DSB im Hauptbecken?

  • Hallo alle,

    mein Händler hat mir wärmstens empfohlen, mein künftiges Hauptbecken mit einem DSB auszustatten. Die daraus resultierenden Nullwerte seien kein Problem. Dazu muss ich sagen, dass ich nicht vorhabe, Steinkorallen zu pflegen. Jetzt habe ich aber an verschiedenen Stellen gelesen, dass einige (oder alle?) Filtrierer eine gewisse Menge NO3 benötigen.
    Außerdem wurde mir von anderer Seite geraten, mein DSB im Filterbecken zu betreiben, erstens damit nicht gleich das ganze Becken umkippt, wenn mal was schiefgeht, und zweitens, weil dadurch der NO3-Abbau geringer ist.

    Jetzt zwei Fragen:

    1. Ist es grundsätzlich problematisch, ein Becken ohne Steinkorallen mit Nullwerten zu fahren? Wenn ja, an welcher Stelle kann das Probleme geben? Welche Lebewesen sind sonst noch vom Nitrat abhängig?

    2. Welche Pros/Contras gibt es bezüglich eines DSB im Haupt- bzw. Filterbecken?


    Bin für zahlreiche Meinungen dankbar!

    Claus

  • Ich habe meines im Filterbecken verbaut. Das hat meiner Meinung nach einige Vorteile und kaum/keine Nachteile.

    Pro
    1. Man sieht das DSB nicht und verliert nicht 10-15 cm Höhe im Becken
    2. Das DSB ist leicht zu warten und bei Problemen vom Becken abkoppelbar.
    3. Die DSB Fläche beträgt im Verhältnis zum Becken nur ca. 1/4 bis 1/3 und macht damit das Problem der massiven Stickstoffkonkurrenz geringer.
    4. Das DSB wird nicht von Fischen, etc. umgewühlt was das Gefahrenpotential nochmal reduziert, zudem dürfte das für das DSB auch förderlich sein.

    Contra
    1. Nachteil ist halt der erhöhte Platzbedarf für das Filterbecken das war es aber auch schon.

    Bisher läuft alles prima, mehr Info dazu findest du in meinem Thread zum Würfelbecken... -->hier

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

    120x90x70cm (750l) / 640 w LED (China) / Bubblemagus C7 / 3xTunze Stream mit Multicontroller / RD3 5 m² Förderpumpe / Vliesfilter im Unterschrank (MC 5000)

  • Hallo !

    Zitat

    4. Das DSB wird nicht von Fischen, etc. umgewühlt was das Gefahrenpotential nochmal reduziert, zudem dürfte das für das DSB auch förderlich sein.

    Also ich behaupte einfach einmal das genaue Gegenteil !
    Zumindest ist mein Becken, eine Mischung aus DSB & JaubertFilter mit einer höhe knapp 8 cm, und einer Menge Tiere im/am Boden (Nadelschnecken, grabender Seestern, Baggergrundeln) der Gegenbeweis (bisher) dafür.

    Gruß,
    Claus

    2 Mal editiert, zuletzt von ImRauschDerTiefe (24. Januar 2007 um 20:38)

  • OK. Es scheint wirklich besser zu sein, das DSB im Filterbecken zu betreiben.

    Nur noch mal zum Verständnis:
    Was würde eine so große Stickstoffkonkurrenz für die anderen Bewohner bedeuten?
    Wer vor allem davon abhängig?
    Sind Nullwerte also doch so ein großes Problem?


    Danke,
    Claus

  • Hallo,
    ich habe ein DSB im Hauptbecken (über ein Jahr) anfangs war der hohe Sand schon ein wenig ungewohnt aber mitlerweil lebt so viel darin, dass es Spass macht zuzusehen wie sich die Tiere im DSB entwickeln.
    Man sollte jedoch auf Tiere verzichten die sich aus dem DSB ernähren sprich Grundeln, einige Lippfischarten. einen großen Vorteil sehe ich darin das sich durch das Auflösen des feinen Aragonitsand Härtebildner frei setzten hin und wieder muss ich Sand auffüllen weil er sich einfach verbraucht hat. Wenn das DSB eingelaufen ist und kaum Stickstoffe vorhanden sind sollte man natürlich mit z.B Aminosäuren und Austerneier, Cyclop Eeze, Phyto usw arbeiten um einer Unterversorgung entgegen zu wirken. Das gleiche könnte auch bei einem TB Deep Sand Bed auftreten. Ein weiterer Vorteil im Aqua ist eben das die obere Sandschicht immer in Bewegung ist gerade in der Anfangszeit wenn sich die Bewohner noch nicht so vermehrt haben und dann die Reflektion des hellen Sandbodens.

