Der Artikel ist gerade erschienen (leider auf Englisch). Das ist bisher das Beste was ich zu dem Thema gelesen habe. Ich hätte zwar noch ein paar zusätzliche Kritikpunkte, aber insgesamt ist das schon eine sehr gute Zusammenfassung.
http://www.reefsmagazine.com/mag.php?do=wp_post&articleId=159
Grüße
Jens
PS: die Antwort auf http://www.korallenriff.de spricht Bände......
Toller Artikel
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Hi Jens,
danke fürs einstellen.
Ist mühsam zum Lesen, zeigt aber das doch das meiste unserer Meßerei eher schätzen ist ;-))Tendenzen erkennen und im Fall des Falles gegensteuern ;-))
Und das mit Maß und Ziel....LG,
Wolfgang -
Hallo Wolfgang,
nun ja, das steht da ja eigentlich nicht in dem Artikel. Die Massenelemente (Ca, Mg, K, Sr, etc) können sehr genau und reproduzierbar mit einer ICP-OES gemessen werden, aber diese ganzen Messwerte für Spurenelemente sind nicht mal zu gebrauchen um eine Tendenz abzulesen da sie z.T. um ein Vielfaches von der Konzentration des Standards abweichen und diese Abweichung auch nicht reproduzierbar ist, d.h. einmal ist der Messwert deutlich über, einmal deutlich unter dem echten Wert. Die Firma macht einen auf Dicke Hose und behauptet Sachen mit einer ICP-OES messen zu können an denen bisher alle großen Forschungslabors gescheitert sind. Auf Nachfrage wie sie es denn tun bekommt man keine Antwort mit dem Hinweis auf Betriebsgeheimnisse. Dazu kommt noch die völlig unzureichende Probenaufbereitung (kein Ansäuern, keine Sterilfiltration), das fehlen jeglicher Nachweisgrenzen und Fehlerbalken, sowie das Weglassen der Salinitätmessung. Wenn mir einer meiner Studenten im Praktikum so einen Bericht abliefern würde wäre er durchgefallen, ohne das ich mir die Ergebnisse überhaupt angeschaut hätte. Zahlen produzieren ist eine Sache, aber ohne eine kritische Betrachtung der Messwerte ist eine Messung nur bedingt aussagekräftig. Für die Massenelemente ist das alles kein Problem, die liegen weit überhalb jeglicher Nachweisgrenzen (ein Fehlerbalken wäre trotzdem nicht schlecht un zu sehen wie reproduzierbar die Messung ist), aber bei den Spurenelementen ist eine Messung ohne Nachweisgrenzen und Fehlerbalken etc. einfach nur Unsinn, da er etwas vorgibt, was u.U. nichts mit der Realität zu tun hat.
Grüße
Jens -
Auch von mir vielen Dank für den interessanten Link, auch den
Hinweis auf http://www.Korallenriff.de.Von sowas lebt die Meerwassercommunity, und dafür liebe ich
die öffentlichen Foren.
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Ich stelle das hier auch noch einmal rein, weil es zum Thema gehört, aber noch in einem anderen Fred Verwendung findet.
Leider fallen immer wieder Anfänger oder Hilfesuchende auf so schöne "Angebote" der Meßwerterfassung herein und sind dann noch verwirrter, als vorher!Zitatzeigt aber das doch das meiste unserer Meßerei eher schätzen ist
Genau, Wolfgang, nur leider glauben viele an sowas und machen gar das Wohlbefinden ihrer Tiere davon abhängig.
Und logische Zweifel werden dann auch noch schöngeredet:ZitatZitatmanchmal ein Artikel , ein Bericht von jemand bekannten aus der Branche und schon zweifelt man alles an. Echt schade und vor allem etwas unfair.
Das ist schlicht, die Unwahrheit, Claude! Diese "Analysen" kann jeder überall im Internet finden und werden ja auch vom Anbieter selbst veröffentlicht!
