Umsetzung "Quarantäne-Aquarium"

  • Hallo zusammen,

    ich bin hier vor 2-3 Jahren bereits ein wenig aktiv gewesen, da ich zu diesem Zeitpunkt mein Süßwasseraquarium auf Meerwasser umgestellt habe. Leider habe ich bei der Umsetzung vermutlich nicht nur die richtigen Entscheidungen getroffen und das Meerwasseraquarium aufgrund von einigen Schwierigkeiten nach einem längeren Krankenhausaufenthalt überhastet aufgegeben. Seitdem bin ich wieder in der Süßwasseraquaristik unterwegs, wie bereits die letzten ca. 20 Jahre.
    Nun möchte ich in naher Zukunft ein komplett neues Aquarium anschaffen und beschäftige mich schon seit einigen Wochen wieder mit Literatur etc. Das zukünftige Becken soll eine Größe von 350 - 500 Liter Nettovolumen haben, je nachdem wie ich das hier vor Ort hinbekomme.

    Im Moment überlege ich allerdings, ob ich mein stillgelegtes 60er Aquarium aktiviere und hier bereits ein paar weitere Erfahrungen sammele. Oder sogar ein neues kleines Aquarium anschaffe, bspw. das Juwel Lido 120 (http://www.zooroyal.de/juwel-aquarium…lido-120?c=1126), welches über die folgenden Eigenschaften verfügt:
    - Inhalt: ca. 120 Liter
    - Maße: 61 x 41 x 58 cm
    - 2x 24 Watt T5

    Dieses Becken möchte ich dann nicht dauerhaft mit Fischen, sondern nur mit ein paar einfachen Korallen und vermutlich ein paar Garnelen besetzen. Vielleicht könnte ich dieses Becken dann auch als eine Art "Quarantäne" Becken für das geplante größere Aquarium nutzen, indem ich die neuen Fische hier zunächst zwischenhältere. Ich denke mal, dass man ein richtiges Quarantäne Aquarium komplett leer laufen lässt und nach jedem Fischkauf auch neu reinigt und desinfiziert?! Das wäre aber nicht in meinem Interesse, da ich das Aquarium dann schon dauerhaft nutzen wollte. Ist diese Idee sinnvoll? Kann ich unter den 48 Watt T5 überhaupt Weichkorallen pflegen?


    Ich würde mich über ein paar Rückmeldungen freuen. :smiling_face:


    Viele Grüße
    Thomas


    PS: Euch allen wünsche ich natürlich noch ein gutes und gesundes neues Jahr!

  • Hallo Thomas,

    Quarantaenebecken sind normalerweise fast sterile Behaelter. Jedenfalls erfüllen sie so ihre Aufgabe. Wenn man will, kann man diesen Weg gehen. Das hat zur Konsequenz, dass ein möglichst leeres Becken diese Aufgabe erfüllt. In diesem Becken können Neuankömmlinge beobachtet, ans Fressen gebracht und auf Krankheiten überprüft werden. Und das in einer angemessenen Zeit. Diese Art von Becken hat mich seit langem vor Katastrophen bewahrt. Ich weiss, wovon ich rede, denn es war vor vielen Jahren eben auch nicht usus diese Art von vorbeugender Massnahme zu praktizieren. Somit war auch schon damals jeder Kauf eines Fisches mit Risiko verbunden. Mit dem aufkommenden Korallenhype und dem dadurch zwangslaeufig nachlassenden Interesse an diversen Fischen, weil Korallen unverträglich, schwand auch die Erfahrung, nicht nur im Umgang mit speziellen Fischarten. Diese negative Entwicklung scheint sich aber umzukehren. Ich möchte auch nicht dem Händler die Beurteilung überlassen, ob ein Tier gesund ist oder nicht. Oft wird da nur "angenommen" und die Sicherheit kann nicht gegeben werden. Eigentlich logisch. Es sind aber immer wieder einige schwarze Schafe unterwegs, die meinen guten Glaubens zu handeln, obwohl sie es besser wissen müssten. Aus diesen Gruenden und aus ein paar mehr, möchte ich jedem Fischliebhaber ein separates, kleines Becken an's Herz legen, wo er seine Neuankömmlinge besser unter die Lupe nehmen kann. Ob das nun ein karges Quarantaenebecken ist oder ob man es spartanischen einrichtet (etwas Gestein, Unterschlupf, Bodengrund muss nicht unbedingt sein), Pumpe, Licht, (AS muss nicht sein, da Wasser wegen der geringen Beckengroesse leicht ausgetauscht werden kann), und ihm dann den Namen "Uebergangsbecken gibt, ist Schnurz. Der neue Fisch möchte seine Ruhe, den Stress abbauen und fressen. Es gibt leider Leute, die sind da anderer Ansicht. Denen muss man halt sagen, dass es für das meist geschwaechte und stark gestresste Tier die schlechtere Variante ist, in diesem Zustand gleich Bekanntschaft mit der bereits etablierten Hierarchie der uebrigen Beckeninsassen zu machen. Dieser Druck führt im geschwächten Zustand nicht selten zum Ausbruch von Infektionen, die man meist mit grossen Schwierigkeiten in den Griff bekommt. Da ist die andere Variante, wo das Tier erst dem Futter zugeführt wird, stabilisiert und kräftig wird, um nach dem spaeteren Umsetzen auch besser mit dem zu erwartenden Druck umgehen zu koennen, die weitaus bessere Initiative.
    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hajo,

