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Hallo Forum,
Hab hier auchmal eine bescheuerte Idee zum Diskutieren.
Ich möchte mit diesem Thread mal eine kleine Diskussion lostreten, da ich schon öfters gelesen habe, dass eine Tunze Stream für ein Closed Loop- System keinen falls geeignet wäre. Meiner Meinung nach müsste sie das, wenn auch nur bedingt, aber doch sein.
Ich muss vorher aber noch anmerken, dass ich noch keine Praktischen Erfahrungen damit gemacht habe und meine Meinung dazu nur auf theoretischen, dafür aber sehr gründlichen, Überlegungen basiert. Aber immerhin beruhte die Erkenntnis, dass die Erde eine Kugel und keine Scheibe ist auch zunächst nur auf theoretischen Überlegungen! ![]()
Die Gedanken dazu habe ich mir überhaupt gemacht, da ich zu den Leuten gehöre, die sich um Geld ein wenig Gedanken machen müssen und daher zum einen eine energetisch möglichst effektive Lösung anstreben und zum anderen auch nicht mal eben 1500 EUR für eine Triton- Pumpe, so gut sie auch sein mag, ausgeben können oder wollen.
… also folgendes geht mir nun dazu durch den Kopf:
Ich denke als erstes, dass es nicht die perfekte Pumpe gibt, da jede Pumpe für einen bestimmten Zweck konstruiert wurde und dann meist auch nur in diesem Zweck die beste, weil z.B. energetisch effektivste, Wahl ist.
Ein Rückförderpumpe wurde meines Erachtens z.B. konstruiert, um das Wasser durch eine manchmal längere und winkelige Rohrleitung und gegen eine gewisse Wassersäule, hervorgerufen durch den meist vorhandenen Niveauunterschied des Aquariums zum Filter, anzupumpen. Soll heißen, sie muss stetig gegen einen gewissen Druck arbeiten und dennoch eine ordentliche Wassermenge fördern.
Eine reine Strömungspumpe soll dagegen eine möglichst Hohe Wassermenge fördern, ohne dabei einen Druck entgegen arbeiten zu müssen. Sie befindet sich normalerweise direkt im Becken, so dass es keinen Niveauunterschied an der Ansaugseite zur Druckseite hin gibt.
Natürlich könnte man auch eine Rückförderpumpe zur Strömungserzeugung ins Becken hängen, aber es wäre sicherlich klar, dass für diese Aufgabe eine reine Strömungspumpe viel besser, da effektiver arbeitend, geeignet wäre.
Eine Strömungspumpe als Rückförderpumpe zu nutzen wäre dagegen sicherlich noch uneffektiver bis gar nicht möglich, es sei denn die Technik würde sich z. B. im gleichen Becken befinden, so die Pumpe das Wasser mehr oder weniger nur durch den Filter bewegen müsste und gegen keine nennenswerte Wassersäule gegen an arbeiten müsste.
Dennoch kann sicherlich auch einer reinen Strömungspumpe eine gewisse Druckerzeugung nachgesagt werden, auch wenn es dafür keine Kennlinien gaben mag, aber um Wasser einfach nur zu bewegen ist auch eine gewisse „Kraft“ von Nöten.
Wenn ich mir dazu nun noch Videos über die Funktionsweise einer Tunze- Wavebox ansehe, welche ja nun mit einer Stream- Strömungspumpe betrieben wird, dann kann ich bei jedem aktiven Zyklus der Wavebox, bzw. Einschalten der Pumpe, eine Wasserstandsabsenkung in der Wavebox bis deutlich sichtbar unterhalb des Wasserniveaus im Becken erkennen.
Dieser Niveau- Unterschied wird ja nun mal einzig und allein durch die Strömungspumpe erzeugt.
Um das zu verdeutlichen könnte ich mir folgenden Versuch vorstellen:
Eine Stream auf ein Plexiglasrohr aufgesteckt und in einen Behälter (z.B. Regentonne) halten.
