Hallo,
ich frage mich gerade ob ich in mein Technikbecken einen blauen und eventuell auch einen weißen Filterschwamm für die grob bzw. fein Filterung reingeben soll.
Der Filter wäre nach dem Abschäumer.
Was haltet ihr davon?
Hallo,
ich frage mich gerade ob ich in mein Technikbecken einen blauen und eventuell auch einen weißen Filterschwamm für die grob bzw. fein Filterung reingeben soll.
Der Filter wäre nach dem Abschäumer.
Was haltet ihr davon?
Hi Daniel,
also eine mechanische Filterung ist schon eine feine Sache um klares Wasser zu bekommen. Allerdings müssen die Schwämme häufig, am besten heiss ausgewaschen werden, ansonsten kann man siche ungewollte Nitraquelle ins Becken holen (Biofilter). Hatte das auch mal so gemacht un ca. 1x wöchentlich ausgewaschen, das war ausreichend. Unglaublich, was da an Dreck rauskommt. Jetzt wo ich darauf verzichte, sind schon sehr viele Schwebeteilchen im Wasser. WEgen der besseren Handhabung habe ich mir eine Dreambox bestellt, bei der sind Fuiltersocken mit verschiedenen Maschenweiten enthalten.
Hallo Sven,
reicht es wenn man ins Filterbecken einen 13 cm hohen blauen groben Filterschwamm reingibt? Oder sollte dieser weniger breit sein? Also z.b. nur 5 cm?
Und sollte man oben drauf noch ein feines weißes Filterflies geben?
Mein Technikbecken ist so aufgebaut, dass das Wasser von einer Kammer von unten nach oben strömt. Dabei sind zwei Glasstege mit 5 cm Abstand reingekelbt wo ich diesen Filterschwamm reinstecken kann.
Hallo Daniel,
ich sehe keinen Sinn darin, die Schwebeteilchen die es normalerweise im Aquarium gibt, mit einem Schwamm (oder Sonstigen) herauszufiltern. Dass sie manchen optisch stören mögen kann durchaus sein, aber diese Teilchen sind als Nahrung für die Korallen alles andere als schädlich.
Wenn man im Technikbecken regelmäßig beim Wasserwechsel mit einer Schlauchpumpe den wenigen Detritus der sich da ansammelt mit absaugt, kommt es auch auf Dauer zu keinerlei Belastungen. Filterschwämme in Korallen besetzten Becken würde ich hingegen als kritisch ansehen, da erfahrungsgemäß spätestens nach 4-6 Wochen die min. 2-tägige Reinigung derartig nervend wird, dass praktisch alle Aquarianer nachlässig werden, oder die Schwämme wieder entfernen.
Lg, Berny
Also man sollte so wenig wie möglich Filterschwamm nutzen und Berny hat auch nicht ganz unrecht.
In erste Linie aber wegen der Nitratdepots bzw. der Siedlungsfläche für erob arbeitende Bakterien.
10x20x3 cm sollten aber nicht Schaden, man sollte sie dann aber wirklich alle 4-5 Tage auswaschen.
Da sind "die royalen Strümpfe" schon angenehmer, wenn man sie denn nutzen kann.
MfG Philipp
Hallo!
Folgende Fragen fallen mir da ein ![]()
-- Der bakterielle Abbau hin zu Nitrat findet auf jeder Oberfläche im Aquarium statt, vor allem am LS und im Bodengrund. Wieso ist er dort unschädlich, im viel oberflächenärmerem Filter aber plötzlich so schlimm?
-- Das Argument, im LS werde auch denitrifiziert, ist - seine Richtigkeit unterstellt - kein Gegenargument gegen den Filter. Vielmehr brauchen denitrifizierende Bakterien Nitrat, also bauen diese Bakterien auch das Nitrat aus dem Filter ab, oder? Im übrigen gibt es auch denitrifizierende Filter (Warum sollte Siporax nicht sogar effektiver sein als Lebendgestein?).
