Stream für Closed Loop?!

  • Achtung! …viel zu lesen! :grinning_squinting_face:

    Hallo Forum,

    Hab hier auchmal eine bescheuerte Idee zum Diskutieren.
    Ich möchte mit diesem Thread mal eine kleine Diskussion lostreten, da ich schon öfters gelesen habe, dass eine Tunze Stream für ein Closed Loop- System keinen falls geeignet wäre. Meiner Meinung nach müsste sie das, wenn auch nur bedingt, aber doch sein.
    Ich muss vorher aber noch anmerken, dass ich noch keine Praktischen Erfahrungen damit gemacht habe und meine Meinung dazu nur auf theoretischen, dafür aber sehr gründlichen, Überlegungen basiert. Aber immerhin beruhte die Erkenntnis, dass die Erde eine Kugel und keine Scheibe ist auch zunächst nur auf theoretischen Überlegungen! :winking_face_with_tongue:
    Die Gedanken dazu habe ich mir überhaupt gemacht, da ich zu den Leuten gehöre, die sich um Geld ein wenig Gedanken machen müssen und daher zum einen eine energetisch möglichst effektive Lösung anstreben und zum anderen auch nicht mal eben 1500 EUR für eine Triton- Pumpe, so gut sie auch sein mag, ausgeben können oder wollen.

    … also folgendes geht mir nun dazu durch den Kopf:
    Ich denke als erstes, dass es nicht die perfekte Pumpe gibt, da jede Pumpe für einen bestimmten Zweck konstruiert wurde und dann meist auch nur in diesem Zweck die beste, weil z.B. energetisch effektivste, Wahl ist.
    Ein Rückförderpumpe wurde meines Erachtens z.B. konstruiert, um das Wasser durch eine manchmal längere und winkelige Rohrleitung und gegen eine gewisse Wassersäule, hervorgerufen durch den meist vorhandenen Niveauunterschied des Aquariums zum Filter, anzupumpen. Soll heißen, sie muss stetig gegen einen gewissen Druck arbeiten und dennoch eine ordentliche Wassermenge fördern.
    Eine reine Strömungspumpe soll dagegen eine möglichst Hohe Wassermenge fördern, ohne dabei einen Druck entgegen arbeiten zu müssen. Sie befindet sich normalerweise direkt im Becken, so dass es keinen Niveauunterschied an der Ansaugseite zur Druckseite hin gibt.

    Natürlich könnte man auch eine Rückförderpumpe zur Strömungserzeugung ins Becken hängen, aber es wäre sicherlich klar, dass für diese Aufgabe eine reine Strömungspumpe viel besser, da effektiver arbeitend, geeignet wäre.
    Eine Strömungspumpe als Rückförderpumpe zu nutzen wäre dagegen sicherlich noch uneffektiver bis gar nicht möglich, es sei denn die Technik würde sich z. B. im gleichen Becken befinden, so die Pumpe das Wasser mehr oder weniger nur durch den Filter bewegen müsste und gegen keine nennenswerte Wassersäule gegen an arbeiten müsste.

