Heutige LED´s zu blaulastig ?

  • Wie gesagt nun muß ich in nächster Zeit beobachten was im Becken passiert.

    Guten Morgen zusammen,

    so wie versprochen will ich kurz berichten:

    Seit meiner Röhrenumstellung (keine reine Blauröhre mehr) und die Verlängerung der T5 Beleuchtungszeit sind jetzt gut 14 Tage vergangen...
    Nun was passierte im Becken, die SPS direkt unter der Leuchte zeigten weit ausgefahrene Polypen (würde sagen besser als vorher),
    aber die LPS und Weichen im unteren Aquariumbereich machten nicht mehr so gut auf (besonders gut zu sehen bei Goniopra und Caulastraea).
    --> Was in diesem Zusammenhang vielleicht damit zu erklären wäre, das LPS im natürlichen Habitat doch eher Bewohner des tieferen Riff sind und somit
    auch bläulichers Spektrum mögen. :confused_face:

    Also habe ich nun das ganze doch wieder leicht "blauer" gemacht, aber in abgemilderter Form.
    Ich habe nun eine Blauröhre wieder reingenommen und eine weiße raus, sprich ich habe nun folgende Röhrenkombi. laufen:
    --> 2 Coral Plus (blau/weiß) ; 1 Blue Plus (reine Blauröhre) ; 1 Aquablue sp. (Kaltweiß)
    Dafür habe ich nun den Royal Blue Kanal der LED´s auf 90% runtergeregelt (also was kurzwelliges Blau rausgenommen).

    Ferner habe ich die Beleuchtungszeit wieder etwas gekürzt:
    --> LED´s Gesamt 13 Stunden ; davon 6 Stunden auf 100%
    --> T5 Gesamt 10 Stunden ; davon 8 Stunden auf 100%

    Nun will ich mal schauen was insbesonders meine LPS dazu sagen, weitere Rückmeldung folgt dann natürlich.

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Hey Daniel,

    soll heißen du hast zuvor die Röhren gewechselt, aber die LED unverändert laufen lassen? Welche Einstellungen genau?

    Ich habe die 8 Fach Hybrid und je 4 Röhren Blue Plus und Coral plus.

    Die LED laufen wie folgt. R 5, RB 125, B 255, W 255

    Mit den T5 konnte ich noch nie ein Unwohlsein der Tiere wegen zuviel Royalblau ausmachen. Bei den LED hingegen schon.

    Viele Grüße

    Matthias
    ________________________________

  • Grüß dich Matthias,

    ja genau die LED lief unverändert (R60 ; RB 255 ; B255 ; W255).
    Nun habe ich die LED in Vollast, also die 6 Stunden, mit folgender Einstellung laufen:
    --> R60 ; RB 220 ; B255 ; W255

    Vorher und nachher folgen die Dämmerungsphasen:
    --> Beginne mir RB, nach einer gewissen Zeit kommt dann Blau, dann Weiß und zum Schluß Rot hinzu,
    abends dann dasselbe Rückwärts.

    Wie hat sich denn dein "Royalblau-Unwohlsein" geäußert ?

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Hey Daniel,

    Ich denke mal du könntest ohne Probleme mit der royalblauen LED noch zurückfahren. Wie gesagt bei mir läuft die mit 125.

    An was ich das Unwohlsein festmache? Das ist eine sehr gute Frage! Ich beurteile es in aller erster Linie an der Blaulichtphase auf die ich nicht verzichten will, auch wenn das vielerorts so empfohlen wird. Die Die Blaulichtphase läuft bei mir nur noch abends. Morgens laufen die LED mit den oben genannten Einstellungen langsam hoch.

    Ein zuviel an Royalblau mache ich bei mir immer dann aus, wenn sich die LPS zusammenziehen und sehr verschrumpelt aussehen. Ihnen jetzt auch dazu übergegangen die Blaulichtphase nicht mehr mit den royalblauen LED zu fahren, sondern mit den blauen. Nebenbei gesagt, sieht das für mich sogar noch besser aus.
    Im Prinzip ist es so. Die T5 dimmen langsam runter, wenn sie dann ausgehen laufen die LED mit Blau 255 und Royalblau 60, aber nur noch mit 15% der Gesamtleistung! Das ganze dämmt dann innerhalb von 45 Minuten runter auf Null mit Blau 255, Rest auf Null.

    Starte ich die Blaulichtphase mit Royalblau und z.B. 30% an Gesamtleistung, kann ich das oben beschriebene Verhalten beobachten. Mit den jetzigen Einstellungen ist das nicht mehr der Fall.

    Viele Grüße

    Matthias
    ________________________________

    3 Mal editiert, zuletzt von Wuerzig (27. Dezember 2015 um 15:35)

  • Nun was passierte im Becken, die SPS direkt unter der Leuchte zeigten weit ausgefahrene Polypen (würde sagen besser als vorher),
    aber die LPS und Weichen im unteren Aquariumbereich machten nicht mehr so gut auf (besonders gut zu sehen bei Goniopra und Caulastraea).
    --> Was in diesem Zusammenhang vielleicht damit zu erklären wäre, das LPS im natürlichen Habitat doch eher Bewohner des tieferen Riff sind und somit
    auch bläulichers Spektrum mögen. :confused_face:


    Hallo Daniel,

    ich würde das so erklären, wie ich es oben schon versucht habe darzustellen: Oberer Aquarienbereich, starkes Blaulicht, negative Wirkung, unterer Aquarienbereich, schwaches Blaulicht, positive Wirkung.