-- Der bakterielle Abbau in einem normalen Außenfilter ist nicht so leistungsfähig, dass er sämtliche Eiweiße schlagartig abbauen könnte. Wie soll er dann dem Abschäumer diese Stoffe in relevanter Menge entziehen? Ist er schneller? Dann stellt sich die Frage, ob es kein Risiko ist, die Abbauprodukte wie Ammonium durch den lahmen Abschäumer noch länger "unbehandelt" im Becken kreisen zu lassen?
Also so ganz schlüssig erschient mir das als pauschale Weisheit weitergegebene Schlagwort "Nitratschleuder" nicht zu sein. Aber ich lasse mich gerne überzeugen.
Hallo Daniel,
das Zauberwort heißt anerob. Ganz einfach.
http://de.wikipedia.org/wiki/Denitrifikation
Das ist was man will, erob endet das immer bei Nitrat und belibt da.
Alle erob arbeitenden Filter sind daher eine " Nitratschleuder" mehr oder weniger.
MfG Philipp
Edit - Im Süßwasseraquarium funktioniert das durch die Pflanzen, die enorm Biomasse aufbauen.
Hallo Daniel,
so wie ich das verstehe, verwechselst Du da ein Bisschen was.
Der bakterielle Abbau (was verstehst Du da unter Abbau?) findet natürlich überall statt, aber Abbau ist nicht Abbau.
An sauerstoffreichen, gut durchströmten Oberflächen, wie z. B. in einem Außenfilter, oder außen auf der Dekoration und bis in (je nach Körnung und Bodenströmung) 0,5 - 3 cm Sand findet nitrifizierender, oxidierender "Abbau" statt, es werden also Ammonium über Nitrit zu Nitrat oxidativ über bestimmte Bakterienstämme "abgebaut". Je mehr solcher Oberflächen ich in einem Becken zur Verfügung stelle, desto mehr und schneller wird dieser Prozess funktionieren und umso weniger wird dem Schäumer die Chance gelassen, Vorstufen im Bereich der Proteine, bevor sie weiter "abgebaut" werden aus dem Kreislauf zu entfernen. Das Maximum kann man durch z. B. (blaue) Filterschwämme und Filterwatte im Einlass zum Technikbecken, in so befüllten Innenfiltern, in Außenfiltern, oder noch ein Quäntchen intensiver in Rieselfiltern erreichen. Damit baue ich sehr schnell für die Tiere schädliches Ammonium (schädlich ist nur das durch den hohen PH Wert [über 7] dabei entstehende Ammoniak, Ammonium ist nur Pflanzen-, Algendünger) bis zu quasi "unschädlichem" Nitrat ab.
Die de-nitrifizierenden Stufen laufen aber in Zonen ab, die nur überaus spärlich mit Sauerstoff versorgt werden (aber nicht NICHT versorgt werden, denn dann würde Schwefelwasserstoff entstehen) und in dessen Bereich das Redoxpotential weit im negativen Bereich liegt. Solche Zonen sind in den feinen Kapillaren, also im Inneren der lebenden Steine, in den tieferen Zonen des Bodengrunds (falls dieser hoch genug ist) und auch in speziellen De-Nitrifikationsfiltern, die zweifelsohne auch mit z. B. Siporax befüllt werden können. Nur solche De-Nitrifikationsfilter sind nicht mit üblichen Außenfiltern von ihrer Arbeit her vergleichbar. Übliche Außenfilter wie wir sie vorwiegend aus der Süßwasseraquaristik her kennen, haben einen recht hohen Durchfluss, also werden sie entsprechend gut mit Sauerstoff versorgt, das Redoxpotential ist hoch und können daher oxidierende, nitrifizierende Bakterien beherbergen. De-Nitrifizierende Bakterien würden in so einem Milieu nicht arbeiten können!
De-Nitrifikationsfilter mögen zwar optisch manchmal ähnlich aussehen, werden aber nur sehr, sehr schwach durchströmt (Frischwasseraustausch, nicht Innenströmung), dadurch wird von den Bakterien der Sauerstoff darin sehr schnell sehr niedrig und die Bakterien sind unter Zuhilfenahme von freiem Kohlenstoff als quasi Brennstoff dazu angehalten, ihren Sauerstoffbedarf aus dem Nitrat zu decken, es also aufzuspalten. Hier bauen wie im Inneren der lebenden Steine, völlig andere denitrifizierende, fakultativ anaerobe Bakterienstämme, Nitrat (NO³), über Nitrit (NO²), Stickstoffmonoxid (NO), Distickstoffmonoxid [Lachgas] (N²O) bis zu gasförmig entweichendem elementaren Stickstoff ab.
