• Hallo zusammen,

    ich dosiere immer mal wieder Silikat. Ich denke, es tut den Schwämmen gut und ich habe es auch schon eingesetzt, um eine Kieselalgenblüte auszulösen, die dann die Dinoflagellaten verdrängt hat. Klappt nicht bei allen Dinos, aber bei Porocentrum und Amphidinium wirkt es oft sehr gut. Die Kieselalgen verdrängen die Dinos, vor allem auf dem Sand.

    Wie auch immer, ich habe oft eine lose Zettelsammlung und dann finde die Rezeptur nicht immer auf Anhieb. Daher poste ich das hier, dann kann ich selbst auch mal nachschauen.

    Ihr müsst euch das umrechnen, ich habe es auf mein kleines Becken optimiert, d.h. 2ml der Lösung erhöhen den Silikatgehalt (SIO2) in 65 Liter um 1mg/Liter.

    Im Chemikalienhandel bekommt man sehr einfach und billig Natriummetasilikat Pentahydrat. Das Kilo kostet so um die 10 Euro. Damit kommt man ein Leben lang aus!

    Die Herstellung der Lösung ist denkbar einfach: 24g Natriummetasilikat Penayhydrat in ein Becherglas geben, am besten mit Graduierung und destilliertes oder Osmosewasser auffüllen bis 214ml (NICHT 24g Natriummetasilikat + 213ml Wasser!). Man muss hier nicht sehr genau sein, ob das 200 oder 230ml sind, spielt nicht wirklich eine Rolle. Zwar erhöht bzw verringert sich dann die Menge an SIO2, die man zugibt, aber man will hier eh keine "exakten" Werte einstellen. Wer einen Magnetrührer hat, ist klar im Vorteil. Ansonsten muss man eben eine Weile schütteln, es löst sich grundsätzlich gut auf.

    Ich habe die Lösung natürlich auch im Becken angewendet und zusätzlich den SIO2 Wert danach bestimmt. Die Rechnung oben passt.
    Es gilt als sicher, Silikat um 1mg/Liter auf einmal zu erhöhen. Ich stelle eigentlich immer fest, dass Silikat sehr schnell verbraucht wird und bereits nach 24 Stunden wenn überhaupt nur noch sehr wenig messbar ist. Wenn man es öfters macht, steigt der Wert natürlich irgendwann. Für Schwämme reicht es, 2ml der Lösung einmal die Woche zuzugeben (auf 65 Liter Wasser).

    Silikat ist ja etwas unbeliebt, vor allem weil es die unschönen Kieselalgen fördert. Allerdings brauchen viele Organismen Silikat und da heutzutage die meisten eine hochwertige Osmoseanlage haben und penibel darauf achten, möglichst einen Leitwert nahe 0 zu haben und zudem noch teilweise wenig Wasser gewechselt wird, könnte es schon zu einem Mangel kommen, zumindest für einige Organismen. Aber muss man ausprobieren.
    Wer grünen Scheibenbewuchs hat, wird eventuell feststellen, dass die Beläge braun werden (Kieselalgen). Man muss halt für sich die Dosierung herausfinden. Bei Überdosierung wird der Sand braun bzw. Kieselalgen wachsen sehr stark.

    Grüße

    Chris

  • Silikat ist Teil der Nährstoffe, und grundsätzlich erst mal nichts Schlechtes. Ich finde es klasse, dass Du eine Lanze für diesen oft nicht beachteten Nährstoff brichst. Ich lasse im Augenblick auch bewusst das praktisch aufgebrauchte Harz in der Patrone drin und mache weiter mein Wasser, weil ich immer zu wenig Silikat im Wasser habe.

    Interessanterweise ist ein zu geringer Silikatwert bei Fauna Marin in der ICP ständig als zu beachten angemerkt, aber es ist keine Dosierung vorgesehen. Früher oder später wird es bestimmt auch ein Mittelchen geben, welches für gutes Geld diesen Mangel beheben kann, vielleicht wird dann eine Dosierung empfohlen. (^-^)

    Ich werde mir das mal vorknöpfen und ebenfalls demnächst etwas experimentieren.

    Viele Grüße

    Sandy

  • Moin Silikatliebhaber,

    ich habe neben relativ hohen Po4 und No3-Werten auch immer recht hohe Silikat-Werte. Früher habe ich gedacht, dass wenn Kieselalgen auf der Sandfläche zu sehen sind, der Vollentsalzer verbraucht ist. Das war mindestens teilweise ein Fehler.

    Stimmt es, das Aktivkohle Silikat abgibt? Wenn ja, jede?

    Momentan wechsel den Vollentsalzter, 12l hinter der Osmose erst, wenn Silikat im Reinstwasser gemessen werden kann.