    Das Blaulicht, insbesondere das um 450 nm, ist ein Informationsträger für die Korallen. Ist die Intensität des blauen Lichtes hoch, stellen sich die Korallen auf entsprechend starkes Licht ein, verkleinern ihre Oberfläche, ziehen also ihre Polypen zurück usw.. Ist das blaue Licht schwach, stellen sich die Korallen auf eine optimale Nutzung des Lichtes ein, und dann kann blaues Licht besonders effektiv genutzt werden. Bei blauem Licht hoher Intensität stellen sich aber die Korallen so auf das Licht ein, als wären sie im Flachwasser der Sonne ausgesetzt, es fehlen aber die im Flachwasser der Meere vorhandenen anderen Lichtanteile, die photosynthetisch auch genutzt werden könnten. Es ist also möglich, dass unter blauem Licht hoher Intensität eine Überanpassung erfolgt. Die Korallen reagieren so, als wäre über einen breiten Spektralbereich Licht hoher Intensität vorhanden, es ist aber nur das blaue Licht, durch das sie getäuscht wurden.

    Die Anpassung von bestimmen Korallenarten an flaches bzw. tiefes Wasser kann eine Rolle spielen, meines Erachtens spielt aber die Anpassung an das gerade vorherrschende Licht, die bei starkem blauem Licht auch teilweise eine Fehlanpassung sein kann, eine größere Rolle.

    Gruß

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (28. Dezember 2015 um 14:31)

  • Hallo Hans-Werner, -
    Deine Annahme macht Sinn.
    Was bedeutet das in der Konsequenz, bezogen auf die Auswahl einer LED-Leuchte, für ein SPS-Becken mit einem Wasserspiegel von (nur) 50 cm? (In meinem Fall)
    Bezieht sich das allein auf den Blauanteil, oder besteht die Gefahr, "grundsätzlich zu viel Licht" zu verwenden, was die Tiere veranlaßt, Schutzmechanismen einzuleiten?
    Hat das nur Einfluß auf die Farbausprägung,- oder ist es auch evtl. nachteilig für das Wachstum?
    LG

  • Hallo,

    ich nehme an, dass es vor allem auch auf das Wachstum Auswirkungen hat. Für das Wachstum ist eine gute Fotosynthese vermutlich noch deutlich wichtiger als für die Farbausprägung.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Mit den T5 konnte ich noch nie ein Unwohlsein der Tiere wegen zuviel Royalblau ausmachen. Bei den LED hingegen schon.

    Guten Morgen zusammen,

    können das andere auch bestätigen, kann man dem entnehmen, dass das Licht von T5 nicht so aggressiv ist, weil diffuser :confused_face:

    Aufgrund der hier geäußerten Hinweise und Erklärung (vielen Dank euch allen) gehe ich nun zu Phase zwei meiner Versuche über:
    --> Verkürzung der Beleuchtungszeiten der LED auf Gesamt 12 Stunden ; die T5 bleiben auf 10 Stunden.
    --> Habe den Royal Blau Kanal nun auf 75% (191) im Maximum laufen. Die anderen Kanäle Weiß 100% ; Blau 100% ; Rot 25%.
    --> Fahre nun auch die Blauphase wie Matthias über das normale Blau mit einem kleinen Anteil an Royal Blau.

    Nun habe ich ein sehr gelbliches Licht im Becken, was sehr wahrscheinlich an meiner Röhenkombi. mit der Aqua Blue sp. und meinem
    Rotanteil in der LED liegt.

    Dazu nun meine Fragen:
    --> Nun tausche ich meine Aqua Blue Sp. (Weißröhre) gegen eine Blue Plus (Blauröhre) aus, treibe ich dann nicht den Teufel mit
    dem Beelzebub aus ? Soll heißen in den LED´s nehme ich Royal Blau (450nm) raus und baue eine Röhre ein deren Maximum um 450nm liegt :confused_face:

    --> Wenn ich meinen Rotanteil nun extrem runterfahre, fehlt mir dann nicht, wie Hans-Werner sagt, genau dieses Spektrum im Gesamtspektrum :confused_face:

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Hey Daniel,

    habe irgendwo mal gelesen, dass man mit T5 quasi die benötigten Spektren automatisch mitbedient. An deiner Stelle würde ich jetzt die Aqua Blue Spezial gegen die Blue plus tauschen. Den Rotanteil deckst du über die Coral plus ja ab.
    Den Royal Blue Anteil der LED kannst du dann ruhig nochmal drastisch zurückfahren. Z.B. 75/255

    Und ja. Ich sehe das so wie von dir geschrieben. Das T5 Licht halte ich für nicht so aggressiv. Vor allem nicht in den unteren Bereichen und da wären wir dann wieder bei der Aussage von Hans-Werner.

    Viele Grüße

    Matthias
    ________________________________

  • Hallo Daniel,

    bist Du Dir sicher, dass Du nun ein sehr gelbliches Licht im Becken hast? Vielleicht hat sich Dein "Weißabgleich" durch Gewohnheit etwas verstellt und Dir kommt das Becken jetzt nur gelblicher vor. Das Zusammenwirken von blauen Spektralanteilen und roten Spektralanteilen erzeugt keinen gelblichen sondern einen purpur-violetten Eindruck. Man kennt das ja von den Pflanzenröhren. Gelb ist in der additiven Farbmischung das Ergebnis aus Rot + Grün. Die meisten Aquarien-Röhren und Aquarien-LED-Leuchten sind aber eher arm an grünem Licht.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    Gehen wir mal davon aus, dass Daniels Weißabgleich noch funktioniert. Wie würdest du dann seine Fragen beantworten und wie siehst du den Vorteil/Nachteil der T5 zur LED. Stromverbrauch jetzt mal außen vor gelassen. Danke dir!