    Dennoch kann sicherlich auch einer reinen Strömungspumpe eine gewisse Druckerzeugung nachgesagt werden, auch wenn es dafür keine Kennlinien gaben mag, aber um Wasser einfach nur zu bewegen ist auch eine gewisse „Kraft“ von Nöten.
    Wenn ich mir dazu nun noch Videos über die Funktionsweise einer Tunze- Wavebox ansehe, welche ja nun mit einer Stream- Strömungspumpe betrieben wird, dann kann ich bei jedem aktiven Zyklus der Wavebox, bzw. Einschalten der Pumpe, eine Wasserstandsabsenkung in der Wavebox bis deutlich sichtbar unterhalb des Wasserniveaus im Becken erkennen.
    Dieser Niveau- Unterschied wird ja nun mal einzig und allein durch die Strömungspumpe erzeugt.
    Um das zu verdeutlichen könnte ich mir folgenden Versuch vorstellen:
    Eine Stream auf ein Plexiglasrohr aufgesteckt und in einen Behälter (z.B. Regentonne) halten.
    Gehe mal davon aus, dass der Wasserstand im Rohr höher ist, wie im Behälter. Mal angenommen der Wasserstand im Rohr lege jetzt 30cm höher, wie der Wasserstand im Becken, dann hieße das doch, dass die Pumpe genügend Druck für eine 30cm hohe Wassersäule erzeugen und halten könnte, auch wenn ihre Förderleistung dabei auf 0 zusammenbricht. Man kann sich jetzt doch auch vorstellen, dass die gleiche Pumpe z. B. genügend Druck für 20 cm Niveaunterschied erzeugen würde und dabei immernoch eine bestimmte Wassermenge fördert.
    Jetzt wäre weiter die Frage, warum überhaupt Closed Loop, anstatt einer Strömungspumpe im Becken. Dazu fällt mir ein, dass man neben der gesamten Rohrleitung auch den Druckausgang des Closed Loop durch Steine, etc., besser verstecken kann als eine komplette Strömungspumpe und dass man die Pumpe trocken, außerhalb des Beckens aufstellen kann, was Wartungsarbeiten enorm erleichtert.
    Insbesondere wenn man einen Strömungsausgang im vorderen, unteren Bereich des Aquariums realisieren möchte, wäre dies mit einer Strömungspumpe sicherlich schlechter möglich. Zum einen wäre sie halt gerade im vorderen Bereich schlechter zu verstecken und zum anderen müsste man das Kabel mit verstecken, weshalb man die Pumpe zwecks Wartungsarbeiten noch schlechter entnehmen könnte.
    Die Idee bei Closed Loop sollte nun doch auch sein, dass sich die Ansaugseite genau wie der Druckausgang direkt im Becken befinden. Es gibt hier also auch keinen Niveauunterschied zwischen Ansaug- und Druckseite, so dass die Pumpe lediglich den Reibungswiderstand in der Rohrleitung überwinden muss, welcher jedoch je nach Wahl des Rohrquerschnitts und einer Rohrführung mit möglichst wenig „Kurven“ positiv beeinflusst werden kann. Optimal sollte dieser Widerstand jedoch sehr gering sein.
    Mein Gedanke wäre nun mehr oder weniger eine möglichst Strömungsgünstige, einfache Abart eines Closed Loops, so dass dieses auch mit einer stärkeren Strömungspumpe betrieben werden könnte.
    Man könnte eine Strömungspumpe z. B. nun irgendwo versteckt im Becken auf ein entsprechendes Rohr stecken. ...z.B. halt 63mm, wie die Austrittsöffnung einer größeren Tunze Stream. Dies könnte z. B. in einem Schacht aus Riffkeramik möglich sein, der genügend versteckte Öffnungen in der Deko hätte, dass der Wasserstand in diesem Schacht gegenüber dem übrigen Wasserstand nicht nennenswert abfällt. Dieses 63er Rohr könnte man nun am Boden entlang (...und später durch Deko verkleidet) oder auch außerhalb des Aquariums verlegen. Dabei sollte es Ziel sein eine möglichst kurze Strecke und möglichst wenig „Kurven“, und wenn dann möglichst nur in 45°-Bögen, zu verbauen. Man könnte das Rohr auch mittels Y-Verbindung und entsprechender Verjüngung auf zwei 50er Rohre splitten. Zwei 50er Rohre hätten zusammengenommen dabei immernoch einen größeren Querschnitt, wie ein 63er Rohr. Im Endeffekt wäre die Austrittsöffnung des Rohres dann halt genau so zu verstecken, die die Öffnung eines typischen Closed Loop. ...gut, die Öffnung wäre wohl ein wenig größer, aber möglich wäre es halt. Die Pumpe wäre nun absolut versteckt und je nach Ausführung des Schachtes könnte man sie dennoch gut zwecks Wartung aus dem Becken entnehmen. ...also im Grunde schon eine einfache Abart eines Closed Loops, halt definiert durch die Rohrleitung, oder?
    Ich würde sogar noch weiter gehen, dass man eine Stream dabei ebenfalls „trocken“, außerhalb des Beckens verbauen könnte. Man müsste dabei das 63er Rohr auf 110mm, oder mehr, vergrößern und danach wieder auf 63mm verjüngen. In dem größeren Rohr würde jetzt die Stream sozusagen auf der Verjüngung stecken. Eine entsprechende Verschraubung am großen Rohr und davor und dahinter Kugelhähne würden halt die Wartungsarbeiten an der Pumpe erlauben. Problematisch erscheint dabei höchstens die Kabeldurchführung für die Pumpe, da sie ja komplett im Rohr sitzen würde. Dies wäre aber auch möglich. ...wasserdichte, elektrische Steckverbindungen sind z. B. bei Akku- Tanklampen aus der Taucherei üblich und auch einzelnd erhältlich. Und da halten die im Extrembereich bei Drücken bis über 200m Tiefe dicht, also sicher auch bei der Durchführung durch die Rohrwand.
    Wenn ich mir das Ganze zum Vergleich nun mit einer Rückförderpumpe und mit einer Strömungspumpe vorstelle, dann würde ich wohl eine Red Dragon mit einer Tunze Stream vergleichen. Denke dass die Streams wohl die gebräuchlichsten Strömungspumpen sind und dass Red Dragons sicherlich oft für Closed Loop genommen werden, wenn vor der Anschaffung einer Triton gescheut wird. Gleichzeitig gibt es die Triton meines Wissens nicht mit relativ geringen Fördermengen, von z. B. ca. 8000 l/h, wie es in meinem Fall sein sollte.
    Ich würde nun einfach mal eine Red Dragon 8000 mit einer Tunze Stream 6305 vergleichen wollen, um zu schauen, was wirtschaftlicher sein könnte. ...wie gesagt, theoretisch überlegt, ein Praxisversuch wäre dabei echt spannend!

