Eingelagertes Phosphat mit Säure aus toten Riffgestein lösen

  • Hallo zusammen,

    ich habe mal eine Frage:
    Ich habe totes Riffgestein aus einem vor ca. einem halben Jahr aufgelösten Becken in 3%iger Salzsaure eingelegt, um die äußere Schicht zu entfernen. Wenn ich jetzt einen Phosphat-Test (von JBL) mit der Lösung (in der das Gestein liegt) mache, kommen bedenkliche Werte (10mg/l) raus. Liegt das am Riffgestein und sollte ich es entsorgen oder können die hohen Phosphat-Werte auch an einer anderen Reaktion liegen?
    Ich hab den Phosphat-Test auch mit der reinen Säure gemacht, das hat keine Werte ergeben...

    Hat irgendjemand Erfahrungen damit?

  • http://www.aquaterrashop.de/steine.php

    ....
    Möchte man nun trotzdem das Aquarium mit totem Riffgestein einrichten, evtl. aus bautechnischen Gründen, kann man diese Steine ebenfalls vorbehandeln.

    Nach dem Einrichten des Aquariums muss dieses mehrmals mit Süss- und Salzwasser gespült werden. Dazu wird das Aquarium jeweils eine Woche komplett gefüllt betrieben. Zweimal mit Süsswasser und zweimal mit Salzwasser (2 kg Kochsalz / 100 Liter).

    Beim letzen Spülen wird dem Wasser etwas Wasserstoffperoxyd zugegeben. (Wir beraten Sie dann gerne über Anwendung und Dosierung) Dadurch werden die noch vorhandenen Nährstoffe oxidiert und können durch die nun eingebrachten Po4 Adsorber gebunden werden. Nach 7 Tagen wird das Becken nochmals komplett geleert.
    Nach dieser Vorbehandlung kann das Aquarium normal in Betrieb genommen werden. Es muss bei solchen Becken aber immer auf den Gelbstoff- und Nährstoffgehalt besonders geachtet werden.
    ....

    Gruß
    Lars

  • Hallo Lars,

    danke für die schnelle Info. Das hatte ich auch vergessen dazu zuschreiben. Die Steine haben das von Dir beschriebene Prozedere schon durchlaufen. Es sind keinerlei "sichtbare" organische Stoffe mehr vorhanden, die Steine sind schneeweiß. Sie jetzt nochmal einer "Säurekur" zu unterziehen ist nur so eine Idee von mir, da sich das Phosphat(Phosphor), ja im Kalk des Steines einlagern kann und so anscheinend abgetragen wird. Was ich aber nicht weiß ist, ob meine Vorgehensweise einen Denkfehler hat. Wenn ich halt die abgeätzte "Suppe" auf Phosphat untersuche, kommt es mir so vor, als ob die Steine nur aus Phosphat bestehen.(extrem hohe Werte)

    Die Frage ist halt ob jemand Erfahrung mit so etwas hat, bzw. ob die entstandenen Werte anders enstehen können und nicht von den Steinen ausgehen?

  • Hallo illuminate (hast Du auch einen richtigen Namen?)

    Die Peroxyd-Säure Behandlung holt mit Sicherheit sehr viel Organik und PO4 aus dem Gestein heraus, aber 100% perfekt wird es auch so nicht werden. Nimm die Steine aus dem Säurebad, spüle sie kräftig mit Wasser ab und wiederhole die Säurebehandlung noch einmal. Messe bei der zweiten Behandlung mal den PO4 Wert, er sollte deutlich niedriger liegen als beim erstem Mal. Danach noch einmal Spülen und fertig. Wenn Du die Steine im Becken hast würde ich erstmal mit Leitungswasser füllen und den pH Wert checken, nicht das noch Säurereste im Gestein sind und Dir den pH Wert in den Keller drücken. Sobald das Gestein pH-neutral ist kannst Du es benutzen. Den PO4 Wert würde ich trotzdem im Auge behalten.


    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo,

    übrigens mein Name ist Andreas.

    Ich habe das Säurebad jetzt testhalber zweimal wiederholt und die Steine zwischendurch kräftig gespült.
    Das Ergebnis ist aber immer das Gleiche. Die Phosphatwerte sind immernoch sehr hoch - 10mg/l.
    Wenn ich das Spiel so weiter treibe, ist bald von den Steinen nichts mehr übrig. :ylol
    Ich denke ich werde die Steine schön im Garten stapeln und es dabei belassen.
    Ich möchte später keine "Sorgenkinder" in meinem Becken haben. Ein Versuch war es ja wert. :frowning_face:

    Gruß
    Andreas

  • Hallo Andreas

    Nun ja, wenn da nach zweimal spülen immer noch so viel PO4 raus kommt, dann ist eine neue Garten Deko wohl keine schlechte Idee. Andererseits haben viele Leute mit totem Riffgestein gut laufenden Aquarien erbaut und die haben nicht diesen Akt mit der Reinigung veranstaltet. Natürlich ist die Säure Methode schon die ganz harte Tour, da kommt wirklich alles raus, beim hohen pH Wert im Aquarium wird viel von dem Zeug niemals in Lösung gehen, bakterielle Besiedlung hin oder her. Kann natürlich auch sein, dass Du besonders fieses Gestein erwischt hast.