    vielen Dank für deine Nachricht.
    Ich denke auch, dass so ein Übergangs-/Quarantänebecken nützlich ist, allerdings möchte ich kein komplett leeres Becken in meinem Arbeitszimmer stehen haben.
    Wenn ich dieses Becken mit ein wenig Gestein und idealerweise auch mit ein paar Korallen bestücken kann, wäre das natürlich ideal. Oder macht das dann wiederum keinen Sinn für den Fall, dass die Fische mit Medikamenten behandelt werden müssten? Eigentlich soll das Becken mir dazu dienen, auszuschließen das kranke Fische ins Hauptbecken gelangen und das diese Fische erstmal Zeit haben sich an die neue Heimat zu gewöhnen / "futterfest" werden.
    Was könnte ich überhaupt bei einer ca. 50 cm Wassersäule und 48 Watt T5 Beleuchtung für Korallen halten? Funktioniert das mit Weichkorallen und Scheibenanemonen?

    Viele Grüße
    Thomas

  • Hallo Thomas,

    An sich ist ein solches Becken, wie du es planst, sicher schöner als ein leerer Glaskasten.

    Aber wenn ich ein Quarantänebecken aufstellen würde, würde ich in diesem auch gerne Medikamente einsetzen können.
    Diese Option würde allerdings wegfallen, wenn du in dem Becken Garnelen oder Korallen hälst.
    Dadurch ist man beim Bekämpfen von Krankheiten stark eingeschränkt.

    Grüße,
    Gregor

    Grüße,
    Gregor

  • Moin...
    Ich sehe es wie Hajo und Gregor.
    Als Quarantänebecken würde ich ein leeres Becken nehmen. Ohne Lebendgestein und Korallen.
    Als ich meine Grundeln wegen Pünktchen ausquartiert hatte, hatte ich nur ein Glasbecken mit einer toten SPS drin, darin lebten die beiden Grundeln.

    Viele Grüße,
    Steffi

  • Hallo,
    ich sehe das Ganze etwas anders. Wenn ich beim Händler Fische kaufe, dann will ich Tiere haben, die schon fressen. Ich brauche also kein Quarantänebecken um sie ans Futter zu bekommen. Für mich ist es das beste, wenn die Fische möglichst schnell ins Aquarium kommen. Natürlich ist nicht gesagt, daß sie dort weiterhin Futter annehmen, aber zumindest haben sie stabile Wasserverhältnisse und eine hoffentlich gut strukturierte Umwelt. Dort haben sie beste Überlebenschancen. Auch wenn einige Stinker im Aquarium sein sollten. Wenn sie aber erst in Quarantäne müssen und dann ins Aquarium, gibts wieder Stress und krank werden können sie dann auch noch.
    LG Helmut

  • Hi

    neue Fische kommen bei mir nie in ein Quarantänebecken, den dort stellen die meisten das Fressen ein.
    Ein Quarantänebecken nutze ich nur im wirklichen Notfall.

