Jaubert und DSB im Test

  • In "Advanced Aquarist Online" (englisch) ist ein Test für biologische Aquarienfilterung nach Jaubert und DSB (Tiefes Sandbett), jeweils mit feinem und groben Sediment und einer Tiefe von 2,5 cm bzw. 9 cm veröffentlicht worden. Aus der Kombination der Merkmale ergeben sich insgesamt 24 Testbecken.

    Ergebnisse:

    1. Bei allen Becken kein signifikanter Unterschied im Ammonium-, Nitrit- oder Nitratabau.
    2. Calcium, Alkalinität und PH sind bei den Becken mit feinem Sand signifikant besser.
    3. Die Phosphatanreicherung ist bei groben Sediment signifikant schlechter.

    Schlußfolgerung:

    Nach den Testergebnissen sollte man grobes Sediment (Durchschnittsgröße 2 mm) vermeiden und feines Sediment (Durchschnittsgröße 0,2 mm) bevorzugen.

    Gruss
    Uwe

  • wichtigster Satz der ganzen Geschichte ist für mich:

    As we have shown above, even in this experiment set up in a laboratory without any live animals and with ammonia dosed in to simulate an identical bioload among tanks, there is far too much variability (Fig. 2) to draw any conclusions based on a single tank.

    auch sehr nett:

    Zitat

    We urge hobbyists to develop a good 'BS' detector that will allow you to question information presented to you without any experimental evidence to support it.

    rofl :face_with_tongue:

    sehr interessanter Artikel

    PS: BS = Bullshit :winking_face:

    Einmal editiert, zuletzt von Steffen Schwarz (27. Juni 2005 um 12:53)

  • Hallo Uwe!

    Danke für den sehr interessanten Hinweis. Ich grüble gerade, welche Plenumabdeckung noch hinreichend wasserdurchlässig ist, aber 0,2 mm Sand nicht durchfallen lässt :confused_face: .

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Uwe

    Oh yeah! Der Artikel ist klasse, endlich mal eine mehr oder weniger wissenschaftliche Studie, die auch die Grenzen der Testerei auffuehrt. Die Leute haben echt super Arbeit geleistet

    Gruesse

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Zitat

    Original von Wolfgang S
    . Ich grüble gerade, welche Plenumabdeckung noch hinreichend wasserdurchlässig ist, aber 0,2 mm Sand nicht durchfallen lässt :confused_face: .

    hallo wolfgang,

    das übliche filtervlies wird m. e. dem gerecht.

  • Hallo Joe!

    Zitat

    das übliche filtervlies wird m. e. dem gerecht.


    An so etwas dachte ich auch, aber wird sich das nicht rasch so zusetzen, dass gar kein Austausch mehr stattfindet?

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Zitat

    Original von Wolfgang S


    An so etwas dachte ich auch, aber wird sich das nicht rasch so zusetzen, dass gar kein Austausch mehr stattfindet?

    hi wolfgang,

    nun, es gibt ja keine direkte strömung, die detritus einschwemmt.

    letztlich bräuchte man ein sich selbst reinigendes netzgewebe.... :grinning_squinting_face:

    weiterhin wird durch bakterielle zersetzung zumindest bei korallen-/argonitsand ständig material gelöst und somit m.e. eine gewisse durchlässigkeit erhalten bleiben.

    glaube das jaubert von jörg griem arbeitet schon seit über10 jahren zufriedenstellend.......

    ich halte deepsand und jaubert nahe miteinander verwandt und denke nicht, dass eines besser funzt als das andere.

  • Zitat

    Original von Wolfgang S
    Hallo Joe!


    An so etwas dachte ich auch, aber wird sich das nicht rasch so zusetzen, dass gar kein Austausch mehr stattfindet?

    Gruß

    Wolfgang

    Hi

    schau mal im Baumarkt nach Kunststoff-Fliegengitter.
    Da gibts auch ganz feines Gewebe, das sollte gehen und ist günstig.


