Fische und Garnelen sterben

  • Hallo,

    Ok bei den Schläuchen kommt es wohl auch auf den Hersteller an. Aber das ist ja nun ausgeschlossen.

    Aufgrund der schnellen Kiementätigkeit tippe ich nun mal darauf, dass estwas passiert, was die Sauerstoffaufnahme des Fisches verhindert, er dadurch hecktisch atmet.

    Taucht das immer kurz nach der Fütterung auf? Fressen die betroffenen Fische dasselbe wie die Grundeln?

    Hast du das Wasser mal auf NH3/4 und Nitrit kurz nach der Fütterung getestet.

    Ist irgendwas im Becken das auf die Fütterung reagiert und anfängt Nesselgift abzugeben?

    Ich hol nun mal weit aus also nicht lachen oder böse sein oder falsch verstehen.

    Fasst du das Futter mit den Händen an? Tust du was ins Futter? z.B. Knoblauchgranulat? Oder Knoblauchsalz?

    Ich frage deshalb, weil ich auch hier eine Erfahrung habe, die bestimmt ein kleines Phänomen darstellt, ich beschreibe mal kurz.

    Ein Vereinsmitglied gab dem Fischfutter regelmäßig Knoblauchsalz ins Futter. Wie wir später herausgefunden hatten, enthielt dieses Knoblauchsalz auch Nitritpöckelsalz wohl zur Konservierung. Er hatte auch ein undifferenziertes Fischsterben. Die Wasserwerte waren beim Messen immer im grünen Bereich, weil er nie unmittelbar nach der Fütterung gemessen hatte.

    Kurz nach der Fütterung jedoch gemessen, hatte das Wasser einen kurzen Nitritpeak. Und die Fische japsten nach einiger Zeit und einige starben.

    Das nur mal als Beispiel wie komplex die Ursache sein kann und wie weit hergeholt das auch klingt, es war so.

    Grüße Wiggy

    2 Mal editiert, zuletzt von Wiggy (3. Juni 2010 um 15:28)

  • So gerade stirbt mein Lippfisch. Dieser hat heute morgen noch super gefressen und keine Anzeichen von Schwäche gehabt. Erst war er dann scheu, dann fing die schnelle Atmung an und jetzt schwimmt er schon in Schieflage. Ich habe heute mal "Bacterya" in das Becken gegeben, irgendwie ist es danach schlimmer geworden und die Fische haben sich nur noch versteckt.

    @Wiggy
    Die Grundeln fressen genau das gleiche wie die anderen Fische. Es ist eigentlich unabhängig von der Fütterung, obwohl man das schwer sagen kann, da ich 2 - 3 mal täglich füttere. Direkt nach dem Füttern habe ich noch nicht die Werte gemessen, werde das aber morgen mal machen. Ich gebe aber nichts an das Futter.

  • Hallo,
    Futter mal gewechselt?

    Ich bin da irgendwo intuitiv bei was, das den Fischen den Sauerstoff klaut.

    Gruß Wiggy

  • Hi,

    ich bleib auch dabei, es könnt am Futter liegen - aber nicht was sie fressen, sondern was als Nebenprodukt mit ins Wasser gelangt. Trotz Strömung muss das nicht zwangsläufig vermischt werden, sondern wabert evtl. in einer Wasserschicht, die die Grundeln nicht erreicht... ist nur ein Gedanke.

    Es tut mir echt leid um die Fische, versuch mal nichts mehr zu füttern für die nächsten 1-2 Tage oder komplett bei Granulat bleiben.

