Einzelhaft - wie lange eigentlich?

  • Moin,

    Seit einer Woche schwimmt ein leucosternon in meinem neuen Quarantänebecken. Er stammt von Aqzeno und ist etwa 7cm groß. Sie hatten auch größere, aber die sind erst am Vorabend angekommen, waren noch sehr unruhig und haben auch noch nicht gefressen. Von daher habe ich den kleinen genommen, der schon länger vor Ort war. Er hat am Folgetag schon ordentlich gefressen und trotz fehlender UV-Anlage noch keinen einzigen Punkt bekommen. Stellt sich mir die Frage, wie lange er in Quarantäne bleiben sollte. Wenn er weiter so gut " performt " hätte ich mit vier Wochen gerechnet. Ist das OK oder gibt es gute Gründe für einen längeren Zeitraum?


    P.S.: Bei der Gelegenheit habe ich auch meinen pulcherrimus Schwarm auf 7 Exemplare vergrößert.

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
    Doch der Haifisch lebt im Wasser so die Tränen sieht man nicht
    In der Tiefe ist es einsam und so manche Zähre fliesst
    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

  • Zum Beispiel um zu sehen ob der Fisch vernünftig an's Futter geht, bzw. um ihm das ohne den Stress der " Mitesser " zu ermöglichen. Des weiteren um zu sehen, ob er Krankheitszeichen zeigt, die den restlichen Bestand gefährden könnten. Was stört Euch denn am bisherigen Setup ( außer wahrscheinlich der nicht im Einsatz befindlichen UV-Anlage, die aber bisher auch nicht wirklich erforderlich gewesen zu sein scheint ). Falls es wirklich zu Pünktchen kommt ist Oodinex wahrscheinlich hilfreicher als eine UV-Anlage. Zumal ich das Präparat vorrätig habe und jederzeit einsetzen könnte. Ebenso wie eine 16W UVC mit neuer Röhre zu der mir nur noch eine Pumpe fehlt, die ich aber wahrscheinlich auch noch irgendwo im Keller habe.

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    Beste Grüße

    Stefan

  • Wenn irgendwie möglich schaue ich mir direkt VOR dem Kauf an, ob der Fisch richtig frisst und sehe sonst lieber ab vom Kauf.

    Was mich am meisten stört ist das fehlende systematische Konzept der Quarantäne. Ohne dieses ist das Konzept einer Quarantäne wenig hilfreich.

    Es ist leider zugegeben nicht einfach, denn viele Fische haben mehr oder weniger sichtbar Parasiten. Das gilt auch für Wildfänge, die meisten Fische haben einige Parasiten, aber sie können meist gut damit leben. Erst im Aquarium mit dem begrenzten Volumen können die Parasiten mit voller Wucht durchschlagen, denn sie vermehren sich jetzt in einem sehr kleinen Volumen und die Fische können nicht entkommen.

    Trickreich ist auch, dass oft die vorhandenen Fische im Altbestand keine Anzeichen von Krankheiten oder Parasiten haben, weil sie eine funktionierende Immunabwehr besitzen, aber trotzdem Überträger bleiben. Neue Fische kommen gesund an, werden in wenigen Tagen dann krank und alles schreit empört: "so ein kaputter Fisch ist mir geliefert worden!" Ist schon so manchem passiert, dass der Fisch wochenlang in der Quarantäne voll gesund war und dann nach dem Übersetzen in das Schaubecken in wenigen Tagen gestorben ist.

