• Hallo Zusammen,

    ich frage mich warum eingentlich die sogenannten atmenden Filtersysteme so sehr aus der Mode gekommen sind? Grundsätzlich bietet ein solches System doch vieles von dem was sauerstoffliebende Nitrifikationsbakterien benötigen um einen effektiven Aubbauprozess zu gewährleisten.

    Insbesondere Intervallsysteme (nass/trocken) bieten viele Vorteile, aber auch einige mir bekannte Nachteile.

    Wie seht Ihr das und welche Vor und Nachteile seht Ihr in einem derartigem System?


    Viele Grüße

    Carsten

    Grüße aus der Ideenschmiede

    AQUADRIVER®
    Meisterbetrieb für Feinwerkmechanik

  • moin,

    um es mal etwas genauer zu erläutern:

    jedes dieser aeroben systeme oxidiert stichstoffverbindungen zu nitrat , genau das wollen wir aber nicht im becken haben, da es sich dann in diesen filtern nicht mehr weiter abbauen läßt und somit im becken bleibt.

    der abschäumer z.b. kann die so umgewandelten stoffe nicht mehr erfassen und entfernen :winking_face:

    mfg
    michael

  • ja...ok das sind auch die mir bekannten Nachteile. Es gibt bei diesen Systemen halt Parameter die bislang unkontrollierbar sind... und genau da liegt wohl das Problem. Der Nitrifikationsprozess ist halt überall vorhanden, ob im Filter oder an allen anderen möglichen Oberflächen im Aquarium.

    Die Sache hat ..so denke ich schon ein gewisses Potenzial ..... bringt aber auch Nachteile mit sich.

    Grüße
    Carsten

    Grüße aus der Ideenschmiede

    AQUADRIVER®
    Meisterbetrieb für Feinwerkmechanik

  • Hallo Carsten,

    schön, daß Du diese Frage mal aufwirfst, mich beschöäftigt das auch schon eine ganze Weile.
    WER sagt, daß Schaumstoff Nitratschleuder ist???
    WO steht das???
    Gibt es dafür irgendwelche objektiven Daten?

    Warum Angst haben vor Nitrat, wenn es doch Wodka-Filter gibt?!
    Jaubert und Deep Sand Bed?

    Warum wird häufig NUR dieser EINE Effekt, das - angebliche - Ansteigen des Nitrates - erwähnt,
    nicht aber die Vielen anderen Aspekte, wie zB der beschleunigte Abbau des gelösten Eiweiss,
    was dann wiederum den Einsatz von UV-Beleuchtung notwendig macht etc etc.

    Der SCHNELLE Abbau der gelösten Eiweisse scheint
    mir viel viel wichter als ein paar mg mehr oder weniger
    Nitrat!

    Ich bin noch laaaaange nicht durch mit dem Thema...

    mfg Asko

  • HUHU Carsten

    es ist ja nicht nur Nitrat, sondern auch PO4 :grinning_squinting_face:
    :winking_face_with_tongue:

    und das dass keine Ammenmärchen sind ist bei näherer Betrachtung der Nitrifizierung eigentlich einleuchtend! Das kann man auch rel. einfach im Eigenversuch ausprobieren. :winking_face: (ich habe es schon gemacht, Po4 lag um immerhin min 0,04mg höher /bei 0,18-0,25)

    Eiweise/Aminosäuren(z.B. Fischauscheidungen) werden unter Verwendung von O² zu Ammonium umgewandelt, dieses wieder (Ammoniumoxidation) durch O² zu Nitrit und dieses(Nitritoxidation) wiederum zu Niitrat. Bis hier hin funktioniert das unter Verwendung von z.B. ''Bio Bällen, Keramikkörpern, Filterwatte/Flies'' etc. Das Problem ist das NO³ prinzipiell in sauerstofffreien Zonen zu anorganischem Material abgebaut wird (das ganze ist dann der Stickstoffkreislauf)

    Wodka ist meist alles andere als sicher. Ich kenne eigentlich keinen der dabei geblieben ist, wie sieht es hier aus wer betreibt es seit Jahren? Ulrike fährt ihr System mit Trauben/Fruchtzucker + massiver Abschäumer/Ozoneinsatz. Das über Jahre hinweg und sieht auch sehr gut aus(ist ja prinzipiell identisch). Dennoch ist das ein zweischneidiges Schwert und erfordert einiges an Fingerspitzengefühl vom Halter!!!