    Gruß Ewald

    _______________________________________________________________________________________________________________________________

    Früher hatte ich Angst im Dunkeln.
    Wenn ich heute so meine Stromrechnung sehe,
    hab ich Angst vorm Licht. :loudly_crying_face:

  • Hallo Thomas,

    es ist ja nicht schwer zu erraten, wo dich der Schuh drückt. Einige Weiche und auch einige Harte kommen mit dieser Beleuchtung klar . Das ist aber nicht so sehr das Problem. Umständlich wird es, wenn das Domizil dann irgendwann einmal als Behandlungsbecken (kein Bodengrund) genutzt werden muss. Die Korallen plus Gestein müssten dann vorübergehend ins Hauptbecken. Da ja beileibe nicht alle Neuzugänge krank werden oder gar sind, auch nicht behandelt werden muessen, kann man auf eine Totalreinigung oder anschliessenden Wasserwechsel verzichten. Das ist der gute Teil der Geschichte. Unangenehmer wird es, wenn mit Medikamenten gearbeitet werden muss. Danach sollte das gesamte Wasser ausgetauscht werden oder zumindest über Kohle gefiltert werden. Die Frage ist, willst du Dir das Hin- und Her antun? Was du Dir allein mit Fischen einschleppen kannst, kann im Falle von Infektionen eine Menge Aerger bedeuten. Deswegen liegen meine Prioritäten bei der Nutzung eines reinen Uebergangbeckens. Zur Pflege und Behandlung von Neuzugängen und nicht so sehr zur Schaffung eines neuen Biotops. Fische sollten für uns keine Wegwerfware werden. Deswegen lasse ich jedem neuen Fisch diese Aufmerksamkeit zukommen und setze ihn nur dann um, wenn er futterfest und krankheitsfrei ist. Damit schütze ich das neue Tier und zugleich auch den alten Bestand.
    Gruss
    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

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  • Hallo Zusammen,

    welche Aquariengrösse wäre denn für ein leeres Quarantänebecken notwendig? Reichen 60 Liter aus?
    Im zukünftigen "Hauptaquarium" möchte ich nur Fische halten, die maximal ca. 10 cm werden.

    Wenn Weichkorallen eine medikamentöse Behandlung nicht vertragen, dann ist es natürlich nicht sinnvoll diese dauerhaft in einem Übergangs-/Quarantänebecken zu halten. Das ist mir auch zu umständlich, regelmäßig Änderungen vorzunehmen. Ich wollte ja wie geschrieben, das angenehme (interessantes Aquarium im Arbeitszimmer) mit dem nützlichen verbinden.

    In dem Aquarium wollte ich beispielsweise Amblygobius rainfordi oder hectori als Futter gewöhnen etc. Vielleicht mache ich dann aber ein "einfacheres" dauerhaftes Zweitbecken daraus und lasse ein Quarantänebecken im Keller stehen, was ich immer wieder auf- und abbauen kann.

    Viele Grüsse
    Thomas

  • Hallo,
    ich sehe das Ganze etwas anders. Wenn ich beim Händler Fische kaufe, dann will ich Tiere haben, die schon fressen. Ich brauche also kein Quarantänebecken um sie ans Futter zu bekommen. Für mich ist es das beste, wenn die Fische möglichst schnell ins Aquarium kommen. Natürlich ist nicht gesagt, daß sie dort weiterhin Futter annehmen, aber zumindest haben sie stabile Wasserverhältnisse und eine hoffentlich gut strukturierte Umwelt. Dort haben sie beste Überlebenschancen. Auch wenn einige Stinker im Aquarium sein sollten. Wenn sie aber erst in Quarantäne müssen und dann ins Aquarium, gibts wieder Stress und krank werden können sie dann auch noch.
    LG Helmut


