Höhere Algen in Riffbecken

  • Hallo,

    folgende Frage:
    Habe in meinem Becken einen ziemlich gefräßigen Scopas, der bisher alle höheren Algen innerhalb 1-2 Tagen niedergemacht hat.
    Gibt es denn jemanden, der er geschafft, die Algen im Becken zu kultivieren, obwohl ein Doc mit drin ist? Habe schon versucht, mit einem dünnen Nylonnetz einen Platz für die Algen "abzutrennen", sah aber bescheiden aus. Meine jetzige Überlegung ist, evtl. ein Zuchtbecken für kleine Fische ins Becken zu hängen, wo dann die Algen drin sind, aber optisch ist das auch nicht die Lösung. Vielleicht hat hier ja jemand einen "Trick", bzw. eine schon bestehende Lösung in seinem Becken.

    Sonja
    :jumping:

  • Hallo

    Versuche mal Sargassum zu bekommen, das lassen die allermeisten Docs stehen, da viel zu hart. Ausser wenigen Nasos geht da keiner ran.

    Gruesse

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Sonja,

    mein RAt: laß es.
    Ich war anfangs auch bestrebt, Algen zu etablieren, was mir auch gelungen ist. Die Falvescens rühren allenfals mal Rotalgen an.
    Habe ein Jahr gegen Caulerpa racemosa und brachypus gekämpft.
    Wenn man Algen mag dann eher Speziealbecken, sonst bekommst Du die Arme nicht mehr raus aus dem Becken und die Korallen werden behindert durch Abschattung etc.
    Tragbar und ganz hübsch sind noch Halimenia-Arten und andere langsamwüchsige und gut kontrollierbare Arten . C. taxifolia und ähnliche rupfbare Arten gehen auch noch. Aber wenn die Korallen erstmal groß sind, wirst Du sie verfluchen. Außerdem geben die Caulerpas Stoffe ab (Caulerpin und noch was ähnliches) , was das Wasser grünlich färbt und Korallen im Wachstum behindern kann. Ob nun durch die Wasserfärnung odre Giftstoffe sei den Wissenschaftlern vorbehalten.
    Jedenfalls hab ich ziemlich gekämpft gegen die Grünfärbung. Ich bin inzwischen froh, daß die Algen im Algenfilterbecken nicht mehr so gut wachsen :smiling_face:
    In Kombination mit Miracle Mud ists wohl ok, aber dann im Filterbecken.

    Grüße
    Ulrike

  • Meine ehrliche Meinung, sei froh, den wenn einmal erfolgreich angesiedelt kann es eng werden. Bei mir hält sich in Nischen (welche meine bedeiden Gelben) nicht erreichen eine Caulerpa-Art (?), das Problem ist das die ein echtes Wachstumspotential haben und mal fix eine Koralle zuwuchern können. Ansonsten habe ich noch Halimeda, erst an einer Stelle inzwische finden sie auch mehr Nischen und werden aber auch von den Docs mal angeknappert ohne aber ernsthaften Schaden zu nehmen. Zu guter letzt habe ich noch die Braunalge Dictyota welche gerne unterhalb der Streben zu dichten Polsten heranwächst, ach ja hätte ich doch glatt vergessen die Kugelalgen. Also alles in allem finde ich in jeder Nische eine Alge und meine beiden Gelben kommen an diese Nischen halte nicht rann bzw. haben kein Interesse. Wer jetzt denkt mein Wasser sei besonders belastet der irrt, No3 0,5 - selten 2 mg/liter und Po4 0,05 -0,09 mg/l.

    Gruß Henry

  • hallo :smiling_face:

    ich würde auch für: "lass es" plädieren :winking_face:

    bei mir kamen verschiedene caluerpa-arten aus dem lebendgestein und späte rnoch diverse andere algen... das ganze hat mich so genervt, dass ich beschlossen habe nie wieder lebendgestein zu verwenden sollte ich noch einmal ein becken einrichten.

    nachdem monatelanges wöchentliches zupfen (hat jedesmal mehrere stunden in anspruch genommen) nichts gebracht hat musste ich insgesamt etwa 40 kilo gestein entfernen.

    ...sehr ärgerlich.

    viele grüße! :smiling_face:

    Einmal editiert, zuletzt von Malte Pechel (16. Juni 2005 um 23:50)

  • ...und ich bin froh, in den ehemaligen Ablegerbecken mit Lebendgestein nun die schönsten Biotope mit zig Caulerpaarten zu haben.
    Sind zwar auch ein paar Fische drin,-auch Doktoren; aber bei dem Übermaß an Grünfutter wird dies komplett ignoriert.

