Rechtsicherheit beim Fischkauf

  • Zitat

    Original von Jannes Freiberg
    Ist doch wurscht, dass da tote Fische im Becken liegen- sie sind günstig!

    moin,

    ist leider inzwischen der trend, nicht nur bei tieren :loudly_crying_face:
    ich verstehe bloß irgendwie nicht, daß leute so bescheuert sein können und auch nach mehreren ausfällen nicht dazu lernen.

    geiz ist eben nicht geil, sondern eigentlich sauteuer.

    Wolfgang:
    du wirst langweilig.
    genau meine meinung, und sogar kurz und bündig :winking_face:

    mfg
    michael

  • moin,

    was mich interessieren würde, würdet ihr den händler für die behandlung meines rochen regresspflichtig machen?

    das tier hatte definitiv große parasiten, die zwar nicht konstant sichtbar sind, aber mir nach drei tagen aufgefallen sind. ein erfahrener händler, der so ein tier drei monate hält, muß so etwas erkennen.

    wenn ich mir überlege, daß das risiko besteht, daß mein gesamter besatz befallen wird und es laut th kein wirksames mittel dagegen gibt, daß in meinem becken eingesetzt werden kann, finde ich das schon mehr als dreist!!!!

    mfg
    michael

  • Hallöchen ,

    jetzt wird's aber interessant...
    ich gebe euch ja schon recht im Grossen und Ganzen , hatte es aber die ganze Zeit schon auf der Zunge :
    was denn , wenn man den Fisch (oder sonstiges Tier , das Thema gilt wohl für alle Lebewesen , die wir erwerbwen können ) nicht im Sonderangebot gekauft hat , sondern richtig Geld dafür bezahlt hat , und dann trotzdem solche Efahrungen macht wie Michael - ist ja ein Superbeispiel dazu , das sowas doch geschehen kann...
    Hier muss ich nun doch an den Vergleich mit dem Pferd denken , der hinkt jetzt doch nicht mehr so sehr...
    ähnliches gibt es ja auch bei Korallen oder Muscheln ,die Plagegeister mit sich bringen können.Aber wo geht die Grenze ? Soll der Kunde das LS zurückbringen können ,wenn Glasrosen drin sind ,die beim Kauf nicht sichtbar waren ?
    ..aber wenn der Händler verantwortungsbewusst und fair ist ,müsste man doch gerade in solch einem Falle
    wie Michaels einig werden können.

  • Zitat

    Original von mbb
    was mich interessieren würde, würdet ihr den händler für die behandlung meines rochen regresspflichtig machen?

    das tier hatte definitiv große parasiten, die zwar nicht konstant sichtbar sind, aber mir nach drei tagen aufgefallen sind. ein erfahrener händler, der so ein tier drei monate hält, muß so etwas erkennen.


    Uns mußte vor Jahren ein Zoohändler die Tierarztkosten für ein Meerschweinchen ersetzen. Das Tierchen war stark verpilzt (für mich damals als Laie nicht zu erkennen), eine Rückgabe sowie eine Abgabe beim Händler zu eioner mehrtägigen Behandlung durch den Zoohändler (nicht Tierarzt) lehnte ich ab und ging gleich zum Tierarzt da ich Ansteckungsgefahr bei den Kindern fürchtete. Der Händler mußte die Tierarztkosten von ca, 50.-DM übernehmen. Das meerschweinchen kostete ca. 10.-DM

  • Zitat

    Original von mbb
    wenn ich mir überlege, daß das risiko besteht, daß mein gesamter besatz befallen wird und es laut th kein wirksames mittel dagegen gibt, daß in meinem becken eingesetzt werden kann, finde ich das schon mehr als dreist!!!!


    Süßwasserbad :confused_face:

  • Also waren die anderen schon vorher drin

    Ist also nicht ausgeschlossen das der Parasit schon im Becken war ????

    Gruss

  • eigentlich ausgeschlossen, da bisher kein anderer fisch was hat, ich den parasiten nach zwei tagen entdeckt habe und der recht groß ist (min. ca 1cm)

    so schnell kann keiner wachsen, und wäre er vorher dringewesen, hätte er ja sicherlich schon die anderen fische befallen :winking_face:

    mfg
    michael

  • Hallo zusammen,

    die Rechtslage beim Tierkauf ist sehr komplex, Wolfgang hat jedoch ein sehr gutes Beispiel ausgewählt. Das Urteil des BGH über den Pferdekauf enthält die meisten rechtlich relevanten Probleme, die auch beim Fischkauf gelten.

    Nochmal ein zusammenfassender Überblick über die Rechtslage (Vorsicht kompliziert! :smiling_face: :frowning_face:

    Das Gewährleistungsrecht gilt auch beim Tierkauf (vgl. § 90 a BGB). Der Verkäufer ist daher verpflichtet, dem Käufer ein gesundes Tier zu verkaufen. Ist der Fisch also bei der Übergabe krank, dann hat der Käufer Gewährleistungsrechte, nämlich Nacherfüllung, Minderung, Rücktritt und Schadensersatz (vgl. § 437 BGB). Diese Rechte kann der Verkäufer gegenüber einem Verbraucher auch nicht vertraglich ausschließen (§ 475 I BGB).

    Der Käufer hat allerdings keine Gewährleistungsrechte, wenn der Käufer bei Vertragsschluss
    - wußte, dass der Fisch krank ist oder der Verkäufer ihm gesagt hat, dass der Fisch nicht ganz gesund ist, oder
    - grob fahrlässig nicht wusste, dass der Fisch krank ist. Das heißt, dass dem Käufer auch dann keine Gewährleistungsrechte zustehen, wenn er übersieht, dass der Fisch krank ist, obwohl dies für ihn ohne weiteres erkennbar gewesen wäre, also der Fisch z. B. sichtbar Pünktchen hatte. Die Gewährleistungsrechte bleiben dem Käufer aber bei grober Fahrlässigkeit dennoch erhalten, wenn der Verkäufer wußte oder es für möglich hält, dass der Fisch krank ist und es dem Kunden vorsätzlich verschwiegen hat.(vgl. § 442)
    (Der Ausschluss kann natürlich nicht beim Onlinekauf gelten, da es dort dem Käufer ja nicht möglich ist, das Tier vorher anzusehen. Der Händler sollte daher im eigenen Interesse nur gesunde Tiere versenden.)

