    Apropos Keller, der Schaum schäumt nur richtig gut bei Raumtemperatur. Wenn es zu kalt ist, dann kommt der nicht richtig hoch. Silikon härtet auch bei niedrigen Temperaturen aus, es dauert dann nur länger, der Schaum ist da wesentlich anspruchsvoller.

    Die meisten Hersteller geben für ihre Schäume keine Garantie, dass die auch wirklich 100% geeignet für Salzwasser sind. Die eiern ganz schön rum und kommen dann mit Antworten an wie: Nach einiger Zeit komplett untergetaucht könnte es zu einer strukturellen Schwächung kommen, etc.
    Ich habe nach langem Suchen nur einen Hersteller gefunden, der einen Schaum speziell für das Ausschäumen von Bootsrümpfen etc. anbietet. Das Zeug soll angeblich 100% resistent gegen Salzwasser sein und wird an den Endkunden verkauft. Die Warnhinweise sind allerdings sehr deutlich......

    Wenn ich von Torsten höre, dass 1 m2 Schaumrückwand 100€ kosten soll, dann halte ich das für echt billig. Ich habe etwa 80 bis 90 € für meine gesamten Materialien (Schaum, Silikon, Glas, Reiniger) ausgegeben und damit etwa 1,5 m2 geschäumt. Dafür habe ich zusammen (beide Becken) bestimmt 20 bis 30 Stunden dran gearbeitet. Und wenn ich mir die genial gleichmäßige Optik von Klaus' Becken so anschaue, dann werde ich wohl noch 10 Becken bauen müssen um sowas irgendwann hin zu kriegen.
    Wer so etwas selber machen will, nur zu, es ist machbar. Aber man sollte sich vorher darüber im Klaren sein, dass es deutlich komplizierter ist als eine Türzarge mit PU Schaum aus der Dose einzusetzen. Das Klaus und Torsten das Zeug aufgrund der Produkthaftung nicht rausrücken wollen kann ich gut verstehen. Außerdem würde ein komplett ruiniertes Becken immer auf ihr Produkt zurück fallen. Ich würde das auch nicht wollen. Man sollte eines Bedenken: Wenn der Schaum erstmal hart ist und nicht auf einer glatten Glasfläche klebt, dann ist der da drauf, wieder runter holen ist entweder extrem aufwändig (z.B. auf Haut....ich hab da so meine Erfahrungen) oder unmöglich (z.B. Steine).
    Hier sieht man übrigens den Schaum im Vordergrund, da blasen 6500 L/h knapp über den Boden, da bleibt kein Sand liegen. Man sieht wie der Schaum von Kalkrotalgen überwachsen wird. Wenn ich den Schaum so schön rau hingekriegt hätte wie Klaus, dann sähe das wahrscheinlich noch besser aus.

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Jens,

    kannst Du vielleicht noch ein paar Foto's reinstellen. Das sieht ziemlich dunkel aus.

    Gruß Michael

  • So, hier kommen noch ein paar Fotos. Die sind nicht die besten, aber mit meiner @#$%&! Digitalkamera kriege ich keine besseren hin
    HIer mal eine Gesamtansicht vom Becken, der Schaum ist permanent eigentlich nur noch vorne rechts zu sehen, denn da bläst die Rückförderpumpe die Bodenströmung lang

    Hier noch mal eine etwas bessere Nahaufnahme, links ist LS, in der Mitte Schaum, recht Keramik

    Noch eins, keine Kommentare über den Doc, der sah noch viel schlimmer aus als ich den reinsetzte. Sobald der wieder fit ist fliegt der auch raus

    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Wenn ich von Torsten höre, dass 1 m2 Schaumrückwand 100€ kosten soll, dann halte ich das für echt billig.

    Das habe ich so nicht gesagt!!!!

    DREISTELLIG hatte ich gesagt.