  • Hallo !

    @IrisB

    Zitat

    Man sollte jedoch auf Tiere verzichten die sich aus dem DSB ernähren sprich Grundeln, einige Lippfischarten.

    Vielleicht kannst Du ja mal diese Aussage begründen ?
    Gruß,Claus

    2 Mal editiert, zuletzt von ImRauschDerTiefe (25. Januar 2007 um 13:05)

  • @Claus ist doch relativ klar, denn diese tierchen die sonst gefressen werden erhalten ja ein DSB am laufen sprich sind in der Kette sehr wichtig siehe auch aktuelle Ausgabe Der Meerwasseraquarianer!

    LG Matze

  • Hallo Matze !

    Wie erklärst Du Dir dann bitte mein DSB-Becken, mit all den Tieren im/am Bodengrund ?

    Gruß,
    Claus

  • Danke für Eure Beiträge!

    Zitat

    Original von IrisB
    Wenn das DSB eingelaufen ist und kaum Stickstoffe vorhanden sind sollte man natürlich mit z.B Aminosäuren und Austerneier, Cyclop Eeze, Phyto usw arbeiten um einer Unterversorgung entgegen zu wirken.

    Was passiert, wenn kein Nitrat mehr im Becken ist? Wer leidet daran?

    Zitat

    Ein weiterer Vorteil im Aqua ist ... die Reflektion des hellen Sandbodens.

    Widerspricht sich das? Ich kann doch im Hauptbecken so oder so Aragonitsand und Live Sand haben, oder? Nur in geringerer Höhe natürlich.

  • Hallo Claus,

    also wenn wirklich gar kein Nitrat mehr im Wasser ist, dann leiden die Korallen darunter. Gerade bei Steinkorallen äußert sich das dann dann teilweise in rel. spontanem absterben bzw. ablösen des Gewebes. Wie sich das bei Weich und Lederkorallen äußert weiß ich nicht genau.

    Klar, den Effekt der Reflektion weißen Sandesd hast du auch bei geringer Schichthöhe.

    Tjark

  • Hallo :), so wie Matze geschrieben hat schaut es aus, Grundeln durchkauen den Bodengrund ja nicht weil sie den ganzen Tag langeweile haben :D, Ganz schlimm wird es wenn man Grundeln hat die in die tieferen Schichten graben oder Sandburgen im Aqua bauen. Das durchkauen des Sandes stellt immer eine Miderung der Kleinstlebewesen dar (oder ein Eingriff in das Bakterienmilleu), es müssen ja nicht mal große Tierchen sein die weggefressen werden. Einige Lippfische haben z.B eine Vorliebe für kleine Schnecken oder kleine Schlangenseesterne das ist dann natürlich auch wenig Sinnvoll, daher rät man dazu, diese Tiere nicht in das DSB einzubringen es gibt natürlich auch Lippfisch-Grundelarten die weniger Schaden anrichten als andere.

    Einmal editiert, zuletzt von IrisB (25. Januar 2007 um 13:42)

  • hi iris,

    nun, wenn von anfang an grabende bewohner vorhanden sind, wird sich das system darauf einstellen.

    denke ich zumindest.

    wenn später erst solche dazugesetzt werden, mags zu unstimmigkeiten kommen, die sich aber dann auch wieder legen werden.

    da in dsb becken im allgemeinen ja aufgrund ihrer guten abbaurate wieder zugefüttert werden muss,
    mag das graben zwar etwas die abbaurate verringern, aber auch die zudosierung von ansonstem überflüssigem.