Lg, Berny
ZitatOriginal von Lightgear
Edit - Im Süßwasseraquarium funktioniert das durch die Pflanzen, die enorm Biomasse aufbauen.
Na ja, ganz so ist das nicht.
Ich muss jede Woche nen Liter-Topf reingestopfte Grünpflanzen in meinem 700 l Diskus-Aquarium ernten - das zieht zwar Nitrat und Phosphat, aber kaum so viel wie man glaubt. Futter hingegen bringt erschreckend viel davon rein, vor allem Granulat etc. Der Nitratanstieg bei Normalbesatz ist unvermeidbar, außer Du hältst ein Pflanzenbecken + Beifische ![]()
Der wesentliche Unterschied ist, dass den Pflanzen und Fischen im Süßwasser Nitratwerte >50 zunehmend nicht schnuppe aber aushaltbar sind, Sie also immer noch damit klar kommen. Im Meerwasser ist das schon Amageddon 1 ![]()
Die meisten Süßwasser haben eher so 25-50 und wechseln dann spontan >50% Wasser, manche bis 90%...Hauptgrund ist Nitrat - die wesentliche Methode Nitrat in Süßwasser aus dem Kreislauf rauszuhauen. >50% WW in Meerwasser zur effektiven Nitratabsenkung ist Armegeddon 2. Im Süßwasser gibt es auch nicht so viele anaerobe Denitratifikationsprosse zu Stickstoff hin (Wodka, DSB etc.) weil z.B. Süßwasserboden schlicht nicht so stark durchströmt wird wie ein funktionierender MW-DSB. Es fehlen schlichtweg effektive anaerobe Zonen.
Ich stecke noch nicht so tief in Meerwasser - aber das ist ja der Hauptgrund, warum man im Meerwasser per Abschäumung versucht, möglichst viel aus dem Nitratifikationsprozess vorher herauszuziehen. (außerdem funktioniert Verschäumung im Süßwasser wegen Oberflächenspannung des Wassers nicht so gut, sonst würde man das dort auch gern nutzen). Mal spontan Nitrathalbierung von 50 mg/l durch 50% WW fallen hier schlichtweg aus als Option.
Wenn man also viel Besiedlungsfläche für Bakterien hat, welche den Nitratzyklus vom Eiweiß hin zum Nitrat bilden (z.B. solche Schwämme) und im Vergleich zu wenig Strömung hin zum Abschäumer, dann erhält man halt Nitrat...was für den Abschäumer nicht mehr "verwertbar" ist.
Hi nochmal,
ein Ausfiltern der Schwebeteilchen ist garantiert nicht schädlich, sonst würden Aquarianer nicht so erfolgreich Dreamboxen einsetzen, die noch viel feiner filtern als z.B. mit einem Filterschwamm. Und Standard-Dreamboxen filtern runter bis 200µ!
Ich selbst kann nur aus Erfahrung sagen, Theorie hin oder her, dass ich meine Schwämme nur einmal pro Woche ausgewaschen habe, und sich dadurch beim Nitratwert dennoch nur gerade im nachweisbaren Niveau bewegte - bei "normalem " Fischbesatz. Zu der Zeit hatte ich auch noch kein DSB am System, also nur rein LS + Abschäumung, keine Bakterien oder sonstige Zugaben - so dass ich keinen extremen Nitratabbau auf besondere Weise hatte.
Die Matten war eine grobe (ca. 12cm stark), dahinter eine feine (ca. 4cm).
Daniel, da dich die Schwämme nicht in extreme Unkosten stürzen werden, gehst du ja kein wirklcihes Risiko ein, es mal auszuprobieren. Ich denke, das klare Wasser wird dir gefallen. Was die Korallen angeht, so habe ich nie etwas negatives bemerkt.
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!
