Licht und Temperatur

  • Hallo Zusammen,

    ich würde gerne mal etwas mit euch diskutieren. Wenn dies jedoch nicht ganz in die Wasserchemie passt, dann gerne verschieben.

    Zum Eigentlichen: neulich beim Tauchen kam mir der Gedanke, dass wir ja im Aquarium versuchen die Nautur so gut es geht nachzubilden. Da jedoch die Technik weiter geht möchte ich einmal von euch wissen ob es sinvoll sein kann, von Lichtdauer und Temperatur als statische Einstellung abzurücken und einen Jahresverlauf nachzubilden. Folgende Tabelle konnte ich z.B. für Ägypten finden und denke nach Lichtstunden und Temperatur dieser Daten folgen zu lassen. http://www.wassertemperatur.org/makadi-bay

    Ich bin gespannt auf eure Antworten.

    MFG
    Stefan

  • Moin Joe,

    das stimmt. Passt man nun aber seinen Besatz an die dort vorzufindende Artenvielfalt an sollte sich doch ein positiver effekt bemerkbar machen. Oder sind Korallen aus Nachzucht so umgewöhnt das sie beispielsweise dann bei "Einstellung Januar" mit 7,5 Stunden Beleuchtung und 22°C Wasser absterben?

    MfG
    Stefan

  • Die Frage ist doch ob man den Tieren damit was gutes tut, sie in die Winterpause zu entlassen. Die Tiere haben sich im laufe der Zeit angepasst und sich mit den Jahreszeiten "abgefunden" aber ob sie die Jahreszeiten auch wirklich benötigen oder es gut für sie ist? Bei einem Nordseebecken würde ich die Frage ganz klar mit Ja beantworten.

    Gruß Hauke

  • Hallo Hauke,

    ja genau diese Frage stellt sich mir ja auch. Sind die Tiere beispielsweise im Rot Meer so tolerant das sie die Wintermonate "ertragen" oder haben Sie sich gezielt wegen den Bedingungen dort angesiedelt.

    MfG
    Stefan

  • Hallo Stefan,

    Wenn sich nur auf Tiere des Roten Meeres beschraenkt wird, ist das sicher einen Versuch wert. Bei Tieren anderer Zonen habe ich schwere Bedenken. Die Verteilung der Temperatur, ueber das Jahr gesehen, kann man eigentlich nur tendenziell einstellen, da die Heizungsperiode (Wohnraum, Umgebungstemperatur) und andere Waerme- bzw. Kaelteeinwirkungen dabei zu beruecksichten sind, und diese sicherlich nicht leicht zu steuern sind.
    Gruss
    Hajo

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    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

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  • Hi Stefan,
    also ich hab einen ähnlichen Temperaturverlauf im Becken. Im Winter sinds bei mir ca. 23°C, im Hochsommer gehts dann Raumtemperaturbedingt auf bis zu 28°C rauf.
    Nur das Licht lass uch durchgehend 10 Stunden brennen.

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  • Hallo Hajo,

    ja so ist der Gedanke. Ein Rot Meer Artenbecken. Gut ich denke auf 21°C dürfte das Becken allein wegen der Abwärme der Pumpen und Beleuchtung nicht abkühlen aber im selbst im Sommer müsste ich auf 28°C noch zu heizen.

    Hallo Andreas,

    also betreibst du dein Becken einfach ohne jegliche Heizung?

    MfG
    Stefan

  • Stefan,
    Nein, nicht ohne Heizung. Die ist aber auf 23 eingestellt. Ich habe keine negativen Auswirkungen erkannt, dafür habe ich deutlich weniger Wasserverdunstung im Winter als früher wo ich 25°C hatte.

    Gesendet von meinem SM-N9005 mit Tapatalk

  • Andreas,

    gut die Energiefrage ist eher Uninteresannt. Aber keine negativen Auswirkungen sind zumindest schonmal gute Informationen.

    MfG
    Stefan

  • Hallo Stefan,

    Licht, Temperatur und heterotrophes Nahrungsangebot sind die Steuerungsfaktoren für die Karbonatproduktion der Korallen in der Natur. Der Faktor Temperatur spielt hier die stärkere Rolle. Bei Rückgang der Temperatur in der Natur erfolgt auch saisonal eine Änderung der Wachstumsraten. (Kuhrau, 2002) Kann man daraus Rückschlüsse auf die Haltung von Korallen unter (künstlichen) aquaristischen Bedingungen ziehen? Diesen Denkansatz kann man, wenn man will, diskutieren.

