Nesselgifte & Acanthurus

  • Hallo Zusammen,

    ich würde gerne mal wissen wie sich das mit den Nesselgiften und
    einem Acanthurus heiklerer Art wegen der dünnen Schleimhaut auswirkt.

    Welche Korallen neigen zu starkem Nesselgift und welche Anemonen.

    Wie werden diese Nesselgifte am besten neutralisiert (Ozon / Kohle) und in welchen Dosen.

    Welche Korallen solcher Art habt Ihr dennoch in Euren Becken ?

    Dankt Euch

    Gruß Andreas

    HB 160x70x60, TB Dreambox 125, Abyzz A200, RD3 Speedy 50,
    RE Supermarin 200 mit RD3 Speedy 50, ATI Hybrid 4xT5 3xLED + 2xT5 54Watt

    Mein Becken

  • hi,

    ich halte die nesselgifttheorie für übertrieben....

    unsere 11tausendliterkreislaufanlage platzt vor korallen, es schwimmen 2 leucosternons darin, der ozonisator ist ein 100er von sander.

    ob der das "nesselgift" eleminiert?

  • moin,

    ein bekannter von mir (auch händler) setzt besonders heikle tiere, auch heikle acanthurus, immer in seine korallenbecken, da ist das sauberste wasser, und hatte noch nie probleme!

    mfg
    michael

  • Das "soziale" Umfeld scheint wichtiger, wenn z.B. ein Weißkehl nicht wirklich der Chef ist, wird er wohl immer Probleme machen.
    Ozon UND gute UV - Anlage sind ein MUSS!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hallo,
    Ich würde mich da Joe´s Kommentar anschließen wollen. Negativen Einfluss von Nesselgiften, etwa in gelöster Form, konnte ich nie beobachten. Dagegen sahen meine Doktoren in der Kopfregion manchmal so aus, als ob Cryptocarion Einzug gehalten hätte. Da sollte man nicht gleich nervös werden, sondern sich diese Erscheinung genauer betrachten. Diese relativ großen, weißen und gut erkennbaren Stäbchen stehen meist senkrecht auf der Haut. Es sind dann die Ergebnisse von zu viel Fressgier. Um noch an die allerletzten Futterbrocken zu kommen, nehmen sie auch die Nesselzellen der Korallen in Kauf. Wer dem Gewebe zu nah kommt, den bestraft das Leben. Dieses Erscheinungsbild ist aber bald vorbei und nach ein paar Tagen ist alles wieder im Lot. Ein Unwohlsein konnte ich dabei nie beobachten.
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hi
    Also das mit den Nesselgiften...ich halte es für übertrieben.Habe selber ein vollgepacktes Becken mit viele Stein bzw. Auch ein paar Lps Korallen und 2 Anemonen. Vor einiger Zeit habe ich mehrere Ableger gemacht und danach haben viele Korallen ordentlich geschleimt (vorallendingen der enzmann).
    Interessiert hat das meinem leucusternon aber überhaupt nicht .

  • Hi Joe

    Du hast mich bestimmt falsch verstanden :smiling_face:
    Meine Angabe bzw. Posting bezog sich rein darauf dass den Ozonisator sicherlich die Nesselstoffe mit entfernen wird.

    Zitat

    Original von Joe
    hi robi,

    hmmm...wenn ich nicht andere erfahrungen gemacht hätte, würd ich das wahrscheinlich auch denken.

    also, wenn wir nicht haufenweise "nesselgifte" im wasser hätten, wer dann?

  • Moin,

    Zitat

    Ozon UND gute UV - Anlage sind ein MUSS!


    Sorry, dass ist Käse, es macht doch keinen Sinn Technik zu installieren, um das Grundproblem zu überdecken!?
    Sie sind dann ein "MUSS" wenn die Rahmenbedingungen nicht passen, also Wasserwerte, Besatz (Stress) und Fütterung...