    Der kurzzeitige Einsatz von mechanischen Filtermedien ist an und für sich kein Problem, nur sollte man binnen ~24h auch die ganze Geschichte wieder abklemmen!

    mfg Chris

  • Zitat

    Original von eulenspiegel
    Warum Angst haben vor Nitrat, wenn es doch Wodka-Filter gibt?!
    Jaubert und Deep Sand Bed?

    hi asko,

    nun, warum soll man unnötigerweise nitrat produzieren, nur um es dann wieder mit vodka etc. herauszuholen.

    solche filtermatten sind immer nitratproduzenten.

    nur in dem einen beckensystem wirds durch andere organismen abgebaut - in anderen reichert es sich an.

    das lässt sich aber nicht vorausberechnen, sondern nur ausprobieren.

  • Hi Carsten
    Hast du da irgendwas spezielles vor Augen ? Welches ziel willst du erreichen Biologie ? Sauerstoff Anreicherung ?
    Ich hab da auch so ne Idee ..........

    Gruß Gerald

    Mein Becken

    Duh dich net ab..................des wird scho wieder ................

  • Hallo Zsammen,

    warum werden eigentlich immer nur diese feinmaschigen Filtermatten in
    Verbindung mit diesen Filtern gebracht ? Sind gerade diese Filtermaterialien der Auslöser des Nitratproblems?


    Gerald ...ich denke da an so was wie:

    Beispielsweise eine Saüle aus PVC gefüllt mit xxx ( :D) die sich ständig füllt und leert.

    Ich suche halt noch nach Transparenz und Meinungen weil ich auch nicht unbedingt der Meinung bin das diese Systeme generell unbrauchbar sind. Betrachten wir doch mal ein Riffdach bei Ebbe und Flut, was passiert denn da,?

    Grüße

    Carsten

    Grüße aus der Ideenschmiede

    AQUADRIVER®
    Meisterbetrieb für Feinwerkmechanik

  • Zitat

    Original von Carsten P

    warum werden eigentlich immer nur diese feinmaschigen Filtermatten in
    Verbindung mit diesen Filtern gebracht ? Sind gerade diese Filtermaterialien der Auslöser des Nitratproblems?

    Ich suche halt noch nach Transparenz und Meinungen weil ich auch nicht unbedingt der Meinung bin das diese Systeme generell unbrauchbar sind. Betrachten wir doch mal ein Riffdach bei Ebbe und Flut, was passiert denn da,?

    hi carsten,

    nein, das passiert auch bei filterbehältern mit lebenden steinen oder sandfiltern o. äh.

    diese systeme sind dort sinnvoll, wo wenig siedlungsraum für nitrifizierende bakterien vorhanden sind und es eine grosse wasserbelastung durch fische gibt.

  • moin,

    vom prinzip ist das ein rückfall in die steinzeit der mw-aquaristik, meine rieselfilter hab ich vor glaub ich 20j entsorgt :winking_face:

    sicher haben solche filtersysteme in becken mit nitratlimitierung durchaus ihre existenzberechtigung, aber das ist glaub ich nicht die regel! :ylol

    mfg
    michael

  • Hallo!