    VG,
    Benni

  • Ich füttere seit 3 Tagen nur noch Granulat. Ich baue trotzdem noch ein 112L Becken parallel auf mit Livesand, Lebendsteinen und Wasser von einem Bekannten. Vielleicht kann ich ja die letzten Fische noch retten, wenn in 2 Tagen keine Besserung zu sehen ist. Das Licht lasse ich auch aus, falls es Bakterien oder Algen sind, die Toxide absondern sobald Licht da ist.
    Wenn man hier im Forum so nachliest, dann haben ja einige genau diese Probleme. Es sterben immer die gleichen Fische in gleicher Reihenfolge und Symptpmen. Niemand findet eine Ursache. Erst nach mehreren Monaten kann man wieder Fische einsetzen, welche dann auch überleben.
    Entweder hat das Becken dann seinen Kreislauf gefunden, oder ein Virus/Bakterium kann dann ohne Wirt nicht mehr überleben. Das ist alles sehr seltsam. :loudly_crying_face:

  • Hallo,

    Ok ich telefonier grad mal mit nem Meeresbiologen, der meinte übrigens, dass Licht auslassen keine so gute Idee wäre, weil bei Dunkelheit noch weniger Sauerstoff im Wasser sei. Ich meld mich heute Nachmittag nochmal, vielleicht bekomme ich noch was raus. Er meinte ob du Krustenanemonen drin hast und zwar diese: Palythoas. Wenn ja, sollst du wenn du kannst diese aus dem Becken nehmen.

    Und er sagte dass wenn die Fische sonst gut genährt seien, du mal 3-4 Tage gar nicht füttern sollst.


    Wie gesagt ich telefonier nacher nochmal mit dem und geb dann Bescheid.

    Grüße Wiggy

    Einmal editiert, zuletzt von Wiggy (4. Juni 2010 um 11:05)

  • Hallo,

    so wirklich weiter bin ich auch nicht. Jedoch gibt es Hinweise, die ich mal weitergebe.

    Fakt ist, dass deine Fische, aufgrund deiner Beobachtungen sozusagen ersticken.

    Eine Möglichkeit ist, dass eine Anemone (mehrere Anemonen) auf die Fütterung reagieren und ein Nervengift abgeben, das den Fischen die Aufnahme von Sauerstoff unmöglich macht. Ebenso kann es ein anderes Lebewesen sein, dass im Lebendgestein verborgen ist.

    Das Nervengift würde dann eher im Mittelbereich bis zum oberen Bereich des Beckens verteilt werden und durch gängige Stömungsanordnung eher Grundlebende Fische nicht so intensiv betreffen. Weil Strömungspumpen überwiegend nach oben gerichtet seien und eher nicht nach unten. Für niedere Lebensformen wäre das Gift dann eher harmloser, nicht aber absolut unschädlich.


    Eine Zweite Möglichkeit wäre, Bakterien, die durch die Fütterung angeregt explosionsartig populieren. Dagegen spricht allerdings die am Boden ansässigen Fische, die dann gleichermaßen betroffen sein sollten.

    Es wird empfohlen, insbesondere Nachts das Becken zusätzlich durch Ausströmer vorübergehend zu belüften. Und kurzzeitig über Aktivkohle zu filtern um Gifte aus dem Wasser zu bekommen. Fütterung 2-3 Tage einstellen.

    Ok das ist nun relativ allgemein gehalten, aber ohne den Fisch zu untersuchen ist eine weitere Diagnose gewagt.

    Ist das ein Nichtraucherhaushalt? Wird in Aquariennähe geraucht? Nur noch so nebenbei um es auszuschließen.

    Lieben Gruß Wiggy

    3 Mal editiert, zuletzt von Wiggy (5. Juni 2010 um 00:33)

  • Hallo Wigy,

    Danke für Deine Mühe. Wir sind ein absoluter Nichtraucherhaushlt, eher eine Sportlerhaushalt. =)
    Kleines Update. Heute morgen scheint es den Fischen etwas besser zu gehen. Sie schwimmen nicht mehr so versteckt und atmen etwas langsamer. Das kann natürlich zufall sein. Ich habe gestern nur das Blaulicht für 7h an, habe nicht gefüttert und vorgestern 2 Ampullen "Bacterya" dosiert.
    Sogar der Lippfisch, welchen ich abgeschrieben hatte, da er voll in Schräglage am Boden war, schwimmt wieder normal und sucht nach Futter.
    Falls es an den Bakterien (Nitrifikation) usw des Beckens liegen sollte, bringt es da was, einen groben Filterschwamm im Aquarium zu belassen? Da Nitrat sowieso nn ist, würde das bischen nicht stören, was dadurch entsteht.

