Kann mir bitte jemand erklären, was bremst Keramik so gewaltig aus?

  • Hallo Stephan,

    ja das ist mein aktuelles Becken, es steht jetzt 8 Monate und ich habe nicht wirklich Probleme, nur es wollen keine SPS wachsen, jetzt überleben sie ja wenigstens langsam, nachdem ich 20kg Lebendgestein gegen Keramik getauscht habe.
    Nun weiß ich ja auch langsam, dass meine Vorstellung von Meerwasseraquaritik innerhalb der ersten zwei Jahre mit Keramik nicht realisierbar sind, darum war es für mich eine falsche Entscheidung und Punkt.

    Wer andere Wünsche und Vorstellung hat, für den mag das alles passen, funktionieren und gefallen, da möchte ich nicht reinreden, Geschmäcker sind verschieden.
    Deshalb wiederhole ich es hier noch einmal, sollten Neueinsteiger den Wunsch hegen, anspruchsvollere Korallen innerhalb der ersten zwei Jahre pflegen zu wollen, dann sollten sie erstens genau über die Menge der eingebrachten Deko nachdenken und auf keinen Fall die Rückwand zumauern. Ein dezenter Aufbau tut es auch und die dann schneller wachsenden Korallen, ergeben dann die Versteckplätze und das sollte ruhig mal kommuniziert werden, sonst wird es immer wieder unzufriedene Nutzer geben.

  • Hallo Stefan,

    weil einige Mitleser Fotos ihrer Keramik-Becken zeigen, ist das nicht als Schaulaufen zu verstehen. Ich sehe es erst einmal als einen Beweis, entgegen vieler kritischer Stimmen, ein Aquarium mit künstlichem Gestein überhaupt betreiben zu können. Vielleicht aber auch, um einigen anderen Mut zu machen?
    Was mir aber wesentlich mehr gefällt, ist die Tatsache, daß über diese kontroversen Diskussionen wir alle zusammen besser ins Gespräch gekommen sind. Und dafür möchte ich dir, Stefan, als Initiator dieses Freds danken!
    Es gab ja schon früher einsame Rufer in der Wüste, die kritischen Gedanken nachhingen, weil "die Keramik" nicht in Schwung kam. Aber nicht nur die Keramikbecken hatten das Problem. Tatsächlich brauchte es allgemein eine längere Zeit, um dem Ziel seiner Vorstellung nahe zu kommen. Warum das so war, wurde oft mit dem Verlauf der "Reifung" des Beckens begründet. Irgendwie stimmte das auch. Nur war der Ansatz falsch. Aus heutiger Sicht, die einsamen Rufer von damals einmal ausgeschlossen, gehen die Empfehlungen in Richtung eines schnellen Besatzes mit Hilfe einer überproportionalen Menge von Verbrauchern auf minimalem Grund. Ob der nun aus LS oder aus Keramik besteht, ist nebensächlich geworden. Die Masse der Verbraucher ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Start. Das war früher, ohne diese Art der Erkenntnis, auch nicht anders. Nur wurde die Masse der Korallen, also ihr starkes Wachstum, nur zögerlich bis langsam erreicht. Die Bremse war, ähnlich wie heute, das Ungleichgewicht bakterieller Natur, das Desaster der konkurrierenden Flächen. Dann aber, als das Verhältnis der Korallenfläche zur toten oder halbtoten Materie des Aquariums Überhand genommen hatte, schossen auch die Korallen ins Kraut. Manche berichteten von einem "Ruck" durch´s Becken. Old School-Aquarianer wissen sicher, wovon ich rede.
    Nun hat nicht jeder die Möglichkeit, sein Becken gleich aus dem Stand mit Korallen zu bepflastern. Das ist auch nicht notwendig, wenn anfangs gleich auf große Steinhaufen verzichtet wird. Die nehmen nur Platz weg, stören und müssen letztendlich doch weichen, wenn erst einmal das Wachstum der Korallen ihren Platz einfordert.
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hajo

    Ich nehme aber aus dieser Diskussion ganz klar mit wenn man schnell besetzen möchte sollte man eine andere Deko wählen. Wie bereits geschrieben wachsen bei mir SPS von Anfang an. Es gibt bei der Deko natürlich auch Beispiele dass es eher geht aber auch gar nicht. Der Schnitt sagt aber ganz klar 1.5 bis zwei Jahre. Das sollte so auch kommuniziert werden bzw hier als Resümee gelten.