    Hallo Helmut,

    Das ist für mich keine Ansichtsache. Selbst die sogenannten "futterfesten" Fische können noch krank werden. Der Vorführeffekt beim Händler ist keine Garantie für ein wirklich gesundes Tier. Es zeigt nur, daß das Tier in diesem Augenblick Futter zu sich nimmt. Ich habe schon viele Tiere gesehen, die erst nach etlichen Tagen Aufenthalt beim Händler das Zeitliche gesegnet haben, obwohl sie als futterfest bezeichnet wurden. Das ist also kein Kriterium. Denk einmal darüber nach, warum sich noch so viele Fische im Angebot befinden. Und die Zahl steigt stetig weiter. Nicht etwa, weil die Anzahl der Fischliebhaber immer größer geworden ist. Nein, sondern weil diese Fische in den heimischen Becken leider nur ausgetauscht werden. Den Grund kann sich jeder denken. Ein futterfester Fisch beim Händler ist keine Garantie für ein krankheitsfreies Tier. Das wird dir auch jeder seriöse Händler bestätigen. Auch ist ein Übergangsbecken kein Guantanamo für den Neuankömmling. Wenn der Fisch in diesem Becken ausreichend Rückzugsmöglichkeiten findet und sich mit dieser Sicherheit im Rücken an das gereichte Futter gewöhnt oder gewöhnt wird, geschieht das ohne Druck und Angst vor Übergriffen der Artgenossen. Wir vermenscheln das Ganze gerne, indem wir annehmen, daß der Fisch in erster Linie sein Biotop vermisst. Der Gedanke ist grundsaetzlich zwar nicht falsch, aber das Verhalten des Tieres definiert sich erst einmal über das Fressen. So eine Art "Heimweh" gibt es nicht. Die Nahrungsauf- und annahme störungsfrei zu beobachten und darauf reagieren zu können, ist ein wesentlicher Vorteil bei der Nutzung dieses Spezialbeckens. Das geschieht im Gesellschaftsbecken mit sehr unterschiedlichem Erfolg. Nach dem Motto: Glück ist schon, wenn man kein Pech hat. Ein eigenes Beispiel kann ich ruhig nennen. Vor einiger Zeit hat mich auch der Leichtsinn übermannt, indem ich einen Zwerg von Kaninchen erworben habe. Dieser kleine Fisch frass im Händlerbecken und zeigte keinerlei äussere Krankheitsmerkmale. Er sah wie gelackt aus. Da ich in dieser Zeit in einem Becken Algenprobleme hatte und der alleinige Doktor im Revier damit nicht fertig wurde, setzte ich ihn wider die Vernunft nicht in das Übergangsbecken, sondern gleich ins Himmelreich. Das Ende vom Lied war der Ausbruch einer Infektion, die mich 2 teure und seltene Fische kostete. Der Fuchs überlebte. Nach einigen Recherchen stellte sich heraus, daß der Händler seine Fische dichtemässig sehr niedrig eingestellt hatte. Leider wurde das von mir nicht überprüft, bzw. beim Verkauf auch nicht erwähnt. Das Umsetzen wurde dem kleinen Kerl zum Verhängnis. In meinem Bekanntenkreis hatte im November letzten Jahres durch einige Neuzugänge ein Supergau alle Fische dahingerafft. Alles geschehen, ohne den Umweg über ein Übergangsbecken. Ich möchte in dieser Diskussion auch nicht verschweigen, daß auf beiden Seiten, Verkauf und Käufer, oft nicht so genau hingeschaut wird. Der Verkäufer ist froh, wenn das Tier verkauft ist. Der Käufer froh, wenn er es besitzt. So ist der Deal gewöhnlich. Wer kennt sich denn schon gut mit Fischkrankheiten aus? Der Verkäufer sollte es eigentlich wissen. Weiss er es denn? Will er es denn genau wissen? Der schwarze Peter liegt immer beim Käufer. Deswegen ist es neben dem Einsatz eines Übergangbeckens ebenfalls nicht von Nachteil, sich mit Fischkrankheiten auszukennen. Selbst meine Person, die sich nun jahrzehntelang mit Fischen beschäftigt hat, steht manchmal stundenlang vor dem Händlerbecken, oft auch an mehreren Tagen, um sich der Gesundheit eines speziellen Tieres zu vergewissern. Es ist nicht alleine der machmal horrende Preis, der mich antreibt, sondern auch die Sorge um das Wohl meines alten Bestandes. Dieser hat sich über viele Jahre aufgebaut und darf nicht durch meine Dummheit gefährdet werden. Manche Tiere habe ich erst nach jahrelangem Suchen gefunden, bzw. die Geschlechter der Arten auch. So etwas setze ich nicht auf´s Spiel, wenn es um die Frage Quarantäen ja oder nein geht. Die Fraktion derer, die sich Fische online bestellen, wird immer größer. Hier ist eine vor Ort Besichtigung nicht mehr möglich. Da ist das Vertrauen zum Händler gefragt. Der wird aber auch kein totes Tier zurücknehmen. Also ist Selbsthilfe angesagt. Die einzige sichere Alternative. Jedenfalls halbwegs. Wo wir dann wieder beim Thema Übergangsbecken wären.
    Gruß
    Hajo