    Warum die Acanthurus und Paracanthurus den Ruf weg haben ist sehr einfach erklärt. (und eigentlich gar nicht so schlimm, denn das sorgt [oft] Glücklicherweise dafür das Sie nicht mehr gekauft werden)

    Als man "damals" [90er bis Anfang 2000er]die KH auf über >10 (wegen bösen PH Sturz) gehalten hat, sind die umgefallen wie die Fliegen! Da der extrem basische Wert die Schleimhaut der Tiere angegriffen und für Ektoparasiten anfällig gemacht hat.
    Wenn die KH bei 6-7 gehalten wird, sind Acan und Para nicht wesentlich schwieriger als Zebrasomas oder Chtenocheatus!


    So nun aber bevor sich manche zu arg freuen.
    GRUNDSÄTZLICH Finger weg von den Paracanthurus. Es sind m.W. die einzigen nicht riffgebundenen Doc's und Freischwimmer, welche weit über 100km am Tag zurück legen. Fürs Aquarium ist die "Dori" also bei nüchterner Betrechtung nix.

    Auch ich habe da 2 [quicklebendige] Leichen im Keller, die zwar seit knapp 8Jahren (und 4 Beckenvergößerungen ohne Anfälligkeiten) ihre Bahnen ziehen, aber ich rate jedem unserer Aquarianer eindringlichst von diesen Doc's ab. Auch wenn Sie noch so schön sind, selbst in unserer 1400ltr Raumteiler Schauanlage haben die nix zu suchen, dessen bin ich mir HEUTE! wohl bewußt

    Acanthurus, sollten nur in einem Top Zustand gekauft werden und auch nur dann wenn die Voraussetzungen geben sind und der Halter auch schon ein "paar Tage" das Hobby betreibt. Das ist mehr Wert als ne UV oder Ozonanlage bei irgendeinem Noob

    mfg Chris

  • Hallo Robert,
    Gibt es da irgendeinen wissenschaftlichen Bezug?
    Gruss
    Hajo

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  • Zitat

    Original von Robert Baur
    Hallo Hajo

    wissenschaftlich ist mir nichts bekannt, das sind eher Angaben der Verkäufer/Hersteller von Ozongeräten.

    Schade, daß du immer nur für Reklame stehst :frowning_face:

    Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, daß diese Fische früher völlig problemlos zu halten waren!

    Auch in meinem jetzigen Becken kein Problem (nur weiche und einige LPS), relativ "dreckiges" Wasser.

    Die Nesselgifttheorie halte ich auch für falsch, aber daß es heute sehr heikle Tiere sind, ist Fakt!
    Daher ist der Fred sehr interessant :thup, bin gespannt, ob wir hier ein Ergebnis finden.

    mfg
    michael

  • Hallo Zusammen,

    nicht das Ihr meint, das ich einen Thread aufmachen und dann nichts mehr schreibe :winking_face:
    Ich lese aufmerksam mit.

    Ich habe zB ja ein Mischbecken mit 2-3 Weiche , LPS,SPS und Anemonen (Haddoni + 2 Blasenanemonen)

    Daher ist das schon Interessant für mich zu wissen,
    was Ihr denkt / wisst.

    Gruß Andreas

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  • Hallo Robert,

    lass Dich nicht verwirren. :grinning_squinting_face:
    Nicht nur die Ozongerätehersteller gehen damit hausieren, sondern auch auf Seite 137, im „Ratgeber Meerwasserchemie“ von Armin Glaser, steht geschrieben: „….Auch Toxine, mit denen sich Korallen und Algen gegenseitig bekämpfen, werden durch Ozon zerstört.“
    Da hätten wir es jetzt schwarz auf weiß!
    Ebenso schreibt man diesen Effekt auch der Kohle zu.
    Dass Ozon andererseits auch negative Einflüsse auf einige chemische Elemente in unserem Aquarienmilieu haben kann, wird bei den Herstellern weniger erwähnt.

