Können Fische auch verfetten?

  • Hallo zusammen
    Ich frage das jetzt weil ja jetzt bald alle das Russische-System fahren und Belastung in unseren Aquarien ja kein so großes Thema mehr ist.
    Da ich sehr lange Terraristik als Hobby hatte und da speziell Fleischfressende Großechsen (Warane). Komme ich auf folgende Gedanken.
    Dort war es so das durch die beengten Lebensräume der Tiere, man sehr drauf achten mußte, diese nicht zuviel zufüttern. In der Natur müssen diese Tiere sehr weite Strecken zurücklegen und fressen alles was sie dabei finden können. Aber füttert man so im Terrarium hat das heftige Folgen. Die Tiere verfetten, sind in ihrer Bewegung sehr eingeschränkt, verpaaren sich so nicht mehr und sterben am Ende an Leberverfettung.
    Bei Hunden und Katzen mit wenig oder keinen Auslauf ist das ja ähnlich.

    Also......viele sagen hier immer das ihre Fische breiter sind als lang. Wenn jetzt noch mehr gefüttert wird (man achtete ja dann nicht mehr so drauf, weil Wasser ja kein Problem), frage ich mich ob das wirklich so gut ist. Nicht das das jetzt falsch verstanden wird, ich füttere auch viel und abwechslungsreich. Aber ich sehe schon ganze Artemiatafeln in den Becken schwimmen.
    Unsere Becken sind ein sehr begrenzte Lebensraum, in dem den Fischen wenig Schwimmraum zur Verfügung steht. Kann man hier Fische (kommt sicher auch auf die Art an) mehr oder weniger Totfüttern?
    Ich weiß es nicht. Aber ich würde es gerne wissen.
    Gruß Frank

  • Hallo Ilja
    Könnte er sicher, wenn ich ihn lesen könnte. :face_with_rolling_eyes:
    Aber vieleicht kann ja hier jemand eine kleine Übersetzungsaktion machen? :winking_face:
    Gruß Frank

  • Hallo Frank!

    Es gibt auch deutsche Literatur die darauf eingeht. Ich bilde mir ein auch im Kaiserfischbuch vom Schneidewind was drüber gelesen zu haben.
    Falls du es nicht hast, kann ich dir gerne nachsehen.

    Wobei ich da hauptsächlich auch von allgemein falscher Ernährung ausgehe, wenn Fische sich sonst zu einem relativ geringen Prozentsatz von fleischlicher Nahrung ernähren.

    Servus,
    Peter

  • Hi Peter aus den Bergen
    Wäre nett wenn du das nachlesen könntest.
    Ich will das halt wissen, weils überall heist:"ein runder Fisch ist ein gesunder Fisch"
    Gruß Frank

  • Hai!

    Mach´ ich!

    P.S.: Bei uns gibt es weit und breit keine Berge (zum Glück).

    Servus Frank vom Meere! :smiling_face:

  • Hallo zusammen!

    Ich nehme einmal an, daß Frank seine Frage sehr ernst meint, auch wenn er diese auf amüsante Weise mit dem Wodkathema verknüpft hat (Russisches System :grinning_squinting_face: , hoffentlich wird das nicht zum russischen Roulette :winking_face: ).

    Spaß beiseite. Aus der Süßwasseraquaristik ist mir diese Diskussion auch bekannt. Die Firma Dupla hatte mit der Argumentation vor einigen Jahren bereits eine Futtersorte hergestellt, die reich an L-Carnitin ist, einer auch im menschlichen Körper synthetisierten Substanz mit vitaminähnlichen Wirkungen. L-Carnitin wirkt unter anderem im Fettstoffwechsel bei der Verwertung langkettiger Fettsäuren eine Rolle.

    Im Fitnessbereich für Menschen seit langem der große Hype, war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis auch Haus- und Nutztiere L-Carnitin angeboten bekamen. Bei Nutztieren scheint es (zumindest bei einigen Tierarten) Hinweise für einen sinnvollen Einsatz zum Ausgleich streß- und nahrungsbedingter L-Carnitin-Mangelerscheinungen zu geben (beim Menschen bringt die Einnahme auch nur etwas bei Mangel, z.B. in Schwangerschaft, Stillzeit und evtl. bei Vegetariern). Wie es bei Haustieren aussieht, kann ich nicht sagen. Mittlerweile bewerben jedoch viele Futterproduzenten ihre Produkte damit, daß sie L-Carnitin enthielten.

