Ammoniumchlorid - Eure Erfahrungen

  • Hi,

    ich habe ja vor einiger Zeit auf ein DSB umgerüstet. Nun habe ich das "Problem", dass dermaßen viel Nitrat abgebaut wird, dass ich den Wert künstlich anheben muss. Dies habe ich in der Vergangenheit schonmal erfolgreich mit Ammoniumchloridlösung gemacht, also versuchte ich dies auch diesmal. Leider bisher ohne Erfolg, da Nitrat immer nur relativ kurz nachweisbar ist und schon nach wenigen Stunden wieder verflogen ist. Langsam sind mir die Zugabemengen unheimlich.

    Ich habe mitlerweile eine doppelt konzentrierte Lösung nach Jörg Kokott´s Rezept (also 26,8g auf 500ml Osmose), davon gebe ich mitlerweile 40ml auf 1350 Liter Wasser täglich - das entspräche dem 6 fachen der von Jörg empfohlenen Startdosis von 1ml/100l. Nitrit und Ammonium sind übrigens nie nachweisbar gewesen. Bakteriennahrung (Kohlenstoffquelle) habe ich jedenfalls fast komplett runtergefahren, um den Abbau nicht noch mehr vorannzutreiben.

    Was für Erfahrungen habt ihr gemacht (gute und schlechte)? Ist jemand auf ähnlich hohe Dosen gekommen oder noch höher?

    Gruß
    Sven

  • Also ich habe bisher noch nie die Notwendigkeit gesehen Ammoniumchlorid in mein Becken zu geben, aber generell kann ich dir schon was dazu sagen.
    1. Hohe Ammoniumzugaben sind prinzipiell gefährlich, denn selbst wenn das Ammonium normalerweise sofort abgebaut wird muss dies nicht immer so sein. Eine Störung des biologischen Gleichgewichts und der Abbau stockt, dann hast du ein großes Problem und aller Wahrscheinlichkeit nach sind dein Fische tot bzw. dein Becken ziemlich geplättet. Die Zugabe sollte aus Sicherheitsgründen auf jeden Fall gestreckt über 24h täglich erfolgen, also z.B. über eine Dosierpumpe mehrmals täglich in kleinsten Dosen (also z.B. 12x täglich alle 2h).
    2. Ich fahre selbst ein DSB und habe in meiner Zeit in USA auch einige gesehen. Eigentlich fahren die Nitrat nicht wirklich auf 0.0 mg/l sondern auf niedrige Werte von 0.1-2 mg/l herunter, der Wert pendelt sich dort ein. Vorraussetzung ist natürlich eine gewisse Futter/Stickstoffgabe in regelmäßiger Form (Fischfütterung täglich).
    3. Dann sind wir auch schon bei der großen Frage: Welcher Teufel hat dich geritten in ein DSB-System "Bakteriennahrung" bzw. Kohlenstoffquellen zuzuführen? Das du jetzt diese Probleme hast würde ich mal zu einem großen Teil darauf zurückführen. Das Geben von Kohlenstoff in Meerwasserbecken halte ich generell für problematisch, in einem DSB-System sogar für grundfalsch. Du pusht damit die Bakterienpopulation auf ein unnatürlich hohes Level und verschiebst damit die Stickstoffkonkurrenz von Korallen/DSB unnatürlich weit Richtung DSB. Der wichtigste Schritt ist deshalb meiner Meinung nach die Kohlenstoffgabe SOFORT einzustellen und NIE WIEDER damit anzufangen.
    4. Bei einem DSB-System ist es meiner Meinung nach nicht sinnvoll den Stickstoff über Ammoniumchlorid zuzuführen. Damit gehst du ein Risiko ein und belastest zudem die Nitrifikationskette über Gebühr. Es ist viel sinnvoller direkt Nitrat zuzuführen welches vom DSB direkt verstoffwechselt wird. Nitratlösungen sind ungefährlich für die Fische und eine Überdosierung führt nicht gleich zum Kollaps sondern eher zu verstärktem Algenwachstum. Damit wird sie rechtzeitig erkannt und es kann die Dosiermenge reduziert werden.
    Es gibt jetzt zwei Möglichkeiten der Zugabe. Zum einen Natriumnitrat, hierbei reichert sich allerdings Natriumionen an, du solltest also regelmäßig Wasserwechsel durchführen, bei 5-10% wöchentlich ist das bei normalen Dosiermengen absolut sicher. Daneben besteht die Möglichkeit in einem stark mit Steinkorallen besetzten Becken Calciumnitrat einzusetzen. Dieses ersetzt einfach einen Teil des sonst verwendeten Calciumchlorids (falls du dich dafür interessiert kann ich dir auch ausrechnen wieviel Gramm davon pro Gramm ersetzt werden müssen), allerdings fehlen dafür wieder ein paar Chloridionen, relativ gesehen also auch wieder eine Ionenverschiebung. Auch hier ist also ist Wasserwechsel empfehlenswert. Wenn du dann eventuell auch noch Magnesiumchlorid zugeben musst kannst du den Chloridmangel sogar teilweise wieder damit ausgleichen. Aber das führt hier zu weit in die Chemikalienkiste.
    5. Um einer Unterversorgung deiner Korallen vorzubeugen solltest du über die Zugabe einer leicht verwertbaren Stickstoffquelle nachdenken. Bisher tust du das ja sogar schon mittels Ammoniumchlorid, weil das Ammonium für die meisten Korallen leicht verfügbar ist. Du hast also die Möglichkeit weiterhin in geringen Mengen Ammoniumchlorid zu geben (1/10 der von Jörg empfohlenen Menge ist da mehr als ausreichend, vielleicht einfach etwas davon im Nachfüllwasser auflösen). Wenn du es kriegen kannst würde ich dir allerdings Ammoniumnitrat empfehlen, da dieses sowohl Ammonium und Nitrat enthält und zudem zu keinerlei Ionenverschiebung führt. Problem ist allerdings, dass es gleichzeitig auch ein potentieller Sprengstoff ist und deshalb für Leute ohne naturwissenschaftlichen Hintergrund schwierig/nicht zu bekommen sein dürfte. Neben Ammonium würde ich dir noch die Gabe von Stickstoff über Aminosäuren empfehlen, da diese leicht aufgenommen werden können (sind allerdings auch gleichzeitig eine C-Quelle, das sehe ich aber bei geringer Dosierung nicht so als Problem, im Fischfutter ist sehr viel mehr Kohlenstoff). Ich könnte dir jetzt natürlich auch noch Aminosäuremischungen empfehlen, aber das würde hier zu weit führen. Womit ich in meinem DSB-System gute Erfahrungen gemacht habe ist die Zugabe von Ultramin-S, dieses enthält viele leicht verfügbare Stickstoffverbindungen und noch einiges mehr. Zudem ist es wie ich finde auch noch relativ preiswert da es quasi alles in einem ist, Spurenelemente und Amino0säuren, etc. .