    Einmal editiert, zuletzt von Kevin Bittroff (5. Juni 2010 um 09:41)

  • Hallo Kevin,

    ich glaube, der Schwamm ist nicht hilfreich. Wenn ich mal meine Beobachtungen zur Mikrobiologie und zur Gesundheit von Korallen und Fischen verallgemeinern darf, würde ich sagen, dass die abbauenden Bakterien auf den Filterschwämmen eher kontraproduktiv sind, weil sie zur Nährstoffanreicherung beitragen und Substanzen abbauen, von denen die "guten" Bakterien leben, die an nährstoffarme Bedingungen angepasst sind.
    An eine Störung der Stickstoffabbau-Kette glaube ich bei Dir nicht. Ich vermute, Du hast eher zu wenig nährstoffarme organische Substanzen (klingt etwas widersprüchlich) im Becken, von denen die "guten" Vibrio-Arten leben. Diese "guten" Vibrio-Arten besiedeln das Aquarium einschließlich der Schleimhäute und des Verdauungstraktes der Fische und halten die "bösen", krankmachenden Vibrio-Arten durch "antibiotische" Substanzen in Schach. Gibst Du jetzt noch Futter hinein, das mit krankmachenden Vibrio-Arten verseucht ist, haben diese ein leichtes Spiel und das Ergebnis siehst Du an den toten Fischen.

    In diesem Zusammenhang würde ich es auch sehen, dass stark bodengebundene Tiere und insbesondere Detritus- und Aufwuchsfresser besser davon gekommen sind. Sie sind ständig mit den besagten Oberflächen und dem an sich nährstoffarmen Detritus in Kontakt, auf dem die "guten" Bakterien siedeln, könnten also einfach eine bessere Mikrobiologie haben, die sie vor den Krankheitskeimen im Futter schützt.

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (5. Juni 2010 um 10:33)

  • So hier mal ein aktuelles Bild. Der Palettendoc schwimmt wieder ganz normal, die Korallen stehen wie immer gut. Das Licht ist jetzt wieder voll an, füttern werde ich aber erst morgen abend wieder ein klein wenig. Meine Aalgrundel dreht aber fast durch und sucht wie eine Irre nach Futter.
    Ich habe ja für die ganze Geschichte nach wie vor noch diesen einen Schwamm in verdacht, welcher sich unter den Steinen im ganzen Becken verteilt. Dieser sieht aus wie Schimmel, helle graue Fäden wie ein Samtüberzug. Genau diesen hatte ich damals auch im Becken, als die Fische gestorben sind. Das kann Zufall sein, aber in meinem Zwischenzeitlichen Aquarium was lief, hatte ich diesen nicht.

  • @ Hans Werner
    wenn man sich die bösen Viebrionen eingeschleppt hat was kann man den dann machen ? :yideeKein Frostfutter mehr verfüttern ? Hab wohl das gleiche Problem wie Kevin bin langsam echt ratlos . :confused_face:
    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,

    ich denke zwei Maßnahmen sind sinnvoll:

    1) Keine Artemia mehr verfüttern. Man kann auch ganz auf Trockenfutter umsteigen. Hochwertige Meerwasser-Trockenfutter verschlechtern weder Kondition noch Farbe noch Paarungswilligkeit oder Fortpflanzungsvermögen von Meerwasserfischen.