    Gruß

    Lars

  • Ich frage mich, wie sehr man da den unterschied merken soll? Mein jaubert hat ne sehr gute nitrat abbauleistung, es hält mein becken konstant bei 5-10 mg (so genau man das auch testen mag:D). Ob ich nen positiven effekt bei ner feineren körnung merken werde? Ich weiss nicht, lieber geh ich nach dem spruch: never change a running system :smiling_face_with_sunglasses:

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • hat ja auch keiner gesagt dass man jetzt ein bestehendes System zeprflücken soll. Ausserdem war ja kein Einfluss der Korngrösse auf die NO3-Abbauleistung feststellbar. Nur beim PO4 gabs unterschiede und deren Ursprung ist auch noch nicht sicher.

  • Hm.... :confused_face:
    Ich habe da immernoch meine bedenken was die durchflussdings angeht... bei mir verbackt der sand im hauptbecken eh so schnell, wie wird das dann im jaubert werden?!

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • @ Joe

    Du hast sicher recht, dass bei Jaubert kein "Durchfluss" zum Plenum stattfindet. Aber wenn es Sinn machen soll, muss es einen gewissen Stoffaustausch sicher geben, sonst ist es wohl eher ein DSB. Vielleicht ist aber das Zusetzen hier wirklich ein geringeres Poblem.

    Zitat

    glaube das jaubert von jörg griem arbeitet schon seit über10 jahren zufriedenstellend.......


    Vielleicht hat sich ja daraus ein DSB entwickelt und er weiß es nur nicht :D:D.


    @ Lars!

    Zitat

    schau mal im Baumarkt nach Kunststoff-Fliegengitter.


    Stimmt, das ganz feine sollte gehen! Danke für den Hinweis!

    Gruß

    Wolfang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang S (28. Juni 2005 um 14:53)

  • Zitat

    Original von Steffen Schwarz
    hat ja auch keiner gesagt dass man jetzt ein bestehendes System zeprflücken soll. Ausserdem war ja kein Einfluss der Korngrösse auf die NO3-Abbauleistung feststellbar. Nur beim PO4 gabs unterschiede und deren Ursprung ist auch noch nicht sicher.


    HI

    Leider lief der Versuch nur mit "kuenstlicher" Wasserbelastung und ohne den Aufbau von Detritus. Ich denke mal, dass dieser Punkt schon ganz anders aussieht wenn man grobes oder feines Sediment benutzt. Ausserdem ist in einem normalen Becken der Boden nicht so gleichmaessig bestroemt wie in einem leeren Experimentalbecken.
    Ich denke, dass mit Detritus und Riffaufbau das Experiment etwas anders ausgefallen waere, aber das ist halt nur Spekulation.

    Gruesse

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • vielleicht versuchen sie es in der nächsten Phase mal mit realeren Bedingungen. Man könnte ja in jedes Becken einen Brocken totes Gestein packen, einen "Normfisch" dazu und definiert füttern.
    Ist natürlich gleich wieder aufwändiger aber so kommt man vielleicht mal schrittweise voran.

  • Hallo,

    der wesentliche Unterschied zwischen Jaubert und DSB liegt darin, daß man in Jauberts keine anaeroben/schwarzen Stellen findet, sondern durchweg ein aerobes oder anoxisches Milieu.

    Bei DSB sieht das jedoch schon anders aus, da sich dort leicht anarobe Bereiche mit Sulfatatmung einstellen können.

    Außerdem ist die Gefahr, daß ein Jaubertboden verbackt wesentlich geringer, als bei einem feinem DSB.

    Es wird auch gesagt, daß Nährstoffe nicht wie im DSB nur hinein kommen, sondern aufgrund der Verteilung der elektrischen Ladungen (mit steigender Tiefe des Bodens immer negativer - das Plenum jedoch mit positiver Tendenz) auch zum Teil wieder hinaus ins freie Wasser gelangen können.


