Tierauswahl mal anders ;)

  • Hallo,

    mein Becken ist gerade sehr dünn besetzt.

    Um nicht wieder die gleichen Fische zu haben möchte ich gezielt ökologische Nischen besetzen, so denke ich z.B. an:

    -Bodenpflege-Grundeln, meine letzte Amblygobius phalaena ist an Alterschwäche gestorben und ich möchte welche, die nichts mehr so hoch den Sand streuen wie z.B. Valenciennea sexguttata oder Valenciennea puellaris

    -Borstenzahndoktor als Rasenmäher :winking_face: , wie z.B. Ctenochaetus tominiensis oder Ctenochaetus truncatus

    Welche Fische/Arten sind eigentlich ein "Muss" oder "sollte sein" in einem Misch-Riffbecken (Weich, Lps, SPS und Muscheln) ?

    Gruss und einen guten Rutsch!

    Klaus

  • Hallo Klaus,

    eine "allgemein gültige" Antwort oder Empfehlung, welche Fische auf jeden Fall in einem Korallenriffbecken schwimmen "müssen" oder "sollten", zu geben, gibt es - glaube ich nicht ;),

    Dies hängt ja zum einen vom persönlichen Geschmacks des Besitzers ab, vor allem aber ob das Becken hinsichtlich Größe und Struktur die Ansprüche der "Wunschfische" erfüllen kann.

    Insbesondere wenn Du Tiere nachsetzt, stellt sich die Frage, sind diese mit dem bestehenden Besatz verträglich? Wie sieht denn dein jetziger Besatz aus?

    Z.B. sind ein Mirakelbarsch oder ein Pärchen Korallenwächter in meinen Augen interessante und schöne Fische für ein Riffbecken, hast Du aber Garnelen im Becken, könnte dies für die Garnelen nicht unbedingt positiv ausgehen.
    Meine beiden Korallenwächter haben sich zudem als sehr aggressiv gegenüber Neuzugängen erwiesen.

    Viel Glück im Neuen Jahr und viele Grüße
    Corinna

  • Hallo zusammen,

    momentan sind drin

    - Chelmon rostratus (1)
    - Siganus unimaculatus (1)
    - Centropyge loriculus (Paar)
    - Amphiprion ocellaris (1 schon 8 Jahre alt und Partner vor ein paar Monaten gestorben)
    - Lysmata amboinensis (3)
    - Lysmata debelius (1)

    sowie verschiedene Einsiedler und Schnecken.
    Demnächst soll eine Muschel dazu kommen.

    Es geht mir einfach um Tips, vielleicht ist auch mal was ungewöhnliches dabei :winking_face:
    Manche sagen auch, dass ein Lippfisch rein soll als Feind von Planarien.

    Gruss
    Klaus

  • Hallo Klaus,

    mit dem Ctenochaetus wäre ich etwas zurückhaltender, meiner (Truncatus) geht sehr heftig auf alles nach ihm los, was man über die Familie ja öfter liest.
    Würde ihn wegen der komplizierten Vergesellschaftung eher etwas Problematisch einstufen, wobei jedes Becken anders ist.
    Auch wird mit Sicherheit keine Freundschaft zum Salarias (Felsenhüpfer) entstehen, falls Du diese "Algennische" auch besetzen willst.
    Bei den Grundeln würde ich Dir gerne die Valenciennea Wardi ans Herz legen. Steigt beim "Grundeln" nicht hoch um den Sand fallen zu lassen, meine Fungia`s bekommen gar nichts ab. Ich halte sie als Paar und es ist ein Genuss die beiden zu beobachten. Jeglich angebotenes Futter nehmen sie auch sehr gut aus dem freien Wasser auf.

    Gruß

    Jürgen

  • Hallo Philipp,

    die Vergesellschaftung zwischen Valenciennea strigata oder puellaris und dem Ctenochaetus Tominiensis würde ich nicht machen, die beiden sollen sich nicht immer vertragen. Wäre da etwas Vorsichtig.