    Ein sehr interessantes Thema, das Carsten da zur Diskussion stellt! Ich frage mich auch schon lange, ob da nicht einer vom anderen ein wenig kritiklos abschreibt. Was mir (zugegebenermaßen ein Laie) nicht ganz einleuchtet, ist folgendes.
    Die Becken werden vollgepackt mit Lebendgestein und/oder Keramik. Das gibt enorme Oberflächen, auf denen bakterieller Abbau, letztendlich also Nitratproduktion, stattfindet. Gleiches gilt für den Bodengrund. Warum soll das ungefährlicher oder sogar besser sein, als wenn das Gleiche auf Filtermaterialien stattfindet? Dem Einwand, Riffgestein weise auch Zonen für anaeroben Abbau auf, kann man entgegenhalten, dass das z. B. in Glassintermaterial auch der Fall ist, vielleicht sogar besser, weil durch den Produktionsprozess definiert.

    @ Carsten: Vor vielen Jahen habe ich an einem sehr kleinen Becken (heute nennt man das Nano, damals einfach "kleines Becken" :D) einen solchen atmenden Flter betrieben. Er wurde mit einer kleinen Pumpe langsam befüllt und über eine Überlaufrohr selbstständig entleert. Das Prinzip ist sehr einfach. In dem Becken waren aber nur höhere Algen und ein paar Wirbellose. Wie sich das System in einem größeren AQ mit Steinkorallen auswirken würde, vermag ich nicht zu sagen.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Zitat

    Original von Joe
    diese systeme sind dort sinnvoll, wo wenig siedlungsraum für nitrifizierende bakterien vorhanden sind und es eine grosse wasserbelastung durch fische gibt.

    moin,

    meiner meinung nach genau da nicht!

    diese systeme oxidieren alles, der abschäumer kann es nicht mehr entfernen. genau darum sollte in stark besetzten becken auch stark abgeschäumt und auf aerobe systeme verzichtet werden :winking_face:

    mfg
    michael

  • Zitat

    Original von mbb
    diese systeme oxidieren alles, der abschäumer kann es nicht mehr entfernen. genau darum sollte in stark besetzten becken auch stark abgeschäumt und auf aerobe systeme verzichtet werden :winking_face:

    hi,

    die damaligen systeme liessen ja auch das belastete wasser erst über den rieselfilter laufen....der abschäumer hatte dann kaum noch etwas zu tun und die nitratwerte stiegen in 3-stellige bereiche.

    in der heutigen anordnung sind sie m. e. in solchen fischkübeln mit wenig besiedlungfähigem substrat trotztdem sinnvoll und notwendig, um halt diesen bakterien siedlungsraum zu bieten.

  • Zitat

    Original von Wolfgang S
    Die Becken werden vollgepackt mit Lebendgestein und/oder Keramik. Das gibt enorme Oberflächen, auf denen bakterieller Abbau, letztendlich also Nitratproduktion, stattfindet. Gleiches gilt für den Bodengrund. Warum soll das ungefährlicher oder sogar besser sein, als wenn das Gleiche auf Filtermaterialien stattfindet? Dem Einwand, Riffgestein weise auch Zonen für anaeroben Abbau auf, kann man entgegenhalten, dass das z. B. in Glassintermaterial auch der Fall ist, vielleicht sogar besser, weil durch den Produktionsprozess definiert.

    hi wolfgang,

    für die nitrifizierung ist das siedlungsmaterial austauschbar, für die denitrifizierung aber die anaerobe zone in
    ls oder im sandbett etc. notwendig.

    sinterglas setzt sich mit der zeit zu. ls bleibt aufgrund seiner kalkigen grundstruktur infolge von säureproduktion durch bakterien dauerhaft porös.

  • Zitat

    Original von Joe
    in der heutigen anordnung sind sie m. e. in solchen fischkübeln mit wenig besiedlungfähigem substrat trotztdem sinnvoll und notwendig, um halt diesen bakterien siedlungsraum zu bieten.

    moin,

    heutzutage sollte es eigentlich keine "kübel" mit wenig siedlungsraum für anaerobe bacs mehr geben!!!
    genau meine meinung.

    vernünftige tierhaltung erfordert strukturierte becken mit reviergrenzen, versteck- und schlafmöglichkeiten, etc. der aufbau und boden sollte eigentlich genug siedlungsfläche für verantwortungsvoll bestetzte becken bieten :winking_face:

    mfg
    michael

  • Hallo Joe!

