Korallen sterben, trübes Wasser

  • Hallo Forum,

    mir ist noch etwas aufgefallen.
    Als ich damals die neue Keramik eingebracht habe, musste ich die beiden großen äußeren Abdeckscheiben abnehmen. Seitdem habe ich diese nicht mehr auf das Becken gelegt, d.h. das zwischen Ermittlern und Wasseroberfläche nichts mehr war. Nur in er Mitte des Beckens eine 40cm Abdeckscheibe. Und jetzt ratet mal, wo meine Korallen stehen, welche bis jetzt überlebt haben?
    Jetzt habe ich seit 2 Tagen wieder eine 5mm Spritzschutzscheibe unter der LED und seit heute gehen meine Euphylia wieder auf.
    Also das ich viel zu wenig Nährstoffe hatte, welche durch die Keramik bzw. die Siedlungsfläche gezogen wurden, ist nicht zu bestreiten. Aber das innerhalb von ein paar Tagen die Korallen extrem hell wurden, kann nicht nur an den Nährstoffen liegen. Ich glaube eher, die haben noch einen vollen Lichtschock bekommen.
    Das könnte ja auch erklären, warum manche LPS immer noch heller wurden, obwohl schon länger wieder Nährstoffe zur Verfügung standen. :loudly_crying_face:

    VG Kevin

  • Hallo Kevin,

    ich bin eigentlich hier nur stiller Mitleser.
    Indem Du nun die Stärke des Lichts als Ursache Deiner Misere ausgemacht hast, hat mich das an eine interessante aber ebenso unerfreuliche Episode Anfang des Jahres erinnert. Mit dem Wechsel auf eine stärkere Beleuchtung bekamen einige Korallen eine deutlich hellere Färbung, was z. B. bei einer dunkelroten Cynarina den Wechsel in einen hellrosa Ton ausmachte. Dieses Phänomen geschah bei 80cm Wassertiefe! Damals schrieb ich diesen Effekt allein dem Einsatz von BB zu. Da aber einige Tiere außerhalb des Lichtzentrums kaum ihre Farbe veränderten, blieb nur die alleinige Verbindung zum Licht übrig. Seit der Anwendung von BB sind einige Korallen lichtempfindlicher geworden, was eigentlich nicht wirklich negativ ist. Man sollte das nur berücksichtigen. Zumindest kann ich das bei meinen Tieren beobachten. Ob es vielleicht eine schlüssige Erklärung für eine Wechselwirkung von Licht und BB gibt, das kann uns sicher Hans-Werner erklären. Vielleicht stehe ich mit meiner Vermutung aber nur im Regen und die ganze Geschichte ist eine Eintagsfliege ohne großen Nährwert?
    Gruß
    Hajo

    Trenne dich nicht von deinen Illusionen!
    Wenn sie verschwunden sind, wirst du weiter existieren,
    aber aufhören zu leben.
    (Mark Twain)

    Wenn ich die See seh, brauch ich kein Meer mehr!

  • Hallo zusammen,

    dass das NP-BACTO-BALANCE die Korallen aufhellt und die Wirkung der von mehr Licht entspricht, ist kein Geheimnis, das habe ich schon mehrfach in früheren Beiträgen zu diesem Produkt auf unserem Herstellerboard geschrieben. Ich denke, es handelt sich dabei weniger um eine Wechselwirkung von Licht und NP-BACTO-BALANCE als zwischen Koralle und Zooxanthelle unter dem Einfluss von NP-BACTO-BALANCE. Erhöhte Kohlenstoffversorgung der Koralle und weniger Nährstoffe im Wasser und in der Koralle und bewirken einen Abbau der Zooxanthellendichte.

    Grüße

    Hans-Werner

  • Hallo Kevin,

    sehr erfreulich, dass die Keramik jetzt so schnell von Kalkrotalgen bewachsen wird. Damit wird sie wohl endgültig biologisch in das Becken integriert.

    Zitat

    Original von Kevin Bittroff
    Die anderen beiden waren die ersten, welche eingegangen sind.

