Korallenmörtel - Die Hardcoremethode

  • Nachdem wir mal wieder unser Schaubecken mit der 15 Jahre alten Riffkeramik geplättet hatten ( Ich fliege am 17.12. ans Rote Meer und am 18.12. waren draußen -17°C im Becken dann fast ebenso!), stand der Entschluß fest, daraus ein Mittelmeeraquarium zu machen.
    Das Aquarium steht in einem separaten Raum, der nur dafür geheizt wurde....

    Seit meinem letztjährigen Besuch an der Adria bin ich von den vielen kleinen Blennies ja so begeistert, daß ich denen immer schon ein größeres Becken gönnen wollte.
    Außerdem beschleunigt das endlich meinen Entschluß, ein ordentliches Korallenriffbecken in mein Büro zu stellen.

    Da die alte Keramik einfach so im Aquarium stand, entwickelte sich dahinter ein prächtiges Eigenleben, von Tieren die ich mindestens 5 Jahre niemals gesehen habe, zum Beispiel 2 große wurdemanni Garnelen oder diese abgefahrenen Gestalten hier. Keine Ahnung wovon die gelebt haben, aber Glasrosen waren es nicht!

    Wir haben die vorhandene Keramik 3 Tage zwischengelagert und zunächst den Bodengrund ausgemörtelt.

  • Vielleicht weiß ja jemand, was das Rote für ein Wurm sein soll....
    Dachte schon an eine Seefeder.
    Das Stachelmonster entpuppte sich als Seegurke.

    Der Boden wurde 2 Tage ausgehärtet und dann nochmals mit einem Salzsäurebad behandelt.

    Dann kamen die alten Riffkeramik Rückwandplatten wieder hinein und alles wurde vermörtelt.

    Aushärtezeit 24 Stunden aber die Platten mußten natürlich feucht gehalten werden.

  • Hallo Torsten,

    sieht echt interessant aus dieser Mörtel.
    Kann man den auch an senkrechten Scheiben anwenden.
    Und warum "Hardcore"_Methode? Als Bodengrund verwendet, finde ich es nur konsequent weitergedacht damit die Probleme eines herkömmlich aufgebauten Bodengrundes evtl. zu umgehen.
    Ich vermute einmal, daß der Mörtel nach dem Aushärten ähnliche Qualitäten wie Deine Riffkeramik hat und dadurch die Siedlungsfläche, nennen wir sie mal "erwünschter" Bakterien, enorm vergrößert wird.
    Im Gegensatz zu Aquarien, die ich sah, in denen der normale Bodengrund vorn dünn vorhanden war und man schon unter den Steinen die blanke Bodenscheibe sah finde ich Deine Idee genial.
    Besonders Mulm dürfte sich echt leicht entfernen lassen.
    Ich bin vor allem auch darauf gespannt wie die ersten Aquarien damit aussehen, in dem der Grund mit div. Tieren besiedelt ist, die sonst nur auf Steinen befestigt unten stehen können :thup

    Gruß Stephan

    185/60/70 6080 als Rückförderpumpe kein Technikbecken,
    Mini Bubble King 200 VS13 mit RD3 Mini Speedy / extra schmale VS
    2xMaxspect RSX 200W, 2xMaxspect Gyre 350, GHL ProfiLux 4 + Doser 4, Grotech 3NG

  • Hi Torsten,

    das ist doch nicht das lange Becken da rechts oben in deinem Bunker, oder? Das Ding steht unter Naturschutz !!!! Eines der ältesten Dauerlaufbecken... Wäre schade, wenn´s so ist.

    Was hast du mit dem Becken vor? In welche Richtung soll´s gehen, besatz- und technikmäßig?

    Salzige Grüße
    Dirk

    Der frühe Vogel fängt den Wurm.
    Aber die zweite Maus bekommt den Käse!

  • Das habe ich ja oben beschrieben: Wir heizen einen 100 Quadratmeter Raum nur für dieses Becken, das macht irgendwie keinen Sinn!
    Für den Rest hier oben steht demnächst ein Holzvergaser Kamin zur Verfügung. Also mußte für das Aquarium eine andere Lösung her. Nach unserem letztjährigen Adria Besuch stand mein Entschluß für eine Mittelmeer Becken schon länger fest.