    2) Die Beckenmikrobiologie verbessern. Das geht mit unserem Tropic Marin REEF ACTIF oder (habe ich selbst nicht ausprobiert, ich schließe das aber aus Forenbeiträgen) mit Bakterienpräparaten. Damit sich solch eine gesunde Beckenmikrobiologie entwickeln kann, sollten die Bedingungen im Becken möglichst nährstoffarm und stabil sein, wenig Nitrat und Phosphat. Dafür kann es notwendig sein, für längere Zeit keine Fisch nachzusetzen, bis sich die gesunde Mikrobiologie entwickelt und stabilisiert hat und erst dann das Wasser wieder stärker zu belasten.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Ich vermute, Du hast eher zu wenig nährstoffarme organische Substanzen (klingt etwas widersprüchlich) im Becken, von denen die "guten" Vibrio-Arten leben. Diese "guten" Vibrio-Arten besiedeln das Aquarium einschließlich der Schleimhäute und des Verdauungstraktes der Fische und halten die "bösen", krankmachenden Vibrio-Arten durch "antibiotische" Substanzen in Schach. Gibst Du jetzt noch Futter hinein, das mit krankmachenden Vibrio-Arten verseucht ist, haben diese ein leichtes Spiel und das Ergebnis siehst Du an den toten Fischen.

    hallo hans-werner,

    nun, was mir bei den ganzen "vibrionen"-geschichten der letzten jahre auffällt ist, dass auch fische, die aus gesunden aquarien in andere gesunde aquarien verfrachtet werden, erkanken können.

    es mag sich ein beckenspezifisches gesundheitsmillieu zu etablieren, dass andere, gesunde fische, die dazu gesetzt werden, nicht abkönnen.

    somit gibt es keine wirklich "bösen" vibris, sondern nur fische, die angepasst mit den ein oder anderen leben.

    der "amazonas-effekt vergangener entdeckerzeiten: indios wurden durch einfache "schnupfen"-erreger dahingerafft.

  • Hallo Kevin,

    ein fettreiches Trockenfutter mit 12 bis 15% Fett scheint mir zu weniger Nitrat und Phosphat im Wasser zu führen als Frostfutter.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Joe,

    wie wäre es mit folgendem Erklärungsmodell:

    Fische aus einem Becken ohne pathogene und ohne dichte Populationen der "guten" Vibrionen werden in ein Becken gebracht, wo die "guten" Vibrionen den alteingesessenen Fischbesatz schützen oder auch nur relativ resistente Fische übrig geblieben sind. Die neuen Fische sind nicht resistent gegen die pathogenen Vibrionen und erkranken.

    Grüße

    Hans-Werner

  • ne frage im anschluss an die altgedienten:

    hatten wir früher, als noch keine korallen oder nur die der weichen/ledrigen zu pflegen waren, auch diese "unerklärbaren" fischeverluste?

    kann mich selbst nicht an solche erinnern....

  • Hi,

    vielleicht erinnern sich manche: Ich hatte letztes Jahr quasi das gleiche Problem in unserem 300l-Becken. Fast alle Fische sind gestorben, zuvor schon die Garnelen, und nur eine Partner-Grundel hat überlebt. Die Korallen standen die ganze Zeit über gut. Die Symptome waren die gleichen wir hier: schnelles Atmen, schwaches Rumliegen, Taumeln usw.

    Nachdem bis auf die Grundel alle Fische gestorben waren, ließen wir das Becken monatelang fast ohne Besatz laufen, aber kaum wurden die ersten Chromis eingesetzt, ging es wieder los; sie überlebten nur zwei Tage. Wir räumten das Becken dann komplett aus und siedelten die Lebenden Steine und sämtliche Korallen etc. in ein kleines Becken um, das parallel schon eingefahren war. Wir vermuten, dass es bei uns an Fäulnisstellen lag, die wir beim Ausräumen des Beckens entdeckten (kleinere zwischen Unterbau und Scheibe und sehr viel schwarzes Zeugs in der UV-Anlage). Seit dem Neustart letzten Herbst (mit denselben Steinen!) läuft das Becken problemlos.

    Also, eventuell hat sich in irgendeinem wenig durchströmten Bereich giftiges Zeug gebildet. Oder kann das definitiv ausgeschlossen werden?

    Gute Besserung an die beiden Becken!