    Ja, das könnte ein Argument sein. Wobei ich mir nicht sicher bin, wie hoch und dauerhaft die denitrifizierende Leistung von Riffgestein wirklich ist. Und wie ist es bei Becken mit Keramik? Da dürfte doch erhebliche Fläche für die aerob arbeitenden Kumpel vorhanden sein, aber recht wenig für die anaeroben, oder täusche ich mich da?

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang S (5. Juli 2008 um 23:18)

  • Zitat

    Original von mbb
    heutzutage sollte es eigentlich keine "kübel" mit wenig siedlungsraum für anaerobe bacs mehr geben!!!
    genau meine meinung.

    vernünftige tierhaltung erfordert strukturierte becken mit reviergrenzen, versteck- und schlafmöglichkeiten, etc. der aufbau und boden sollte eigentlich genug siedlungsfläche für verantwortungsvoll bestetzte becken bieten :winking_face:

    hi,

    das hat mit der eigentlichen fragestellung nix mehr zu tun und ist wenig hilfreich in der erörterung.... :face_with_rolling_eyes:

  • Hallo,

    schade dass Ihr wieder fast nur über Nitrat sprecht!!

    Geht es denn NUR um
    Nitrat?
    Geht es nicht AUCH um
    gelöstes Eiweiss, dass von
    vielen verschiedenen/
    verschiedenartigen
    Bakteirien genutzt wird???

    Die Abschäumer holen garantiert nicht alles raus,
    und dem Rest Muss es schnell an den Kragen gehen, ansonsten braucht man wirklich zwingend UV - und bekommt vielleicht trotzdem noch seine Plagen.

    Der Umbau vom Fischkot/
    Urin/Futterrest bis hin zum Ammonium umfasst
    VIELE Stufen mit VIELEN
    Baktierienarten,von denen einige sehr gefährlich/ giftigwerden können
    und ich höre immer wieder nur
    Nitrat, Nitrat, Nitrat...

    mfg Asko

  • Zitat

    Original von Wolfgang S
    Ja, das könnte ein Argument sein. Wobei ich mir nicht sicher bin, wie hoch und dauerhaft die denitrifizierende Leistung von Riffgestein wirklich ist. Und wie ist es bei Becken mit Keramik? Da dürfte doch erhebliche Fläche für die aerob arbeitenden Kumpel vorhanden sein, ab er recht wenig für die anaeroben, oder täusche ich mich da?

    hi wolfgang,

    nun, solches wurde wohl auch noch nicht direkt untersucht....auch über die grösse der oberfläche von keramikdeco im vergleich zu ls gibts keine vergleiche.

    wobei es ja auch beim ls auf die ursprungs-sps ankommt, in verbindung mit sich in den zwischenräumen angelagerten und "verbackenen" anderen strukturen.

  • Zitat

    Original von Joe

    hi,

    das hat mit der eigentlichen fragestellung nix mehr zu tun und ist wenig hilfreich in der erörterung.... :face_with_rolling_eyes:

    wenn du es richtig durchließt und dann nachdenkst, schon :face_with_tongue:

    mfg
    michael

    Einmal editiert, zuletzt von mbb (5. Juli 2008 um 23:12)

  • Hallo Joe,

    zur Klarstellung: Nitrat ist und bleibt schädlich und muss raus!
    Darüber sind wir uns wohl einig.

    Was mich stört ist der verkürzte Blick NUR auf Nitrat
    UND die völlige Verdrängung des Faktors "Bakterien und sonstige Kleinstlebewesen".

    Ein bisschen nachvollziehen kann ich das, weil jede Menge über Nitrat geschrieben steht, aber
    (fast) nichts über Keimdichte, desgleichen kann man Nitrat selber messen, Keimdichte etc nicht,
    und über die Umbaustufen von Fischkot bis hin zum Ammonium ist auch nichts bekannt, jedenfalls
    nicht in breiteren Aquarianer-Kreisen, zB hier im Forum.