    Außerdem sollten wir evtl versuchen das Warum zu ermitteln. HW hat ja schon begonnen in diese Richtung zu zielen

    Grüße Torben

    Gesendet mit Tapatalk

  • Hallo Stefan,

    dann kannst Du ja gelegentlich in Deinem Wohnzimmerriff-Thread über Deine Fortschritte berichten.

    Hallo Hajo,

    mir ist nicht ganz klar, was Du mit "Verbraucher" meinst. Irgendwie lese ich da vertauschte Rollen heraus. Die Korallen sind die Produzenten der organischen Stoffe, die Bakterien sind die Destruenten. Die organischen Stoffe müssen auch nicht wirklich und ausschließlich von Korallen stammen, auch andere organische Stoffe, die man von außen zuführt, funktionieren. Lebendgestein ist ein Beweis dafür.

    Der Schlüssel liegt in der Organik und der Mikrobiologie. Die Frage ist, ob es alleine das Verhältnis von Produzenten (den Herstellern von organischen Stoffen) und den Destruenten (den Abbauern der organischen Stoffe) liegt oder ob es nicht auch eine Verschiebung bei den Destruenten gibt, von solchen Arten oder Gemeinschaften, die noch nützliche Substanzen in das Wasser abgeben, hin zu Arten oder wahrscheinlicher Gemeinschaften und Biofilmen, die die organischen Substanzen rasch, effizient und vollständig zu CO2 abbauen. Das ist aber eigentlich egal, es ist eine Frage des Wachstums von Bakterien und anderen Destruenten und von deren Organisationsgrad. Ich denke, das kann man ganz klar so benennen, da muss man nicht im Ungefähren bleiben. Das habe ich vor einer Weile so ungefähr in der "Koralle" schon geschrieben und die Beiträge in diesem Thread bestärken mich in der Annahme.

    Kannst Du erörtern, was Du mit den Korallen als Verbrauchern meinst? Mir ist nicht ganz klar, was die Korallen verbrauchen und weshalb man sie möglichst umfangreich ansiedeln soll, damit sie möglichst viel verbrauchen. :confused_face:

    Gruß

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (16. September 2015 um 11:53)

  • Hallo Hajo,

    weil einige Mitleser Fotos ihrer Keramik-Becken zeigen, ist das nicht als Schaulaufen zu verstehen.

    das habe ich auch nicht so aufgefasst, diese Art der Becken sind ja hier durchaus bekannt und natürlich funktioniert es so, wie wir es hier immer wieder sehen.
    Meine Intension ist lediglich, es geht auch anders und das auch mit anspruchsvolleren Korallen.

    Auch ein voll gepacktes Keramikbecken ist nach >2 Jahren mit anspruchsvolleren Korallen zu bestücken, dass muss man aber wissen und sollte gerade Neueinsteigern klargemacht werden.
    Denn sonst kommen die ständig wiederkehrenden Forderungen, Finger raus und Geduld usw.......

    Ich möchte hier noch ein Beispiel bringen, unsere Steffi (Jane) hat es ja hier vorgemacht, der Umzug in ein größeres Becken ist wunderbar verlaufen und schaut euch die Korallen an, so schauen die bei mir nicht einmal ohne Umzug aus. Und es ist noch immer ein traumhaftes Becken, ich dürfte es auch schon live sehen.

  • moin hans-werner,

    nun, es ist ja kein geheimnis, dass korallen, algen etc. die abfallstoffe verbrauchen, die infolge der tierfütterung dem system zugegeben werden.

    ist zwar nicht korrekt in der bezeichnung, aber der laie (und auch ich) versteht dieses mit lichtgeschwindigkeit.

    und das ist wichtig!

    :winking_face:

  • Hallo Joe,

    diesen Schluss aus diesem Thread hier als Resumé zu ziehen halte ich aber für ziemlich gewagt. Wenn man die letzten Seiten gelesen hat, waren wir gerade zu dem Schluss gekommen, dass es da einen Mangel an Phosphat geben könnte, der das Wachstum von Kalkrotalgen und SPS hemmt bzw. sie zum Absterben bringt. Dann zu schreiben, man soll gleich möglichst viele Korallen einsetzen, damit die das nicht vorhandene Phosphat möglichst schnell verbrauchen ... :confused_face: Das war wohl eher der rückwärtsgerichtete Raketenantrieb. Mal abgesehen davon, dass es meiner Meinung nach völlig falsch und noch im alten "da sind zu viele Nährstoffe"-Denken verhaftet ist. Viele Aquarien, und insbesondere eben viele frisch eingerichtete Keramik-Becken, haben genau das gegenteilige Problem. Deswegen wollte ich das mal erklärt haben.