Gehe mal davon aus, dass der Wasserstand im Rohr höher ist, wie im Behälter. Mal angenommen der Wasserstand im Rohr lege jetzt 30cm höher, wie der Wasserstand im Becken, dann hieße das doch, dass die Pumpe genügend Druck für eine 30cm hohe Wassersäule erzeugen und halten könnte, auch wenn ihre Förderleistung dabei auf 0 zusammenbricht. Man kann sich jetzt doch auch vorstellen, dass die gleiche Pumpe z. B. genügend Druck für 20 cm Niveaunterschied erzeugen würde und dabei immernoch eine bestimmte Wassermenge fördert.
Jetzt wäre weiter die Frage, warum überhaupt Closed Loop, anstatt einer Strömungspumpe im Becken. Dazu fällt mir ein, dass man neben der gesamten Rohrleitung auch den Druckausgang des Closed Loop durch Steine, etc., besser verstecken kann als eine komplette Strömungspumpe und dass man die Pumpe trocken, außerhalb des Beckens aufstellen kann, was Wartungsarbeiten enorm erleichtert.
Insbesondere wenn man einen Strömungsausgang im vorderen, unteren Bereich des Aquariums realisieren möchte, wäre dies mit einer Strömungspumpe sicherlich schlechter möglich. Zum einen wäre sie halt gerade im vorderen Bereich schlechter zu verstecken und zum anderen müsste man das Kabel mit verstecken, weshalb man die Pumpe zwecks Wartungsarbeiten noch schlechter entnehmen könnte.
Die Idee bei Closed Loop sollte nun doch auch sein, dass sich die Ansaugseite genau wie der Druckausgang direkt im Becken befinden. Es gibt hier also auch keinen Niveauunterschied zwischen Ansaug- und Druckseite, so dass die Pumpe lediglich den Reibungswiderstand in der Rohrleitung überwinden muss, welcher jedoch je nach Wahl des Rohrquerschnitts und einer Rohrführung mit möglichst wenig „Kurven“ positiv beeinflusst werden kann. Optimal sollte dieser Widerstand jedoch sehr gering sein.
Mein Gedanke wäre nun mehr oder weniger eine möglichst Strömungsgünstige, einfache Abart eines Closed Loops, so dass dieses auch mit einer stärkeren Strömungspumpe betrieben werden könnte.
Man könnte eine Strömungspumpe z. B. nun irgendwo versteckt im Becken auf ein entsprechendes Rohr stecken. ...z.B. halt 63mm, wie die Austrittsöffnung einer größeren Tunze Stream. Dies könnte z. B. in einem Schacht aus Riffkeramik möglich sein, der genügend versteckte Öffnungen in der Deko hätte, dass der Wasserstand in diesem Schacht gegenüber dem übrigen Wasserstand nicht nennenswert abfällt. Dieses 63er Rohr könnte man nun am Boden entlang (...und später durch Deko verkleidet) oder auch außerhalb des Aquariums verlegen. Dabei sollte es Ziel sein eine möglichst kurze Strecke und möglichst wenig „Kurven“, und wenn dann möglichst nur in 45°-Bögen, zu verbauen. Man könnte das Rohr auch mittels Y-Verbindung und entsprechender Verjüngung auf zwei 50er Rohre splitten. Zwei 50er Rohre hätten zusammengenommen dabei immernoch einen größeren Querschnitt, wie ein 63er Rohr. Im Endeffekt wäre die Austrittsöffnung des Rohres dann halt genau so zu verstecken, die die Öffnung eines typischen Closed Loop. ...gut, die Öffnung wäre wohl ein wenig größer, aber möglich wäre es halt. Die Pumpe wäre nun absolut versteckt und je nach Ausführung des Schachtes könnte man sie dennoch gut zwecks Wartung aus dem Becken entnehmen. ...also im Grunde schon eine einfache Abart eines Closed Loops, halt definiert durch die Rohrleitung, oder?