    Ach so: Wie groß ist dein DSB? Schichtdicke, welcher Sand, im Becken oder extern und wieviel Belastung hast du im Becken???

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

    120x90x70cm (750l) / 640 w LED (China) / Bubblemagus C7 / 3xTunze Stream mit Multicontroller / RD3 5 m² Förderpumpe / Vliesfilter im Unterschrank (MC 5000)

    Einmal editiert, zuletzt von Aurora (10. Januar 2007 um 09:27)

  • Hi Thomas,

    erstmal vieln Dank für deine sehr ausführliche Antwort. Ich gehe das mal Punktweise durch:

    1. Gabe passiert schon über tden Tag verteilt über die TECIII.
    2. Ich kenne aus dem RAF einige DSB´s, die ohne nachweisbaren Nitrat fahren. Bei mir fing es an, dass sich das Gewebe aufhellte und Wchstum weniger wurde, ausserdem schlechteres Polypenbild. Typische Anzeichen einer Stickstofflimitierung eben. Hier muss ich also handeln. Aminosäuren gebe ich schon täglich zu, im Moment Aminoacid von Korallen-zucht.
    3. Teufel mich geritten :winking_face: : Es ist bekannt, dass DSB´s sehr stark auf Kohlenstoffzugeben reagieren. Dennoch geben viele diese zu - Ziel war es, den PO4-Gehalt natürlich durch abgeschäumte Bakterienmasse zu reduzieren, wie bei Vodka. Die damit verbundene Stickstoffkonkurrenz wollte ich durch die Gabe von Ammoniumchlorid ausgleichen. Nur die starke Belastung der Kette, das ist es, was auch mir bei dem Mengen Sorgen macht. Ich werde die schon stark runtergefahrene Kohlenstoffgabe weglassen und Calziumnitrat zuführen, da gebe ich dir schon Recht.
    4. Stimmt, leuchtet ein, deshalb beim DSB lieber Calziumnitrat.
    5. Wie gesagt, Aminosäuren werden bereits seit längerem gegeben. Hat aber nicht ausgereicht, wohl wegen der Kohlenstoffdosierung.

    Wasserkreislauf ist 1350 Liter (3 Becken). Das DSB ist im Ablegerbecken, 160x50x50, ca. 10-12cm hoch. Sand ist CaribSea BahamasOolite (extrem feiner LiveSand) + Deckschicht aus frischem Importsand von CaribSea, etwa gleiche Körnung.