    So, das ist erstmal erstmal die Rechtslage. Das Problem ist, dass die Tatsache, dass der Fisch bei Übergabe krank war, erstmal bewiesen werden muss, grundsätzlich trifft die Beweislast denjenigen, der etwas will, also hier den Käufer, der Ersatz möchte.

    Der Gesetzgeber hat allerdings für Verbraucher eine Erleichterung geschaffen, die Beweislastumkehr nach § 476 BGB: Diese besagt, dass wenn sich innerhalb von 6 Monaten nach Übergabe ein Mangel zeigt, vermutet wird, dass dieser schon bei Gefahrübergang mangelhaft ist, es sei denn, diese Vermutung ist mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar.
    Zur Verdeutlichung dieser sehr, sehr komplizierten Regel zwei Fälle:
    1.Der Fisch wird innerhalb von 6 Monaten krank.
    Grundsätzlich greift hier die Beweislastumkehr. Es sei denn, diese wäre hier mit der Art der Sache oder des Mangels unvereinbar. Hier müsste, falls vor Gericht verhandelt werden würde, durch ein Sachverständigengutachten untersucht werden, ob z. B. die Inkubationszeit der Krankheit so kurz ist, dass der Fisch bei Übergabe noch nicht krank gewesen sein kann (z. B. bei Püncktchen). Ist die Inkubationszeit aber länger als die Zeitdauer, die der Fisch schon im Becken des Kunden schwimmt, kann die Beweislastumkehr grundsätzlich angewendet werden. Der Händler muss dann beweisen, dass der Fisch bei Übergabe noch nicht krank war.
    Rechtlich noch nicht geklärt ist, ob die Beweislastumkehr auch dann gilt, wenn der Händler die Krankheit des Fisches gar nicht hätte erkennen können.
    2. Der Fisch stirbt innerhalb von 6 Monaten.
    Hier stellt sich das Problem, dass der aufgetretene Mangel, nämlich der Tod des Fisches, zum Zeitpunkt der Übergabe sicher noch nicht vorlag, da der Fisch ja noch lebte. Hier greift die Beweislastumkehr erst dann, wenn der Käufer beweisen kann, dass der Tod des Fisches auf eine Krankheit zurückzuführen ist. Kann er das (z. B. durch Obduktion), gilt das gleiche wie bei Fall 1.

    Wie ihr seht ist das Ganze schon sehr, sehr komliziert!

    Eine andere Frage ist, ob der Verkäufer streng haften soll. Da ist meine Meinung: JA! Denn nur, wenn der Verkäufer haften muss, wird er mit größtmöglicher Sorgfalt seine Bezugsquellen aussuchen und auch seine Fische sorgfältig behandeln. Eine strenge Haftung des Verkäufers kommt damit letztendlich den Fischen zu Gute, die schonend gefangen und zwischengehältert werden, um Regressfälle zu vermeiden.

    Viele Grüße
    Maria

  • Dieser Artikel tut endlich einmal etwas zur Sache.

    Also nun kennt jeder die Rechtslage und kann dementsprechend seine Interessen beim Händler durchsetzen. Ob er das macht oder nicht, ist seine Sache.
    Auf jeden Fall sollte man sich nicht einfach mit Ausflüchten abspeisen lassen.
    Man muss immer bedenken, das die meißten von uns für ihr Geld hart arbeiten müssen. Oder haben wir was zu verschenken ?

  • Hallo,
    ich denke nicht, dass man ein Pferd mit einem Fisch vergleichen kann.
    Wenn ich ein Pferd kaufe und es in den Stall stelle, dann kann ich dabei kaum etwas falsch machen. Die Umweltbedingungen im Stall, oder auf der Koppel sind sicher selten Schuld am Erkranken der Tiere nach dem Kauf. So kann man eher davon ausgehen, dass das Tier bereits krank war.
    Bei Fischen und Korallen sieht das ganz anders aus. Das Wasser, das Licht und andere Faktoren können sehr leicht völlig anders, bzw. für die Krankheit verantwortlich sein. Die Frage, ob das Tier in einem anderen Becken ohne Mängel wäre ist aber schwer zu beweisen.
    Ich glaube nicht, dass die Urteile die sich auf Pferde beziehen, einfach auf Fische und Korallen übertragen lassen.

    Und wenn man beweisen kann , dass der Fisch krank vom Händler geliefert wurde, muss der dann auch für die anderen Fische aufkommen, die in Folge dessen gestorben sind ?

    So blöd es ist, ich denke, es gibt einfach keine sinnvolle Lösung.

  • Hi Michael

    Genau das ist es eben nicht , die Möglichkeit besteht durchaus das du dir den Parasit anderweitig eingeschleppt hast
    Wenn auch unwahrscheinlich auch nach meiner Meinung aber eben möglich
    Damit haste schon ein Problem :winking_face:

    Gruss

  • Joe,

    in rechtlichen Angelegenheiten kommt es nun mal immer auf den Einzelfall drauf an. Da gibt es oftmals keine pauschale Lösung!

    Viele Grüße!
    Maria

  • Zitat

    Original von Meerjungfrau
    Joe,

    in rechtlichen Angelegenheiten kommt es nun mal immer auf den Einzelfall drauf an. Da gibt es oftmals keine pauschale Lösung!

    Viele Grüße!
    Maria

    willst du etwas wegen einem toten Fisch vor Gericht gehen ?

  • Zitat

    Original von Meerjungfrau
    Joe,

    in rechtlichen Angelegenheiten kommt es nun mal immer auf den Einzelfall drauf an. Da gibt es oftmals keine pauschale Lösung!

    Viele Grüße!
    Maria

    hallo maria,

    deswegen ja meine antwort.

