Centropyge acanthops Nachzucht/Wildfang?

  • Hallo zusammen,

    habe meine Fischgesellschaft heute um ein wunderschönes Pärchen
    Centropyge acanthops ergänzt.
    Fische sind putzmunter.
    Im Zusammenhang mit der Haltung von Fischen bin ich sehr an nachzüchtbaren
    Arten interessiert, auch wenn das abhängig von der jeweiligen Art natürlich immer
    noch in den wenigsten Fällen möglich ist.
    Daher meine Frage:
    Weiss jemand von Euch, ob die hier erwähnte Art nachgezüchtet wird?

    Ich kaufe bei einem für meine Begriffe sehr kompetenten Händler, leider konnte
    er in diesem Fall aber auch nur vermuten, dass es sich wegen der noch sehr geringen Größe der Tiere
    wohl um Nachzuchten handeln könne.

    Schon jetzt Danke und viele Grüße

    Markus

  • Hallo Markus


    Die Zucht ist möglich aber nicht ganz einfach.

    Dein Händler müßte doch wissen woher die Fische stammen, dann sollte er eigentlich auch wissen ob es Wildfänge sind oder nicht.

    Ich kann mir nicht vorstellen das es Nachzuchten sind, die geringe Größe ist da nicht Beweis genug. Mein Händler hat zb. Palettendoktoren von gerade mal 2cm und das sind echte Wildfänge.


    MfG Torsten

  • Danke Euch Beiden für die Antworten!

    Gehe eigentlich auch eher davon aus, dass es sich nicht um eine Nachzucht handelt.

    Auch wundert mich die ungewohnte, scheinbare Unwissenheit meines Händlers.

    Werde da beim nächsten Besuch nochmal nachhaken.

    Gruß
    Markus

  • Das hat nix mit Unwissenheit zu tun, er weiß doch, wo er kauft.
    Ich würde das als bewusste Täuschung bezeichnen.
    Den meisten Händlern dürfte mittlerweile klar sein, daß die Kunden für das Thema Umweltschutz und Raubbau am Riff sensibilisiert sind.
    Wenn Du fragst, ob das Nachzuchten oder Wildfänge sind, wirst Du also meistens "Nachzucht" als Antwort bekommen.
    Daß dieselben Kunden eventuell bereit wären, für Nachzuchten mehr zu bezahlen, auf die Idee kommen die wenigsten, schließlich zählt ja nur der Preis, Geiz ist geil, man ist ja nicht blöd...
    So verkaufen sich auch Kaudernis gut, bis sie ausgerottet sind...

    MfG
    Björn

    -------------------------------------------------------------
    Wisst ihr, was das tragische an Kanada ist?

    Die hätten französisches Essen, britische Kultur und amerikanische
    Technologie haben können, aber die haben französische Technologie,
    britisches Essen und amerikanische Kultur bekommen.

  • Zitat

    So verkaufen sich auch Kaudernis gut, bis sie ausgerottet sind...


    Da besteht keine Gefahr ... Nachdem man sie umgesiedelt hat, vermehren sie sich dort ungehemmt und verdrängen andere Tierarten (z. B. Anemonenfische Amphiprion spp.).

    Liebe Grüße

    Harold

    Vivaristik seit 1968 - und ich lerne immer noch dazu.

  • Hallo zusammen,

    das Thema Nachhaltigkeit, Riffschutz, ökologische Verträglichkeit usw. wurde
    und wird hier zum Glück immer wieder mal disskutiert.
    Insofern will ich hier keinen neuen Thread eröffnen.

    Aber allein schon in meiner kurzen Zeit als (endlich :smiling_face: ) praktizierender MW-Aquarianer stelle ich
    immer wieder fest, wie aufwändig und mühsam der Kauf und die Suche nach nachgezüchteten Fischen für den Kunden sein kann.
    Und dabei spreche ich von bekanntermaßen nachzüchtbaren Gattungen wie Pseudochromis und Pterapogon.

    Und bei den Händlern, bei denen der Bedarf doch zuerst registriert werden müsste, scheint sich da insgesamt
    wohl auch noch nicht viel getan zu haben.

    Scheinbar wird von uns als Kunden noch immer nicht häufig und nachdrücklich genug nachgefragt.

    Wie gesagt, keine neue Erkenntniss, aber immer wieder frustrierend.

    Gruß
    Markus

  • Hallo Markus,

    es liegt aber auch viel an der weit verbreiteten Geiz-ist-geil Metalität. Ein Händler hier in Berlin hat ab und zu Nachzuchten angeboten von Mirakelbarschen oder Mandarinfischen. Die Tiere waren natürlich kleiner als die Wildfänge und auch etwas (10-20 €) teurer. Er ist sie einfach nicht losgeworden. Gerade hier in Berlin hört man häufig in Geschäften das die Fische ja alle so viel zu teuer sind, da wird lieber erstmal billig vom Direktimporteur gekauft und ein Fisch 3 mal verheizt (was dann unterm Strich noch teurer kommt) oder ein eigentlich völlig unpassender Fisch gekauft mit der Begründung "kann man ja mal probieren, vielleicht klappt es ja, kostet ja nicht so viel".
    Solange wir Fische als bessere Schnittblume ansehen wird sich daran auch nichts ändern. Die Importverbote werden kommen und wenn ich mir manches Aquarium bzw. manchen Aquarienbesitzer so ansehe, dann finde ich das gar nicht mal so schlecht. In den Sonntagsreden bei Aquarientreffen wird dann immer schwadroniert über die ach so tollen Nachzuchten, aber wenn der Händler sie mal hat wird er sie nicht los und der ambitionierte Züchter bleibt auf seinen Tieren sitzen und stellt seine Bemühungen ein. Gegen die Billigimporte können europäische Züchter einfach nicht ankämpfen. Das ganze Problem steht und fällt mit der Bereitschaft der Kunden einen fairen Preis für die Tiere zu bezahlen.

    Grüße
    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo,
    es ist durchaus möglich und üblich, dass die Händler nicht wissen, wo die Tiere herkommen. Sie brauchen nur bei einem Importeur/Großhandel einzukaufen - da werden Tiere aus verschiedenen Lieferungen zusammengepackt und wer nicht fragt ....

    beste Grüße Andre´

  • Hallo Jens,

    Du bringst es mal wieder auf den Punkt.
    Der Kunde und "Verbraucher" hat 's halt mal wieder in der Hand.
    Und, um ehrlich zu sein, finde auch ich ein partielles Importverbot nicht grundsätzlich falsch.

    Hallo Andre,

    Dein Beitrag erklärt das Verhalten des Händlers.
    Werde auf jeden Fall mal dranbleiben und nachfragen, einfach auch, weil genaue Herkunft
    und Importweg der Fische mich interessieren.

    Gruß
    Markus

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