    Meine Meinung

    Gruß

    Jürgen

  • Zitat

    Vergesellschaftung zwischen Valenciennea strigata oder puellaris und dem Ctenochaetus tominiensis würde ich nicht machen, die beiden sollen sich nicht immer vertragen. Wäre da etwas Vorsichtig.


    Die Vergesellschaftung von Ctenochaetus-Arten mit Grundeln oder Algenblennies ist generell schwierig, meistens treten früher oder später Probleme auf. Unser Tominiensis begann erst nach über einem Jahr gegen alles Grundelartige zu stänkern. Evtl. Ist das Verhalten bei Paarhaltung besser, da sie mehr mit sich selbst beschäftigt sind? Werden ihm bei Vergrößerung einen Partner zusetzen.

    Wir sind mit V. sexguttata sehr zufrieden. Tolles Paarverhalten, steigen nicht auf beim Ablassen des Sandes und sind gut einzugewöhnen. Sehr fleissige Baggerer ...

    Viele Grüße
    Corinna

    LIFE IS BETTER IN FLIP FLOPS ❤️

  • Danke schon mal für die ersten Tips!
    Die Valenciennea wardi kannte ich noch gar nicht.

    Die Borstenzahner scheinen ja alle ziemliche Stinkstiefel zu sein. Vom Truncatus habe ich das schon gehört und dann gehofft, dass der Tominis friedlicher ist.... mal sehen.

    Der Sechsstreifen-Lippfisch soll aber doch auch sehr aggressiv sein, oder gibt sich das bei einer Paarhaltung?

    Gruss
    Klaus

  • Hi Klaus,

    da gehen die Erfahrungen auch auseinander. Unser Paar war relativ friedlich und hat "nur" öfters gegen die Leierfische gestänkert. Würde sie, je nach geplantem Endbesatz, zum Schluss einsetzen.

    Viele Grüße
    Corinna

    LIFE IS BETTER IN FLIP FLOPS ❤️

  • Hallo Klaus,

    ich bin absoluter Fan von hexataenias, aber leider ist hier das Individualverhalten sehr unterschiedlich. Ich hatte über viele Jahre einen superfriedlichen Einzelgänger und habe jetzt 1 Männchen mit 2 Weibchen und das Männchen sowie das größere Weibchen sind gegenüber bestimmten Fischen absolut übel.

    Meine 3 tominiensis (1 Einzelgänger bis zu einem Stromausfall und jetzt 2 Stück, die aber leider kein Paar sind, aber trotzdem meistens zusammen rumschwimmen) waren bisher immer friedlich. Nur bei nem Doc-Neuzugang haben sie erst mal 2 Tage gegenseitig imponiert und dann war Ruhe.

    Viele Grüße
    Joachim

    ab 02/20 - 80 x 100 x 65; bis 12/19 165 x 100 x 80; SPS, LPS, Weichkorallen


    Rüdiger Nehbergs Menschenrechtsorganisation TARGET kämpft erfolgreich gegen die Genitalverstümmelung von Mädchen, Infos unter:
    http://www.target-human-rights.com

  • Hier mal eine praktische Überlegung:

    Wenn Du die Fische im Freiwasser schwimmen sehen willst, dann brauchst Du auch Fische die dort schwimmen (z.B. Cirrhilabrus- oder Paracheilinus-Lippfische, Meiacanthus, Chromis, Anthias .... ), je mehr, um so besser. der Siganus, der und der Pinzetti gehören ja auch schon dazu. Alle anderen nicht - sie sind mehr oder weniger Spaltenhocker (auch Amphiprion zähle ich dazu). Ein Ctenochaetus nur mit Spaltenhockern ist vorsichtig und hektisch und versteckt sich schnell. Hast Du mehr Freiwasserfische im Becken, die ruhig und friedlich zusammen schwimmen, zeigt er sich auch länger im Freiwasser. Dann sieht da ganze auch eher nach einem Korallenriff aus (natürlich durch die Beckengröße bestimmt).

    Beste Grüße Andre´

    Einmal editiert, zuletzt von Andre Luty (3. Januar 2013 um 07:57)

  • Danke für die neuen Infos und danke Andre für den Tip mit den Zwerglippfischen. An die hatte ich noch gar nicht gedacht...