    Teilweise habe ich in den letzten Jahren auch schlechte Erfahrungen mit Import-Acroporas gemacht. Eine Acropora loripes, die normalerweise beigebraun mit rosa oder bläulichen Spitzen sein sollte, war einheitlich neongelb und ist sehr schlecht gewachsen. Ich vermute hinter manchen Problemen die Anwendung diverser "Färbungsmethoden", vielleicht hohe Spurenelementedosierungen.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Kleines Update,

    ich hatte das Becken 3 Tage nicht gesehen und war dann gestern sehr erstaunt. Die Korallen standen wieder gut, die Polypen kommen wieder raus und das Wasser ist sehr klar gewesen. Den Fischen geht es sehr gut und diese fressen auch wie wild. Eine vor 5 Tagen eingesetze Valida sieht richtig gut aus, sie zeigt extrem Polypen und ist bisher noch nicht heller geworden. Die Blasenkorallen ist nicht mehr komplett durchsichtig und zeigt größere Polypen.
    Ich denke das es jetzt langsam wieder bergauf geht. Ich hatte am Montag noch 220L Liter mit Tropic Marin Pro Reef gewechselt und unter die LED eine Schutzscheibe gelegt. PO4 habe ich bisher nur 5ml dosiert, vorher eine Woche gar nicht mehr. Der Wert ist zwar wieder etwas gesunken, aber immer noch nachweißbar.
    Eventuell setze ich in 2 Wochen mal ein paar Fische nach, um die Nährstoffe etwas erhöhen zu können.


    Gruß Kevin

  • Hallo Kevin,

    sehr erfreulich, das zu hören oder besser zu lesen. Ich bin positiv überrascht, dass Du die Probleme so schnell in den Griff bekommen hast :thup.

    Wenn die Korallen keine Notwendigkeit anzeigen, dass Du Phosphat dosieren musst, würde ich das bald einstellen, spätestens, wenn Du sicher bist, dass da nichts mehr passiert. Du holst Dir sonst unnötige Phosphatdepots ins Becken und dann gibt´s wieder Cyanos.

    Gruß

    Hans-Werner

  • So heute mal wieder ein Update.
    Das Becken lichtet sich so langsam, warum auch immer. Neu eingebrachte Korallen stehen sehr gut, nur mein alter Besatz stirbt mir weiter weg. Die Korallen haben die Polypen geöffnet und bekommen sogar wieder Farbe, bis sie innerhalb von ein paar Stunden ohne für mich ersichtlichen Grund das Gewebe in Fetzen abwerfen. :loudly_crying_face:
    Andere werden von Fuß her langsam weiß, obwohl sie an der Spitze wachsen?????? Wie kann das denn sein?
    Meine Wasserwerte sind wieder Top, NO3 und PO4 sind nachweisbar und andere Werte stabil.
    Komisch ist, das die Korallen nach jedem Wasserwechsel plötzlich viel besser stehen und das Wasser sehr klar ist. Nach ein paar Tagen wird das Wasser wieder trüber und die Korallen zeigen nicht mehr so viele Polypen und plötzlich werfen sie das Gewebe ab.
    Im Moment bin ich mal wieder ratlos. Das machen aber wie gesagt nur SPS (Acro und Monti), welche schon länger im Becken sind. Die LPS stehen wieder gut, da habe ich seit einigen Wachen keine Verluste mehr.
    Ich habe 4 SPS in der Mitte des Beckens, die stehen bzw. standen schon immer TOP (siehe Bilder). Alles sehr komisch und nicht mehr nachzuvollziehen.

    VG Kevin

  • Hallo Kevin,
    wenn die Korallen nach dem Wasserwechsel besser stehen und alle meßbaren Werte gut scheinen ist vieleicht ein anderes Element wichtig das nicht gemessen wurde, z.B. Jod, Kalium oder andere Spuren. Ich habe in meinem Becken z.B. eine Hornkoralle die auch nach dem Wasserwechsel besser steht. Vieleicht hilft´s noch öfter oder mehr Wasser zu tauschen, bis es sich stabilisiert hat?