    :grinning_squinting_face:

  • Zitat

    Original von Thomas Labuske
    Hallo,
    ich denke nicht, dass man ein Pferd mit einem Fisch vergleichen kann.
    Wenn ich ein Pferd kaufe und es in den Stall stelle, dann kann ich dabei kaum etwas falsch machen.

    Pferde sind teilweise äußert empfindlich auf Umweltparameter insbesondere auch auf Futter. Ich würde sogar soweit gehen, dass Pferde ungleich heikler sind als Rifffische. Bei Korallen ist die Lage insbesondere was die Wasserwerte betrifft noch wieder eine andere, aber ich wollte auch nur klarstellen, dass Pferde ein ganz schlechtes Gegenbeispiel darstellen :winking_face:

    Zitat

    C. Schumacher
    die Möglichkeit besteht durchaus das du dir den Parasit anderweitig eingeschleppt hast
    Wenn auch unwahrscheinlich auch nach meiner Meinung aber eben möglich
    Damit haste schon ein Problem

    Das hätte im Einzelfall wohl ein Gutachter zu beurteilen, beispielsweise ein Diplom Biologe der sich mit Parasiten auskennt. Da aber die Beweisleist in den ersten 6 Monaten beim Händler liegt ist das Problem des Kunden nicht so groß wie angenommen.

  • Hallo Maria!

    Guter Abriss über die Gesetzeslage.

    Zitat

    Wie ihr seht ist das Ganze schon sehr, sehr komliziert!

    Finde ich persönlich gar nicht; schwierig ist internationales Artenschutzrecht, aber doch nicht popeliges Gewährleistungsrecht :winking_face: :grinning_squinting_face: . Im Ernst: Nicht die Gesetzeslage ist kompliziert (zumindest nicht für Juristen), sondern wie so oft die Anwendung im Einzelfall. Deshalb spielen vor Gericht Sachverhalts- und Beweisfragen meist eine viel größere Rolle als Rechtsfragen.

    @ Pauliii

    Zitat

    Also nun kennt jeder die Rechtslage und kann dementsprechend seine Interessen beim Händler durchsetzen.

    Na, wenn das immer so einfach wäre. Recht haben und Recht bekommen ist halt manchmal zweierlei.

    @ Thomas (1)

    Zitat

    ich denke nicht, dass man ein Pferd mit einem Fisch vergleichen kann.

    Na, vielleicht ein Seepferdchen? :grinning_squinting_face:
    Spaß beiseite: Die Gesetzeslage ist für beide gleich. Alles andere sind wieder Tatsachenfragen, die nicht das Gesetz sondern das Leben und der Einzelfall aufwerfen. Da kann es bei Fischen einmal leichter, einmal aber auch schwieriger sein als bei Pferden. Typisch juristische Antwort: Das kommt darauf an..... :smiling_face:

    @ Joe

    Zitat

    der artikel sagt alles und nix.

    Genau so ist es. Aber das liegt in der Natur der Sache. Denn die Fälle sind zu vielfältig, als dass man sie hier mit der Formel "Fisch + Mangel = Haftung" darstellen könnte.

    @ Thomas (2)

    Zitat

    willst du etwas wegen einem toten Fisch vor Gericht gehen ?

    Warum nicht? Wegen einer Abwassergebühr von 20 € oder weniger wird geklagt auf Teufel komm raus (und das steht jedem zu!). Warum soll man dann nicht wegen eines Fisches von vielleicht ein paar hundert Euro Wert auf seine Rechte pochen. Die Frage ist halt immer, wie sich der Sachverhalt darstellt.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Zitat

    Original von Wolfgang S
    @ Joe

    Genau so ist es. Aber das liegt in der Natur der Sache. Denn die Fälle sind zu vielfältig, als dass man sie hier mit der Formel "Fisch + Mangel = Haftung" darstellen könnte.

    hi wolfgang,

    im laufe meines lebens hat sich gezeigt, dass es oftmals mehr geld kostet, um jeden euro die gerichte anzurufen, als mal den uns früher innewohnenden, gesunden menschenverstand zu nutzen.

    solche streitereien um 20€ abwassergebühren machen leute, sie sowieso nix zu tun haben.

    und falls sie dann gewinnen, kommen die kosten des rechtsstreites dann hintenherum wieder für alle auf die
    insgemeinkosten der abwassergebühren drauf.

    ALLES aber auch alles trägt sowieso der "verbraucher" - also vier alle :ylol

    wir machen uns selbst unser leben mit jedem gesetz teurer.

    :]

    fast vergessen: da unsere gesetzeslagen ja derart kompliziert sind, ist ja nicht - so wie von pauli freudestahlend bekanntgegeben: jetzt ist ja die haftungsfrage geklärt..o.äh. - sollte mein etwas
    kurzer hinweis nur darauf sein, dass eben nix klar ist.

    ähhh....

    was wollt ich eigentlich sagen.....

  • Weil wir schon bei dem Thema sind... Wie sieht es rechtlich aus wenn z.B. ein Seestern mit gebrochenen Arme ankommt? Er bewegt sich noch aber am Tag der Lieferung abends ist schon am auflösen. Oder einen anderen Fall: Fisch kommt an aber sehr unterernährt (Bauch eingefallen bis fast zum Wirbelsäule 8o)? Der Fisch hat kein Fluchtreflex mehr, will nichts fressen und Gleichgewicht ist zum Teil verloren? Beide Fälle habe ich bereits erlebt bei Online bestellte Fische die mit dem Lebendtierversand angekommen sind. Haftet der Handler oder die Versandfirma? Der Handler garantiert eigentlich ofiziell nur dass das Tier lebend ankommt. Dass das Tier innerhalb Stunden stirbt... Beim letzten Mal hat der Handler aus "Kulanz" mit ein Ersatztier geschickt zum hälfte des Preises aber die Versandkosten müsste ich jedoch tragen... Wie sieht es aus mit Versandkosten? Aus meiner Sicht wenn ich sofort gemeldet habe und Bilder gemacht habe, wäre der Fall klar oder? Dann müssten die Versandkosten auch erstattet oder? Abgesehen von der Sache dass ich Fehlzeit bei der Arbeit habe durch das warten auf die Ersatzlieferung... Wobei was Fehlzeit bei der Arbeit angeht, sehe ich auch als graue Zone, da es schwer zu schätzen ist was die Freizeit eines Menschens wert ist, weil die Arbeitstunden wieder gut gemacht sein können und daher der wirkliche Verlust wäre nur Freizeit...