    Riffbarsche hatte ich bisher nicht, da das Becken friedlich bleiben soll :winking_face:
    Nun lohnt es sich wohl doch mein Becken sprungsicher zu machen, bisher ist nur mal ein Putzerlippfisch rausgesprungen und das habe ich rechtzeitig bemerkt.

    Wie man sieht kommt doch einiges an guten Tips zusammen :thup
    Bin schon auf die nächsten gespannt :winking_face:

  • Hallo zusammen,

    ich habe mich jetzt mal länger umgesehen und die Cirrhilabrus solorensis - Rotaugen-Zwerglippfisch sind wohl am ehesten verfügbar.
    Haben die irgendwelche schlechte Marotten oder kann man sie problemlos als Paar oder kleinem Harem (1M + 2-3 W) halten?

    Gruss
    Klaus

  • Hi, Lippis kann ich nur empfehlen. Habe einen C. lubbocki und C. adornatus und Sechsstreifer. War fünf Tage mit dem letzteren ein Problem, hat sich aber beruhigt. Nun habe ich bei Mrutzek noch 2 Paracheilinus mccoskeri und 2 Paracheilinus cyaneus und dem Cirrhilabrus lubbocki noch nen neuen Partner gegönnt. Schau dir mal diie Stockliste an. Finde die Fische superschön und natürlich immer sichtbar. LG Leila

  • Sorry, hab irgendetwas falsch gemacht und bin jetzt zweimal drin. Kann man die erste Version rausnehmen. Die war noch nicht richtig fertig! :yrf Bin einfach furchtbar schlecht in Sachen Computer :yrf Danke und Grüße Leila

    Doppelpost wie gewünscht gelöscht. Viele Grüße, Corinna

  • Zitat

    Original von klauslb
    Es geht mir einfach um Tips, vielleicht ist auch mal was ungewöhnliches dabei :winking_face:
    Manche sagen auch, dass ein Lippfisch rein soll als Feind von Planarien.

    Hallo zusammen,

    ich will jetzt hier nicht unbedingt eine Grundsatzdebatte auf den Plan rufen, aber ich finde ehrlich gesagt die Art und Weise, wie der Fischbesatz "definiert" (und eben nicht geplant) wird, ein falscher Ansatz. Vielleicht ist das, was ich im Folgenden nun anspreche, das, Klaus, was Du als "ungewöhnlich" bezeichnen würdest.

    Es gibt heute wirklich unglaublich viele Informationen über Fische und wiederum auch ein ganz breites Spektrum an Tieren, die in den Handel kommen. Da finde ich es ehrlich gesagt sehr "altmodisch" in den Laden zu gehen und mal zu schauen, was da vielleicht zufällig mal reingekommen ist, was einem gefällt.

    Alle Fortschritte, die wir in der Aquaristik gemacht haben, hinsichtlich Dekorations- und Einrichtungsmaterialien, etc., geben uns heute die Möglichkeit, ganz gezielt Lebensräume und Biotope "nachzubauen", um sie mit den Fischen und Wirbellosen zu besetzen, die wir pflegen wollen.

    Und das halte ich als einzig sinnvollen Ansatz, es geht nicht darum, was man haben muss, sondern was man pflegen will. Dabei geht es um die Auswahl der entsprechenden Aquariengröße und Form, der Gestaltung (hinsichtlich Schwimmraum, Versteck- und Schlafplätze), der Auswahl an Korallen oder Tieren, die bei der Pflege von Fischen obligat sind, z.B. astförmige Acroporas bei Chromis, die sich gerne darin verstecken und darin schalfen, ablaichen, etc...

    Klar passen sich viele Fische ihrer Umgebung an, das sollte uns aber nicht dazu veranlassen, irgendwie ein Becken einzurichten und dann zu schauen, was man draus macht.

    Ich halte das wie gesagt aufgrund der Fülle an Informationen und Einrichtungsbeispielen insbesondere im Internet als einen fortschrittlichen Gedanken.