    Gruß

    Hajo

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  • Guten Morgen Hajo,

    um Kuhrau aufzugreifen (Achtung ich bin kein Biologe und beziehe mich ab jetzt nur auf das Rote Meer) pflegen wir ergo die Tiere bedingt durch die Temperatur von 25 bis 26°C auf einem Niveau der maximalen Wachstumsrate. Fürt dieses nicht ähnlich einem Leistungssportler langfristig zu einer Überlastung da die Tiere keine kühlere Regenerationphase bekommen oder gewöhnen sich die Bewohner daran?

    Einer weiterer Gedanke ist: wenn ich nun mein Aquarium mit 10h/d beleuchte bei einer Temperatur von 25°C würde ich mich in der Natur in einem Ungleichgewicht befinden. Aus der Statistik ist zu lesen, dass 10h täglich mit einer Teperatur von 22°C einhergehen.

    MfG
    Stefan

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  • Hallo Stefan,

    ich lasse unsere Aquarien auch etwas an unseren Tages- und Jahreszeiten teilhaben, indem die Wassertemperaturen sich zwischen ca. 23°C im Winter morgens und ca. 29°C im Sommer nachmittags bewegen. Ich kann da keine Nachteile beobachten, Vorteile bringt es beim Energieverbrauch und somit beim CO2-Fußabdruck, und bei der Verdunstung und entsprechend bei der winterlichen Feuchtigkeit im Raum. Falls jetzt wieder das Argument kommt, wer Korallen halten will, sollte doch nicht beim Strom sparen: Ich halte dem entgegen, dass ich nicht mehr als notwendig zur Erwärmung des Klimas und der Meere beitragen muss, nur um Korallen zu halten. Ich habe dabei keine Anzeichen von Unwohlsein bei einem der Tiere in diesem Temperaturbereich festgestellt. 21°C halte ich schon für mindestens grenzwertig und 18°C, wie im nördlichen Golf von Aqaba möglich, würden sicher viele unserer Tiere nicht mögen.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo zusammen,

    bei mir ist es ähnlich, wie bei Hans-Werner. Heute früh um 5:00 Uhr hatte ich 20,5°C im Wohnzimmer und 22,5°C im Becken. Der Heizstab ist rausgezogen und meine zwei Tunze 6045, sowie die Abschäumerpumpe halten die Beckentemperatur um ziemlich genau 2°C über Raumtemperatur. Im April hatte ich in einer Nacht auch mal knapp unter 20°C im Wohnzimmer und knapp unter 22°C im Becken. Da habe ich dann den Heizer zur Sicherheit wieder reingesteckt. Auffälligkeiten konnte ich nicht beobachten.

    Im Hochsommer geht es dann wieder Richtung 28 oder 29°C und dann versuche ich, mit einem Standventilator die Verdunstung zu erhöhen und damit die Temperatur zu senken.

    Grüße Andreas

  • @ Hajo,

    der Logig folgend müssten ja alle Lebewesen höheren Temperaturen gegenüber tolerant sein. Ich wage jedoch zu behaupten das eine dauerhafte Erwärmung des Roten Meeres auf bspw 28°C im nicht unbedingt förderlich für das Ökosystem Riff ist. Ich denke soweit das dieser stetige Wechsel der Temperaturen eine Art pflegende Funktion für das Riff darstellt. Nicht nur das Korallenwachstum verlangsamt sich sondern z.B. auch die Wachstumsrate von Algen. Auch ist es möglich das der Sommer/Winter Wechsel durch leichten Stress kranke Tiere "natürlich entsorgt".

    Aber wie gesagt, gedanken von einem nicht Biologen.

    Andreas, Hans-Werner

    Lassen sich optische Vergleiche bei euren Anlagen mit "normal" temperierten Anlagen ziehen?

    MfG
    Stefan

  • Hallo Stefan,

    wie ich schon schrieb, konnte ich keine Veränderungen feststellen. Alle Koralle verhielten sich so, wie sie sich bei 25°C auch verhalten. Ich denke auch, dass ein Zeitraum von wenigen Tagen oder Wochen zu kurz ist, um deutliche Reaktion wahrzunehmen und diese dann auch noch richtig zu beurteilen.

    Grüße Andreas

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