    Wir nehmen vor Ort 400 € pro Quadratmeter, sicherlich ein realistischer Preis, wenn man die Vorarbeiten bedenkt.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Das ist immer noch billig

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo,

    @jens: Das sieht doch ganz gut aus. Auf der Gesamtansicht des Beckens würde ich das noch nicht einmal erkennen das der Boden geschäumt ist.

    Das Detailbild sieht ebenfalls gut aus. So wie Lavaboden halt. Nicht schlecht. Bei den ersten Bilder habe ich noch gedacht was macht der den ?? Danke für die Fotos.

    Vielleicht hat ja Klaus noch ein paar Fotos von seinen geschäumten Becken.

    So vorher,nachher Bilder.

    Gruß Michael

  • Hi Michael.

    gerne,..... hier ein paar Bilder...

    Vorher

    Ansonsten habe ich meine eigene Meinung zu Sand in Meerwasseraquarien... Das war früher mal anders, ich war 100% absoluter Fan von Sandböden. Allerdings habe ich mich komplett von dem Glauben gelöst, Sand wäre ein wichtiger und nützlicher Beitrag im Meerwasseraquarium. Nach meiner Ansicht, ist das Gegenteil der Fall. In Sandböden sammelt sich der Müll, der im Aquarium umherschwirrt, lagert sich im Sand ab, fällt nach unten und beginnt ein Eigenleben, welches über einen längeren Zeitraum nicht kontrollierbar ist. Stochert nur mal ein wenig im Sand rum und die Mulmwolken, die dann durch eure Becken wabern, das soll gut sein ? Wundert Ihr euch nicht, dass nach aufwühlen von Sand ( was katastropahlerweise immer noch empfohlen wird) die Fische ruckartig, durchs Becken schießen ? ... tja... im Sand lagern sich haufenweise Kalknadeln ab, die nach dem Aufwühlen umherschwirren und den Fischen die Kiemen verletzen.... haltet mal eine Taschenlampe quer von unten nach oben und beobachtet, wie viele Kalknadeln im Becken sind... Bei Sandlosen Aquarien, gibt es dieses Problem nicht. Abgesehen davon, habe ich mehr als einmal, faulende Sandböden wieder aus meinen eigenen Becken, geschaufelt.....
    Nicht umsonst, findet man bei typischen Korallenzüchtern, nur Sandlose Aquarien. Dass es auch ohne Sand geht, habe ich die letzen Jahre nicht nur bewiesen sondern konnte es bei vielen Aquarianern live sehen. Und die Meinung der Sandlosen Becken-User war immer einhellig : ..Sandlose Becken haben weniger, bzw. keine Schwankungen...
    Hans-Werners Ausführungen mögen durchaus einleuchtend sein, der Sand wird ein Eigenleben entwickeln, in die eine oder andere Richtung. Das Problem ist : .. die eine oder andere.... das will ich nicht. Ich hätte gerne Planungssicherheit in einem Maße, wo ich Einfluss darauf nehmen kann,... wenn ich Einfluss nehmen kann, dann werde ich es tun. Sandlose Becken haben mehr Vorteile, als Nachteile.. Okay, Grundeln, Knallkrebese, Brunnenbauer und Co. gehen nicht. Tiere die im Sand leben gehen auch nicht. Ein Meerwasseraquarium ist aber auch kein Briefmarkenalbum, in der Einschränkung liegt der wahre Meister. Es gibt somit tausende andere Tiere, die man pflegen kann, außer die Gattungen, die Sand brauchen.....
    Ergo, betrachte ich Sandböden heute nur noch als dekorativen Faktor und schäume die Böden mit einem hochspeziellem PU-Schaum aus.
    Dieser PU-Schaum ist eine Sondermischung, die ganz speziell für Royal-Exclusiv hergestellt wird. Unser Schaum unterscheidet sich gänzlichst von normalen PU-Schäumen. Er hat eine extrem harte Oberfläche, ist geschlossenporig, ( also nix mit Bioaktivität im Innern des Schaumes ) ist Ozon-und vor allen Dingen, UV-fest. Alle 1-komponentigen Schäume sind nicht UV-fest und zerbröseln mit der Zeit. Davon abgesehen, sind 1-Komponentenschäume nicht geeignet für die Meerwasseraquaristik, da sie Xylol enthalten sowie weitere Giftstoffe enthalten und nicht Dauerhaft meerwasserfest, sind.
    Die Verarbeitung unseres PU-Schaumes ist sehr kompliziert und für einen ungeübten Laien, der mit diesem Material noch nie gearbeitet hat, unmöglich zu händeln. Die Rohkomponenten sind hochgiftig und können aus diesem Grund nicht in alle Welt versendet werden, da einschlägige Sicherheitsvorschriften das verhindern. Das Material muss als Gefahrengut deklariert werden und eine entsprechende Genehmigung, beantragt werden. Das wird sicher kaum einer machen und da der wirtschaftliche Nutzen durch Einzelverkauf dieser Komponenten, in keinem Verhältniss zum erzielten Gewinn steht, werden wir den PU-Schaum nicht lose verkaufen können.
    Bei Verwendung von geschäumten PU-Böden und Felswänden, sind im besonderen Maße, die typischen Einfahrregeln, einzuhalten, genau wie bei Verwendung von Riffkeramik. Und auf diese sehr sp. Diskussionen,.... sondern PU-Wände und Böden, Giftstoffe ab,....... weil ein paar Algen nicht verschwinden, darauf haben wir wahrlich keine Lust und werden daher gerne Anlagen damit ausstatten, die wir bauen, aber wir werden niemals dieses Material, ungeübten, ungeduldigen Usern in die Hände geben.