  • Hi,

    ich hab für mein neues Becken (2x2m) auch ein DSB geplant. Allerdings bin ich mir noch unschlüssig, ob ich es ins Hauptbecken oder ins Filterbecken setzen soll (Das Filterbecken könnte entsprechend dimensioniert werden). Auf die grabenden Grundeln könnte ich ja gerade noch verzichten, jedoch will ich mir unbedingt wieder Mandarinfische halten. Bin bis jetzt genau so naß wie vorher, wenn ihr mir das kleine Worspiel erlaubt :grinning_squinting_face:
    Gibt es denn gravierende Nachteile, wenn ich das DSB ins Technikbecken verbanne? Wie schon geschrieben wurde kann ich ja den gleichen Sand auch oben im Hauptbecken verwenden um die angesprochenen Vorteile zu erhalten, nur eben in Form einer dünnen Sandschicht.

    Gruß

    Thomas

  • Hi Thomas,

    besser ist es das DSB im TB zu haben! Denn läuft das DSB aus dem Ruder oder es kippt kannst das TB vom Kreislauf nehmen was du bei einem DSB im Hauptbecken wohl eher schlecht kannst!

    LG Matze

  • Hallo Claus,

    Zitat

    Original von Claus Arnold
    Was passiert, wenn kein Nitrat mehr im Becken ist? Wer leidet daran?


    alle Tiere die sich vom Licht ernähren leiden darunter, denn die Ernähren sich ja nicht wirklich vom Licht sondern von den Produkten der symbiontischen Algen den sogenannen Zooxantellen. Diese Algen benötigen außer dem Licht auch noch andere Nährstoffe wie zB Nitrat und Phosphat. Wenn Du wirklich kein Notrat und kein Phosphat im Wasser hättest (was eigentlich recht unwarscheinlich ist - warscheinlicher ist ein schlechtes Verhältnis zwischen No3 und No4), dann würde bei dir fast gar nichts wachsen..

    Ich habe mein Jaubert-System auch am Anfag im Hauptbecken gehabt - und mal abgesehen von den Problemem nit den Steinkorallen - sieht das Becken mit dem hohen Bodengrund nicht sehr schön aus. Ich haben ne nam großen Gau (warscheinlich ne Bakterienexplosion) das Jaubertsystem auf ein viertel des Hauptbeckens verkleinert und seit dem keine Probleme mehr. Allerdings habe ich auch einen sehr moderaten Besatz - ich denke aber mein becken kann noch einige fische vertragen.

    MfG, Frank


    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
    Bremsen ist die Umwandlung hochwertiger Geschwindigkeit in sinnlose Wärme....

  • Hallo Joe !

    Also ich habe in meinem Becken so eine Art Kombination/Zwischending aus DSB und JaubertFilter.

    Über einem Plenum sind unterschiedliche Schichten von Korallensand unterschiedlicher Körnung aufgeschichtet worden (die Körnung verkleinert sich von Unten nach Oben). Ganz Oben draub dann noch einmal LiveSand. Die Schichten sind nicht voneinander getrennt. Das ganze hat eine Höhe von ca. 8 cm.

    Nach ca. einem halben Jahr habe ich dann Grundeln, grabende Seesterne und grabende Schnecken hinzugefügt. Momentan produziert diese Kombination Nullwerte (Nitrat und Phosphat) !

    Gruß,
    Claus

    2 Mal editiert, zuletzt von ImRauschDerTiefe (25. Januar 2007 um 15:16)

  • Hallo Joe,
    sicher werden einige Faktoren eine große Rolle spielen, das fängt schon bei der Aquariengröße an. Die Biologie wird sich ggf drauf einstellen aber wenn man Grundeln hat, die permantent den Bodengrund durchschaufeln dann wird sich die notwendige erforderliche Menge an Kleinstlebewesen nicht richtig ansiedeln können, mal abgesehen davon das einige Grundeln ja gewaltige Berge graben (bis 30 cm) besonders zur Verpaarung. Die Kleinstlebewesen sind ja nicht mal unbedingt nur für den Abbau erforderlich sondern in erster Linie dafür die oberste Schicht bis 3 cm locker zu halten und ständig zu bewegen, in den untersten Schichten sehe ich bei mir nur sehr wenige Tiere höchstens mal Würmer die sich verrirrt haben, hier machen sich eben die Dentrifizierenden Bacs breit. Ich habe früher der ganzen DSB Geschichte sehr skeptisch gegenüber gestanden, weil es immer wieder Berichte zu lesen gab, das ein DSB umgekippt ist, heute weiss man das "früher" oft falsch gearbeitet wurde, zu grober Bodengrund, schlecht lösendes Material, zu wenig Kleinstlebewesen usw... ich denke das es auch sehr vorteilhaft ist wenn man den Sand mit frisch importiertem oder gebrauchten von anderen Aquarianern ansiedelt, frisches lebend Gestein und sich somit schnell Krabbeltierchen ins Aqua holt, die gleich mit Ihrer Arbeit beginnen können. Ob nun DSB im TB oder Bypassbecken ist ja eigentlich eine Frage des Geschmacks, wichtig ist eben auch eine ausreichende Bewegung und vorallem auch eine gute Umströmung des Sandes.