    Probleme gibts keine, außer das alle 14 Tage ein 10 Ltr. Eimer 'geerntet' werden muß.
    Positiver Nebenaspekt: nullkommanix PO4 Probleme, Nitrat dauerhaft niedrig; Refugium für Zooplankton, keinerlei Probleme bei gemeinsamer Stein-und Weichkorallenhaltung.
    Falls ich mit dem Ernten mal hinterher hinke, werden einfach komplett bewachsene Steine in den großen Becken versenkt. Da wird binnen Stunden jeder Stein von den Herbivoren (schwimmend und krabbelnd) blitzsauber gefressen.

    Servus
    Stefan

  • Und ich möchte Stefan einmal ausdrücklich zustimmen. Algen sind ein integraler (notwendiger) Bestandteil der Riffe. Auf Aquarienebene sollte jeder, wenn möglich, ein Algenrefugium einrichten.

    Gruss
    Uwe

  • hallo :smiling_face:

    hier gings doch um algen im hauptbecken, wenn ich das richtig verstanden habe?!

    ein extra-becken oder ein refugium ist ja eine ganz andere geschichte..

    viele grüße! :smiling_face:

  • Zitat

    Original von Malte Pechel
    hier gings doch um algen im hauptbecken, wenn ich das richtig verstanden habe?!

    Hi Malte,

    Klappt bloß im Hauptbecken (abhängig vom Besatz) nicht.

    Gruss
    Uwe

  • genau... ausser algen an die der besatz nicht geht (wie vorgeschlagen wurde) .... und das finde ich persönlich keine gute lösung weil es bei so ziemlich jeder alge drauf hinauslaufen wird, dass sie das becken irgendwann dominiert... das ist natürlich was anderes, wenn man ein aquarium hat, das so groß ist das man hin und wieder eine seekuh einsetzen kann...

    viele grüße! :smiling_face:

  • na,
    meine Ex-Ablegerbecken (250-500 Ltr.) möchte ich neben den 'großen' Becken auch als vollwertige Riffaquarien bezeichnen.
    Nur mit dem Gegensatz, daß weniger Fisch, bzw. Konkurrenz untereinander das Überleben der höheren Algen sichert.
    Mit den Korallen durch überwachsen kann es durchaus Probleme geben;
    aber da paßt man eben auf.
    In einem großen Becken hat sich in einer relativ abgetrennten Ecke bei mir auch Caulerpa (die kleinblättrige, die alle als Plage ansehen) breit gemacht.
    Und da bin ich froh drum. Da wuselt es drin, das es eine Freude ist =)
    ...und sollte dennoch sich mal ein Rhizom ins freie Wasser verirren, ist es sofort weggenascht.

    Servus
    Stefan

  • hallo stefan :smiling_face:

    ich beneide dich sehr, wenn du es schaffst die algen manuell unter kontrolle zu halten... ich hatte einige caulerpa-arten die sich mit der zeit recht merkwürdig verhalten haben.. anfangs konnte amn sie gut abzupfen aber plötzlich sind sie irgendwie mutiert und wachsen wie rasen aus jedem stein..es sah wirklich aus wie einzelne grashalme... aus diesen wurden dann mit der zeit wieder die gewohnten rhizome... nur so dünn, dass ausreissen unmöglich war.. sind sofort durchgerissen... ich bin fast durchgedreht und hatte mich shcon fast daran gewöhnt die hälfte der woche mit rückenschmerzen rumzulaufen.

    hinzu kamen noch drahtalgen (die zum glück nur langsam wuchsen... aber auch steter tropfen höhlt den stein) und einige unbekannte...

    das problem war gar nicht mal unbedingt das überwachsen von korallen sondern insbesondere das reinwachsen in weichkorallen und regelmäßige verstopfung von pumpen und überlaufkamm aufgrund im wasser treibender fetzen...

    ich habe nun auch ein refugium im technikbecken und bin noch auf der suche nach interessanten algen dafür... das gewusel möchte ich nämlich auch nicht mehr missen... abe rich brauchs nicht unbedingt nochmal im hauptbecken :winking_face:

    viele grüße! :smiling_face:

  • moin zusammen :winking_face:

    also ich hab in meiner 360liter-wanne zwei doktoren (flavescens) und trotzdem schaffe ich es überall mal ein paar taxifolia, prolifera und racemosa zu behalten. ich lasse die einfach wild wachsen.

    manchmal ignorieren die docs bestimmte stellen tagelang (und die algen wuchern kurz los), und am nächsten tag ist fast alles weggeputzt! so wechseln die "hot-spots" immer mal wieder...

    meine fische werden immer erst abends gefüttert (nach der arbeit) und haben trotzdem schon pralle bäuche was ich auf die zusatzernährung in form von algen für die docs und den aus den algenwäldern stammenden kleinstlebewesen für die anderen fische zurückführe...habe immerhin 12 fische in meiner pfütze!

    WICHTIG: ich lassen ALLE algen nur im live sand wachsen und NICHT auf den steinen um sie ggf. mühelos eindämmen oder entfernen zu können!!! dann gibts nämlich auch keinen ärger mit den korallen...

    gruss :winking_face:
    cms

  • Hallo

    vielen Dank für die vielfältigen Stellungnahmen.
    In meinem früheren Becken hatte ich caulerpa (da hatte ich noch keinen Doc). Sah zum einen super aus und die Wasserwerte waren dadurch auch sehr gut. Außerdem hatte ich keinerlei Probleme, daß die Algen alles überwuchert hätten.
    Jedenfalls werd ich versuchen, Algen aufzutreiben, die erfahrungsgemäß von Docs nicht gefressen werden und es einfach probieren. Wenn es nicht klappt, dann hat der Doc wenigstens seine Freude dran gehabt :grinning_squinting_face:

    Sonja
    :jumping:

  • huhu

    Nunja...auch in einem kleinen Becken kann man ALgen halten, denn mit einer kleinen Abtrennung oder einem "MINIBECKENIMBECKEN" kann man sowas schon realisieren, wenn man es denn unbedingt möchte.

  • huhu, zu den taxifolia hätte ich ne frage..meine wachsen supertoll-zu toll- und ich hab sie weil ich keine lust habe dauernd zu schnippeln und dann die kleinteile im becken zusammenzusuchen- in einen (nicht lachen) ablaichkasten getan und ins becken gehängt.
    so nun, würd ich gern wissen ob die algen irgendwie nen kasper kriegen wenn sie quai direkt unter dem blaulicht ihr dasein fristen..oder ist denen das wurscht? sieht zwar bissel dämlich aus, aber wenn ich damit die guten eigenschaften der alge mit geringem gärtnern verbinden könnte wäre das für mich ideal

    @michael: ich hätte gern so ein aqua "miniimbecken" als zweitaqua im keller..als ablegerbecken..wo bekommt man sowas her? ich hab immer bloß aquas ohne abtrennung gefunden.

  • Ich habe von Use bei meinen letzen Besuch drei Algenarten(2x rote, 1x grün) bekommen von denen sich zwei hervorraggend machen und auch das Wachstum langsam aber stetig ist so das ich sie auch schon meinen anderen Becken ansiedeln konnte. Gerade die rote Art die sich etwas schleimig anfühlt hat einen schönen Farbton und ist eine Bereicherung für jedes Doktofisch freie Becken.

    Ich habe übrigens reichlich Drahtalgen (die ich damals Anthony Calfa bekommen habe) abzugeben. Man benötigt aber eine ausreichend große Menge um diese im Becken anzusiedeln. Vorsicht ist bei der Art aber mit Gorgobien und verzeigten Acroporen geboten. Wenn die triebe sich einmal eingeschlichen haben muss man mit der Pinzette arbeiten. Alles in allem aber eine Super Alge für den Nährstoffexport. Kann davon gerne was mit nach Bekum bringen.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo Simone

    Sowas kann man jederzeit einbauen lassen, denn auch Überläufe werden in Becken geklebt und somit kann man auch Abtrennscheiben einkleben.

    Hatte Sonja schon geschrieben, dass ich mir sowas "gebastelt" habe.
    Teilweise habe ich eine leere Testbox von Merck Aquaquant genommen( sind recht groß) oder einfach eine Faunabox( Reptilenzeugs) aus Plastik.
    Dabei habe ich dann die Seiten raus gesägt und diese mit einer Gase beklebt( Wasseraustausch). Dann einfach bissel Styrodor als Schwimmer mit je 2 Kabelbindern und fertig war mein kleinen Schwimmalgenbecken.

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