    Ein frohes und gesundes Neue Jahr 2013
    wünscht
    Hajo

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  • Hallo,

    Das mit den Nesselgiften ist mir zuerst als Meinung einiger Berliner Aquarianer begegnet. Es ist praktisch möglich, jedoch belegen viele positive Pflegeerfahrungen auch mit Weißkehl- und Philippinen-Doktoren, dass diese Nesselgifte praktisch keine Rolle spielen. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass insbesondere kleine Doktorfische da mehr Probleme haben als große, da sie noch dünnere Hautschichten besitzen.

    Das Hauptproblem (wieder mit Bezug auf Berlin = Berliner System) ist die Kalziumhydroxidzugabe, die ja in Berlin mit dem Beginn der Steinkorallenpflege vorwiegend praktiziert wurde. Die hohen pH-Werte - und nicht das Karbonat - greifen die dünnen Schleimschichten der Docs an und machen sie so für Keime (nicht alle Pünktchen sind Cryptocaryon oder Oodinum) anfälliger.

    Als dann die Karbonat-Reaktoren mit CO2-Einspeisung aufkamen, ließen diese negativen Erfahrungen deutlich nach.

    Die UV bzw. Ozonisierung halte ich bei dieser Fischgruppe trotzdem für notwendig, um die Gesamtkeimzahl im Aquarium runterzudrücken - dass dabei auch Nesselgifte und chemische Abwehrsubstanzen reduziert werden ist positiv - auch eher für Korallentiere. Natürliches Meerwasser ist insbesondere im Korallenriff sehr Keimarm, da freischwimmende Keime durch die Korallenvielfalt im Riff reduziert werden (da gibts genügend wiss. Studien). Unsere Meeresfische haben nun mal nicht die dicke Haut- und Schleimschicht eines Karpfens und auch nicht so große Schuppen, um sich gegen hohe Keimzahlen wie im Süßwasser zu wehren. Und was da im Aquarium allein durch die Pflegearbeiten aufgewirbelt wird ist schon beachtlich. Dazu gibt es veröffentlichte Versuche und Tests. Man weiß inzwischen auch dass z.B. Sinnularia und Pocillopora die Keimzahlen (immer nur die freischwimmenden Keime - die positiven MO auf der Dekoration wollen wir ja haben) im Aquarium ganz gut reduzieren. Das ist sicher ein Grund warum einige Aquarianer in ihren Becken auch ohne UV etc. keine Probleme haben.

    Ich habe z.B. derzeit immer mal Probleme mit meinem 8 Jahre alten A. japonicus, wenn ich mal wieder infolge des Wegspritzens des Ohrenschwammes Verschiebungen von Wasserwerten habe, kann aber nicht sagen, ob es an der pH-Verschiebung (Salzsäure - der saure Bereich ist eigentlich weniger problematisch) oder an anderen Werten (z.B. setzt dann regelmäßig eine rote Schmieralgenblüte ein) liegt. Nach 2 - 4 Wochen ist er wieder in Ordnung.

    Im Übrigen gibt es da auch andere Fische die bezüglich der Keime besonders empfindlich sind. Bei mir und einem Bekannten war das z.B. Chromis magaritifer - der hatte schion Pünktchen vor den Doktoren.

    Beste Grüße Andre´

  • Guten Morgen Zusammen,

    ich bin begeistert, wie einig Ihr Euch alle seid :thup

    Freut mich zu lesen dass das Klischee Nesselgifte also nicht wirklich rellevant ist.

    Man macht sich ja so seine Gedanken und liest natrülich auch viel.

    Und es ist halt so dass das Thema Nesselgifte immer wieder aufkommt,
    aber wie das nunmal so ist, wird etwas im Raum geworfen und keiner weiß genau warum und weswegen.

    Ich Danke Euch allen für Eure Informationen und Fachwissen.

    :thup

    Gruß Andreas

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