Nitrat Stammlösung - bakterielle Kontamination

  • Hallo,

    alle 2 -3 Wochen werden bei mit die Stammlösungen (Kaliumnitrat, Ammoniumchhlorid) von Bakterien besiedelt. Passiert das auch anderen und was macht Ihr in diesem Fall?

    Wären ein paar Tropfen Iod (gegen die Bakterien) eher besser oder eher schlechter (geht das Verbindungen ein)?

    Danke und Gruss

    Sven

  • Hallo Sven,

    nicht sterile bzw. nicht konservierte Salzlösungen werden zwangsläufig von Bakterien und Pilzen besiedelt, sofern sie für die Mikroorganismen ein geeignetes Medium darstellen. Die meisten Kontaminationen bzw. Besiedelungen wird man ohne Mikroskop kaum erkennen. Optisch auffällig werden sie immer dann, wenn sie Pigmente bilden oder sich als Biofilm in der Flasche darstellen. Bei sehr hohen Salzkonzentrationen (gesättigte Lösungen) überleben nur wenige Spezialisten oder es findet auch gar keine Besiedelung mehr statt. Bei verdünnten Lösungen kann man das ohne Laborausstattung kaum verhindern. Ein Erhitzen der fertigen Stammlösungen auf ca. 80°C würde zumindest die vegetativen Kewime abtöten und nur noch wenige Sporenbildner selektieren. Dann empfiehlt es sich die Stammlösungen in mehrere kleine Flaschen aufzuteilen, damit man nicht längere Zeit Anbrüche einsetzt, die inzwischen verkeimen können. Man könnte auch heißes Wasser (80°C) zum Ansetzen verwenden und die Flaschen dann heiß befüllen und sofort verschließen (Flaschen und Deckel vorher heiß ausspülen).

    Jod würde ich nicht zusetzen, da wahrscheinlich die Menge Jod nicht ausreichend wäre für einen vollständigen Konservierungsschutz und es zudem neue Verbindungen eingehen könnte.

    Viele Grüße,
    Torsten

    Allles in allem kann der Mensch vom Korallenriff viel lernen, über Recycling und die Kunst, in einer Welt mit knappen Ressourcen gut zu überleben - ein Hinweis darauf, eine bessere Symbiose mit den Pflanzen und Tieren, von denen wir abhängen, einzugehen.
    E.P. Odum 1980 - Grundlagen der Ökologie

  • Hallo,

    ich werde das Erhitzen mal ausprobieren.

    Eine andere Möglichkeit wäre Zitronensäure, wie man es auch in der Lebensmittelindustrie verwendet. Hat da jemand schon Erfahrung gemacht oder eine Meinung dazu? Klar wirkt sich das (etwas) auf den pH des Beckens aus, aber swohl nicht mehr als eine Kalkwasserzugabe oder ähnliches. Gerne würde ich diese Variante bevorzugen, das das dann wohl länger keimfrei bleibt, oder?

    Das Iod würde ich auf etwas Watte auftragen und damit die Flaschenöffnung verstopfen.

    Eine Ammoniumchloridlösung mit der hohen Konzentration passt nicht zur Minimumdosierung von 1 ml bei 250 Liter Becken...

    Lieben Dank für Eure Beiträge

    Sven

    Einmal editiert, zuletzt von sven.fischer.de (30. April 2013 um 08:46)

  • Zitat

    Original von sven.fischer.de
    [...]
    Eine andere Möglichkeit wäre Zitronensäure, wie man es auch in der Lebensmittelindustrie verwendet.
    [...]


    Hi Sven,
    Zitronensäure wäre dann vermutlich ein Kohlenstofflieferant und somit Bakterienfutter in Deinem Becken.

    Ich setze meine Stammlösungen immer ziemlich konzentriert, wie z.B, von Armin vorgeschlagen an.
    Die Gebrauchslösung stelle ich dann in kleinen Mengen (Wochenbedarf) per Verdünnung aus meiner Stammlösung her.

    Grüsse,
    Ralf

  • Hallo,

    ich habe es mal nachgerechnet. Meine Stammlösung Kaliumnitrat (KNO3) hat 163 g/l, davon 13,8% Stickstoff. Der reine Stickstoff liegt schon bei 22.494 mg/l und dennoch habe ich eine Kontamination von (keine Ahnung ob Pilze, Bakterien etc).

    Hmmm

    Gruss

    Sven

  • Hallo,
    vermutlich hat sich Armin vertippt, 1000 mg/l sind nur 1g/l und das wäre sicher ideal für Bakterien.
    Ich weiß nicht welche Konzentration die Stickstoff+ -Lösung von Mrutzek hat, aber die hält sich bei mir
    schon recht lange. Das Selbstmischen war mir zu aufwändig.

    Grüße
    Lutz

  • Hallo Sven,

    bei der von dir genannten Konzentration müsste deine Lösung eigentlich lange haltbar sein, wenn du sauber genug arbeitest.
    Überprüfe deinen Arbeitsvorgang und die verwendeten Geräte (Aufbewahrungs- und Messbehälter, Spatel/Löffel usw.)
    Im Zweifelsfall ein anderes (reineres) Kaliumnitrat verwenden.

    Bei sauberer Arbeitsweise sind Nitrat- und Phosphatstandards ab 1.000 mg/l lange stabil.

    Gruß Armin

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