    Sind Deine Fragen geklärt?

    mfg, Asko

  • Hallo Asko!

    Zitat

    Was mich stört ist der verkürzte Blick NUR auf Nitrat UND die völlige Verdrängung des Faktors "Bakterien und sonstige Kleinstlebewesen".

    Gut, aber welche Schlussfolgerungen ziehst du aus deiner erweiterten Sicht? Sind dir nun die Bakterien zu viel oder zu unheimlich oder deren Stoffwechselprodukte? Willst du bakteriellen Abbau vermeiden oder fördern? Das ist die Grundfrage dieses Threads.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Zitat

    Original von mbb

    wenn du es richtig durchließt und dann nachdenkst, schon :face_with_tongue:

    trotztdem haben reviergrenzen und strukturen, schlaf und versteckmöglichkeiten nix mit dem thema zu tun.
    das erreicht man auch mit plastikteilen

    der boden nur dann, wenn er auch ausreichend hoch ist.

    übliche fischbecken sind aufgrund von leichter mulmabsaugmöglichkeit auch da meist nur spärlich ausgestattet.

    wobei die zeit von solchen becken eigentlich vorbei ist.

    ansonsten haste natürlich recht in deinen bemerkungen.

  • Hallo Wolfgang,

    ich möchte:
    1. den (verengten?) Blickwinkel erweitern und
    2. die gelösten Eiweisse so schnell wie möglich
    raushaben.
    Da Abschäumer allein das wohl nicht so richtig
    schaffen denke ich ein nachgeschalteter HMF
    kann nur gut sein, AUCH wenn vielleicht der
    NO3 Wert steigen sollte.
    Die vom gelösten Eiweiss lebenden Keime sind
    fakultativ auch Parasitär bzw krankheitserregend.

    mfg, Asko

  • Hallo Asko!

    In diese Richtung denke ich auch, da sind wir uns einig. Aber wie gesagt: Bei aller erweiterten Sichtweise bleibt am Schluss das Problem der Endprodukt- sprich Nitratentfernung. Wenn man kein Harz oder einen Algenfilter einsetzen will, bleibt wohl nur die Nachschaltung einer denitrifizierenden Stufe und dann wird es schon wieder komplizierter. Ich habe an einem 900 l Becken ein etwa 300 l Becken mit Jaubert-Boden und jeder Menge Makroalgen im Kreislauf hängen. Bisher bin ich sehr zufrieden, obwohl ganz bewusst nur ein relativ schwacher Abschäumer mit Ausströmer (Knop Maxi) mitläuft.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Asko,

    wieso gehst du davon aus, dass gerade Eiweiße die Nahrungsgrundlage für besonders bösartige Bakterien sein sollen?
    Es gibt Bakterien, die Eiweiße verwerten können, viele bevorzugen aber einfachere Kohlenstoffverbindungen,
    die autotrophen benötigen statt dessen u.a. Ammonium oder Nitrat.

    Ein aerober Filter, wie er von dir beschrieben wurde, verhindert jedenfalls, dass Nährstoffe schon in ihrer frühen
    Form (z.B. als Eiweiße und Phospholipide) durch Abschäumung aus dem Wasser entfernt werden. Sie werden statt dessen
    teilweise in einfachere organische Verbindungen, zu einem großen Teil aber in Ammonium und Phosphate aufgespalten.
    Das sind alles Substanzen die wesentlich schwerer aus dem Aquarium entfernt werden können.

    Gruß Armin

  • Zitat

    Original von Armin Glaser
    wieso gehst du davon aus, dass gerade Eiweiße die Nahrungsgrundlage für besonders bösartige Bakterien sein sollen?

    moin,

    das interessiert mich jetzt auch, zumindest soweit ich weiß, ist diese these nicht haltbar

    außerdem, das endprodukt aerober filter ist nun mal nitrat. und davon hab ich auch so genug :winking_face:

    mfg
    michael

  • Hallo!

