Becken einfahren mit Phytoplankton?

  • Hallo,

    folgender Gedankengang:

    Ich baue mein Becken fertig (totes Riffgestein), wässere es wie geplant und rühre dann das Endwasser an. Das wird mit etwas Stickstoffdünger gedüngt und 20l Phytoplankton zugegeben und eine schöne, grüne Bruehe erzeugt.

    Dann erst nach 2-3 Wochen lebende Steine dazu.

    Nutzen?

    Ich erhoffe mir, dass das Phytoplankton erstens noch vorhandenes PO4 aus den Steinen bindet und abschaeumbar macht und dann als Nahrung für das sich bildende Zooplankton aus den lebenden Steinen dient.

    Wie denkt ihr?

    Gruß
    Roger

  • Hi,

    ohne Freßfeinde wird das ganze Becken grün. Der Abschäumer holt kein Phytoplankton raus und wenn das Phyto dann abstirbt oder Du mit UVC das Phyto killst hast Du den ganzen Dreck wieder in der Deko.

    Laß es sein.

    mfg Uwe

  • Hi ,

    ich würd´s auch sein lassen , obwohl der Abschäumer holt schon Phyto raus (hab´ ich mal selbst ausprobiert)
    aber längst nicht alles.
    Selbst wenn du mit Fressfeinden arbeitest , liesse sich die Balanse wahrscheinlich schlecht steuern , und du hasst dann wie Uwe schon schreibt am Ende so oder so noch mehr Dreck als vorher.
    Nimm doch lieber Makroalgen , am besten Chaetomorpha , das wächst wie Sau und lässt sich einfach kontrollieren.

  • HI

    Hat Stefan C. das nicht mal unfreiwillig mit seinem großen Becken ausprobiert?

    Grüße
    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo,

    dass das ne Weile braucht bis es eingeschwungen ist, das ist klar. Aber jede Einfahrphase mit wenig LS braucht lange, oder?

    Und keine Fressfeinde? In meinen Augen bekomme ich die Fressfeinde (Zooplankton)doch mit dem LS dann rein, oder?

    Und wenn die dann sterben, so sind sie auch abschaeumbar, oder?

    Dass ich 4-8 Wochen n gruenes Becken habe, das ist klar ...

    Wir reden ja hier bei einer Einfahrphase immer über ein gewisses Einschwingverhalten von verschiedenen Tier und Bakterienpopulationen. Hier würde sich das halt nicht langsam aufschaukeln und dann wieder langsam einschwingen sondern wuerde erstmal richtig angeschubst werden und sich dann (schneller?) einpendeln, oder?

    Gruß
    Roger

    Einmal editiert, zuletzt von RHT (27. August 2008 um 10:24)

  • Hallo Roger,

    Der Abschäumer hohlt dir das Phyto nicht raus.
    Da musst du schon eine UV Lampe benutzen um das Phyto wieder rauszubekommen.

    Viele Grüße Stephan

  • Hallo Stephan,

    der AS holt mir das Phyto nicht raus, das stimmt, aber wenn Phyto abstirbt dann ists abschaeumbar. Und wenns gefressen und ausgesch... wird, dann schon.

    Also ich hoffe mir damit na klar kein dauerhaftes Problem ins Becken zu holen. Wenn ich in mein Becken derzeit Phyto schuette bleibt das Wasser ja auch nicht gruen ...

    Gruß
    Roger

    Einmal editiert, zuletzt von RHT (27. August 2008 um 11:01)

  • Das gab es hier aber schon öfter, das Becken wegen Phytplankton grün wurden, und nur mit Mühe wieder der bestimmungsgemäßen Verwendung zugeführt werden konnten (Fische gucken).