    Gruß
    Sven

  • Hallo,

    kurz nochmal zu deinen Punkten:
    1. Sehr sinnvoll, ohne die verteilte Zugabe wollte ich das nicht machen.
    2. Das es Fälle gibt wo Nitrat nach nicht nachweisbar fällt will ich gar nicht bestreiten. Mag sein, dass mir das eines Tages auch noch passiert. Ab einem gewissen Punkt ist das halt dann ein Problem, deine Reaktion ist da schon ganz richtig gewesen. Aminosäuren, etwas Ammonium und den Nitratwert mittels Nitratzugabe stabilisieren sind Mittel der Wahl. Zusätzlich kann sehr feines Staubfutter auch hilfreich sein, es gibt neuerdings tiefgefrorene Austerneier bzw. Austernlarven, die sind sehr fein und haben genau die ideale Größe für viele Korallen (glaube so 20- 40 µm), muss aber nicht, belastet halt zudem das System mit Phosphaten. Wenn es billiger sein soll wie die Aminos von Korallenzucht und Co. sind die Casa-Aminoacids bzw. Peptonlösungen eine interessante Alternative. Dabei handelt es sich um tryptische Verdaue von Eiweiß, die Aminosäuren liegen molekular oder als ganz kurze Oligopeptide vor, wobei das halt auch mehr nur verfügbar ist wenn man wie ich im Institutsbereich arbeitet.
    3. Naja, wenn du es absichtlich gemacht hast ist das halt ziemlich schief gelaufen bzw. leichtsinnig gewesen. Wenn du ein Phosphatproblem hast würde ich insbesondere bei DSB/Jaubert die Finger von organischer Kohlenstoffgabe lassen, das geht in die Hose. Worauf du auf jeden Fall achten solltest ist, dass du genügend Sauerstoff ins System bringst, sonst kann das ganze sehr schnell (wenige Stunden) komplett hochgehen. Du wirst bei einem DSB-System auch nicht langfristig den Phosphatgehalt reduzieren können über C-Gabe, denn das DSB zieht soviel Nährstoffe, dass gar nicht viel abschäumbare Bakterienmasse existiert. Dann lieber konsequent mit Adsorbern vorgehen, am besten im langsamen Durchfluss. So 1 kg Adsorber durchströmt mit 2-15 l/h (muss man ausprobieren, zuviel ist eher schlecht) hält dir die Phosphatwerte doch schön unten und hält auch ne Weile. Man kann ja auch schön feststellen wann der Adsorber verbraucht ist durch Messung des Ausgangswassers.
    4. Calciumnitrat ist halt relativ teuer, wie es um die Verfügbarkeit steht kann ich dir auch nicht sagen. Natriumnitrat tut das ganze auch ganz gut. Bei beiden Methoden halt auf regelmäßigen Wasserwechsel achten, sollte man aber sowieso.
    5. siehe 2.

    Von den Verhältnissen ist dein DSB auch nicht viel größer als meines (ich habe 450-500 Liter Systemvolumen, 30 Liter DSB-Volumen), die Fläche ist bei dir halt auch etwas größer. Der Sand scheint mir gut geeignet, Oolithe sind das eigentlich immer. Wie sieht denn der Fischbesatz aus?
    Was bei mir sicherlich auch etwas das DSB stützt ist, dass ich Leitungswasser zum Nachfüllen/Wasserwechseln verwende, das enthält hier etwa 10-20 mg/l Nitrat. Ich führe also indirekt pro Woche etwa 1 g reines Nitrat (also ohne Gegenion) zu.

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

    120x90x70cm (750l) / 640 w LED (China) / Bubblemagus C7 / 3xTunze Stream mit Multicontroller / RD3 5 m² Förderpumpe / Vliesfilter im Unterschrank (MC 5000)

  • Hallo !

    Fahre selber seit 10 Monaten einen Jaubert-Filter & Algenfilter und stehe vor der selben Problematik wie Sven.

    Obwohl ich vor zwei Monaten meinen Fischbesatz verdoppelt habe, beginnen Nitrat- und Phospahrwert gegen Null zu streben.
    So liegt

    • PO4 bei ca 0,01mg/l (TM)
    • NO2 bei < 0,01 mg/l (TM)

    Durch den Einsatz von Filtermatten, die ich einmal im Monat wechsele, versuche ich den Nitratwert wenigstens halbwegs zu stabilisieren. Ob das auf Dauer von Erfolg gekrönt sein wird weis ich nicht.

    Thomas
    Seit einer Woche dosiere ich nun Organotrace als Spurenelementlösung hinzu. Nun frage ich mich aber, wie sich der hohe Anteil von Kohlenstoff in Organotrace (1mL Lösung 11,19 mg Kohlenstoff) auf mein DSB auswirken wird ? Wenn ich Dich verstanden habe, ja nicht so gut ?


    Gruß,
    Claus

    3 Mal editiert, zuletzt von ImRauschDerTiefe (10. Januar 2007 um 13:46)

  • Hi,

    ich werde (wie ganz früher) mal mein Glück mit Calziumnitrat versucehn, wegen der einleuchtenden Problematik mit dem Ammoiniumchlorid + DSB.

    Dazu kein Kohlenstoff mehr. Wenn mir die Kosten zu hoch werden, werde ich mal Harnstoff versuchen.

    Joe, gibst du es auch zu? Hast ja selbst auch kaum Fische in deiner Anlage. Wenn ja, wie dosierst du es? Gibt es da ein "Rezept" für eine Lösung?