    Grüße
    Lutz

  • Hi Kevin,

    ich würde mal spontan behaupten, dass du irgendeine Kohlenstoffquelle dosierst.
    Lass die doch mal weg, dann haben die Bakterien im freien Wasser weniger Nahrung und die Korallen freuen sich auch.

    gruss
    Rainer

  • Hallo Kevin,

    normalerweise können wir nicht genau nachvollziehen, wie sich das Wasser genau durch eine Maßnahme verändert hat. Es spielt sich so viel im organischen Bereich ab, was wir nicht messen können, alleine was sich da beim Stickstoff und Phosphat abspielt, was wir mit Nitrat- und Phosphat-Tests nicht erfassen ...

    Auf diese Veränderungen reagieren gerade die Acroporidae, also Acropora und Montipora, die lange unter Bedingungen von hohen Nährstoffkonzentrationen gelebt haben, oft, wie man es bei Dir beobachten kann. Das ist auch die eigentliche Schwierigkeit mit den Acroporidae. Unter konstanten Bedingungen oder steigenden Phosphatkonzentrationen (Kalkreaktor) sind sie ja nicht schwieriger als die meisten LPS oder Lederkorallen.
    Und es sind eigentlich fast nur die Acroporidae, die sich nur sehr schwer und langfristig an diese starken Veränderungen gewöhnen lassen, weswegen ich der Meinung bin, da hat sich etwas im Skelett verändert, was noch mindestens Monate wenn nicht sogar Jahre nachwirkt, wahrscheinlich, indem sich der Prozess der Kalkfällung nachhaltig verändert hat. Ich finde also die Vorgänge in Deinem Becken weder ungewöhnlich noch unverständlich.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Rainer S.
    Hi Kevin,

    ich würde mal spontan behaupten, dass du irgendeine Kohlenstoffquelle dosierst.
    Lass die doch mal weg, dann haben die Bakterien im freien Wasser weniger Nahrung und die Korallen freuen sich auch.

    gruss
    Rainer

    Hallo Rainer,

    nein im Moment dosiere ich nichts, nur Balling für KH und CA und die Elements A und K.

    Jetzt hatte ich mal einen anderen Test gemacht. Ich habe eine Acro aus meinem Becken, als das ganze Dilemma begann, zu einem Bekannten in ein Aquarium, welches NO3 nn und PO4 0,2 hat, gesetzt. Diese sah damals schon nicht mehr gut aus und zeigte schon Gewebsverluste am Fuß. Dort war diese 3 Wochen und die Gewebeverluste gingen in dieser Zeit nicht weiter. Jetzt habe ich diese Acro vor 2 Tagen wieder in mein Becken gesetzt und schon verliert sie das Gewebe ich Fetzen. Wie gesagt, neu eingesetzte Korallen sehen Top aus mit einem sehr guten Polypenbild.

    Ich werde jetzt die nächsten Wochen so verfahren, das ich alle 3-4 Tage 120L Wasser wechsel und dann schaue ich, wie sich alles entwickelt.

    VG Kevin

  • Hallo Kevin,

    das scheint meine Annahme, dass vermutlich alleine das Phosphat die Ursache ist, zu bestätigen. Auch zeigt es ganz gut die Bedeutung des Phosphates gegenüber der des Nitrates.

    Super wäre es natürlich, wenn Du den Versuch noch einmal wiederholen könntest und dann einfach eine Koralle bei Deinem Bekannten belässt und schaust, ob sie sich wieder regeneriert und weiterentwickelt.

    Die Trübung ist etwas rätselhaft. Wenn es eine Trübung durch Kalkfällung ist, sollte es helfen, die Kalkdosierung mal um 1/3 zu reduzieren. Ich bin sicher, dass das den Korallen eher hilft als schadet. Probier das doch mal bitte.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    ich habe ja einige Korallen abgegeben nach dem Crash und konnte beobachten, das Korallen, welche in Fetzen das Gewebe verloren haben, auch in anderen Becken weiß wurden. Andere, welche schlecht aussahen und am Fuß langsam weiß wurden, haben sich wieder erholt und stehen gut.
    Ca ist leider etwas angestiegen, da ich mit der KH unter 7 runter bin, diese war immer zwischen 7,3 und 7,7.
    Ich konnte noch beobachten, dass sich SPS, welche immer schattig standen, nicht aufgelöst haben. Sobald ich diese aber heller gestellt habe, ging es auch bei diesen los.