    Wenn man jetzt also ein möglichst kurzen Closed Loop hätte mit einem 63er Durchmesser und möglichst wenig „Kurven“ und dort die Red Dragon aufsteckt, dann sollte man vermuten, dass ihre Förderleistung bei derart geringem Rohrwiderstand nicht nachweisbar einbrechen würde, also sie ihre 8000 l/h auch fördern würde.
    Würde man dagegen die o. a. Stream aufstecken, dann wird ihre mögliche Förderleistung auch trotz des möglichst geringen Rohrwiderstandes ordentlich einbrechen. Die Frage wäre nun, wie stark sie dabei einbrechen würde. Ihre maximale Förderleistung liegt nun bei 30.000 l/h. Ich könnte mir nun aber vorstellen, dass sie immernoch mindestens vergleichbare 8000 l/h durch das Rohr drücken könnte.
    Wenn man das nun animmt, könnte man auch die weiteren Pumpendaten miteinander vergleichen. Dabei wäre dann die Red Dragon für 640 EUR mit 75 W Leistungsaufnahme unwirtschaftlicher, wie die Stream für 530 Eur und 64 W Leistungsaufnahme. ...als Goodie wäre die Stream darüber hinaus noch regelbar.
    Für diesen Vergleich wäre es halt wichtig, die Verrohrung so zu planen, dass die Stream nicht unter die vergleichbaren 8000 l/h einbricht. Wenn sie jedoch 30.000 l/h maximal fördern könnte, kann man sich doch vorstellen, dass das möglich sein sollte, oder nicht?
    Extrem-Bastler könnten dabei ja noch versuchen, eine Stream auf mehr Druck zu tunen, indem man eine andere Förderschraube, z. B. aus dem Modellbaubereich, mit geringeren Anstellwinkel und vielleicht 3 oder 4 Schraubenblättern auf die Achse steckt.

    So, das wären meine Gedanken dazu. ...nun könnte ihr lachen, grübeln und diskutieren, wie es am liebsten ist. =) Denke selber, dass sich das Ganze recht wild anhört, aber nicht unmöglich.
    Was meint ihr?!

    Beste Grüße,

    Torsten.