    Grüße . Klaus

    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

    2 Mal editiert, zuletzt von klaus Jansen (30. Januar 2008 um 21:49)

  • ....... Nach 13 Monaten..... ohne Sand und ohne LS im Becken ( aber 15 kg LS im Filter !! )




    Dieses o.g. Aquarium dürfte demnach nach heutigem Verständniss, gar nicht funktionieren, da es kein Sand, Kein LS, keine speziellen Spurenelemente, keine Aktivkohle, kein UV, keine Silikat-oder Phosphatabsorber, benötigt....

    Es wird im Grunde genommen, sehr einfach betrieben:
    > überdimensionierte Abschäumung
    > 25 % Wasserwechel/Monat
    > Kalkwasser
    > extrem viel Licht und viel Strömung
    > Hände aus dem Becken
    > sehr lange Einlaufzeit ( 2 Monate gar kein Licht, ab dem 6.Monat erst HQI-Licht)
    > erste Fische : nach 10 Monaten
    > regelmäßige und pünktliche Wartungsarbeiten..

    Mehr muss nicht sein. Einfach und preiswert im Unterhalt, aber nicht billig bei der Anschaffung, zumindest was die techn. Komponenten angeht...

    So... jetzt dürft Ihr euch Gedanken machen, ob ein Meerwasseraquarium, auch ohne Sand gefahren werden kann.

    Grüße .... Klaus

    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

    2 Mal editiert, zuletzt von klaus Jansen (30. Januar 2008 um 22:00)

  • Hallo,

    Ich persönlich habe bisher den Sandboden eigentlich nur eingesetzt um Tiere auf den Boden stellen zu können und jederzeit einfach wieder umsetzten zu können...im Sand wächst alles "lose" und ist leicht entfernbar. Und natürlich um keine nackte Scheibe zu haben.

    Aber mitlerweile überlege ich ernsthaft im neuen Riff evtl. keinen Sand mehr einzusetzen und eben die Wahl der Tiere dann danach auszurichten bzw. auf andere Art am Boden hinstellen.
    Auch meine Einsiedler und Schnecken bewegen sich sichtlich lieber auf festem Material als auf Sand...

    Schaum ist mir zu teuer...