    Viele Grüße

    Matthias
    ________________________________

  • Zur Frage "T5/Hybrid/LED" habe ich in einem Nachbarforum ein interessantes Statement von Oliver Pritzel gelesen (Verfasst am 8.11.2015) was ich gerne zur Info weitergeben möchte.

    Zitat


    Zitat

    mich würde mal int. ob das Flex System die Hybrid "ablöst". Weil ich
    sehe die Hybrid eigentlich noch immer als Mass der dinge bei SPS. Kommt
    die Flex da mit?


    Ja, die Hybrid ist auch bis dato unsere Flagschiff. Besonders die
    Variante mit 8 Röhen ist in Amerika bei den "SPS-Freaks" sehr beliebt
    und es gibt hier auch viele traumhafte SPS-Becken. Mit dem Flexsystem
    sind wird man jedoch erstmalig in der Lage sein eine ähnliche, flächige
    Strahlungsausrichtnug zu erzielen. Viele denken derzeit noch das unsere
    Reflektoren mit 90-100 Grad Abstrahlwinel bei den LEDs möglicherweise
    nicht gut sind. Tatsächlich haben wir bei unseren T5 aber auch
    parabolische Reflektoren mit ca. 100 Grad Abstrahlwinkel. LED-Leuchten
    ohne LED-Reflektoren sind zwar weniger aufwendig in der Herstellung und
    man "verkauft" sich oft über einen breiten Abstrahlwinkel, tatsächlich
    geht aber hierdurch ca. mindestens 30% seitliches Streulicht verloren,
    welches dann nicht optimal zum Ziel, also zu den Korallen im Aquarium
    gelenkt wird. Das haben wir in viele Testreihen wiederholt gemessen. Ich
    hatte auch überlegt ob ich es mir so einfach machen soll und auf
    Reflektoren verzichten soll. Da ich aber weiß, das es technisch nicht
    der beste Weg ist und wir die höchsten Ansprüche haben, kommt dies für
    uns nicht in Frage. Auch die Lichtfarbe oder das Spektrum ist überhaupt
    kein Problem. Zwar wissen wir das unsere beiden Meerwasser- LED-Röhren
    (Basic und Color) schon 95% des typischen Lichtbedarfs abdecken, aber
    wir werden ja auch noch weitere LED-Röhren für den Süßwasserbereich
    haben, wo dann auch z.b. grüne LEDs drin sind. Wer dann meint, er müsse
    dann mal eine LED-Röhre mit grünen LEDs als Ergänzung drüber machen,
    kann das ebenfalls machen. Wir wissen zwar aus Tests, das dies nicht
    erforderlich ist. Aber machbar wird hinterher vieles sein. Von der
    Intensität kann das Flexsystem ebenfalls durch eine dichte Anordnung der
    LED-Röhren mehr als mithalten. Ob man dies braucht, ist wiederum eine
    andere Frage. Möglich ist jedenfalls vieles. Egal ob in der flexibel
    gestaltbaren Größe, der Intensität durch die Anzahl der LED-Röhren oder
    der Lichtfarbe durch die Mischung verschiedener LED-Röhren. Schon jetzt
    kommt man durch die Kombination der verschiedenen LED-Röhrenauf
    insgesamt 6 Farben: violett, royalblau, blau, grün, weiß und rot.

  • Hallo zusammen,

    da ich hier schon zitiert werde vielleicht noch ein paar Anmerkungen von mir:

    Zitat

    kann man dem entnehmen, dass das Licht von T5 nicht so aggressiv ist, weil diffuser

    Das "predige" ich schon seit Jahren. Am Anfang waren alle wie "besoffen" von der Idee mit LEDs Strom zu sparen. Doch die Korallen (besonders SPS) haben dann den meisten Leuten schnell erzählt, was sie von zu gerichtetem LED Licht halten. Besonders schlimm war es bei solchen LED-Leuchten die anfänglich nur Royalblau und weiß verbaute hatten. Linsen mit 45-60 Grad Abstrahwinkel taten ihr übriges. Zwar hat man dazu gelernt und es werden heute überwiegend Optiken mit breiten Abstrahlwinkel verbaut, aber trotzdem wurde von vielen LED-Modulen "verbrannte Erde (Korallen)" hinterlassen. Und so ist es auch kein Wunder das viele von der LED-Beleuchtung zur T5 zurückgekehrt sind. In amerikanischen Foren (z.B. Reefcentral) konnte man dies auch ständig nachlesen und wir hatten nie mehr T5-Röhren verkauft als im Jahr 2015. Zufall ? Ich denke nicht...

    Das Problem bei LEDs lässt sich aber grundsätzlich nicht an einem Faktor oder Parameter festmachen. Hans-Werner hat hier ja schon die Zusammenhänge von Spektrum und Intensität erklärt. Er ist damit einer der wenigen (die ich kenne) die zumindest mal auf beide Parameter gleichzeitig schauen. Wir können uns nämlich noch soviel über irgendwelche optimalen Spektren und Blauanteile unterhalten, wenn man nicht auch immer die entsprechende Intensität im Auge behält. Versteht man dann noch das intensives diffuses Licht einen anderen (gleichmäßigeren) "Photonendruck" auf die Epidermis der Korallen erzeugt als mehr gerichtetes Licht (Thema Eigenabschattung), ergibt sich irgendwann ein Gesamtbild. Und zwar ein Gesamtbild, wie es auch die Korallen "wahrnehmen". Licht ist immer ein Zusammenspiel von verschiedenen Faktoren gleichzeitig. Spektrale Zusammensetzung, Intensität (PPF) und die Strahlungs-Ausrichtung (diffus/gerichtet).