  • Hi Torsten,

    einen direkten Vergleich zwischen den völlig unterschiedlichen Pumpen Red Dragon vs. Tunze ist im Ansatz schon kritisch, denn reine Propellerpumpen bauen keinen Druck auf und Impellerpumpen sind nicht unbedingt geeignet, große Wassermengen, wirtschaftlich zu fördern. Die angegebenen Literzahlen, gerade bei Propellerpumpen, sind maßlos überzogen. Torsten Luther hat ein Strömungsmessgerät und wir beide hatten mal das Vergnügen, eine 30.000 Liter Propellerpumpe zu >messen< . Ergebnis... keine 12.000 Liter echte Wasserbewegung.
    Die Strömungserzeugung in Meerwasserbecken ist eine fast unlösbare Aufgabe, gerade in Bezug auf einer echten laminaren Strömung. Nur eine laminare Strömung kommt einer naturnahen Strömung gleich und da gibt es bis heute nichts brauchbares auf dem Markt. Daher bringt es m.E. auch nicht viel, an mehreren Stellen, aus Rohren oder aus Propellerpumpen, Strömung zu generieren. Je mehr Rohre, desto besser. Dagegen steht aber ein Verrohrungsaufwand, der nicht unerheblich ist. Wenn man, z.B. pro Seite 4-8 Ausströmöffnungen hat und diese über ein CL-System anfährt, dann muss die Pumpe schon einiges an Wummes mitbringen, denn sonst bringt das ganze nichts, außer ein laues Lüftchen.
    Das Verteilen von Propellerpümpchen am Beckenrand, sieht nicht nur häßlich aus, es erhöht auch deutlich den Wartungs-und Pflegeaufwand, denn die Ansaugkörbe und Pumpen selbst, müssen regelmäßig gereinigt, gepflegt und entkalkt werden. Die Ansaugkörbe sind echte Todesfallen für eine ganze Anzahl von Riffbewohnern und so manche Anemone, wurde schon geschreddert. Letztendlich sind auch eine Vielzahl von verteilten Propellerpumpen auch nicht viel mehr, als Punktströmungen, die im Mitnahmeeffekt, Wasser mitziehen und daher auch nur ein wenig geeignetes Mittel zur echten Strömungserzeugung, darstellen.

    Übrigens hatten wir das Thema hier schon mal....http://www.meerwasserforum.com/index.php?page…htuser=0&page=1

    Grüße ... Klaus

    Das Leben ist zu kurz, um sich aufzuregen....

  • Hallo Klaus,

    und vielen Dank für Deine Antwort! Freut mich dass Du Dich als Profi in der Pumpenentwicklung auch dazu meldest.
    Echte 12.000 l/h für eine 30.000 l/h Pumpe ist natürlich schon arg wenig. Sei mir nicht böse, dass ich als Anfänger da eher an Problematik beim Messen denke oder vielleicht an einen Fehler der Pumpe, weil ich ansonsten ja schon unlauteren Wettbewerb bei Tunze annehmen müsste.
    Wie sah die Messmethode denn aus?! ...ich meine wenn die Pumpe dabei einen Druck erzeugen muss, wie z.B. ein Messrad bewegen, dann wäre der Einbruch ja nachvollziehbar, da sie dafür ja auch nicht gebaut wäre.
    Wenn sie allerdings unter optimalen Bedingungen tatsächlich nur 12.000 l/h bewegen würde, wäre das ja schon echt ein Hammer.
    Wenn sie gegen einen, wenn auch nur leichten, Druck anpumpt und dann noch 12.000 l/h schaffen würde, wäre meine Theorie ja gar nicht so verkehrt, solange die Rohrleitung selbst keine zu hohen Reibungswiderstände hätte, oder?
    Übrigens habe ich die Frage in ähnlicher Form auch an Tunze gemailt. ...bisher habe ich da aber nur eine Antwort bekommen, über die Nachteile eines Closed Loop. Bleibe da aber hartnäckig und bin mal gespannt, was noch an Antwort kommt! :winking_face:

    Zum Thema laminare Strömun hab ich mir eben mal Deinen Link angesehen, bzw. aufgrund der Größe überwiegend überflogen. Finde das auch nachvollziebar, was Du dort schreibst.
    Allerdings würde mit Deiner vorgeschlagenen Konstruktion doch so etwas wie ein Bachlauf entstehen. Das hätte natürlich eine sehr laminare Strömung zur Folge, aber wäre eine erzeugt Ringströmung im Becken nicht auch eine laminare Strömung? Ich meine wenn ich z.B. einen Aquarium- Würfel hätte und dadrin mittig eine Riffsäule, dann müsste es doch auch mit geringerer Pumpenleistung möglich sein, dass Wasser um die Säule herum so in Schwung zu setzen, dass sich dass Wasser mit gleicher Geschwindigkeit am Rand des Riffs laminar bewegt, wie in einem Aquarium, wo das Wasser laminar von einer, auf die andere Seite gepumpt wird, oder nicht?
    Denke auch dass viele verschiedene Strömungsöffnungen, egal ob von Pumpen oder von Rohrausgängen, ja eigentlich nur das simulieren sollen, was in der Natur dadurch erzeugt wird, dass sich die laminare Strömung an verschiedenen Riffkanten, etc., bricht und das Wasser so verwirbelt wird, oder?