    Sicher ist es so, daß aquariengehaltene Fische auf der einen Seite nicht die Bewegung haben, die sie bei uneingeschänlter Bewegungsfreiheit in der Natur hätten, auf der anderen Seite aber (zum Teil) mit Kunstprodukten ernährt werden. Auch wenn die Ernährung abwechslungsreich gestaltet wird vermute ich, daß es zu Störungen des Fettstoffwechsels kommen kann.

    In der Süßwasseraquaristik war sogar schon ´mal vermutet worden, daß Leberverfettung mehr Fische tötet als andere Ursachen. Ich hoffe, daß Harald Mülder dazu etwas sagen kann. Ich denke schon, daß Franks Frage relevant ist.

    Gruß,

    Michael

  • Hallo Frank,

    ob Fische verfetten können oder nicht, weiss ich leider auch nicht. Aber ich denke, da ist der Denkansatz nicht ganz richtig. Wenn man jetzt den Fischen mehr füttert, weil die Wasserwerte weniger eine Rolle spielen, macht man entweder jetzt was falsch oder hat vorher zuwenig gefüttert und seine Fische hungern lassen. Es geht doch eher darum, jetzt mehr Staubfutter, Plankton etc. zu füttern, die den Korallen zugute kommen sollen. Ich bezweifle, dass davon dann die Fische fett werden.
    Wichtig ist eben, dass man auf jeden Fall die Fische angepasst füttert, also abwechslungsreich und in der Menge, wie sie es brauchen. Aber im Grunde ist es ja so, dass das schon die ganze Zeit so laufen sollte. Jetzt kann man eben auch für die Korallen etwas tun, dass sie nicht nur auf die Ernährung durch Licht angewiesen sind bzw. wird nun die Haltung von Korallen ohne Zooxantellen vielleicht besser möglich.

    Übrigens, eine ganze Platte Artemia im Becken schwimmend, halte ich für nicht so gut.... das ist echt zu kalt, tau die bitte vorher auf :grinning_squinting_face:

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • Hallo Frank :smiling_face:

    Es wird, so hoffe ich wenigstens, nicht so sein das die Fische vorher zu wenig Futter bekommen haben :smiling_face:
    Unserer Fisch sind wohlgenährt. Ob sie eine Leberverfettung haben kann ich so nicht beruteilen. Unser Doc, der schon 8 Jahre schwimmt schaut gsund aus....

    Ich denke nicht das man die Mengen des normalen Futterbedarfes steigern sollten sondern eher Futter zugibt das Korallen besser zur Verwertung dient.

    Denken wir doch ein wenig weiter. Könnte es nicht so sein das man nun sich an Tiere wagt an deren Haltung man heute noch nicht gedacht hat. Schau mal der Frank Diehl, Stephan P und andere probieren schon viel herum, sicher werden das auch mal Tiere sein die man heute noch kategorisch ablehnt weil einfach nicht haltbar. Könnte man nicht soweit gehen starke Futterbelastungen gezielt wieder zu eliminieren und gleichzeitig genug Futter anzubieten das bestimmte tiere (bewusst schreibe ich nicht gezielt von bestimmten Gattungen) evtl. überleben könnten...

    Da gibt es nun zwei Planktonrekatoren, die versprechen das man genug Menge am Tag zusammenbekommt.
    Da gibt es nun eine Methode mit der man Nitrat und Phospaht eliminieren kann.
    Der dritte Schritt ist nun gar nicht mehr so fern es mit Tieren zu versuchen die heute noch nicht haltbar sind. Wer weiss... evtl .tut sich was und wir können bald tiere halten die heute als unhaltbar gelten.

    Also um auf die Frage zurückzukommen, wir sollten die Fische wie bisher gut füttern, und eher unser Augenmerck auf die Korallen richten.

    Der Rest wird sich finden.
    So genug gelabbert, wie das so ist heute ist Feiertag da schreibt mal auch mal ein paar zeilen mehr :smiling_face:

  • Hallo ,

    das Thema Verfettung durch eiweißreiche Nahrung an Pflanzenfresser hab ich schonmal zur Diskussion gebracht und bin nicht ernst genpommen worden *schmoll*
    Bei Süßwasserfischen ist es definitiv so, daß Pflanzenfresser die in der Natur seltene Fleischnahrung bevorzugen und hemmungslos verfetten.
    Bei meinen Süßwassertieren beobachte ich das auch. Die Elefantenrüsselfische und Messerfische (Fleischfresser) müssen stark gefütteret werden und verfetten nicht, wohingegen die Viktoriabuntbarsche (eh ungeeignet, aber Beckenübernahme), Rüsselbarben und auch die Netzschmerlen und Bujurquinas (südamerikanishe Buntbarsche) sehr dick sind. Die Lebensdauer ist z.T. verkürtzt, so 3-5 Jahre, die meisten leben aber noch und sind recht fett und träge *g* Eine plötzlich verstorbene Rüsselbarbe (von 7) war bei der laienhaften Sektion voll mit Fettkügelchen...
    Bei den Viktorias sagte der Händler (Ostafrikaspezialist), die Verfettung sei praktisch hoffnubgfslos! Ähnliches ist auch von anderen Ostafrikanern (den Aufwuchsfresern) bekannt.

    Entgegen meine Bedenken hab ich wegen der Caulerpaplage vor 6 Monaten 2 flaveszens eingesetzt. Nix mit Algenfressen, hauen sich die Wampe voll mit Frostfutter. Selbst die Halimenias, die roten, die sie anfangs sehr gerne gefressen haben, sind out.
    Wegen der diversen Planktonfresser will ich auch die Futtermenge nicht reduzieren. Sind so 6 Würfel pro Tag auf 760L, verteilt auf 8 Fütterungen. Könnte man sicher etwas reduzieren, aber dann kriegen die Krebse, Seesterne und nicht zuletzt die Monsterkrabbe zuwenig ab.

    Ich denke mal, daß das Thema optmale Ernährung ujd passende Vergesellschaftung in den nächsten Jahren eine große Rolle spielen wird. Beim Berliner System in Reinstform wars kein Thema, man hat sie einfach hungern lassen. Aber damit ist man wohl jetzt durch, auch dank Wodka *g*. Bisher war man froh über 1-2 Jahre 'Haltbarkeit'. Die Zeiten sind wohl jetzt vorbei. Jetzt zählen nur noch Jahrzehnte *g*. Durchaus machbar, wie man vereinzelt liest.
    Auch der verbliebene Salarias -Mary-ist recht fett. Ihr Mann ist leider an -vermutilkch- einer Muschelfleischvergiftung gestorben. Die beiden haben sich super vertragen (!!!), anfangs die Einfahrfadenalgen vertilgt und dann nur noch auf die Futterpipette gelauert. Ok, Fadenalgen sind lange keine mehr da, aber ein wenig nagen an den Steinen könnte schon sein. Nix, nur mal etwas an den Scheiben aus Langeweile !
    Ich würde bei einem zukünftigen Besatz Pflanzenfresser und Fleischfresser nicht mehr so mixen. Insbesondere bei Planktonfressern wie Fahnenbarschen und diversen Grundeln nicht, weil die ständig was brauchen und man sie nicht gezielt füttern kann und die Pflanzenfrsser am extremsten geiern *g*.

    Momentan ist es so, daß man Fische einfach zusammenschmeist, egal woher sie kommen und was für Ansprüche sie haben. Hauptsache, sie prügeln sich nicht zu Tode. Wirklich langjährige Erfahrungen im Bereich von Jahrzehneten gibt es wohl kaum (?) und kann es auch nicht geben bei der rasanten Entwicjkung seit den 90ern.

    Naja, sind nur son paar Ideen.

    Viele Grüße
    Ulrike

  • Zitat

    Original von Frank Mohr
    Ich will das halt wissen, weils überall heist:"ein runder Fisch ist ein gesunder Fisch"


    Stimmt auf alle Fälle bei Kugelfischen :grinning_squinting_face:

  • Zitat

    Original von brombeere
    Übrigens, eine ganze Platte Artemia im Becken schwimmend, halte ich für nicht so gut.... das ist echt zu kalt, tau die bitte vorher auf :grinning_squinting_face:


    Hi Kathrin,
    kommt auf die Jahreszeit an. Im Sommer würde ich manchmal am liebsten ne 5 Kilo-Platte reinschmeißen :grinning_squinting_face:

  • Hallo Frank,
    Gramma melacara sind bei mir schon immer verfettet. Bei gleicher Fütterung waren/sind sie erheblich fetter als Gramma loreto und G. brasiliensis.

  • Ich halte das für eine gutes Thema würde es aber von der MuKoWo Methode (Murtzek-Kokott-Wodka Methode) lösen. Wie Robert schon angemerkt hat, biete diese Methode eher die Möglichkeit jetzt groszügig mir Staufutter ect um zu gehen.

