Acropora enzmann Problem

  • Hallo
    Mein Becken lief jetzt mehrere Monate wunderbar..bzw " eigentlich" läuft es immernoch wunderbar...lediglich mein Enzmann macht mir Probleme.
    Er sich binnen 1 Jahr von Streichholz Größe in einen richtigen Stock verwandelt.
    Vor 4 Wochen hatte ich mir einen Tropic Marin po4 Test gekauft. Dieser ergab einen Wert von 0,3 po4. Ganz schön viel dachte ich mir und bestellte mir Diakat B.
    Nach 3 Wochen ist mein Wert auf 0,15 gesunken. In den 3 Wochen bis heute verlor der Enzmann an den Spitzen sein Gewebe. Woran kann das jetzt liegen? Prinzipiell ist es doch besser weniger Phosphat im Becken zu haben?!
    Und wirklich schnell runter ist der Wert ja jetzt auch nicht gesunken....soll ich die Spitzen jetzt erstmal abschneiden oder so lassen?

    MG 1300
    Ca 520 ( kleines Missgeschick beim Dosieren passiert)
    po4 0,15
    KH 8

  • Hallo,

    der PO4-Wert ist sehr wahrscheinlich nicht der Auslöser, aber dass er wirklich bei 0,3 mg/l liegt, kann ich mir nicht vorstellen, denn irgendwie sehen die Korallen dafür sehr gut aus. Ist zwar nicht ausgesschlossen, aber ich glaube, dass er nicht so hoch ist.

    Vielleicht solltest du, bevor du Adsorber einsetzt, ungefähr den genauen Wert mit einem gegengeprüften Test feststellen.

    Zu deinem Problem: Hast du irgendetwas in der Nähe zu stehen, was die Koralle vernesseln könnte? Oder bekommt sie direkte Strömung ab? Wie ist der Salzgehalt?

    Grüße Andreas

  • Hi
    Ja ok dann schließe ich mal den po4 Wert aus.Also ich habe eigentlich nix verändert...die Korallen ist bis jetzt immer rasend schnell gewachsen und ist auch mittlerweile fast an der Wasseroberfläche direkt unter der
    lED Lampe angekommen.
    Soll ich denn die Spitzen abschneiden? Oder wächst da ggfs. wieder Gewebe drüber?
    Ich werd jetzt einfach mal den absorber rausnehmen.

    Lg

  • Hallo Tobias,

    also wie gesagt, wenn du deine Nährstoffwerte verändern möchtest, solltest du vorher die genaue Konzentration feststellen. Entweder ganz genau im Labor oder zumindest mit einem guten Test und einer Referenz.

    Die Spitzen der Koralle würde ich bis zum gesunden Gewebe wegschneiden, bevor sich der Gewebeverlust noch weiter ausbreitet oder eine bakterielle Infektion entsteht.


    Zitat

    die Korallen ist bis jetzt immer rasend schnell gewachsen und ist auch mittlerweile fast an der Wasseroberfläche


    Ist die Koralle beim Wasserwechsel noch unter Wasser oder sind die Spitzen längere Zeit an der Luft?


    Grüße Andreas

  • Hallo Tobias, 

    wie Andreas bereits vorschlug, ist hier erst einmal eine saubere Analyse an der Tagesordnung.

    Darauf lässt sich allgemein besser aufbauen, als Vermutungen aller Art zu streuen.

    Beim Anblick der Enzmann kommen mir auf den ersten Blick zwei Gedanken: Limitierung oder Verbrennung. Für eine zeitweilige Limitierung könnte der massive Einsatz von Diakat B sprechen. Obwohl zu einem Zeitpunkt X später ein PO4-Wert von 0,15 gemessen wurde, kann das aber auch bedeuten, dass bereits unbemerkt vorher kurzfristig die Nachweisgrenze durch den Adsorber unterschritten wurde. Dann würde ich den hohen Ausgangswert anzweifeln. Auch wenn anzunehmen ist, dass diese Möglichkeit eventuell nicht sehr wahrscheinlich ist, bleibt noch anzumerken, dass manche Koralle, die sich langfristig an höhere Nährstoffe gewöhnt hat, einen rasanter Abfall von 50% an PO4 innerhalb weniger Stunden schwer verkraftet.

    Das zweite Problem betrifft die Lichteinwirkung. Wachstumsspitzen der Acros sind weitaus empfindlicher als der übrige Astbereich. Verbrennungen können an den Spitzen auftreten bei Leuchtmittelwechsel oder Umstieg z. B. von Röhre auf kräftige LEDs. Es sind eigentlich in der Mehrzahl immer nur die empfindlichen Spitzen betroffen, die dann absterben und anschließend, je nach Nährstoffgehalt, von Kalkrotalgen oder Fadenalgen überzogen werden. Der Rest der Koralle bleibt intakt.

    Gruß

    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo,

    Acroporas reagieren zwar auf plötzliches Absinken des PO4-Gehaltes oft empfindlich, aber der Gewebeverlust tritt dann eher an der Bais und weniger an den Spitzen auf.

    Gruß

    Bernd

  • vielen Dank schon mal für eure Gedanken hier zu;)
    Jetzt wo ihr es sagt fällt mir ein das ich die LED Lampe auch Anfang Februar um 10% höher gestellt habe. Sind insgesamt 200 Watt die jetzt mit 90% laufen.
    Also ist die Erhöhung von 80 auf 90% vll wirklich zu viel. Ich hab die Spitzen jetzt erstmal abgeschnitten und heute Mittag messe ich nochmal alle werte .

  • Hallo Bernd,

    ich möchte Dir ungern widersprechen. Unten aufgeführter Auszug eines Artikels von M.Mrutzek/Jörg Kokott hatte mich an das Dilemma erinnert, da hier im Kern die Phosphatlimitierung als Ursache beschrieben wurde. Egal, aus welcher Ecke sie kommt. Nach meiner These muss es aber nicht bis zur eigentlichen Limitierung kommen, die Senkungsgeschwindigkeit hierbei ist eine Überlegung wert. Ich selbst kann in diesem Punkt auch aus dem Nähkästchen plaudern, denn dadurch habe ich damals meinen gesamten Bestand an Acroporas verloren. Mit genau denselben Merkmalen: Ablösung („Verbrennung“) von den Spitzen her und erst viel später an der Basis.

    „Die letzte Variante beschreibt einen zügigen Phosphatentzug bei gleichzeitig unverändertem Nitratgehalt, d.h. in diesen Fällen wurde bei einer Fortsetzung der Wodkadosierung eine Phosphorlimitierung erzeugt, die im Gegensatz zu einer Stickstofflimitierung weitaus schlimmere Folgen haben kann. Eine Phosphorlimitierung führt insbesondere bei Steinkorallen zu einem raschen Ausbleichen. In der Regel stirbt das Gewebe ab, wobei das Polypenbild im noch gesunden Gewebe recht gut ist. Darüber hinaus werden phosphorlimitierte kleinpolypige Steinkorallen photosensitiv, d.h. sie sind in ihren Abwehrmechanismen gegen Strahlungsstress eingeschränkt, und nicht selten wird über „verbrannte Spitzen“ bei Phosphorlimitierungen berichtet.“

    Übrigens stützt der letzte Satz auch die Vermutung von Tobias den Zusammenhang mit einer höheren Leuchtstärke plus schnellem PO4-Abfall als Ursache seines Problems zu sehen.

    Gruß

    Hajo

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