    Ein Jaubert mit feinem Sand verliert alle diese Vorteile und es sollte auch kein Unterschieden machen, wenn man dann das Plenum einfach wegläßt.

    Bob Goemans (http://www.saltcorner.com) hat damit schon weitgehend experimentiert, empfiehlt aber immer noch das "typische" Jaubertsystem.

    Viele Grüße
    Frank

    Einmal editiert, zuletzt von FrankE (28. Juni 2005 um 16:35)

  • Zitat

    Original von Jens Kallmeyer
    Ich denke, dass mit Detritus und Riffaufbau das Experiment etwas anders ausgefallen waere, aber das ist halt nur Spekulation.

    Nächsten Monat um den 15. herum werden die Ergebnisse der gleichen Testbecken mit lebendem Besatz veröffentlicht.

    Gruss
    Uwe

  • Zitat

    Original von FrankE
    Ein Jaubert mit feinem Sand verliert alle diese Vorteile und es sollte auch kein Unterschieden machen, wenn man dann das Plenum einfach wegläßt.

    Hallo FrankE,

    Der Test zeigt bisher ziemlich klar auf, daß es überhaupt keinen Vorteil von dem Jaubert gegenüber dem DSB System gibt. Anders ausgedrückt, das Plenum ist schlichtweg funktionslos.

    Er zeigt außerdem auf, daß es durch groben Bodengrund klare Nachteile gibt.

    Wenn sich die Ergebnisse nächsten Monat auch mit lebendem Besatz bestätigen, sind wir schlauer.

    Gruss
    Uwe

    2 Mal editiert, zuletzt von Uwe Dolling (28. Juni 2005 um 18:05)

  • Zitat

    Original von iP
    Hm.... :confused_face:
    Ich habe da immernoch meine bedenken was die durchflussdings angeht... bei mir verbackt der sand im hauptbecken eh so schnell, wie wird das dann im jaubert werden?!

    Hi Ian,

    was für einen KH Wrt hast du?

  • Hi Uwe

    Na was hat uns Jens in seinem Vortrag vor 4 Jahren auf Sifi erzählt :smiling_face: Genau das gleiche.... grins. Und das absolut geil aufbereitet mit einem Film der aufzeigt was im Boden so Strömungstechnisch passiert. War hammermässig gut, mit eingefärbten Wasser um das besser zu dokumentieren.

    War einer der besten Vorträge die ich je gehört habe. (schleim schleim)

    Zitat

    Original von Uwe Dolling
    Er zeigt außerdem auf, daß es durch groben Bodengrund klare Nachteile gibt.
    Gruss
    Uwe

  • Hallo Uwe,

    welche Vorteile meinst du jetzt?
    die höhere Alkalinität und dadurch bedingt der leicht höhere pH genau so wie der erhöhte Calciumwert, sind absolut nebensächlich und weisen ja nur auf eine schnellere Auflösung des Bodenmaterials hin.
    Wer nen Kalkreaktor oder Balling macht hat dadurch keinen Vorteil.

    Ebenso, daß gerade Phosphat bei gröberen Böden meßbar bleibt ist doch ein Zeichen dafür, daß eben auch Nährstoffe wieder aus diesen, also auch aus einem klassischen Jaubert, heraus können und sich nicht alles wie in einem DSB ablagert.

    Ob das Plenum sinnlos ist oder nicht, würde ich auf keinen Fall an so einen kurzen Test, der auch noch unter "sterilen" Lebensbedingungen stattgefunden hat, festmachen.

    Werde den Artikel heute nachmittag auch noch mal genau durchgehen..

    und die beiden oben von mir im Vorpost genannten Gefahren sind auch noch bei feinerem Bodengrund vorhanden (Anaerobe Stellen, Verbacken).

