Clownfisch ohne anemone

  • HI
    Ich weiß, den einen oder anderen thread gibt es darüber schon, ich möchte aber nochmal zu einer aktuelen Diskusion aufrufen zu dem Thema.
    Ich lese hier ständig das Clownfischhaltung ohne Anemone nicht artgerecht wäre.
    Ich kenne jetzt 2 aquarianer persöhnlich die diese Fische ohne Anemone halten.Im einen becken wohnen sie in einer Ehrenbergi und im andern becken in einer Riffsäule und sie leichen regelmäßig ab.
    Das ableichen fasse ich jetzt einfach mal als wohlfühlen auf.

    Wenn ich jetzt den begriff artgerecht auseinander nehme, ist es sicherlich richtig das diese Art von Fischen in der freien Natur in einer Anemone leben.
    Aber wieso wird es teilweise verhöhnt wenn eine deutsche Nachzucht(oder generell eine Nachzucht) nun ohne eine Anemone lebt und ersatz annimmt?
    Ich meine die nachzuchten die ohne Anemone leben haben doch noch nie eine anemone gesehen.
    Ich denke der Instinkt der Tiere der sie dazu veranlasst in eine Anemone zu leben ist einfach ein Schutzinstinkt.
    Wenn keine anemone vorhanden ist sucht sich der Fisch anderweitig schutz.Haubtsache ist dabei doch das der fisch dieses Schutzbedürfniss erfüllt kriegt.Wenns nun eine passende höhle,eine Ehrenbergi oder eine Euphyllia ist, ist das generell doch ok?
    Da kann man doch nicht pauschalisieren das dieses Pärchen clownsfische nicht Artgerecht gehalten wird nur weil es nicht in einer anemone wohnt.

    Was meint ihr?

    Gruß
    Johannes

  • Ich halte auch ein Paar Amphiprion ocellaris, DNZ, ohne Anemone. Bei mir haben sie eine Sarcophyton für sich entdeckt. Ich kann jetzt nicht behaupten, dass es den beiden schlecht geht weil sie keine Ane haben. War mir in diesem kleinen Becken zu riskant. Wenn das größere Becken aber startet soll recht früh eine Entacmaea quadricolor einziehen, die sich dann ihren Platz in Ruhe suchen kann.

  • Hi Johannes,

    zuerst einmal:
    Wer einmal ein Pärchen oder wie bei mir eine Gruppe bzw zwei Pärchen Anemonenfische mit
    Anemonen beobachten konnte, wird sie niemals mehr ohne diese halten wollen.

    Klar geht es auch ohne und wenn die Fische keinen Feinddruck haben (sich also sicher fühlen)
    können sie sich auch wohlfühlen. Aber die Frage ist doch, ob es auch artgerecht ist? Klar, Fische in
    einen Glaskasten sperren ist niemals artgerecht, aber man sollte ihnen doch schon weitestgehend
    die Chance geben sich so verhalten zu können, wie sie es in der Natur auch tun würden.

    Meine vier sind auch Nachzuchten und ich weiß nur, dass sie knapp 90 Miunuten nach Einsetzen
    bereits in ihrer quadricolor saßen. Sicher, kann sein dass sie sich auch eine Euphyllia ausgesucht hätten, haben sie aber nicht.

    Die andere Seite musst Du auch bedenken. Die Korallen sind mit Sicherheit sehr gestresst und so eine
    Anemone kommt einfach besser mit den Hausbesetzern klar.

  • Hallo!
    Da kann ich Claudia nur zustimmen. Wir wollen doch,soweit möglich,artgerechte Haltung.

  • Johannes,

    der ganze Ansatz sollte doch sein unsere Tiere so Naturnahe wie möglich zu pflegen, gerade die Anemonenfische gehören neben Minigrundeln zu den Tieren wo das fast zu 100 % möglich ist. Denn sie beanspruchen nur minimal Platz und eine Anemone.

    Für mich persönlich ist diese Naturnahe Haltung das erstrebenswerte Ziel und daher scheiden für mich einige Fischarten - zum Beispiel alle Acanthurus, oder Großkaiser - also Pfleglinge völlig aus! Natürlich pflege auch ich grenzwertige Fälle, wie ein Fuchsgesicht auf 1100 Liter oder Phalaena auf 150 Liter.

    Jede der von mir derzeit gepflegten Anemonenfisch 10 Arten Amemonenfische hat immer innerhalb von Minuten eine Anemonen aufgesucht ! Ausnahme waren schware Ocellaris denen ich damals nur eine Quadricolor anbieten konnte und die dann auch Wochen benötigt haben dieses als Anemone zu erkennen. Dabei wurde natürlich nach Möglichkeit darauf geachtet, das die Fische die richtige (will sagen die Art die sie auch in Natur bewohnen) Anemonen zur Auswahl hatten. Ich kann allerdings auch feststellen das keiner der Arten eine Quardicolor jemals verweigert hat.