    Meine Meinung :winking_face:

  • Zitat

    Original von IrisB
    Ob nun DSB im TB oder Bypassbecken ist ja eigentlich eine Frage des Geschmacks, Meine Meinung :winking_face:

    Hi Iris,

    genau das wollte ich wissen. Also werd ich das DSB dann wohl in einem Bypassbecken planen. Hab im Keller ja noch ein großes Becken stehen.

    Gruß

    Thomas

  • alle Tiere die sich vom Licht ernähren leiden darunter, denn die Ernähren sich ja nicht wirklich vom Licht sondern von den Produkten der symbiontischen Algen den sogenannen Zooxantellen. Diese Algen benötigen außer dem Licht auch noch andere Nährstoffe wie zB Nitrat und Phosphat.

    Aha, das wollte ich wissen. In welchem Bereich sollten sich Nitrat und Phosphat bewegen?

    Dann werd ich wohl auch mein DSB ins Technikbecken verlagern. Offenbar gibt es hier mehr Vor- als Nachteile.

    Danke für die Meinungen!

    Claus

  • Zitat

    Original von Thomas Krause
    Also werd ich das DSB dann wohl in einem Bypassbecken planen. Hab im Keller ja noch ein großes Becken stehen.

    moin,

    ich habe mein dsb auch im unterbecken, habe es dort an einen der beiden abläufe angeschlossen und zusätzlich noch einen bypass zum tb.

    so erhoffe ich mir, durch die durchflussgeschwindigkeit auch die abbaumenge das dsb regulieren zu können.

    obs klappt, kann ich noch nicht sagen :confused_face:

    mfg
    michael

  • Hi Michael,

    das ist aber ein interessanter Ansatz. Halt uns doch mal auf dem Laufenden darüber, würde mich natürlich sehr interessieren.
    Ich werd dann das DSB wahrscheinlich auch in ein extra Becken planen, damit im Falle eines Problems im DSB-Becken meine Technik weiter versorgt werden kann. Noch hab ich ja genug Zeit zum Planen.

    Gruß

    Thomas

  • Hi Michael,

    find ich auch eine interessante Idee. Ich hab schon drüber nachgedacht, wie man über die Fläche oder die Tiefe des DSB den Abbau regulieren kann, aber wenn das über die Durchflussgeschwindigkeit klappen sollte, wär das natürlich eine elegante Lösung.
    Hab auch keine Idee, ob das theoretisch funktioniert. Viel Glück damit!


    Claus

  • Zitat

    Original von Aurora4. Das DSB wird nicht von Fischen, etc. umgewühlt was das Gefahrenpotential nochmal reduziert, zudem dürfte das für das DSB auch förderlich sein.

    Es wird doch immer empfohlen im DSB eine große Zahl von "Critters" (so nennt Dr. Ron Shimek sie) einzusetzen, die den Bodengrund durcharbeiten. Also Seewalzen, Alpheus, grabende Seeigel und Seesterne.

  • Zitat

    s wird doch immer empfohlen im DSB eine große Zahl von "Critters" (so nennt Dr. Ron Shimek sie) einzusetzen, die den Bodengrund durcharbeiten. Also Seewalzen, Alpheus, grabende Seeigel und Seesterne.

    das ist richtig aber diese Tierchen bewegen den Bodengrund langsam im Gegensatz zu Fischen! Und genau das macht den Unterschied!

    LG Matze

  • Hallo !