    Deshalb frage ich, welchen Zweck die Quarantäne erfüllen soll. Bei Fischen mit bekannten Problemen bei der Futterumgewöhnung wie Chelmons oder Leierfischen macht es Sinn, erst sicher zu stellen, dass die Futteraufnahme funktioniert. Aber wenn eine Krankheitsquarantäne weniger im Blickpunkt ist würde ich eher auf eine Quarantäne verzichen, wenn Futteraufnahme funktioniert. Vor allem, wenn der Altbestand nicht konsequent durch die gleiche Quarantäne gegangen ist.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Nun ja, zunächst einmal habe ich mir die Fische vor Ort angeschaut und dann den genommen, der von den vorhandenen am besten aussah. Der Altbestand ist zu über 80% aus dem Cube in's neue Becken gezogen, wozu bei deneneine Quarantänedurchführen? Lediglich die Fahnenbarsche habe ich direkt eingesetzt. Wenn ich mir ihr Verhalten in der Nacht anschaue ( jeder hat seinen eigenen Schlafplatz im Riff ) widerspricht das schon den Möglichkeiten in einem Quarantänebecken. Aber auch diese Fische habe ich vor Ort ausgewählt und mitgenommen. Sie haben bei Aqzeno gefressen und die Bäuche waren nur minimal eingefallen. Keiner dieser Fische hat irgendwelche Krankheitszeichen gezeigt seit sie im Becken sind. Wenn Du schreibst dass " Parasiten im begrenzten Volumen des Aquariums voll zuschlagen " dann sollte der Sinn meiner Quarantäne beim leucosternon doch klar sein: Genau diesen Verlauf zu erkennen bevor der Neuzugang den Altbestand infizieren kann.

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    Beste Grüße

    Stefan

  • Es gibt leider auch den gar nicht seltenen Fall, dass ein Neuzugang gesund ankommt und sich dann beim Altbestand ansteckt. Gerade die Nachzuchten haben oft keine Immunabwehr gegen die Probleme, welche Wildfänge einfach wegstecken, weil deren Immunsystem auf die Erreger trainiert ist.

    Viele Grüße

    Sandy

  • , dass ein Neuzugang gesund ankommt und sich dann beim Altbestand ansteckt.

    Dann dürfte man ja gar keine Neuzugänge zum Altbestand setzen.

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    Beste Grüße

    Stefan

  • Das Schicksal des Fisches liegt immer in der Hand seines Pflegers. Altes chinesisches Sprichwort, oder so. Auch mit einer "Quarantäne light" lassen sich Symptome erkennen. Der Leuco ist stressempfindlich. Wenn sein momentanes Verhalten keine Sorge zum Anlass gibt, er gut im Futter steht, kann man die Einzelhaft verkürzen. Es ist nichts gewonnen, wenn die wenig optimalen Bedingungen bei diesem temperamentvollen Fisch zum Ausbruch irgendeiner Krankheit führt. Stefan sind eigentlich die Schwierigkeiten mit dem Umgang mit Neuzugängen bekannt. So werte ich die Frage nach der Verweildauer eher als Sorge vor dem Scheitern, denn Erfolg und Misserfolg liegen hier dicht beieinander.

    Gruss

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Der Leuco ist stressempfindlich. Wenn sein momentanes Verhalten keine Sorge zum Anlass gibt, er gut im Futter steht, kann man die Einzelhaft verkürzen.

    Der Stress beginnt eh oft erst richtig, wenn der Neuzugang zu seinen neuen Kollegen überführt wird.

    Grüße Andreas

    180x70x65 (OptiWhite-Glas)
    Technikbecken 100x50x40
    Giesemann Aurora V4 150cm
    2x Tunze 6075 Hub / 1x Tunze 6105 Hub
    Tunze smartcontroller 7000
    Nyos Quantum 160
    Dupla RO 600

  • Der Stress beginnt eh oft erst richtig, wenn der Neuzugang zu seinen neuen Kollegen überführt wird.

    Das kann man beim Leiucosternon ruhig in Abrede stellen. Diese Art ist wenig respektvoll zu anderen Fischen. Deshalb sollte man diesen Fisch auch als letzten Zugang einsetzen.

    Gruss

    Hajo

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  • Das stimmt, wobei ich persönlich schon finde, dass das erstmalige Zurechtfinden & das Abwehren eventueller Attacken alteingesessener Bewohner durchaus für ein paar Tage Stress bedeutet.

    Kommt natürlich immer auch auf den bereits vorhandenen Besatz & deren Charakter an.

