Mechanische Filterung: Wann? Pausierung möglich?

  • Hallo zusammen und natürlich noch ein frohes neues Jahr!

    Meine Frage bezieht sich auf die mechanische Filterung im Riffaquarium.
    Bisher habe ich mein Becken (250L) nur mit Abschäumer betrieben.
    Jetzt habe ich aber oft gesehen, dass bei mechanischer Filterung zusätzlich sehr viel Dreck aus dem Wasser gezogen werden kann.
    Ist denn die Nutzung eines Filters allgemein zu empfehlen, oder nur wenn das Wasser stärker belastet ist?

    Unabhängig von Wasserwerten ist es ja bestimmt nicht schlecht... Ich sehe nur im Urlaub ein Problem.
    Es müsste ja zusätzlich noch alle 2-3 Tage das Filtermaterial gereinigt oder getauscht werden.
    Könnte man die mechanische Filterung für eine kurze Zeit pausieren? Oder zöge das Schwankungen der Wasserqualität nach sich?

    Schöne Grüße
    Michael

  • Hallo Michael,

    ich habe vor kurzer Zeit die gleiche Frage gestellt und folgende Antworten bekommen:

    Das eine Lager steht auf dem Standpunkt, dass es sinnvoll sein kann mechanisch zu filter, da man so besser Schwebeteilchen aus dem Becken bekommen kann. Dabei sollte häufig das Filtermedium ausgewaschen werden um Nitratansammlung zu verhindern.

    Das andere Lager sagt, dass gerade die Schwebeteilchen nicht aus dem Becken gefiltert werden sollte, da diese Teilchen den Korallen als Futter zu Verfügung stehen kann.

    Ich glaube du solltest deine Wasserwerte befragen um heraus zu finden, ob es überhaupt notwendig ist mechanisch zu filtern. Wie sind denn bei dir Nitrat und Phosphat?

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

  • Danke für die schnelle Antwort.
    Momentan ist alles bestens in dem Becken. Die Frage war eher allgemeiner Natur.
    Wenn Beispielsweise die Werte mal nicht passen, würde ich das natürlich versuchen.

    Was mich interessiert ist, ob man (wenn man dann mechnisch filtert) auch wieder einfach damit aussetzen kann, ohne größere Schwankungen in den Werten zu haben?

    Aktivkohle verwendet man ja (im Schnitt) auch nur, wenn es nötig ist und dann wieder nicht.

  • Auch wenn ich da kein Experte bin, aber mein Gefühl sagt mir, dass wenn ich dauerhaft mechanisch filtere und damit tatsächlich einen signigfikanten Anteil Nährstoffe aus dem Wasser filtere dann hat ein aussetzen der Filterung einen Nachteil. Wird die mechanische Filterung notwendig um die Wasserqualität hoch zu halten, dann kann das Aussetzen der mechanischen Filterung nur zu Folge haben, dass die Wasserwerte sich verschlechtern.

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

  • Da hast du natürlich recht.
    Ich dachte daran, einen passend zugeschnittenen Filterschwamm hinter den Überlaufschacht zu klemmen.
    Dadurch brauche ich keine zusätzliche Pumpe und das reinigen bzw. Austauschen gestaltet sich denkbar einfach, da man sehr schnell ran kommt.

  • Schwebeteilchen gehören für mich aufgrund der oben genannten Gründe einfach dazu. Nur einmal im Monat setze ich trotzdem eine zusätzliche Pumpe mit Filterwatte ins Becken um das Ganze ein wenig zu reduzieren. :winking_face:

  • Hallo,

    ich filtere schon immer mit einem Schnellfilter und blauem Schwamm, zusätzlich zur Abschäumung. Was mechanisch entfernt wird, unterliegt erst gar nicht den Abbauprozessen und führt damit nicht zur unnützen Wasserbelastung mit Nitrat und Phosphat.
    Ob die "Schwebeteilchen", in erster Linie Futterreste und Fischkot, als Korallennahrung dienen, da habe ich doch meine Zweifel.
    Die Schwämme wasche ich einmal pro Woche aus, im Urlaub können es auch gut drei Wochen werden. Da finden dann sicher auch Abbauprozesse in den Schwämmen statt, aber Probleme gibt es deswegen nicht. Alle meine Korallen leben gut damit.