    Gruß

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (16. September 2015 um 12:21)

  • Ich möchte hier noch ein Beispiel bringen, unsere Steffi (Jane) hat es ja hier vorgemacht, der Umzug in ein größeres Becken ist wunderbar verlaufen und schaut euch die Korallen an, so schauen die bei mir nicht einmal ohne Umzug aus. Und es ist noch immer ein traumhaftes Becken, ich dürfte es auch schon live sehen.


    Hallo Stefan,

    genau die gleichen SPS (Stylophora "Milka", Acropora "Tricolor") zeigt Andi oben auch in seinem großen Becken. Warum fragst Du Andi nicht, wie er das gemacht hat? Vielleicht, weil er die Bilder anders bearbeitet hat? Oder, weil er vielleicht eine andere Beleuchtung hat? :confused_face:

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    weil nur das erste Becke/Bild mit den besagten Korallen besetzt ist und dieses Becken nur eine kleine Seitenwand verkleidet hat und auch der Aufbau dezent ausgefallen ist, dies passt ja dann auch wieder, weniger ist manchmal mehr.
    Es fehlt auch die Standzeit dazu, ich würde mal behaupten locker über ein Jahr, womit es langsam aus dem Gröbsten raus ist.


    Auch wenn Du es nicht wahrhaben möchtest Hans-Werner, ich brabbel hier nicht so einfach daher und bin durchaus dazu in der Lage Informationen aufzunehmen und auch zu verarbeiten, ich habe auch das wunderschöne Becken vom Dietmar zur Kenntnis genommen, nur passt das nicht zu meinem Thema, da es sieben Jahre steht. Ich rede vom ersten Jahr und habe auch Beispiele gebracht wo es geht.

  • hio
    muß sagen Der Thread hat ja eine sehr gute Richtung bekommen :thumbs_up: :thumbs_up:

    wäre super wenn er so weiter läuft ohne flame

    eventuell Will kann Sich Her Torsten Luter ja hier auch wieder mit ein klinken
    er sieht ja ,daß es nicht GEGEN sein Produckt geht sondern nur mit ÜBER sein Produkt!
    denk keiner will Sein Geschäft hier schlecht machen es gibt ja viele positive Berichte


    denk daß durch Dieses Thema viele Leute geholfen wird und JEDER was lernen kann ob Hobbyaquarianer ,Verkäufer ,Hersteller ,Chemiker und Biologe
    es geht ja nun ja auch in alle richtungen der Riffgestaltung nicht nur um Keramik sondern auch um TG,LG oder sonsteine gestalltung des "grundriff"

    deswegen Denkt ALLE drüber nach gebt euch Ruck vergesst die böse worte/ gedanken und machen WIR aus diesem Thema das was ein Forum sein soll eine Hilfe Für alle die Wollen

    Gruß
    Helmut[color=green]

    :gesalzt2:

  • Hallo Stefan,

    die Stylophora "Milka" ist aber schon auf dem Bild mit der Muschel, die zwei Monat nach der Einrichtung reingekommen ist, gezeigt. Da könnte man doch mal nachfragen, wann die Korallen reingekommen sind. Ich meine, geht es hier darum, wie Du es besser machen könntest und darum, dass Du vielleicht von anderen Tips bekommen könntest? Nach meinem Verständnis ist dafür ein Forum da.

    Gruß

    Hans-Werner

    P. S.:

    Zitat

    Das ergab sich erst viel später durch Adsorber und darauffolgend BactoBalance und zum grossen Teil durch die Korallen selbst. Trotzdem halte ich die Werte nicht niedrig, sie schwanken leicht zwischen PO4=0.03-0.06 und NO3=5-8, je nach Futterlage. Ich halte es auch nicht für besonders intelligent, dem Anfänger gleich naehrstoffreduzierende Mittel an die Hand zu geben.


    Joe, ich habe gerade mal oben nachgeguckt, da sieht es doch so aus, also ob Hajo auch eher für etwas mehr Nährstoffe plädiert. Wäre das dann kein Widerspruch, oder ging es oben nur darum, wieder mal über "Mittel" herzuziehen? :confused_face:

    3 Mal editiert, zuletzt von Hans-Werner (16. September 2015 um 13:10)

  • Hallo

    Beleuchtung ist das Stichwort.
    Bin selbst kein Freund der Riffkeramik und habe vor 3 Jahren mein Becken ausgeräumt und die Riffkeramikrückwand entfernt.
    Das Wasser, Korallen, Fische und Lebendgestein wurde in Tonnen zwischengelagert und am gleiche Tag wieder eingebracht.
    Lebende Steine wurden dann nach und nach dazu gegeben.
    Das Becken lief danach deutlich besser.
    Eine richtigen Schub hat es aber erst vor einem Jahr bekommen, als ich die HQI-T5 gegen Ati- Hybrid getauscht habe.

