Importverbot (Meerwasserfische & Korallen) - Was ist der aktuelle Stand der Dinge?

  • Hallo,

    vor einiger Zeit wude hier über ein damals geplantes Importverbot diskutiert, das unsere Regierung durchsetzen wollte.

    Da ich in der letzten Zeit bezüglich Meerwasseraquaristik mich gar incht informieren konnte (Krankheit), würde ich gerne wissen, ob es diesbezüglich was Neues gibt oder nicht?

    Das letzte was ich in Erfahrung bringen konnte war, dass einige Bundesländer ihr Tierschutzgesetz so angepasst haben oder anpassen wollten (?), dass z.B. der Fisch: Fuchsgesicht nicht mehr gekauft bzw. importiert werden kann, weil er giftig und gefährlich ist. Gerade Jener war bisher immer einer meiner Lieblingsfische, so wie diverse Doktoren. Wären die Doktoren oder Füchse immer verboten gewesen, hätte ich vermutlich mir nie ein MW-Aquarium aufgebaut.

    Daher wollte ich bitten, ob Jemand hier schreben könnte, was bisher passierte und wie der aktuelle Stand der Dinge ist und ebenfalls was aus heutiger Sicht geplant ist. Denn mit Google kommt man da nicht weiter mit dem Wort "Importverbot". Da gibt's nur die alten Infos vom damaligen Importverbotplan der SPD.

    Aber bitte keine Diskussion über Sinn und Unsinn des Importverbotes oder für welche Tiere das Sinnvoll erscheint oder nicht, denn das macht wirklich keinen Sinn. Danke.

    Am besten wäre meine Frage - glaube ich zu beantworten - wenn Jemand sagen könnte, was sich seit dem Jahr 2013 diesbezüglich geändert hat und was aktuell in Planung ist.

    Danke für Eure Antworten.

  • Hallo Artur,

    die Sau "Importverbot für XYZ" wurde schon sooo oft durchs Dorf getrieben ...

    Im Endeffekt geht es dabei meist darum, Aufmerksamkeit zu bekommen. Kann sein, dass das Bundesumweltministerium da irgendwelche Pläne hat oder hatte, dann kommen die Lobbyverbände, Arbeitsplätze, Bundeswirtschaftsministerium und am Schluß bleibt meist alles so oder fast so, wie es die letzten Jahrzehnte immer war.

    Es macht zwar Sinn, dass sich die entsprechende Verbände einsetzen, Aufmerksamkeit generieren usw., sonst käme vielleicht doch mal etwas, was man nicht wollte, aber von außen sieht es meist aus, als wäre nichts gewesen.

    Selbst wenn das Bundesumweltministerium nach wie vor in dieser Richtung unterwegs ist, so schnell sieht man da kein Ergebnis. Bis das mal in ein Gesetz gegossen und verabschiedet ist ...

    Gruß

    Hans-Werner

  • "Außerdem ist dies eine Sache der EU."
    Prinzipiell ja. Aber bis die einen Alleingang stoppt kann viel Zeit vergehen. Wir hatten schon mal ein Import-, Handels- und Haltungsverbot für sämtliche Kaiser- und Falterfische, Steinkorallen und Riffmuscheln. Fast 10 Jahre lang - bis die EU dem Spuk ein Ende setzte.
    Und tatsächlich sind Kaninchenfische in der aktuellen Fassung des bayerischen Gefahrtiergesetzes gelistet (neben einigen anderen Fischen). Deren Haltung ist in Bayern seit einiger Zeit genehmigungspflichtig. Für eine Genehmigung muss man ein "berechtigte Interesse" nachweisen. Im Gesetz steht aber auch "Liebhaberei gilt nicht als berechtigtes Interesse." Auuch in Bremen sind einige Fische (u.a. Scorpaeninae, Synanceinae, sämtliche Stachelrochen) nur mit behördlicher Genehmigung legal haltbar.....

    Grüße vom Deich!
    Sven Vogler

  • hi,

    regierungen nutzen oft den umweg über die eu, um unbequeme gesetzvorhaben über diese einzubringen und genehmigen zu lassen.

    so bleiben die hände sauber....daher ist salches höchstens aufgeschoben, weniger aufgehoben.

  • Wir hatten schon mal ein Import-, Handels- und Haltungsverbot für sämtliche Kaiser- und Falterfische, Steinkorallen und Riffmuscheln.

    Nur für Kaiser- und Falterfische.