    Grad in der Einfahrphase wär ich vorsichtig, da entwickeln sich die Verbraucher ja grad erst

    Gruss

    Rüdiger

    Ex-Becken: 230x80x70 mit 60cm Panoramaecke rechts - im Kreislauf ca.1350l - Technikbecken 100x60x40 + Nachfüll-/WW-Becken 40x55x50 - Umwälzung Abyzz 420 eco - 2x Tunze Stream 6100 - 2xHagen 802 - Abschäumer H&S F200 2x2001 - Eigenbaubeleuchtung T5 12x39W + 4x54W - UV DeBary 25W - Ozon Sander 100 - Balling mit Grotech TEC III + EP IV - IEM UO m. Boosterpumpe + Si Filter - 5% WW/Woche, wechselndes Salz --> Bilderthread | Aquabilderbuch | Aquabilderbuch altes 400l Becken

  • Hallo!

    Ich habe meine leeren Becken mit Salzwasser gespült und nur so zum Spaß ein paar Liter Nannochloropsis beigefügt. Nach kurzer Zeit hatte ich rund 1200 l dunkelgrüne Planktonsuppe, die sich weder von Umwälzpumpen noch von einem Abschäumer beeindrucken ließ. Ich habe dann die Pumpen abgeschaltet und Brachionus beigefügt, die wiederum nach einigen Tagen "entgrüntes" Wasser schufen (hatte dann aber 1200 l dichte Brachionus-Suppe :)). Also in einem besetzten Becken oder auch in der Einlaufphase würde ich das nicht machen, zumal das Herausholen mit Brachionus nicht funktioniert, wenn sie durch Umwälzpumpen geschreddert werden.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hmmm ...

    macht mich ja scho nachdenklich ..

    Finde die Idee trotzdem gut, werde aber nochmal drüber pennen :smiling_face:

    Vermehrt sich die Alge eigentlich auch in reinem NaCl Wasser? Laut Claudes Beschreibung sollte man ja zweimal mit Kochsalz waessern - je 1 Woche ...

    Gruß
    Roger

  • Hallo Roger!

    Ich habe Leitungswasser genommen und Meersalz, das noch rumstand. Das hat für die Algen gereicht. Ob es auch mit einer Kochsalzlösung funktioniert hätte, weiß ich nicht, habe aber aufgrund der Erfahrungen in der Planktonzucht erhebliche Zweifel.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Roger,

    ich habe dabei immer die Probleme gehabt, die Grüne Suppe wieder loszuwerden. denn wie Wolfgang schreibt müssen dazu die Pumpen aus sein, das kann aber die LS killen :frowning_face: ! Also musste ich mit heftigen UV Einsatz das Phytoplankton killen.

    Bei mir war bei einem von 12 neuen Becken das Plankton aus den LS gekommen, diese Becken hatte viele Wochen länger benötigt um richtig rund zu laufen.

    Mein Tipp: Nicht tun !

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo Wolfgang, hallo Peter,

    wenn ich das richtig verstehe, dann ist doch bei der Phytoproduktion immer die Nährstoffe der begrenzende Faktor. PO4 sollte in den Steinen genug drin sein - aber woher kommt der Stickstoff? Bei Wolfgang evtl. aus dem Leitungswasser, und bei Dir Peter?

    Was meintest Du mit "Probleme bis zum Rundlauf"?

    Sorry, dass ich so frage - aber ich versuch n bissl die Hintergruende zu verstehen ..

    Gruß
    Roger

  • moin,

    ich weiß jetzt nicht, ist das nicht vergleichbar mit der algenblüte im frühjahr.

    da verschwinden die algen nach einiger zeit auch wieder, wenn die nährstoffe verbraucht sind.
    warum soll das in unseren becken anders sein.

    auch plankton stirbt doch immer einiges und sollte dann über den schäumer entfernt werden. oder hab ich da irgendwo einen denkfehler?

    mfg
    michael

  • Roger,

    da das Plankton wenn es abstirbt ja nicht aus dem Becken entfernt wird (das bisschen Anschäumen kannst du eher vergessen), bleiben die Nährstoffe überwiegend im System. Damit ist das Plankton immer schön grün :grinning_squinting_face:

    Bei mir wurde mit Osmosewasser gearbeitet, Nährstoffe können nur in den LS oder dem Sand gewesen sein. Mit den gleichen (selbe Lieferung) LS und Sand wurden 6 Becken eingefahren. Dort gab es keine Planktonblüte. Das betroffene Becken hat viel länger gebraucht bis eine ausgewogene Population an Kleinlebewesen vorhanden war, auch traten hier vereinzelt Cyanos auf. Daher der (natürlich völlig subjektive) Eindruck es lief nicht so gut wie die anderen Becken.