Ich würde sogar noch weiter gehen, dass man eine Stream dabei ebenfalls „trocken“, außerhalb des Beckens verbauen könnte. Man müsste dabei das 63er Rohr auf 110mm, oder mehr, vergrößern und danach wieder auf 63mm verjüngen. In dem größeren Rohr würde jetzt die Stream sozusagen auf der Verjüngung stecken. Eine entsprechende Verschraubung am großen Rohr und davor und dahinter Kugelhähne würden halt die Wartungsarbeiten an der Pumpe erlauben. Problematisch erscheint dabei höchstens die Kabeldurchführung für die Pumpe, da sie ja komplett im Rohr sitzen würde. Dies wäre aber auch möglich. ...wasserdichte, elektrische Steckverbindungen sind z. B. bei Akku- Tanklampen aus der Taucherei üblich und auch einzelnd erhältlich. Und da halten die im Extrembereich bei Drücken bis über 200m Tiefe dicht, also sicher auch bei der Durchführung durch die Rohrwand.
Wenn ich mir das Ganze zum Vergleich nun mit einer Rückförderpumpe und mit einer Strömungspumpe vorstelle, dann würde ich wohl eine Red Dragon mit einer Tunze Stream vergleichen. Denke dass die Streams wohl die gebräuchlichsten Strömungspumpen sind und dass Red Dragons sicherlich oft für Closed Loop genommen werden, wenn vor der Anschaffung einer Triton gescheut wird. Gleichzeitig gibt es die Triton meines Wissens nicht mit relativ geringen Fördermengen, von z. B. ca. 8000 l/h, wie es in meinem Fall sein sollte.
Ich würde nun einfach mal eine Red Dragon 8000 mit einer Tunze Stream 6305 vergleichen wollen, um zu schauen, was wirtschaftlicher sein könnte. ...wie gesagt, theoretisch überlegt, ein Praxisversuch wäre dabei echt spannend!
Wenn man jetzt also ein möglichst kurzen Closed Loop hätte mit einem 63er Durchmesser und möglichst wenig „Kurven“ und dort die Red Dragon aufsteckt, dann sollte man vermuten, dass ihre Förderleistung bei derart geringem Rohrwiderstand nicht nachweisbar einbrechen würde, also sie ihre 8000 l/h auch fördern würde.
Würde man dagegen die o. a. Stream aufstecken, dann wird ihre mögliche Förderleistung auch trotz des möglichst geringen Rohrwiderstandes ordentlich einbrechen. Die Frage wäre nun, wie stark sie dabei einbrechen würde. Ihre maximale Förderleistung liegt nun bei 30.000 l/h. Ich könnte mir nun aber vorstellen, dass sie immernoch mindestens vergleichbare 8000 l/h durch das Rohr drücken könnte.
Wenn man das nun animmt, könnte man auch die weiteren Pumpendaten miteinander vergleichen. Dabei wäre dann die Red Dragon für 640 EUR mit 75 W Leistungsaufnahme unwirtschaftlicher, wie die Stream für 530 Eur und 64 W Leistungsaufnahme. ...als Goodie wäre die Stream darüber hinaus noch regelbar.
Für diesen Vergleich wäre es halt wichtig, die Verrohrung so zu planen, dass die Stream nicht unter die vergleichbaren 8000 l/h einbricht. Wenn sie jedoch 30.000 l/h maximal fördern könnte, kann man sich doch vorstellen, dass das möglich sein sollte, oder nicht?
Extrem-Bastler könnten dabei ja noch versuchen, eine Stream auf mehr Druck zu tunen, indem man eine andere Förderschraube, z. B. aus dem Modellbaubereich, mit geringeren Anstellwinkel und vielleicht 3 oder 4 Schraubenblättern auf die Achse steckt.
So, das wären meine Gedanken dazu. ...nun könnte ihr lachen, grübeln und diskutieren, wie es am liebsten ist.
Denke selber, dass sich das Ganze recht wild anhört, aber nicht unmöglich.
Was meint ihr?!
Beste Grüße,
Torsten.