    Wie ich schon mehrfach erklärt habe gibt es auch nicht das ewig gesuchte "optimale und ultimative Spektrum". Schon deswegen nicht, weil Korallen (je nach Herkunft) völlig andere Ansprüche haben. Vielmehr können wir mit der Intensität und dem Grad der "Blaulastigkeit" heutzutage mit guten Leuchten auf die Bedürfnisse unserer Korallen gezielter eingehen. Daher kann ein breitbandiges, stark blaulastiges Licht in der richtigen Intensität für manche Korallen genau so gut sein wie ein weniger blaulastiges Vollspektrum mit Tageslichtcharakter. Dies hängt von den jeweiligen Korallen und deren "Pigmentgarnitur" ab. Da wir aber in der Regel eher einen gemischten Besatz an Korallen (SPS/LPS/Weiche) pflegen, geht man hier automatische immer gewisse Kompromisse ein.

    Was man mit welchen spektralen Lichtzusammensetzungen und Intensität bei welchen Korallen erreichen kann, zeigt uns doch aber zu genüge die Praxis. Man braucht sich doch nur die TOTM-Listen anschauen. Es gibt doch so viele tolle Becken als Vorbild.

    Fotojäger
    Wie schon oben erwähnt, gibt es nicht das eine perfekte Licht für alle Korallen. Meist läuft es auf ein Mischlicht hinaus, welches bei unseren T5 z.B. Blue plus und Aquablue sp. 1:1 wäre. Wir haben über unser Schaubecken Blue plus und Coralplus 1:1. Mit beiden Kombinationen erreicht man (tausendfach erwiesen) tolle Ergebnisse bei SPS mit sowohl fluoreszierenden als auch nicht fluoreszierenden Pigmenten. Der Mix und die Intensität zusammen machen hier die Musik. Bei dem LEDs kann man Royalblau reduzieren da auch genau diese Wellenlänge (450nm) stark in den weißen LEDs vorhanden ist. Der blaue Bereich (ca.465-470nm) sollte man aber nicht reduzieren, da erst durch diese LEDs der blaue Bereich breitbandiger und photosysthetisch wertvoller wird (Absorbtionsmaxima PCP-Komplex bei 470nm). Ob man also Royalblau auf 200 hat (wie in unserem Schaubecken) oder bei 100 ist nicht "Kriegsentscheidend" .
    Wichtig ist allerdings das der Rotanteil immer deutlich reduziert ist. Hiervon kann bei zu intensiver Bestrahlung schädigende Wirkung ausgehen. Viele SPS-Freaks wählen hier eher eine Intensität von 5-25%. Wir haben 20.

    Ich hoffe das ich ein wenig Licht ins Dunkle bei der einen oder anderen Frage bringen konnte.

    viele Grüße
    Oliver

  • Blue plus und Aquablue sp. 1:1 wäre. Wir haben über unser Schaubecken Blue plus und Coralplus 1:1.

    Erstmal vielen Dank Oliver das du dich hier auch zu Wort meldest und für deine Erklärung, besonders um diese Uhrzeit :winking_face_with_tongue: :thup

    Heute Nachmittag werde ich nochmal an die Lampe gehen und dann berichten was ich eingestellt habe, in dem Zusammenhang hätte ich da noch Fragen:

    --> Oliver du schreibst ihr habt Rot auf 20, d.h. 20% oder 20 von 255 ?

    --> Wie ordnet ihr die T5 Röhren an, gemischt z.B.
    --> Aquablue sp. ; Blue Plus ; LED ; Aquablue sp. ; Blue Plus ,
    oder eher paarig z.B.
    -->Blue Plus ; Aquablue sp. ; LED ; Aquablue sp. ; Blue Plus.
    Meine Überlegung zu der paarigen Variante ist, das in der Mitte durch die LED´s viel blaues Licht ist, dann kommen die weißen T5 daneben und am Rand wieder Blaue T5.

    --> Wie lang sind eure Beleuchtungszeiten ?

    --> Wieviel Abstand zur Wasseroberfläche hat bei euch die Lampe?


    auf die Bedürfnisse unserer Korallen gezielter eingehen

    Wie würdest du sagen erkenne ich diese Bedürfnisse, bzw. wie sehe ich das ich mich im richtigen Spektrum/Intensität bewege?

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Hallo Matthias,

    Nachteil von T5 gegenüber LED ist der Abstrahlwinkel von 360°, und auch seitlich ist das Licht sehr diffus. Das lässt das Becken sehr wenig lebhaft erscheinen. Bei T5 ist es nur mit einigem Aufwand möglich, das Licht weitgehend auf das Aquarium zu begrenzen.

    Mit LED kann man gleichzeitig flächig und trotzdem ausreichend gerichtet beleuchten, dass man den Sonnenkringeleffekt hat und trotzdem keine starken Abschattungen an den Korallen. Möglich wird das durch einen ausreichend breiten Abstrahlwinkel, wobei ich 60° für tiefere Becken nicht schlecht finde, und verteilte punktförmige Lichtquellen.

    Außerdem gab es nie vorher die Möglichkeit, den Anteil der Wellenlängen individuell zusammenzustellen, wobei sogar aus mehreren blauen Wellenlängen ausgewählt werden kann. Bei T5 gibt es einen blauen Leuchtstoff, den der Lichtfarbe 67 Blau, der bei aquaristischen Röhren mit anderen Leuchtstoffen kombiniert wird. Unglücklicherweise ist das der Leuchtstoff, der zuerst Leistungsverluste aufweist und für die kurze Lebensdauer von blauen und aquaristischen Leuchtstoffröhren verantwortlich ist. Bei HQI ist es sehr ähnlich, weshalb hier meist violettes Licht zur Erhöhung der Farbtemperatur verwendet wird, was einen unnatürlichen Eindruck macht. Bei LED gibt es immerhin Royal Blau, Blau, Violett (auch als UV bezeichnet) und die Übergänge der weißen LEDs. Gerade das "normale" Blau trägt m. E. sehr zum Eindruck eines natürlichen UW-Lichtes bei. (Darauf wurde auch weiter oben schon hingewiesen.) Wer bei weißen LEDs oder LED-Kombinationen auf Lücken im Spektrum verweist und damit herumspekuliert, hat sich nie ernsthaft mit Leuchtstoffröhren-Spektren befasst. Aber, wie das bei Möglichkeiten so ist, man muss erstmal lernen, damit umzugehen.