    Daher die Frage: Hat schonmal jemand den Boden mit Riffkeramik (oder auch normalem Gestein)zugepflastert.. natürlich komplett verfugt damit nichts druntersickern kann?

    Was haltet ihr davon? Ist das machbar oder muss ich hierbei mit irgendwelchen Problemen welcher Art auch immer rechnen?


    Grüße
    Domi

    Einmal editiert, zuletzt von Jetpower (30. Januar 2008 um 22:05)

  • Hi Domi...

    ich halte Deine Idee für sehr gut. Einmal davon abgesehen, dass im Meer keine Korallen auf Sand wachsen, da er ständig in Bewegung ist, ist Sand ein denkbar schlechter Untergrund für Korallen oder Tridacnen. Ich sag da mal nur Borstenwürmer.
    Hallo, Herr Luther und Herr Dammers.... macht mal Deko-Bodenplatten für Aquarien. Da tut sich evtl. ein neues Geschäftsfeld auf.... :wink

    Grüße ....Klaus

    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

  • Haben wir schon lange: Rückwandsteine sind auch ideal als Bodengrund. Man kann sogar welche mit Löchern haben und dann gleich Korallenableger hineinstecken, so wie in Deinen Schaum, Klaus!

    Der Vorteil an der Methode ist, daß man das auch nachträglich einbringen kann. Die Steine werden quasi "zusammengepuzzelt". Die Zwischenräume kann man dünn mit Aquabond bestreichen (oder vorher die ganze Bodenscheibe!) und dann mit etwas 3mm Korallensand bestreuen. Den Rest dann wieder absaugen, schon hat man einen Felsboden. Und auch da wird es eine vielfältige Fauna geben.

    Natürlich nicht vergleichbar mit einem Sandlückensystem, aber wenn man sich mal die "Problemecke" in anderen Foren ansieht ist es schon sehr auffällig, wie viele Gammelbecken mit sogenanntem "Deep Sand Bet" oder "Live Sand" gefahren wurden!

    Wenn ich Sand nehmen würde, dann nur den ganz feinen und ausreichend grabende Seesterne, mindestens 4 pro Quadratmeter!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

    Einmal editiert, zuletzt von Korallenwelt (30. Januar 2008 um 22:28)

  • Hallo Torsten,

    Super, dann werd ich demnächst mal wieder die Bruchkeramikkiste vom Dachboden runter schleppen und noch etwas im Becken umbauen... :grinning_squinting_face:

    Noch ist ja kein Wasser drin...


    Hast du da evtl. das ein oder andere Bild von einem Becken mit Keramikboden?


    Grüße
    Domi

  • Hallo Klaus,

    bei Dir wachsen keine Schwämme, weil Du keine Lebendgestein eingebracht hast? Oder wo gehen die Schwammnadeln bei Dir hin? Im Prinzip sind sie in einem Sandboden doch besser aufgehoben, als auf einem nackten Boden, wo sie gar nicht zur Ruhe kommen und ständig wieder aufgewirbelt werden. Außerdem sind m. E. Schwammnadeln, die in Mulmaggregaten eingebaut sind weniger gefährlich als "sterile" Schwammnadeln.

    Ob DSB, Live Sand oder feiner Sand das beste sind, lass ich jetzt mal dahingestellt. Böden mit nicht mehr als 5 cm grobem Sand oder Korallenbruch bieten schon einer ganzen Menge Würmer, Schlangensternen usw. einen Lebensraum und sind ebensogut natürlicher Lebensraum von Fungia und ein paar anderen LPS. Die heterotrophe Ernährung der Korallen aus dem Sandboden würde ich nicht unterschätzen. Das kann man sicher teilweise mit Licht wett machen, was aber allemal teurer sein dürfte. Ich bezweifle, dass so ein Sandboden eine Zeitbombe oder Gammelsubstrat sein kann.

    Geschmacklich oder Gestaltungstechnisch kann man gegen die Becken, die hier zu sehen sind, nix sagen, Kompliment!