    Meine Filtersäule wird/wurde alle 4-6 Wochen zuerst mit 1Liter Zeolith, dann mit 2 Liter Kohle und dann mit 4-6 Liter Eisenabsorber befüllt. Obendrauf kommen noch 1-2 Liter Zeolith, damit kein Granulat durch den Reaktor wirbelt. Neuerdings lasse ich die Kohle weg. Demnächst werde ich die Kohle besonders gut auswaschen. Derweil habe ich keine braunen Beläge auf dem Sand. Dafür muss ich alle 2 Tage die grüne Algenschicht von der Scheibe abschaben. Die Docs freuen sich.

    Ich bestelle mir jetzt erstmal eine neuen Silikattest damit ich mit der Kohle spielen kann. Bei der nächsten ICP schauen wir mal ob der neue Test und die ICP gleicher Meinung sind.


    Gruß Dietmar

    283x130x87

  • Interessanterweise ist ein zu geringer Silikatwert bei Fauna Marin in der ICP ständig als zu beachten angemerkt, aber es ist keine Dosierung vorgesehen. Früher oder später wird es bestimmt auch ein Mittelchen geben, welches für gutes Geld diesen Mangel beheben kann, vielleicht wird dann eine Dosierung empfohlen. (^-^)

    Das ist wohl eher die Ausnahme, oft sieht man da einen roten Pfeil nach oben Es gibt Mittelchen, z.B. Spongeexcel von Brightwell Aquatics. Aber zum einen ist das vergleichsweise teuer, zum anderen ist das Mittel hier bei uns schlecht erhältlich. Wenn ich sehe, was die oben genannte Mischung an Materialeinsatz kostet, würde ich als Hersteller sofort ein Produkt auf den Markt bringen

    Stimmt es, das Aktivkohle Silikat abgibt? Wenn ja, jede?

    Ja, ist wohl üblich. Hängt aber auch von der Kohle ab. Christoph von Oceamo hat es mal nachgewiesen in seinem Kohle Experiment.

    Wenn bei dir der Silikatwert recht hoch ist, du aber keine unschönen Kieselalgen hast, ist doch alles super. Oder habe ich was missverstanden?

    Ich bestelle mir jetzt erstmal eine neuen Silikattest damit ich mit der Kohle spielen kann. Bei der nächsten ICP schauen wir mal ob der neue Test und die ICP gleicher Meinung sind.

    Die ICP misst elementares Silicium. Die Heimtests, z.B. von JBL, messen SiO2! Das kann man dann nicht direkt vergleichen bzw. müsste man umrechnen. In 1 mg Siliciumdioxid ("Silikat") sind rechnerisch ca. 0,467 mg (bzw. 467 Mikrogramm) reines Silicium enthalten. Wenn du mit dem Heimtest 1mg/L SiO2 misst und die ICP zufällig um die 0,5mg/L ausgibt, passt es mit dem Heimtest.

  • HI Chris,

    Kieselalgen sind nicht mein Problem und ich habe sie fast noch nie gehabt. Mein Problem ist, dass ich dachte, Kohle würde auch Silikat binden. Ich habe immer ein bis zwei Liter Kohle vor den Po4-Absorber gepackt, damit der Absorber sich besser um das Phosphat kümmern kann.

    Danke für die Anmerkung mit dem elementaren ICP Silikat. Ich wäre nach dem Heimtest wieder rumgehüpft...."schei8 Test" :smiling_face:.


    Test ist bestellt, in 2 Wochen steht wieder eine neue Filtersäulenbefüllung an.


    LG Dietmar

    283x130x87

  • Hi Dietmar,

    ich bin da auch durcheinander gekommen. Die Mischung oben habe ich erst im Osmosewasser getestet und das hat nicht gepasst. Ich habe dann auf den Silikattest gestarrt und gerätselt, wo der Fehler liegen könnte. Da steht groß und fett "SiO2" drauf und dann hat es klick gemacht. Insofern erhöht die Mischung Silikat um 1mg/Liter und Silicium um 467 Mikrogramm/l.

    Ich habe vorgestern am Abend 1mg der Mischung dosiert. Gestern konnte ich noch 0,2mg/l nachweisen, heute zeigt der Test kleiner/gleich 0,1mg/l. Zeit für die nächste Dosierung!

    Grüße

    Chris

  • Habe auch hohe silikatwerte. Ewig nach der Quelle gesucht. Nutze keine Kohle o.ä.

    Auch nach dem Tausch der alten Steine weiterhin hoch. Sand haben wir nicht. Dosiert wird nur das was rein soll, also keine Flasche.

    Bei uns ist es das Glas, Gummidichtung, auf jeden Fall das Becken.. aber da komm erstmal einer drauf, glaubt einem auch keiner... . das ist der einzige unterschied zum kleinen Vorgängerbecken -lief nebenbei (kein bis wenig Silikat gewesen).

    Wir haben keine Algen, die Doks machen alles sauber. Auch im Schacht nichts. Probleme gibt es keine. Der Wert ist hoch 3stellig, immer schon gewesen.

    Also es schadet nicht :smiling_face:

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