  • Bitte,

    werft nicht immer die auf Sicherheitsrecht beruhenden landesrechtlichen Regelungen zum Halten gefährlicher Tiere mit den auf Tier- oder Artenschutzrecht beruhenden bundesrechtlichen Regelungen/Überlegungen durcheinander. Die haben nichts miteinander zu tun.
    Für ein umfassenden Importverbot (= Handelshemmnis) braucht man die EU, nicht aber für tierschutzrechtlich begründete Haltungsverbote, gesetzliche Mindestanforderungen (siehe Österreich), Sachkundevorschriften oder Genehmigungspflichten. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und der Art. 2 Abs. 1 GG bietet nur schwachen Schutz. Und zur Beteiligung von Interessenverbänden: Bei den meisten Politikern herrscht insoweit vermutlich das Motto: "Wer den Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen!" :winking_face:

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang,

    wenn die Frösche nicht gefragt werden, hat Quaken auch keinen Sinn.

    In diesem Fall geht es auch gar nicht ums Fragen, die Interessen sind ganz andere. Die Frage, die letztlich über das Hobby entscheidet ist, ob genug Arbeitsplätze, Umsätze und somit Steuereinnahmen dadurch generiert werden, dass es ein Eigentor wäre, diesen Sumpf trockenzulegen.

    Die Wählermeinung zu so einem Thema ist im Endeffekt nebensächlich, da Wählerstimmen über irgendwelche "großen Themen" wie Arbeitslosenzahlen, Wirtschaftsdaten usw. gewonnen werden (oder wie kommt die SPD zu TTIP?). Man wählt ja ohnehin nur das kleinere Übel oder versucht das zumindest. Außerdem wählen die meisten älteren Wähler sowieso immer die gleiche Partei und bei den Jungwählern sind wir ohnehin (bald?) Schlusslicht als geburtenschwächstes Land der Welt. Die Frage ist doch nur noch, ob man den Wähler diesmal dazu bringt, sich aus dem Sessel zu erheben um sein Kreuzchen zu machen. Das funktioniert mit Sicherheitsthemen auch besser als mit Ja oder Nein zum Exotenhandel.

    Gruß

    Hans-Werner

  • mfg

    Lothar

  • Hallo Lothar,

    bestätigt das nun die Aussage von Joe? Die EU besteht ja auch nur aus Abgeordneten und Kommissaren der Mitgliedsstaaten, die wiederum in Parteien organisiert sind und auf die Weisungen ihrer Parteivorsitzenden hören bzw. beim EU-Rat sind es die Minister, die in ihre Regierungen eingebunden sind.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    die gesamte tier- und artenschutzrechtliche Gesetzgebung hat noch nie die Wählerschaft in der Mehrheit hinter dem Ofen hervorgeholt, trotzdem gibt es sie und sie wird ständig modifiziert. Das gilt im Wesentlichen für die gesamte Umweltgesetzgebung. Da sind andere Mechanismen am Werk, nämlich Organisationen, die Einfluss auf einzelne Politiker/innen haben, die es lohnend finden, sich auch solche Wählergruppen zu erschließen. Und diese Organisationen verstehen es zudem, sich die Presse zunutze zu machen. Welcher Politiker will schon als Tierquäler in der Zeitung stehen? Gerade weil sich die breite Wählerschaft nicht fundiert für diese Themen interessiert, haben interessierte Kreise leichter Erfolg. So sind z.B. Melde- und Kennzeichnungspflichten in der Bundesartenschutzverordnung einfach eingeführt worden. Da gab es keine öffentliche Diskussion. Und hat eigentlich wer mitbekommen, dass als Übergangsregelung in § 21 TierSchG seit einiger Zeit steht, dass derjenige, der gewerbsmäßig mit Wirbeltieren, außer landwirtschaftlichen Nutztieren, handelt, ab dem 1. August 2014 sicherzustellen hat, dass bei der erstmaligen Abgabe eines Wirbeltieres einer bestimmten Art an den jeweiligen künftigen Tierhalter mit dem Tier schriftliche Informationen über die wesentlichen Bedürfnisse des Tieres, insbesondere im Hinblick auf seine angemessene Ernährung und Pflege sowie verhaltensgerechte Unterbringung und artgemäße Bewegung, übergeben werden?

    Ich erwarte nicht, dass ein umfassendes "Exotenhalteverbot" so mir nichts dir nichts geschaffen wird, aber Salamitaktik tu es ja auch. Wobei ich persönlich gesetzliche Mindestanforderungen und Befähigungsnachweise durchaus aufgeschlossen gegenüber stehe.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hi,
    meld mich da mal von der österreichischen Seite.