    Viele Grüße
    Frank

    2 Mal editiert, zuletzt von FrankE (29. Juni 2005 um 07:28)

  • Zitat

    Original von Uwe Dolling
    Anders ausgedrückt, das Plenum ist schlichtweg funktionslos.

    ----> Sehe ich nicht so. Ich kann dadurch praktische NO3 tests machen und sehen ob das system funzt.

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • Zitat

    Original von Thilo
    Hi Ian,

    was für einen KH Wrt hast du?

    ----> Einen verdammt hohen: 14 - 16.... :confused_face:

    Doch ne osmose kommt derzeit nicht in frage, das würde nur alles komplizierter machen als es eh schon ist. In nem jahr kauf ich mir ein neues becken wenn ich umziehe, dann realisier ich das. Die KH ist bei mir mit nix zu drücken.

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • Zitat

    Original von iP

    ----> Einen verdammt hohen: 14 - 16.... :confused_face:

    Doch ne osmose kommt derzeit nicht in frage, das würde nur alles komplizierter machen als es eh schon ist. In nem jahr kauf ich mir ein neues becken wenn ich umziehe, dann realisier ich das. Die KH ist bei mir mit nix zu drücken.

    HI Ian,

    Ok Danke. Aber nun ist mir klar weshalb dein Bodedengrund "verbackt". Da hätte ich dann auch bedenken. Aber die hätt ich so ohne Jaubert auch schon. Ob das so Gesund ist? Ist ja echt verdammt hoch. Die hälfte wäre ja schon mehr als Ausreichend.

    Würde also auf jeden fall auch warten mit einem Jaubert Plenum, so könnte das echt zum Problem werden. Vermutlich habt ihr dann viel "Alpenvorland" - Wasser. Das ist recht Kalkhaltig.

    Wobei Augsburg ja nicht unbedingt so nah dran liegt.. Kannst du das rausbekommen? Würd mich einfach mal Interessieren. Theoretisch wäre es schon möglich. Das Bodenseewasser wird auch bis Heilbronn gepumpt.

  • Hi!

    Also wir in München habe extrem viel Kalk im Wasser. Weis jetzt nicht die KH des LW aber ich muss dauernd den Wasserkocher u. Kaffemaschine entkalken.

  • Hallo Christian,

    Danke schonmal, sowas Dacht ich mir schon. Liegt ja auch Relativ Nahe beieinander Augsburg /München.

  • Also mein jaubert läuft mit plenum schon ne ganze zeit lang, und auch recht erfolgreich finde ich. 0 mg NO3 im plenum, 5 bis maximal 10 mg im wasser.

    Die KH ist hier eben schon im ausgangswasser bei gut 16 - 18!

    :grinning_squinting_face: iP!!

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  • Hi,

    Das Update mit den Ergebnissen bei Tierbesatz ist da.

    Interessanter Weise weichen die Ergebnisse nicht wesentlich vom ersten Test ohne Tiere ab.

    Gruss
    Uwe

  • Hallo Uwe!

    Danke für den Hinweis! Wundert mich, dass sich vor allem noch keine DSBler oder Jaubertianer zu Wort gemeldet haben. Wenn ich das richtig überflogen habe, kommt es für die allermeisten Wasserwerte nicht darauf, ob ich hohen, flachen, groben oder feinen Bodengrund habe und ob darunter ein Plenum ist oder nicht. Lediglich der Phosphatwert lässt sich durch feinste Körnung positiv beeinflussen (aber auch durch Adsorber ;)). Für ein DSB oder ein Jaubert-System spricht dann nur noch die festgestellte niedrigere Sterblichkeitsrate der Tiere, wobei mir der Grund hierfür bisher nicht so recht klar ist. Dabei soll wiederum gröberer Boden besser abschneiden als feiner. Da bin ich mir aber nicht sicher, ob nicht bei längerer Standzeit durch eindringendes Sediment eine Zeitbombe entsteht. Ich hoffe, ich habe das eingermaßen richtig verstanden? Offen bleibt natürlich eh, ob die Ergebnisse auf größere Becken mit längerer Standzeit übertragbar sind. Aber insgesamt doch eine recht interessante Untersuchung mit z. T. verblüffenden Ergebnissen. Jedenfalls weiß ich jetzt auch, dass man Aquarien ohne Tiere mit feinem Sandboden am längsten betreiben kann :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: :D.