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  • Hai

    Geh doch einfach mal von dem Begriff Quarantänebecken weg und verwende den Begriff Eingewöhnungsbecken.
    Ein Eingewöhnungsbecken kann eine einfache Einrichtung haben und bietet den Neuankömmlingen auch Rückzugsmöglichkeiten. Das kommt meiner Meinung nach einem Neuzugang auch eher entgegen als ein komplett steriles Quarantänebecken ohne jegliche Einrichtung.
    Sollten krankheitsbedingte Behandlungen mit Medikamenten notwendig werden, würde ich dafür immer ein kleines (ca. 60-100L) leeres steriles Becken verwenden, welches nach abgeschlossener Behandlung auch direkt wieder gereinigt wird.

    MFG Torsten

  • Hallo Hajo,
    ich habe nicht behauptet, daß futterfeste Fische nicht krank werden können. Aber mit Medikamenten behandelte Tiere die dann als geheilt gelten, wieder zu fangen und umzusetzen ruft erneut Stress hervor und sie können krank werden. Ich denke nach dem ganzen Stress in Fangstationen, Flug, umsetzen beim Händler, dem erneuten Fangen und Transport, haben die Fische es verdient in ihr neues zu hause einzuziehen. Ein Risiko gibt es immer und nicht zu vergessen sind die alteingesessenen Aquarienbewohner.
    LG Helmut

  • Hallo zusammen,

    irgendwie passt das jetzt.....
    Bin gerade zurück von einer kurzen Tour durch die heimische Haendlerszene. Und was soll ich sagen? In einem Geschäft wird munter aus einem mit Oodinium verseuchten Wasser heraus verkauft!
    Kein Fake, sondern Wahrheit. Aber die Erfahrung sagt mir auch, dass das über die langen Feiertage auch wiederum nichts Ungewöhnliches ist. In manchen Läden beobachte ich das stets um dieselbe Zeit. Ob es da zwischen laengerem Urlaub, unsachgemäßer Aushilfe und nicht kümmern koennen eine Verbindung gibt?
    Gruss
    Hajo

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  • Nach dem Motto: Glück ist schon, wenn man kein Pech hat.

    So habe ich auch schon einige Male gedacht. Aber auch ich möchte einen etablierten Bestand nicht gefährden. Ich musste in früherer Vergangenheit leider auch schon Lehrgeld zahlen. In den 80ern und früher hat man in den reinen Fischbecken einfach Kupfer drüber gekippt und der Spuk mit den Punkten o.ä. war vorbei. Nur in Korallenbecken geht es nicht.

    Auch ist ein Übergangsbecken kein Guantanamo für den Neuankömmling. Wenn der Fisch in diesem Becken ausreichend Rückzugsmöglichkeiten findet und sich mit dieser Sicherheit im Rücken an das gereichte Futter gewöhnt oder gewöhnt wird, geschieht das ohne Druck und Angst vor Übergriffen der Artgenossen.

    Ein Übergangsbecken muss nicht bar jeglicher Einrichtung sein, aber so spärlich dekoriert, dass man den Fisch auf jeden Fall beobachten kann. Ist dieses mit Korallen bestückt, bleibt nur wieder die Methode mit Knoblauchsaft und sonstigem Krempel, was aus meiner Sicht sowieso zu einer guten Ernährung der Fische gehört, sofern diese Nahrung aufnehmen, aber bei akuten Infektionen so wirksam ist, wie den Mond anzubeten...oder den Fischgott. Ohne Korallen gibt es wirksame Medikamente, wie z.B. Punktol oder Oodinol.

    Auch ich bin mit futterfesten Tieren, die lupenrein aussahen, schon auf die Schnauze geflogen.

    Ein Quarantänebecken ist für mich ein Aquarium, das ggf. erst dann befüllt wird, wenn man sich auf die Suche nach neuen Fischen begibt. Ist dieses nicht vorbereitet, kann ich auf Grund gemachter Niederlagen meiner Kaufwut bestens widerstehen.

