Erfahrungen automatischer teilwasserwechsel

  • Hallo liebe Salzfinger,

    ...so es wird immer konkreter! Wir werden im nächsten Jahr nochmal neu bauen und dann gibt es auch nochmals ein neues Aqua (auch wennd as jetzige erst 1 Jahr alt ist :smiling_face:

    Ich habe mein Aqua jetzt so angelegt, dass alles auf einer Ebene ist und ich keine Schläuche etc habe von hauptbecken zu Technik oder Osmose...das Aqua ist auch direkt an einen Abfluss angeschlossen so dass der WW alles in allem echt super komfortabel ist...

    Nun interessiert mich jedoch bei der Neuplanung doch noch ob ich eventuell täglich einen kleinen Teilwasserwechsel habe um so sämtlich Werte im Griff zu behalten ohne groß alles möglich dazudosieren zu müssen...

    Wer von Euch hat denn damit schon Erfahrungen gemacht?

    Freue mich auf Eure Rückmeldungen

    LG
    Daniela

  • Kommt drauf an wie groß dein neues Becken werden soll und wieviel du für die Automatisierung ausgeben willst.
    Am einfachsten aber nicht ganz billig kannst du das elektronisch über SPS machen, Pumpensteuerung, Füllstand usw.

    Hinzu kommt ob du den Bedarf an Mineralien den die Korallen brauchen durch ein Teilwasserwechsel decken kannst.
    Aber das kannst du ja über Dosierpumpen zur Not regeln.

  • Hallo Ando,

    mein aktuelles Becken hat ca. 1000l brutto...das Neue wird bestimmt nicht kleiner :grinning_squinting_face:

    Was müsste man denn für eine SPS dieser Art ausgeben ungefähr?

    Machst Du das auch so?

    Gruß
    Daniela

  • Hallo,

    Wir haben diversen Becken in unserer Kundschaft, welche wir mit solch einem System ausgerüstet haben. Das Ganze läuft folgendermassen ab:

    Wir messen die Leitfähigkeit mit extrem genauen Laborelektroden. Diese Messung erfolgt in sich noch einmal abgesichert, so können wir einen Elektrodenfehler ausschliessen, respektive bemerken. Der Nutzer bringt dann eine definierte Menge Salz trocken in das TB ein. Dadurch steigt die Salinität geringfügig an und es wird Osmosewasser nachdosiert bis die eingestellte Salinität wieder erreicht ist. Die Schwankung der Salinität ist so gering, dass die Veränderung mit herkömmlichen Mitteln (Refraktometer usw.) nicht festgestellt werden kann, die Schwankungen bei einem manuellen Wasserwechsel sind meiner Meinung nach da viel extremer. Da ja nun mehr Wasser im System ist und mit jeder erneuten Salzzugabe das Niveau im TB weiter steigt wird das Niveau, welches über Drucksonden gemessen wird, täglich durch öffnen eines Motorkugelhanes auf das gewünschte Sollniveau abgesenkt.

    Wir realisieren das mit SPS Steuerungen von SAIA, natürlich wird über die gleiche Steuerung auch alles Andere am und im Aquarium geregelt. Eine solche Lösung kostet zwischen 20 und 50 Tausendfranken, je nach Konfiguration.

    Ich rate jedoch davon ab, solch ein System mit handelsüblichen Geräten aus der Aquaristik zu realisieren, die Fehlerquellen der Komponenten sind einfach zu gross, daher verwenden wir ausschliesslich Produkte aus der Industrie.

  • Hi,

    also SPS-Technisch gibts da auch aus dem Hause Siemens einige Möglichkeiten (Siemens S7). Jedoch ist das hier auch nicht gerade billig. Also so grob 1000-2000€ alleine für die SPS musst hier schon einplanen. Da ist dann aber auch schon ein Display, Temperaturerfassung etc. dabei. Was die ganze Geschichte teuer macht, sind die Elektroden und die damit verbundene Analogwertverarbeitung (Analoge-Eingangskarte etc.)

    Für die Elektroden etc. kommen gut und gerne auch nochmal 1000€-2000€ hinzu. Eine passende PH-Elektrode kostet z.B. von einem namhaften Hersteller aus der Industrie mal eben grobe 400€.

    Denke mal ganz grob über den Daumen gepeilt, bist da ruck zuck mit nochmal rund 1500€ für Elektrozeug (FIs, Relais, Sicherungen, Steckdosen etc.) los.

    Vorteil: Die Grenzen sind die eigenen Programmierkünste. Leider auch der Hacken an der Sache. Denn da muss man dann schon fit sein (Analogwertverarbeitung). Hardware-technisch wird die S7 mit so einer kleinen Steuerung nicht mal ausgelastet :winking_face:

    Ich steuere bei mir alles über eine S7-1200. Jedoch werde ich die Erfassung der Wasserwerte (z.B. PH, Leitwert etc.) erst Stück für Stück nachrüsten. Daher kann ich die Preise schon ziemlich genau sagen. Wobei ich da auch nicht gerade an Qualität etc. sparen wollte.