    Vielleicht stellt Stefans DIY-Lampe ja nicht das Richtige Lichtspektrum zur Verfügung.

    mfg Gerhard

  • Hallo Hans-Werner,
    Milka habe ich zwei im Becken, die sind nach einer Woche eingezogen und haben überlebt, sind aber ehrlich gesagt in meinen Augen keine schwierigen Korallen.
    Ich habe den Thread auch nicht gestartet um zu Jammern oder zu meckern, ich habe selber festgestellt das es klemmt und gesehen das die Keramik sich anders verhält, als PVC, LS, oder totes Gestein, dies fand ich interessant und habe deshalb eine Frage gestellt.

    Für mich persönlich weiß ich, was ich verkehrt gemacht habe (Becken mit viel zu viel Deko) und was ich in Zukunft anders machen werde, Du sagt aber selber wir sind in einem Forum und genau deshalb finde ich es richtig, wenn ich meine Erfahrungen teile, vielleicht hilft es ja den einen oder anderen bei der Entscheidungsfindung.

  • Also gut, Stefan, die Milka ist zu einfach. Ich würde dann an SPS noch eine rote Montipora digitata und eine blaue Acropora erkennen, sind die auch zu einfach?
    Dann wäre das Resumé für Dich, Du wolltest nur mal sagen, dass es so, wie Du es gemacht hast, nicht funktioniert. Ich glaube, weiter solltest Du die Aussage dann nicht ausdehnen.

    Tatsächlich versuchen wir hier, die Frage, die der Titel stellt, zu beantworten. Interessiert Dich das noch?

    Gruß

    Hans-Werner

  • Ich bin für alle neuen Informationen aufgeschlossen und ich denke außer mir, lesen ja noch andere hier mit.

  • A.L (Andi) hat doch geschrieben das es erst mit SPS funktioniert hat als er Leitungswasser verwendet hat.
    Also mehr Nährstoffe.- mehr Bioaktivität - Besiedelung von Flächen.
    Klebt mal eine frischen Ableger auf einen keramikablegerstein und ein zweites Stück auf einen Ablegerstein der 2 Monate im Becken gelegen ist.


    Ob eine Milka jetzt schwierig ist oder nicht, würd ich nur am Wachstum festmachen und nicht am überleben.

    Mfg Stefan

  • moin hans-werner,

    nun, mein hinweis galt nur zum verständnis des aquarianers, wenn er von nährstoffen spricht und von korallen als "Verbraucher".

    Produzenten von no3/po4 wird für ihn (und auch mich als nahe dem aquarianer stehenden) erzeugt durch fischfütterung etc.

    mehr hatte ich eigentlich nicht bemerkt. (dieses "umgedrehte" verständnis kommt ja immer wieder vor, wir sollten es aquaranergerecht einnorden.

    also korallen + algen u. äh. sind "verbraucher" - fische etc. "produzenten".

    wenn keramik tatsächlich alles po4 einlagert, hätte ein korallenbesatz somit keine po4-nahrungsgrundlage.

    no3 würde aber in schwindelerregende bereiche steigen.

  • hey hans Werner

    also mit der po4 Theorie kann ich dir aber gleich mal zwei becken sagen die po4 genug hatten immer 0.05- 0.2 und den korallen gings auch nicht gut. Nitrat war immer nn. Die korallen auf der Keramik sahen irgendwie immer aus als ob etwas sie verbrennen würde.

    wir haben dann zum test nitrat und Ammonium zugegeben und dann ging es langsam bergauf. Zu dem ganzen haben wir die kh Richtung 6 gehalten. das spiel ging dann so ein gutes jahr immer mal wieder ging eine kaputt. mittlerweile ist no3 stabil bei 5 durch zugabe Ammonium und po4 0.05 - 0.1 und es lebt alles und wächst vorallem auch :winking_face:

    kannst du dir sowas erklären ?


    lg stephan

  • Hallo,

    Klebt mal eine frischen Ableger auf einen keramikablegerstein und ein zweites Stück auf einen Ablegerstein der 2 Monate im Becken gelegen ist.

    Aus genau diesem Grund liegen im Filterbecken immer ein paar kleine Steine oder Keramikscherben rum....

    Diese sind dann schon biologisch "aktiviert" wenn ich sie brauche.

    Ob sie nach den hier gewonnenen Erkenntnissen etwas ans Wasser abgegeben oder sich mit Phosphat vollgesaugt haben war mir bis dato nicht bewusst.