    Vorteil von T5: Manchmal ist es eben doch von Vorteil, wenn man einfach etwas bewährtes in die Hand gedrückt bekommt, an dem man nicht herummanipulieren und herumspielen kann. :grinning_squinting_face:

    Grüße

    Hans-Werner

  • moin hans-werner,

    nun, der vorteil von t5: es lässt sich jedwede koralle unter diesem licht mit erfolg und problemlos pflegen.

    was nützt mir ein "lebendiges" licht, wenn manche korallen darunter schlapp machen...?

    es sei denn, dass der aquarianer es nicht schafft, die "individuelle" zusammenstellung von wellenlängen überhaupt zu praktizieren - da scheint ja die fehlerquote ins unendliche zu gehen.

    ohne zweifel - die zukunft gehört der led - aber wer bringt die erste, alltags- und allerkorallenverträglichste als erster raus?

  • Hallo Joe,

    ich habe LED-Beleuchtung über unseren Becken und keine Probleme. Auch Armin Glaser scheint von LED recht begeistert zu sein und auch in Karlsruhe werden sie dem Vernehmen nach mit großem Erfolg eingesetzt. Insofern frage ich mich, wie Du auf Deine Abschlussfrage kommst. Die "alltags- und allerkorallenverträglichste" LED gibt es längst, wenn sie vielleicht von manchen Aquarianern falsch eingesetzt werden, ist das kein Problem der LEDs.

    Es wäre doch auch ziemlich ominös, wenn man z. B. Spektrum und Intensität einer bewährten Leuchtstoffröhre nachahmen würde und es würde nicht funktionieren. :confused_face:

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo,

    @Daniel
    max 25% rot. Wir haben z.b. 50/255. Die unterschiedlichen T5-Röhren sollten idealerweise wegen der Farbmischung immer abwechselnd platziert werden. Bei vier Röhren kannst du es aber auch wie in deiner zweiten Variante machen. Einen großen Unterschied wird es aber dann im Aquarium trotzdem nicht geben. Wir beleuchten ca. 12 Stunden. 10 Stunden davon sind annähernd auf maximaler Leistung. Die Leuchte hängen ca. 16cm über der Wasserobefläche. Wir haben allerdings auch die 8-fache Variante. Bei 4-fach könnte man eher auf 20cm Abstand gehen.

    Zitat

    Wie würdest du sagen erkenne ich diese Bedürfnisse, bzw. wie sehe ich das ich mich im richtigen Spektrum/Intensität bewege?

    Dafür muss du deine Korallen kennen. Genauer gesagt müsste schon der Händler Dir eigentlich sagen können aus welcher Wassertiefe die importierten Korallen stammen. Denn hier fangen die ersten Missverständnisse bereits an. Nachgezüchtet Korallen sind hier wesentlich leichter einzuordnen, da man so schon viele Umstände kennt. Stimmts Joe :winking_face: ? Bei importierten Korallen ist es immer so eine Sache. Während z.B. eine australische Chalice am besten nur unter schwachem Blaulicht bei max. 100 PAR gehalten wird, können andere LPS durchaus höhere Intensitäten vertragen. Genauso verhält es sich mit SPS. Eine Hysterix oder Pocci kann durchaus besser zur Geltung kommen, wenn Sie mit Licht bestrahlt wird, wie es typischerweise auch knapp unterhalb der Wasserobefläche ist. Also eher weißes Licht mit fast allen Spektralfarben (rot aber gemindert). Auf unsere Röhren bezogen dann z.B. eine Aquablue sp. Sitzt aber genau daneben eine Acro wie z.b. eine Granulosa die aus 12-15 Meter Meerestiefe stammt, findet die dieses intensive Tageslicht-ähnliche Licht bestimmt nicht so lustig. Es gibt hier also kein Patentrezept. Vielmehr ist es hilfreich, wenn man ein wenig die Ansprüche/gewohnten Bedingungen seiner Korallen kennt. Daher hat sich doch auch ein blaulastiges Mischlicht als bester Kompromiss durchgesetzt. Viele Acros kommen hiermit, je nach Intensität und Strahlungsausrichtung, gut klar.

    viele Grüße
    Oliver

  • Hallo zusammen,

    irgendwie erinnert mich diese LED Diskussion an die Anfangszeiten der T5 Röhre. T8/HQI gegen T5 was gab es damals für Diskussionen.... und heute, die wenigsten wollen auf T5 verzichten.

    Ob es sich in kürze für LEDs verbessern würde, das bezweifle ich. Die T5 und HQI müssen regelmäßig ausgetauscht werden, dieser Markt/Umsatz würde wegfallen. Ob daran die Hersteller Interesse haben, möchte ich bezweifeln. Aus diesem Grunde bringt wahrscheinlich keiner die erste, alltags- und allerkorallenverträglichste als erster raus. oder nur zu horrenden Preisen. Das ist aber nur meine persönliche Meinung.