    Ich bin schon lange dazu übergegangen meine Fische entsprechend gut und abwechslunsgreich zu füttern. Die meisten die das bisher gesehn haben waren verwundert und der Vorbesitzer das Z.flavescens Paares hat seine Fische schon nach wenigen Wochen nicht mehr erkannt. Für mich ist einer der Schlüsselfaktoren zur Paar oder Gruppenhaltung von Korallenfischen die ausreichende Fütterung der Tiere. Wernn ich hungrig bin bin ich auch unausstehlich!

    Ich halte es für wichtig das den Tieren eine vielseitig Ernärhung angeboten wird. Diese sollte aus Frostfutter, Spirulina Flocken und Grünkost bestehn. Immer nur die gleiche Futtersorte dürfe auf Dauer zu einen Mangel führen und die Tiere sich auch nicht gerade "glücklich" machen.

    Die Vielseitigkeit und einen hohen Anteil an Pflanzlicher Kost gepaart mit einer gesunden Strömung - die natürlich NICHT zu Fütterung ausgeschaltet wird - hat zumindest in meinem Hauptbeckne zur Folge das die tiere zwar viel Futter bekommen, sich das aber auch teilweise erarbeiten müssen.

    Fazit: Falsches unausgewogens Futter, mangelnder Schwimmraum und zu wneige Strömung können meiner Meinung nach schon zu Fettleibigkeit und den damit verbundenen Problemen führen.

    Grüße und schönen Tag
    Peter

  • Ich denke es ist auch wichtig darauf zu achten was man füttert. Doktorfischen und Fuchsgesichter oder anderen Pflanzenfressern sollte man z.B. abwechslungsreiche pflanzliche Kost bieten und nicht einfach große Mengen an Artemia (deren Nährwert ja nicht der allerbeste ist).

  • Hallo Frank!

    Ich hatte recht. Der Schneidewind hat in seinem Kasiserfischbuch auf Seite 238 folgendes geschrieben:
    "Es ist aber auch möglich, gut eingwöhnte Kaiserfische durch überrecihliche Mahlzeiten zu verfetten!"

    Er hat das im Anhang daran geschrieben, das viele Kaiserfische und vor allem die Centropygen hauptsächlich Algennahrung gewohnt sind.
    Näher ist er nicht darauf eingegangen.

    Steht also leider nur so im Raum.

    Wobei ich denke es liegt auf der Hand. Wenn ich ein Tier komplett anders ernähre als es dies gewohnt ist (Algenfresser hauptsächlich mit Frostfutter usw.). Und selbst ein Fleischfresser, wenn er zu fressen bekommt wie ein Heudrescher und im Becken aber kaum Bewegung machen muß um ans Futter zu kommen.

    Servus,
    Peter

  • Hallo,

    also bei den Vielschwimmern hätte ich da auch keine so großen Bedenken (wie dick sind denn eigentlich unsere Aquariengepflegeten Fische im Meer? - bin kein Taucher) - bei Bernd Mohr schwimmen auch Fische die ein paar Jährchen auf dem Buckel haben und die sind gegen meine gutgenährten Fische alles andere als schlank :D.

    Zitat

    erheblich fetter als Gramma loreto

    - aber wenn ich mir da meine wenig schwimmenden Grammas anschaue, da kommen schon eher solche Gedanken...

    Grüße

    Markus

    Grüße aus Tirol - dem Herz der Alpen
    PS: wozu an die See fahren, wenn man "Meer" zuhause hat?

  • Hi,

    meiner Meinung nach sollte man seine Fische so viel füttern, dass sie ihre natürliche Form behalten. Wenn man beim Schnorcheln oder Tauchen Doktorfische beobachtet, wundert man sich oft, wie "stämmig" sie sind. Ich erinnere mich noch gut an Nasos und Zebrasomas im Roten Meer. Die sahen "gleichmässig" gut genährt aus, also niocht nur eine Kugel in der Mitte des Fisches.

    Ich habe schon viele Fische in div. Aquarien gesehen, die meiner Meinung nach viel zu fett waren. Wenn ein (Doktor-)Fisch breiter als lang ist, hat nicht mehr viel mit der natürlichen Form zu tun. In solchen Fällen, würde ich die Fütterung reduzieren. Der Fisch braucht ja in unseren Pfützen auch lange nicht so viel Nahrung. wie in der Natur, da der Energieverbrauch wesentlich geringer ist (weniger Bewegung!). Ich möchte hiermit nicht ausdrücken, dass unsere Fische hungern sollen!! Aber ich plädiere für eine naturnahe Körperform!!!

    Gruß,
    Christian

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