    Weiteres Beispiel:
    Ich habe 2 Becken 60x40x40 welche ich vor ca 18 Monaten 5-8 cm mit alten verdrecken Bodengrund gefüllt habe. Dieser wurde nur grob gewaschen und kurz mit Schnellfilter gereinigt. Dann wurde viel Phyto zugegeben. Noch heute (!!) sind die Becken satt grün und es wird regelmäßig Plankton für unsere Fischzucht entnommen. Das heißt obwohl ein regelmäßig WW erfolgt, hat der versifft Boden offensichtlich genug Power um die Algen langfristig zu Düngen - sehr zu meinem Vergnügen

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Hallo Peter,

    sehr interessante Diskussion :smiling_face:

    Also erstmal zu der Sache "Das bissl abschaeumen kannst vergessen" - Ist das aber nicht aehnlich dem Prinzip das man bei Wodka einsetzt? Einzeller puschen um die sterbenden abzuschaeumen und damit die Naehrstoffe?

    Deine 60l Becken - hast Du darin etwas um das Zooplankton kleinzuhalten? Ich waere bis jetzt davon ausgegangen, dass das Zooplankton locker siegt auf Dauer. Ist aber n deutliches Zeichen dass ich da irgendwie falsch liege.

    *gruebel*

    Gruß
    Roger

  • Hallo!

    Ich denke auch, dass der Stickstoff bei mir aus dem Leitungswasser kam. Ich hatte nur einen relativ kleinen Abschäumer zur Verfügung, der hat auch ein wenig abgeschäumt, aber so gut wie kein Plankton. Ob das nach dem Absterben des Phyto oder mit einem richtigen "Hochleistungshäcksler" anders gewesen wäre weiß ich nicht, da ich ja Brachionus eingesetzt habe. Wenn alle Nährstoffe verbraucht sind, müsste das Plankton sterben. Aber - wie Peter schon schrieb - es gibt Nachschub durch absterbendes Plankton (das stirbt ja in der Regel nicht auf einen Schlag). Ich habe ein kleines Becken mit etwa 2 l Phytoplankton seit über einem Jahr am Fenster stehen und fülle nur gelegentlich VE-Wasser auf. Das Becken ist immer gleichmäßig grün (in Planktonreaktoren habe ich aber trotzdem schon schnelle Zusammenbrüche erlebt). Die großen Becken rochen nach der Entleerung übrigens irgendwie muffig und die Scheiben waren recht schmierig, was ich auf Bakterien zurückführe. Das könnte - rein spekulativ - auch ein Grund dafür sein, warum es in Peters grünem Becken gebremst anlief.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Wolfgang,
    bist du dir sicher, nicht 'grünes Wasser' eingehandelt zu haben?
    Eben eine grüne Cyanobakterie, welche sich fast ohne zutun fortlaufend regeneriert .
    Habe ich derzeit auch wieder in der Planktonröhre (oder vielmehr das, was von Nanochloropsis übrig blieb).

    Phytoplankton hatte ich zu Beckenstart binnen 14 Tagen 5000 Ltr. undurchsichtiges Grün.
    Die Vermehrungsrate war im heissen Sommer 2003 als exorbitant zu bezeichnen. Keine Ahnung, wie das Phyto ins Wasser kam.
    Ein UV-Klärer schaffte binnen 4 Tagen, das Wasser wieder zu 'klären'.
    Und nun kommts: als Folge hatte ich im Wasser 0,000mg PO4 zu messen. Nitrat auch nichts. Boden und Steine waren aber nach dem Phytoaustrag wahrliche PO4 Lager geworden.