    Gruß

    wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Wolfgang,

    Vielleicht liegts am Englischen. Daher im folgenden noch einmal die Übersetzung der Gesamtschlußfolgerungen. Vielleicht kommt dann Stimmung auf :D.

    · Unsere Experimente zeigen keinen Beleg für irgendeinen der erwarteten Vorteile eines Plenums (überprüft durch Goemans 1999) mit oder ohne Tiere. Statt dessen zeigen unsere Ergebnisse, daß jeder beobachtete Vorteil eine direkte Konsequenz des Sedimentes selber, anstatt des leeren Raumes darunter ist.

    · Jedes Sediment basierte Aquarium Design scheint fähig, einen Nährstoffeintrag von 0,5 mg/Liter/Tag NH4+ zu verarbeiten – dies entspricht einem gut besetzten Riffaquarium. Bei dieser Eingabemenge variiert die Endkonzentration von Ammonium, Nitrit und Nitrat nicht signifikant zwischen Aquarien 1.) mit oder ohne Plenum, 2.) mit tiefen (9 cm) oder flachen (2,5 cm) Sediment oder 3.) mit grober (2 mm) oder feiner (0,2 mm) durchschnittlicher Partikelgröße. Der Tierbesatz selber und gestorbene Tiere haben einen viel größeren Einfluß auf die Wasserqualität als das Aquarium Design.

    · Die größten Unterschiede zwischen den Experimenten wurden als abnehmende Pufferkapazität und höhere Endphosphat Konzentration bei Aquarien mit grobem Sediment im Verhältnis zu denen mit feinem Sediment beobachtet. Wie auch immer, die chemische Zusammensetzung des Substrates kann für diesen Effekt verantwortlich sein und wir haben keine anderen Substrate ähnlicher Größen getestet. Wir empfehlen, daß Aquarianer neue Substrate auf Auflösung testen, bevor sie größere Mengen davon in ihrem Aquarium verwenden.

    · Wir haben gezeigt, daß es große Unterschiede zwischen identischen Aquarien geben kann, auch wenn keine Tiere anwesend sind, wie im ersten Teil dargestellt. Berücksichtigt man die zusätzliche Variabilität sobald lebende Tiere eingeführt werden, so unterstreichen unsere Ergebnisse das Problem, irgendwelche Schlußfolgerungen aus einem einzelnen Aquarium zu ziehen – unabhängig davon, wie schön es ggf. ist. Resultate irgendwelcher Studien, denen die Wiederholung und Überprüfung fehlt, sollten mit Argwohn betrachtet werden. Wir argumentieren, daß in Fällen wie den vorliegenden Einzelberichte einfach die Darstellung einer Meinung ist und mehr als 5 Jahre hitziger Debatte der Vorzüge des DSB versus dem Plenum System resultieren aus der standhaften Verteidigung von Meinungen ohne Daten.

    · Wir haben gezeigt, daß auch hoch qualitative Aquarium Tests nur eine ungefähre Schätzung der aktuellen Nährstoffkonzentration im Aquarium aufzeigen. Wie auch immer, die Ergebnisse der Salifert Test Kits sind ausreichend mit den tatsächlichen Nährstoffwerten korreliert, um bei Aquarien Vergleichen verwendet zu werden.