    Wir haben in Ö die Tierhalteverordnung, und leider wurde die Novellierung ( die sowohl Verbesserungen bei einigen Tieren gebracht hätte, als auch Fehler der letzten ausgebessert ) verworfen.
    Wir haben dafür mitgearbeitet, wurde aber nicht behandelt. Stattdessen waren auf einmal Negativlisten im Gespräch....
    Im Endeffekt ist nichts geändert worden, und später hat man auf einmal gehört, dass da was ganz anderes dahinter steckt, weil wenn man die Bedingungen für die Tiere verbessert, gibt es keine Skandale mehr.
    Und die braucht die Tierrechtslobby, um Verbote erwirken zu können.

    In Ö werden geschätzte 100 Millionen Euro pro Jahr für den Tierschutz gespendet!
    Wobei das wenigste den Tieren zugute kommt, ein viel größerer Teil wird für Lobbying ausgegeben.
    Und das betrifft Anwälte die sich mit Tierrecht beschäftigen, und erste Versuche wagen, Tierhalter wegen Freiheitsberaubung zu klagen, genauso wie Interventionen bezüglich wissenschaftlicher Verlage, wo auf einmal keine
    kritischen Artikel zu dem Thema mehr erscheinen.

    Ein mir bekannter Wissenschaftler hat zu diesem Thema eine Arbeit geschrieben, und kann sie nicht veröffentlichen deswegen....

    Da geht es um die ganzen Beispiele warum zB Exoten Haltung schlecht ist, und wie diese Aspekte in Relation aussehen.
    Das die oft kolportierten Ansteckungsgefahren nicht größer sind als für jeden andern Bürger ohne Tiere.
    Es gibt in Amerika Ideen aus den 90ern, das Zootier freizulassen sind....
    Man kann sich dann mal überlegen welche Tier übrigbleiben...

    Hier in Wien zB wurde ein Verbot der öffentlichen Werbung für Wirbeltiere eingeführt.
    Eigentlich als Idee gegen den Welpenhandel aus Ungarn und der Slovakei geboren, war das Gesetz dann auf einmal ein ganz anderes.
    Betrifft alle Wirbeltiere, egal ob bedroht, geschützt oder Massenware.
    Wenn mein "gedanklicher" Neffe Guppy Junge hat, darf er sie nicht mehr anbieten.
    Also Porzelanexpress damit.
    Super für die Tiere.
    Aussage der Stadträtin: ein verantwortungsvoller Tierhalter sorgt dafür dass sich seine Schützlinge nicht vermehren....
    Also bringen wir alle Fische mal in in Vet Klinik zum sterilisieren....

    Man kann sich als Züchter melden, überprüfen lassen, und dann Tiere anbieten.
    Wobei, ebenfalls Aussage dieser Dame: ein ernsthafter Züchter würde seine Tiere nie über das Internet anbieten......

    Schon spannend wenn man sich überlegt wie viel Aufwand manche hier betreiben um Tiere nachzuzüchten....

    Und wehe ein Politiker stimmt gegen sowas, gilt er gleich als Tierquäler.
    Spannender Weise ist die zuständige Stadträtin im Lager der "Vier Pfoten" zu finden, einer "Tierschutzorganisation"....
    Wenn man bei denen auf der hintersten Seite der HP sucht, finden sich Infos gegen jegliche Tierhaltung. Also auch Nutztiere.
    Und die werden hauptsächlich von Tierbesitzern gesponsert, die gar nicht wissen wo das hingeht....
    Keine Ahnung haben, dass sie Organisation die sie sponsern, Ihnen mal ihren Dackel verbieten wird.
    Und unter Exoten fallen viele Süßwasserfische, Vögel, alle Reptilien, weil heimische darf man eh nicht halten.....

    Bei der Liste der verlinkten Seiten finden sich ganz vorne Peta und Vegane Vereine.....
    Ein Schelm wer böses dabei denkt.

    Sorry,
    aber es ist blauägig zu glauben dass hier nichts geschieht.
    Es passiert halt im verborgenen, und wenn es rauskommt ist es zu spät!!!

    Natürlich läuft mit der Tierhaltung auch vieles falsch, will ich gar nicht beschönigen,
    Aber wenn diese Negativbeispiele dann ausgenutzt werden, um uns allen ein Verbot einzubrocken,
    dann läuft es falsch!