    Unsere gute alte "Erstkeramik" wird also nun von Wirbellosen des Mittelmeeres besiedelt.

    Hardcore Methode: Ich glaube, kein Mensch würde zu Hause auf die Idee kommen, ein bestehendes Becken auszumörteln und gleich wieder zu besetzen.

    Nachdem die Wässerung des Bodens abgeschlossen war, wurden die "lebenden" Rückwände komplett mit der Rückscheibe vermörtelt, so daß sich nie wieder etwas hinter oder zwischen den Keramikeinbauten unsichtbar verstecken kann.
    Während der Mörtel trocknete, wurden die alten Rückwände feucht gehalten und nach 24 Stunden wieder Meerwasser reingelassen.

    In letzter Zeit haben wir viele solcher "Mörtel" - Becken selbst gebaut oder begleitet. Ich bin ja ein absoluter Gegner von Sand als Bodengrund.

  • Ich hoffe dann auf derartigen Bewuchs:

  • Wir verteilen den Mörtel vorerst selbst, da wir noch auf genügend Rückantwort der Kunden warten, ob irgendwo Probleme auftreten. Daher auch dieses Experiment.

    Es haben ja schon etliche hier aus dem Forum das Material getestet.
    Man kann es auch problemlos auf Glasscheiben verwenden.

  • Hi Torsten,

    hast Du irgendwelche Anker auf den Seitenscheiben gesetzt um den Mörtel zu stabilisieren? Ich habe eine kleine Fläche auf der Bodenscheibe bei mir ja wieder entfernt, erst mit dem Dremel umzu gefräst und dann konnte ich das relativ einfach raushebeln. Wirklich gehaftet hat es auf Glas nämlich nicht. Wahrscheinlich werden bei Dir die alten Rückwandplatten für genügend Stabilität sorgen, ansonsten könnte das kritisch werden.
    Grüße

    Jens

    Von all den Dingen, die ich in meinem Leben bisher verloren habe vermisse ich meinen Verstand am meisten (Ozzy Osbourne)

  • Eigentlich geht die ausgehärtete Masse nur mit Gewalt ab Jens! Du hast ja unsere Becken hier selbst gesehen, die werden schon ab und zu gereinigt und mit einer Bürste bearbeitet (das Fischquarantänebecken).

    Bei größeren Projekten haben wir solche Tests nie gemacht, weil man meistens ja nur die Zwischenräume zwischen der fest geklebten Keramik ausmörtelt.
    Natürlich haftet der Mörtel nicht mit derselben Festigkeit, wie ein Adhäsivkleber, jedoch kann man die Haftung auf Glas für Aquarienzwecke als ausreichend betrachten. Mit einem Klingenscheibenreiniger läßt sich der ausgehärtete Mörtel eigentlich nicht mehr von der Scheibe lösen, es sei denn, mit grober Gewalt.

    KORALLENWELT - gegr. 1993 - Torsten Luther - Inhaber
    Tätigkeitsschwerpunkte: Aquariendekorationen, Abyzz Pumpen, Propellerpumpen, Großanlagen, Planungen

  • Hi Torsten,

    Langsam macht mich der Mörtel echt neugierig :smiling_face:


    Ich habe vor ein paar Wochen mit dem Aufbau meines 50cm Würfelchens begonnen... Schacht mit Resten einer Rückwand und viel Bruchmaterial verkleidet und lose eine 30er Säule.
    Bevor ich jetzt wieder mal mit Weisszement loslege um die Fugen zu kaschieren hat mich auch dein Boden überzeugt.

    Wieviel Material würde ich denn ca. benötigen von deinem Korallenmörtel und was kostet mich der Spass? .... freie Bodenfläche wären ca. 17dm² + die Fugen in der Schachtverkleidung...


    Wie sieht das eigentlich mit Spannungen im Glas aus bei der flächigen Beschichtung? Ich hatte mit Portlandzement bei einem 50L Becken mit 4mm Glas mal Bruch während des Aushärtens.


    Grüße
    Domi

  • Hallo,

    ich schieb das mal nach oben...


    Gibts noch mehr Beispiele von Basteleien mit dem Mörtel?


    Grüße
    Domi

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!