    Viele Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Hallo Jens,

    wohin genau verschwindet bei der Saeurebehandlung das PO4?

    Oxidiert nicht grade H2O2 die vorhandene organische Materie zu PO4 (und NO3 und, und, und .. ) Das Oberflaechliche bekommt man da sicherlich weg, aber alles im Stein sollte doch zu PO4 oxidiert werden, entsprechende Depots bilden und nur über die Zeit per Absorber wegzubekommen sein, oder?

    Gruß
    Roger

  • totes riffgestein besteht normalerweise ja aus kalk und der wird durch die säure wohl angelöst/aufgelösst( aber nicht zb durch natronlauge oder wasserstoffperoxid)
    Ich denke , dass durch das auflösen des kalks auch phosphate gelöst werden, die sonst niemals frei werden

  • In das Kalkskelett werden auch Phosphate eingebaut, alles, was an Calcium vorhanden ist, wird durch die starke Säure gelöst, somit auch sämtliches, wie auch immer geartetes Phosphor.
    Vielleicht sind es auch nur wenige Steine mit einem so hohen Gehalt, aber das hilft Dir nicht weiter!

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • HI Roger

    Der größte Teil des PO4 sitzt an der Oberfläche, wenn Du die mit der Säure wegätzt dann geht auch das PO4 in Lösung. Das PO4 verschwindet nicht, aber es wird gelöst und wandert dann mit der Säure in den Abfluss. Das H2O2 bzw. die Chlortabletten für Pools oder das gute Chlorix von Lidl haben nur die Funktion, das organische Material maximal zu oxidieren, sprich in CO2, NO3 und PO4 umzuwandeln. CO2 geht als Gas ab, NO3 bleibt in Lösung und wandert mit dem H2O2 in den Abfluss und das PO4 holt die Säure vom Gestein runter....soweit die Theorie.
    Natürlich bleibt immer ein gewisser Rest im Stein, wenn dazu in einem der Steine z.B. ein fetter Schwamm saß, dann kannst Du lange spülen bis der Gammel komplett raus ist.
    Wie Thorsten schon schrieb, vielleicht ist nur in einem oder zwei Steinen eine fiese Stelle mit extrem großen PO4 Depots, aber das zu finden ist schon ein Problem. Trotzdem denke ich, dass man mit sauberem toten Riffgestein gute BEcken bauen kann, ohne zwangsweise PO4 Probleme zu haben, die Sachen von Norbert sind da wohl der beste Beweis.

    Grüße

    Jens

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  • hi,

    hmmm....kalkgestein bindet po4.

    wenn man jetzt das po4 durch säure löst, wird die oberfläche wieder frei und es kann neues (altes) po4 binden....

    denke auch, wenn der bio-gammel gelöst und ausgespült ist, sollte es gut sein.

    erst völlig aufgelöstes riffgestein ist po4-frei :grinning_squinting_face:

  • Huhu,

    also meint ihr wirklich, dass der groesste Teil an der Oberflaeche sitzt?

    Mir erscheint es halt eher so, dass so ein Stein durch und durch biologisch aktiv ist und die Oberflaeche gegen das Volumen innendrin eher vernachlaessigbar ist.

    Probieren werd´ichs auf jeden Fall. Meine Steine wandern derzeit Stueck fuer Stueck durch die Stationen Dampfstrahler und Chlorbecken und wenn das Becken dann fertig ist wird wie bei Claude vorgeschlagen vorgegangen. Also x-fache Spülung. Hoffe das traegt einen Grossteil weg ... wobei ich halt dem Umstand dass das Wasser ja durch den Stein fliesst und auch von innen PO4 aufnimmt bis jetzt immer als wichtiger als das bissl an der Oberflaeche erachtet habe ...

    Gruß
    Roger

  • Hi Roger

    Oberfläche heißt ja nicht, dass es nur oben auf der sichtbaren Oberfläche ist, sondern auch in den Poren. Wahrscheinlich ist der größte Teil des PO4 nicht im mineralisch fest eingebaut, sondern haftet irgendwo oben drauf. Das oben drauf kann natürlich auch in der kleinsten Pore sein.
    Dampfstrahler und Chlorbecken sollten schon das schlimmste rausholen, danach hilft dann nur noch ganz viel Adsorber

    Jens

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  • Hallo !

    Kann es sein das hier etwas an einander vorbei Diskutiert wird.

    Andreas hat kein totes Riffgestein sondern Steine aus einer Beckenauflösung.
    Dieses hat er nicht mit Wasserstoff oder Chlor sondern mit Salzsäure behandelt.