    Ein Becken mit ein paar Weichkorallen im Büro ist eine Sache. Dann sieh es auch als solches an. Zumindest besser als nichts. Du musst Dir aber darüber im Klaren sein, dass eine wirksame Behandlung dort nicht funktioniert. Einzig das Risiko einer Einschleppung ins Hauptbecken wird dadurch minimiert und der Neuzugang konditioniert.


    Christian

  • Hallo

    Mein Mehrzweckbecken hängt am großen Kreislauf , kann aber jederzeit abgekoppelt werden.....das kostet nicht mal extra Strom.

    Je nach aktueller Nutzung wird es dekoriert oder auch nicht ....dazu liegen immer ein paar LS im Technikbecken.

    Nach mehrmaliger schlechter Erfahrung kommt kein Tier mehr direkt ins Aquarium.

    Erst wenn die Futteraufnahme über wenigsten zwei Wochen normal ist geht's ins Große.

    Der Vorteil ist das die Tiere an Wasser und Futter schon gewöhnt sind und jetzt nur noch dem Stress der Gruppendynamik standhalten müssen.

    Aktuell wird es von zwei schönen Topfpflanzen bewohnt..... :grinning_squinting_face:

    Ich kann es daher Jedem der die Möglichkeit hat empfehlen so ein Becken oder etwas ähnliches zu realisieren.

  • Hallo Zusammen,

    welche Aquariengrösse wäre denn für ein leeres Quarantänebecken notwendig? Reichen 60 Liter aus?
    Im zukünftigen "Hauptaquarium" möchte ich nur Fische halten, die maximal ca. 10 cm werden.


    Mal abgesehen vom Ergebnis deiner weiteren Gedanken, wird diese Beckengroesse für einen oder mehrere kleine Fische ausreichen.
    Es soll ja vorübergehend und nicht von Dauer sein. Ich selbst nutze ein Becken von 150l Wassermenge, wobei der Wasserstand, je nach Nutzung, variabel
    gehalten wird. Die Verweildauer mancher Tiere auch. Diese Groesse wurde gewählt, um auch kleineren Kaiserfischen einen passenden Aufenthalt zu bieten.
    Manchmal auch für eine längere Zeit. Für krankheitsbedingte Kurzbäder nehme ich ein 30l Plexiglas-Aquarium.
    Gruss
    Hajo

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  • hallo thomas

    ich würde so ein becken, wie du es nennst ist völlig egal, ob quarantäne oder übergang, nicht dafür nutzen um fische zwischenzuhältern oder eventuell mit medikaemnten behandeln. das ist in den meisten fällen eh ein schuß ins blaue, denn die diagnose bei fischkrankheiten ist richtig schwer und dazu benötigt es berufserfahrung (die leute rennen in ein forum und erwarten dort die diagnosestellung und das große raten beginnt). die symptomatik bei vielen fischkrankheiten ist nämlich gleich, daß kann ich dir als tierarzt mit auf den weg geben.

    zudem musst du die fische, auch wenn nur wenige korallen drin sind, auch wieder fange können, und wenn korallen drin sind, glaube ich, ist das nicht so einfach, zumindest mit netz.

    ich würde, aber dennoch zu so einem übergangsbecken raten, ich mache das auch, halt mit dem ablegerbecken. nämlich um korallen in "quarantäne" zu schicken, dort kannst du prima die korallen nach plagen beobachten, bevor sie ins becken kommen. z.b glasrosen die beim kauf noch nicht erkennbar sind usw.

    leider bekommt man die plagen, auch bei namhaften "züchtern" nicht selten gleich mit und die plagen bekommst du in so einem becken dann eher in den griff als im hauptbecken

