Verlust der Schwanzflosse

  • Hallo zusammen!

    Mein Name ist Torsten und ich bin hier schon länger Mitleser. Nun habe ich allerdings ein Problem, bei dem ich eure Hilfe benötige.

    Zur Vorgeschichte: Mein Aqua steht seit 06/2006, der Inhalt wurde aus meinem vorherigen Aqua übernommen und ich hatte nie nennenswerte Probleme – weder mit Korallen noch mit Fischen…. Vor ca 3 Wochen spielte eine meiner beiden Puellaris verrückt. Sie schoss mehrmals am Tag wie wild durchs Becken und wurde nur durch die Abdeckscheiben am Freitod gehindert. Ich schob dies anfangs auf die Tatsache, dass sie blind war (seit sie sich vor ca 1,5Jahren mit jemandem angelegt hatte, ich vermute sie hatte versehentlich Kontakt mit meiner Quadricolor) und sie wohl von jemandem erschreckt wurde. In dieser Annahme fühlte ich mich bestätigt, als ich „Bissspuren“ in ihrer Schwanzflosse (teils war sie auch blutunterlaufen, Verpilzung gab es keine) entdeckte, jedoch konnte ich den Missetäter nicht ermitteln. Der Zustand der Grundel wurde immer ernster bis sie schließlich einige Tage später nur noch taumelnd im Becken lag und verstarb.
    Zwischenzeitlich entdeckte ich beim Zerteilen eines Steines einen stattlichen Kieferwurm von ca 25 – 30cm Länge und gab diesem die Schuld…. .

    Jetzt ist aber einer meiner beiden Kaudernis (siehe Bilder) das nächste Opfer und es sieht so aus, als würde sich der Fisch langsam vom Schwanz her auflösen…. . Er wird von keinem Fisch attackiert, weder von den Grammas, den Clowns oder den 6-Streifen Lippis, noch konnte ich feststellen, dass er nachts Opfer von Übergriffen wird. Und doch wird seine Schwanzflosse seit ca 2 Tagen zusehends kleiner bzw es besteht mittlerweile nur noch ein Stummel (ohne Verpilzung), er frisst nicht, taumelt schon, die Augen werden trübe und ich hab ihn eigentlich abgeschrieben…. . Ich fürchte schon, es könnte sich um so was Ähnliches wie Flossenfäule handeln, zumal seine Atmung auch schneller ist (kann aber auch der Stress sein). Jedoch fehlen mir Verpilzungen oder das Betroffensein weiterer Flossen. Außerdem ist (immer) nur EIN Fisch betroffen.
    Zur Gewissensberuhigung hab ich gestern mal meine UV-Anlage in Betrieb genommen. Was denkt ihr, was es sein könnte und was kann ich dagegen unternehmen, vor allem hinsichtlich einer weiteren Ausbreitung



    Mit freundlichen Grüßen Torsten

    Einmal editiert, zuletzt von Torsten Fiedler (6. Dezember 2008 um 12:32)

  • Servus Horst!

    Mein Besatz sieht wie folgt aus:
    je ein Pärchen von:
    Amphiprion ocellaris
    Gramma loreto
    Pseudocheilinus hexataenia

    aus genannten Gründen nur noch eine(n)
    Valenciennea puellaris
    Pterapogon kauderni (den "Lädierten" habe ich nachmittags erlöst,nachdem ihn der Schnellfilter angesaugt hat und er nach dessen Abstellen nur noch von der Strömung durchs Becken getrieben wurde)
    Ansonsten ne handvoll Einsiedler (Clibanarius tricolor und Calcinus elegans) und Schnecken,
    2 Mespilia globulus und ein Pärchen percnon gibbesi, die aber erst nach dem Ableben der puellaris eingesetzt wurden.
    Wie gesagt,Übergriffe vom restlichen Besatz konnte ich nicht feststellen, auch nachts unter Mondlicht nicht - weitere unliebsame Gäste wie den erwähnten und "in seiner Tätigkeit zwangsumorientierten" Kiefernwurm kann ich leider nicht zu 100% ausschließen (ich glaub aber auch ned wirklich dran).

    Was kannst du mir denn über Flossenfäule berichten? Kannst du das evtl. auf Grund der Bilder und der geschilderten Symptome ausschließen? Ich glaub nämlich auch daran nicht wirklich,da es ja immer nur EINEN Fisch betraf und das im Abstand von etwa 14 Tagen +/- .

    2 Mal editiert, zuletzt von Torsten Fiedler (6. Dezember 2008 um 22:31)

  • Hallo Torsten,

    ich kann Dir leider auch nicht direkt weiterhelfen, aber ich habe im Oktober zum ersten Mal von HLLE
    (Kopf-und Seitenlinienkrankheit) gehört und irgendwie passt das Krankheitsbild, auch wenn der Kauderni kein Doktorfisch ist, bei denen HLLE wohl vornehmlich auftritt.

    Lies Dir doch mal diesen Thread durch, eventuell hilft er Dir ja weiter: zebrasoma mit schwindenden flossen

  • Danke Claudia für den Tipp,

    aber diese HLLE-Geschichte kann ich, glaube ich, ausschließen,da es sich bei beiden Fischen nur auf die Schwanzflosse beschränkt hat. Beim Kauderni hat es zudem nur ca 3 Tage gedauert bis er die letzte Reise antrat . Fütterung ist bei mir auch abwechslungsreich und Frostfutter reichere ich fast immer mit Vitaminen (LIDL) an, somit schließe ich auch Mangelerscheinungen aus. Außerdem nutze ich Aktivkohle nur alle 14 Tage für 3-4 Tage in kleinen Mengen.Irgendwie passt das alles nicht wirklich.... leider oder Gott sei Dank,wie mans sieht.