    Ein paar Korallen von mir sind noch in 2 weiteren Becken verteilt, diese belasse ich erst mal dort. Aber den Anschein, das es denen schlecht geht, macht es nicht.

    VG Kevin

  • Hallo,

    ich lese den Thread hier schon eine Weile mit. Kernpunkt scheint für mich auch wirklich zu sein, das Du auf LED umgestellt hast. Diese Leuchtmittel haben ja neben dem anderen Spektrum auch einen anderen gerichteten Abstrahlwinkel. Kann es sein, das die gerichtete Strahlung der LEDs sozusagen Verbrennungen bzw. hohe Temperaturen >30°C in den Korallen auslöst? Wie schaut eine sich auflösende Koralle aus, wenn sie hohen Wassertemperaturen >30°C ausgesetzt wird? Gibt es da vielleicht Ähnlichkeiten?

    Ciao sagt Nico.

  • Zitat

    Original von nhauke
    Hallo,

    ich lese den Thread hier schon eine Weile mit. Kernpunkt scheint für mich auch wirklich zu sein, das Du auf LED umgestellt hast. Diese Leuchtmittel haben ja neben dem anderen Spektrum auch einen anderen gerichteten Abstrahlwinkel. Kann es sein, das die gerichtete Strahlung der LEDs sozusagen Verbrennungen bzw. hohe Temperaturen >30°C in den Korallen auslöst? Wie schaut eine sich auflösende Koralle aus, wenn sie hohen Wassertemperaturen >30°C ausgesetzt wird? Gibt es da vielleicht Ähnlichkeiten?

    Hallo Nico,

    wie kommst Du darauf, das ich auf LED umgestellt habe? Ich habe schon lange LED über dem Becken, nur hatte ich zeitgleich mit der Keramik die Abdeckscheiben entfernt.
    Das Phänomen, das sich die Korallen erst aufgelöst haben, als diese heller standen, hatte ich zum Ende hin auch im Filterbecken. Dieses wird aber mit T5 beleuchtet.
    Das die Lichtstärke einen Einfluss auf den Fortschritt des Gewebeverlustet hat, glaube ich auch, nur warum weiß ich nicht.

    VG Kevin

  • Hallo,

    wenn ich das richtig sehe, hat Kevin die LED schon >1Jahr.

    Korallen bleichen unter hohen Temperaturen aus ohne dass zunächst das Gewebe abstirbt. So sieht zumindest die natürliche Korallenbleiche aus. Es sind also zunächst nur die Zooxanthellen betroffen. Entscheidend für das Überleben der ausgeblichenen Korallen sind ihre Reserven und ob sie rechtzeitig wieder Zooxanthellen aufnehmen können.

    Außerdem strahlen LEDs kein Infrarot ab, es ist also ziemlich unmöglich, dass sich Korallen unter LED stärker Erwärmen als unter HQI oder T5. Das Problem bei LED ist eher der hohe und manchmal unausgewogen eingesetzte Blauanteil. Der scheint manchen Flachwasserkorallen Probleme zu bereiten.

    Grüße

    Hans-Werner

    P. S.: Kevin, es ist normal, dass sich Nährstoffdefizite und Licht in ihrer Wirkung verstärken, ist auch bei Pflanzen so.

    Einmal editiert, zuletzt von Hans-Werner (6. Juni 2013 um 14:54)

  • @Hans-Werner:
    Das Problem bei LED ist eher der hohe und manchmal unausgewogen eingesetzte Blauanteil. Der scheint manchen Flachwasserkorallen Probleme zu bereiten.