Wenn meine Studenten ihrem Professor mit sowas kommen würden, bräuchten sie sich vermutlich um ihren Abschluß keine Gedanken mehr zu machen, bis dahin würden sie nicht kommen!Da werden einfach irgendwelche Zahlenwerte veröffentlicht, ohne diese überhaupt in irgendeinen Zusammenhang zu bringen. Man muß das auch interpretieren können. Ob ein normaler Kunde dazu in der Lage ist, möchte ich doch stark anzweifeln.
Von der Probennahme wollen wir erst gar nicht reden - wirklich ein schwieriges Feld und nur von routinierten Wissenschaftlern reproduzierbar in guter Qualität hinzubekommen. Wie das ein normaler Meeresaquarianer machen soll, ist mir sehr schleierhaft.
Aber selbst wenn das alles funktionieren sollte:
Ich habe hier "Analysen", da liegt der NATRIUMwert, also DIE Hauptkomponente des Meerwassers, schon um 9% daneben (!!!!!) - da geht komischerweise nicht mal eine "Warnampel" an.
Um das einmal für jeden verständlich zu machen: Der "FEHLER" bei Natrium beträgt fast1,000.000 g/l und da will mir einer weismachen, daß er
0,000.000.1 g/l Titan, Cadmium oder sonstwas
GENAU messen kann????
DA würde bei mir als Kunde aber eine Warnampel angehen!!! Was nützen denn solche Zahlenspiele. Schlimm wird es vor allem dann, wenn die Leute anfangen, irgendwie an Ihrem Becken herumzumanipulieren und irgendwelches Zeug da rein zu schütten!
Nochmal für ALLE:
Ein Meeresaquarium lebt nicht davon, daß man an irgendwelchen Wasserwerten umherspielt!
Man muß seinen Salzgehalt im Griff haben und mit einiger Regelmäßigkeit Wasser wechseln: DANN kann schon mal fast nichts schief gehen!
Wer jetzt gern Wasserwerte zur Beruhigung messen möchte, ist mit:
Calcium
Phosphat und der
Karbonathärtesehr gut beraten und absolut auf der richtigen Seite.
Ist das Aquarium etwas älter, sollte man ab und zu
Magnesium messen.
Wer daran viel Spaß findet und Chemie in der Schule NICHT abgewählt hat, der kann sich auch mal mit Nitrat oder Iod beschäftigen, muß aber wissen, in welchen Formen Stickstoff auftritt und wie er die Ergebnisse interpretiert. Dazu gibt es hier im Forum genug versierte Leute.
Bei allen Messungen ist eine Multireferenz von Reefanalytics hilfreich, bevor ich etwas am Becken ändere, eigentlich unabdingbar.So wird ein Schuh draus und man lernt als Meeresaquarianer langsam aber stetig, seine Werte in den richtigen Zusammenhang zu bringen und auch zu beobachten, wie seine Tiere darauf reagieren. DAS ist doch am Ende das Wichtigste, es geht letztendlich um deren Wohlbefinden und nicht um einen lebendigen Chemiebaukasten!
Egal wie tief man in die Materie eindringen will, Armin Glasers Buch "Meerwasserchemie" sollte dabei immer ein hilfreicher Ratgeber sein, es ist didaktisch so gut aufgebaut, daß man es auch versteht, wenn man kein Chemie in der Schule hatte.
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Hallo,
Jens und Torsten sprechen mir da aus der Seele. Es kann durchaus auch Sinn machen, die wichtigsten Werte wie Stickstoff, Phosphat, Calcium und Magnesium, vielleicht auch noch Kalium und Strontium gelegentlich einmal professionell analysieren zu lassen, schon um auch die eigene Messerei einmal abzugleichen. Aber bei den echten Spurenelementen ist es wirklich Unsinn, denn neben den breiten Fehlerquellen bei der Probenahme und Analyse gibt es ja auch erhebliche Unklarheiten zu biologischen Relevanz und Grenzwerten. Auch kann jede Probe gerade bei Spurenelementen nur ein Augenblicksbild geben, denn aufgrund der minimalsten Mengen sind auch ständige Veränderungen möglich.
Gruß
Bernd
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