    Also bleiben doch nur noch die Einzelkämpfer, die in wirklich bewundernswerterweise, sich selbst die LED Lampen bauen. Wie Hans Werner schrieb, gibt es mit der LED die Möglichkeit, den Anteil der Wellenlängen individuell zusammenzustellen. Leider haben aber die meisten ,wahrscheinlich nicht die Möglichkeit den Anteil der Wellenlänge zu messen. Bleibt also nur noch der subjektive Eindruck. Damit besteht schon die Gefahr, dass die Rückschläge sehr groß werden können. Wir haben es hier mit Lebewesen zu tun, die leider nicht sagen könne, was ihnen fehlt. Ob es aber bei einem Fehlschlag, an der LED lag, oder an dem falschem Anteil der Wellenlänge, oder nur an der Umstellung der Beleuchtung ( fehlende Eingewöhnungszeit), usw. das weis doch eigentlich keiner genau.

    Jedenfalls ist alleine schon die Diskussion darüber sehr interessant.


    Gruß

    Thomas

  • Hallo Joe,
    Die "alltags- und allerkorallenverträglichste" LED gibt es längst, ........
    Gruß
    Hans-Werner

    Hallo Hans-Werner, -
    das ist doch die Antwort, auf die ich gewartet habe. :grinning_face_with_smiling_eyes:
    Sag mir bitte noch, wie die heißt und wer die baut........ und ich habe ein Problem weniger.

    Ansonsten habe ich, und das ist mein ganz persönliches Empfinden, den Eindruck, je mehr ich mich informiere, um so verwirrter werde ich.
    Wieso der ganze Hype mit LED.
    Offensichtlich sind genügende Leuchten auf dem Markt, mit denen Du viel falsch machen kannst.
    Von diesen Fehlkäufen habe ich bei der T5 Hybrid noch nicht gelesen.
    Schöne Farben, flächige Ausleuchtung, Kringeleffekt, Wachstumsfördernd, SPS geeignet,
    Die Mehrkosten für den Röhrentausch scheinen sich auch zu kompensieren.
    Für mein Becken (160x80x50) brauchte ich bei Lani oder Onescape 3 Module, sind so ca. € 3000,-
    Eine ATI Hybrid 8x80, 4x75 kostet ca. € 1800,-
    Da sind zukünftig noch ein paar Röhren beinhaltet.
    Und ob die Energieeinsparung das ausschlaggebende Argument liefert, ist ja auch umstritten.
    Wenn ich jetzt Unsinn geschrieben habe, bitte ich um Nachsicht und Widerspruch.
    LG
    Ameo

    PS: Dank an Oliver Pritzel für sein Engagement so spät in der Nacht.
    Es gibt also Hersteller, die sich außerhalb der Geschäftszeiten um die Belange der Kunden kümmern. Chapeau !!

  • Die "alltags- und allerkorallenverträglichste" LED gibt es längst, wenn sie vielleicht von manchen Aquarianern falsch eingesetzt werden, ist das kein Problem der LEDs.
    Es wäre doch auch ziemlich ominös, wenn man z. B. Spektrum und Intensität einer bewährten Leuchtstoffröhre nachahmen würde und es würde nicht funktionieren. :confused_face:

    moin hans-werner,

    nun, dann wäre die praxis der individuellen lampensteuerung eine recht bedenkliche oder muss der aquarianer erst einige dutzend korallen verbrennen, ehe er den bogen raus hat?

    gehört somit ein gefahrenhinweis auf die packung :loudly_crying_face:

    ist das gut laufende becken sozusagen nur zufall?

  • Guten Tag zusammen,

    So hier noch schnell einige interessante Artikel zur Thematik:

    Photosynthetic Efficiencies of LEDs

    Red light negatively affects health of stony coral

    Shedding Light On The Reef

    Zooxanthelle

    P.S. Danke dir nochmals Oliver für dein Feedback.

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Hallo Joe,

    keine Ahnung wie das ist, ob wirklich so viele Probleme mit LED haben. Wenn dem so ist, was machen sie falsch?

    Falls es wirklich daran liegt, dass so viele Lampen von den Wellenlängen her falsch eingestellt werden, dann ist wohl wieder mal die Marktwirtschaft schuld. Das läuft doch so: Ein paar Hersteller machen sich vielleicht Gedanken und testen Leuchten und bringen etwas heraus, was zumindest in ihren Augen zu taugen scheint. Dann kommt einer, der verspricht Sonnenuntergangssimulation, tolle Fluoreszenz und/oder alles mögliche andere. Wohin laufen also die Käufer? Richtig, zu letzterem, egal was es kostet. Dass schon in 2, 3 Metern Wassertiefe kein Sonnenuntergang wie über dem Wasser mehr stattfindet sondern alles langsam in konturloses Blaugrau eintaucht, ganz egal, wie die Sonne über dem Wasser aussieht, das interessiert nicht.

    Dann kommt hinzu, dass viele das letzte Bisschen an Farben herauskitzeln wollen und das möglichst schnell und damit die Korallen überfordern. Wenn man die Korallen verbrennen will, dann wird man das wohl schaffen, sogar dann, wenn es Aufwand und Geld kostet. ... und dann am Jahresende über die Nachzahlung des Stromversorgers jammern. Keine Ahnung, weshalb manche herausbekommen, was funktioniert, und andere nicht. Liegt es einerseits daran, dass jemand bereit ist, die Realität zu sehr den eigenen, vielleicht unrealistischen, Vorstellungen anzupassen? Liegt es andererseits an langjähriger Erfahrung?