    Fakt ist das es funktioniert.

    Das lässt sich dann doch auf eine gesamte Neueinrichtung ableiten.

    Bin auf die angekündigte Versuchsreihe sehr gespannt.

    Mein Aquarium ist mit sehr viel Lebendgestein und sehr viel Bodengrund eingerichtet und hat im Verhältnis wohl zu wenige Korallen.

    Beleuchtet wird mit HQI und blauen T5 .....wobei die 250er HQI für 70cm Wassertiefe wohl eigentlich auch zu schwach sind.

    Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat sind eigentlich schon immer eher hoch.(Bin aber sehr gut mit dem Wachstum der Korallen zufrieden)

    Die Einlaufphase war schon vor 12 Jahren und hat auch sehr lange gedauert .....nach ganz alter Schule .

    Gruß vom Nils

    --------------------------------------------------------------------------------------
    Erfolg ergibt sich grundsätzlich aus Versuchen und Scheitern....!

    Hier gehts zu unserem Aquarium ...

  • Hallo Hans-Werner,

    du denkst sicher an die extremen, phosphatarmen Situationen in manchen Keramik-Starterbecken. Wer klaut denn den Korallen die Nahrung? Wer steht in Konkurrenz? Wer oder was atmet den Korallen das Phosphat weg, so daß sie verhungern und absterben? Der Dieb muss sich ja schliesslich im Wasserkreislauf befinden. Ich glaube, der ist doch bereits ausgemacht. Ich denke eher an die aus meiner Sicht gestörten Verhältnisse in nährstoffreicheren Becken. Und damit haben wohl mehr Anfänger zu kämpfen, als diejenigen, welche sich ausschließlich mit Kunstgestein beschäftigen. In diesen Becken, und das ist meine Beobachtung, besteht ebenfalls eine Art von Konkurrenz zwischen dem Gestein und dem Leben obenauf. Wenn die Korallen das Übergewicht bestimmen, wird man häufig auch parallel dazu gesundes Gestein mit gutem Kalkrotalgenaufwuchs beobachten können, und seltener werden zukünftig die sonst so häufigen Plagen, oft hervorgerufen durch Nitrifikationsstörungen, das Becken heimsuchen. Die hohen Phosphatwerte gehen jetzt auch stetig zurück, da nun in großer Menge ausreichend genug Korallen und mit ihnen auch andersartige Lebewesen als Verwerter des Phophats und der anderen Stoffe vertreten sind. Nur, jetzt heisst es aufpassen, daß das Pendel nicht zurückschlägt und dass es nicht aus diesen Gründen alsbald zu einer Nährstoffknappheit kommt. Das ist nicht aus der Luft gegriffen, sondern ist das Ergebnis meiner Beobachtungen an eigenem LS- und auch Keramikbecken.
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo Hans-Werner,

    ob Deine Phosphatmangeltheorie tatsächlich zutreffend ist, möchte ich noch offen lassen. Da bewegen wir uns sicher lediglich im Bereich der Vermutungen.
    Im Kern der Diskussion in diesem Thread geht es nach meiner Lesart um den Aufbau eines stabilien Ökosystems im Riffaquarium und negative Erfahrungen dabei, wobei die möglicherweise mangelhafte Etablierung von Kalkalgen bei der Verwendung von Riffkeramik wohl lediglich einen Teilaspekt bei dieser Problemstellung darstellt.

    Was Hajo mit seinen Ausführungen zum "Verbrauch" dargestellt hat und woran Du Dich wohl gestört hast, bezieht sich nach meinem Verständnis auf die (wohl überholten) Ansichten bei der Neueinrichtung der Aquarien hinsichtlich ihrer fragwürdigen "Einfahrphasen". Es ist sicher unstrittig, dass mit dem Besatz von Korallen und ihrer Symbiose mit Zooxanthellen im Rahmen der Zell - und Körperprozesse und der Bildung von Biomasse die Verfügbarkeit anorganischen Nährstoffe reduziert wird, man also von deren Verbrauch sprechen kann. Damit entsteht eine entscheidende Konkurrenz zu problematischen anderen "Verbrauchern", etwa den Algen.
    Viele Beobachtungen und Erfahrungen haben gezeigt, dass durch die schnelle Erhöhung der autotrophen Biomasse, also den rasche Besatz mit Korallen und Co. als Verbraucher, das neue Ökosystem Aquarium am effektivsten stabilisiert wird. Dies erscheint mir sehr wohl als ein wesentliches Résumé dieser Diskussion.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Stephan,

    ich muss ja nicht alles erklären können. Manchmal kann ich halt eine Erklärung anbieten.