  • @ Hans - Werner

    Wie würdest du das Tropic Marin REEF ACTIF in einen 2000 liter Becken dosieren .
    Werd das Mittel plus Bacterien mal probieren mal schaun obs hilft .

    @ Azalee
    Bodengrund hab ich schon fast alles abgesaugt an dem kanns fast nicht liegen .
    Werd nun mal das Futter wechseln meine Großpulypigen werden das Frostfutter vermissen

    @ all
    meint ihr Mysis sind auch mit Vibrionen verseucht ?
    Gruß Andreas

  • Hallo Andreas,

    ich würde mit zweimal wöchentlich einem Messlöffel anfangen und nach 4 Wochen auf zweimal 2 Messlöffel erhöhen.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass Mysis verseucht sind, ist gering, da diese meines Wissens nicht in Teichen gezüchtet oder gefangen werden. Artemia ist ein kritisches Futter, weil es in Teichen oder abgeschlossenen Meeresbuchten gefangen wird und schon wiederholt als Träger von Krankheitserregern, speziell von pathogenen Vibrionen, aufgefallen ist.

    Grüße

    Hans-Werner

  • ... wenn man die Teiche so anschaut, könnte einem auch die Frage nach evtl. von den Artemien gespeicherten Cyanobakterien-Giften kommen, die für den sehr raschen Tod von Fischen verantwortlich sein könnten.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo,
    schon komisch, dass ich sehr sehr häufig Artemia verfüttere, um nicht zu sagen sehr regelmäßig, ob als Frost-Futter oder Flocken, und ich habe noch nie Probleme gehabt.

    Frostfutter spühle ich wegen des Phosphats ab, aber Vibrionen in Artemia naja so soll es dann sein. Dann sind alle meine Fsiche absolut immun dagegen?

    Gelbschwanzdemoisellen, Hawaiidoktor, Schleimfisch, Chromis, Ocellaris?? Alle immun?

    Ich mag diese Vibrionengeschichte nicht so recht glauben und auch mein Biologe schließt die eher aus. Er ist davon überzeugt, dass da mehr Sekundärerkrankungen auftauchen müssten, die dann auch am Fisch sichtbar sind. Also ein solch rapides Fischsterben wegen Vibrionen ob gut und böse, zumal es keine guten und bösen gibt sondern nur solche die die Fische abkönnen und gewohnt sind oder solche die sie nicht kennen, mag ich nun einmal einfach bezweifeln. Hier sind zu häufig längere Zyklen mit Sekundärerscheinungen üblich.

    Hier handelt es sich um ein Fischsterben, das von heute auf morgen stattfindet, da hätte ich die Vibrionenthese gerne etwas genauer erklärt. Denn ein gesunder Fisch stirbt an den Vibrionen meiner Meinung nach nicht über Nacht. Ich mag mich da irren, aber würde dann schon gerne die entsprechende Erklärung dafür haben. Und die Cyanobakteriengifte finde ich als sehr weit hergeholt, weil die auch wenn fast unsichtbar in geringer Menge in fast jedem Aquarium vorkommen.

    Grüße Wiggy

    Einmal editiert, zuletzt von Wiggy (8. Juni 2010 um 04:29)

  • Hallo Wiggy,

    klar gibt es keine guten und bösen Vibrionen, dafür waren ja auch die " " immer dabei, dachte das sei klar.
    Es gibt aber fischpathogene Vibrionen (z. B. Vibrio anguillarum) und nicht-fischpathogene Vibrionen und es ist stand der Wissenschaft, dass die nicht-fischpathogenen Arten als natürliche Besiedler z. B. des Darmes die pathogenen Arten in Schach halten, dafür habe ich mich in den letzten paar Jahren genug mit der Thematik befasst.

    Ob das mit den Vibrionen in Frostfutter-Artemia stimmt, das darfst Du mich nicht fragen, dafür könntest Du die Foren- und Internetsuche bemühen um nach "Harald Mülder" (Tierarzt) und Vibrionen zu suchen.