    Gruß
    Sven

  • Hi,

    Harnstoff geht prinzipiell auch. Wobei ich den nicht empfohlen habe weil die Problematik ähnlich ist wie bei Ammoniumchlorid, denn zumindest ein großer Teil wird doch erst mal in Ammonium umgewandelt. Zudem hätte ich bei der Bioverfügbarkeit für die Korallen doch gewisse Zweifel, da Harnstoff jetzt normalerweise im Riff doch nur vorkommt wenn da die Fischer reinpinkeln. Somit muss der Harnstoff doch erst mal wieder von Bakterien umgesetzt werden. Der Vorteil ist natürlich, dass Harnstoff fast unschlagbar billig ist, den kannst du im 25 Kilo-Eimer kaufen. Wobei kurze Kontrolle bei Roth ergab, dass sich das Ammoniumnitrat bei 15 € pro Kilo liegt, Harnstoff 13 € und Calciumnitrat bei 12 €. Also eigentlich ziemlich egal. Harnstoff wird halt dann doch deutlich billiger wenn du den 25 Kilo Eimer nimmst. Ich würde Ammoniumnitrat gegenüber Harnstoff bevorzugen weil man so keinen zusätzlichen Kohlenstoff einbringt und auch das Ionengleichgewicht unberührt bleibt (Zudem ist es sehr ergiebig, da ja nur Nitrat und Ammonium). Wobei halt der Ammoniumanteil die für Ammonium aufgeführten Gefahren mit sich bringt (siehe oben) und das ganze eventuell problematisch zu bekommen ist.

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

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  • Ich habe ja gestern bereits die Kohlenstoffdosierung auf fast 0 runtergefahren, und schon kann ich heute eine Spur Nitrat nachweisen (gerade eben gemessen), wohl wegen der starken Ammoniumchloriddosierung. Den Rest erledige ich dann ggf. mit Calziumnitrat, die benötigten Zugabemengen sollten nun ja nicht mehr so groß sein.

    Gruß
    Sven

    Einmal editiert, zuletzt von Sensay (10. Januar 2007 um 16:59)

  • Pass jetzt nur auf, dass dir jetzt nicht auch die Nitrifikation abstürzt und du im Verhältniss zu viel Ammonium zusetzt. Dann wirds ungemütlich. Also schön vorsichtig und genau das ganze überwachen. Möglichst bald dann die Ammoniumzugabe absenken und durch Nitrat ersetzen...

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

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  • Hi Thomas,

    ist alles schon passiert, natürlich habe ich mit dem Absetzen des Kohlenstoffs gleichzeitig die Ammoniumzugabe deutlich zurückgefahren (erstmal auf Jörg´s Starterdosis), die Gefahr der Überlastung der nun deutlich schwächeren Nitrifikationskette ist mir bewusst. Mal sehen, evtl. komme ich nun sogar ohne das zus. Nitrat aus, mal sehen.

    Keine Sorge, ich messe in solchen Veränderungsphasen Ammonium, Nitrit und Nitrat mind. 1x täglich.

    Achso, kenn jemand eine besonders günstige Bezugsquelle für Calziumnitrat? Bei Omikron bekommt man 1kg Calziumnitrat-Tetrahydrat reinst für 16,95 EUR. In der Apotheke ist es schonmal deutlich teurer.

    Gruß
    Sven

  • @all,

    ich selber benutze in meinen Becken schon seit 4 Jahren nur Ammoniumchlorid als Quelle, im Hauptbecken auch in einer sehr hohen Dosierung(Lösung 1 Liter Osmosewasser + 56 Gramm Ammoniumchlorid, Zugabe 30ml auf 1000 Liter täglich), mit bisher null Problemen, außer das die Korallen wachsen wie verrückt. Habe auch 30kg Miracle Mud im Filter und es passiert auch trotzdem nichts.

    Mit dem absetzen von dem Ammoniumchlorid, wäre ich sehr vorsichtig, da wenn deine Korallen sehr hell, sprich dein Wasser sehr nährstoffarm ist, werden Dir evtl. einige Korallen "hops" gehen.

    Die Problematik liegt in der Verfügbarkeit der Nährstoffe, bei Ammoniumchlorid ist diese sehr leicht, die Korallen kann, ohne zusätzlich Energie aufbringen zu müssen, diesen verwerten, sprich in Wachstum umsetzen.
    Das ist bei Calziumnitrat nicht so, für die Verwertbarkeit muß die Korallen diesen erst aufspalten/umwandeln und das "kostet" Energie, ist diese aber nicht ausreichend vorhanden, sprich bei geringen Nährstoffwerten, kann das sehr schnell ins Auge gehen.

    Vereinfacht bedeutet das, daß trotz Zugabe von Calziumnirtrat deine Korallen degenerieren können, weil der Nährstoff nicht verwertbar ist, da der Energieaufwand zur Aufspaltung/Umwandlung zu hoch ist und die Koralle deswegen "verhungert".