    Grüße

    Hans-Werner

  • Ob ein Becken gut läuft oder nicht liegt m.M. nach daran ob es einen Sanboden hat oder keinen. Es gibt ne Menge Becken die seit zig Jahren mit Sand hervorragend laufen (meins gehört dazu) -genauso wie es Becken gibt, die auch ohne Sand gut laufen. Pauschalisierungen funktionieren in der Meeresaquaristik nicht.

    Die Becken die nicht oder nie ans laufen kommen sind idR. die, deren Besitzer meinen jede 'Mode' mitmachen zu müssen. Letztes Jahr war DSB modern - nun scheint gar kein Sand modern zu werden ...

    Mit Tip aus mittlerweile 20 Jahren Meerwassererfahrung : Lasst die Finger aus dem Becken und sich alles entwickeln - ob mit oder ohne Sand. Dann klappt es auch - auch ohne die neueste Technik - und mit 25% WW / Monat sowieso :smiling_face:

    Gruss
    Stephan

  • hallo klaus

    ich finde die becken ohne sandboden nicht gerade schön, ist aber geschmaksache
    aber zu behaupten, alle probleme beginnt mit den sand und ls, finde ich für falsch und übertrieben und ich glaube, das niemand behauptet das es nicht anders funktionieren würde
    es gibt zigverschiedene methoden ein becken zu betreiben, und ich bin einer der eher denkt "wenig ist oft genug"
    auch deine aussage "korallen wachsen nicht auf den sand" etwas schwach, den man will nicht den boden voller korallen haben, sonder das schöne sand geniesen und vor allem viele bewohner einen artgerechten substrat geben

    das es trotztdem funktioniert mit und ohne sand, zeigt uns nur dass es viele verschiedene wege gibt seinen becken einzurichten, und das auch gut so
    wäre das anders und mann könnte sein becken nur mit einer 0815 methode zum laufen bringen? dan wäre dieses hobby langweilig

  • Zitat

    Original von Stephan
    Ob ein Becken gut läuft oder nicht liegt m.M. nach daran ob es einen Sanboden hat oder keinen. Es gibt ne Menge Becken die seit zig Jahren mit Sand hervorragend laufen (meins gehört dazu) -genauso wie es Becken gibt, die auch ohne Sand gut laufen. .

    hi stephan,

    irgendwie widersprichst du dir selbst.... :]

    aber du hast recht, kein sand muss nicht den gwünschten erfolg bringen :O

  • Zitat

    Original von Stephan
    Pauschalisierungen funktionieren in der Meeresaquaristik nicht.

    Hallo Stefan,

    das wäre für mich keine Arbeitseinstellung ;).

    Ich denke, man hat seit dem letzten "Jahr des Riffes" 1997 enorm viel geforscht und veröffentlicht, die Informationsflut über Riffe und Korallen scheint exponenziell anzusteigen, 2008 ist auch wieder ein "internationales Jahr des Riffes". Ich glaube, man kann mittlerweile vieles, was in unseren Aquarien abläuft, verstehen, ganz anders als 1987 oder 1992. Das bedeudet nicht, dass nicht trotzdem viele Wege nach Rom führen.

    Wenn ich lese "extrem viel Licht", "überdimensionierte Abschäumung" finde ich das für mich zu technisch. Manche mögen sicher diese Becken. Ich persönlich verzichte lieber auf die Kontrolle, fahre mit minimaler Technik und moderatem Energieaufwand und betrachte das Becken als biologisches System. Im komplexen Systemen ist "Vielfalt" gleichbedeutend mit "Stabilität". Deshalb dürf von mir aus jeder die Meinung haben, die er will, jeder sein Becken fahren, wie er es will und deshalb gehört für mich zu einem stabilen Becken ein Sandgrund, wegen der Artenvielfalt. Schon alleine wegen dem ganzen "Krabbelzeugs", das man beobachten kann, würde ich darauf nicht verzichten. Ich finde es schön, wenn ein Becken lebt, das war für mich immer das eigentlich faszinierende an der Meeresaquaristik, aber klar, da sind die Geschmäcker verschieden.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Ich glaube mann muß vielleicht auch die Maßstäbe betrachten über die hier geredet wird.
    Klaus baut ja in der Regel keine kleinen Becken die man mal kurz umräumt wenn was nicht passt.