    Ich glaube ehrlich gesagt nicht einmal, dass die Probleme so monkausal sind, wie sie wieder einmal diskutiert werden. Gestern war die Deko schuld, heute ist es LED. Es gibt einfach vieles, was man falsch machen kann, und irgend etwas muss ja schuld sein.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Ich glaube ehrlich gesagt nicht einmal, dass die Probleme so monkausal sind, wie sie wieder einmal diskutiert werden. Gestern war die Deko schuld, heute ist es LED. Es gibt einfach vieles, was man falsch machen kann, und irgend etwas muss ja schuld sein.

    Hallo Leute,

    ich spreche jetzt nur für mich, diese Diskussion hat gar nichts mit Problemen zu tuen, ich führe sie rein interessehalber.
    Es wurde wie gesagt angestoßen durch den Vortrag in Sindelfingen, es geht mir auch nicht um Farben etc. es geht mir
    einfach ums wohl der Tiere.
    Es sollte ein praxisbezogener Erfahrungs- und Gedankenaustausch sein und dem ein oder anderen vielleicht
    bei der Einstellung seiner Lampe helfen.

    Und man sieht ja das in diesem Bereich wohl noch einiges in tiefem Nebel liegt. :smiling_face_with_sunglasses:

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

    Wenn 50 Millionen Menschen etwas Dummes sagen,
    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France


  • keine Ahnung wie das ist, ob wirklich so viele Probleme mit LED haben. Wenn dem so ist, was machen sie falsch?

    Ich glaube ehrlich gesagt nicht einmal, dass die Probleme so monkausal sind, wie sie wieder einmal diskutiert werden. Gestern war die Deko schuld, heute ist es LED. Es gibt einfach vieles, was man falsch machen kann, und irgend etwas muss ja schuld sein.

    hi hans-werner,

    wenn sie was falsch machen.

    es wird immer in wasserwerte interpretiert, wenn etwas nicht funzt.

    evtl. sollte auch mal das licht in betracht gezogen werden.

    ist ja bei anderen leuchtmitteln in manchen fällen das gleiche.

    nach erforschender unterhaltung wars letztlich die überalterte röhre/brenner oder eine zu kurze beleuchtungszeit u. äh.

    in der ig-meeresaquaristik wird z. z. versucht, der sache auf den grund zu gehen.

    ggfls. mal dort hineinschauen. :winking_face:

  • Hallo Daniel,

    vielen Dank für die Links!

    Schaut man sich den zweiten Link an und folgt dem Link dort bis auf das PDF und liest sich den Artikel mal im Original durch, kommt man sehr schnell drauf, was da los ist. Das verwendete rote LED-Licht hat ein Maximum bei 665 nm, was ziemlich gut dem Absorptionsmaximum von Phytochrom r (660 nm), dem dritten Lichtrezeptor der Pflanzen und Algen, neben Phototropin und Cryptochrom, entspricht. Es ist also speziell dieses 665 nm (oder besser das 660 nm)-Licht, welches die Chlorophyllbildung hemmt und die Fotosynthese herunterregelt, genauso wie mutmaßlich 450-nm-Licht von hoher Intensität. Vergleicht man das einmal mit der als Kontrolle verwendeten Leuchtstoffröhre T5, so fehlt hier, wie bei fast allen Leuchtstoffröhren, das rote Licht dieser Wellenlänge weitgehend. "Rot" geht bei Leuchtstoffröhren ungefähr bis 630 oder 640 nm, darüber kommt bei Leuchtstoffröhren so gut wie nichts mehr! Rot ist bei Leuchtstoffröhren eher ein Orange-Rot.

    Ist das vielleicht ein Fehler bei vielen LED-Leuchten?

    Ich würde für die Beleuchtung von Riffaquarien sowieso eher orange-roten Anteile empfehlen, denn diese lassen das braun der Korallen heller, freundlicher und angenehmer erscheinen. Längerwellige Rotanteile im Spektrum werden schon wieder vom Chlorophyll absorbiert und tragen dann nur noch wenig zu einer optischen Aufhellung der Korallen bei, lassen diese genauso dunkel erscheinen, wie der blaue Anteil, der ebenfalls stark absorbiert wird.

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (30. Dezember 2015 um 14:31)

  • Hallo Joe,

    vielen Dank für den Hinweis, ich finde aber die Beiträge in dem anderen Forum immer sehr schwer zu lesen. Im Endeffekt kommt auch nicht mehr raus als hier. Nachdem ich mich schon 30 Jahre mit dem Thema Pflanzen und Fotosynthese und 25 Jahre mit Korallen, Algen, deren Fotosynthese und Möglichkeiten der Beleuchtung beschäftige, gibt es da nicht mehr so viel Neues für mich.

    Gruß

    Hans-Werner


  • Und man sieht ja das in diesem Bereich wohl noch einiges in tiefem Nebel liegt.


    Hallo zusammen,

    ich kann dem eigentlich nur zustimmen. Bin eigentlich ein stiller Leser, aber in fast jedem LED Bereich kamen doch sehr oft die gleichen Unsicherheiten auf. Welche LED, welche Stärke, wieviele LED, wohin, jetzt kommt noch der Anteil der Wellenlängen individuell dazu usw. Ich denke, im allgemeinen ist es weniger ein Fehler der LED, Ursache könnte ehr das allgemeine Unwissen sein ( zähle mich selbst zu den Unwissenden).

    Gruß

    Thomas

  • Guten Abend zusammen,

    so wie versprochen will ich nur kurze Rückmeldung geben, nachdem ich meinen heutigen Nachmittag mal ganz dem
    Aquarium gewidmet habe.

    Also ein Stück weit heißt es für mich "Back to the roots", meine Röhrenkombi ist nun wieder meine alte,
    sprich 2 Aquablue sp. und 2 Blue Plus, dadurch habe ich einfach ein breites Lichtspektrum bei den T5 Röhren, welches
    aber nicht zuuuuu blaulastig ist.