    Ein sehr gutes Beispiel ist das Becken von Markus Müller aus dem Forum hier, ihm wurde von jemandem auch empfohlen, bei sehr geringen Nährstoffwerten und sehr hellen Korallen, Calziumnitrat zuzugeben und jakein Ammoniumchlorid. Das Resultat war, das die Korallen zu degenerieren begannen und teilweise sogar starben.
    Als er mich anrief und mir die ganze Problematik schilderte, empfahl ich ihm sofort Ammoniumchlorid zu dosieren, viele werden jetzt sagen, das ist doch verrückt in einem nicht richtig funktionierendem System, wo die Korallen sterben, Ammonium zu dosieren. Aber es hat geholfen, die Korallen haben sich erholt und begannen wieder zu wachsen, weil es nur ein Problem der Verfügbarkeit des Nährstoffes war und das konnte man auch durch die Zugabe von Calziumnitrat nicht lösen.

    MfG Markus

  • Hallo Freunde,

    der Kampf zwischen Ammonium und Nitrat ist in einem gereiften Becken nur theoretischer Natur. Ich gebe auch seit Jahren Ammoniumchlorid in höherer Dosierung zu. Hierbei geht es nicht primär darum einen Laborwert zu erhöhen, sondern die Korallen mit Stickstoff zu versorgen. Korallen können das Ammonium-Ion direkt verwerten, deshalb reagieren, gerade die LPS, hier zügig auf eine Zugabe. Der beste Parameter bleibt das Erscheinungsbild der Korallen , vor allem der LPS. Ich halte das für sicher und sehr erfolgreich. Bei erhöhtem Phosphat ist ein zusätzlicher Abschäumer, ich betreibe ihn mit Ozon, sicherlich sinnvoll. Eine Kohlenstoffzugabe würde ich vom Erscheinungsbild der Tiere und den Werten abhängig machen. Ich habe das in einem MM-becken mal für 18m praktiziert, aber vorsichtig und in geringer Dosierung.
    Das Aussetzen der Ammoniumzugabe ist bei mir nach wenigen Tagen sichtbar.

    Gruß Bi

  • Interessante Erfahrungsberichte.
    Generell würde ich das teilen, wobei ich mit hohen Ammoniumgaben trotzdem ein gewisses Risiko sehe. Normalerweise läuft alles gut, aber wenn es zu einer Störung kommt kann das leicht ganz anders aussehen.
    Deshalb halte ich potentiell immer noch für die bessere Idee mittels Nitrat den Stickstoffhunger des DSB zu stillen (macht sowieso Sinn, denn normalerweise geht die Nitrifikation ja vom Nitrat aus, nicht vom Ammonium). Daneben ist es natürlich richtig, dass die biologische Verfügbarkeit von Ammonium für die Korallen besser ist. Deshalb habe ich ja schon oben geschrieben, dass eine völlige Einstellung nicht sinnvoll ist, sondern zusätzlich zur Gabe von Nitraten eine Stickstoffversorgung mittels Ammonium bzw. Aminosäuren angebracht ist. Als optimal würde ich eine Mischung von Ammoniumsalz (wenn man es hat als Ammoniumnitrat) mit einem Aminosäurengemisch im Verhältniss 2:1 bis 3:1 ansehen, da so der unerwünschte Kohlenstoffanteil gering gehalten wird und es zu keiner Verschiebung der ionalen Verteilung kommt. Hierbei kann man bei vernünftigem Nitratwert (auf jeden Fall mal über 1 mg/l bis zu 5 mg/l sollte okay sein) auch mit geringeren Dosen etwas erreichen da ja das Nitrat bereits einen guten Teil des Stickstoffbedarfs des Beckens stellt.
    Wichtig ist natürlich immer darauf zu achten wie es im Becken aussieht. Extrem helle Korallen sehe ich als problematisch an, gerade hier sind natürlich schnelle Veränderungen nicht gerade hilfreich (um es mal so auszudrücken). Natürlich sollte eine Umstellung zwischen den Stickstoffquellen nicht direkt sonder graduell erfolgen.

    @Birger: Wie reagieren bei dir die LPS auf Ammoniumzugabe?

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

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  • Hi Thomas,

    die Ionenverschiebung kannst du bei diesen kleinen Mengen, im Verhältnis zum Beckenvolumen, wenn man gut Wasser wechselt, getrost unbeachtet lassen, das ist kein Problem, auch bei meinen kleinen Becken, ohne WW treten keine Probleme auf.

    Amminos gebe ich auch schon immer zusätzlich und es reicht auch nicht aus.

    Zu den LPS kann ich dir ebenfalls folgendes sagen, stark expandiert und aufgeblasen, bei Gorgonien kann man es am besten erkennen, gebe ich mal zwei Tage kein Ammoniumchlorid zu, kommen keine Polypen raus, gebe ich dann das Ammoniumchlorid zu, dauert es nur ca. 15 Minuten und schon sind sie genauso wunderbar geöffnet wie immer und das kann ich reproduzieren.