    Wie das Thema hier diskutiert wird, finde ich, ist im Sinne der Pflege (und nicht Haltung) sehr unpassend.

    Das man einen Chelmon gerne mal als Glasrosenfresser einsetzt, ist schon klar, und das es hier in den meisten Becken auch von der Gestaltung etc. her passt, sage ich auch mal ganz bewußt. Viel verwerfliches kann ich da auch nicht erkennen, wenn man zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt. Aber der Pflegegedanke sollte immer im Vordergrund stehen, nicht die Funktionalität!

    Grüße
    Jörg

    H Hersteller

    Einmal editiert, zuletzt von Joerg Kokott (29. Januar 2013 um 12:11)

  • Zitat

    Original von Joerg Kokott
    Vielleicht ist das, was ich im Folgenden nun anspreche, das, Klaus, was Du als "ungewöhnlich" bezeichnen würdest.

    Es gibt heute wirklich unglaublich viele Informationen über Fische und wiederum auch ein ganz breites Spektrum an Tieren, die in den Handel kommen. Da finde ich es ehrlich gesagt sehr "altmodisch" in den Laden zu gehen und mal zu schauen, was da vielleicht zufällig mal reingekommen ist, was einem gefällt.

    Alle Fortschritte, die wir in der Aquaristik gemacht haben, hinsichtlich Dekorations- und Einrichtungsmaterialien, etc., geben uns heute die Möglichkeit, ganz gezielt Lebensräume und Biotope "nachzubauen", um sie mit den Fischen und Wirbellosen zu besetzen, die wir pflegen wollen.

    Und das halte ich als einzig sinnvollen Ansatz, es geht nicht darum, was man haben muss, sondern was man pflegen will. .......
    z.B. astförmige Acroporas bei Chromis, die sich gerne darin verstecken und darin schalfen, ablaichen, etc...

    Hallo Jörg,

    das ist eigentlich nicht das "ungewöhnliche" sondern das Ziel meiner Frage. Vielleicht habe ich es etwas unklar formuliert.
    Mit Nischen habe ich schon die artgerechten Lebensräume der Tiere gemeint.
    Nur finde ich die Informationen darüber nicht so prickeln wie du :winking_face: Bei mir ist es ein Hobby und der Zeitaufwand dafür ist auch etwas eingeschränkt....
    Genauso ist es hier mit den Einkaufsmöglichkeiten, wenn man Fischen einen Versand ersparen möchte, wobei ich da inwischen schon offener bin und auch keine schlechte Erfahrung gemacht habe...
    Nur steht denn eben bei einem "pflegen will"-Fisch im MW-Lexikon "sehr transport empfindlich" :confused_face:

    Mein angesprochener Chelmon ist z.B. auch ein absoluter "haben will" Fisch und ich hatte nie Probleme mit Glasrosen. Im Gegenteil, ich freue mich wenn an einer neuen Koralle mal eine Glasrose für ihn hängt :smiling_face:

    Zitat

    Original von Joerg KokottKlar passen sich viele Fische ihrer Umgebung an, das sollte uns aber nicht dazu veranlassen, irgendwie ein Becken einzurichten und dann zu schauen, was man draus macht.

    Ich halte das wie gesagt aufgrund der Fülle an Informationen und Einrichtungsbeispielen insbesondere im Internet als einen fortschrittlichen Gedanken. .........
    Aber der Pflegegedanke sollte immer im Vordergrund stehen, nicht die Funktionalität!

    Grüße
    Jörg

    Für mich ist die Vielfalt an Fischen zu groß um klar zu wissen was ich pflegen will :O und mein Becken steht auch schon 8 Jahre, darum frage ich ja nach Anregungen :winking_face: Nur aus "Funktionalität" werde ich sicher kein Tier kaufen, dass mir gar nicht gefällt... und wie schon gesagt macht mich beim sehr interessanten Cirrhilabrus solorensis die Transportanfälligkeit und der im MW-Lexikon genannte Raumbedarf vorsichtig.

    Gruss
    Klaus

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