    Denke, das bzgl DSB auch sehr viel spekuliert und propagiert wird, ohne das dabei die Parameter hinreichend wissenschaftlich untersucht worden sind.

    Daher sind meiner Meinung nach auch solche Aussagen wie von Matze :wink

    Zitat

    das ist richtig aber diese Tierchen bewegen den Bodengrund langsam im Gegensatz zu Fischen! Und genau das macht den Unterschied!


    mit großer Vorsicht zu genießen !

    Letztendlich wird sich meiner Meinung nach erst in den nächsten Jahren zeigen, in welchem Rahmen bestimmte Parameter Einfluss auf das DSB haben.

    Gruß,
    Claus

    Einmal editiert, zuletzt von ImRauschDerTiefe (26. Januar 2007 um 14:03)

  • Zitat

    Daher sind meiner Meinung nach auch solche Aussagen wie von Matze Winkewinke

    Naja die Amis machen es schon recht lange so und das mit erfolg! Ich kann auch immer nur nochmal RATEN lest den aktuellen Meerwasser Aquarianer dort steht es auch ausführlicher drinn!!!!!

    Und es sollte eigentlich auch logisch sein warum es besser ist langsam grabende Tiere in einem DSB zu haben als Fische die durchwühlen!

    Das hat nix mit halbwissen zu tun sondern entspricht den allgemeinen erkenntnissen über bakterien usw!

    LG Matze

  • Hallo Matze !

    Ok, werde mir den aktuellen Meerwasser besorgen :smiling_face:

    Dennoch glaube ich, das das Wissen um DSBs sicher nicht ausgereift ist. Außerdem muss nicht immer das, was intuitiv bzw. trivial erscheinen mag, auch den tatsächlich Sachverhalt wiederspiegeln.

    Aus persönlicher Erfahrung kann ich bisher sagen, das meine Baggergrundeln bisher keinen negativen Einfluß auf das Abbauverhalten des Beckens hatten - und dabei ist ja faktisch mein ganzes Becken ein DSB/Jaubertfilter.

    Gruß,
    Claus

  • Hallo,

    Ich bin Meerwasser-Anfänger und habe gerade ein Becken mit einer Abwandlung eines Jaubert-Systems in Betrieb genommen. Nach recht umfangreicher Recherche bin ich zu der Meinung gelangt das bei Sedimentfiltersystemen wohl relativ viele Wege nach Rom führen. Ich habe daher einen abgewandelten Weg beschritten und mein Jaubert-System teilweise über Luftheber zwangsdurchströmt. Wenn ich es richtig einordnen kann wurde so was auch schon mal als Angh-System oder so ähnlich bezeichnet!?

    Ich schreibe das hier hauptsächlich um auf meine Überlegungen im Thread:

    Link

    aufmerksam zu machen. Es wurde hier ja nach einer wissenschaftlichen Untersuchung von DSB-Systemen gefragt. Dort gibt es auch einen Link zu einer "wissenschaftlichen" Untersuchung zu Sedimentfiltersystemen. Diese ist zwar leider in Englisch, aber meiner Meinung nach sehr aufschlussreich.

    Vielleicht liest sich der eine oder andere die Studie mal durch und wir können auf dieser Basis weiter diskutieren?

    Liebe Grüße,
    Florian

  • Hallo zusammen !!
    Will meien Senf auch noch dabei geben .Habe ein DSB im Becken Höhe ca 10cm(Quarzsand vom Baumarkt) seit etwas über einen Jahr am laufen.
    Ich bereue es bis jetzt nicht.NO3 5mg,P04 <0,1mg. Es sind zur Zeit 21 Fische auf 510 L .Strömung intervall 5000 bis 9000 L im wechsel.
    Wenn die Werte noch mehr fallen sollen gebe ich 0,4ml Vanillezuckerlösung täglich für etwa 10 tage bei,dann merk
    man aber bei den Pilzlederkorallen das sie schrumpfen,also Flüssignahrung beigeben dann wurden sie wieder richtig fett.Steinkorallen stehen auch gut wohl nur einfachere Sorten die ich mal als Ableger bekommen habe Kupferanemonen ebenfalls prächtig alles in einen" Super" und das ohne teure Filtertechniken und Absorber und vor allen Selbständig.
    Ich habe auch eine Baggergrundel,Aalgrundel,Lippfisch im Becken und das schon länger und ich sehe immernoch jede Menge Schlangensterne würmer und kleine Garnelen im Becken.es gibt immer Stellen wo die Arten erhalten bleiben im Becken ,vermehren sich auch gut .weil der Sand im Becken ist und der Dreck restlos auf dem Boden fällt wo er dann von den kleinen Tierchen mit im Boden geschleppt wird um abgebaut zu werden,die wühlenden tiere sorge auch dafür das Mulm immer wieder von der Strömung mit in den Abschäumer oder Schnellfilter landet.
    Meine Überlegung ist wenn das DSB im Filterbecken ist muß ich zusätzlich dafür sorgen das der dreck, der nicht im Abschäumer oder Schnellfilter landet ,nicht im Aquarium bleibt sondern im Technikbecken (DSB) .