    Gruß Daniel

  • Halli Hallo,

    na das hört sich ja ultra kompliziert und aufwändig an...und 10-20 tausend franken stehen absolut nicht an...dann ww händisch...

    Ich dachte eher an so was: 2 Nachfüllbecken 1 mal Salzwasser 1 mal Osmosewasser einmal täglich geht der Ablass im Becken für Zeitraum x auf (Wassermenge die abfließt lässt sich recht genau berechnen) dann schlicht und ergreifend Nachfüllung mit Niveauregelung wie bei Osmosewasser aus dem Salzwasserbehälter...
    Osmosewasser läuft wie bei allen anderen auch über Niveauregulierung...

    Wie sicherstellen dass nur eins von beiden läuft: Zeitschaltuhr WW eden Tag zur gleichen Zeit in der Zeit ist die Niveauregulierung der Osmoseanlage aus und die der Salzwasseranlage an...

    Oder denke ich hier zu einfach?

    Wie kann den ein Kugelhahn oder ähnliches angesteuert werden für den Ablass des Wassers?

    Lg
    Daniela

  • Hi,

    klar geht das sicherlich auch einfacher. Die Frage ist halt nur, wie viel du automatisieren willst :winking_face:

    Ganz "einfach": Bestimmte Menge Wasser ablassen und mit gleicher Menge neuem Wasser nachfüllen. Also irgendwie zwei Füllstandsmesseinrichtungen und zwei Pumpen etc. Aber irgendwie musst das schon vernünftig ansteuern, dass des passt. Salzwasser musst dann aber noch selber anmischen etc. Problem kann hier werden: Irgendwo muss das Wasser ja abpumpt werden. Also sinkt irgendwo der Wasserstand -> aufpassen, dass keine Pumpen (Filter, Rückförderpumpe, Abschäumer etc.) trocken laufen etc.

    "Kugelhahn" gibts auch elektrisch. Was es auch gibt sind einfache Ventile, die elektrisch angesteuert werden. Bloß hier muss man genau hin schauen, dass die auch Salzwasserfest sind und nicht gerade aus Messing oder sonst was, das irgendwas ans Wasser abgibt....


    Gruß Daniel

  • Naja theroretisch kann man es recht einfach bewerkstelligen.
    Du mußt nur die normale Verdunstung über einen Zeitraum messen, nehmen wir mal an 8 Liter pro Tag.
    Dann brauchst du nee kleine Pumpe, die Autoindustrie benutzt Kleinstpumpen für Spritzwasserdüsen zB. die fördern nicht viel und lassen sich somit über ein 12V Netzteil + digitalen Zeitschalter steuern.
    Dazu einfach die Zeit messen die die Pumpe braucht um exakt deine Verdunstung aufzufüllen und die Zeitangabe nutzt du zur Steuerung deiner Zeitschaltuhr.
    Somit hast du schon mal die tägliche Verdunstung aufgefangen und nachgefüllt, das würde ich Abends machen nachdem die Lampen aus sind.
    Morgens wiederrum machst du dann den 10% Wasserwechsel und verfährst mit 2 Pumpen wie oben, die eine pumpt das Wasser ab, Zeit nehmen die Zeitschaltuhr damit füttern und die 2. Pumpe steuerst du dann über ein Pegelschalter so das sie ab ein bestimmtes Niveau abschaltet.
    Trotz alle dem würde ich die Dichte im Auge behalten es kann sein das du Tage hast wo du höhere oder geringere Verdunstung hast, die Pumpe haut dir ja wie im Beispiel oben immer 8 Liter rein, sollte es Differenzen geben fängst du das ja mit dem Wasserwechsel wieder auf weil der Pegelschalter bis zur Makierung auffüllt egal ob 4,6,8 oder 10 Liter vorher verdunstet sind.
    Somit kann es sein das sich die Dichte nach oben oder unten geringfügig verschiebt. Aber innerhalt von 1-2 Wochen sollte es sich kaum bemerkbar machen

  • Hi,
    für eine SPS-Steuerung muss man nicht viel Geld ausgeben. Es gibt von SIEMENS die Kleinsteuerung "Logo!" die du schon im Starter-Set für 160,- Euro bekommst. Mit einigen zusätzlichen E/A-Baugruppen liegst du deutlich unter 400,- € und kannst all das steuern, wovon ich hier Kenntnis habe.
    Ich steuere meine Osmose-Wasser-Anlage, die Zudosierung zum AQ, das Licht und die "Wave-Maker"-Pumpen (4 x Koralia 6) mit der Logo! seit 3 Jahren. Das Programm habe ich selbst geschrieben, mit ein wenig Kenntnis der boolschen Algebra kein Problem.
    Ein Lapsus gibt es allerdings:
    Die analogen Ausgänge können 0 (2) bis 10 Volt altiv, aber keine Stromsenke für T5-EVG's emulieren. Die muss man selbst bauen oder kaufen. Wer mit LED instrumentiert, ist besser dran, weil die Konstantstromquellen oft einen aktiven Eingang erwarten....
    Gruß
    Martin

  • Hi!