    LG,
    Wolfgang

  • Hallo Wolfgang und Wolfgang,

    meine bisherigen Antworten bezogen sich eigentlich auf die Eingangs-Frage von Artur, ob er etwas verpasst hat.

    Wegen der Lage, wie sie ist, schreibe ich oben ja, dass es berechtigt ist, Aufmerksamkeit zu generieren. Als wirksamste Maßnahme sehe ich Lobbying für die Tierhaltung, gerade wegen unfairer und unverschämter Argumente von Tierhaltungsgegner-Seite, wie von Wolfgang vorgebracht. Hier hilft es meines Erachtens nur, nahe dran zu bleiben am Thema und entsprechendes Lobbying bei Ministerien, die da dagegen halten können. Es gibt ja entsprechende Verbände. Es liegt an Tierhaltern, Handel usw., diese entsprechend zu unterstützen.

    Bei dem, was Wolfgang Suchy vorbringt, fällt mir immer ein Buchtitel ein: "Die Logik der Sorge - Verlust der Aufklärung durch Medien und Technik ". Wenn ich es mit den Siebzigern und früher Achzigern vergleiche, scheinen mir Privatfernsehen, Facebook und die Allgegenwart von Medien ein gesellschaftlicher Raketenantrieb in die Voraufklärung. Die irgendwie barocke Vergnügungssucht der Gegenwart passt da hervorragend dazu.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Wenn ich es mit den Siebzigern und früher Achzigern vergleiche, scheinen mir Privatfernsehen, Facebook und die Allgegenwart von Medien ein gesellschaftlicher Raketenantrieb in die Voraufklärung. Die irgendwie barocke Vergnügungssucht der Gegenwart passt da hervorragend dazu.

    moin,

    insgesamt wird der bürger infolge ausufernder gesetzgebungen, vorschriften etc. seiner vielbeschworenen mündigkeit beraubt.

    es wird immer einfacher für regierende, das volk nur zu verwalten, was wahrscheinlich auch in deren absicht liegt;-)

    und welcher, seiner mündigkeit und freien meinungsäusserung beraubter bürger, möchte nicht umwelt und tierschützer sein - also am besten den verboten zustimmen...als
    sozialer druck aufgebaut, auch wenn ihm das thema eigentlich wurst ist.

    ständig diese ja/nei fragerei - also ja und lasst mich endlich in ruhe. :O

  • werft nicht immer die auf Sicherheitsrecht beruhenden landesrechtlichen Regelungen zum Halten gefährlicher Tiere mit den auf Tier- oder Artenschutzrecht beruhenden bundesrechtlichen Regelungen/Überlegungen durcheinander. Die haben nichts miteinander zu tun.

    Das habe ich nur gemacht, weil der Threadstarter explizit nach Fuchsgesichtern gefragt hat. Da mir sein Wohnort nicht bekannt ist, habe ich das Haltungsverboit für Bayern erwähnt.

    Sven Vogler

  • Hallo Sven,

    wahrscheinlich hat Wolfgang auch das Eröffnungs-Posting gemeint. :winking_face:

    Das mit dem Landesgesetz ist schon interessant, wo von bayerischen Ministerpräsidenten eines ganz häufig im Munde geführt wird: die "Liberalitas Bavariae". :face_with_rolling_eyes: Freiheit nach Gutsherrenart.

    Grüße

    Hans-Werner

  • OT:

    "Liberalitas Bavariae".

    Liberalitas Bavarica bitte :grinning_squinting_face: :smiling_face_with_sunglasses: Bavariae ist attributierter Genitiv und impliziert ne andere Semantik :winking_face:

    Wie heißt es an anderer Stelle und sinngemäß doch: Der Dativ ist dem genitiv sein Tod :grinning_squinting_face: und das will ja auch keiner :winking_face:

    Grüße aus der niederbayerischen Heimat vom
    Niederbayern
    (in öffentlichen Foren nie mit echtem Namen, in PNs schon)

  • Liberalitas Bavarica bitte :grinning_squinting_face: :smiling_face_with_sunglasses: Bavariae ist attributierter Genitiv und impliziert ne andere Semantik :winking_face:

    Hallo Niederbayer,

    --> bitte an Herrn Ministerpräsidenten Seehofer richten!

    Diskussion zu Bedeutung und Wortlaut hier . Ich glaube schon, dass absichtlich der attributive Genitiv verwendet wird, darin liegt ja die Ironie zu dieser Diskussion.

    Gruß

    Hans-Werner

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