    · Die Todesraten über alles sind in Aquarien mit flachem Sediment ungefähr doppelt so hoch wie in Aquarien mit tiefem Sediment. Die höchsten Todesraten wurden im flachen, groben Plenum System und die geringsten im tiefen, groben DSB System beobachtet. Die Experimente, die ungefähr das Design verwenden, das Aquarianer für DSB, Miracle Mud und Jaubert einsetzen, haben mittlere Todesraten. Das Experiment mit dem flachen groben Sediment, was am ehesten dem Berlin System entspricht, hat eine der höchsten Todesraten und das Experiment mit dem tiefen groben Sediment, was im Moment keinem vorhandenen Designnamen entspricht, hat die kleinste Sterberate. Wir haben Aquarien ohne Sediment nicht getestet, aber die Ergebnisse deuten klar an, das je flacher das Sediment, deso höher die Todesrate und es geht kaum flacher als in Becken ohne Bodengrund.

    · Die experimentellen Ergebnisse zwischen den Tests mit und ohne Tiere sind überraschend ähnlich. Entgegen unseren Erwartungen hat die Anwesenheit von lebenden Tieren und der Bodenfauna nach unseren Daten keinen meßbaren Effekt auf Endkonzentration der Nährstoffe.

    Gruss
    Uwe

    P.S. Die Tests liefen jeweils über 18 Monate

  • Hi Uwe

    Soweit ist mir das ganze klar. Aber was ic hnicht verstehen will, wieso hat man mehr Todesfälle bei anderen Körnungen bzw. Schichthöhen ?
    Inwiefern ist da sein zusammenhang zu sehen ?
    Blicke ich irgendwie nicht so ganz.

    Nun ja sagen wir es aber mal so, so ein halbes DSB haben wir ja nun seit Live Sand auch :smiling_face: Ist ja nun doch auch schon im dritten jahr der Sand bei uns. Aber ich konnte weder vorher bei gröberen Bodengrund zu heute einen Signifikaten Unterschied in Todesraten ersehen ?

  • Hallo Robert!

    Zitat

    Ist ja nun doch auch schon im dritten jahr der Sand bei uns. Aber ich konnte weder vorher bei gröberen Bodengrund zu heute einen Signifikaten Unterschied in Todesraten ersehen ?


    Jetzt mach doch nicht den letzten Strohhalm der DSBler und Jaubertianer (baue selbst gerade an einem solchen System!) kaputt :D!. Im Ernst: Die unterschiedlichen Todesraten kann ich mir mit verschiedenen Schichthöhen oder Körnungen auch nicht erklären, wenn gleichzeitig die Wasserwerte so gut wie identisch waren. Vielleicht hat aber jemand eine plausible Idee hierzu?

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang S (20. Juli 2005 um 08:16)

  • Hallo Wolfgang :-), Hi @ all

    Zitat

    Original von Wolfgang S
    Jetzt mach doch nicht den letzten Strohhalm der DSBler und Jaubertianer (baue selbst gerade an einem solchen System!) kaputt :D!. Vielleicht hat aber jemand eine plausible Idee hierzu?

    Gruß

    Wolfgang

    :grinning_squinting_face: :grinning_squinting_face: .......... der war gut.

    Na ja ich finde das DSB wie auch die anderen Systeme gut. Wobei es auch hier so ist das man eben wenn man etwas macht es richtig macht. Das gilt für DSB, Jaubert, MM wie Zeo als auch wodka.

    Man merkt ja auch eine Zunahme an DSB hier zu Lande, wobei die Leute weniger direkt auf DSB geben sondern eher einfach der Schönheit halber auf den feinen Sand. Höherer Bodengrund in feiner bis feinster Körnung ist wohl in der Tat das beste was man machen kann, zumindest meiner Ansicht :smiling_face:
    Zwar kommt irgendwann dann der Detrius auch durch und durchsetzt den Sand aber das kann man wohl auf Dauer nicht verhindern. Gehört halt ein wenig mit dazu.

    Ich wäre daher schon erfreut wenn mir einer das mit den Todesfällen etwas näher erläutern könnte. Haben die einfach Tierchen eingesetzt und beim Berliner sind die Fische gestorben und beim DSB nicht ?