    Da ich nun ein sehr weiß/blaues Licht im Becken habe, habe ich die roten LED´s nun auf 30% Maximum laufen, hoffe das
    ist noch ok so, optisch finde ich das sehr ansprechend, kommen so doch die schönen Rottöne der Korallen und Fische gut rüber.

    Die Blauphase fahre ich nun auch über das normale Blau und nur noch 25% Royal Blau, muß Matthias absolut recht geben, das
    sieht viel besser aus, und kommt auch dem natürlichen Blau/Grau Dämmern im Meer näher, so wie Hans-Werner auch sagt.

    Hefte mal meine aktuelle ATI Einstellung als Bild mit rein, mit der Tageshöchststand Konfiguration:

    So nun ist Feierabend, wünsche euch eine gute Nacht.

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

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    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Ich würde für die Beleuchtung von Riffaquarien sowieso eher orange-roten Anteile empfehlen, denn diese lassen das braun der Korallen heller, freundlicher und angenehmer erscheinen

    Guten Morgen Hans-Werner,

    darf ich mal fragen ob bei dir rote/rötliche LED´s über dem Becken leuchten und wenn ja wie und was.


    Das verwendete rote LED-Licht hat ein Maximum bei 665 nm

    Guten Morgen Oliver,

    kannst du uns was dazu sagen, in welchem Bereich eure roten LED´s strahlen?


    in der ig-meeresaquaristik wird z. z. versucht, der sache auf den grund zu gehen.
    ggfls. mal dort hineinschauen. :winking_face:

    Guten Morgen Joe,

    danke für deinen Hinweis, werde ich mir auf jeden Fall mal zu Gemüte führen.


    Ich wünsche euch allen schonmal einen guten Übergang ins neue Jahr. :wink

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

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    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Hallo zusammen

    Um mal kurz das Thema Sonnenaufgang/ -untergang nochmals aufzugreifen.
    Mir ist das ein wichtiger Punkt für die Fische, sie können langsam in den Tag bzw. in die Nacht starten. Schaltet die Beleuchtung schlagartig ein oder aus ist das meinen Beobachtungen nach immer eine Streßsituation für viele Fische.
    Bei manchen Korallen spielt dieser Übergang auch eine Rolle, nur ist dort nicht sofort ersichtlich ob hier Streß für die Koralle besteht bei schnellem Lichtwechsel am Morgen und Abend.
    Grundsätzlich mag ich auch die Möglichkeit die Helligkeit bei LED Leuchten über den Tagesverlauf regeln zu Können, so ist bei mir tatsächlich nur über die Mittagszeit für zwei bis drei Stunden die Beleuchtung auf voller Power und sonst läuft sie bei etwa 80%.

    MfG Torsten

  • Zitat

    Guten Morgen Oliver, kannst du uns was dazu sagen, in welchem Bereich eure roten LED´s strahlen?


    Wir haben bewusst keine "deep Red" LEDs, sondern rote LEDs mit ca. 625-630nm (ähnlich T5). Also eher hellrot, da wir rot nur für den "kosmetischen" Effekt brauchen. Da lag Hans-Werner schon völlig richtig...


    viele Grüße
    Oliver

  • Mir ist das ein wichtiger Punkt für die Fische, sie können langsam in den Tag bzw. in die Nacht starten. Schaltet die Beleuchtung schlagartig ein oder aus ist das meinen Beobachtungen nach immer eine Streßsituation für viele Fische.

    Guten Morgen Torsten,
    da stimme ich dir voll und ganz zu und gerade dieses sanfte hoch- und runterfahren der Beleuchtung hat wohl schon vor so manchem "Fußbodenfisch" bewahrt.

    Danke dir Oliver,
    für deine Rückmeldung, dass lässt mich auch was gelassener auf meine 30% Rot schauen.

    So nach vielem lesen von Links, und anderen Foren und eigenen Überlegungen, bin ich nun zu meinen erstmal vorläufige feste Einstellungen der Hybrid gekommen
    und hoffe so den "Blaustress" für die Insassen was reduziert zu haben, aber trotzdem noch genug "Lichtnahrung" ins Becken zu bringen:
    --> Meine T5 sind wie schon gesagt wieder 2 Aquablue sp. und 2 Blue Plus, so das ein recht breites diffuses Licht erzeugt wird.
    --> Da die weißen LED´s auch einen recht hohen Royalblau-Anteil erzeugen regle ich nun beide Kanäle was runter um das Becken nicht zu grell weiß zu haben.
    --> Um etwas Beleuchtungspower rauszunehmen, habe ich so wie Torsten auch, den Höchstand (100%) zeitlich begrenzt und fahre vorher und nachher um die 90%.
    --> Royal Blau fährt bei mir max. auf 75% und Weiß auf 90%.
    --> Meine Blauphase (1,5 Stunden morgens und 1,5 Stunden abends) fährt fasst nur noch über normal Blau und nur noch anteilig Royalblau.

    Hänge hier nochmal meine aktuelle Einstellung an (ich hoffe es nervt nicht):


    --> Hoffe hier wird noch fleißig weiter diskutiert und weiter Ergebnisse, Überlegungen und Erfahrungen preisgegeben.

    Salzigen Gruß
    Daniel

    Mein WohnzimmerRiff

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    bleibt es trotzdem eine Dummheit.
    Anatole France

  • Hallo Daniel,

    es ist naheliegend, dass ich unsere eigenen Module verwende. Die haben keine roten LEDs. Der Rotanteil beschränkt sich auf das, was die weißen LEDs hergeben.

    Gruß

    Hans-Werner

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