    Hallo Hans-Werner,

    wahrscheinlich hast Du damit recht. Mir ist nach dem Wechsel auf die stark blaulastige Maxspect eine T. crocea
    eingegangen. Nach "Knop" kann dieses Flachwassertier nichts mit den Blauanteilen des Lichtspektrums anfangen. Das sollte man vor dem Erwerb solcher Tiere beachten, sonst geht es schief und die Ursache wird meist übersehen und woanders gesucht.
    Gruß
    Hajo

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  • Hallo Hajo,

    der Blauanteil ist auch im Flachwasser vorhanden. Das blaue Licht wird in der Wassertiefe nicht mehr, es werden nur Rot-, Gelb-, Grün- und Violettanteil weniger, so dass das blaue Licht am tiefsten in das Wasser eindringt.

    Die Zooxanthellen nehmen aber Blaulicht anders war und stellen ihre Pigmentsysteme entsprechend ein. Ein zu hoher Blauanteil könnte hier zu einer Fehlsteuerung führen, z. B. Anpassung an Starklicht obwohl über das gesamte Spektrum gesehen das Licht gar nicht so stark ist.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    P. S.: Kevin, es ist normal, dass sich Nährstoffdefizite und Licht in ihrer Wirkung verstärken, ist auch bei Pflanzen so.

    Hallo Hans-Werner,

    also wäre es sogar besser, wenn man bei starken Nährstoffdefiziten mit der Lichtstärke etwas runter geht?

    Das mit dem hohem Blauanteil habe ich schon oft gehört bzw. gelesen. Ist es denn besser, wenn man zb. 8000k Ermittler nimmt, diese mit 90% fährt und die blauen Ermittler nur mit zb. 50% anstatt wie die meisten 50% 12000/16000K und 50% blau? Oder sollte man generell eher zu 6000-10000k Ermittlern greifen anstatt die blauen Ermittler noch mit 16000K zu mischen?

    VG Kevin

    Einmal editiert, zuletzt von Kevin Bittroff (6. Juni 2013 um 18:09)

  • Hallo Hans-Werner,

    Klar, der Blauanteil ist natürlich auch im Flachwasser vorhanden. :grinning_squinting_face: Im relativ streng begrenzten Lebensraum (Wassertiefe) steht der Crocea noch das gesamte Spektrum zur Verfügung. Das Tier kann sich also des kompletten Spektrums bedienen und wird es optimal nutzen. Bei fehlenden Spektralanteilen können sich Anpassungsschwierigkeiten (bis hin zum Tod) ergeben. Vergrößert man den Blauanteil einer LED-Leuchte geht das zu Lasten der anderen Lichtfarben und ist für die Tiere der "oberen Regionen" sicherlich nicht von Vorteil. Ob Tidacna oder Koralle, jedes lichtabhängige Tier hat seinen angestammten Platz. Nur hier findet es optimale Bedingungen und kann gedeihen. Es mag sein, das Übergangszonen des Lichtes toleriert werden, aber nur zu Ungunsten des Tieres, bzw. zu Lasten ihrer arteigenen Farbe und/oder ihrer Entwicklung.
    Das Thema Licht ist also nicht eine Frage des Geschmacks oder eines persönlichen Empfindens sondern
    unter diesen Umständen mehr als eine Betrachtung wert.
    Gruß
    Hajo

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  • Hallo Kevin,

    bei hoher Beleuchtungsstärke ist es besser, bei Nährstoffdefiziten mit der Beleuchtung runterzugehen.

    LEDs mit hoher Farbtemperatur (12.000 - 16.000) würde ich mit deutlich weniger als 50% Blau ergänzen, vielleicht mit 30%, 6.000 - 10.000 K LEDs mit maximal 50%, wobei ich der Meinung bin, dass Blau (470 nm) eine bessere Ergänzung als Royal-Blau (450 nm) ist, weil weiße LEDs bereits einen 450-nm-Peak haben.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Zitat

    Original von Hans-Werner
    Hallo Kevin,

    bei hoher Beleuchtungsstärke ist es besser, bei Nährstoffdefiziten mit der Beleuchtung runterzugehen.