    Ich vermute in der Salzsäurebehandlung das Problem.

  • Hallo Reinhard

    Andreas schreibt in seinem zweiten Beitrag, dass er die Behandlung lt. Anweisung von der Aquaterrashop Webseite gemacht hat, da ist eine H2O2 Behandlung dabei. Von daher gehe ich davon aus, dass die Steine vor der Säure Behandlung schon ordentlich oxidiert wurden

    Grüße
    Jens

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  • Zitat

    Original von Jens Kallmeyer
    Hallo Reinhard

    Andreas schreibt in seinem zweiten Beitrag, dass er die Behandlung lt. Anweisung von der Aquaterrashop Webseite gemacht hat, da ist eine H2O2 Behandlung dabei. Von daher gehe ich davon aus, dass die Steine vor der Säure Behandlung schon ordentlich oxidiert wurden

    Grüße
    Jens

    Hallo Jens!

    Ja, stimmt.
    Hatte ich falsch interpretiert.

  • Hallo Jens,

    die chemischen Ablaeufe bei einer H2O2 Behandlung sind mir ja halbwegs klar. Aber was ist eigentlich mit der Chlorbehandlung? Wie wird dadurch die Biologie auf und in dem Stein entfernt?

    Zellwaende von Kugelalgen und bestimmte kleine Algen die der Dampfstrahler nicht wegbekommen hat, lösen sich auf jeden Fall nicht auf. Könnte wetten dass das mit H2O2 geht ..

    Gruß
    Roger

  • Hallo Roger

    Die Chlorbehandlung ist ziemlich genau das gleiche wie H2O2, nur das halt NaClO (Natrium-Hypochlorid) benutzt wird. Das Zeug zerfällt, dabei spaltet sich ein freies Sauerstoff-Radikal ab und das oxidiert wie wild alles was es erwischen kann, übrig bleibt NaCl, also Kochsalz. Bei dieser Reaktion wird wohl immer auch das eine oder andere Chlor Radikal gebildet, das macht dann den unangenehmen Geruch.

    Jens

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  • Ah,

    ok, danke. Wundert mich, dass es dann nicht schaeumt???

    Kann man eine Vergleichsberechnung was billiger ist? 30%iges H2O2 kostet ja so 15 Euro/l - zumindest hier in der Apotheke. Dan Chlorix 2-3 Euro - wird aber entsprechend weniger drin sein.

    Muss mal schauen ob ich da was über Inhaltsmengen finde.

    EDIT: Irgendwas unter 5% lese ich grade, nicht näher bestimmt. Also waere H2O2 doch die günstigere Alternative, oder? D.h. lieber in H2O2 1:10 verduennt statt in Dan Chlorix pur, oder? Da weiss man ja auch nicht was evtl. sonst noch an zusaetzen drin ist.

    Und klar, H2O2 1/100 verduennt schaeumt auch nicht mehr ...

    Gruß
    Roger

    Einmal editiert, zuletzt von RHT (18. August 2008 um 10:11)

  • Hallo Roger

    Da gibt es leider noch so ein kleines Problem, und das ist der Zerfall von H2O2 und NaCl0 während der Lagerung. Beide Substanzen zerfallen von selber, und zwar umso schneller, je wärmer es ist. Wenn also so eine Buddel H2O2 einen ganzen Sommer bei 30 Grad im Baumarkt steht, dann werden aus den 20% schnell mal 2%. Beim Chlorix ist das zwar prinzipiell genauso, aber da sollte man von einem höheren Durchsatz im Supermarkt ausgehen.

    Grüße
    Jens

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  • Hi,

    in der Apotheke kosten 10l 12%tiges Natriumhypochlorid technische Qualität ca. 30 Euro :winking_face:
    Ich verwende das nur zum reinigen und desinfizieren meiner veralgten Zuchtbecken.

    mfg Uwe

  • Ich hab ne kurze Zwischenfrage. Ich hab jetzt auch totes Riffgestein ca 10 kg auf 300 Liter Aquariumvolumen und überlege wie ich die organischen Reste (da kleben teils noch Seesterne dran...) abbekommen soll. Angenommen ich geb das so ins Becken und fülle mit Osmosewasser auf. Wie lang dauerts bis ich den PO4 Wert messen kann? Ich denke das gammelt doch erst nach einiger Zeit vor sich hin und wird dann immer mehr oder?

  • Hallo Heiner,

    wenn da richtig viel Organik dran ist, wäre es schade um das Osmosewasser. Auf die Art muss der Dreck erst
    mühsam von Bakterien zersetzt werden, bevor er als Phosphat und Nitrat ins Wasser gelangt.
    Da geht die von Jens vorgeschlagene Methode mit dem Wasserstoffperoxid oder der Chlorbleichlauge wesentlich
    schneller. Wobei ich kein Freund von Chlorbleichlauge im Zusammenhang mit dem Aquarium bin, da ich Bedenken
    wegen Chlorrückständen hätte.

    Gruß Armin

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