    Wenn man im Aquarium nun eine laminare Strömung in entsprechender Stärke erzeugen würde und gleichzeitig noch einen Wellenschlag mit einbringt, dann hätte ich die Natur doch im Grunde am besten simuliert, oder?
    Hab auch bisher immer nur gelesen, dass die Tiere nicht direkt von einer Pumpe angeströmt werden sollen, sondern dass die Strömung immer an den Tieren vorbei streifen soll, so wie es halt auch bei einer laminaren Strömung der Fall wäre.

    Gruß,
    Torsten.

  • Hallo,

    verfolge HIER das gleich Ziel, auch angeregt durch Klaus seinen Text, baer so ganz sicher bin ich mir noch nicht.

    MfG

  • Zitat

    Von Torsten : Hab auch bisher immer nur gelesen, dass die Tiere nicht direkt von einer Pumpe angeströmt werden sollen, sondern dass die Strömung immer an den Tieren vorbei streifen soll, so wie es halt auch bei einer laminaren Strömung der Fall wäre.


    Wenn deine Austrittsöffnungen der Strömung groß genug sind, spielt das eine untergeordnete Rolle............

    Gruß Gerald

    Mein Becken

    Duh dich net ab..................des wird scho wieder ................

  • Echte 12.000 l/h für eine 30.000 l/h Pumpe ist natürlich schon arg wenig. Sei mir nicht böse, dass ich als Anfänger da eher an Problematik beim Messen denke oder vielleicht an einen Fehler der Pumpe, weil ich ansonsten ja schon unlauteren Wettbewerb bei Tunze annehmen müsste.
    Wie sah die Messmethode denn aus?!
    Wenn sie allerdings unter optimalen Bedingungen tatsächlich nur 12.000 l/h bewegen würde, wäre das ja schon echt ein Hammer.
    Übrigens habe ich die Frage in ähnlicher Form auch an Tunze gemailt. ...bisher habe ich da aber nur eine Antwort bekommen, über die Nachteile eines Closed Loop. Bleibe da aber hartnäckig und bin mal gespannt, was noch an Antwort kommt!

    Ja Torsten, auf diese Antwort warten wir alle schon seit Jahren und es betrifft ja nicht nur Tunze allein, sondern alle Hersteller von Propellerpumpen.

    Wohlwissend, daß sich kein Normalsterblicher ein Strömungsmeßgerät leisten kann, werden da Fantasiewerte auf die Verpackungen gedruckt, die keinem reellen Vergleich standhalten.

    Bei herkömmlichen Kreiselpumpen erhält man ziemlich gute Werte durch auslitern, was jeder schnell selbst zu Hause machen kann oder mittels Prüfstand mit Durchflußmengenmesser und Manometer. Klaus hat soetwas in hochwertiger Ausführung, ebenso die Fa. Venotech, die die Abyzz Pumpen fertigt.

    Bei einer Propellerpumpe muß man über ein Anemometer einfach nur die Abströmgeschwindigkeit direkt am Pumpenausgang erfassen und integrieren, diese mit der abströmenden Fläche multiplizieren und hat sehr genaues Ergebnis. Da gibt es kaum Fehlerquellen oder Abweichungen.
    Das können wir hier in Rostock mit normalen Flügelradanemometern machen oder mit einem Laser Doppler Anemometer. Bei letzterem wird die Geschwindigkeit einzelner Partikel im Raum erfaßt, siehe Bild. Man bekommt damit sehr schöne Grafiken, wie sich die Strömung im gesamten Wasserkörper verteilt, für die Messung einer Pumpenleistung ist das allerdings wie das berühmte Spatzenschießen mit Kanonen.

    Ein gutes Flügelradanemometer ist so genau, daß wir bei Klaus beim Ausmessen einer RD 2 mit 32mm Abgang verglichen mit seinem Prüfstand weniger als 5% Abweichung hatten. Es ist also davon auszugehen, daß die Ergebnisse durchaus genau sind.