    Am besten sollten das immer diejenigen erklären können, die selbst direkt davor sitzen und Einfluss nehmen können. Wenn man sich nicht direkt davor setzen kann sind Bilder immer hilfreich. Wie kam denn genug PO4 in die Becken? Außerdem halte ich ja die organischen Substanzen für ähnlich wichtig wie Phosphat. Da müsste man schon ein bisschen mehr an Grundlagen haben als ein paar wenige Sätze.

    Joe, die Keramik hat ja nur eine begrenzte Oberfläche, kann also auch nur begrenzt PO4 aufnehmen. Es reicht halt, um ein Becken, wo sowieso nicht viel gefüttert wird, für eine Weile Startschwierigkeiten zu machen. Was sind denn schwindelerregende Höhen beim Nitrat? 10 mg/l? 20 mg/l? Solche Mengen Nitrat gehen schon mit einer ganzen Menge Phosphat einher, wenn man nichts dagegen macht.

    Gruß

    Hans-Werner


  • Viele Beobachtungen und Erfahrungen haben gezeigt, dass durch die schnelle Erhöhung der autotrophen Biomasse, also den rasche Besatz mit Korallen und Co. als Verbraucher, das neue Ökosystem Aquarium am effektivsten stabilisiert wird. Dies erscheint mir sehr wohl als ein wesentliches Résumé dieser Diskussion.

    Gruß

    Bernd


    Hallo Bernd,

    ich glaube, ich hab heute einen schlechten Tag erwischt. :confused_face: Warum eiere ich eigentlich so herum, wo du doch alles auf den Punkt gebracht hast. :smiling_face:

    Gruß
    Hajo

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  • Hallo Bernd,

    ich stimme mit einem anderen chemisch und korallenökologisch sehr bewanderten Aquarianer darin überein, dass ein relativer Stickstoffüberschuss die Algen fördert, ein relativer Phosphatüberschuss die Korallen. Mit diesem Wissen überprüfen wir seit Jahren Situationen in Riffaquarien und mussten unsere Meinung diesbezüglich noch nicht revidieren. Es wäre doch ziemlich "sündhaft", Korallen zu verbraten, um auszuprobieren, ob es auch anders geht, insbesondere wenn man annehmen muss, dass die Bedingungen momentan für SPS grundsätzlich schlecht sind. Ich gehe mal davon aus, dass es seine guten empirischen Gründe hat, wenn es schon Ende der 80er/Anfang der 90er hieß, dass erst Kalkrotalgen wachsen müssen, bevor man empfindliche Steinkorallen einsetzt. Der Bedarf der Kalkrotalgen an Phosphat wäre eine gute Erklärung dafür.

    Die Empfehlung, das Becken möglichst gleich mit einer größeren Menge Steinkorallen zu besetzen, gilt meines Erachtens nur für die über die letzten Jahrzehnte übliche Einrichtung mit Lebendgestein. Das, womit sich andere Einrichtung am schwersten tun, ist, dass dafür ein Umdenken erforderlich ist und man die mit Lebendgestein gewonnenen Erfahrungen der letzten Jahrzehnte nicht übertragen kann. Das könnte sich aber ändern, wenn andere Wege der Beckeneinrichtung üblich werden. Dann wird man auch damit Wege finden, ein Becken möglichst zuverlässig und schnell ans Laufen zu bringen. Grundsätzliche Kenntnisse der chemischen und biologischen Vorgänge und Bedürfnisse können aber auch da nur von Vorteil sein.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo zusammen,

    wirklich interessante und aufschlussreiche Diskussion!

    Hat mir nochmal Einiges verdeutlicht und klar gemacht.

    Auch von mir Danke an Stefan als Themenstarter und Auslöser!

    Gruß
    Markus

  • wir haben dann zum test nitrat und Ammonium zugegeben und dann ging es langsam bergauf. Zu dem ganzen haben wir die kh Richtung 6 gehalten. das spiel ging dann so ein gutes jahr immer mal wieder ging eine kaputt. mittlerweile ist no3 stabil bei 5 durch zugabe Ammonium und po4 0.05 - 0.1 und es lebt alles und wächst vorallem auch :winking_face:


    Hallo Stephan,

    vielleicht habe ich doch noch den Ansatz einer Erklärung: Ammonium wirkt grundsätzlich völlig anders als Nitrat. Entscheidend war vielleicht einfach, dass Ihr Stickstoff in der NH4-Form zur Verfügung gestellt habt. Ich habe das mit der physiologisch alkalischen Wirkung von Nitrat und der physiologisch sauren Wirkung von Ammonium schon mehrfach erklärt, meine ich.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    die Diskussion hier hat sich aber inzwischen etwas weiterentwickelt, nämlich weg von Thesen, warum Riffkeramik u.U. Probleme in einer Einlaufzeit macht, hin zu generelleren Überlegungen und Erfahrungen bei der Neueinrichtung eines Meeresaquariums. Und auch da gibt es chemisch und korallenökologisch sehr bewanderte (und durch einschlägige Veröffentlichungen bekannte) Aquarianer, die genau das empfehlen, nämlich einen schnellen Besatz, was ich geschrieben habe. Dabei geht man davon aus, dass es gar nicht zu Nährstoffüberschüssen oder Limitierungen kommen muss, wenn man rasch mit einem vielfältigen Beckenbesatz beginnt und dabei ein Gleichgewicht zwischen Nährstoffeintrag und Verbrauch anstrebt.

    Wie früher auf den Beginn von Kalkalgenwuchs zu warten, bedeutet in den meisten Fällen, dass alle möglichen Algenphasen mit ihren schwankenden Bedingungen, vom starken Nährstoffverbrauch bis zum hohen Neueintrag bei deren Absterben, durchlaufen werden; ein unnützes, nicht weiterfühendes Hin und Her.
    Der dann meist folgende "Testbesatz" mit Korallen hat bei den hierbei entstandenen fragwürdigen ökologischen Bedingungen in den Becken sehr wahrscheinlich weitaus häufiger zum "Verbraten" von Korallen ( mit weiteren Belastungen für für das System) geführt.
    Auf die Verwendung lebender Steine - die ich persönlich nach wie vor für sehr sinnvoll halte - muss man diese Besatzüberlegungen nicht unbedingt beschränken.

    Gruß

    Bernd

    Ps.: Ich kann Dir auch gern noch ein Foto von meinem schon beschriebenen, mit Kalkalgen zugewuchertem PE-Kübel machen, in dem alle möglichen schwankenden Nährstoffverhältnisse auftreten.

  • Hallo Bernd,

    heißt das, Du empfiehlst auch für Keramik oder anders als mit Lebendgestein eingerichtete Becken einen starken Anfangsbesatz mit Korallen bis hin zu SPS?

    Zitat

    die Diskussion hier hat sich aber inzwischen etwas weiterentwickelt, nämlich weg von Thesen, warum Riffkeramik u.U. Probleme in einer Einlaufzeit macht, hin zu generelleren Überlegungen und Erfahrungen bei der Neueinrichtung eines Meeresaquariums.


    Die von Dir genannte Entwicklung habe ich irgendwie verschlafen, obwohl ich mir einbilde, an diesem Thread aktiv beteiligt gewesen zu sein.

    Gruß

    Hans-Werner

  • hey Bernd

    also starker besatz am anfang ist ja ok
    aber was tun wenn dir alle korallen nach und nach weg kippen ???
    das ist dann ja mehr als raus geworfenes Geld.

    ich kenne kein Keramik becken das so problemlos besetzt werden konnte.
    meistens kostet es erst die sps und die flächig wachsenden arten.
    LPs halten sich zu beginn gehen dann aber auch ein.
    nach einem oder anderthalb jahren hat das dann ein ende und die Biologie kommt in fahrt.

    so in etwa wie sich das hier auch bei stefan verhält.
    bei uns wars fast genauso.


    lg stephan

  • Hallo Hans-Werner,

    zu Riffkeramik habe ich keine eigenen Erfahrungen, hinsichtlich der sonstigen Möglichkeiten sehr wohl. Ich kann mich auch nicht erinnern, dass gleichartige Erfahrungsberichte oder Empfehlungen sich auf lebende Steine beschränken.
    Bezüglich der Bewertung des Diskussionsverlauf haben wir möglicherweise unterschiedliche Wahrnehmungen. Zumindest den von Dir infrage gestellten Kern des Beitrages nur 282 von Hajo sehe nicht auf die Riffkeramik und Phosphatthesen verengt.

    Gruß

    Bernd

  • Hallo Stephan,

    hier beispielsweise ein Beitrag aus 2012 von Jörg Kokott, einem sicher besonders kompetenten Aquarianer, zu dieser Frage:http://www.korallenriff.de/artikel/1250_E…ffaquarien.html

    Siehe vor allem auch sein anschließender Kommentar, der Deine Frage beinhaltet.

    Gruß

    Bernd

  • hey Bernd

    Nährstoffe Calcium haushalt Magnesium Phosphat das ist denke ich schon ein begriff.
    hier mal ein bild der alten anlage.

    es war bestimmt kein traum becken aber für mich voll ok.
    alles gesund super gewachsen und alles fühlte sich wohl.

    hier die bilder.

