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Erfahrungen zu Haltung von der Zwergbarsch-Art - Pseudochromis aldabraensis

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    • Erfahrungen zu Haltung von der Zwergbarsch-Art - Pseudochromis aldabraensis

      Hallo Fories,

      hat von euch schon jemand die Zwergbarsch-Art - Pseudochromis aldabraensis im Aquarium gepflegt?
      Wie sind eure Erfahrungen dazu?

      und schon mal danke für eure Informationen hierzu

      Viele Grüße

      Klaus
      langsam ist sicher + sicher ist schnell

      Meine Nachzuchten in der Galerie
      P pacificus + L boggessi
    • Hallo Klaus,

      viel neue und persönliche Erkenntnisse habe ich zu dieser Art nicht.
      Ich kann noch nicht einmal mit Gewissheit sagen, ob dieser Fisch mehr oder weniger aggressiv zu sämtlichen Mitbewohnern war. Grund dafür war seine damalige Unterbringung zusammen mit grossen Kaiser- und Doktorfischen.
      Da das Becken gross und das Riff gut durchstrukturiert war, habe ich diese Art nicht oft im Freiwasser beobachten können.
      Scheuheit darf man bei dieser Art aber nicht mit Zurückhaltung verwechseln!
      Mir bekannte Pfleger dieses Fisches berichteten von aggressivem Verhalten gegenüber kleinen bis mittelgroßen Fischen und Garnelen.
      Das Territorium dieser Art scheint ein Minenfeld fuer die meisten kleineren Mitbewohner zu werden. Insbesondere in kleinen Aquarien.
      Gruß
      Hajo
      Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
      Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
      aber aufhören zu leben.
      (Mark Twain)

      Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!
    • Ich habe mal ein Päärchen in einem 500 Liter Becken gepflegt. Es waren Nachzuchten die ja nicht so aggressiv sein sollten unddas Becken hatte gut strukturierte Deko mit vielen Höhlen etc.
      Leider muss ich mich dem anschliessen was Hajo in seinen letzten Sätzen schreibt .
      Ich hatte zb zu damaligen Zeit einige Zwerglippfische die ja die Deko als Rükzugs- und Schlafplatz nutzen . Die kamen garnicht mehr zur Ruhe da die aldabraensis das gesamte Becken als ihr Revier betrachteten
      125 x 75 x 65, H&S Abschäumer, Giesemann 400 plus mit 400W Megachrome, 4 x 54w T5,2xTurbelle Stream m. Multikontroller
    • hallo, wir haben ein kleines Becken, dafür mit vielen Verstecken. Bei uns machen sie keine Probleme. Haben noch ein paar Baggergrundeln, zwei Feenbarsche u einen blenny mit drin. Alle kommen sehr gut miteinander aus. Verfressener als die Grammas sind sie, und neugierig.
      Kann also nur positiv berichten.
      Bei uns haben Sie aber auch keine Bedrohung durch größere Fische... Vll liegt es bei vielen daran das sie dann aufmüpfig werden?
      Vg Tina
    • Hallo allerseits,

      Ellen Thaler hat mal geschrieben, dass Aggressionen bei Fischen vor allem dann auftreten, wenn sie zu wenig Nahrung bekommen oder wenn sie sich langweilen.

      Vielleicht bekommen sie in Becken mit großem, starkem Fischbesatz zu wenig zu fressen ab?

      Viele Grüße,
      Rüdiger
    • Hallo zusammen!

      Ein voller Magen streitet nicht gern. Normalerweise würde ich dem nicht widersprechen.
      Diese Arten sind streng territorial veranlagt und das ist mit ein Grund, warum sich diese Fische in vielen Becken aggressiv verhalten. Auch deswegen sind diese Fische trotz ihrer Schönheit in einem Gesellschaftsbecken nicht sonderlich beliebt.
      So sagt der Volksmund!
      Doch die Sache scheint einen anderen Hintergrund zu haben.
      Wolfgang Mai 2009:

      „In unzähligen Studien der Beobachtung von Pseudochromiden in meinen Aquarienanlagen entdeckte ich Verhaltensweisen, die in der ganzen Familie relativ einheitlich sind.
      Dabei fiel mir auf, dass die Aggressivität der Zwergbarsche viel mit der Einzelhaltung zu tun hat.
      Bei der Paarhaltung zeigten sich die Tiere als völlig andere Fische, die ganzjährig mit Paarungsritualen und Brutpflege so beschäftigt sind, dass sie weder Zeit noch Lust haben, Aggressionen gegen Mitbewohner zu entwickeln.
      Ein Exemplar in Einzelhaft kann zu einem wahren Monster werden, das sich nicht anders zu beschäftigen weiss, als fortwährend Mitbewohner zu attackieren und sie durchs Becken zu scheuchen.
      Hält man andere Fische nicht artgerecht, etwa, indem man das Aquarium falsch einrichtet, dann wird man meist Verhaltensstereotypien bemerken, z. B. das Auf- und Abschwimmen an der Aquarienscheibe.
      Der Zwergbarsch löst dieses Problem, indem er seine Frustation an seinen Mitbewohnern auslässt, wie gross oder stark die Gegner auch sein mögen. Für die „kurze Attacke zwischendurch“ findet der Barsch immer einen Weg!
      Natürlich muss für alle Aquarienfische eine artgerechte Pflege gefordert werden, doch bei Zwerbarschen werden Defizite besonders schnell durch Aggressionsverhalten offensichtlich.“

      Wer also ein Einzeltier pflegt, der wird dieses Verhalten als allgemein verbindlich für das Wesen dieser Art ansehen.
      Pfleger von verbandelten Exemplaren kommen wohl zu einem anderen Schluss.
      Da sich meine Beobachtungen ausschliesslich auf ein Einzeltier stützen, beschreiben sie nur die eine Seite der Medaille.
      Informationen von „Paarhaltern“ könnten dagegen aufschlussreicher sein.