    Wer schon einmal versucht hat, eine Pumpe festzuhalten, die 100.000 Liter Wasser pro Stunde abströmt, wird, schneller als ihm lieb ist, feststellen, daß das nicht das Selbe ist, wir vier Tunze 30.000 Liter

  • hi,

    closed loop mit stream haben wir...

    aufgedoppelter boden mit pvc-platte, seitliche kammer an der schmalseite mit glas abgetrennt und zwei rundöffnungen passenmd für zwei streams. in diese kammer steckt man die streams.

    die kammer des doppelten bodens ist mit dem stream-glasabteil verbunden und besitzt auf der den streams gegenüberliegenden schmalseite ein bodeneinlaufgitter.

    die streams blasen nun aus ihrem abteil das wasser ins aquarium, durch das gitter wird es im doppelboden wieder zur streamkammer geleitet.

    ähnliches prinzip haben wir im z-förmigen 8 meterbecken, allerdings als mittig liegender glaskanal und selbstgestrickter propellerpumpe (aussenliegender e-motor mit welle und propeller)

  • Hi,

    hat nicht Norbert auch sowas in die Richtung gebaut?? Bin mir gerade da nicht so sicher.

    Carsten hatte doch auch mal so einen Thred gestartet....ich suche mal den Link.

    @Joe....ich habe die eben eine email geschickt :grinning_squinting_face: Habe da mal ne Frage

    grüße,

    Lars

    PS. Edit: gefunden :grinning_squinting_face: http://www.meerwasserforum.com/index.php?page…sed+loop+stream

    Einmal editiert, zuletzt von Lars Greiss (3. März 2010 um 14:51)

  • Hallo!

    Hab mir gerade mal den Link durchgelesen und das ist auch im Grunde das was ich mir vorgestellt hab. ...halt einfachste Strömungswege, damit der Leistungsverlust möglichst gering ist, aber die Pumpe halt doch versteckt ist.

    Verwirrt mich jetzt aber schon ein wenig, dass dort immer von den Streams die Rede ist, obwohl die ja anscheinend doch nicht so gut zu sein scheinen.

    Torsten hat die Messmethode ja verständlich erklärt, und auch wenn mich das Bild eher an meinen letzten Discobesuch erinnert :D, scheint es dabei ja auch keinen Druckverlust zu geben, so dass die Pumpe im Optimum arbeitet und so wohl die vom Hersteller angegebene Leistung bringen sollte. ...gut, wenn dort ein bischen geflunkert würde ok, aber 12.000 l/h statt 30.000 l/h wäre schon der Hammer.
    Gehe aber eigentlich davon aus, dass Tunze von der Qualität her schon nicht schlecht ist, warum dann dieser unlautere Wettbewerb, der es ja sein würde wenn die Pumpe nur so wenig leistet.

    Vom Verständnis her ist mir das aber immer noch schleierhaft, warum die Stream nur so wenig leistet.
    Ich meine sie wäre in ihrem Einsatzgebiet dann von der wirtschaftlichkeit her nicht mehr viel besser wie eine Rückförderpumpe, oder? ...dabei ist das Pumpenkonzept doch eigentlich einleuchtend besser geeignet, um Wasser Drucklos zu bewegen. Meine ein Propeller beschleunigt das Wasser ja linear und in einer Rückförderpumpe würde es doch um 90° abgelenkt. Daher müsste sie doch eigentlich deutlich wirtschaftlicher arbeiten. Kann mir nicht vorstellen, dass das dann alleine durch den Wirkungsgrad des Pumpenmotors verursacht würde. Wenn doch, dann lieber Herr Jansen, bau mal schnell einen Propeller an die Red Dragon- Motoren! :grinning_squinting_face:

    Gruß,
    Torsten.

  • Wenn es doch so einfach wäre....

    Jeder Pumpentyp hat und wird auch in Zukunft seine Berechtigung haben.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • naja bei mir fördern zwei 20er stream das wasser aus einem gleichhohen technikbecken ins hauptbecken.
    das becken selbst ist 250 x 135 (tief) x 140 (hoch). der überlauf greift erst wenn ca 4-5 cm wasser ins hauptbecken gelangt ist .... d.h. die pumpe arbeitet gegen einen gewissen druck.

    ich wollte wissen was das ding tatsächlich UNGEFÄHR pumpt und hab einfach das volumen, das aus dem technikbecken gepumpt wird bis es aus dem hauptbecken in den überlauf gluckert gegen die zeit gemessen.