    Naja, eine der Fälle ist mir gerade heute passiert und auch wenn der Handler ein Netter ist den ich bis jetzt immer respektiert und geschätzt habe, bin ich stinke sauer, kopf Schmerzen, Bauchschmerzen, Hände zittern, so zu sagen voll nerven Programm. :frowning_face: Wir sind erstmal so verblieben dass ich bis morgen warten soll zu sehen wie es der Tiere geht (so zu mindest hat er mich gebeten) und ich es erstmal akzeptiert habe... Er schwört dass er die Tiere heile gepackt hat Die waren richtig gut verpackt und sind warm angekommen (genaue Temperatur habe ich nicht gemessen da es nicht verdächtiges war). Salzdichte war auch i.O. 35psu. Er meinte dass beim sterben ein Fisch sehr schnell abnehmen kann und dass vielleicht genau das mit dem Fisch passiert ist. Also, ich bin kein erfahrene Aquarianer, aber kann mich nicht vorstellen dass ein Fisch vom normalen Bauchzustand (nicht dick aber zu mindest nicht eingefallen) bis zum 5mm eingefallen (wobei der Fisch ungefähr die 8mm durchmesser hat) innerhalb 16-17 Stunden wirklich passieren kann.

    Wie sieht es da mit der Haftung? Wie sieht mit den Versandkosten dazu? Wieso soll ich z.B. (übertrieben gesagt) wenn ich 5 mal Ersatzlieferungen kriege wo auch wenn die Tiere umsonst kriegen würde jedes mal die Versandkosten zahlen?

    Ich dachte immer dass mit dem Lebendtierversand nur eine sehr geringe Ausfallquote ist die vernachlässigbar ist. Und jetzt 2 mal innerhalb einer Woche. Vor ca. 1 Monat ist mir ein Fisch innerhalb 24 Stunden gestorben mit Hautauflösung (kamm schon stark Verfärbt an), aber damals dachte ich dass vielleicht doch an mir liegt und habe gar nichts gesagt... :loudly_crying_face:

    Naja, der Frust musste ich einfach raus lassen da ich gar nichts mehr weiss und mein Tag sowieso komplett versaut ist. X(Ich weiss nicht mal wie ich mich verhalten soll, da ich sehr viel von dem Handler bis jetzt gehalten habe und versuche irgendwie im Kopf ihm kein direkten Schuld zu zuweisen.... So ein dreck und mist... :mauer: Bin noch nicht sicher ob ich einfach aus dem ganzen Herzen schreien soll oder einfach weinen... :loudly_crying_face:

    Gruß,
    Adrian

    4 Mal editiert, zuletzt von Adrian Golumbovici (17. April 2007 um 14:53)

  • Meine ehrliche Meinung: Wer lebende Tiere (besonders Fische) per Versand kauft ist selber Schuld.

    Aber um mal ein neues Fass aufzumachen: Wie sieht es eigentlich bei lebenden Tieren aus mit dem 14 tägigen Rückgaberecht?

  • Hallo,

    Wie sieht es eigentlich mit diesen Schildern auf, die mindestens die Hälfte aller mir bekannten Händler an der Kasse stehen hat: "Lebende Waren sind vom Umtausch ausgeschlossen"? :grinning_squinting_face:

    Adrian: Beim Versand trägt der Käufer das Risiko. Und die Tatsache, mir einen Fisch nicht vorher ansehen zu können, hat mich immer vom Versand abgehalten- kommt sicher auch drauf an wo du bestellst, aber gerade bei einem günstigen Händler kannst du nun mal Pech haben, dass er dir einfach was einpackt, was er meint- ganz davon ab fällt es dir auf diesem Weg doch ohnehin schwer, die Kompetenz dieses Händlers einzuschätzen, und dass er dir dann am Telefon Märchen über sein Geschäft, seine Wasserwerte und seine Haltungsmethoden erzählen kann wie er will, dürfte dir doch eigentlich klar sein.

  • Hallo Jannes

    Genau da macht ihr alle einen Denkfehler

    1. im Geschäft kann man dir auch alles mögliche erzählen
    2. Ich spreche es den meisten Aquarianern ab die Qualität eines Fisches selber korrekt beurteilen zu können.
    3. ist es tatsächlich so das hier das Rückgaberecht gilt.

    und last but not least

    Im Versand such ich dir Tiere raus und weiss was ich versende
    da macht man kein Mist schon gar nicht wenn man in der Öffentlichkeit steht die die aktiven Händler hier

    Gruss Claude

  • Wenn ich bei meinem lokalen Handler Sachen im Voraus bestellen könnte, jeden Tag vorbei fahren oder zu mindest irgendwo eine Bestandliste sehen, hätte ich es auch nicht gemacht. Aber wenn man unbedingt etwas haben will was schwer zu finden ist und nur Online zu haben, ist die Versuchung einfach zu gross gewesen... Ich verspreche ich machs nie wieder.