      Gruß
      Hajo
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    • hajo schrieb:

      Informationen von „Paarhaltern“ könnten dagegen aufschlussreicher sein.
      Ich habe keine Erfahrungen mit P. aldabraensis, halte aber im kleinen Becken einen Harem P. fridmani bestehend aus 5 Tieren. Nach meinem Empfinden würde ich sagen 1 Männchen und 4 Weibchen.

      Ob das Verhalten auf P. aldabraensis übertragbar ist, kann ich nicht abschätzen, aber bei denen ist es schon so, wie Hajo schreibt bzw. zitiert. Das Männchen ist entweder damit beschäftigt, eines der Weibchen in seine Bruthöhle zu locken oder danach die Brutpflege zu betreiben.

      Während der Phase der Brutpflege kommt er meistens nur zu den Fütterungen mal kurz aus der Höhle.

      Viel Zeit für Stänkereien bleibt da einfach nicht. ;)

      Im großen Becken lebt bei mir ein Paar P. flavivertex. Er links, sie rechts. Und er ist auch viel damit beschäftigt, sie in seine Bruthöhle (ganz links) zu locken. Und dann wird auch dort wieder Brutpflege betrieben. Er verteidigt natürlich sein Revier. Verteilt aber nicht wahllos seine Aggressionen im ganzen Becken.

      Die beiden habe ich seit sechs Jahren. Es sind Nachzuchttiere (die Fridmani auch). Vielleicht hat das friedlichere Verhalten auch damit etwas zu tun. Zumindest gibt es manchmal diese Aussage.

      Viele Grüße,
      Ina
    • Ina Fischer schrieb:


      Die beiden habe ich seit sechs Jahren. Es sind Nachzuchttiere (die Fridmani auch). Vielleicht hat das friedlichere Verhalten auch damit etwas zu tun. Zumindest gibt es manchmal diese Aussage.
      Hallo Ina,

      ja, diese Aussage hält sich hartnäckig.
      Es wird vermutet, dass es mit der mehrere Monate dauernden Massenhaltung in den Aufzuchtbecken zusammenhängt.
      Eine so enge Vergesellschaftung von Vertretern derselben Art kommt in der Natur nicht vor.
      Gruss
      Hajo
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    • Hallo,
      ich kann dieses aggressive Verhalten nicht bestätigen. Bei mir sind das ganz neugierige, friedliche Fischchen, die absolut keinem Tier im Aquarium unangenehm werden.
      Der Erste, den ich davon hatte, war ein Wildfang und ich hatte nur einen davon. Der war ohne jede Scheu, im ganzen Becken unterwegs und hat niemanden belästigt. Leider lag er irgendwann vertrocknet neben dem Aquarium. Inzwischen ist mein Becken komplett abgedeckt und ich habe wieder ein einzelnes Tier davon im Becken. Diesmal ist es eine Nachzucht, aber das Verhalten ist genauso friedlich, wie bei meinem ersten Tier.
      Ich halte ihn zusammen mit diversen, unterschiedlichen Fischen, in allen Größen.
      Gefüttert wird 3x täglich. Da ich im Verhältnis zur Beckengröße, relativ wenig Gestein habe, hat zwar jedes Tier sein Plätzchen, aber an einer übermäßig, üppigen Struktur kann es bei mir noch nicht liegen, denn die habe ich nicht.
      Trotzdem herrscht Friede, Freude, Eierkuchen.
      Gruß Axel
      Immer schön locker bleiben!
    • Hallo Axel,

      mir als Fischliebhaber tut es immer wieder gut von gewissen Ausnahmen zu hören. Oder, dass Ausnahmen die Regel bestätigen.
      Allerdings scheinen es nur wenige Ausnahmen zu sein.
      In meinem aquaristischen Umfeld wird leider die Regel bestätigt.
      In der einschlägigen Literatur, sowie in den Beschreibungen von Fossa/Nilsen bis ORA wird diese Art als aggressiv eingestuft.
      Bei ORA wundert mich das, da W. Mai die mögliche Friedfertigkeit der Fische den Aquakulturen zuschreibt.
      Wie man sieht, mal wieder eine Hypothese, die in sich zusammenfällt.

      Gruss
      Hajo
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    • Hallo Hayo,
      schön, dass ich Dich mit einer "Ausnahme" erfreuen konnte. :thumbsup:
      Ich habe auch noch einen etwa 4 cm großen/kleinen "Drei-Punkt-Preußenfisch", der bis jetzt, die Freundlichkeit in Person ist.
      Dem wird ja auch nachgesagt, ein echter Raufbold und Stinkstiefel zu sein. :)
      Vielleicht liegt es an der friedfertigen Gelassenheit des Halters? :D
      Ist das schonmal untersucht worden? :P
      Gruß Axel
      Immer schön locker bleiben!