    ich kam dabei auf 12000 liter/h .... zu bedenken ist aber, dass die pumpe gegendruck bekommt, da das wasserniveau im technikbecken ja abnimmt und im hauptbecken zunimmt und daher über die leitung ins technikbecken zurückströmen will, an der die pumpe hängt, und das ist nicht der druck von gerade mal 4 oder 5 cm wassersäule, da es sich nicht einfach um eine rohröffnung handelt. naja ist etwas schwer zu erklären wenn mans nicht sieht. ist auch egal

    ich gehe daher davon aus das die tunze angaben annährend stimmen, ob das jetzt 16 oder 17 statt 20 sind is mir jacke .... angaben werden minimal immer geschönt ...

    nix gegen thorstens messung, und ich bin mir auch sicher er kann seine messeinheit bedienen und misst richtig ... aber eine tunze pumpe ist auch nicht gerade repräsentativ

    ich wüsste auch nicht warum ein namhafter hersteller und vor allem einer der schon jahrzehnte am markt ist sich fantasiewerte auf die packung drucken sollte ... glaube ich nicht, wenn das jetzt irgendeine firma aus china (oder sonst einem eher zwielichtigen staat) so machen würde, liese ich mir das noch halbwegs gefallen
    10-15% weniger leistung ok, kann man mit leben ... aber 50?

    ich wäre auch etwas vorsichtiger mit solchen äusserungen, gerade von seiten anderen hersteller, man steht damit schneller in dem schlechtem licht, in das man den konkurenten gerne hinstellen würde .... ohne stichhaltige beweise ist sowas einfach unseriös .... mir persönlich ist es jacke, muss jeder selber wissen was er tut

    2 Mal editiert, zuletzt von Niesmuschel (4. März 2010 um 00:43)

  • Gernot, diese Tatsachen sind lange bekannt und bei Tunze muß man selbst wissen, was man damit bezweckt. Ich habe auch nicht alle Pumpen durchgemessen, dafür habe ich gar keine Zeit. Bei kleineren Nanostreams gibt es einige, bei denen die Angaben sogar einigermaßen stimmen.

    Einen genauen Wert kann man ohnehin nicht beziffern, da die Abströmgeschwindigkeit an einzelnen Punkten der Kreisfläche natürlich unterschiedlich ist. Daher würde ich bei dieser Art Pumpen eine Toleranz von 10% durchaus zugestehen, was von den meisten Käufern sicherlich auch ohne Zögern akzeptiert wird.

    Aber gerade bei dem hochpreisigsten Produkt soetwas anzugeben finde ich etwas ungeschickt. Wenn jemand eine 10.000 Liter Pumpe hat und in´s Wasser hält, dann entwickelt diese ja einen bestimmten Rückstoß für den jeder Laie ein gewisses Empfinden hat. Der Fachmann spricht von Schub, Bootsleute auch von Pfahlzug. Eine 30.000 Liter Pumpe müßte demnach das Dreifache dieser Kraft entwickeln. So etwas ist ja eigentlich für jeden, auch ohne Meßgerät, nachzuvollziehen.

    Wir haben gerade ein Becken gebaut, welches wohl ähnlich dem Deinen funktioniert (ich kann mir das allerdings aufgrund Deiner Beschreibung nur bedingt vorstellen), hätte aber keine wirklich plausible Idee, wie man diesen Vorgang "messen" könnte.

    PS: Wir haben insgesamt drei 30.000er Pumpen gemessen, alle zeigten die selben Werte. Eine wäre wahrlich nicht repräsentativ genug.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

    Einmal editiert, zuletzt von Korallenwelt (4. März 2010 um 08:59)

  • Zitat

    Original von Niesmuschel
    naja bei mir fördern zwei 20er stream das wasser ...
    ich kam dabei auf 12000 liter/h .... zu bedenken ist aber, dass die pumpe gegendruck bekommt, ...
    ich gehe daher davon aus das die tunze angaben annährend stimmen, ob das jetzt 16 oder 17 statt 20 sind is mir jacke .... angaben werden minimal immer geschönt ...

    kommst du mit den beschrieben 2 pumpen auf die 12000 oder mit jeder?? weil sonst wären es ja ca 6000 mit ner 20er... wenn man mal den gegendruck mit berücksichtigt käme die 20er dann vielleicht auf 8-9000?!?

    Grüße
    Daniel

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