    Grüße Andreas

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  • hajo So sieht's aus. Der Fisch ist im QB die Ruhe selbst. Das etwas unruhige Umherschwimmen der ersten beiden Tage hat sich komplett gelegt. Wenn ich an's Becken komme schwimmt er meist schon zur Futteröffnung um sich seine Mahlzeit abzuholen. Ärger könnten wahrscheinlich am ehesten die beiden argi machen. Der Fuchs ist trotz seiner Größe eher ein Friedfisch. Die kauderni sind derzeit mit ihrer Paarung beschäftigt. Die beiden Tangfeilen und die Fahnenbarsche haben überhaupt kein Interesse an Krawall. Ob ich es jetzt schon wagen soll oder erst noch abwarten? Ich bin so unschlüssig :ylol.

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    Und so kommt es , dass das Wasser in den Meeren salzig ist "

    Beste Grüße

    Stefan

  • hajo Ob ich es jetzt schon wagen soll oder erst noch abwarten? Ich bin so unschlüssig :ylol.

    Der Nebel der Unklarheit wird sich dann erst lichten, wenn der Leuco übergesiedelt ist. Die Situation wird, ob früher oder später, doch die gleiche sein. Aus diesem Grund wäre das Wohlbefinden des Fisches ein Hauptmerkmal für den sofortigen Transfer. Eine vorangehende, penible Überprüfung der Flossen und der Fischhaut, ein sauberes Äusseres, ist unabdingbar. Der Fisch muss "wie geleckt" aussehen. Dafür wird der Fisch im Gegenlicht betrachtet!! Verletzungen von Schleimhaut und Flossen müssen vorher unbedingt abheilen.Einen Plastikbecker zum Herausfangen ziehe ich dem Netz vor. Mit dieser Methode gibt es keine Schleimhautschäden. Für den Gesundheitszustand dieser Art ist eine optimale Wasserhygiene die Voraussetzung für ein langes Leben.

    Gruss

    Hajo

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  • Hallo Stefan

    dieser Fisch ist einer der schönsten Doktorfische überhaupt. Er ist aber genauso empfindlich. Krankheitsausbrüche sind bei dieser Art ein Indikator für Umgebungsstress in weitesten Sinne und einer nur mässigen Wasserqualität Deshalb wäre nicht nur während der Übergangsphase eine starke UVC-Anlage die richtige Wahl. Neben dem Sohal ist der Leucosternon ein sog. Brandungsfisch. Daran ist abzulesen, dass neben einer starken Strömung, ein hoher Sauerstoffgehalt zum Wohlbefinden beiträgt. Wegen möglicher Attacken des übrigen Besatzes würde ich mir keine Gedanken machen. Der Fisch ist von zuhause aus aggressiv gepolt und kann sich durchsetzen. Meiner Meinung nach sind die Hauptursachen für eine Erkrankung in einer schlechten Wasserhygiene und in einem zu stark begrenzten Schwimmraum zu finden. Beides erzeugt Stress, der sich besonders schnell als Infektionsausbruch bei dieser Art zeigt. Ich kenne keinen Doktorfsch, der so sensibel auf schlechte Umgebungseinflüsse reagiert. Multivitaminpräparate und/oder Vitamin C können in der Übergangszeit sinnvoll für die Stabilität seines Imunsystems sein. Der Rest ist Hoffnung.

    Gruss

    Hajo

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  • Moin Hajo

    Bei der abendlichen " Visite " habe ich gestern jeweils zwei winzige Punkte auf den Brustflossen gesehen. Ich schreibe extra nicht " Pünktchen ", weil ich nicht davon ausgehe, dass es sich um Cryptocarion handelt. Trotzdem werde ich ihn nachher nochmals inspizieren. Die übrigen Flossen und die gesamte Oberfläche des Fisches sind gestern Abend tadellos gewesen.

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    Beste Grüße

    Stefan

  • Moin Hajo

    Bei der abendlichen " Visite " habe ich gestern jeweils zwei winzige Punkte auf den Brustflossen gesehen. Ich schreibe extra nicht " Pünktchen ", weil ich nicht davon ausgehe, dass es sich um Cryptocarion handelt. Trotzdem werde ich ihn nachher nochmals inspizieren. Die übrigen Flossen und die gesamte Oberfläche des Fisches sind gestern Abend tadellos gewesen.