    LEDs mit hoher Farbtemperatur (12.000 - 16.000) würde ich mit deutlich weniger als 50% Blau ergänzen, vielleicht mit 30%, 6.000 - 10.000 K LEDs mit maximal 50%, wobei ich der Meinung bin, dass Blau (470 nm) eine bessere Ergänzung als Royal-Blau (450 nm) ist, weil weiße LEDs bereits einen 450-nm-Peak haben.

    Gruß

    Hans-Werner

    Hallo Hans-Werner,

    wie sieht es denn mit den 420nm Anteil aus, es gibt ja auch Ermittler mit dieser Wellenlänge?

    Vg Kevin

  • Hallo Kevin,

    von den blau-violetten LEDs mit 420 nm habe ich noch nichts gesehen. Ich glaube, die sollen wenig leistungsfähig sein. Für die Korallen hat das Licht mit 420 nm keine besondere Bedeutung, nur Licht von ca. 450 nm, und optisch ist ein Spektrum mit 470 nm-LEDs natürlicher und ausgewogener.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans-Werner,

    kann ich jetzt nicht nachvollziehen, was Du schreibst. Es gibt in Zooxanthellen nicht nur Peridinin, sondern eben auch Chlorophyll, über die chromatische Adaption stellen sich die Photosysteme zwar ein, aber was ist mit Mikro- oder Makroalgen, die eher im kurzwelligen Blaubereich über ihre Chlorophylle absorbieren? Eine Emissionswellenlänge kann über Fluoreszenzen immer auch ins Langwellige umgewandelt werden, aber aus einer langen Wellenlänge eine kürzere machen, das geht nicht. Daher kritisiere ich persönlich auch die Emission von den langen Blauwellenlängen, weil man sich darüber potentiell in der photosynthetischen Leistungsfähigkeit begrenzt. Und nach meiner Auffassung lag/liegt hier insbesondere auch die Leistungsfähigkeit von T5 oder T8 Leuchtmitteln, was uns den hohen Erfolg der letzten 10 Jahre auch mit beschert hat.

    Dazu kommt die Anregung der Chromoproteinsynthese in Korallen möglicherweise auch über kurzwellige Blaustrahlung (v.a. vom Pocilloporin), das ist unabhängig von den Photosynthesepigmenten.

    Es gibt Emitter die bei 420 nm Strahlung raushauen, die erzeugen aber auch UVA Strahlung, und die ist mir persönlich wiederum zu energiereich und zu stark wachstumshemmend bei Korallen.

    Ich würde aber nich kategorisch ausschliessen, dass kurzwellige Blaustrahlung keine Bedeutung hat, nur weil die Chl-Perid.-Komplexe irgendwo bei 470 nm absorbieren. Wie bei vielen anderen Dingen in der Riffaquaristik bin ich dafür, nicht mit "Mut zur Lücke" an faktische Dinge heranzugehen, sondern auch bei mangelndem theoretischen Verständnig (was wir derzeit bei Thema Licht und LED noch haben) eine größtmögliche qualitative Bandbreite anzubieten.

    Jörg

    H Hersteller

  • Hallo Jörg,

    meines Wissens sind bei photoynthetisierende Organismen, Pflanzen und Algen, nicht die Photosynthesepigmente die Steuerungspigmente für die Lichtanpassung sondern dafür gibt es spezielle Regulatorpigmente, deren genaue Natur und Wirkung immer noch erforscht wird, z. B. das Phototropin. Die Blaulichtreaktionen von Pflanzen, Algen und Bakterien werden schon eine ganze Zeit erforscht und praktisch in jedem Pflanzenphysiologie-Buch kann man die Aktionsspektren finden. Bei Pflanzen, Algen und Prokaryoten sieht es so aus, dass die maximale Wirksamkeit immer bei 450 nm liegt.

    Es gibt auch keinen Grund, anzunehmen, dass neben Cryptochrom oder anderen bekannten Pigmenten ein spezielles Pigmentsystem zur Steuerung der Pocilloporin-Synthese existiert. Die Steuerung durch die bekannten Pigmente ist so universell, dass es schwer fällt, eine unentdecktes, spezielles Pocilloporin-Synthese-Steuerungspigment anzunehmen.