    Gruß

    Bernd

  • Zitat

    Original von Koberstaedt
    Was mechanisch entfernt wird, unterliegt erst gar nicht den Abbauprozessen und führt damit nicht zur unnützen Wasserbelastung mit Nitrat und Phosphat.

    Hallo Bernd,

    da gebe ich dir recht, allerdings kann ja es durchaus gewünscht sein, das man etwas mehr Nitrat im Becken haben möchte, weshalb man den zusätzlichen Einsatz der mechanischen Filter einmal durchdenken sollte. Ich z.B. wäre froh ich könnte Nitrat oder Phosphat nachweisen.

    Gruß Thomas

    2x Tunze 6055, kein Abschäumer, 160W Maxspect R420R (85%)

  • Hallo Michael,

    ich betreibe mein Becken seit langer Zeit mit den Nadelfilzbeuten (100µm) verschiedener Hersteller (z.B. "Wonderbag") am Hauptablauf ins Technikbecken und habe damit beste Erfahrungen gemacht. Es läuft sonst nur ein Abschäumer, etwas Aktivkohle (der Einfachheit halber in einem extra Beutel, den ich in den Filtersack lege), kein Zeo, kein UV-Klärer, kein Ozon. Die relevanten Wasserwerte tendieren gegen 0 (Nitrat und Phosphat). Das Becken ist voll besetzt mit Steinkorallen, überwiegend farbige SPS, Fischbesatz mittel, reichlich Futter. Ich staune beim Auswaschen, wieviel Dreck die Beutel rausholen.

    Zur Frage der Unterbrechung: der Beutel wird bei mir dann gewechselt und gründlich ausgewaschen, wenn er überläuft ;-). Das dauert bei neuen Beuteln mehrere Tage, bei älteren wird das Intervall immer kürzer. Es kommt vor, dass ich den Beutel bei Abwesenheit oder schlimmer Faulheit auch einige Tage nicht wechsle, dann läuft das Wasser oben raus und es findet de facto keine übermäßige Filterung mehr statt. Das schadet weder den Korallen noch den Werten. Mein Eindruck ist, dass sich dieses Verfahren eben gerade auf mittel- und langfristige Sicht sehr bewährt, auf kurze Zeiträume (Tage) wird weder der Einsatz noch das Fehlen des Beutels viel ausmachen.

    Wie gesagt, nur meine Erfahrung,

    Gruß, Martin

    Einmal editiert, zuletzt von Martin Wagner (9. Januar 2012 um 20:21)

  • Hallo Martin,

    was ist denn ein Nadelfilzbeuten ?
    Das habe ich ja noch nie gehört. Auch Google hat nicht sehr viel dazu zu sagen...
    Kannst du das mal genauer beschreiben? Hört sich interessant an.

    Gruß Michael

  • Hallo Michael,

    ein NADELFILZBEUTEL :winking_face: ... sorry, vertippt. Das ist die Art von Beutel, die bei den 'Wonderbags' verwendet wird, ist ein filzartiges Material aus Polypropylen o.ä., Maschenweite in der Aquaristik meist ca. 100µm. Hat eine deutlich geringe Oberfläche als Schwammfilter. Muss man alle paar Tage auswaschen, je nach Alter. Gibt es z.B. unter dem Stichwort 'Wonderbag' bei diversen Aquaristik-Anbietern.

    Gruß, Martin

  • Nutz ich nun schon etliche Jahre und bin jedesmal erstaunt was da für eine
    Dreckbrühe beim auswaschen rauskommt. Den Dreck möchte ich nicht im
    AQ haben, auch im TB sammelt sich bedeutend weniger an.
    Alle drei Tage muss ich den Wonderbag wechseln und wasche ihn dann in
    einer kleinen Campingwaschmaschine aus.
    "Dreck" ist wohl noch genügend im Wasser, da mein AS Cyclone 1500 erst nach dem
    Wonderbag kommt und trotzdem noch eine ganze Menge dunkle Brühe
    abschäumt. Auch haben sich meine Gorgonien usw. noch nicht über zu wenig
    gelöste Stoffe und Schwebeteilchen als Nahrung beschwert und wachsem
    ausgezeichnet.

    Also ich kann den Wonderbag, zumindest wenn man einen "guten" Fischbesatz
    hat, nur empfehlen. In reinen Korallenbecken mit nur kleinem Fischbesatz ist
    er nicht unbedingt nötig.

    mfG Jörg

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