    Der Abschäumer braucht aber auch geraume Zeit, Eiweißverbindungen zu entfernen. In der Zwischenzeit findet im Becken sowieso bereits Umbau statt. Gut, ein Filter beschleunigt das (das ist ja auch sein Sinn), so dass der langsame Abschäumer (vielleicht) noch weniger zum Entfernen bekommt. Aber Umbauprodukte entstehen auch ohne Filter, die bekommt der Abschäumer so und so nicht aus dem System. Gibt es eigentlich eine Untersuchung, ob ein Abschäumer in einem System mit "Biofilter" tatsächlich weniger herausholt als ohne Filter?

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Leute,

    Hallo Wolfgang und Armin,
    mein "Wissen" habe ich aus Guido
    Hückstedt, Aquarienchemie und
    Aquarientechnik.
    Die Bücher sind zwar bald 50 Jahre
    alt, scheinen mir aber immernoch
    gültig zu sein...

    Ich sehe drei Wege, den Gehalt an
    gelösten Eiweissen zu vermindern:
    1. Abschäumung
    2. Mattenfilter und ähnliche
    3. Ozon

    Ozon, dem Abschäumer nachgeschaltet verbrennt alle Eiweisse - die damit auch nicht mehr
    abschäumbar sind.

    Bei UVC bin ich sehr skeptisch, weil
    es zwar etliche Keime tötet, nicht
    aber deren Grundlage entzieht-
    oooooder irre ich mich?

    Macht Vorschläge!!

    mfg, Asko

  • Zitat

    Original von Wolfgang S
    Aber Umbauprodukte entstehen auch ohne Filter,

    moin,

    eben nicht! in einem funktionierenden becken ( aerober PLUS anaerober abbau) wird das im aeroben teil des systems entstehende nitrat weiterverarbeitet und verläßt unser becken am ende des abbauprozesses als N-gas.

    in einen rein aerob arbeitenden filter ist nitrat das endprodukt und wird ins becken abgegeben.

    und das eiweißverbindungen im wasser patogene keime fördert, halte ich für humbug! oder reden wir jetzt von echtem dreckwasser, welches die abwehrkräfte der fische reduziert?

    mfg
    michael

  • Hallo Michael!

    Zitat

    in einem funktionierenden becken ( aerober PLUS anaerober abbau) wird das im aeroben teil des systems entstehende nitrat weiterverarbeitet und verläßt unser becken am ende des abbauprozesses als N-gas.

    Welche anaerobe Leistung die Beckeneinrichtung bringt, dürfte aber sehr vom Zufall, den verwendeten Gegenständen, dem Bodengrund und auch der Standzeit abhängig sein. Ich habe da so meine Zweifel. Ich könnte mir vorstellen, dass der Nährstoffverbrauch durch Algen (auch Zooxanthellen) mengenmäßig höher liegt. Da erscheint es mir fast zuverlässiger, einen denitrifizierenden Filter nachzuschalten.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang S (7. Juli 2008 um 09:03)

  • Zitat

    Original von mbb

    moin,

    eben nicht! in einem funktionierenden becken ( aerober PLUS anaerober abbau) wird das im aeroben teil des systems entstehende nitrat weiterverarbeitet und verläßt unser becken am ende des abbauprozesses als N-gas.

    Hallo Michael!

    Du sprichst hier den idealfall an, der so wahrscheinlich nur bei sehr grossen anlagen mit wenig Besatz vorkommt. Kennst Du solche Becken?