    Gruß,
    Adrian

  • Übrigens, möchte keine Namen nennen aber er ist ein bekannter Händler und nicht unbeding billig (mein lokaler Handler ist um ca. 30% günstiger aber 70Km entfernt). Ansonst, hätte ich beim Zoobasar bestellen können und mir mit dem normalen Post für 5 EUR schicken lassen, mit den gleichen Ergebnisen... Aber deswegen habe ich mich vertraut. Alle Korallen die ich bei ihm bestellt habe waren wirklich super und bis jetzt aus 4 bestellt fische nur einer sehr gut angekommen, aber aus einem Komunikationsproblem nicht was ich eigentlich bestellt habe. Was andere niedere Tiere angeht, bis auf 2 mal Sterne mit gebrochene Arme gar kein Problem bis jetzt. Ansonst, hätte ich gar nicht gekauft. Leider haben wir in Gifhorn kein Handler. Der nächste Händler in der Nähe ist im Wolfsburg, aber hat Apothekenpreise, hälfte der Fische von Pünktchekrankheit befallen, Steine und AQs voll Glassrosen und Strudelwürmer, braune Korallen in seinem Schaubecken durch verwendeung von externen Filter (Nitratschleuder). Irgendwie wirkt als blutige Anfäger aus... So war es zu mindest vor ca. 3 Monate. Und weil ich den Fehler gemacht habe ihn ein Paar Mal zu wiedersprechen (sehr höflich wie ich immer bin), ist er jetzt sehr unfreundlich. Schlimmer könnte es nur werden wenn er mich rausschmeisen würde. Daher gehe ich einfach nicht mehr hin. Ich habe einen sehr guten Gefunden aber 70Km entfernt und da seine Homepage sehr mager ist, ist mir schwierig um die richtige Fische zum richtigen Zeitpunkt bei ihm zu erwischen. :frowning_face: Ansonst, hätte ich gar nichts online bestellt was Tiere angeht. :loudly_crying_face:

    Ich muss mich jetzt mit der Idee abfinden dass ich jetzt 2 mal im Jahr was ich suche bei meinem Handler finden werde und das wars...

    Gruß,
    Adrian

    7 Mal editiert, zuletzt von Adrian Golumbovici (17. April 2007 um 15:27)

  • Hallo,

    @Claude:

    1. Stimmt. Aber wenn da tote Fische im Becken liegen, wie bei manchen mir bekannten Händlern, dann sehe ich das, ebenso wenn da nur braune Korallen stehen und ungefähr die Hälfte davon den Abgang macht.
    Ausserdem gibt es einem zumindest ansatzweise einen Überblick über den Händler selbst, denn wenn dann ein Spezialist auftaucht wie der den es hier gibt, der dir ein paar bunte Nacktschnecken zeigt, dir erklärt, sie würden Algen fressen und Kunden von ihm hätten die schon jahrelang problemlos im Becken- dann kratzt das zumindest für mich an seiner Glaubwürdigkeit, und damit auch an meiner Einschätzung seiner Kompetenz.

    2. Da hast du leider Recht, da möchte ich mich selbst auch gar nicht so sehr ausschließen- wobei ich zumindest schon auf äussere Anzeichen achten würde, also Ernährungszustand, frei von offensichtlichen Krankheitsanzeichen, Verhalten halbwegs normal, fressend- vor allem letzteres ist ja bei vielen Tieren doch eigentlich sehr wichtig- ich habe mir bei meinen Leierfischen zeigen lassen dass sie fressen und bei einem Tier, dass das nicht tat, dankend abgelehnt.

    Und zum letzten noch: Dir glaube ich das aufs Wort, denn obwohl ich dich nicht persönlich kenne, bin ich von dir doch zumindest fachlich korrekte Beiträge gewohnt- ebenso von vielen anderen Händlern hier aus dem Forum.
    Aber wenn ich dran denke, dass einige der Fischmörder hier in der Gegend einfach mal so einen Internetshop aufmachen können, was ja heutzutage jeder kann- dann glaube ich schon, dass auch da einiges schief laufen kann. Zumal ich diesen Leuten ebenso die Fähigkeit, einen gesunden Fisch von einem Kranken zu unterscheiden abspreche...

  • Hallo Jannes

    Nun da sind wir uns absolut einige
    Auch wir Händler sind Menschen und du schaust in einen Fisch einfach nicht rein
    Es gibt hier genug Händler die einen guten Ruf haben.
    Bei all diesen kannste eigentlich nichts falsch machen.

    Wie gesagt manchmal kann man auch einfach nichts für
    aber dann ist miteinander reden immer noch der beste Weg
    Was bringt es krampfhaft zu beweisen das der oder der Schuld hat
    Es verlieren in dem Fall nämlich beide

    1. Der Kunde weil bei einem toten Fisch sehr schnell nichts mehr nachweissbar ist
    2. Die Beweis nur sehr sehr schwer zu führen sein wird
    3. Der Händler einen Kunden weniger hat

    Egal wie es kostet nur Tiere und Geld

  • Zitat

    Original von Adrian Golumbovici
    Ich muss mich jetzt mit der Idee abfinden dass ich jetzt 2 mal im Jahr was ich suche bei meinem Handler finden werde und das wars...

    ...oder du findest einen anderen Händler , bei dem sich auch per Versand besser handeln lässt...
    ansonsten hast Du mein volles Mitgefühl , ich weiss gut , wie das ist ...ich suche schon gar nicht mehr.

    Aber im Alles in allem habt Ihr es doch gut in Deutschlland , vieles von der diskutierten Problematik regelt doch bei Euch der Markt von selbst , Händler , die viel Mist machen (Pech lkann man überall mal haben) , schiessen sich doch wohl auf Sicht nur selber in den Fuss , bei Euch ist doch die Auswahl und das Angebot so gross , das man letztlich doch 'rausfindet , wo sich das Einkaufen am besten lohnt ?