    Gerade weil mir der Tod der Fische auch etwas zu schnell vorkam, habe ich auch die Cyanogifte noch ins Spiel gebracht. Nicht alle Cyanobakterien sind stark giftig, einige aber schon. Weshalb sollten also in jedem Aquarium Cyanobakteriengifte der wirksameren Sorte vorkommen? Dafür solltest Du mal nach "Harmful Algal Blooms" suchen. Die Farbe der Teiche zeigt jedenfalls an, dass da bestimte Algen/Cyanobakterien in Massen vorkommen müssen.

    Flockenfutter wird erhitzt und getrocknet und ist dann völlig ungefährlich, ob mit oder ohne Artemia.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Ergänzendes zur Wirkung von Microcystinen (giftige cyclische Peptide einiger Cyanobakterien) auf Forellen und von giftigen Fettsäuren auf Tilapia. Hier noch etwas allgemeines.

    Es wird immer die Giftigkeit bei oraler Aufnahme (über das Futter also) betont. Keine Ahnung ob die Konzentrationen in Artemia ausreichend sind, um Fische zu vergiften. Da anzunehmen ist, dass Artemia sehr oft in ihrem Lebensraum mit solchen Giften umgehen muss, kann man eine relativ hohe Restistenz von Artemia gegen die Gifte erwarten.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    vielen Dank für die Erklärungen und Denkanstöße. Das hilft nun um weiterzusuchen und Informationen zu sammeln. Ich hoffe nur, dass das Fischsterben in den Grif zu bekommen ist, bei mir ist das der Alptraum des Aquarianers, wenn undifferenziertes Fischsterben nicht nachvollzogen und verhindert werden kann.

    Aber eine Frage hätte ich noch, bezieht sich die Cyanogifttheorie nicht überwiegend auf Süßwasser, insbesondere Teiche? Und schrieb Kevin nicht, dass er zur Zeit fast ausschließlich Granulat und Trockenfutter verfüttert? Ich wage es deshalb mal einzuschränken, dass hier cyanogifte im Spiel sind.

    Es muss etwas sein, dass sich unabhängig von der Futtersorte schnell bildet und den Anzeichen nach dem Fisch die Sauerstoffaufnahme so erschwert, dass er japsend rumschwimmt und dann stirbt.

    Lieben Gruß Wiggy

    3 Mal editiert, zuletzt von Wiggy (8. Juni 2010 um 15:46)

  • Zitat

    Original von Kevin Bittroff
    ich verwende Mysis und Artemia, die Marke wechselt immer. Ich kaufe das Futter im Edeka/Herkules Baumarkt und brauche es immer in 2 - 3 Wochen auf.

    Hallo Wiggy,

    nach dem Posting waren es Frostfuttersorten, davon eine Artemia.

    Das Cyano-Problem wird vor allem dort untersucht, wo es wirtschaftlich relevant ist. Wahrscheinlich ist das Cyano-Problem in der Süßwasser-Aquakultur bedeutender als in der Fisch-Marikultur.
    Im Meer sind es vor allem die Untersuchungen zu den "Harmful Algal Blooms", die Aussagen über die Giftigkeit von Cyanobakterien machen. Ich habe dazu zu Hause etwas und kann evtl. heute Abend mal nachschauen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Kevin Bittroff
    Ich füttere seit 3 Tagen nur noch Granulat. :loudly_crying_face:

    Hallo Hans Werner ich hab schon richtig gelesen er füttert nur noch Granulat.


    Wenn du noch was an Informationen findest, bin ich ganz Ohr oder sagt man hier besser ganz Auge :grinning_squinting_face:

    Grüße Wiggy

  • Ja, Wiggy,

    gab es seither Todesfälle? Das letzte, was ich gelesen haben, hörte sich doch nach Besserung an, also vielleicht tatsächlich das Futter.

    Ich habe im Prinzip in der Literatur Bestätigungen des schon geschriebenen/verlinkten gefunden, nix neues.

    In der Parallelwelt findet fast die gleiche Diskussion statt.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner, hab das dort auch mal gelesen. Die Fälle scheinen echt recht ähnlich.