    Ich kenne Deine Theorie, wonach ein Pigment nur gebildet wird, wenn auch die entsprechende reflektierte oder anregende Wellenlänge im Licht ausreichend vorhanden ist. Es dürfte Dir aber schwer fallen, dafür einen biochemischen Mechanismus zu finden. Meines Wissens ist ein solcher Mechanismus noch nicht entdeckt.

    Optisch spielt für uns das blau-violette Licht praktisch keine Rolle und Lücken gibt es bei den Entladungslampen schon immer, z. B. bei der Leuchtstofflampen-Lichtfarbe Tageslicht, von wegen also "Mut zur Lücke". Außerdem wurde ja schon vielfach gezeigt, z. B. von Armin Glaser, dass LED-Licht auch ohne spezielle kurzwellige LEDs für Korallen funktioniert.

    Gruß

    Hans-Werner

  • @Hans-Werner:

    Hallo Kevin,

    von den blau-violetten LEDs mit 420 nm habe ich noch nichts gesehen. Ich glaube, die sollen wenig leistungsfähig sein. Für die Korallen hat das Licht mit 420 nm keine besondere Bedeutung, nur Licht von ca. 450 nm, und optisch ist ein Spektrum mit 470 nm-LEDs natürlicher und ausgewogener.


    Hallo Hans-Werner,

    dann schau Dir mal die Beschreibung der Maxspect RAZOR r420r an. Dort wird folgendes beschrieben:

    The Razor Lighting System also utilizes the 410/420nm Super Actinic LED chips, the spectrum that´s crucial for the
    success of any reef and water plant aquariums as it is required by Chlorophyll A for photosynthesis, where
    absorption peaks at 412nm.

    Ist diese Aussage wissenschaftlich fundiert oder sind das Behauptungen, die aus der Luft gegriffen sind?
    Da ich auf den amerikanischen Seiten über diese Aussage keine Kritik finden konnte, ist anzunehmen, daß
    dieses Statement auch sein wird.
    Gruß
    Hajo

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  • Hallo Hajo,

    die Absorptionsmaximal von Photosynthese-Pigmenten gelöst in Aceton oder Alkohol sind nicht wirklich wichtig. Die Photosynthese-Pigmente liegen in der Pflanze oder in der Alge in einem Protein-Verband vor, der gegenüber den Lösungen die Absorptionsmaxima zu längeren Wellenlängen hin verschiebt. Ich habe das jetzt nicht genau parat, aber es werden etwa 20 nm sein.

    Viel wichtiger als die Absorptionsmaxima eines einzelnen Photosynthese-Pigments sind aber die In-Vivo-Absorptionsspektren oder noch besser die Aktionsspektren. Ich habe mal ein Bild angehängt mit dem Aktionsspektrum von Zooxanthellen aus dem Sorokin (kräftige, schwarze Linie mit nm-Angaben, Markierungen bei 400, 500, 600 u. 700 nm ähnlich hier, Figure 12) wonach das Maximum bei ca. 450 nm liegt. Kürzere Wellenlängen um 420 nm wären also eher verschenkt. Hinzu kommt, dass meines Wissens die 420-nm-LEDs ziemlich leistungsschwach sind, also nochmal verschenkte Energie.

    Die Energie kann übrigens durchaus zu den längeren, energieärmeren Wellenlängen hin zum Chlorophyll transportiert werden da die Chlorophylle auch im roten Bereich ein Maximum haben, deswegen heißen die Reaktionszentren auch P700 (Photosystem I) bzw. P680 (Photosystem II). Jedenfalls ist sichergestellt, dass die Energie der Antennenpigmente auch an die Reaktionszentren weitergegeben wird, sonst hätten die Antennen physiologisch ihren Sinn verfehlt, was in der Evolution schlecht denkbar ist. Es ist ziemlich unbiologisch, anzunehmen, dass der Großteil der aufgenommenen Lichtenergie von den Antennepigmenten nicht an die Reaktionszentren abgegeben werden kann sondern als Wärme verpufft oder Schaden anrichtet, nämlich die Antennen zerstört.

    Gruß

    Hans-Werner

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