    Servus
    Stefan

  • Hallo Stefan,

    hattest Du einen Abschaeumer am laufen?

    Wie kamst Du dazu, dass Boden usw. ein PO4 Lager waren?

    Gruß
    Roger

  • Hallo Stefan!

    Das ist schon Phytoplankton, welche Art genau, kann ich nicht sagen. Aber Cyanos sind es jedenfalls nicht, das sieht man unter dem Mikroskop.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Roger,

    gemessen, gemessen, gemessen :O
    das durch UV abgetötete Phyto wurde sinnigerweise, -wie man UV normalerweise anschließt-, ins Becken zurück befördert. (Seitdem lasse ich UV übrigens nur noch im Filterbeckenkreislauf selbst arbeiten).
    ich habe daraufhin 300 kg Bodengrund aus dem Becken gesaugt. Abschäumer, Pumpen, -alles ist ganz normal gelaufen. Und das Plankton vermehrte sich ohne Ende.

    Wolfgang,
    ich habe eben solch 'grünes Wasser'; ich kann es weder Algen, noch Cyanos zuordnen. Jedenfalls macht es alle Diichten mit, hat immer die gleiche intensivgrüne Farbe.
    Aber ich brauche das Phyto eigentlich sowieso für nichts.
    Du weißt doch, das bei mir die Artemien Namen haben. :ylol

    Servus
    Stefan

    2 Mal editiert, zuletzt von Stefan C. (28. August 2008 um 19:47)

  • Hi,

    das bißchen Stickstoff was die brauchen kommt über die Luft respektive den Abschäumer rein! Phosphat und Nitrat finden die immer genug im Becken. Absterben tut es nur dann von selber wenn eine Übersättigung mit Phyto im Becken eintritt. In der Regel ist die Vermehrung aber >= den Abbau des Phytos.

    mbb
    wenn Du es nicht glaubst dann mach es und denk später an unsere Ratschläge :winking_face:

    mfg Uwe

  • Zitat

    Original von use
    mbb
    wenn Du es nicht glaubst dann mach es und denk später an unsere Ratschläge :winking_face:

    mfg Uwe

    moin, uwe

    hab ich schon, seit langem, immer ohne probleme :winking_face:

    früher hat mir mein händler zur zugabe geraten, uv hatte ich nicht, wasser war rechr nährstoffreich, ich hab reichlich reingekippt.

    warum ist das nie problematisch gewesen, und ich bin glaub ich nicht der einzige, der lebendes p-plankton ins becken gibt.

    ich hab da zugegeben nicht die große erfahrung, aber nach eurer theorie hätte sich das ganze doch massiv vermehren un d zur plage werden müssen.

    nochmals: oder verstehe ich da was falsch?

    mfg
    michael

  • Zitat

    Original von Stefan C.
    ich habe eben solch 'grünes Wasser'; ich kann es weder Algen, noch Cyanos zuordnen. Jedenfalls macht es alle Diichten mit, hat immer die gleiche intensivgrüne Farbe.
    Aber ich brauche das Phyto eigentlich sowieso für nichts.

    Stefan,

    dann pack mal was in eine PE Flasche und sende es zu mir :winking_face: - denn ich kann es gebrauchen

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Roger,

    wie 60 Liter - das sind stolze 96 *grins*

    In meinen Plankton "Reaktoren" (10 Liter Schott Gläser) bricht mir das Plankton regelmäßig zusammen. Überdüngung, zu wenig gedüngt, Brachi eingeschleppt oder Bakterien Explosion. Aber in meinen beiden 96 L Becken ist nichts passiert. Der Hauptunterschied ist das die Reaktoren wegen der Nähe zum Doppelbalken deutlich wärmer werden, beide Systemtypen sind übrigens nur mit blubbernder Luft bewegt - starre Luftleitung ohne Ausströmer

    Grüße und schönen Tag
    Peter

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