    MfG Markus

  • Hi,

    das mit den Polypen ist interessant. Deckt sich weitgehend mit meinen Erfahrungen was die Zugabe von Supplementen wie UltraminS, Aminosäuren angeht. Ammonium ist halt eine sehr leicht verfügbare Stickstoffquelle, da die Ammoniumionen sehr leicht in die Zelle gelangen, braucht es nicht mal einen Transporter bzw. Ionenkanal dazu. Zudem kann das Ammonium direkt auf a-Ketoglutarat übertragen werden unter Verbrauch von NADPH, es entsteht daraus die Aminosäure L-Glutamat die ein zentrales Molekül für die Stickstoffübertragung auf andere Metaboliten ist. Netterweise entstehen a-Ketoglutarat und NADPH also Produkte der Photosynthese und stehen hermatypischen Korallen reichlich zur Verfügung.

    Grüße aus dem sonnigen Süden :winking_face:

    Thomas Bahr 

    120x90x70cm (750l) / 640 w LED (China) / Bubblemagus C7 / 3xTunze Stream mit Multicontroller / RD3 5 m² Förderpumpe / Vliesfilter im Unterschrank (MC 5000)

  • Hi,

    Biochemie ist nicht schlecht. Wie schon beschrieben: unter N-Mangel ziehen sich die Polypen zusammen und bleichen teils aus: Nach Ammoniumzugabe erfolg wieder ein Expandieren und durchfärben der Polypen, v.a. bei Trachyphylliden...

    Gruß Bi

  • Zitat

    Wenn du es kriegen kannst würde ich dir allerdings Ammoniumnitrat empfehlen, da dieses sowohl Ammonium und Nitrat enthält und zudem zu keinerlei Ionenverschiebung führt. Problem ist allerdings, dass es gleichzeitig auch ein potentieller Sprengstoff ist und deshalb für Leute ohne naturwissenschaftlichen Hintergrund schwierig/nicht zu bekommen sein dürfte.

    Gibts bei Omikron auch an Privatpersonen. Allerdings max. 100 Gramm. Verwendungszweck ist anzugeben.

    Gruss Mario

  • Hallo,
    ich fahre mein 100% SPS Becken ohne Futterzugaben und nur mit wenigen Fischen, wie Mandarin, Salarias, Reinfordi.. alles was drin ist ernährt sich selbst. Ohne Kohlenstoffquelle gehts aber nicht. Welche quellart hinzugefügt wird, ist abhängig von der Gegebenheit jedes einzelnen Beckens. Muss das stabile Becken längere Zeit ohne tägliche Aufsicht gefahren werden, würde ich die Nitratmethode wählen, die es erlaubt in einer Bandbreite auf vorrat Nitrat im Becken zu dosieren (keine Dosieranlage etc). Bin ich anfänger im diesem Hobby rate ich auch zur Nitrat wahl da es ungefährlicher ist. Habe ich ein problem mit meinem Becken (angeschlagene Korallen), und benötige sofortige hilfe, würde ich in vorsichtiger Anwendung, Amonium nehmen. Keinesfalls aber hin und her wechseln....
    Die Entscheidung liegt im Beckenkonzept und Fahrweise !!

  • Zitat

    Original von D. Markus
    ich fahre mein 100% SPS Becken ohne Futterzugaben und nur mit wenigen Fischen, wie Mandarin, Salarias, Reinfordi.. alles was drin ist ernährt sich selbst. !

    Da kann ich nur sagen, die armen Fische!! Vor allem die Rainfordi werden das nicht lange überleben. Salairs und Mandarin sollte ja nach Beckengröße eine Weile gut gehen können. Ich hatte eigentlich gehofft dies für mich persönlich eher Tierqualerische Fischhaltung wäre längst überholt.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo Peter, obwohl es hier nicht der Themenschwerpubkt ist, werde ich dir auf deine Äusserung gern eine Antwort geben. Hast du eigentlich eine Ahnung was der Rainfordi in der Natur frisst ? Ist aber komisch meiner der bereits ein Jahr in diesem Becken ist, sehr gut rund gefuttert ist, lebt sehr gut. Ich gebe dir gern Fotos von meinen Fischen. Das hat bestimmt nichts mit Tierq. zu tun. Ich habe den Beweis vor mir, das deine Behauptung einfach in eine andere Sparte gehört. Viele Grüße

  • moin zusammen,

    ich habe mit interesse gelesen, und würde gerne meinen fall mit einwerfen:

    ich betreibe seit 12 jahren becken mit 10cm bodengrund körnung 2-3mm. zuerst ein 860l becken, nunmehr ein 2.600l becken.
    ob das den neudeutsch als DSB bezeichneten entspricht, weiß ich nicht. auf jeden fall hatte ich schon zu der zeit, als jedes neue becken direkt einen nitratfilter bekam (mitte der 90er), keinen anlaß bei den diskussionen um schlechte wasserwerte teilzunehmen. ich hatte nie schlechte wasserwerte.

    auch die ganzen unkenrufe wie "dein becken wird dir umkippen" und "viel spaß mit deiner tickenden zeitbombe" habe ich ignoriert.

    nun wollte ich aber vor 3 monaten mal was unternehmen, da meine sps (alle bunt gekauft) aufgrund ihrer färbung handlungsbedarf anmeldeten. sie waren alle braun, mit farbigen wachstumsspitzen.