    Was mich in beiden Fällen stutzig macht ist die schnelle Reaktion der Fische nach der Fütterung. In dem Fall da drüben wird scheinbar kein Frostfutter mehr gefüttert, wegen schlechter Erfahrung am Anfang.

    Da ich von pathogenen Vibrionen inzwischen erfahren habe, dass die eben nicht so schnell sind, und eben in den häufigsten Fällen von Sekundärerscheinungen -erkrankungen begleitet werden.

    Das Cyanogift schließ ich noch nicht aus, es sei denn Kevin hat nun nachdem er nur noch Granulat füttert ebenfalls Ausfälle und dieselben Symptome nach der Fütterung.

    Dann wiederum stellt sich die Frage, was nach der Fütterung so reagiert und ein Fischgift abgibt, das dem Fisch eben die Erstikungsanfälle antut.

    Eine denkbare Möglichkeit (ok weit hergeholt) wäre, das im Becken was lebt, das bei der Fütterung das Futter wahrnimmt und sofort etwas ausscheidet, was den Fischen schadet.

    Einmal editiert, zuletzt von Wiggy (8. Juni 2010 um 21:44)

  • Kleines Update von mir. Heute ist der Palettendoc und der Lippfisch gestorben. Gestern haben Sie noch gut das Granulat gefressen und heute morgen lagen sie tot im Becken. Die Fische sehen aber tot wie gemalt aus. Keine Krankheitsanzeichen oder sonst as. Nur eben der farbverlust. Das ist sehr komisch und im Moment demotivierend. Ich überlege das Hobby einfach aufzugeben, da mir das jedesmal leid tut mit den Tieren und ich auch nicht das Geld habe, jedesmal mein Becken neu auszustatten. :loudly_crying_face:

  • Hallo, somit verstärke ich die Theorie von mir bzw. dem Biologen, den ich telefonisch kontaktiert hatte.
    Da ist was im Becken das auf Futter reagiert.

    Tut mir leid mit deinen Fischen, ich hoffe du bekommst raus was es ist und machst weiter.

    Einmal editiert, zuletzt von Wiggy (8. Juni 2010 um 21:56)

  • Hallo Wiggy,

    die Frage ist, was es ist. Ich bin ja nicht zum ersten mal betroffen. Es ist ja schon das zweite Becken, was betroffen ist. Was ich ausschließen kann , ist das es was mit den Steinen zu tun hat oder in den Steinen ist. Denn die Steine aus meinem alten Problemaquarium habe ich zum Teil in mein kleines 63Liter aquarium getan und dort ist noch nicht ein Fisch gestorben.
    Die jetzigen Steine liefen ja auch in einem Percula 90 1 Jahr super ohne Fischsterben. Die Korallen sind auch die gleichen, einzig was anders ist, ist der Bodengrund und die Technik.

    Mal eine andere Frage. Wie verhält sich denn die KH auf Fische? Ich habe bei dieser immer starke Schwankungen und diese geht schnell unter 5. Ich dosiere jede Woche viel NaCl um diese hoch zu bekommen. Durch den Wasserwechsel gleiche ich die Dichte usw aber wieder aus. Mein PH Wert ist auch nie über 8.

    Vielleicht wohnt ja zufällig jemand in meiner Nähe, der viel Erfahrung usw in der Meerwasseraquaristik hat und Lust hat, sich das ganze mal anzuschauen. Manchmal sieht ein Außenstehender mehr. Standort ist Thüringen /Bad Salzungen in der Nähe von Eisenach/Bad Hersfeld.

    VG

  • So Kevin...

    Nach den Querverweisen einiger Leute auf die Parallelwelt bin ich aus dieser mal hier rüber geswitched...
    Also: Bei mir EXAKT!!! das Gleiche wie bei Dir. Vor längerer Zeit (vor Weihnachten) erste Fische gestorben, Anemonen totgegangen, Einsiedler wollen nicht mehr so richtig, Garnelen immer gleich tot, Koralleen stehen wie ne eins, Seeigeln und Schnecken geht es gut.