    Danke für eure Zeit

  • Zitat

    Original von McMachi
    Meine Überlegung ist wenn das DSB im Filterbecken ist muß ich zusätzlich dafür sorgen das der dreck, der nicht im Abschäumer oder Schnellfilter landet ,nicht im Aquarium bleibt sondern im Technikbecken (DSB) .

    Danke für eure Zeit

    Hallo,

    im Filterbecken ist ja in der Regel weniger "schwerer" Dreck wie Detrius etc. weil der nicht bzw. kaum über den Kamm geht, aber dafür mehr von den Stoffen, die biologisch Umgesetzt werden können/sollen wie z.B. die Lipide die sich an der Oberfläche sammeln. Von daher sehe ich das nicht so als Problem an, eher umgekehrt, dass im Hauptbecken mehr Detrius "versackt". Aber wenn man genügend Schlangensterne, Seeigel und sonst was hat, dann bleibt kaum etwas liegen und wenn doch, dann vermehren sich halt die Borstenwürmer unglaublich stark *g*

    Was ein Abschäumer rausholt ist zu einem großen Teil auch lebendes Phytoplankton, darum ist das immer so eine schwarz/grüne Suppe. Beim System ohne Abschäumer hat man (bzw. habe ich) immer besonders Stark das Problem, dass sich Algen im Wasser befinden und an den Scheiben sammeln. Diese schlucken natürlich Licht und verfärben das Wasser leicht grünlich. Dem ist wohl nur mit einer UV Anlage beizukommen.

  • Hallo Kenny!
    aber das ist doch gerade das System des BSB das der kleine Rest den die Borstenwürmer oder sonstige Kriecher
    mit in den Boden nehmen Bakteriell abgebaut wird. Das mit den Lipide wäre sehr nett wenn Du mir das genauer erklären könntest,und auch erklären könntest wer die im Filter nach unten drückt zum abbauen?
    Ich denke meine auch das man nicht mehr Lipide an der oberfläche hat wie woanders bei 9000L Umwälzung bei
    500 L wasser die Über der Oberfläche rasen wüßte ich nicht warum die nicht mit durch Becken geschleudert werden.
    Aber Prinzipiell Denke ich ist das alles Haarspalterei es funktioniert beides wenn man einige Dinge im Auge behält
    werden es einen die Fische und Niederen Danken

    Grüße McMachi

  • Hallo,

    ich habe jetzt noch einmal mit meinem Händler gesprochen. Zu diesem Zeitpunkt ein DSB im Technikbecken zu planen geht nicht mehr, da mein Unterschrank so konzipiert ist, dass es keinen Platz mehr hätte (Mittelstrebe).

    Er hat mir sowieso stark zu einem DSB im Hauptbecken geraten. Er betreibt seit einiger Zeit mehrere Becken damit und hat schon viele Kundenbecken so geplant und eingerichtet und nie von Problemen gehört. Der Vorteile seien:

    1. Es ist immer etwas Zooplankton im Wasser, auch wenn das sehr schnell abgeschäumt wird.
    2. Es findet ein totaler Nitratabbau statt. Diese Nullwerte können genutzt werden, um das Becken leicht überbesetzen und die Fische ordentlich füttern zu können. So ist trotzdem immer Stickstoff im Becken. Bei Bedarf (Steinkorallen etc.) wird regelmäßig mit einer Nährlösung zudosiert.
    3. Die Korallen zeigen schönere Farben und sind nicht so "kackbraun".