    Trotzdem nochmals vielen Dank!!

  • Hallo!
    So wie es ausschaut, würde ich auch eher auf eine "mechanische" Verletzung tippen. Nur, das du sowas nicht beobachtet hast, lässt grübeln...Ocellaris können auch gut beißen.

  • Horst: Das stimmt wohl,wobei ich von dem (kleineren) Männchen auch schon des öfteren die Schwanzflosse zu spüren bekam.
    Wer auch richtig gut beissen kann sind die Grammas...:yiih .

    Aber ich konnte nun mal nix beobachten: die anderen Fische sind wie gewohnt am lädierten Kauderni vorbei geschwommen und schenkten ihm nicht mehr Aufmerksamkeit als üblich. Er selbst war auch nicht irgendwo versteckt,sondern hielt sich im vorderen Bereich des Beckens auf - bis ich mitm Handy zum knippsen kam,da hat er sich dann verdrückt.

    Im Moment ist auch alles friedlich - wie immer. Ich hab das Becken auch nicht überbesetzt.... .
    Werde wohl noch ein paar Nachtschichten einlegen müssen,nur doof,dass ich frühs immer raus muss.

  • Normalerweise aber sollten doch solche Verletzungen nicht unbedingt tödlich enden oder? Ich hatte mal einen P. paccagnellae ohne Schwanzflosse, wenn ich nicht irre (ich weiss es ehrlich nicht mehr genau!) ist sie sogar langsam wieder nachgewachsen. Könnte das, wenns ein Biss gewesen ist infektiös zum Ende geführt haben?

  • Hallo Torsten,

    also ich würde auch eher auf eine mechanische Verletzung mit Focus auf eine Bissverletzung tippen. Bei einer bakteriellen Flossenfäule sind neben den Flossen auch meistens die gesamte Schleimhaut, die Kiemen und die Augen (Trübung) betroffen. Ein Bekannter von mir hat unlängst ein kleinen Barsch ( Pictichromis diadema) zugesetzt. Der hat dann in kürzester Zeit einen kleinen Lippfisch und zwei Grundeln an den Schwanzflossen solange angefressen, bis schließlich nur noch die Schwanzwurzel übrig blieb. Die Fische waren dann sehr eingeschränkt in ihrer Beweglichkeit und verstarben innerhalb weniger Stunden/ Tage. Erst als die Symptome und die Verluste weitergingen, konnte er zufällig die Attacken beobachten. Zuvor hatte er als Ursache für die Verluste Borstenwürmer, Anemonenvernesselung oder eine bakterielle Erkrankung vermutet.

    Normalerweise heilen derartige Verletzungen auch wieder aus, aber nur, wenn man die Ursache entfernt hat, damit der Prozess nicht fortschreitet.

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo Torsten!

    Klingt alles irgendwie logisch. Ich werd jedenfalls weiter beobachten,hab aber absolut niemanden in Verdacht - zumal sich der Besatz seit Jahresanfang nicht geändert hat und es auch keine Reibereien zwischen den Bewohnern gibt.
    Ich kann mir einfach keinen Reim draus machen. Der Fisch sah am Ende aus wie "abgelutscht", d.h. es hingen keine Fetzen an der Schwanzwurzel,es war kein Blut zu sehen - es standen nur die Gräten raus und die Schuppen standen an der Schwanzwurzel etwas ab,als hätte sie jemand zurückgeschoben... man kanns auch auf den Fotos erkennen.

    Anemonen lösen doch keine Fische auf,wenn diese vernesselt wurden;meine jungen Kaudernis,die ich mal hatte, haben sich ja auch in der Ane (E. quadricolor) versteckt.... .Sowas geht doch ned wirklich,oder...?Oder?

  • Hi,

    naja, hier war doch kürzlich ein Bericht über eine Anemone, die einen Mandarin erst verschlungen und danach wieder ausgespuckt hat. Der hatte danach wohl einen aufgerissenen Rücken oder so. Was aus ihm geworden ist, weiß ich nicht.

    Die Frage wäre allerdings, warum der Fisch mit seiner Schwanzflosse in die Anemone geraten sollte...

    Sorry, ich weiß da auch nicht weiter.

    Gruß,
    Christiane

    p.s. Kommst du direkt aus Kassel?

  • Servus Christiane!

    Da sich der Mandarin "in" der Anemone befand,denke ich,dass er schon "anverdaut" war.
    Wenn ein Fisch in der Nähe einer Anemone nächtigt,dann kanns schon mal passieren,dass sie in Kontakt geraten - das merkt der Fisch dann aber ziemlich fix,glaub ich. Aber Nesselzellen/-stoffe lösen doch den Fisch ned auf - kann ich mir nicht vorstellen.

    Ja,wohne fast direkt in KS. OT NZ quasi.

  • Hi!

    Schreib mir doch mal, wir wohnen auch in NZ :smiling_face: Vielleicht kann man mal das eine oder andere tauschen oder sonstwie Erfahrungen austauschen. E-Mail: azalee[at]email.de :wink

    Gruß,
    Christiane

  • Moin ihr Zwei,

    bin auch aus eurer Gegend....KS Umland...bin ebenfalls an Erfahrungsaustausch interessiert....

    Kinkmarkus@web.de

    M.f.G

    Markus

    3 Mal editiert, zuletzt von Fischsuppe (9. Dezember 2008 um 00:25)

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