    Hallo Stefan,

    da bleibt dann nur noch die tägliche, sorgfältige Überprüfung. Nicht umsonst hat Ellen Thaler diesen Fisch als No-Go für die Aquaristik eingestuft. Die Verluste sind hoch. Das liegt vor allem an der Unbedarftheit seiner Pfleger. Es gibt eine Vielzahl von geeigneten Doktorfischen. Leider führt fast ausschliesslich sein Äusseres zum berüchtigten Spontankauf. Danach ist man schlauer.

    Gruss

    Hajo

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  • Moin,

    So, heute nachmittag habe ich es gewagt und den kleinen leucosternon umgesetzt. Wie zu erwarten stresst der größere argi etwas rum. Der Fuchs auch, aber obwohl der dreimal so groß ist wie der Doktor hält dieser gut dagegen, genau wie von Hajo vorhergesagt. Ich werde gleich mal füttern und schauen ob er auch was abbekommt.

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    Beste Grüße

    Stefan

  • Moin,

    zwischenzeitlich hatten sich die Vorzeichen kurzfristig geändert: Der leucosternon wurde vom größeren argi " on sight " attackiert. Mittlerweile passiert das nicht mehr oft und der leuco durchschwimmt das gesamte Becken.

    " Und der Haifisch, der hat Tränen und die laufen vom Gesicht
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    Beste Grüße

    Stefan

  • Moin,

    zwischenzeitlich hatten sich die Vorzeichen kurzfristig geändert: Der leucosternon wurde vom größeren argi " on sight " attackiert. Mittlerweile passiert das nicht mehr oft und der leuco durchschwimmt das gesamte Becken.

    Die Rangordnung ist noch nicht vollständig geklärt. Zumindestens noch nicht endgültig zwischen den beiden. Ich bin mir aber sicher, dass sich in ein paar Tagen die Lage normalisiert hat und der Argi aufgibt zu stänkern. Man sollte ihm vielleicht jetzt schon erklären, dass er in die 2.Reihe muss.:grinning_face_with_smiling_eyes:

    Gruss

    Hajo

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  • Gibt es Neuigkeiten?

    Ich bin neugierig.


    Gruss

    Hajo

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  • Moin Hajo, Du alten Fischflüsterer:smiling_face_with_sunglasses:

    Mittlerweile können die beiden im Abstand von 5 cm aneinander vorbei schwimmen und es passiert selten noch etwas. Nur manchmal jagt der argi für wenige Sekunden, der leuco macht gar nix in der Art. Er beschränkt sich darauf, Präsenz zu zeigen :ylol

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    Beste Grüße

    Stefan

  • Hallo Stefan,

    Fische zeigen eine Reihe komplexer Verhaltensweisen und besitzen ein überraschend gutes Erinnerungsvermögen. Fische können durchaus nachtragend sein, besonders bei schlechten Erfahrungen, denen sie ausgesetzt waren. Nur blöd, dass der Argi das nicht weiss. Denn sonst würde er vielleicht an seine eigene, spätere und möglicherweise etwas unruhige Zukunft denken.:ylol

    Achte auf eine exellente Wasserqualität und Wasserströmung! und eine ausgewogene Ernährung!

    Schlechte bis mittelmässige Wasserqualität , schlappe Wasserbewegung und eine einseitige Ernährung führen garantiert zu Problemen. Diese Art wird, genau wie der Sohal, als Brandungsfisch beschrieben, was hohen Sauerstoffgehalt und eine starke Strömung bedeutet.

    Gruss

    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
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  • Dann mal Herzlichen Glückwunsch zu Neubesetzung. Vor meinem Beckenplatzer hatte ich auch zwei Leuco im Becken. Sie sind eigentlich meine Lieblingsdocs. Die beiden Leucos wurden damals gerettet und der Händler hat sie in ein 300 Liter Anfängerbecken verkauft. Ich hätte es nie erfahren, hatte sich der Neubesitzer nicht bei mir gemeldet. Naja, die Beziehung zum Händler wurde danach immer schlechter.


    Gruß Dietmar

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