  • Hallo Robert,

    Leider gibt es für die beobachteten Todesraten keine bekannte Erklärung.

    Im Test wurden alle Becken mit gleichem Lebendgestein und gleichem Besatz an Fischen, Schnecken, Seegurken und Einsiedlern ausgestattet. Gezählt wurde dann die Anzahl aller verstorbenen Tiere während der Testlaufzeit.

    Gruss
    Uwe

  • Hallo!

    Da die Aquarien auch gleich mit Futter versorgt und kontinuierlich überwacht wurden, kann es auch nicht mit Wasserwerte-Ausreissern erklärt werden. Evt. Krankheitserreger? Es war ja wohl auch nicht so eine hohe Gesamtanzahl an Tieren, so dass einzelne Todesfälle die Statistik schon ganz schön beeinflussen können.

    Gruß

    Wolfgang

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  • Hallo Steffen,

    Du hast schon Recht, das es interessant wäre, die verschiedenen gestorbenen Gruppen zu unterscheiden. Leider war die Erfassung der Todesrate nur ein Nebenparameter. Keiner hat hier signifikante Ergebnisse erwartet.

    Eine mögliche Erklärung ist mir doch noch eingefallen, warum grobes Sediment in der Todesrate besser abschneidet. Oftmals verenden gerade Schnecken, wenn sie in feines Sediment geraten, da sie sich nicht mehr daraus befreien können. Aber das ist nur meine Vermutung.

    Gruss
    Uwe

    Einmal editiert, zuletzt von Uwe Dolling (20. Juli 2005 um 11:10)

  • Hallo Uwe

    Ich dachte auch das zwischen den Tieren differiert wird.

    Interessant ist das im flachen Sediment doppelt so viele sterben wie im hohen, und auch im flach - groben waren wenn ich richtig lese (deine 1. Ausführung) die meisten Todesfälle und nicht anders herum ?
    Bringst du da was durcheinander ?

    Also greift das mit dem Schneckentod auf Sand nicht wirklich ?

  • bei der geringen Probenzahl reichen wahrscheinlich schon 2 schneckenfressende Einsiedler die zufällig in 2 Becken der selben Gruppe sitzen um die Statistik ad absurdum zu führen.
    Gerade der verwendete Laevimanus ist meiner Meinung nach manchmal ein echter Rüpel. Das sollte man wirklich nur als Randnotiz zur Kenntnis nehmen.

  • Hallo Steffen!

    Zitat

    Das sollte man wirklich nur als Randnotiz zur Kenntnis nehmen.


    Vom Grundsatz her sehe ich das genauso. Aber es verblüfft schon, dass die Tiefbodenbecken allgemein besser abschneiden als die Flachbodenbehälter. Mit reinem Zufall kann das nur schlecht erklärt werden, auch wenn das nicht ausgeschlossen ist.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

  • Hallo Uwe!

    Zitat

    Eine mögliche Erklärung ist mir doch noch eingefallen, warum grobes Sediment in der Todesrate besser abschneidet


    Von der Tendenz her ist das aber nicht unbedingt so. So traten nach dem Untersuchungsbericht die höchsten Todesraten (wie auch die niedrigsten) bei grober Struktur auf. Die mit Abstand größten Ausfälle gab es im System PSC (flacher, grober Bodengrund mit Plenum - fälschlicherweise als "Jaubert" bezeichnet). Die Daten lassen eher den Rückschluss zu, dass mehr die Bodengrundhöhe als die Körnung Einfluss auf die Todesrate hat - wenn man denn überhaupt von zulässigen Schlussfolgerungen sprechen will.

    Gruß

    Wolfgang

    Die Aquaristik ist eine Liebhaberei, bei der die Liebe im Vordergrund stehen soll und nicht die Haberei!

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang S (20. Juli 2005 um 13:24)

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