  • Hi Thomas,

    Naja, nach dem ich von dem Wolfsburger Handler LS voll Glassrosen als Anfänger geholt habe und 6 Wurdemanni Garnelen kaufen müsste die ich eigentlich gar nicht haben wollte (15EUR * 6). Danach haben sich die Strudelwürmer zu sicht gemacht und musste Sechsstreifen Lippfische kaufen die ich auch gar nicht haben wollte 2x18 EUR). Danach ist ein Sechsstreifen Lippfisch gestorben und der verbliebene hat mehrere Fische verletzt. Ich habe noch einen gekauft der innerhalb 24 Stunden gestorben ist mit Hautauflösung (weiter 18EUR + 27 EUR Versandkosten da mein Handler gar keine mehr hatte und es dringend war). Letzendlich habe ich das Fisch meinem Handler zurückbringen dürfen und weitere 8 EUR verloren da ich ihn nicht bei dem Verkaufpreis zurückgeben könnte. Da bin ich sogar froh dass der Handler mir zu mindest 10EUR gegeben hat. Bei dem Krach was der Lippi gemacht hat, hätte ich ihn sogar um sonst zurück gegeben. Aber Abgesehen der zusätzlichen Kosten für Deletrix und ElmiAiptas (um die 10-15 EUR pro Stück inkl. Versandkosten), habe ich dank dem Wolfsburger Handler um die 220 EUR Verlust (und ich erinnere mich wahrscheinlich nicht an allen Problemen)... Danach habe ich endlich einen guten Handler gefunden der leider weit weg ist... Online war fast meine letzte Hoffnung... Wenn ich höre wie viele Unbefugte Handler sind traue ich mich kaum mehr zu irgendeinem zu gehen. Zumal es nicht so wahnsinnig viele hier in der Umgebung gibt... Ideal wäre ein Handler der Online geschäft hat aber der in der Umgebung seinen Geschäft hat. Da könnte man sehen was für Fische er gerade hat ohne unbeding hinfahren zu müssen, oder wenn er nah genug ist, könnte man einfach hinfahren (unter Umständen auch täglich wenn es not tut). Noch besser wäre dass man eine Bestellung abgeben kann auch wenn das gewünschte Tier noch nicht da ist, und der kriegt wirklich eine Meldung wenn der Fisch da ist, oder der Fisch wird für den Kunden sogar speziell bestellt. Aber meisten Händler die ich kenne, schickt man so eine Bestellung/Bitte und wenn man nachfragt hat man vielleicht Glück, da der Geschäft für den Handler sowieso auch ohne den Aufwand der Bearbeitung solcher Bestellung gut geht... Die Email kann man dann sich sparen und einfach ständig nerven, in der Hoffnung dass der Handler was tut um den bekloppten der ständig anruft endlich mal loss zu werden, und das gewünschte Tier besorgt... Ich muss mal gucken ob es andere Handler hier in der nähe gibt aber letztes mal wo ich eine Wochelang gesucht habe, waren nicht so viele und auch nicht wirklich in der nähe...

    Gruß,
    Adrian

    Einmal editiert, zuletzt von Adrian Golumbovici (17. April 2007 um 17:03)

  • Hi Adrian ,

    jetzt weiss ich ja nicht , ob die Glasrosen schon sichtbar waren beim Kauf , aber die können davon abgesehen auch erst später auftauchen , das ist eben ein Risiko , mit dem man leben muss bei Einsatz von LS.
    Strudelwürmer ebenso.Beides kannst Du Dir ja auch mit anderen(z.B. Korallen bewachsenen) Steinen einfangen , da kann man sich ja fragen , wieviel Verantwortung ein Händler in diesem Falle tragen sollte...
    Davon abgesehen , hast du ja bereits Erfahrungen gemacht mit Händlern und handelst danach , Du kannsst
    doch durchaus Glück haben und findest Einen , der weiter entfernt ist , aber bessere Leistung erbringt.Du bist
    ja dabei , das alles 'rauszufinden , das bleibt keinem Anfänger erspart , und kostet die Meisten auch mehr oder weniger Geld...

  • Hi Thomas,

    Haste recht. Naja, als Anfänger hatte ich gedacht dass auch wenn 60% seiner AQs und Steine Glassrosen hatte, wenn ich die Steine hole wo keine Glassrose drauf sind, dass es auch keine sein werden. Jetzt weiss ich besser. Das gleich gilt auch für die Strudelwürmer. Damals habe ich bemerkt dass 4 seiner AQ sichtbar einen schlimmen befall hatten, und habe 2 Scheibenanemonen daraus gekauft und mich gewundert dass sie so günstig waren... Der hatte kein Wort gesagt und ich wusste damals nicht mal was Strudelwürmer sind. Er wusste dass ich Anfänger bin da ich fast 2 Stunden mich mit ihm unterhalten habe. Natürlich sehe ich auch mein Schuld, dass ich nicht erstmal den Dr. Titel im Meerwasser gemacht habe vor ich mich entschieden habe mit dem Kaufen anzufangen. Was Glassrosen angeht, war bei ihm die 2 Monate die ich ihn besucht habe dauerzustand und keine ausnahme. Da die meisten Glassrosen relativ gross waren, frage ich mich mittlerweile ob er je etwas dagagen unternehmen wird... Ich sehe ein, dass ich als Anfänger viele Fehler gemacht habe und machen werde. Mir ist auch klar dass alles mich Geld kosten wird, aber ich finde dass der Händler fair handeln sollte und nicht zulassen das ein Anfänger sich die Finger verbennt wenn der Handler helfen kann. Bei dem Handler wo ich durch die Entfernung nicht so oft wie ich mir wünsche vorbei gehe, habe ich erlebt was fairness bedeutet. Ich wollte einmal gegen Glassrosen ein Pinzettenfisch kaufen und er hat mir gesagt dass es nicht zu verkaufen ist. Habe die Augen breit gemacht, und er hat gesagt dass der Fisch noch nicht an Frostfutter geht und er sagte dass er so ihn nicht verkaufen möchte nur in meinem AQ zu sterben. Respekt! Er hat mir 35 EUR gesparrt auch wenn er damit einen Fisch nicht verkauft hat. So stelle ich mir einen ehrlichen Handler vor.

