Silikatwerte für Mikrofauna

  • Hallo,

    Viele hier versuchen ja ihre Silikatwerte möglichst auf null zu drücken, weil sie Diatome befürchten.

    Diese geringen Werte sind aber doch schlecht für die Mikrofauna (Schwämme, Schnecken, Phytoplankton, Silikonflagelanten, Diatomen benötigende Lebewesen,..) und können Raum schaffen für Cyanobakterien.

    Randy Holmes-Farley schlägt eine Dosierung von „sodium silicate“ vor, wenn Silikat sonst nicht oder kaum nachweisbar ist (max 3 mg/l).

    Ich hab auch schon Sollwerte von 2-3 mg/l in einer deutschen Aquarienzeitschrift gelesen.

    Oder kann man es nicht einfach so halten, dass wenn die Frontscheibe alle paar Tage von Diatomen gereinigt werden muß, genug Si im Becken ist?
    Durchs reinigen füttert man dann auch automatisch Plankton.

    Was sind „gute“ Silikatwerte für die Mikrofauna?

    Viele Grüße
    Frank

  • Hallo,

    also was "gute" Werte sind, weiss ich auch nicht, aber ich habe immer so 2-3 mg/l Silikat im Becken (ich verwende allerdings auch Leitungswasser) und kann keiner negative Auswirkungen feststellen. Scheinbar schadet zumindest bis zu einem gewissen Wert das vorhandene Silikat nicht.

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • Hi,

    also das mit den Diatomen von den Scheiben habe ich mich auch schonmal gefragt, ob das nicht gutes Mikrofutter für die Filtrierer ist.

    Ist das tatsächlich so?

    Gruss

    Gruß
    Sven

  • Hallo,

    nun, Silikat ist immer in einer geringer Menge vorhande, auch wenn die Tests dies nicht anzeigen oder erfassen können. Denn z.B. Algen nehmen das Silikat auf und geben es beim Absterben wieder frei. Ausserder braucht jedes Lebewesen etwas Silikat.

  • hi leute,

    mir kommt da gerade ne idee, hat denn schon jemand das algengedöhns was auf den aquascheiben wächst untersucht(arten und größe) evtl. könnte man doch mit ein paar eingehängten scheiben im technikbecken eine art "phytoplanktonreaktor" bauen und dann durch einfaches reinigen der scheibe dem becken einiges an phytoplankton zuführen, oder? geht natürlich nur wenn das unterbecken beleuchtet ist.

  • Ich denke die grünen Algen die sich auf der Scheibe niederlassen sind mehrheitlich Duniella (oder heißt die Dunadella?), die gleichen die auch enstehen wenn man ein Glas Wasser auf die Fensterbank stellt...

  • Also ich halte es mit den Silikaten auch nicht so eng: leitungswasser fürs Nachfüllen und Neuansetzen. Wenn die Sauerstoffbläschenentwicklung zu heftig wird, hänge ich einfach etwas Anti-Phos rein, das zieht auch Silikate aus dem Wasser.

    Der Scheibenabrieb kommt natürlich dem Becken zugute. Ob das aber die Filtriererfauna hebt, kann ich nicht sagen. Die Schnecken und sonstigen Algenfresser finden den Belag jedenfalls sehr lecker. Auch die kleinen Kalkröhrenwürmen gedeihen bei mir sehr gut.

    Mit salzigen Grüßen

    Michael R-S

  • ich denke ich werde mir heute abend mal ein paar plexiglasscheiben zusägen und ins filterbecken hängen, mal sehen ob sich das lohnt mit der imkerei. :grinning_squinting_face:

    ich werd dann mal berichten

  • Hallo,

    nach meiner bescheidenen Meerwassererfahrung wirkt sich SiO[T]2[/T] dann sehr algenfördernd aus, wenn parallel dazu NO[T]3[/T] in suboptimalen Mengen vorhanden ist.

    In meinem Minibecken hat's auch über längere Zeit SiO[T]2[/T] in an sich nicht mehr tolerablen Mengen gegeben. Es zeigte sich ein leichter brauner Belag auf dem Bodengrund und den unteren Scheibenbereichen. Es war aber nicht kritisch, so dass man hätte rabiat eingreifen müssen.
    Als ich dann anstelle meines VE-Wassers zumindest das verdunstete Wasser mit Aqua-Dest aus der Drogerie nachfüllte, ging die Algentendenz merklich zurück. Kein Braunschleier mehr, alles bleibt algenfrei. Wenn mich jetzt nicht aber alles täuscht, so werden auch die Kalkrotalgen langsamer (augenscheinlich).

    Die Werte waren vor der Maßnahme SiO[T]2[/T] > 3 mg/lt, nunmehr so um die 1 mg/ltr (was ich immer noch nicht so gerne sehe). Nitrat so um die 2-3 mg/ltr. Silikat mit Salifert gemessen, Nitrat mit Dupla + Fotometer.

    Ich vermute mal, dass die Braunalgen dem Liebig'schen Minimumgesetz erliegen. Wenn es an anderen essentiellen Nährstoffen mangelt, hilft ihnen das schönste Silikat nicht. Allerdings sehe ich die Begrenzung der Algen über das Nitrat als etwas riskant an, denn es könnte ja durchaus mal sein, dass unbemerkt Nitrat mal hochgeht und dann platzt wohlmöglich die Silikat / Braunalgenbombe. Aufgrund dessen haben wir dem MM nun doch eine RO-Anlage + Reinstfilter abgekauft :smiling_face_with_sunglasses:

    Wie gesagt, ich vermute diese Zusammenhänge. Die Gelehrten der Meerwasseraquaristik mögen unerbittlich einschreiten, so meine Gedanken Müll sind!

    Viele Grüße
    Olaf Deters

  • Was sind denn für dich suboptimale Nitratwerte bzw. was sind optimale? Ich denke das auch z.B. 10mg Nitrat Kieselalgen mit Eifer wachsen, warum sollte das schlimmer werden, wenn weniger Nitrat da ist?

  • Hallo Annette,

    so "müllig" finde ich Deine Gedanken gar nicht. Ich habe bei mir nämlich ähnliche Beobachtungen gemacht. Ich habe durch die Verwendung von Leitungswasser immer 2-3 mg/l Silikat im Wasser. Dadurch bedingt auch längere Zeit einen leichten braunen Film und die bekannten Luftbläschen an manchen Stellen. Seit dem nun bei mir Nitrat (und Phosphat) auf nn gesunken ist, ist dieser braune Film und auch die Bläschen völlig verschwunden. Also einen Zusammenhang scheint es dabei schon zu geben.
    Über die von Dir erwähnte "Braunalgenbombe" möchte ich allerdings lieber gar nicht erst nachdenken :grinning_squinting_face:

    Viele Grüsse Kathrin

    150x50x60=450l, 2x4x54Watt Lumimaster, Tunze DOC Skimmer 9015, Tunze Stream 6060, Marea Stream 6000

  • Zitat

    Original von kenny
    Was sind denn für dich suboptimale Nitratwerte bzw. was sind optimale? Ich denke das auch z.B. 10mg Nitrat Kieselalgen mit Eifer wachsen, warum sollte das schlimmer werden, wenn weniger Nitrat da ist?

    umgekehrt meinte ich es ja auch:

    "Viel" Silikat + "wenig" Nitrat = verhaltenes Braunalgenwachstum

    Grüße
    Olaf Deters

    (ich poste hier unter dem Zugang meines Frauchens :face_with_rolling_eyes:)

    Einmal editiert, zuletzt von Annette (8. Oktober 2003 um 13:52)

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