    Ich steuere meine Anlage auch über die Logo. Wichtig ist zu wissen, dass man mit der Logo max. 2 analoge Ausgänge bedienen kann. Selbst wenn du dir 347 AQ Module kaufst: Die Logo kann nur 2 Stück. Ich habe noch nen externen LED Dimmer, der von der Logo via 0-10V gesteuert wird.

    Ich hab die 0ba6 mit 12/24V. Die hat schon bis zu 4 analoge Eingänge. Eine Variante für die du dich entscheiden musst ist, ob du direkt mit der Logo die Lasten schalten möchtest (Relais Version) oder ob Du die Transistorversion nimmst und Koppelrelais einsetzt.

    M.E. gaaaanz wichtig: Überlege Dir, was passiert wenn die Steuerung ausfällt. Ich habe zusätzlich eine komplette Hand-/Notebene verdrahtet, die im Automatikbetrieb ebenfalls zur Übersteuerung des Automatikprogramms dient. D.h. dann aber auch einen 230V und einen 24V Stromkreis. Bei Stromausfall schaltet/trennt ein spezielles Relais die Stromkreise allpolig.

    Bzgl. der Programmierung ist es so, dass man sich gut überlegen sollte wie ein Wiederanlauf nach einem Stromausfall aussieht - vergisst man gerne :winking_face: Die Logo stellt hier aber einen speziellen "Anlaufmerker" zur Verfügung, der einen Zyklus lang gesetzt ist.

    Bzgl. der Analogwertverarbeitung stellt allerdings die (teurere) 0ba7 komfortablere Funktionen zur Verfügung - ebenfalls was die Verwendung der Prozessparameter in den Meldetexten angeht. Gerade bei der Verarbeitung von schwankenden Analogwerten z.B. aus einem PT1000 Sensor muss man schon a bisserl was wissen/verstehen. Das mit den leicht eingeschränkten Meldetexten nervt mich persönlich aber mehr. Unter'm Strich ist eine semiprofessionelle Automatisierung ne super Sache - ich würd's wieder machen, es erfreut micht täglich. Ist aber auch ne deutlich andere Preisklasse als Steckdosenleisten mit Zeitschaltuhren - eh klar.

    Je nach dem wie man die gesamte Anlage installiert, sollte man auch den Preis des Insatllationsmaterials in Summe nicht unterschätzen.

    Anbei zwei Bildchen während der Bau-/Testphase des Verteilers. Auf dem MacBook läuft LogoComfort, die Programmiersoftware. Theoretisch braucht man die nicht - man könnte auch direkt an der Logo programmieren. Theoretisch :grinning_squinting_face:

    Das Handbuch vor dem Kauf zu lesen und zu verstehen ist auch nicht verkehrt :winking_face:
    LG Niederbayer

  • Ok jungs...

    bin zwar Wirtschaftsingenieurin...aber ich verstehe vor allem eins Bahnhof...

    Aber was ich verstanden habe ist...es gibt deutlich konstengüsntigere Lösungen!

    Nun mal ne andere Frage...ich würde gerne TÄGLICH einen Miniwasserwechsel eben TEilautomatisiert machen damit die großen entfallen oder deutlich weniger werden und ich auch bei guten ´m Besatz vielleicht um Balling und Co und Spuris rumkomme...

    Was meint Ihr viel viel L vom Bruttovolumen müsste ich täglich frisch hinzuführen um das realisiseren zu können?

    LG
    Daniela

  • Hallo Ela,

    meine Meinung: Je mehr Du die Wasserwechsel aufteilst, umso weniger wirst Du um Balling, Spuris und Co. herumkommen. Du wechselst ja jedesmal wieder ein bisschen von dem Wasser mit, das Du erst gestern gewechselt hast und je mehr Du den Wasserwechsel aufteilst umso geringer wird der Effekt und Du bekommst ein Fließgleichgewicht auf deutlich niedrigerem Niveau als wenn Du "ordentliche" Ww machst.

    Mal als extremes Beispiel: 1 x 100% ist 100 %, 2 x 50% sind nur 75%, weil Du von Deinen ersten 50 % beim zweiten Ww auch wieder 50% mit herausnimmst und dann immer noch 25% altes drinnen hast.

    Gruß

    Hans-Werner

  • Hallo Hans Werner,

    ...ich verstehe was Du meinst...es gibt meines Wissens nach aber sehr viele die so sehr gurt fahren...

    Und ich denke Dein Beispiel (ich weiss extrem) hinkt weil Du ja nicht automatisch exakt die Hälfte des frischen Wassers wieder wechselst...

    LG

  • Hallo Ela,

    mach mal Modellrechnungen, das wird noch ungünstiger. Die kosten für Salz, Wasser etc. sind immer gleich, ob Du jetzt einmal 14% oder 14 x 1% wechselst. 14 mal 1% ist aber wesentlich uneffizienter, garantiert.

    Außerdem bezweifle ich, dass man damit wirklich über Jahre gut fährt. Wer macht denn das schon 3, 4 oder 5 Jahre?

    Grüße

    Hans-Werner

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