    Als Begründung für das Vorgehen nennt er amerikanische Becken, die schon viele Jahre erfolgreich so betrieben werden.

    Das Problem mit den baggernden Tieren wird folgendermaßen gelöst:
    Es wird nach etwa 4 cm Bodengrund ein Gitter eingesetzt. Darauf kommt dann der Rest des Sandes. Wühlende Tiere graben somit nur den gewünschten oberen Teil des Sandes um und kommen maximal bis zum Gitter. Der Sand darunter wird in Ruhe gelassen und bleibt sauerstoffarm/-frei. Die Idee ist vom Jaubertsystem abgeschaut.
    @Claus: Ist das bei Dir auch so ähnlich konzipiert?


    Ich werd einfach mal selbst sehen, was diese Lösung bringt. Ich vertraue meinem Händler im großen und ganzen schon (habe ja noch nicht so viel Erfahrung), da er selbst schon viele Jahre im Geschäft ist, Steinkorallen züchtet und wirklich wunderschöne Becken im Laden hat!


    Gruß,
    Claus

    Einmal editiert, zuletzt von Claus Arnold (29. Januar 2007 um 11:31)

  • Schau dir aber vorher einige DSB Becken an, bei denen das Sandbed im Hauptbecken ist, nur damit du dir ein Bild machen kannst, wie das hinterher aussieht. Das Sandbed sieht von oben meistens recht ansehnlich aus, von vorne und von der Seite bilden sich aber häufig unschöne Schmieralgen etc.
    Hier hilft es vielleicht diese mit einer Blende zu kaschieren.

  • Hallo Claus !

    Persönlich denke ich, das die Konzeption Deines Beckens in sich nicht so richtig stimmig ist, bzw. das Du Dich da einfach zu sehr auf Deinen Händler verlassen hast. Die Meinung hier im Forum hat eigentlich ziemlich eindeutig in Richtung DSB im Technikbecken tendiert.

    Persönlich halte ich außerdem die folgende Aussage Deines Händlers im Sinne einer halbwegs artgerechten Haltung für sehr fragwürdig

    Zitat

    um das Becken leicht überbesetzen und die Fische ordentlich füttern zu können

    Darüber hinaus kann ich mir nur schwer vorstellen, das Du bei einem hohen Fischbesatz um eine starke Abschäumung herum kommen wirst.


    Aber nun sind die Dinge ja schon ins Rollen gekommen und man wird sehen wie sich Dein Becken entwickeln wird. Drücke Dir jedenfalls die Daumen das alles klappen wird.:thup


    Eine Fliegengittereinlage, welche unterschiedliche Schichten des Bodengrundes trennt, wird typischer Weise in Jaubert-Filtern eingsetzt.

    Meine Kombination aus DSB & JaubertFilter habe ich wie folgt aufgebaut

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Wasser/Steine

    ------------------------------------------------
    1 cm LiveSand
    ------------------------------------------------
    3 cm feiner Korallensand 2-3 mm Körnung
    ------------------------------------------------
    3 cm grober Korallensand 5-7mm Körnung
    -------------------------------------------------
    1 cm Plenum aus Bodenfluter-Elementen
    =========================== Glasboden

    Insgesamt also eine Höhe von etwa 8 cm. Auf Fliegengittereinlagen habe ich verzichtet. Das hat zur Folge, das der LiveSand begonnen hat, bis zur groben Korallensandschicht zu diffundieren. Komischer Weise ist die Diffundierung genau an dem Übergang zwischen feinen und groben Korallensand zum Stehen gekommen (siehe Bild).

    Meine Grundeln "buddeln" i.d.R nur an der Oberfläche des Bodens, die grabenden Seesterne und Nadelschnecken bis in eine Tiefe von etwa 3-4 cm. Bevor diese Tiere eingesetzt habe, waren die Wasserwerte im Becken wesentlich schlechter als jetzt (Nullwerte). Ob hier nun ein kausaler Zusammenhang vorliegt kann ich leider nicht verifizieren.