  • Hallo Stephan,

    der Link beinhaltet einen langen Aufsatz, aber eben auch Besatzfragen i.Z. mit Neueinrichtungen und Einlaufphasen. Angeschlossen sind dann auch noch Kommentare. Da sehe ich einen direkten Bezug zu Deinem Beitrag 309, denn da geht Kokott nochmals direkt auf die Besatzfrage ein.

    Gruß

    Bernd

  • Jupp da stimm ich dir zu

    aber wenn der besatz dir weg stirbt hast du nix von vorschlägen.
    und das war nunmal so schau dir die bilder an...

    das einzige was geholfen hat das ding einfach laufen lassen und immer mal wieder probieren ob sich was hält.
    nach ca 2 jahren war es dann soweit das die korallen nicht degeneriert haben und es erste Wachstums spitzen gab.

    daher versteh ich das was stefan grad durch macht sehr gut.

    schau mal so sah das becken dann nach knapp 3 jahren aus


    Werte im Aquarium waren in den 3 Jahren im Rahmen von :
    Nitrat 0-10
    Phosphat 0.01 - 0.1
    Calcium 400 - 460
    Magnesium 1200 - 1320
    Ph 7.9 - 8.1

    Wasseraufbereitung Osmose mit mischbet
    Verwendetes salz ati, tropic marine, reef crystal

    daher kann ich dir bis heute nicht erklären was da los war.

    komischerweise hat das kleine becken mit lebend Gestein besetzt sowas noch nie mit gemacht es gab mal paar cyanos und auch mal fadenalgen aber mehr auch nicht.

    lg stephan

  • Hallo Stephan,

    ja genauso ist es, ich hätte wirklich Geduld und könnte auch warten, aber dieses Korallen verbraten ist das schlimmste und da geht es ja nicht nur um Geld, nein man möchte doch auch Freude beim Anblick haben, die fehlt aber komplett wenn man den trostlosen Anblick genießen darf. Alle zwei drei Wochen darf man wieder verendete Korallen entfernen, dass hat mit Spaß und Freunde nichts mehr zutun.

  • Hallo Stefan und Stephan,

    daher eben mein Vorschlag wenig Deko, ( bei Problemen mit Riffkeramik eben Verzicht darauf), nur ein paar kleinere lebende Stein als Basis für Korallen, rascher und relativ dichter Besatz mit verschiedenen robusteren Korallen (Leder-, Hornkorallen, LPS und entsprechenden SPS, Krustenanemonen etc.), angepasster Fischbesatz. Je nach Entwicklung dann auch anspruchsvollere Tiere.

    Gruß

    Bernd

    Ps. Anstelle Gestein bestehen meine Aufbauten z.B. aus einem unsichtbaren (schaut mein Foto an) Plexiglasgerüst.

  • hey Bernd

    Jupp da stimm ich dir 100% zu.
    da ist es wie klaus es empfiehlt schöne steine mit aufbau machen und dann korallen drauf.

    aber wenn du die Keramik hast geht einfach raus machen nichtmehr.
    siehe damals das becken von uwe.
    er hat alles raus schneiden müssen und dann nochmal neu.
    bei stefan wird's jetzt ähnlich sein.


    lg stephan

  • Hallo Stephan,

    da war aber auch ein dicker Beleuchtungswechsel dabei und ein für meine Begriffe ultrablaues Licht. Schonmal daran gedacht? Unsere Korallen mochten gerade den Wechsel von HQI zu LED auch erstmal nicht besonders. Wenn dann noch die Nährstoffe für einen nährstoffraubenden Anpassungsprozess fehlen ...

    Hallo Bernd,

    warum lässt sich Jörg immer wieder auf solche Aussagen ein, wie die, dass organisch gebundender Phosphor kein Phosphat sei? Man muss ja solche Sachen nicht auf´s Tapet bringen, wenn man es eigentlich nicht weiß, es gab ja auch gar keinen (Er-)Klärungsbedarf. Ich habe da keine Lust mehr, mir alles durchzulesen, wenn immer wieder solche Aussagen gemacht werden, nur um sich irgendwie anders (und noch dazu falsch) zu positionieren. Es gibt tatsächlich unterschiedliche Phosphate, z. B. in DNA , ATP , anderen Nukleotiden, Reserve-Polyphosphaten usw.. Phosphatester, Di-, Tri- und längerkettige Polyphosphate rechtfertigen zweifellos den Plural. Das sollte ein Biologe eigentlich wissen.

    Gruß

    Hans-Werner

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