    Becken: 120 x 47,5 x 50 cm (gewölbte Scheibe) ca. 275 l brutto.
    Habe die komplette Rückwand aus Riffkeramik. Sand: Lifesad und Korallt gemischt.
    Abschäumer: Tunze Nano Set 200 mit Abschäumer und Überaufbox
    3 x Strömungspumpe Tunze 6025
    Wasseraufbereitung: ROWA Umkehrosmoseanlage
    UV Anlage 14 W

    Nach dem ersten Sterben habe ich eine Pause von ca. 1 Monat gemacht, dann langsam mit Fischbesatz wieder angefange. Gefühlte 1000 Wasserwechsel zwischenrein. Nun wieder neue Fische und eine Testgarnele rein, dann das Gleiche wieder von vorn. Ich könnte wahnsinnig werden.
    Die Symtome sind auch gleich. Fischen geht es weitesgehend gut, Zugabe von Futter (egal was...) auf einmal zischt der Fisch quer durchs BEcken... dann tot.

    Wir sollten mal dringend schauen ob wir irgendwelche Gemeinsamkeiten haben! Mein Kumpel hatte das auch, hat dann aber wegen ner Dinoplage Antibiotika ins Hauptbecken gekippt und ist seit dem beschwerdefrei.
    Ich habe gestern aus VErzweiflung auch was reingekippt. Red Slime (ist ursprüngl. gegen Cyanos, ist aber ein Breitbandantibiotikum drin. Obs hilft werden wir bald sehen...

    Übrigens: die Riffkeramik sowie Plexiglas ausm Baumarkt hab ich mit einer Silikonastennaht (Silikon ausm Zooladen) befestigt, ausgespült und nen Tag vor der weiterne Arbeit gewartet...

    Bitte lies Dir meinen Thread in der Parallelwelt mal durch. Vielleicht können wir ja durch andere Vergleiche die Ursache eingrenzen.
    In diesem Sinne...

    Grüsse aus Dresden

    Jörg

  • Hallo zusammen,

    ich habe doch noch etwas, und zwar aus dem Buch "Bacterial Fish Pathogens" von Austin und Austin, 1993.
    Demnach ist Vibrio anguillarum ein Teil der normalen Microflora. Die Widerstandskraft des Fisches und die Bedingungen in der Umgebung bestimmen also, ob V. anguillarum als Krankmacher auftritt. V. anguillarum greift ebenso wie die cyclischen Peptide der Cyanos die Leber an. Ein Händler erzählte mir einmal, dass Cyanid (von der Cyanidfischerei) die Leber zerstört und die Fische erst an Selbstvergiftung sterben, wenn sie wieder Futter bekommen. Wie zuverlässig das ist, kann ich nicht sagen, wäre aber eine mögliche Verbindung.
    Die Infektion mit V. anguillarum soll im hinteren Magen-Darm-Trakt beginnen und sich auf andere Organe wie Leber, Milz, Muskeln, Kiemen und Haut ausbreiten. Die Symptome sind u. a. blutige Flecken um die Flossen und den Anus (2. Bild des Z. veliferum auf S. 5 des Threads).
    In Versuchen, in denen Lachse (Oncorhynchus-Arten) infiziert wurden, starben diese innerhalb von 48 Stunden.

    Weitere Vibrio-Arten sollen ebenfalls potenzielle Fisch- und Garnelenkrankheitserreger sein.

    Gerade bei bakteriellen Infektionen sollen Betaglucane hilfreich sein und die Sterblichkeit der Fische deutlich senken können. Betaglucane aktivieren das unspezifische Immunsystem über den Darm. Es gibt Futter (Bassleer´s) mit Betaglucanen und in unserem Tropic Marin IMMUVIT ist es der wirksamste Bestandteil.

    Grüße

    Hans-Werner

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (8. Juni 2010 um 23:04)

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!