    Bei einer großen Anlage braucht man vielleicht einfach etwas mehr "Sicherheit" und versucht so viel wie möglich kontrollierbar zu machen.
    Mein persönlicher Geschmack (das hab ich schonmal geschrieben) liegt auch eher bei Werner,
    gehen tut irgendwie beides.

    Vielleicht ist ja bald wieder grober Korallenbruch als Bodengrund "in" -
    wer weiß das schon :winking_face:

    :wink

  • Joe

    ich kaufe ein 'nicht' und dann ist der Satz auch so wie er gemeint war =)

    Ob ein Becken gut läuft oder nicht liegt m.M. NICHT daran ob es einen Sandboden hat oder keinen

    Gruss
    Stephan

    Einmal editiert, zuletzt von Stephan (1. Februar 2008 um 07:49)

  • Zitat

    Original von klaus Jansen
    Hi Domi...

    ich halte Deine Idee für sehr gut. Einmal davon abgesehen, dass im Meer keine Korallen auf Sand wachsen, da er ständig in Bewegung ist, ist Sand ein denkbar schlechter Untergrund für Korallen oder Tridacnen. Ich sag da mal nur Borstenwürmer.
    Hallo, Herr Luther und Herr Dammers.... macht mal Deko-Bodenplatten für Aquarien. Da tut sich evtl. ein neues Geschäftsfeld auf.... :wink

    Grüße ....Klaus

    @Klaus

    wir bieten sowas schon länger an, :winking_face:

    PVC Platte mit Sand oder Geröll
    allerdings ist die Nachfrage sehr gering, kommt vielleicht noch =)


    zum Thema Sand ja oder nein;

    ich halte diese Variante mit dem Schaum auch für eine gute Idee, optisch hat man ja wirklich kaum einen Unterschied, zumal nach ein paar Monaten/Jahren eh fast alles gleich aussieht,egal welches Material

    zur Biologie;

    da bin ich näher bei Werner,

    allerdings gibt es evtl. einen Mittelweg ( so meine Erfahrungen der letzten Jahre)

    ich tausche schon seit Jahren den Sand in den Aquarien regelmäßig aus, und zwar bei jedem Wasserwechsel (1x im Monat) und in Etappen

    wenn ich das Aquarium z.B. in 8 ungefähr gleiche Teile aufzeichne, fange ich hinten links mit Quadrat 1 an,
    da wird dann auf einem Zettel das Datum vermerkt, im Monat drauf geht es im Uhrzeigersinn weiter bis ich nach ca. 8 Monaten wieder beim ersten Quadrat angekommen bin,

    so kann ich den "Dreck" regelmäßig entfernen und behaupte mal, das Risiko der nicht kontollierbaren Abbauprozesse minimieren, auch der Optik tut das gut :thup
    trotzdem habe ich die Möglichkeit fast sämtliche Tiere zu pflegen,

    insbesondere meine Lippfische, aber auch die Doktoren erfreuen sich jeden Tag am Detritus und an allem was da sonst noch im und auf dem Boden wuselt,

    ich denke ob mit oder ohne Sand spielt nicht die große Rolle,
    beides wird funktionieren,

    die Frage scheint eher,
    wie hoch und wie alt ist der Sand, demnach ist die Qualität (der Zustand) des Bodens sehr entscheidend
    (das kennt man ja auch von Lebendgestein, je älter, je schlechter, oder?)

    lg Norbert

    H Hersteller/Händler

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!