  • Hallo Gernot,

    Das ist nur bedingt richtig. Ich sehe das so: Wenn Dir keiner hilft, musst du Dir selbst helfen. Und mit dir selbst, auch dem Fisch! So ist aus meiner Sicht so ein Aufenthaltsort die letzte halbwegs sichere Station vor dem Einbringen in die bereits vorhandene Fischgesellschaft. Was ich hier nicht klären kann, entzieht sich dann meist einem weiteren, schnellen Zugriff. Ich stimme Dir bei den Fischkrankheiten insoweit zu, als dass die Diagnose nicht immer einfach ist. Das rechtfertigt in meinen Augen nicht die totale Abkehr von einer Zwischenstation, über die das Tier die Chance bekommt, zu gesunden und sich zu akklimatisieren. Neu erworbene Fische koennen, einmal abgesehen von verdeckten Schäden durch Giftfang, von Parasiten, Viren, Bakterien und Pilzen befallen sein. Es besteht auch die Möglichkeit, dass sich eine der Krankheiten auf die andere draufsetzt, und so selbst den Blick eiñes geübten Betrachters trübt. Das sind dann schon unspezifische Krankheitsbilder, die oft schwer zu durchschauen sind. Diese Fälle lasse ich einmal aussen vor. Im Gegensatz zu diesen Symptomen sind die "gewöhnlichen" Krankheiten, wie Oodinium, Cryptocarion (Ichthyo) und die diversen Wurmberkrankungen des Darmes, der Kiemen und der Augen die häufigsten Vorkommnisse. Ob ich nun einen Befall durch Parasiten direkt erkenne (Ichthyo) oder ob ich das Krankheitsbild an Taumelbewegungen, Haltungsstoerungen oder Störungen des Fressverhaltens festmachen, ist im akuten Fall nur sekundär zu sehen. Primär ist doch von Bedeutung: Wo befindet sich das kranke Tier in diesem Moment? Ist es bereits im Gesellschaftsbecken, kann es für das einzelne Tier und später auch für die andere Fischgesellschaft zum ernsthaften Problem werden. Wogegen der Aufenthalt in einem Uebergangsdomizil die weitaus bessere Variante ist. Jeder, der Fische pflegt, sollte sich darüber klar werden, dass die "Ware Fisch" leider anfällig gegen verschiedene schlechte Einflüsse ist und bleibt. Wer das begriffen hat, wird seine Sorgfalt erhöhen und bei Neuzugängen dementsprechend sensibel reagieren. Für mich enthält diese Sorgfaltspflicht auch das Wissen um die häufigsten Fischkrankheiten. Dementsprechend dürfte in diesen Haushalten auch nicht ein Fachbuch über Fischkrankheiten fehlen. Gerne auch mit Abbildungen! Ich tummle mich schon lange mit den verschiedensten Fischarten und leider manchmal auch mit ihren verschiedenen Infektionen. Das Vorhandensein eines kleinen Behälters hat mich manchmal vor grossen Elend bewahrt. Es sei denn, dass der Leichtsinn überwog und die Quittung dafür später kam. So irgendwann auch geschehen. Das hält mich aber nicht davon ab, die Möglichkeit einer längeren Kontrolle immer noch zu favorisieren. Der versierte Fischliebhaber wird recht selten auf ein krankes Tier hereinfallen und es somit nicht erwerben. Wer schützt aber eigentlich den Unbedarften oder den Anfänger? Die doch recht hohen Mortalitaetsraten im Handel, und sicher auch noch später im privaten Bereich, sprechen für sich. In den letzten Tagen sind mir in 3 verschiedenen Geschäften kranke Tiere aufgefallen, die auch noch verkauft wurden. Selbst ich sollte verarscht werden, obwohl bestens in der Zunft bekannt. Ich habe den Zustand des Tieres auf einen Blick erkannt. Die Ausrede des Haendlers war das Fehlen seiner Brille. Bloeder haette es nicht rueberkommen koennen. Mich hat aber sein, wie Sauerbier angepriesenen "letztes Exemplar" misstrauisch gemacht. Deswegen habe ich näher hingeschaut. Was waere jetzt gewesen, wenn ein weniger sorgfältig beobachtender Mensch dieses Tier mit nach Hause genommen und es ohne Übergang sofort in die vorhandene Fischgesellschaft integriert hätte? UV-Alarm? Selbst das käme in den meisten Faellen von Infektionskrankheiten zu spät.
    Gruss
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hi Zusammen,

    ich würde mich über mehr Bilder bezüglich der Eingewöhnungs/oder Quarantänebecken freuen. Habt ihr die alle am Kreislauf hängen und könnt abkoppeln oder laufen die extra?

    Viele Grüße
    Corinna

    LIFE IS BETTER IN FLIP FLOPS ❤️

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