    Ich habe zum Beispiel eine Paar Ocellaris welches sehr scheu ist und gleich drei kleine Anemonen bewohnte, diese waren viel zu klein für die Fische, das Becken ist mit 112 Liter recht klein und die Anemonen sind in ersten Becken drittel, also sehr gut einsehbar. Diese Kombination bot den Fischen nicht genug Schutz und als Sichtschutz habe ich eine Euphelia Kolonie direkt vor die Frontscheibe gestellt. Zu meinem Erstaunen wurde auch diese manchmal angekuschelt, allerdings nur in Ausnahmefällen und immer nur kurz, Erst als die Anemonen größer wurden wurde die Koralle völlig ignoriert! Daran kann man doch klar sehen das die Fische wenn sie die Möglichkeit haben immer eine Anemone vorziehen.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Zitat

    Original von jeverding
    Da kann man doch nicht pauschalisieren das dieses Pärchen clownsfische nicht Artgerecht gehalten wird nur weil es nicht in einer anemone wohnt.


    hallo,

    meiner meinung nach kann man das!

    ich habe bei vielen tauchgängen sehr viele anemonenfische gesehen, immer in "ihrer" anemonenart.

    auch meine zwei arten bewohnen ihre typischen anemonen. und da es, wie oben schon erwähnt wurde, wirklich nicht schwer ist, ihnen diese natürliche haltung zu gönnen, sollte auch nicht darauf verzichtet werden. wer angst hat, daß seine korallen vernesselt werden, sollte nicht nur auf die anemone, sondern auch auf die fische verzichten!

    ich habe schon öfter gesehen/gelesen, daß anemonen nicht angenommen werden, meist waren das recht kleine becken, in denen sich die tiere nicht wohl fühlten (meine persönliche interpretation!!!)

    mfg
    michael

    mfg
    michael


  • Hi,

    ok in dem Sinne hast du recht.Ich habe meine aussage auch falsch formuliert.Ich wollte damit ausdrücken das man nicht sagen sollte das eine haltung ohne Anemone gleich eine schlechte/Tier feindliche Haltung ist.Also das sich das tier nicht wohl fühlt.
    Denn wie käme sonst das ableichen zu stande?

    Dazu würde mich deine/eure Aussage nochmal interesieren.

  • Hallo Johannes!

    Zitat

    Denn wie käme sonst das ableichen zu stande?

    Ich glaube nicht, dass der einfache Schluss "ablaichen = wohlfühlen" zwingend ist. Viele Tiere vermehren sich in Gefangenschaft, auch wenn sie unter erbärmlichsten Bedingungen gehalten werden (denke mal an Pelztierfarmen). Der Fortpflanzungstrieb ist halt neben dem Selbsterhaltungstrieb stark ausgeprägt. Und wie meine Vorschreiber schon zum Ausdruck gebracht haben: Es geht nicht darum, den Tieren irgendeine Existenz zu bescheren, sondern sie - soweit das in Gefangenschaft überhaupt geht - artgerecht zu halten. Und der Art der Anemonenfische wird man halt nur mit einer Anemone gerecht. Das kann man auch nicht zur "Ansichtssache" erklären oder wegdiskutieren bzw. schönreden, nur weil die Tiere in ihrer Not hilfsweise nehmen, was sie finden. Um es klar auszudrücken: Ich meine tatsächlich, dass das eine schlechte und unangemessene Haltung ist. Wer keine Anemone halten will oder kann, muss halt auf die Anemonenfische verzichten, so einfach ist das.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hi zusammen,

    Um Wolfgangs wahre Worte zu ergänzen:

    In der professionellen Zucht werden die Brutpaare häufig auf nacktem Glas gehalten, ohne Symbiosepartner(-Ersatz) oder sonstige Einrichtung. Als Laichsubstrat steht ein Blumentopf aus Ton oder eine Fliese zur Verfügung. Und das funktioniert, die Tiere laichen auch unter diesen Umständen. Und da erzähl mir mal einer, die tun das, weil sie sich in dieser Umgebung so wohl fühlen, wie in einer kuscheligen Anemone :winking_face:

    Viele Grüße
    Inken

  • Hallo,

    also dann habe ich wohl ein echtes Exoten (Nachzucht)-Paar. Meine Ocellarias wollten damals (mittlerweile ca. 12 Jahre her), partout keine Anemone (quadricolor). Sie haben vielmehr eine Ehrenbergi bevorzugt. Dort haben Sie ca. 11 Jahre gelebt, jahrelang wöchentlich gelaicht und sind vor kurzem (aus eigenem Antrieb) in eine grosse Euphylia umgezogen. Sie zeigen dort (wie auch in der Ehrenbergi) das gleiche Verhalten wie in einer Anemone. Das laichen haben Oma und Opa allerdings seit ca. 1 Jahr eingestellt - was aber vermutlich eher an der individuellen Betagtheit liegt als am Wohnort ...

    Die Quadricolor habe ich damals nach 4-wöchigem Versuch wieder abgegeben. Ne Anemone ohne Fisch ist auch irgendwie blöd... Weitere Versuche habe ich dann auch nicht mehr angestellt.

    Grundsätzlich sollte man aber den Tieren selbstverständlich ihr eigentlich natürliches Refugium zur Verfügung stellen.

    Gruss
    Stephan

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