    Die denitrifikation im Aquarium oder Filter findet im gewissem umfang in jedem Becken statt. Den abbau aber bewusst zu steuern ist gar nicht so einfach.
    Dazu muss man zuerst die die richtigen bedingungen für die denitrifizierer schaffen und auch halten.
    Dazu braucht es in erster linie ein Redoxmess und Regelgerät. Die umwandlung beginnt bei ca. -600mV und kann bis ca -900mV relativ gefahrlos betrachtet werden. Hier wird, wenn genügend Kohlestoffverbindungen(ob Essig Parafinschuppen oder Vodka ist dabei egal) vorhanden sind, Nitrat in Stickstoff umgewandelt. Fällt der Redoxwert unter -1200mV entsteht Schwefelwasserstoff. Ist der Redoxwert aber höher als -600mV findet die Umwandlung nur unvollständig statt und Nitrite werden freigesetzt.
    Ich halte daher ungeregelte bewusst hergeführte denitrifikation in Filterbecken bzw in Nitratfiltern für sehr gefährlich. Bei geregelten Nitratfiltern sieht die sache schon etwas besser aus hat aber doch einen Haken. Und der wär grad in der Riffaquaristik die angestrebten niedrigen NO³ werte, leider funktionieren die mir bekannten Filter nur bei einer relativ hohen belastung zufriedenstellend.
    Ausserdem gehts ja wieder nur um Nitrat, andere Stoffe wie PO4 und all die anderen Parameter die für den Laien nicht erfassbar sind reichern sich weiter an. weiter oben wurde behauptet das Nitrat schädlich sei, das stimmt nun ganz und gar nicht. Jeder der schon mal Pflanzenbecken im Süsswasser oder auch Riffbecken mit Nitrat0 betrieben hat sollte bestätigen können das die Becken zu "kränkeln" beginnen.
    Wie fast überall macht hier die Dosis das Gift!
    Auch der schon genannte Mattenfilter ist bei weitem nicht so einfach zu definiern wie es oft gemacht wird.
    Abgesehen von der richtigen durchflussgeschwindikkeiten verändert sich die abbauleistung mit der Standzeit, und das oft nicht unerheblich. So wird zb eine grobe 3cmMatte weniger schnell "vermulmen" und damit im grössten teil aerob arbeiten. Bei einer 10cm feinen Matte sieht die sachlage nach einiger zeit ganz anders aus. Durch sedimente und Mulm die sich in der Matte einlagern fällt in manchen bereichen der Durchfluss stark ab und es bilden sich anaerobe Zonen in denen Nitrat ebenfalls (meist in bescheidenem umfang) abgebaut wird.
    Aus diesen Gründen halte ich aerobe Filter in der Riffaquaristik für kontraproduktiv, bei hochbesetzten .
    Fischbecken aber ideal

    mfg
    fred

  • moin, wolfgang

    sicher spielt auch die nahrungsaufnahme von algen jeder art eine rolle (wenn auch meiner meinung nach eine untergeordnete, aber das ist spekulation)

    aber andererseits bestätigt doch genau das meine meinung, im normalfall sollte der abbau immer in einem gesamtsystem erfolgen. wenn ich jetzt einen teil dieses systems, also nur den aeroben abbau, isoliert betreibe, kann das nicht gut sein, außer ich habe ein zu nährstoffarmes becken und will gezieht no3 zufügen.

    insgesamt ist das doch ein uralter hut, das buch ist so alt, es riecht schon :grinning_squinting_face:
    das haben wir älteren doch früher alle so gemacht und wegen oben geschilderter probleme später verworfen.

    auch ich hatte zwei große rieselfilter im unterbecken, war damals das non plus ultra :winking_face_with_tongue:

    als ich die nach jahren rausgeschmissen und durch zusätzliches ls ersetzt habe, funktionierte mein becken mit einem mal wesentlich besser :thup

    mfg
    michael

  • Hallo MBB,

    ich schlage Dir vor(und allen anderen Skeptikern):
    Du nimmst bitte ein großes Glas, spülst gut aus, füllst es mit 1 l Meerwasser
    aus Deinem Aquarium und fügst ein Ei-Weiss aus einem Ei hinzu.
    Das lässt Du bitte eine Weile offen stehen - :yidee
    und ich bin mir sicher, wir können in einer Woche GUT weiterdiskutieren... :grinning_squinting_face:

    nichts für ungut, mfg Asko

  • moin,

    und was soll das dann beweisen?