    Gruß,
    Adrian

  • Hi Adrian ,

    Ich finde Du bist schon weit gekommen ... und wie man sieht , der Händler , der Dich ja nicht gerade bestens beraten hat , hat einen Kunden weniger.Da wird er vielleicht mehr dran verlieren als wenn er
    ein Gerichtsverfahren wegen "krankem" LS und mit Parasiten besetzten Scheibenanemonen verloren hätte.
    Das traurige an der Geschichte ist leider , das Ihn das wahrscheinlich leider nicht daran hindert , den nächsten Anfänger auch über'n Tisch zu ziehen...abe irgendwann spricht's sich eben 'rum , und dann hat er wirklich verloren...
    Nun ,wenn der bessere Händler weiter weg ist , musst du eben Deine Einkäufe sammeln und ein bischen besser planen - aber das macht dann auch mehr Spass , als jeden Tag mal eben um die Ecke zu gehen...

  • Hi Thomas,

    Naja, vielleicht hast du recht. Wenn ich jeden Tag vorbei fahren könnte wäre ich wahrscheinlich bereits pleite. :grinning_squinting_face:

    Gruß,
    Adrian

  • Übrigens, nur zur Klärung da ich geschaft habe ein bischen runter zu drehen. Ich war neugierig wie die Rechtslage solche Situationen sieht, aber natürlich wollte ich keinen Anklagen und möchte auch keinen Konflikt mit dem Handler starten. So bin ich nicht. Ist eine Sache wenn der Frust raus muss, und ist was anderes wenn man mit einem klaren Kopf handeln muss. Wie Claude richtig sagte, es bringt keinem was einen solchen Konflikt zu öffnen. Es ist gut zu wissen das man geschutzt ist und dass man selber entscheiden kann ob man davon nutzen machen möchte oder nicht. Es ist wahrscheinlich nur psychologische Sache aber finde dass es einfacher die ganze Sache abwischen wenn man weiss dass man auch anders handeln könnte. Ansonst, fühlt man sich irgenwie wie ein Ball auf einem Fussballplatz. :grinning_squinting_face:

    Gruß,
    Adrian

    Einmal editiert, zuletzt von Adrian Golumbovici (17. April 2007 um 18:42)

  • Hi zusammen

    Hier mal ein Statement zur Sache von Daniel Knop. Ich habe es erhalten mit der Erlaubnis es hier einzustellen.

    Ich stimme Ihnen zu, dass dies ein sehr interessantes und auch wichtiges Thema für die KORALLE wäre. Da gehen wir gern mal ran. Im Folgenden habe ich einmal – sehr spontan, gewissermaßen aus dem Handgelenk – meine Ansicht zu dem Beitrag von Maria formuliert. Wenn Sie das für sinnvoll halten, können Sie den Text gern unter meinem Namen als Diskussionsbeitrag in das Forum stellen.


    Aus meiner Sicht stellt sich die Sache noch deutlich problematischer dar, als Maria sie sieht. Die haftungsrechtlichen Vorschriften, die sie zitiert, sind sehr allgemeine, die auf viele Bereiche des täglichen Lebens angewandt werden. Vielfach betreffen sie nicht prinzipiell Lebewesen, sondern gegenständliche Dinge, deren Zustand eindeutig standardisierbar ist, und zudem statisch. Damit meine ich Folgendes: So, wie mir der Gegenstand vom Lieferanten übergeben wurde, so bleibt er auch über einen längeren Zeitraum, es sei denn, ich wirke auf ungeeignete Weise auf ihn ein. Beispiel: Ich kaufe ein Radio. Das Radio funktioniert oder es funktioniert nicht. Das ist eindeutig feststellbar. Und wenn ich das Radio auf den Küchenschrank stelle und nicht zufällig Wasser von der Decke tropft, dann wird es morgen, nächste Woche oder auch nächstes Jahr noch genauso funktionieren, wie heute.

    Bei einem Lebewesen ist das anders. Der „einwandfreie Funktionszustand“ lässt sich beispielsweise bei einem Hund nicht so standardisieren, wie bei einem Radio. Vereinfacht gesagt, der sieht vielleicht genau so aus, wie der Hund vom Nachbarn, aber vielleicht ist meiner neurotisch, kotzt immer auf den Teppich und hat außerdem Würmer. Was ist ein mängelfreier Zustand? Bei einem Gerät, das eine bestimmte Funktion haben soll, ist das leicht zu sagen, aber bei einem Tier nicht.

    Noch schwieriger wird es aber bei Aquarienfischen, weil der Aquarianer schon mit dem Heimtransport – und erst recht beim Einsetzen in das Aquarium – beginnt, in ganz massiver Weise auf die Gesundheit des Fisches einzuwirken, und diese Einwirkungen sind weder standardisierbar, noch beweisbar. Diese Einwirkung umfasst nicht einmal nur die Wasserchemie, Beckengröße und andere noch einigermaßen standardisierbare Dinge, sondern auch – wie ich es gerade erlebe – die Fischgesellschaft im Aquarium. Zwei neu eingesetzte Siganiden werden von zwei alteingesessenen Pomacentriden terrorisiert – allein durch deren Präsenz, ohne sichtbare tätliche Angriffe. Die gucken einfach nur böse, das reicht. Die beiden Siganiden sitzen Tag und Nacht im Tarnanzug in der Gegend herum und gucken Löcher ins Wasser. Irgendwann werden die krank und sterben. Wer will da Ursache und Wirkung auseinander halten?

    Es ist sicher wichtig, Druck auf die Aquaristikfachhändler zu machen, damit sie sich nach besten Kräften bemühen, gesunde Fische zu importieren und sie gesund zu hältern, damit der Kunde auch gesunde Fische bekommt. Nur wenn Druck da ist, wird der Händler sich darum bemühen, ganz klar. Aber nach dem Kadi zu rufen heißt meiner Ansicht nach, auf den falschen Knopf zu drücken, weil ich als Aquarianer praktisch nicht beweisen kann, dass meine Haltungsbedingungen am Tod des Fisches völlig unschuldig sind. Egal, wer die Beweislast hat, es wird immer ein Stochern im Nebel bleiben, denn die Fragen, wer den „Schaden“ verursacht hat, der Händler oder der Aquarianer, ist schlichtweg nicht mit abschließender Sicherheit zu beantworten.