    Gruß,
    Claus

  • Zitat

    Original von ImRauschDerTiefe
    Persönlich denke ich, das die Konzeption Deines Beckens in sich nicht so richtig stimmig ist, bzw. das Du Dich da einfach zu sehr auf Deinen Händler verlassen hast. Die Meinung hier im Forum hat eigentlich ziemlich eindeutig in Richtung DSB im Technikbecken tendiert.

    Ich hätte das DSB auch ins Technikbecken getan, wenn´s noch gegangen wäre. Leider hab ich Becken und Unterschrank schon vor mehreren Wochen bestellt.

    Zitat

    Persönlich halte ich außerdem die folgende Aussage Deines Händlers im Sinne einer halbwegs artgerechten Haltung für sehr fragwürdig

    Darüber hinaus kann ich mir nur schwer vorstellen, das Du bei einem hohen Fischbesatz um eine starke Abschäumung herum kommen wirst.

    Was er damit meinte war, dass man sich aufgrund der hohen Verarbeitungsrate von Detritus und des hohen Nitratabbaus durch ein DSB im Hauptbecken keine Sorgen mehr machen muss, dass durch kräftige Fütterung die Wasserwerte zu schlecht werden. Ich habe schon des öfteren gelesen, dass Fische in Aquarien in der Regel eher unterernährt sind.
    In Folge dessen braucht man die Höhe des Besatzes zumindest nicht von der Restfutter-Kot-Menge abhängig machen, die zwangsläufig entsteht. Persönlich bin ich aber kein Freund von "Überbesetzung". Abgesehen von der nicht artgerechten Haltung (die für die allermeisten Fische in Aquarien meiner Meinung nach grundsätzlich nicht gegeben ist) finde ich es unästhetisch, wenn es im Becken so "wurlt".
    Ein starker Abschäumer ist im übrigen auch dabei.

    Zitat

    Aber nun sind die Dinge ja schon ins Rollen gekommen und man wird sehen wie sich Dein Becken entwickeln wird. Drücke Dir jedenfalls die Daumen das alles klappen wird.:thup

    Danke! Wird schon werden.

    Interessant, dass Du mit nur 7cm Bodengrund und so einer Körnung einen so hohen Nitratabbau bekommst. Bin gespannt, ob das bei mir auch so wird.
    Danke für die Tipps.

    Gruß,
    Claus

  • Na ich weiß nicht ob der Boden
    1 cm LiveSand
    ------------------------------------------------
    3 cm feiner Korallensand 2-3 mm Körnung
    ------------------------------------------------
    3 cm grober Korallensand 5-7mm Körnung
    -------------------------------------------------
    1 cm Plenum aus Bodenfluter-Elementen

    überhaupt Nitrat abbaut eher NO3 herstellt ist ja ein richtiger Mulmfänger.

    da würd ich lieber auf das DSB verzichten und den Fischen mehr Platzt zum Schwimmen lassen

    Schöne Grüße McMachi

  • Ich glaube in der aktuellen Ausgabe des Meerwasseraquarianers steht, dass in Mulm auch denitrifikation statt findet.
    In Jaubert-Becken klappt es doch auch, obwohl dort überhaupt kein feiner Sand zum Einsatz kommt, sondern nur der Kiesartige mit 2-4mm Körnung.

  • Hallo Zusammen !

    Also die Kombination

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    Wasser/Steine

    ------------------------------------------------
    1 cm LiveSand
    ------------------------------------------------
    3 cm feiner Korallensand 2-3 mm Körnung
    ------------------------------------------------
    3 cm grober Korallensand 5-7mm Körnung
    -------------------------------------------------
    1 cm Plenum aus Bodenfluter-Elementen
    =========================== Glasboden

    erzeugt folgende Wasserwerte:

    N03 < 1mg/l
    P04 = 0,01 mg/l

    Ich denke das spricht für sich !

    Zitat

    überhaupt Nitrat abbaut eher NO3 herstellt ist ja ein richtiger Mulmfänger.


    Mulm sammelt sich eigentlich garnicht an ... die Grundeln leisten da perfekte Arbeit und für die Reste sind grabende Seesterne, Nadelschncken etc. zuständig !

    Gruß,
    Claus

    Einmal editiert, zuletzt von ImRauschDerTiefe (1. Februar 2007 um 11:18)

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