    ich versuchte das ultra min s (zugegebener weise ohne eine biochemische ahnung, ich hatte mich nie damit beschäftigen müssen).
    es sollte ein günstiges mittel sein, das die farben der korallen verbesserte.

    die eckdaten zu beginn der dosierung waren po4 mit 0,046mg und no3 mit 5mg.

    ich bekam vermehrt kieselalgen und schmieralgen.
    zu der zeit wußte ich allerdings auch noch nicht, daß meine 2 osmoseanlagen (auffüll und ww) defekte membranen hatten.
    mein silikatwert stieg auf nicht bekannte werte, und alles schien sich zu verselbständigen, leider in die falsche richtung!

    die osmosen wurden erneuert, mein atk abschäumer gegen einen ati bubble master ausgetauscht.
    jetzt war ich an dem punkt, den ich immer vermieden habe:
    mehr als eine änderung gleichzeitig.

    das ultra min s hatte ich abgesetzt, aber po4 stieg weiter, und no3 fiel weiter, bis ich auf po4 0,18mg und no3 auf unter 2mg war.
    die algen wurden immer mehr, den korallen gings noch gut.
    ich hatte kein algendrama, aber so eine riesen sandfläche, und nix mehr weiß, das konnte es nicht sein.

    ich erfur von den prodibio produkten.
    ich dosierte bioptim, biodigest, erst halbiert, dann nach einiger zeit nach anleitung.
    heute ist mein becken nahezu silikat und schmieralgenfrei.
    trotzdem habe ich die differenz von po4 zu nitrat gehabt.
    dummerweise mußte ich zu dieser zeit noch meinen kalkreaktor neu befüllen, da wußte ich, daß da erstmal eine woche lang phosphate zudosiert werden, war aber immer egal.
    da der phosphatwert nicht runterging, schmiß ich in den gemachten po4 test ein paar körnchen meines dr. bassleers granulatfutter, und der färbte sich spontan dunkelblau. die nächste nicht unerhebliche po4 quelle bei ca. 60 fischen.

    systemtechnisch hatte ich nun einigermaßen ruhe, abschäumer lief, osmosen neu, algen weg, sodaß ich mich entschied mit der zeovitmethode anzufangen.
    ich habe vor drei wochen langsam angefangen, immer weiter gesteigert, bis ich seit nunmehr 3 tagen auf normaldosierung bin.
    ich gebe zeovit 5l (anfangs 3l), zoebak (eine woche), zeofood und zeostart.

    den nitratwert habe ich gekämpft zu erhöhen mit mehr futter, ohne erfolg. nun ist er höher, ich denke da ich seit einer woche täglich geschälte artemia verfüttere.

    letzte woche habe ich ein wenig riff umgebaut, und einen toten korallenstock (ca. 60x60x60cm) eingebracht.
    ich weiß nicht genau, ob ich von dem auch wieder erneut po4 eintrage, auf jeden fall ist der wert nun auf 0,25mg gestiegen.

    am meisten aber habe ich mich über folgenden umstand gewundert:
    seit jahren hatte ich im bodengrund schwarze stellen, wenn dort ein stein lag, war der beim hochnehmen unterhalb der grusoberkante schwarz und roch auch so.
    als ich wie erwähnt das riff umbaute, fiel mir auf, daß ich keine schwarzen stellen mehr hatte.
    ich sah an verschiedenen stellen nach, und nirgends mehr schwarz, und das sind 4m² bodenfläche!
    vielleicht kann mir dazu jemand sagen, erstens woher, und zweitens ob das ein gutes oder ein schlechtes zeichen ist ?!

    zum becken:
    ca. 400kg lebende steine
    ca. 250kg wiederbelebbare steine
    tunze stream, riffspülung, ati bubble master 250
    kalkreaktor, zeovit
    2x hqi 400w blv nepturion 14.000k, rest t5

    ph min. 7,6 max. 8,07
    kh 9
    temp. 27
    sio2 0,18
    po4 0,25
    no3 11
    dichte 1,023

    testverfahren merck und macherey nagel

    div. fische
    gemischter korallenbesatz


    dirk

  • HI

    Ja da haste wirklich einiges geändert und ja es ist ein gutes Zeichen das du keine schwarzen Stellen mehr hast, vor allem wenn diese nach Schwefelwasserstoff riechen.
    Ich nehme mal an du hast auch noch an der Strömung gedreht.

    Dein Fall ist halt genau das typische man nimmt mal ein mittel das soll was tun , dann meint man das funzt nicht und stellt aber hinterher fest das noch viele andere Parameter daneben waren.

    So nach und nach haste genau das richtige gemacht und die Werte wieder neu eingestellt.