    daß es kein funktionierendes system ist?

    oder willst du die dort ablaufenden prozesse etwa mit einem gut laufenden becken vergleichen :winking_face_with_tongue:

    mfg
    michael

  • Hallo Fred,

    das sind ja wilde Redoxwerte, die du da angibst. Wo sind die her? Sind das Redoxpotentialangaben oder Anzeigewerte von
    Redoxmessgeräten mit Ag/AgCl-Elektroden? Auf welchen pH bezogen?

    Denitrifikation kann bei pH 8 schon unterhalb von +675 mV (Anzeigewert +468 mV) stattfinden, je tiefer der
    Redoxwert, desto stärker die Denitrifikation. Sulfatreduktion (=Schwefelwasserstoffbildung) findet unterhalb von
    -280 mV (Anzeigewert -487 mV) statt.

    Gruß Armin

  • Hallo Armin!

    Na da hab ich einen schönen Bock geschossen :yrf

    Bin eigentlich süsswassler und grade erst am anfang die salzigen geschehnisse einigermassen zu durchschauen.
    Da ich die Daten im moment nicht finde kann ich nur aus dem Gedächnis antworten.(ist leider schon lange her)
    Die messkette bestand aus einer Platinelektrode und irgendwas mit silberclorid. Das Gerät aufzutreiben war gar nicht so einfach, es sollte ja im inversen bereich regeln, letztendlich konnte ich es aus einer Kläranlage borgen. Die mV angaben bezogen sich auf die Anzeige des Gerätes. Der Ph war ca bei 5
    Betrieben wurde ein Nitratfilter und mit dem Redoxregelgerät wurde zuerst über eine schlauchpumpe essigessenz dossiert, später der durchflussdurch den filter gesteuert. Getaugt hat das ding allerdings nicht, da erstens die Elektroden schnell einen Belag bekamen und ständig gereinigt werden musste. Ausserdem funktionierte der Filter nur gut bei NO³ über 30mg/l, darunter verhungerten die denitrifizierer vermutlich.

    Bin mir fast sicher das die anzeige bei knapp -1000mv war als die geruchsprobe Schwefelwasserstoff anzeigte.
    Ich bitte um Nachsicht, dachte nicht das die unterschiede so extrem sind.

    MfG
    fred

  • moin,

    war ein doppelpost, hatte deine antwort leider nicht mitbekommen.

    Zitat

    Original von dornwels
    Kennst Du solche Becken?

    na klar, so funzt eigentlich jedes vernünftige mw-becken, meins auch :winking_face:
    das verarbeitet auf die weise immerhin 200- 500g futter - täglich :winking_face_with_tongue:

    naja, aber besonders schwer ist es auch nicht, vorausgesetzt, man weiß, was in seinem becken passiert :winking_face:

    Zitat

    Original von dornwels
    Dazu braucht es in erster linie ein Redoxmess und Regelgerät.

    sorry, die sind in funktionierenden becken absolut überflüssig.
    der redoxwert ist stark ph- abhängig, und bei den ph- schwankungen im becken nur sehr bedingt aussagekräftig. und wo willst du messen, in jedem stein, an wieviel stellen und in welcher tiefe im boden, im freiwasser, im dsb- oder algenfilter,.....

    deine redox- angaben halte ich für abenteuerlich :face_with_rolling_eyes:

    Zitat

    Original von dornwels
    Aus diesen Gründen halte ich aerobe Filter in der Riffaquaristik für kontraproduktiv, bei hochbesetzten .
    Fischbecken aber ideal

    wie ich oben schon schrieb, korallenbecken mit wenig besatz an "fressern" kann davon durchaus profitieren, fische vertragen zwar mehr no3, aber das die das schön finden, möchte ich mal stark bezweifeln :winking_face_with_tongue:

    mfg
    michael

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