    Aber es wird noch komplizierter. Die Fachhändler verhalten sich im Prinzip so, wie es der Kunde verlangt. Klingt provozierend und wird bei den Lesern manchen Unmut auslösen, diese Formulierung, ich weiß, aber ich seh’ das trotzdem so. Wir Aquarianer führen, wie ich das in verschiedenen Beiträgen oder Büchern genannt habe, eine Art „Abstimmung mit dem Geldbeutel“ durch. Bietet uns ein Händler einen Fisch für 40,- € an, und der nächste den gleichen Fisch für 18,- €, dann werden die meisten von uns den für 18 kaufen. Der Zustand des Fisches ist nicht standardisierbar, und seine Historie (oder „Leidensgeschichte“) ist nicht nachvollziehbar, für uns also nicht existent; er wird auf eine Art „Neutrum“ reduziert, auf einen Vertreter der Gattung XY. Wir wissen, die Art ist robust, wir wissen, dass wir selbst ganz tolle Aquarianer sind, mit viel Erfahrung, wir werden das Kind schon schaukeln. Wir kriegen das bestimmt hin, zumal unser Aquarium richtig schön gesund ist. Wir kaufen das Tierchen also und freuen uns über das Schnäppchen. Ein Verkaufsbecken weiter links wäre der gleiche Fisch für 30,- € gewesen, und noch eines weiter für 42,- €. Aber die haben wir nicht gekauft, sondern den billigen. Warum? Spätestens nach dem zweiten Fisch, mit dem wir den ersten, schnell gestorbenen ersetzt haben, wird die Sache mit dem billigen Fisch für uns teurer, als wenn wir gleich den teuersten gekauft hätten. Aber auch danach machen wir das trotzdem so und kaufen wieder den für 18,- €. Warum?

    Diese allzu menschliche Haltung ist der Grund dafür, dass die Händler nach immer billigeren Quellen suchen, ihre Hälterungsmethoden mit Medikamenten effizienter machen, und so weiter. Das machen die nicht aus Gewinnsucht, sondern weil sie ihre Miete bezahlen müssen! Und die machen es letztlich so, wie die Masse der Kunden es verlangt.

    Kaufe ich einen unbelebten Gegenstand mit standardisierbarem Zustand, dann kann ich durchaus zum Sonderangebot greifen. Kaufe ich aber einen „belebten Gegenstand“, dessen Zustand nicht standardisierbar ist, und dessen Vorgeschichte ich nicht wie bei einem Auto im KFZ-Brief nachlesen kann, dann muss ich dem Händler vertrauen können. Darum müssen wir ihn zu unserem Partner machen, nicht zum Gegner. Es bringt uns Aquarianern meiner Ansicht nichts, das Problem auf den Händler abzuwälzen, indem wir ihn haftungsrechtlich belangen, ohne dass eine entsprechend beweiskräftige Beurteilungsgrundlage geschaffen wäre. Ich glaube, der einzige Weg ist, selektiv zu arbeiten, bei denjenigen Händlern zu kaufen, deren Arbeitsweisen man kennt.

    Und vor allem: Wir müssen aufhören, nach billigen Fischen zu suchen. Billig kann ein Fisch nur durch primitive oder sonstwie ungeeignete Fang-, Transport- oder Hälterungsmethoden werden. Nichts anderes auf der Welt kann einen Fisch billig machen! Die Flugfracht kostet ihr Geld, und die macht oft den Hauptanteil des Preises aus. Kosten Fische bei einem Händler nur die Hälfte, dann ist schwer vorstellbar, dass die von Indonesien nach Deutschland „gebeamt“ wurden. Also muss an anderer Stelle gespart worden sein. Die sind vielleicht tagelang in rostigen Blechfässern gehältert worden, oder so. Irgendwo hat jemand gespart, und deswegen sind die Tierchen billig. Ich hab in Bezug auf das Sammeln und Fangen von Aquarientieren in vielen Ländern Asiens, in Tonga und anderswo Unvorstellbares erlebt, das getan wurde, um Gewinne zu maximieren. Und wir Aquarianer an der Ladenkasse des Einzelhändlers sind es, die entscheiden, ob jeder beteiligte an der Lieferantenkette im Ursprungsland für seine Methoden belohnt oder mit Liebesentzug gestraft wird. Schweigen ist auch eine Form der Zustimmung, und kaufen erst recht.

    Ich glaube, es ist zwar wichtig, sich über haftungsrechtliche Dinge beim Fischkauf Gedanken zu machen, aber das Problem, dass manche empfindlichen Fischgruppen durch den Handel regelrecht verheizt werden, ist dadurch nicht zu lösen. Die einzige Lösung wären bessere Methoden, vom Fangen bis zum Kauf, und die kosten Geld. Sobald wir Aquarianer auf breiter Front den teuren Fisch lieber kaufen, als den billigen, und damit dem Händler eine echte Möglichkeit geben, hochwertige, gesunde, artgerecht gefangene und gehälterte Tiere zu besorgen, haben wir auch Druck auf die Sammler und Fänger ausgeübt. Zanclus cornutus beispielsweise ist ein Fisch, der als eingewöhnter Aquarienfisch zehnmal robuster ist als jeder Paracanthurus hepatus. Der ist in der Natur oft anzutreffen, und der könnte in Riffbecken so häufig sein wie Zebrasoma flavencens. Nur leidet er ganz extrem unter ungeeigneten Methoden, so dass er den Weg, den die meisten unserer Wildfänge gehen, fast nie gesund übersteht. Würden wir unser Aquarium aber in Indonesien am Meer aufstellen und den Fisch einfach reinsetzen, dann würde der uns wahrscheinlich noch überleben. Das zeigt sehr eindrucksvoll, wie viel an den Methoden für Fang, Transport und Hälterung noch verbessert werden muss. (Und das betrifft Korallen in gleichem Maße!). Und wir Aquarianer können dem Ziel keinesfalls mit haftungsrechtlichen Vorschriften näher kommen, sondern nur durch unsere „Abstimmung mit dem Geldbeutel“.

    Herzliche Grüße,
    Daniel Knop

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