    Passt doch:-)

    Gruss Claude

  • hallo claude,

    kannst du mir denn sagen, warum es gut ist, daß ich keine schwarzen zonen mehr habe? die lebenden steine sind doch auch von innen schwarz, und das heißt doch eigentlich, daß ich nun weniger anaerobe bakterien habe ?!

    vor allem:
    warum sind die zonen weg?
    durch die bakterienzugabe?

    weshalb ich hier im thread geschrieben habe ist aber doch folgendes:

    sollte ich für das gleichgewicht nitrat anheben, also weiter, oder soll ich phosphat versuchen anderweitig zu senken, oder noch was abwarten?

    ich habe mich zum glück noch nie mit diesen fragen beschäftigen müssen, aber jetzt dann wohl doch :loudly_crying_face:
    aber andererseits, es gibt ja kaum was langweiligeres als ein becken, an dem man nix fummeln kann :ylol

    dirk

  • HI

    Ne im guten Lebenden Steine gibt es keine schwarzen Stellen.
    Zu einem wird die Bakterienzugabe was gebracht haben (nebst dem Futter)
    Zum anderen wie schon gesagt haste sicher was am Nährstoffeintrag und an der Strömungssituation geändert.

    Der Nitratabbau findet übringens nicht da statt wo es nach Schwefelwasserstoff riecht.

    Gruss Claude

  • Hallo Dirk,

    ich bin immer wieder überrascht, wenn jemand in einem lange gut laufenden Becken so heftige Eingriffe vornimmt
    und hoffe, dass mich das selbst trotz großer Unternehmungslust niemals überkommen wird :smiling_face_with_sunglasses:

    Bei den vielen Veränderungen ist es nicht möglich, zu deinem Becken noch eine Aussage zu treffen,
    außer der : Schwarze Zonen sind nicht Bereiche der Denitrifikation, bei der Nitrat abgebaut und Stickstoffgas gebildet wird,
    sondern der Sulfatatmung, bei der giftiger Schwefelwasserstoff gebildet wird. Der Übergangsberecih zur Sulfatatmungs-
    zone kann auch schon sehr dunkel sein, solange eine von ganz unten genommene Probe nicht nach faulen Eiern stinkt,
    ist es kein Problem.

    Gruß Armin

    Gruß Armin

  • Hallo!

    Ich möchte mal zur Ausgangsfrage zurückkommen. Einen Stickstoffmangel haben, so denke ich mal, sicherlich etliche Aquarien. Bei schon länger stehenden Becken kommt dann noch ein etwas höherer Phophatwert dazu. So ist es auf jeden Fall in meinem Aquarium, und das ist kein schöner Zustand.Mit Ammoniumchloridzugabe kann man den Mangel schon beheben, aber es ist halt ein heisser Ritt. Daher finde ich den Beitrag von Thomas , der die Zugabe von Ammoniumnitrat bevorzugt, äußerst interessant. Daher möchte ich Thomas bitten, etwas über eine mögliche Dosierung zu sagen. Möglicherweise hat auch Armin eine Idee wieviel man dosieren soll. Schon mal herzlichen Dank.

    Gruß
    Aquarius

  • guten morgen,

    Armin

    sehe ich genauso wie du !!!
    ich wollte ja gar keine gravierenden einschnitte vornehmen, sondern mit aminos ein wenig mehr farbe in die sps bringen, mehr nicht!
    wie du gelesen hast, hatte ich über ein jahrzehnt keine probleme, aber (ich hoffe du kommst nicht in die situation) wenn sich anfängt alles zu verselbständigen ist handlungsbedarf da.
    alleine die tendenz der sich verschiebenden wasserwerte ließ mich handeln, denn sollte das erst der anfang sein (steigender po4) dann wird es gerade bei 2.600L immer schwieriger das wieder herauszubekommen, mit jeder einzelnen stelle hinter dem komma.
    wichtig finde ich peersönlich keine verschiedenen sachen auf einmal anzufangen, deshalb habe ich immer zeit vergehen lassen bis ich den nächsten schritt getan habe.

    ich denke schon, daß aussagen zu treffen sind, trotz der veränderungen, da die veränderungen doch in allererster linie gravierende mängel ausgeschaltet haben, wie die defekten osmosen.

    z.b. was passierte durch den wegfall der schwarzen zonen und was wäre mit den zonen passiert, die ich immerhin ohne probleme seit mehr als 5 jahren hatte? wären die zum problem geworden? in welcher form? warum hatte ich noch keine? was passiert, wenn ich in meiner situation kohlenstoffquellen zugebe, ist das riskant, was kann es mir nutzen?

    @ aquarius

    warum aber senkt man nicht lieber den po4 wert, statt nitrat anzuheben?

    dirk

  • Hallo Dirk!

    Die Antwort ist ganz einfach: Ohne Stickstoff ist kein Wachstum möglich, und wenn beim Testen keinerlei verfärben der Reagenzien mehr feststellbar ist ,und die Korallen grenzwertig hell werden, ist Handlungsbedarf. Der PO4 Wert ist ist mit ca 0,14mg/L zwar nicht gut, er wird auch mit Adsorber gesenkt. Und ohne Stickstoff ist eine biologische Absenken des PO4 nicht möglich. Und wenn ich noch mehr füttere, ist der Phosphoreintrag noch größer. Offensichtlich ist die Denitifikation in meinem 20 Jahre alten Becken so gut , daß kein Stickstoff mehr nachweisbar ist.

    Gruß
    Aquarius

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